Schwindel, Badregal, Fotoautomaten, Döner und Helfen

Guten Morgen, es geht mir nicht so wunderbar. Die Reduktion des Medikaments bringt mir Schwindel, den ich als bedrohlich erlebe. Neue Schuhe haben mir Wunden an den Füßen verursacht, das Opferlamm rennt dann besser aktuell nicht mehr herum. Dazu noch Fieberschübe und Bauchschmerzen, Wohlbefinden sieht anders aus. Stalker, ein großes Thema in meinem Leben, ich wünschte, ich hätte niemals welche gehabt. Informationen aus den Gehirnen von Weggefährten zu kriegen, die über 30 Jahre her sind, schwierig, die meisten vergessen und verdrängen halt. Könnte nur schlafen und habe auch viel geschlafen, jetzt wo es wieder kühler ist. Der Kaffee schmeckt die Kippe gar nicht, mir wird anders bei Kippen, aber meine morgendliche Verdauung ist halt dran gewöhnt. Ruhe hier, eine Kerze brennt, das Badregal immer noch nicht aufgebaut.

Anpassungsstörung, ja ich habe immer noch nicht richtig geschnallt, dass wir 2022 haben und ich eine erwachsene Frau mit eigener Wohnung und Job bin. Kommt mir unrealistisch vor. Gestern war doch erst 1988 oder wenigstens 2012? Den Mann gezwungen für seinen Ausweis zum Fotografen zu gehen, denn Fotoautomaten können dunkle Haut nicht richtig darstellen. Alles, was dabei herauskommt, sind dunkle, kaum erkennbare Gesichter auf dunklem Grund. Bei diesen Fotos kann man dann wirklich behaupten, dass alle Dunkelhäutigen gleich aussehen, denn man kann kaum was sehen. Wie soll da Sicherheitspersonal irgendwas erkennen und unterscheiden? Richtig, gar nicht. Einen schlechten Döner gegessen, ja man kauft kein Essen an Bahnhöfen, es sei denn es gibt wirklich keine Alternative.

Ich wünschte, ich hätte niemals den Döner-Jungen kennengelernt. Hätte ich mich früher an ihn erinnert, ich wäre sicher niemals Fan von Döner geworden. Wen ich alles in diesem Leben geholfen habe, wessen Last ich getragen habe oder immer noch trage, es ist unfassbar oder besser zum Schreien! Und wo ist das alles geendet? Richtig, da gibt es jetzt eine dicke, kranke Frau in einem Helferberuf, der sie krank macht, wie ihr ganzes Leben vorher. Was ist das für eine beschissene Welt, wo helfen krank macht? Es sollte das Gegenteil sein. Aber Aufopferung wird gleich mehrfach bestraft in unserer Gesellschaft. Feiert die Starken und lasst die Schwachen verrecken, scheint die Regel zu sein, mit der ich mich nicht abfinden kann. Wenn die, die helfen, dann auch noch ein Machtspiel draus machen, ja dann sieht es ganz finster aus. Es dämmert, und ich bin dann heute wohl mein eigener Schlafwandler:

Ganz gut, Hitze, böse Männer, Döner und Bodyguard

Guten Morgen, ne eher ein Gruß aus der Nacht. Der Tag gestern war ganz gut, ein bisschen gearbeitet, ein bisschen Therapie und mehr geschlafen. Die Tage an das Zitat: „Wussten Sie, dass Lächeln Unsicherheit und Lachen Angst bedeutet?“ denken müssen. Denke ich daran, hat das Lächeln meiner Mitmenschen eine andere Bedeutung. Immer noch zu heiß, um richtig schlafen zu können oder körperlich aktiv zu sein. Allein die Demontage des alten Bad-Regals gestern hat Schweißausbrüche ausgelöst. Regen, alles erlösender Regen, wäre so gut. Ich sortiere immer noch nach dem Prinzip: „Who is he/she and what is he/she for you?!“ und komme damit zu neuen Erkenntnissen.

Aufgrund neuer Erkenntnisse sind gerade Griechenland und Türkei aus meiner Favoritenliste gestrichen. Die können ihr Essen, ihre Getränke und vor allem Menschen, aus meinem Leben raushalten. Beide Seiten verdammt scheiße und ja auch Spanien und Italien kommen ebenfalls nicht gut weg. Wäre Deutschland nicht meine Heimat, wäre auch Deutschland erst mal gestrichen. Überall böse Männer Menschen. Besonders Döner hat jetzt eine ganz andere Bedeutung, ich kannte Döner schon vor Berlin, hatte es nur vergessen, weil es so schrecklich war. Von Kultsnack zu Würgsnack gerade. Im Vergleich dazu kommen die Araber und Afrikaner ganz gut weg. Auch hatte ich nie schlechte Erfahrungen mit Asiaten.

Eines ist aber sicher, ein persönlicher Bodyguard wäre gut für mich gewesen. Vielleicht hätte ich dann weniger Gewalt erlebt, vielleicht hätte ich dann nicht so viele Jahrzehnte verloren. Beschützt hat mich aber keiner, im Gegenteil, ich dachte jahrelang ich müsste die halbe Welt beschützen und bin dabei mehrfach fast abgekratzt. Der Kaffee schmeckt, die Fenster aufgerissen, gerade nur 14 Grad draußen, das hätte ich gern als Raumtemperatur in der Wohnung. Mal sehen, was ich heute anstelle, neben Schlafen, muss das neue Bad-Regal noch aufgestellt und eingeräumt werden. Die Jukebox in meinem Kopf läuft derzeit auf Hochtouren, ständig spuckt sie Musikstücke aus, alte Kamellen, wie diese:

Neues Bad, Hitze, Kopfkino und Frankensteins Affe

Guten Morgen, endlich keine Handwerker im Anflug, niemand erwartet, dass ich in zwei Stunden gewaschen und angezogen bin. Das neu gemachte Bad ist aber wunderbar, sieht wirklich neu aus. Die Pizza mit dem Vater war ganz gut, der Mann schläft gerade noch. Viel gelacht mit ihm, das tat gut. Die Hitze war aber gestern irgendwann unerträglich, geschwitzt und Kreislauf, trotz Kleid und Ventilator. Früher liebte ich Sonne und auch Hitze, heute komme ich mir bei Sonnenschein vor wie eine Katze, die das Wasser meidet. Immerhin gestern etwas beraten und E-Mails geschrieben, ansonsten war ich aber scheiße müde und erschöpft. Meine Ventilatoren haben gerade Dauerschicht, das hilft etwas und trinken, trinken, trinken. Aber immerhin die Wäsche trocknet auf dem Balkon im Stundentakt.

Ich brauche gerade Pause von meinem Kopfkino, das gelingt am besten durch andere Menschen, die mir was anderes erzählen, mich ablenken und damit herausholen aus der Kopfisolation. Habe neue Schuhe erhalten, eigentlich alte Schuhe, denn hohe Nike Air Force 1 hatte ich schon in den Achtzigern, wegen meiner seltsamen Füße und schwachen Gelenken. Eigentlich bin ich körperlich ganz gut gelungen, aber die Hände und Füße sind irgendwie nicht der Hit bei mir. Als hätte der Ingenieur Dr. Frankenstein da keinen Bock mehr gehabt bei der Herstellung. Regen wäre wunderbar, aber ich glaube, das können wir vergessen, aber jetzt alle Fenster aufreißen und Ventilator an, ist ein Versuch, die Raumtemperatur runterzukriegen. Heute warten drei Termine auf mich, ich glaube, das reicht mir aber dann auch.

Neues Badregal bestellt, denn das alte ist ein Opfer vom Stehpinkeln. Mein Ansatz: „Pinkel doch wie du willst, aber mache danach sauber“, funktioniert leider nicht. Keiner macht sauber, außer ich dann irgendwann, die gar nicht stehend gepinkelt hat. Der Kaffee schmeckt, eine Kerze brennt, der Stadt-Affe Nadine würde gern wieder tanzen, aber aktuell aber besser nur im kühlen Keller:

Handwerker, Lebenspartnerschaft, Trotzkopf und Vögel

Guten Morgen, das mit dem Handwerker kommt wirklich sehr unpassend: Bad nicht richtig nutzen können, Chaos in der Bude, das mag ich nicht so. Aber gut, wer mag das schon. Immerhin wenigstens die Toilette ist nutzbar. Dazu der Termin mit dem Mann gestern, alles etwas stressig, auch wenn der Termin gut lief. Bin ich froh, wenn die heute fertig werden und meine Wohnung wieder die gewohnte Ordnung hat. Morgens um acht bereitstehen, um fremde Männer in die Bude zu lassen, nicht so mein Ding. Eiscreme, gerade mein Ding, aber viel zu viel, es wird nicht viel besser, wenn man das Eis unter Obst und Nüssen versteckt. Über meine Dämonen nachgedacht, meine haben Vor- und Nachnamen und sind tot oder lebendig. Nix hier mit Phantasie und Science Fiction, auch nichts mit Wahnvorstellungen und Psychose, die gibt es/gab es in echt. Schön, dass wenigstens ich mir selber da jetzt glauben kann, ohne irre zu werden und/oder mich mit Neuroleptika auszuschalten. Es muss einen anderen Weg geben, damit umzugehen.

Es ist immer noch zu warm, um gut schlafen zu können, aber offene Balkontür ist auch gruselig. Immer wieder diese Forderungen: „Nadine braucht einen Mann!“ Warum denn? Also Männer sind hier und da schon ganz praktisch, aber immer, überall und für immer? Ist frau unvollständig ohne Mann? Ist eine Lebenspartnerschaft wirklich das höchste Ziel? Warum? Also klar, Familie, Freunde, die braucht man schon im Leben, niemand ist eine Insel, aber muss frau heutzutage noch im traditionellen Modell leben? Der Trotzkopf schreit da schnell: „Nein, muss ich nicht!“. Können wir nicht alle selbstständige Menschen im Austausch sein? Ich habe nichts gegen Liebe, auch nichts gegen Familie, aber bitte freiwillig! Wozu ist Wohlstand denn sonst gut, wenn nicht zur freien Lebensgestaltung? Ich erinnere mich noch an die Zweckehen meiner weiblichen Vorfahren, da war es wirklich nötig einen Mann zu finden, um zu überleben, aber heute? Heute braucht frau Verbündete, keine Frage, aber die können auch weiblich sein, Familie, Freunde oder Nachbarn.

Lange mit der Freundin telefoniert, war aber irgendwann stressig, ist halt so, wenn der eigene Redeanteil über lange Zeit fast gegen null geht. Da soll einer nochmal sagen, ich rede viel, der hat sie noch nicht erlebt. Bad etwas geputzt, wer Badmöbel abbaut, der erlebt ungeahnte Drecksecken. Gekocht Schupfnudeln mit Brokkoli und Geflügelwurst, war ganz gut, langsam lichtet sich der übervolle Kühlschrank, aber heute gibt es Nachschub. Habe weitere Rotkohl Experimente vor, da geht deutlich mehr, als klassischer Rotkohl zu Weihnachten. Versuchen wir es entspannt anzugehen, keine Vögel zu hören gerade, ich lausche dann mal, notfalls am Laptop:

Schlaf, Vergangenheitsbewältigung, Handwerker und Opfer

Guten Morgen, mittlerweile finde ich fünf Stunden Schlaf am Stück schon gut. Gestern sehr müde gewesen, dienstliche E-Mails gelesen, mit Kolleginnen telefoniert, Therapie und dann war es das auch schon mit mir. Mann ist da, auch der total erschöpft, aber heute gibt es einen offiziellen Termin zudem wir beide müssen, außerdem kommt der Handwerker. Ehrlich gesagt keinen Bock auf Handwerker in der Bude, aber was der Bock will ist ziemlich egal, wenn ein Handwerker Zeit hat. Nochmal mit der Oma telefoniert, es scheint Aufregung zu geben, weil ich die Vergangenheit angehe. Gut so über 40 Jahre später bin ich auch spät dran damit, aber ich habe mir kein Trauma und Gedächtnisverlust mit 15 und eine Neuroleptika-Behandlung ab 36 gewünscht, beides nicht so gut, um sich zu erinnern und dann auch in die Handlung zu kommen. Es ist irgendwie schon ein Wunder, dass die alle noch leben. Noch duschen und das Bad ausräumen, bevor hier die Handwerker stehen. Gekocht gestern Salat mit Brot und Ente, habe festgestellt, dass Gurke mir guttut und dass der Mann nicht so auf Vollkornbrot steht.

Der Kaffee schmeckt und ich denke an vieles und nichts, wobei nichts besser ist, nur leider bringt mich nichts nicht weiter in der Vergangenheitsbewältigung. Aktuell verbal am Männer töten, wieder viel geweint in der Therapie. Der Therapeut und seine Methode sind gut, aber er ist mir zu hektisch. Diese Woche noch ins Büro, ich freue mich auf die Kolleginnen. Es dämmert gerade, eine Kerze brennt und ich denke an Elton John:

Schulzeiten, Bad, Uhr, Geisterbahn und Spielzeug

Ein Gruß aus der Nacht, wieder geschwitzt, ist mir derzeit zu heiß. Gestern eine Freundin aus Schulzeiten wieder gefunden, war das erinnerungs- und emotionsreich. Ihr geht es gut, das freut mich und sie erinnert sich auch noch an vieles, auch wenn es über 30 Jahre her ist. War gar nicht so schwer sie zu finden, war aber sicher auch eine Ersatzhandlung, um nicht im Dorf der Teufel anzurufen. Der Handwerker hat endlich angerufen, diese Woche soll mein Bad gemacht werden, nach Monaten des Wartens. Reste gegessen und Salat, der Mann ist dann auch wohlbehalten zurück in der Stadt. Heute wieder Therapie mal sehen, wen ich heute beschimpfe, obwohl ich generell auch gern über die Toten sprechen möchte. So viele Leute an den Tod verloren, viele davon möchte ich nicht beschimpfen, außer generell fürs tot sein. Kuckkucksuhr wieder weggeräumt, das war mehr eine gruselige Erinnerung, wie ich nachts als Kind wach liege und der Kuckkuck mich jede Stunde weckt. Beim ersten Kuckuck freut man sich noch, beim dritten, vierten oder weiteren, dann nicht mehr.

Tatsache Boden gewischt, fast alles, schon besser, besonders der Küchenboden erinnerte an vergangene Nahrungsaufnahme. Heute arbeiten oder wahrscheinlich nur sehr viele Mails lesen und telefonieren, ich vermute, da wartet einiges auf mich, habe das konsequent durchgezogen, nicht in mein Arbeitspostfach zu schauen. Blutdruck unten, Verdauung auch mal ok, muss ja auch mal sein. Komme mir vor wie nach einer Achterbahnfahrt, nur ist mein Körper nicht nur voll von Adrenalin, sondern auch Erinnerungen. Na ja vielleicht auch eher Geisterbahnfahrt, wie schön das Leben der anderen, während ich kreidebleich, mit voll bepinkelten Hosen, allein am Ausgang stehe. Jugendlicher Wahnsinn damals, ich wollte immer alle schützen, außer mich selber. Dummes Mädchen oder vielleicht auch nur größenwahnsinnig, mit dem Glauben an die eigene Unsterblichkeit. Leben tue ich ja noch, aber niemand hat mir eine Unverwundbarkeit garantiert.

Verehrer, ich hatte viele Verehrer oder sollte ich besser sagen notgeile Kerle? Es ist schon schade, wenn frau nur für ihren Körper begehrt wird und nicht für den Rest. Ich finde Kerle wie diese sollten sich lieber eine Frau aus Silikon anfertigen lassen, die steht immer bereit, macht alles mit und lässt sich auch verleihen, ohne Seelen zu zerstören. Echte Mädchen und Frauen sollten kein Spielzeug sein. Man(n) spielt nicht mit Menschen, besonders nicht mit den Kindern:

Telefoniert, Familie, Kuckuck und Freaks

Ein Gruß aus der Nacht, viel passiert gestern und irgendwie auch nicht. Viel telefoniert und endlich nach Jahren die Oma erreicht. War ganz schön, mit ihr zu sprechen, so viel genetische Verwandtschaft habe ich ja nicht mehr. Auch mit der Chefin gesprochen, es wird beruflich wohl anders weitergehen. Der Mann ist jetzt beruflich in einem anderen Land, nachdem erst der Ausweis nicht auffindbar war. Der Kaffee schmeckt und es ist viel zu früh. Nach dem Erinnern jetzt dauerndes Sortieren, es ist wie ein Puzzle, das ich immer noch nicht fertig habe, aber dessen Rahmen steht. Alternativ auch Memory, ich suche immer die passende zweite Karte. Zwischendurch schlafe ich einfach ein, auf meinem Kartenhaufen, dabei habe ich jetzt Jahrzehnte geschlafen. Die Gebrüder Grimm hätten ihre Freude an meinem Leben, so viele gruselige Geschichten in meinem Leben, alternativ könnte mein Leben auch den Buchtitel „Struwwelliese“ haben. Meine Familienmitglieder haben dabei was von der Addams Familie, wobei ich mir nicht so sicher bin, ob ich noch Tochter oder eher Mutter der Familie bin. Die modernere Version der Familie ist wohl die Rocky Horror Picture Show.

Eine Kuckucksuhr der Urgroßoma hängt jetzt an der Wand, aber ich habe vergessen wie sie funktioniert, war ich als Kind fasziniert bis genervt von dem Teil. Immer dieses lärmende ticken, jede Stunde der Vogel, auch nachts. Keine Ahnung, warum Uhren damals so laut sein mussten und heute nicht mehr. Vergeht die Zeit heute leiser? Ich muss mal im Internet recherchieren, ob ich eine Anleitung finde, denn den Kuckuck würde ich gern nochmal einmal sehen und hören. Keine Ahnung was das jetzt soll mit wach in der Nacht, ich lege mich wohl wieder hin. Aktuell kommt mir mein Leben wie 45 über Nacht vor, gestern war ich doch noch ein Mädchen und heute grüßt im Spiegel diese Frau. Hat nur leider nichts mit Schneewittchen oder Dornröschen zu tun, sondern eher was mit dem Zeitsprung in meiner Familie. Na mal sehen, wie es weitergeht, wie ich weitergehe. Eines ist sicher, alles Freaks und ich gehöre dazu:

Weiches Wasser

Es geht nicht mehr aus meinen Ohren und es passt gerade so wunderbar:

Europa hatte zweimal Krieg
Der dritte wird der letzte sein
Gib bloß nicht auf, gib nicht klein bei
Das weiche Wasser bricht den Stein

Die Bombe die kein Leben schont
Maschinen nur aus Stahlbeton
Hat uns zu einem Lied vereint
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Raketen stehn vor unsrer Tür
Die solln zu unserm Schutz hier sein
Auf solchen Schutz verzichten wir
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Die Rüstung sitzt am Tisch der Welt
Und Kinder die vor Hunger schrein
Für Waffen fließt das große Geld
Doch weiches Wasser bricht den Stein

Komm feiern wir ein Friedensfest
Und zeigen wie sich′s leben läßt
Mensch! Menschen können Menschen sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Es reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein

Quelle

Leute, PEZ-Spender, Erwachen, Träume, Narben und Schuld

Ein Gruß aus der Nacht, heute weiß ich wer mich mitten in der Nacht geweckt hat, eine Gruppe von lauten Leuten vor meinem Fenster. Wunderbar, so beginnt der Tag entspannt.^^ Der Vater kam wieder spät und die Feigenpizza war nicht schlecht, aber kein Hit. Die Hitze beim Transport der Kochbox hat dieses Mal einen Teil der Lieferung vergammeln lassen. Schade. Der Kaffee schmeckt, es gibt wieder Milch hier und der Mann meldete unfallfreies Wohlbefinden. Gestern endlich ein Paket abgeholt und dabei einen PEZ-Spender entdeckt und kaufen müssen, was für eine Kindheitserinnerung. Kann eigentlich nur getoppt werden, von unverpackten Kaugummi-Bällchen aus einem Automaten. Ja damals war Zucker noch was Besonderes, heute muss man Lebensmittel suchen, in denen kein Zucker ist. Heute vielleicht das hier gekocht, ein Menü, das ich schon kenne und sehr mag. Therapie war ganz gut und wird jetzt langsam weniger tränenreich, der Therapeut hat mir mehr Stunden versprochen. Nicht telefoniert, irgendwie war mir nicht danach, dabei muss ich meine vergangene Familie dringend kontaktieren.

Der Himmel färbt sich gerade rosa, ein neuer Tag und ich noch müde. Meine eigene Geschichte ist so unfassbar schrecklich, dass ich es teilweise selbst nicht fassen kann. Eigentlich kann ich mich bedanken, dass ich die meisten Traumata schnell wieder vergessen hatte, so konnte ich weitermachen, weiterleben. Dass ich beim Erwachen jetzt so alt bin, furchtbar, aber gleichzeitig wohl auch nötig, in jüngeren Alter hätte ich das alles nicht verkraftet und auch nicht gewusst, wo und wie man Hilfe organisiert. Vielleicht heute telefonieren, mal sehen, besonders auf die Oma habe ich es abgesehen für den Moment. Mit dem Bruder aus Berlin gesprochen, der ist wieder auf einem Festival, das ist bei ihm aber hauptsächlich Arbeit und kein Freizeitvergnügen. Ja meine Brüder, ich zähle aktuell vier Brüder in meinem Leben, alle nicht leibliche Brüder, aber Brüder meines Herzens, mit denen ich viel Zeit meiner Kindheit verbracht habe. Kein Wunder, dass ich auch später mehr mit Jungs als mit Mädchen abgehangen habe. War das schmerzlich als mir in der Grundschule irgendwann mitgeteilt wurde, ich möge zu den Mädchen spielen gehen. War das kacke, als würde der Hoseninhalt in dem Alter darüber entscheiden, was man spielen möchte.

Puppen waren halt nicht so mein Ding, ich wollte Bäume klettern und Ball spielen. Immer noch nicht aufgeräumt in der Bude, es gibt andere Probleme und Aufgaben, ein sauberer Fußboden lässt mich nicht besser schlafen. Realität, jeder hat wohl seine eigene, aber ist etwas wirklich nur wahr, wenn man Zeugen dazu finden kann? Erinnerungen, Vergangenheit, nur real, solange es jemand bezeugen kann und will? Ansonsten gleich in die Irrenanstalt? Ich reagiere gerade sehr aggressiv, wenn mir jemand sagt, dass alles vielleicht nur ein Traum war, war es nicht, leider. Träume sind nicht so konkret, Träume hinterlassen keine Narben an Körper und Seele. Es sei den, es handelt sich dabei um Träume/Ziele, für die man gekämpft hat, das gibt ganz sicher Narben, zumindest bei meinen Träumen von einer gleicheren Welt. Wie oft bin ich gestürzt, wie oft wurde ich verprügelt, sogar eingesperrt, weil ich mich mit der Welt nicht abfinden wollte. Nein ich bin nicht schwer von kappee, ich bin halt anderer Meinung. Vielleicht ist das aber doch irre, die Regeln der anderen zu kennen und sich damit nicht abzufinden, sich nicht anzupassen, sich nicht zu ergeben, auch wenn man schon am Boden liegt. Vielleicht ist alles, was mir passiert ist, doch meine Schuld:

Musik, Gefühle, Flugzeuge, warten, Tisch und Regentropfen

Guten Morgen, war das gestern ein nicht so gelungener Tag. Erst Mann hier haben wollen, dann doch wieder nicht. Gemeinsam oder einsam? Ich komme nicht klar. Immerhin kurz einkaufen gewesen und gekocht, ansonsten nicht so viel, mit dem Mann gesprochen, den Mann beschimpft und dann wieder Sorgen um ihn gemacht. Heute Therapie, wobei ich nicht weiß, ob ich dazu noch Begleitung brauche, die Methode habe ich verstanden. Kaffee schmeckt, wobei ich doch zugeben muss, dass frische normale Milch im Kaffee einfach besser schmeckt als fettreduzierte H-Milch. Gestern hat die Freundin noch angerufen, war aber irgendwie anstrengend, vielleicht doch noch nicht ganz auf der Höhe mit der nervlichen Belastbarkeit. Abends dann tatsächlich noch den Film geschaut, aber ich hatte das anders in Erinnerung, stimmt, da gab es eine Zeit, in der ich total auf Vampire stand. Warum wohl? Der direkte Wechsel von „Der kleine Vampir“ zu „The lost boys“ ist dann aber doch ein großer Schritt für ein kleines Mädchen. Der Soundtrack bewegt mich aber immer noch sehr. Musik war mal mein Leben, ich dachte, ich sterbe ohne, stimmt ja auch irgendwie, ohne Musik keine großen Gefühle bei mir.

Nachts dann von lauten Fliegern über meinem Haus genervt gewesen, dass jetzt jedes Flugzeug überall in der Stadt fliegen darf, ist dann wohl doch keine gute Entwicklung, besonders nachts. Heute ein Paket abholen, mal sehen, leider zu spät gemerkt, dass ich es abholen kann und jetzt rennt die Zeit. Heute Abend Vater auf Pizza eingeladen, wobei ich das generell immer noch gut finde, aber dieses ewige, unbegrenzte Warten am Abend, finde ich dann doch ätzend. Ich finde es immer noch extrem unhöflich und tendenziell auch erniedrigend, jemanden immer bei einer Verabredung warten zu lassen. Wäre er nicht mein Vater, würde ich auf solche Verabredungen verzichten. Ich gehe doch nicht einkaufen, koche und warte dann mit warmen Essen, das immer kalt wird bis in alle Ewigkeiten. Wie scheiße ist das denn? Und das jede Woche? Gestern den Klapptisch ausprobiert, ist besser an einem richtigen Tisch zu essen, als am Couchtisch, am Couchtisch essen hat immer irgendwie was von Hundenapf.

Ein grauer Tag grüßt und ich und mein Gefühlschaos brauchen wohl noch eine Weile, mein Innenleben ist immer noch Sturm im Wasserglas oder besser Meer. Ich wusste ja, die Welt ist scheiße, aber so scheiße? Ne, darüber komme ich so schnell nicht hinweg. Ach, versuchen wir es mit einem Anti-Depressions-Song der Urgroßmutter: