Psychopharmaka, eine Dokumentation von der ARD

Guten Morgen, endlich genug geschlafen. Das ist doch mal was. Fühle mich auch schon etwas besser. Ein grauer Tag grüßt und gestern lief auf der ARD endlich mal eine Aufklärung über Psychopharmaka, wie ich und sehr viele Freunde und Bekannte von mir es erlebt haben. Ein Hoffnungsschimmer, dass Menschen, die die Pillen nehmen und über fehlende Wirkung, aber üble Nebenwirkungen klagen, mal ernst genommen werden. Auch wird über die lebenslange Abhängigkeit gesprochen und über die Schmerzen und Zustände, die man erleidet, möchte man davon wieder wegkommen. Es geht zwar nur um Antidepressiva, aber bei Neuroleptika ist das ähnlich. Man wird mit diesen Medikamenten versorgt, hat oft keine erwünschte Wirkung, aber Nebenwirkungen und davon wegzukommen bedeutet schlimme Schmerzen. Ist schon genial, wenn Pharmaindustrie und Ärzte aus zweifelhaften Gründen zusammenarbeiten und Patienten jede Glaubwürdigkeit absprechen. Ein lebenslanger Leidensweg, ein riesiges Geschäft. Leider schaffen es nur wenige aus eigener Kraft da wieder herauszukommen. Auch ich brauchte Hilfe, sehr viel Hilfe und die Schmerzen und Zustände waren einfach unerträglich. Besonders wenn man irgendwann so abhängig ist, dass eine sehr hohe Chance auf eine Absetzungspsychose entsteht, die dann wieder genutzt wird, um noch mehr Medikamente lebenslang zu verschreiben. Ein Teufelskreis. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das Video verteilt, vielleicht kann man so noch das ein oder andere Schicksal retten.

Zurück zu meinen Leben, ein grauer Tag grüßt, ich bin jetzt bald zwei Monate ohne Neuroleptikum und habe nur noch die Schmerzen, die ich durch meinen zerstörten Magen-Darmtrakt und das Übergewicht habe. Keine Krämpfe mehr, kein Tremor und endlich wieder das Gefühl ich zu sein. Auch die Frauensachen haben sich endlich wieder, bei sinkenden Prolaktinspiegel erholt. Ich habe wieder Gefühle, ich kann lachen und weinen, wütend werden. Auch der Blutdruck ist wieder unten, kein Herzrasen mehr, keine Angst- und Panikattacken mehr. Aber mein Körper ist eine Ruine, schwierig zu ertragen, wenn der Kopf wieder auch Hochtouren läuft. Aber immerhin habe ich jetzt wieder die Chance, mit guter Ernährung und Sport so viel zu reparieren wie geht. Und die bei mir zum Glück nur leicht erhöhten Werte bei Zucker und Cholesterin noch so weit zu senken, dass ich nicht weitere lebenslange Pillen kriege. Ist schon ein geniales Geschäftsmodell, wenn Pillengabe dazu führt, dass weitere Pillen gegeben werden müssen. Ein Schelm, ein Geisteskranker, wer Böses dabei denkt. Ich finde, da sind die Drogendealer in Berlin dagegen ehrlichere Leute. Die erzählen eine wenigstens keine Lügengeschichten, auch wenn deren Ziel sicher auch ist, lebenslange Kunden zu generieren. So genug geschrien, geschrieben zum Morgen, bitte schaut euch das an, denkt mal darüber nach und lächelt nicht abfällig über Leute, die bereits abhängig sind von diesen teuflischen, pharmazeutischen Produkten.

Thaifrauen, Versuchskarnickel, Wahnsinn und Mensch

Guten Morgen, wenig geschlafen, aber ich fühle mich ganz gut. Der Mann schläft noch und der Kaffee schmeckt. Die Schmerzen in den Händen haben wieder begonnen und ich habe beschlossen, jetzt wo meine Seelentherapie erstmal anders bezahlt wird, mir diesen Monat doch eine Thaimassage zu gönnen. Durch die letzte Massage war ich 2 Wochen total schmerzfrei und die Hände waren jetzt sogar über einen Monat geheilt. Ja liebe Männer, die Thaifrauen haben es drauf, jenseits eurer dreckigen Gedanken. Habe gestern nach der Taxifahrt zum Psychiater, sogar noch kurz den Bus genutzt, meine Heldentat vom gestrigen Tag. Mein Psychiater wollte mein Medikament sofort absetzen, aber ich habe Angst bekommen vor dem Entzug und vor der fehlenden Sedierung. Glaubt mir zwar immer noch keiner, dass ich in diesen Milligrammbereich unterhalb der Wirkungsgrenze einen Effekt habe, ist aber so. Vielleicht weil mein Körper sein ganzes Leben sehr wenig Medikamente gesehen hat, bevor ich 2013 ins Krankenhaus kam.

Diskussionen mit dem Mann gehabt, der war doch tatsächlich der Meinung, dass ein Selbstmordversuch eine Zwangsmedikation, die einen schrittweise tötet legitimiert. Da war ich aber anderer Meinung. Es ist immer noch mein Leben, einmal gerettet macht es mich nicht zum Versuchskarnickel der Pharmaindustrie. Vor allem, wenn die Medikation dann auch noch wahrscheinlich auf der falschen Diagnose beruht. Ja, ich glaube nicht an die Produkte der Pharmaindustrie und deren guten Absichten, es sei denn Geld verdienen ist eine gute Absicht. Heute unnötige Lebensmittellieferung, obwohl die Getränke werde ich brauchen, die neue Hitzewelle kommt. Rauche deutlich weniger, ich denke, ich habe meinem Konsum halbiert, nur morgens rauche ich viel, im Laufe des Tages immer weniger. Heute kaum Termine, ich muss nur zur Apotheke, aber fühle mich gerade so, als könnte ich heute auch endlich was im Haushalt machen. Der Boden ist immer noch nicht gewischt. Die Sonne scheint, die Straße ist noch ruhig und ich fühle weniger Wahnsinn beim Blick in die Vergangenheit.

Reste gegessen, ich esse jetzt mehrfach am Tag kleine Portionen und werde nächste Woche zur Internistin, mich bewusstlos Ärzten ausliefern, erzeugt immer noch Angst. Vielleicht, weil mein Vertrauen in Ärzte begründet, nicht absolut ist. Auch nur Menschen, die Medizin studiert haben. Kein Mensch ist fehlerfrei, vielleicht ist die ganze Menschheit ein großer Fehler. Der Mensch ist halt nur Mensch:

Corona, Blumenkohl, Ärzte und Farbfilm

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, gestern ging es mir wirklich nicht gut. Auch tagsüber geschlafen und Alpträume gehabt. Der Psychiater ist zurück aus dem Urlaub, sicher 15-mal angerufen, aber entweder besetzt oder keiner geht ran. Wer hätte gedacht, dass ich mal so eine Sehnsucht nach einem Psychiater habe. Beim Mann im Büro gibt es wieder Corona, ich hoffe für ihn nicht. Die Coronazahlen in der Stadt sind gerade sehr hoch, weil niemand mehr versucht irgendwas zu vermeiden. Tatsächlich gekocht, Blumenkohl auf indische Art. Immer noch sauer und schmerzerfüllt wegen meiner Vergangenheit, wie konnte das alles passieren? Warum verdammt nochmal hat niemand auf mich aufgepasst? Weder Mutter, Stiefväter, restliche Familie noch Freunde haben mich jemals beschützt. Der Nachteil, wenn man jung, zu erwachsen wirkt? Immerhin die Temperaturen gehen zurück, ohne Regen, ich wünschte es gäbe endlich Regen.

Die Straße rauscht und die Polizei hat in der Stadt viel zu tun, die Leute knallen durch, nach/während Corona und jetzt auch noch Krieg und Wirtschaftskrise. Ich weiß auch nicht mehr weiter, keine Ahnung wie es weiter gehen soll, keine Ahnung wo das Licht am Ende des Tunnels ist. Geführt von einer Regierung, die eher unerfahren und hilflos wirkt, aber dafür hoffentlich weniger korrupt als die vorherige ist? Wer weiß es, mir bleibt dazu auch nur die Tagesschau. Fenster auf und auf Abkühlung gehofft, meine Ventilatoren haben Dauerschicht, die Nachbarn schweigen alle, während ich mich in die Kissen heule. Berlin, eine wunderbar anonyme Stadt, verrecken, ohne dass es irgendwer bemerkt. Versuche eine Online-Krankschreibung zu bekommen, aber auch das scheint schwierig. Die Idee, mit dem Bus irgendwo hinzufahren und dann stundenlang im Wartezimmer zu warten, um dann auf einen gestressten Arzt zu treffen, ist gerade Horror.

Baden gewesen und Brot gebacken, irgendwas für die Seele, jenseits von Schokolade. Immerhin morgen Termin bei der Psychologin, aber ob das hilft, ist fraglich. Die kennt mich gar nicht und leider habe ich jetzt schon den Eindruck, dass sie mich missverstanden hat. Aber warten wir ab, ich gehe dann mal hin. Soviel zur wundervollen Krankheitsversorgung in Deutschland. Vorgenommen heute immerhin in den Drogeriemarkt zu fahren oder besser zu gehen, schützt mich vor den Verrückten der Stadt, denn ich bin verrückt. Wäre mal wieder Zeit für Farbfilm:

Edit: Meine Definition von verrückt: Abgerückt von dem, was als normal gilt.

Spät, Hausfrau, Klinik, Essen und Kontrolle

Guten Morgen, wieder spät ins Bett und früh wach. Es wird halt erst spät in der Nacht kühl genug, sodass ich einschlafen kann. Aktuell bin ich wohl die Hausfrau des Monats, Tiefkühlsachen neu verpackt und organisiert, Küchenschränke aufgeräumt, Vorräte neu sortiert, Nüsse in Gläser einsortiert, Joghurt selbst gemacht, Brot gebacken und Erbsensuppe gekocht. Nebenbei viel telefoniert, aber nur zum Müll herausbringen draußen gewesen. Heute kommen Lebensmittellieferungen, für mich, aber auch für den Mann. Alles zu teuer, aber ich ahne das wird so bleiben oder noch schlimmer, je nachdem was Putin vorhat. Abgesehen von einer besser sortierten Küche gibt es noch eine weitere gute Nachricht, ich darf morgen in einer Klinik vorsprechen und hoffe dort Unterstützung zu erhalten, mein Psychiater ist nämlich weiterhin im Urlaub. Psychiatrische Versorgung, die nur auf der Aufopferung der Angestellten beruht, funktioniert halt nur eine Weile, irgendwann sind alle urlaubsreif und/oder krank. In meinem Umfeld sind viele krank, ich bin also nicht allein, aber tröstlich ist das trotzdem nicht.

Die Sonne dreht heute anscheinend wieder auf, schon jetzt 27 Grad in der Bude, aktuell ist es nur nachts angenehm, wenn alle Fenster geöffnet sind und ein leichter Wind weht. Die Stadt dreht derzeit Scheibe, zu viele sind verzweifelt und/oder drehen durch. Ich hörte von vielen Freunden, die sonst teuer essen, dass sie dann halt auf die Discounter wechseln, um das Ausgabenlevel nicht zu sehr zu erhöhen, aber was machen die Leute, die vorher schon beim Discounter gekauft haben? Für die gibt es keine günstigere Alternative. Was machen die ganzen Ukrainer in der Stadt, wenn Essen nicht mehr erschwinglich ist? Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“, sagte Brecht, also kein Wunder, dass die Leute durchdrehen oder sogar kriminell werden. Kaum (bezahlbarer) Wohnraum, nichts zu futtern und eine unzureichende ärztliche Versorgung und da wundert sich irgendwer, dass die Leute schlecht darauf kommen? Ich sitze dann verdattert in der Wohnung und sortiere Konserven, irgendwas was ich kontrollieren kann, irgendwas was scheinbare Sicherheit gibt.

Leiden auf Erden, Himmel, Lotto, Ärzte und unbezahlbar

Guten Morgen, der Mann ist gerade weg, war gut ihn hier zu haben, weg von Gedanken, hin zum Ankuscheln. Nix gekocht, weil Bauchschmerzen. Wann hört das Leiden der Nadine in Berlin auf? Ich meine während der Lebenszeit, um hier mal Optimismus zu verbreiten. Der evangelische Ansatz: „Leiden auf Erden für die Erlösung im Himmel“, hat für mich immer mehr Ähnlichkeit mit dem Versprechen im Himmel 72 Jungfrauen zu kriegen. Der evangelisch Gläubige kriegt dann nur nach seinem Leiden auf Erden gar keine Jungfrauen im Himmel, sondern lediglich seine Ruhe. Ich glaube, da sind die Moslems mit ihren Werbeversprechen etwas schlauer. Ob irgendwas davon nämlich tatsächlich nach dem Leben eintritt, kann keiner auf Erden beurteilen. Also warum nicht Werbung für eine Religion machen, mit welchen Versprechen auch immer? Trete unserer Religion bei, opfere dich auf, und wenn du tot bist, werden alle deine Wünsche wahr. Das ist doch wie schenke uns ein Leben für ein Lottolos. Wir alle wissen, fast niemand gewinnt im Lotto, die Wahrscheinlichkeit ist so gering, auch nur seinen Einsatz zurückzuerhalten, geschweige denn zu gewinnen.

Doch es wird fleißig weiter Lotto gespielt, eine Tat der Verzweiflung, wie scheiße, muss es einem gehen, dass man sein wertvollstes Geld und/oder Zeit einsetzt für einen unwahrscheinlichen Gewinn? So darüber nachgedacht, gibt es ein berechtigtes Interesse jeder Religion ihre Anhänger leiden zu sehen, damit sie treu sind, damit sie alles geben, was sie haben. Die Kirche war lange der Psychotherapeut des Volkes, ist klar, nicht so interessantes Geschäft, wenn alle gesund sind. Das gleiche Geschäftsmodell haben heute Ärzte und die Pharmaindustrie, verdienen am Leiden anderer. Auch da kein wirkliches Interesse daran, dass irgendwer glücklich und gesund ist. Da sind die Krankenkassen fast ehrlicher, die wollen, dass man gesund ist und trotzdem zahlt. Aber zahlen soll man überall, um das zu kriegen, was unbezahlbar ist: „Gesundheit und Zeit“.

Egal, nur meine Gedanken zum Morgen, lieber etwas in den Gehörgang um zu entspannen:

Chatten, Opfer-Täter, Karma und Hände

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, weil zu lange wach gewesen. Gekocht und gegessen das hier, so Kochboxen sind schon praktisch, nur halt ohne Gutschein viel zu teuer. Viel gechattet gestern, hatte vergessen wie viele Kontakte und Freunde ich früher hatte. Zum Teil hatte das Treffen am Samstag auch etwas von einer Opfer-Täter-Begegnung. Ich gebe zu, es freut mich, dass Täter in schlechter Verfassung sind. Ich glaube an Karma, dass es da irgendwo ein Punktekonto gibt und dass bösen Taten böses folgt. Und nein ich meine damit nicht die Polizei, ich meine eine höhere Instanz. So ein Knastaufenthalt ist nämlich nicht so schlimm, wie soziales, berufliches und letztendlich auch gesundheitliches Versagen. Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht verbittert, aber wer so viele Seelen gebrochen hat, der gehört selber gebrochen. Abwarten und Tee trinken, ich habe jetzt nur viele Jahrzehnte gewartet.

Der Kaffee schmeckt, der Blutdruck weiter unten und der Mann kommt bald vorbei. Da war ich gar nicht arbeiten diese Woche und hatte trotzdem so viele Termine. Mein Umfeld kümmert sich um mich, ich kümmere mich um mich selber. Diese Woche auch sehr viele Termine, der Lauf auf die Ärzte, ich muss mich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich sanieren. Neben klassischen Ärzten gibt es da derzeit noch eine Heilpraktikerin und Thai-Masseurin. Hände, Hände, helfende, nicht meine, jetzt bin ich mal dran….

Besuch, Ärztemarathon, Wildsau und Musik

Guten Morgen, kurze aber erholsame Nacht, der Mann ist da und liegt noch schlafend im Bett. Ich halte mich am Kaffee fest und tippe vor mich hin. Heute Ärztemarathon, Psychiater Versuch zwei und Niere checken lassen, danach aber frei. Der Mann muss arbeiten. Gestern den Fisch mit dem Lauch gegessen, wobei das Konsequenzen hatte, Lauch-Konsequenzen. Der Mann ist doch wach, keine Ruhe zum Schreiben, schade. Sonst spielt er erstmal eine Stunde mit seinem Handy. Das Haus ist ruhig und ich bleibe heute konsequent bei Müsli, auch wenn der Mann Rührei wünscht. Heute wohl Fleisch mit Rosenkohl. Gestern Filme geschaut auf Netflix, immerhin kann ich das wieder: Filme schauen, vor ein paar Jahren war keine Konzentration dafür da. Diese Woche finale Räumung des Lagers meiner Mutter, mittlerweile fühle ich mich mehr erleichtert als traurig und schuld behaftet dabei. Diese Anlage zum Messie, bricht hoffentlich nicht bei mir durch. Die alten Dinge, die sich so festhalte, sind noch überschaubar und werden genutzt. Das Konto sieht zum Monatsende mies aus, aber diese Woche sollte das Gehalt kommen und dann keine Schulden mehr bei Klarna oder Paypal für den nächsten Monat.

Die Straße ist zu laut, keiner hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h, hier gilt wohl eher: „Wer unter 100 km/h fährt ist ein Weichei.“ So habe ich Autobahnkulisse mitten in der Stadt. Keinen Bock auf die Arzttermine heute, nicht zufrieden mit der zu dunklen Haarfarbe gerade, was Neues ausprobieren, geht bei den Haaren immer in die Hose. Leben, immer noch eine seltsame Sache, ich versuche mein Bestes und scheitere oft daran. Besonders beim Essen die letzten Tage wieder Wildsau, sobald die Sonne untergeht Scheitern für Fortgeschrittene. Essen ist und war halt immer Trost und Zuwendung, schwierig diesen Effekt zu entkoppeln. Gerade ist etwas Sonnenschein zu sehen, das motiviert tatsächlich das Haus zu verlassen, vielleicht sogar zu lächeln. Die Dusche ruft, mein Frühstück ebenfalls, Medikamente auf leeren Magen, keine gute Idee, versuchen wir es mit guter Laune Musik:

Kacktag, Wohnungen, Vater, Tortelloni und die Gier der Pharmaindustrie

Guten Morgen, obwohl ich tendiere zu zwischen wach. Was für ein Kacktag gestern, kaum angefangen zu arbeiten auf übelste beschimpft worden und danach gleich wieder aufgehört zu arbeiten und schlafen gegangen. So unheimlich müde gerade, so unheimlich nah am Wasser gebaut. Also gar nichts hingekriegt gestern, nur die Senfeier gekocht. Draußen tobte der Sturm und ich versteckt in meinem Bett. Der Kaffee schmeckt und keine Kerze brennt. Ruhe hier, totale Ruhe, wäre gut, wenn ich heute etwas auf die Reihe kriege. Gestern war mir schon Müll wegbringen zu viel. Der Mann hat heute Fahrstunde und eine Wohnungsbesichtigung, ich hoffe, das klappt, ich finde sein jetziges Wohnhaus furchtbar. Mails geschrieben mit der besten Freundin, ihre Mutter hat endlich eine seniorengerechte Wohnung, ja Wunder geschehen, manchmal auch in Berlin. Heute einige Arbeitstermine für mich, ich hoffe, das wird gut, und keine Leute in der totalen Krise. Bin müde und total verschwitzt, immer noch Schmerzen, am besten schlafen gehen und erst im Frühling erwachen. Auswandern wäre gut, aber wohin, meine Rede war immer, wenn ich mal Berlin verlasse, dann auch gleich Deutschland, wäre das krank und ohne Kapital nicht so eine blöde Idee. Wieder versucht gewesen zu bestellen, aber es gelassen, heute mal in den Drogeriemarkt gehen müsste doch zu schaffen sein. Ruhe von den Nachbarn, endlich, wer solche Nachbarn hat, braucht keine Feinde. Blutdruck wieder unten, immerhin etwas.

Mit dem Vater telefoniert, wieder eine Absage, er sagt gerade ein Treffen nach dem anderen ab, habe ihn schon Wochen nicht gesehen. Heute Pesto-Tortelloni mit Kürbispüree, denke, das wird lecker. Gestern teilweise GNTM geschaut, Frau Klum sah aus wie ein pinker Bibo an den Armen, aber gut diese Frau kann auch einen Müllsack tragen. Gestern mit Schrecken ein Ärzteblatt von 2002 entdeckt, damals wurde sehr deutlich über die Pläne der Pharmaindustrie geschrieben, Punkt 11:

Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, (…)“

Was soll man dazu noch sagen? Wenn ein Ärzteblatt sowas ganz öffentlich schreibt? Ich habe es am eigenen Leib erfahren, jahrelang wurde ich medikamentös viel zu hoch dosiert, vielleicht sogar völlig falsch behandelt?! Viel hilft in diesem Fall nicht viel, viel ist manchmal total falsch! Meine Mutter ist bereits tot, durch zu viele Schmerzmittel über Jahre, sollte ich die Nächste sein? Das ist Profit machen mit dem Leben anderer, ja in meinem Verständnis sogar eine Art Krieg, den anscheinend kaum einer mitbekommen hat. Die Gier der Pharmaindustrie, kein Freund und Helfer, wie sie gern tun. Merken die Ärzte das nicht? Oder sitzen sie bereits im Boot zu ihrer nächsten gesponserten Dienstreise? Ich finde keine Worte dazu, ich könnte nur schreien, dass solche Informationen bereits vor 20 Jahren veröffentlicht wurden und keiner was getan hat. Da nenne mich einer noch mal paranoid, ach stimmt, die Ärzte taten es 2013, nach keinen fünf Minuten Gespräch und gaben mir Pillen, die dann meine körperliche Gesundheit zerstörten. Ergebnis: Noch mehr Pillen für mich. Alles Zufall? Oder ein sehr großes Geschäft? Mein Körper, meine Seele, meine Gesundheit, alles ein Faktor für maximalen Profit? Wie konnte es nur so weit kommen!?

Ich könnte nur schreien, nein ich schreibe es nieder und veröffentliche es, für alle die kein Ärzteblatt lesen. Einfach mal darüber nachdenken. Versuche mich zu beruhigen, nein ich bin nicht verrückt, ich lebe in einem verrückten System, dass aus Gesunden Kranke macht! Für mich ist es vielleicht schon zu spät nach fast neun Jahren Neuroleptika, weil mein Körper jetzt wirklich krank ist, aber für all die anderen, nicht alles schlucken!

Wach, Tinnitus, Loreley und nicht meine Schuld

Guten Morgen, früh wach oder zwischen wach? Gestern früh schlafen gewesen und jetzt schon wach. Der Biontech-Booster gestern ist bisher gut ausgegangen, keine Schmerzen, keine anderen Nebenwirkungen, außer frühe Müdigkeit gestern. Danach noch Lohnsteuer-Spiele, aber aktuell fehlen noch Belege. Der Kaffee schmeckt und ich habe vor früh beim Arzt zu sein, um endlich so einiges zu klären. Mittags dann Zahnarzt und nachmittags dann Schülergruppe. So viel zum freien Tag in der Woche. Ärztemarathon und andere Arbeit. Gestern tatsächlich gekocht und noch Haare gefärbt, aber hier weder aufgeräumt noch geputzt. Eine Kerze brennt und ich bin schon in Eile, obwohl es noch mitten in der Nacht ist. Zu viele Termine heute. Aktuell bekomme ich, wenn ich Fernsehen schaue irgendwann genug, dann nervt alles und es tritt eine Art Tinnitus auf, der signalisiert, Kiste aus jetzt. Schalte ich dann aus, legt es sich auch schnell wieder.

Ich kann immer noch nicht fassen welches Alter in meinen Ausweis steht, ich fühle mich nicht so, es ist so als hätte ich Jahrzehnte verschlafen. Weder Dornröschen noch Schneewittchen sind allerdings als kranke, dicke, mittelalte Frauen erwacht. Dabei hätte besonders Dornröschen, nach 100 Jahren Schlaf, eigentlich beim Erwachen direkt nach dem Pfleger klingeln müssen und die Gehhilfe suchen. Ja Leute man schläft nicht 100 Jahre ohne zu altern, ehrlich gesagt ist nach 100 Jahren erwachen, eine eher sehr unwahrscheinliche Sache, geschweige denn dass dann Prinzen warten. Märchen/Disney Schwachsinn, im nächsten Leben dann lieber Meerjungfrau oder Loreley, dann kann ich wenigstens davon schwimmen.

Musik nervt gerade auch schnell, ich weiß nicht was los ist mit meinem Gehörgang, alles zu viel gerade und Stille die einzig wahre Belohnung. Die Welt nicht mein Paradies, dass ich mir erhofft hatte, aber es ist verdammt nochmal nicht meine Schuld:

Anstrengend, vegetarisch und die Natur des Menschen?

Guten Morgen, wach in der Nacht, aber wieder hingelegt. Gestern war anstrengend wegen des Mannes, war ich froh als er weg war. Endlich Ruhe. Ist gerade nicht die Zeit um zusammen zu sein, ich brauche eigentlich Unterstützung, aber er kotzt nur über sein eigenes Leben und ich ertrage das gerade nicht. Gekocht indisch vegetarisch, nur für mich. Mit Käse als Fleischersatz kann ich sehr gut leben, Tofu dagegen wird nie mein Freund sein. Heute zur Kosmetikerin, Gesichtsbehandlung, Pickel und Mitesser entfernen lassen, wieder mal mit Gutschein. Er sollte jetzt nach der Nachtschicht schlafen. Mit der ehemaligen Kollegin/Freundin telefoniert, ich beneide sie nicht um den Neuanfang an einem neuen Ort, das stelle ich mir sehr stressig vor. Gestern hier nichts hinbekommen, nur Müll weggebracht, Wäsche gewaschen und gekocht. Nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, das war kein Paradies und die Menschen die ich traf keine Freunde. Keine Ahnung woher meine Naivität kommt, keine Ahnung warum sie nach all dem, was ich erlebt habe, immer noch da ist. Wobei meine Naivität viel mit dem Glauben daran zu tun hat, das Menschen gut sein können, dass wir friedlich und respektvoll miteinander leben können (…). Muss man im Alter zwangsläufig diesen Glauben verlieren? Ich sehe halt auch in einem bösen Menschen den Schrei nach Liebe. Vielleicht weil ich mindestens eine Geschichte kenne, wo das funktioniert hat. Ich denke dabei an den Nazi Robert, ein aggressiver Kerl der Flüchtlingsheime anzündete und gewalttätig war, bis, ja bis, er sich verliebte, und zwar in eine türkische Frau und dadurch ein anderer sehr angenehmer Zeitgenosse wurde. Ich glaube einfach daran, das Liebe heilen kann. Aber vielleicht bin ich auch nur ein doofer Hippie, der tot auf dem Schlachtfeld liegt. So viel Hass in der Welt, ich weigere mich, das als meine Wahrheit anzunehmen. Vielleicht hat mir die Friedensbewegung der 80er einfach auch nur zu doll ins Hirn geschissen. Die Sonne kommt gerade raus und die dicke Frau liegt auf dem Sofa, trinkt Kaffee und schreibt mal wieder das Internet voll. Dazu ein Lied, dass ich immer mit einer Mutter gesungen habe: