Corona, Syrer, Déjà-vu, Alter und Werkzeug

Guten Morgen, bessere Nacht, aber gut ist was anderes. Gestern im Arsch gewesen, nach der schlechten Nacht, aber trotzdem gearbeitet, zum Glück zu Hause. Kochbox kam nicht, seltsam, die Lieferung von gekühlten Lebensmitteln einfach mal einen Tag verschieben, keine gute Idee. Gegessen Reste und für die Pizza heute einen Hefeteig vorbereitet. Sofaüberwurf türkis gefärbt, die Farben, die ich will, gibt es nicht zu kaufen. Der Bruder hat wieder Corona und sitzt erneut in Quarantäne. Der Tag grüßt grau und dass Russland Syrer einkauft finde ich beunruhigend. Der Kaffee schmeckt und der Blutdruck bei 110 vor der Pille, also rein da, mit dem braunen Gesöff. Terminkalender auf der Arbeit ziemlich voll für diese und nächste Woche, es geht wieder los, nachdem es jetzt ziemlich ruhig war. Neben Arbeit nicht viel geschafft gestern, nur Waschmaschine laufen lassen und Müll weggebracht.

Scheint hier morgens eine akustische Kettenreaktion zu sein, zuerst sind die über mir laut, dann stehe ich auf und der Vogel singt, dann sind die unter mir auch wach. In letzter Zeit sehr oft Déjà-vu-Erlebnisse, aber vielleicht eine Fehlfunktion meines Hirns, das seine Erinnerungen zurückerhält und neu sortiert. Pillen, ich mag keine Pillen mehr, aber ich brauche derzeit welche, um den Körper nach jahrelangen Neuroleptika wieder aufzubauen oder auch nur zu erhalten. Aktuell fühle ich mich in meinen Körper oft wie eine Rentnerin. Alles zerfallen, alles tut weh, biologisch muss ich wohl schon 60plus sein. Im Kopf fühle ich mich schon immer alt, aber jetzt auch der Körper? Heute neben der Arbeit das Projekt Werkzeugkasten geplant, der muss mal wieder aufgeräumt werden, wobei ich es bezeichnend finde, dass Werkzeug, dass ich mir bei den Eltern geklaut habe, jetzt von meinem Mann entführt wird. Habe ich damals auch gesagt: „Bringe ich zurück“ doch meine Mutter hat bis zu ihrem Tod weder ihren Hammer noch ihre Rohrzange zurückerhalten. Gut für handwerkliches war dann irgendwann auch der Stiefvater zuständig und der hat sein eigenes Werkzeug.

Auf in den Tag, heute wenig zu sagen, ich glaube, mein Bett ruft mich zurück und das erste Video-Meeting ist erst gegen elf. Mein Körper, ein Wagen nach einem Kriegseinsatz, mein Kopf, ein Windows Rechner in der Update-Schleife, dazu singt Neneh Cherry…

Dunkel, Pillen, Alter, Freak, Oger und seltsam

Guten Morgen, immerhin durchgeschlafen. Es ist noch dunkel und ich noch nicht ganz wach. Aktuell kaum Schmerzen, immerhin, das muss erwähnt werden. Der Kaffee schmeckt, auch wenn es Tee sein sollte. Sauer und enttäuscht von Vater und Ehemann, immer nur „Ich, ich, ich“. Ich brauche wohl mehr Neuroleptika, um das dauerhaft ok zu finden oder andere Drogen, bei denen mir alles egal ist und das eigene Ego klein. Heute Hausarzt und/oder Homeoffice, ich habe gerade noch nichts entschieden, aber aktuell ist die Vorstellung in einen anderen Bezirk fahren und stundenlang sitzend im Wartezimmer verbringen nicht so attraktiv. Andere Arzttermine in einem Monat bekommen. Die Kranken müssen gerade geduldig sein und die Ärzte halten unterbesetzt durch. In der Küche wartet ein Arsenal von Pillen und Nahrungsergänzung, man versucht, was man kann und mein Körper ist einfach mal im Arsch gerade. Nur die Ernährung umstellen reicht gerade nicht, jahrelange Mangelwirtschaft wird nicht so schnell repariert, wenn überhaupt. Gestern irritiert gewesen, ein Schüler von mir hat ein Liebeslied-Video mit meinen Namen gepostet, ich hoffe, das soll jetzt keine erweiterte Botschaft sein. Lieferung gestern komplett, wunderbar, endlich Getränke hier ohne Schleppen. Viel geschlafen und telefoniert gestern und Wäsche gewaschen, doch nicht gekocht, sondern Reste gegessen und abends dann noch Wraps mit Gemüse in Erdnusssoße.

Zwischendurch fühle ich mich seltsam, so als würde ich erst jetzt raffen, dass ich eine Frau in den 40ern bin. Ist komisch, keine Ahnung welcher Film in meinem Kopf die letzten Jahrzehnte lief, in diesem Film wurde ich gefühlt nicht älter. Schaue ich jetzt meine Hände an, weiß ich aber schon, dass wir 2022 haben. Nix mit forever young, auch wenn die Kosmetikerin ackert und die Cremes immer teurer werden. Das einzige, was gleich geblieben ist, ich bin immer noch Außenseiter wie in der Schule, ein Sonderling der Gesellschaft. Nur das ich jetzt auch auf den ersten Blick ein Freak bin. Danke, jetzt brauche ich nicht mehr den Mund öffnen, um aussortiert zu werden.^^ Die Verhältnisse sind jetzt gleich klar, hatte ich darum gebeten? Ich erinnere mich nicht daran. Vielleicht bin ich eine Fiona, wunderschön als Prinzessin geboren, aber in Wirklichkeit ein Oger. Wenn mein Ziel war ein Oger zu werden, habe ich es weit gebracht mit der äußerlichen Anpassung. Nur grün bin ich noch nicht, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.^^ Ich dachte, wenn ich mal grün anlaufe, dann eher wie der Hulk.

Aber genug Feststellungen zur Gegenwart, Fiona ist nicht so erfreut, in den Märchen meiner Kindheit kam sowas nicht vor, aber gut ich lebe, grün oder nicht, eine seltsame Frau, kann man mögen oder auch nicht:

Quiche, der Hund, die Männer, Nachbarin und Essen

Guten Morgen, ganz schlechte Nacht, warum auch immer. Hoffentlich nur zwischen wach und bald wieder ins Bett. Die Kollegin hat gestern zum Abschied eine Quiche gemacht, war lecker, aber auf Paprika reagiere ich gerade nicht so gut. Der Vater hat gestern abgesagt, aber kommt ja heute inklusive Hund. Der Hund wollte schon bei den letzten Besuchen hier bleiben, heute darf er dann auch erstmal bleiben. Vielleicht koche ich für den Hund schon mal etwas Reis mit Möhre, das liebt er. Finde es seltsam, dass der Hund die letzten Male trotz Vater der gehen wollte hier bleiben wollte. Normalerweise ist der Vater die absolute Nummer eins für ihn, aber vielleicht weiß der Hund auch einfach, dass der Vater keinen Reis für ihn kocht. Je älter er wird, umso mehr ist er nur noch an Futter und Schlaf interessiert. Obwohl, das wollen auch viele Menschen vermehrt im Alter, schlafen und essen. Beschreibt auch gut mein Leben der letzten Jahre. Leider habe ich nicht nur Reis und Möhren gegessen, sondern eher Schokolade und Eiscreme.

Die Nachbarin scheint verreist zu sein, ich habe dann mal ihre Fußmatte nach dem Putzdienst gerichtet, denn ich denke immer an den Film Bin-Jip, wenn es offensichtliche Zeichen gibt, dass Nachbarn nicht zu Hause sind. Gestern ist ein alter Mann im Bus gestürzt, aber es schien ihm gutzugehen, mithilfe konnte er wieder aufstehen und ist auf beiden Beinen aus dem Bus ausgestiegen. Wieder einen Corona-Test gemacht, kein Corona für mich. Gestern nicht viel beraten, ich schone mich gerade etwas, denn ich habe gemerkt, dass es weder mir noch den Ratsuchenden guttut, wenn ich zu viel mache. Nächste Woche Homeoffice, aber ich habe ja 24/7 den Hund als Gesellschaft da. Manchmal finde ich Hunde besser als Gesellschaft als Männer, aktuell erscheint mir der einzige Vorteil bei einem Mann, dass der alleine auf Toilette gehen kann. Im Haushalt läuft gerade nicht viel, nur kochen, Küche aufräumen und Wäsche waschen, mehr kriege ich nicht hin. Nächste Woche wieder Kochbox. Ernährungstechnisch läuft gerade sehr viel anders, es gibt Müsli zum Frühstück und gekocht wird immer mehr vegetarisch. Früher gab es immer Brot oder Brötchen und meistens auch Fleisch. Früher habe ich mich aber auch nach den Männern gerichtet, die müssen dann nur nicht mit meinem Magen und meinem Gewicht leben. Alleine kann Frau machen, was sie will und ihr guttut.

Weil ich jetzt nicht Mandy spielen will, kommt Cat Stevens zu Wort:

Taxi, Handwerker, Philharmonie, Alter und nackte Männer

Guten Morgen, noch total müde, aber ok. War gestern noch beim Mann und konnte danach nicht schlafen. Netterweise hat mir der Mann ein Taxi nach Hause ausgegeben. Das war meine Rettung, auch wenn der Taxifahrer wohl eher ein Typ der Klasse „Querdenker“ war. Morgenzigarette voll eklig, das wollen wir mal als gutes Zeichen deuten. Kaffee ok. Zum Glück übernimmt zum Morgen die Kollegin den Handwerkertermin, hätte ich jetzt nicht geschafft morgens um neun oder früher da zu sein. Gestern vor dem Büro von einem verrückten Mann voll getextet worden, von wegen wir Frauen seien Staatseigentum und Fotzen. Ja Meinungsfreiheit ist alles. ^^ Der Vater glaubte gestern es gibt Pizza und stand vor der Tür, aber ich war ja gar nicht da und verabredet war Donnerstag. Also heute Pizza mit dem Vater. Der Mann hat Karten für die Philharmonie bekommen, ich freue mich und bin gespannt, wann wir da hingehen. Der Vogel singt Balzgesänge zum Morgen, na seine Probleme hätte ich ja gerne.

Heute Beratungen vor Ort, mal sehen, wie das wird, gestern der Termin kam nicht. Der Mann hat den Witz mit dem Nasenhaarschneider gestern gut aufgenommen, er fand es auch witzig, dass das Alter halt andere Maßnahmen erfordert. Um mein Alter kümmert sich nächste Woche wieder die Kosmetikerin. Ticket für Schwimmen am Samstag ergattert, ich war kurz versucht auch am Sonntag woanders zu buchen, denke aber das ist dann wieder ein Plan zum Scheitern. Irgendwie gerade etwas sprachlos, nach den Gedankenstürmen der letzten Wochen. Vom Trauzeugen zu Weihnachten neue Musik kennengelernt und beschlossen den Morgen mit tanzenden nackten Männern in Pink zu beginnen:

Streit, Terror-Vogel, Insel und Rente

Guten Morgen, schon wieder eine zerhackte Nacht, aber ich fühle mich passabel. Etwas Sonne ist zu sehen und kein Laut zu hören. Gestern nirgendwo gewesen, keine Motivation und nur vor mich hin gearbeitet. Viel nachgedacht über den Streit auf Arbeit, eine Behauptung von vielen werde ich zurücknehmen, das Corona, die Arbeit und das Private einfach zu viel waren/sind, dafür kann die Kollegin nur bedingt was. Klar durch sie wurde die Arbeit noch anstrengender, aber dass es vorher schon zu viel war, dafür kann sie nichts. Ein lauer Tag grüßt und ich habe gestern zu viel Lasagne gegessen. Der Terror-Vogel schreit trotz Decke über den Käfig, er geht mir so sehr auf die Nerven, darf ich morgens nicht eine Stunde meine Ruhe haben? Der Vogel ist der größte und teuerste Fehlkauf seitdem ich Vögel haben. Er sollte ein Weibchen sein, er war extra teuer, weil geperlt, doch ein paar Wochen nach dem Kauf verlor er die Perlung im Gefieder und stellte sich als Mann heraus, der Tag und Nacht gerne schreit. Schwierig dazu zu dem Grundsatz bis an Lebensende zu stehen. Blutdruck ok, Herz etwas schnell, aber nicht gefährlich, keine Ahnung was ich heute Nacht träumte, kann mich an keinen Traum erinnern. Es ist seltsam jetzt ohne ihn zu leben, also er ist ja nicht gänzlich verschwunden, aber halt deutlich weniger da. Doch ich erinnere mich auch noch an den Nervfaktor, also unternehme ich nichts. Der Vater schreibt von der Insel, ich hoffe er hat eine gute Zeit, ich war seit 2018 nicht mehr da. Das war damals aber auch der Horror, weil der Vater keinen zweiten Bungalow gemietet hat und wir zur Beerdigung zu viert tagelang auf nur 30 m² hausten, war das schrecklich neben der sowieso schon schmerzhaften Trauer. Kein Rückzug, keine Privatsphäre, braucht man ja auch nicht, wenn man gerade seine Mutter beerdigt. ^^ Der Bruder ist dann nach ein paar Tagen ausgezogen und hat lieber am Pool geschlafen. Ich hätte wohl auch lieber auf eigene Kosten was anmieten sollen, statt diesen Horror zu ertragen. Aber ich glaube mein Vater hat einfach kein Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die Rückzug und Ruhe brauchen. Er ist eher so ein Gesellschaftsmensch, er braucht ständig Menschen um sich, um sich gut zu fühlen, ich bin genau das Gegenteil. Der Kaffee schmeckt und ich muss wohl noch Lebensmittel wegwerfen, die er mitgebracht hat, die Hitze der letzten Woche hat den Vergammelungsprozess beschleunigt. Zum Paketshop komme ich auch heute nicht, Öffnungszeiten die nicht zu meinen Arbeitszeiten passen. Bei der Apotheke bestellt, ja im Alter muss man mehr investieren, um sich „normal“ zu fühlen, überall Zipperlein, überall Handlungsbedarf, um den Laden am Laufen zu halten. Wobei ich auch resultieren muss, dass es nicht nur das Alter, sondern auch ein Resultat von Lockdown, Neuroleptika und Trauer ist, dass mein Körper in schlechter Verfassung ist. Manchmal fühle ich mich schon wie eine Rentnerin, nichts mehr von der „Ich bin unsterblich“ Haltung aus jungen Jahren. Wäre die Rente nicht so mickrig, wäre ich vielleicht schon Rentnerin. Aber eine EU-Rente, die noch nicht mal den Hartz-IV Satz erreicht, nimmt einen die Freiheit nach einer schweren Krankheit eine Auszeit zu nehmen. Also habe ich darum gekämpft als erwerbsfähig zu gelten, auch wenn ich es von 2013 bis 2016 wirklich nicht war und ich, trotz aller Bemühungen, auch heute nicht voll erwerbsfähig bin und es wahrscheinlich auch nie wieder werde. So viel zur „sozialen“ Marktwirtschaft, wo Kranke und Alte weiterarbeiten müssen, weil es sonst nicht zum Überleben reicht. Die Pläne jetzt das Rentenalter auf 68 anzuheben sind ein Hohn für mich, wie soll ich bis fast 70 arbeiten? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich vorher sterbe und nie Rente bekomme, obwohl ich eingezahlt habe, ist leider höher. Da kann ich nur hoffen, dass mein Mann mich überlebt und wenigstens eine Witwerrente bekommt. Das ganze Rentengeld meiner Mutter ist unwiderruflich weg. Mindestens 30 Jahre eingezahlt und nichts bekommen. Zum Glück hat sie sich wenigstens ihre private Altersvorsorge, ein paar Jahre vor Ihren Tod, auszahlen lassen und in Immobilien gesteckt, somit haben ihr Ehemann und ich jetzt wenigstens etwas davon. Sie hatte immer Angst vor Altersarmut und wurde dann gar nicht alt, doch wie es scheint hat sie mich damit vor der totalen Armut bewahrt. Auf in den Tag, die Kollegin schreibt schon, aber ich bin noch nicht arbeitsbereit, erstmal duschen und vielleicht frühstücken und dann Mitmenschen.

Der alte Eimer 2019

Nix gelernt in über 11 Jahren, ich ziehe immer noch gnadenlos meine alter Eimer Strategie durch. 😦 Mir wäre es fast nicht aufgefallen, bis mein Chatpartner meinte: „Egal was du mir alles Schlechtes von dir erzählst, ich interessiere mich für dich und mir ist egal, was du jetzt noch alles sagst, um dich schlecht machen.“ Ohweia! Danke für die Ansage! Eigentlich war der Plan dich so loszuwerden, aber diese Ansage hat mich jetzt so beeindruckt, dass ich darüber nochmal nachdenken sollte. Da will wohl jemand wirklich den Eimer haben und ich muss plötzlich lächeln.