Anstrengend, vegetarisch und die Natur des Menschen?

Guten Morgen, wach in der Nacht, aber wieder hingelegt. Gestern war anstrengend wegen des Mannes, war ich froh als er weg war. Endlich Ruhe. Ist gerade nicht die Zeit um zusammen zu sein, ich brauche eigentlich Unterstützung, aber er kotzt nur über sein eigenes Leben und ich ertrage das gerade nicht. Gekocht indisch vegetarisch, nur für mich. Mit Käse als Fleischersatz kann ich sehr gut leben, Tofu dagegen wird nie mein Freund sein. Heute zur Kosmetikerin, Gesichtsbehandlung, Pickel und Mitesser entfernen lassen, wieder mal mit Gutschein. Er sollte jetzt nach der Nachtschicht schlafen. Mit der ehemaligen Kollegin/Freundin telefoniert, ich beneide sie nicht um den Neuanfang an einem neuen Ort, das stelle ich mir sehr stressig vor. Gestern hier nichts hinbekommen, nur Müll weggebracht, Wäsche gewaschen und gekocht. Nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, das war kein Paradies und die Menschen die ich traf keine Freunde. Keine Ahnung woher meine Naivität kommt, keine Ahnung warum sie nach all dem, was ich erlebt habe, immer noch da ist. Wobei meine Naivität viel mit dem Glauben daran zu tun hat, das Menschen gut sein können, dass wir friedlich und respektvoll miteinander leben können (…). Muss man im Alter zwangsläufig diesen Glauben verlieren? Ich sehe halt auch in einem bösen Menschen den Schrei nach Liebe. Vielleicht weil ich mindestens eine Geschichte kenne, wo das funktioniert hat. Ich denke dabei an den Nazi Robert, ein aggressiver Kerl der Flüchtlingsheime anzündete und gewalttätig war, bis, ja bis, er sich verliebte, und zwar in eine türkische Frau und dadurch ein anderer sehr angenehmer Zeitgenosse wurde. Ich glaube einfach daran, das Liebe heilen kann. Aber vielleicht bin ich auch nur ein doofer Hippie, der tot auf dem Schlachtfeld liegt. So viel Hass in der Welt, ich weigere mich, das als meine Wahrheit anzunehmen. Vielleicht hat mir die Friedensbewegung der 80er einfach auch nur zu doll ins Hirn geschissen. Die Sonne kommt gerade raus und die dicke Frau liegt auf dem Sofa, trinkt Kaffee und schreibt mal wieder das Internet voll. Dazu ein Lied, dass ich immer mit einer Mutter gesungen habe:

Wach, geputzt, Klugscheißerin, gekocht und Teenagermusik

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, weil der Mann da ist. Irgendwie geht das selten gut: Wir beide in einem Bett über Nacht. Einer von beiden liegt dann meistens wach. Eine bin diese Nacht wohl ich, aber nicht so schlimm, ich habe heute frei, während er heute noch arbeiten muss. Vater hat für heute abgesagt und ich keine Pläne, also später schlafen. Gestern wollte ich eigentlich das Wohnzimmer umräumen, uneigentlich habe ich dann geputzt, weil das weniger anstrengend erschien. Auf dem großen Fernsehen macht Filme gucken plötzlich wieder Spaß, ich bleibe dabei den Film zu schauen und lege zwischendurch sogar Laptop und Smartphone weg. Der Mann ist der Meinung ich bin zu viel im Internet und dass das nicht gut für meinen Kopf ist, sagte er, nachdem ich ihn mit Fakten/Statistiken aus dem Internet meine Sichtweise untermauert hatte. Ich bin wirklich zu viel im Internet, ich mag das aber nicht hören, nachdem ich eine Diskussion durch ordentliche Recherche, sogar in Englisch für ihn, gewonnen habe. Ist er jetzt ernsthaft besorgt oder mag er einfach keine Klugscheißerfrauen? Oder beides? Der Kaffee schmeckt und ich habe gestern den Kampf gegen den Riesenkarton beim Altpapiercontainer verloren, ein schöner blauer Fleck ziert nun meine Hand. Gestern früh Päckchen abgeholt und Tabak besorgt, der Kassierer des Kiosks war sichtlich und riechbar besoffen am Vormittag. Immer noch keinen neuen Duft gefunden, mein Gewohnheitstier sträubt sich nach so vielen Jahren anders duften zu wollen, außerdem habe ich seit ein paar Monaten eine sehr empfindliche Nase, ich rieche viel intensiver und so kommt mir fast jedes Parfüm erstmal sehr aufdringlich vor. Vielleicht derzeit doch nur ein Stück Seife für mich? Immer noch begeistert von der Zahnschiene, so viel besser und keine Schmerzen mehr. Gekocht gestern Gemüse mit asiatischer Soße, Reis und Entenschenkel, das fand der Mann dann mal endlich gut. Morgen zum Kosmetiker und zum Telefonieren verabredet. Wobei das eigentlich übervorsichtig ist, überall in der Stadt wird das Ende von Corona abstandslos gefeiert. Überall Menschen ohne Masken, die Gruppenkuscheln betreiben. Die Freundin, mit der ich telefonieren will, ist geimpft, ich auch, aber wir halten trotzdem Abstand? Der Tag grüßt grau, die Vögel schweigen und ich bin bei Teenagermusik, heute nicht nur Ärzte, sondern auch Nirvana:

Arbeit, Müll, husten und untreue Freundinnen

Guten Morgen, endlich mal länger als sechs Stunden geschlafen und das, obwohl der Mann da ist. Der Tag gestern war wieder sehr beschäftigt mit Arbeit, gar kein Problem die Zeit zu erfüllen. Viele Termine gemacht, die nächste Woche bin ich ausgebucht. Den Abend gestern dadurch versaut, einen abgelaufenen Joghurt zu essen und mich danach Übergeben zu müssen. Selbst schuld, blöde Prägung, wenn frau denkt, sie müsste immer den Müll aufessen. Kurze Erklärung zum zusätzlichen Text gestern, die Herzpraxis hat nach erneuter Rückfrage geschrieben, ich kriege meinen korrigierten Arztbrief, ohne fachfremde Diagnosen! Schon krass wie selbstherrlich manche Ärzte Sinn, ich bitte doch auch nicht meine Zahnärztin um eine gynäkologische Untersuchung. Irgendwie seit gestern husten, also heute vielleicht noch ein Corona Test? Ist nämlich so eine Sache auf Arbeit zu fahren, die Infektionszahlen sind dort sehr hoch, während in meinem Wohnbezirk die Zahlen sehr gering sind. Gleich zwei untreue Freundinnen haben sich gestern wieder nach langer Pause gemeldet, aber auch ich kann mir jetzt Tage und Wochen für eine Antwort Zeit lassen. Warten ist Demut und eigentlich war ich noch nie demütig und wenn, dann sicher nicht im privaten Bereich. Der Kaffee schmeckt, der Vogel stresst und es grüßt wieder ein grauer Tag. Immerhin die Temperaturen sind wieder hochgegangen und es gab Sonnenschein. Gestern das hier gekocht und enttäuscht gewesen. Bei dem Foto denkt man an Rindersteak, es war aber Schweinesteak, solange in Hoisinsoße eingelegt bis es dann dunkel aussieht. Nicht der Hit, heute lieber wieder Freestyle kochen. Immer noch keine Ahnung über die Zukunft meiner Arbeit, aber ich mache dann mal weiter, denn alle anderen Optionen stinken gerade ab. Eigentlich könnte ich jetzt schon in einer Fortbildung für einen besseren Job sein, hätte jemand Wort gehalten, uneigentlich bin ich es aber nicht. Keine Ahnung, ob ich das verzeihen kann, nicht Wort halten ist aus meiner Sicht ein schwerer Verstoß im Vertrauen. Dank der besprochenen Urlaubsregelung diese Woche wieder einen Tag kürzer gearbeitet, also ein langes Wochenende für mich. Wobei auch nicht so wirklich, Sonntag zum Vater und Montag Ärztemarathon. Das für mich neue Arbeitszimmer ist wunderbar, ein ruhiger Platz mit Sonnenschein, war zwar für den Mann gedacht, aber jetzt meins. Wie fühle ich mich? Mary sagt es am besten:

Fehldiagnosen der Überheblichkeit

Es passiert mir schon mein ganzes Leben, dass mir Menschen seelische Diagnosen aufdrücken wollen, weil sie mit mir/meinen Verhalten nicht klarkommen. Ich glaube, es begann in der Grundschule: Legasthenie diagnostizierte meine Deutschlehrerin, weil ich deutlich schlechter im Schreiben und Lesen war als die anderen Kinder. Das hatte natürlich nichts mit ihr zu tun, nichts damit das wir einfach keinen Draht zueinander fanden und ich damit nichts von ihr lernte und mich zu Hause auch niemand darin unterstützte. Als sie diese Diagnose meiner Mutter mitteilte, bekam ich Nachhilfe und nach circa sechs Monaten galt ich nicht mehr als Legasthenikerin. Später auf einem Kindergeburtstag weigerte ich mich mal das zu tun, was die Mutter, auch Lehrerin, verlangte. Sie wollte das alle Kinder die Wohnung verlassen, aber ich wollte noch beim Tisch mit den Geschenken bleiben und mir die schönen Geschenke anschauen und damit spielen. Das fand sie unerhört, sie schrie mich an, doch ich ignorierte das und blieb bei den Geschenken. Verhaltensgestört diagnostizierte sie und rief alle Eltern aus meiner Schulklasse an, um sie vor mir zu warnen. Solche Dinge passierten mir noch öfter im Leben, und zwar jedes Mal, wenn ich nicht ohne Rückfragen das tat, was man von mir erwartete.

Mein Herzarzt neulich hat mich daran erinnert, als er mir einfach eine Anpassungsstörung in den Arztbrief schrieb. Bitte was? Ist es eine Anpassungsstörung einem Arzt nicht zu vergöttern? Ihm Kompetenzen in Psychologie abzusprechen, weil er nun mal Herzarzt ist und ihm zu widersprechen? Ich wollte mich der Situation nicht anpassen, weder damals auf dem Kindergeburtstag noch neulich beim Herzarzt. Vielleicht sind es solche Menschen/Autoritäten gewöhnt, dass sich andere ihnen unterordnen, vielleicht passiert das so selten, dass jemand widerspricht, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass es auch an ihnen liegen könnte. Aber vielleicht liegt es ja auch an mir, und zwar daran das ich Autoritäten nicht einfach so akzeptiere, wer eine Autorität für mich sein will, muss mich davon überzeugen. So bin ich aufgewachsen, so wurde ich erzogen, es ist weder eine Verhaltensstörung, noch eine Anpassungsstörung, es ist einfach der rebellische Dickkopf Nadine, der so lange das macht, was er für richtig hält, bis es wirklich gute Argumente gibt das Verhalten zu ändern. Wie auch immer, für mich sind das/waren das Fehldiagnosen der Überheblichkeit.

In diesem Sinne: „Fuck you, I won’t do what you tell me!“:

Besser, Ärzte, Gewicht, Gesundheit und Liebe

Guten Morgen, heute schon viel besser, vielleicht weil ich ausgeschlafen bin, vielleicht weil die Horroruntersuchungen beim Kardiologen endlich vorbei sind und sicher auch, weil mir das Gespräch mit dem Vater geholfen hat. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt, der Blutdruck ist unaufgeregt unten und ich muss Informationen von den Ärzten erstmal sacken lassen. Alles kommt jetzt auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung an, ob weitere Pillen nötig sind. Außerdem, welche Überraschung^^, wäre es wohl generell sinnvoll Gewicht zu reduzieren und aufzuhören zu rauchen. Gestern musste ich nämlich auch auf die Waage und ich war geschockt. Jetzt im Sommer weniger und/oder gesünder zu essen, sollte kein Problem sein, aber das Rauchen einstellen oder reduzieren, das wird deutlich schwieriger. Ich versuche dann aber mal beides und hoffe das Beste für die Blutresultate. Ich denke für einen Menschen wie mich, ist eine Blutdruckuntersuchung, die mich nicht schlafen lässt, denkbar ungeeignet, denn das setzt mich so sehr unter Stress, dass die Werte nur hoch sein können und so wie gestern, die Seele auch kurz vor dem Durchknallen ist. Pizza gestern tatsächlich bestellt und mit dem Vater geteilt, die roten Abdrücke der Messgeräte auf meinem Körper sind fast verschwunden. Gestern todesmutig noch gestaubsaugt und der Nachbar reagierte umgehend mit lauter Technomusik, nicht sein ernst, dass ich noch nicht mal 10-20 Minuten die Woche staubsaugen darf. Dem Mann gestern Lebensmittel und Putzutensilien geschickt, er hat sich gefreut, streng genommen hätte ich diesen Einkauf aber mir selber schicken sollen, denn er war viel gesünder als den Kram, den ich für mich bestelle. Aktuell ist meine Stimmung wohl als depressiv einzuordnen mit der Gefahr zum psychotischen, wenn ich nicht schlafe und/oder unter Stress stehe. Ich sehe aber nicht ein, dass ich wegen Stress im Beruf jetzt meine mühsame und unter Schmerzen erzielte Medikamentenreduktion wieder rückgängig mache. Dafür habe ich jetzt Monate gekämpft und gelitten und bei meinem jetzigen Medikament würde eine Dosiserhöhung auch wieder Beinkrämpfe bis zur Unfähigkeit zu laufen bedeuten. Ruhe, ich brauche noch Ruhe und vielleicht noch andere Medikamente für den durch Neuroleptika und die Zeit zerstörten Körper. Die Vögel sind ruhig oder nicht störend und ich habe Angst vor dem Blutergebnis. Es zu wissen ist aber besser, als unwissend zu verfallen. Die Videokonferenz gestern war ok, ich lasse mich aktuell zu nichts drängen, erst kommt die Gesundheit, denn Gesundheit ist unbezahlbar. Ich werde nicht den gleichen Fehler wie meine Mutter machen und Arbeit über Gesundheit stellen bzw. ich habe den Fehler schon mehrfach gemacht und gelobe jetzt Besserung. Ich lasse mich nicht wieder total zerstören und zerstöre mich auch nicht selber, um eine gute Arbeitnehmerin zu sein. Mein Körper ist schon kaputt, aber ich hoffe das lässt sich reparieren, noch bin ich jung genug dafür. Noch ein Song zum Tag für mich und für alle die da draußen gerade nicht weiter wissen…

Nacht, Ärzte, Nebenwirkungen und Stress

Guten Morgen, beschissene Nacht, mehrfach wach und dann nicht zwischen sechs und sieben wach, um ohne Termin zur Hausärztin zu können. Kacke. Ärzte, Ärzte ich muss relevante Ärzte anrufen, damit ich alle Termine diese Woche schaffe. Hektik, genau das brauche ich gerade nicht. Blutdruck zu hoch, Herz ok, trotz der Tablette. Leider feststellen müssen, dass die Nebenwirkung meines Blutdrucksenkers nicht nur der gewünschte langsamere Herzschlag ist, sondern auch Magen-Darm-Probleme. Ich scheine wohl die Person gewordene Nebenwirkung zu sein, alles, was möglich ist, passiert bei mir. Aber gut, insgesamt bin ich in einem schlechten Zustand. Aber was will man erwarten, wenn man viele Jahre so sediert war, dass man sich einfach um nichts mehr gekümmert hat? Das ist aus meiner Sicht auch der Grund warum Menschen mit Neuroleptika früher sterben, nicht nur die schlimmen Nebenwirkungen, sondern auch die Unfähigkeit sich um die Nebenwirkungen zu kümmern. Morgen und übermorgen Herzarzt, ich habe Angst, was gar keine gute Voraussetzung ist. Immerhin zur Hausärztin darf ich gleich doch noch, die Zahnärztin ist im Urlaub. Was mich gerade neben Corona, Nebenwirkungen und Arbeitsstress fertig macht, ist das ich mich meine zu erinnern, dass Herr X mir diverse Krankheiten voraussagte. Krankheiten, die bereits eingetreten sind oder wo es Anzeichen gibt, dass sie da sein könnten. Was nun? In Panik verfallen? Alles als falsche Erinnerung vom Tisch wischen? Oder doch alle Tests machen und die Ärzte befragen? Dabei gehe ich doch so ungern zu Ärzten, aber schaden kann es natürlich nicht, dass alles abzuchecken. Gestern tatsächlich den Kleiderschrank aufgeräumt und einen großen Sack Dinge entsorgt, das war es dann aber auch für gestern. Der Nachbar dreht wieder durch, aber noch habe ich niemanden alarmiert, weil ich hörte wie sie versucht ihn zu stoppen. Die neue Nachbarin kennengelernt, eine junge, sehr kleine und dünne Spanierin, die aber deswegen nicht weniger laut ist. Gerne nutzt sie gegen Mitternacht oder später laut quatschend den Hausflur. Verstehe ja nicht, warum man im Hausflur nicht mal ein paar Minuten die Klappe halten kann, wenn andere schlafen. Beim Mann alles gut, er wird jetzt gecoacht für die Jobsuche, ich hoffe es bringt was, denn ich habe den Eindruck, dass es kulturelle Probleme bei der Selbstdarstellung im Bewerbungsgespräch gibt. Das wäre z.B. dass man in Afrika anscheinend sehr dick aufträgt in der Selbstdarstellung, während man in Deutschland tendenziell eher bescheiden und zurückhaltend daher kommt. Der Vogel stresst gewaltig, keine Ahnung warum, sogar heute früh als noch die Decke drüber lag. Auf unter die Dusche, auf zu meiner Rentnerinnen Ärztin, wie ich erfahren habe ist sie schon über 70. Keine Ahnung warum ich bei Ärzten ältere Frauen bevorzuge, vielleicht weil mein ganzes Leben die einzige Autorität, die ich anerkannt habe, eine ältere Frau war, und zwar meine Mutter. Auf in den Tag, alles wird gut, wenn ich mich darum kümmere.

Schlechte Nacht, Geburtstag und neues Jahr

Guten Morgen, schlechte Nacht, ständig wach, doch als es dann um 6 Uhr morgens Lärm im Hausflur gab, ahnte ich der Nachbar hat vorher Krach gemacht und mich geweckt. Wie war der Geburtstag? Ganz gut, aber halt nicht der Hit. Gemeinsames Frühstück, gemeinsames Blumen räumen und dann ab nach Hause. Mit ihm dann indisch bestellt, was nicht der Hit war und danach musst er dann weg. Ab in die Badewanne und dann auch bald ins Bett. So viel zu meinem Corona Geburtstag. Immerhin einen Strauß langstielige bunte Rosen habe ich bekommen, mehr aber nicht. Er hatte zum Abend dann ein schlechtes Gewissen, er müsste sich mehr um mich kümmern, immerhin. Ich weiß jetzt nur nicht, ob er selbst darauf gekommen ist, oder ob mein Bruder oder Vater was gesagt haben. Er hat heute eine wichtige Prüfung, er hat sich auf einen Doktortitel beworben, ich drücke ihm die Daumen. Viele Glückwünsche erhalten und mich gefreut, so fühlt man sich nicht allein und vergessen. Heute Termine, erst zur Psychiaterin, dann zum Zahnarzt. Keine Ahnung was ich mit der Psychiaterin besprechen soll, das Medikament ist immer noch kacke. Ein grauer Tag grüßt, die Straße rauscht und ich will nicht zu den Ärzten. Ich will schlafen. Mein letzter Urlaubstag und ich muss durch die Stadt hetzen. Aber selbst schuld, ich habe die Termine gemacht. Ansonsten bin ich wieder ungeschickt, das war ich früher auch schon, jetzt wieder, ich schmeiße Dinge um, zerstöre sie, ohne Vorsatz. Ansonsten ist meine Welt aber in Ordnung, der Kaffee schmeckt und ich vermisse ihn. Keine Lust auf Alltag, keine Lust auf Arbeit, aber immer ohne Plan zu Hause sein, ist auch keine Lösung. Meine Kollegen und Vorgesetzten sind lieb zu mir, jeder von uns ist gerade unersetzbar. Wären das nicht alles so tolle Menschen, wäre ich schon weg. Auf in den Tag oder besser auf in ein neues Lebensjahr, also bis mindestens 56 werde ich es auch schaffen.

Tee, Apotheke, Psycho-Pillen, Ärzte und der Duracell-Hase

Guten Morgen, Tee statt Kaffee, denn es macht keinen Sinn den Kaffee immer wegzuschütten. Schöne neue Welt, früh aufstehende Teetrinkerin. Gestern noch ein ernstes Gespräch mit der Psychiaterin, es ist ein Rezept für andere Pillen unterwegs. Meine Hausärztin hat mir nicht nur Pillen, sondern auch ein Blutdruckmessgerät verschrieben. Also heute ab zur Apotheke, aber noch ist es zu früh. Gegessen gestern Käse Makkaroni und ein Kotelett. Immerhin ein wenig kochen. Passiert ist hier gestern nicht viel, viel geschlafen und ein wenig aufgeräumt. Ich mag meine Psycho-Pillen derzeit nicht mehr nehmen, denn die Nebenwirkungen sind einfach zu heftig, deswegen wird jetzt erstmal reduziert und dann gesehen, ob ich immer noch die Mondfrau auf Speed bin. Meine Vögel singen ein Lied und auf dem Balkon lauern Spatzen auf Körner. Heute eine Lebensmittellieferung, weil es Gutscheine gab, aber auch das später. Derzeit schrumpfen meine Brüste und ich finde das gut so, durch die Prolaktin Erhöhung des alten Medikaments waren sie angeschwollen und die BHs passten nicht mehr. Jetzt kommt alles wieder ins Lot. Ich verstehe nicht, dass mein Vater den Ärzten mehr glaubt als mir und deren Weisungen folgen möchte. Ich bin die, die die Pillen seit Jahren schluckt, ich habe eine Ausbildung in dem Bereich gemacht und ich arbeite seit über 3 Jahren im Bereich Psychiatrie und bin außerdem seine Tochter. Wenn ich ihm sage da läuft was schief mit der Medikation kann er mir doch glauben. Soll er doch mal die Pillen nehmen und mir dann erzählen, dass die Ärzte schon das Richtige tun. Aber die Ärzte haben die Pillen nie genommen und denken sie wären mit dem Beipackzettel informiert. Problem: Beipackzettel werden vom Hersteller, der verkaufen will, produziert. Ich denke, wenn ich Leute befrage, die das gleiche Medikament nehmen und wenn ich mich selbst beobachte, dass ich mehr über die (individuelle) Wirkung weiß als meine Ärztin. Bisher geht es mir heute ganz gut, ich hoffe das bleibt so, aber richtig heute nicht zu arbeiten, so eine Medikamentenumstellung bei voller Arbeitstätigkeit während Corona zu machen ist einfach zu viel auf einmal. Ich habe jetzt wochenlang nicht richtig geschlafen und bin dabei herumgerannt wie ein Duracell-Hase, ich bin einfach erschöpft und brauche Ruhe. Auf in den Tag oder wieder ins Bett, mich hetzt heute keiner und ich hoffe, heute kommt mein Rezept für die geringer dosierten Tabletten an.