Streit, Terror-Vogel, Insel und Rente

Guten Morgen, schon wieder eine zerhackte Nacht, aber ich fühle mich passabel. Etwas Sonne ist zu sehen und kein Laut zu hören. Gestern nirgendwo gewesen, keine Motivation und nur vor mich hin gearbeitet. Viel nachgedacht über den Streit auf Arbeit, eine Behauptung von vielen werde ich zurücknehmen, das Corona, die Arbeit und das Private einfach zu viel waren/sind, dafür kann die Kollegin nur bedingt was. Klar durch sie wurde die Arbeit noch anstrengender, aber dass es vorher schon zu viel war, dafür kann sie nichts. Ein lauer Tag grüßt und ich habe gestern zu viel Lasagne gegessen. Der Terror-Vogel schreit trotz Decke über den Käfig, er geht mir so sehr auf die Nerven, darf ich morgens nicht eine Stunde meine Ruhe haben? Der Vogel ist der größte und teuerste Fehlkauf seitdem ich Vögel haben. Er sollte ein Weibchen sein, er war extra teuer, weil geperlt, doch ein paar Wochen nach dem Kauf verlor er die Perlung im Gefieder und stellte sich als Mann heraus, der Tag und Nacht gerne schreit. Schwierig dazu zu dem Grundsatz bis an Lebensende zu stehen. Blutdruck ok, Herz etwas schnell, aber nicht gefährlich, keine Ahnung was ich heute Nacht träumte, kann mich an keinen Traum erinnern. Es ist seltsam jetzt ohne ihn zu leben, also er ist ja nicht gänzlich verschwunden, aber halt deutlich weniger da. Doch ich erinnere mich auch noch an den Nervfaktor, also unternehme ich nichts. Der Vater schreibt von der Insel, ich hoffe er hat eine gute Zeit, ich war seit 2018 nicht mehr da. Das war damals aber auch der Horror, weil der Vater keinen zweiten Bungalow gemietet hat und wir zur Beerdigung zu viert tagelang auf nur 30 m² hausten, war das schrecklich neben der sowieso schon schmerzhaften Trauer. Kein Rückzug, keine Privatsphäre, braucht man ja auch nicht, wenn man gerade seine Mutter beerdigt. ^^ Der Bruder ist dann nach ein paar Tagen ausgezogen und hat lieber am Pool geschlafen. Ich hätte wohl auch lieber auf eigene Kosten was anmieten sollen, statt diesen Horror zu ertragen. Aber ich glaube mein Vater hat einfach kein Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die Rückzug und Ruhe brauchen. Er ist eher so ein Gesellschaftsmensch, er braucht ständig Menschen um sich, um sich gut zu fühlen, ich bin genau das Gegenteil. Der Kaffee schmeckt und ich muss wohl noch Lebensmittel wegwerfen, die er mitgebracht hat, die Hitze der letzten Woche hat den Vergammelungsprozess beschleunigt. Zum Paketshop komme ich auch heute nicht, Öffnungszeiten die nicht zu meinen Arbeitszeiten passen. Bei der Apotheke bestellt, ja im Alter muss man mehr investieren, um sich „normal“ zu fühlen, überall Zipperlein, überall Handlungsbedarf, um den Laden am Laufen zu halten. Wobei ich auch resultieren muss, dass es nicht nur das Alter, sondern auch ein Resultat von Lockdown, Neuroleptika und Trauer ist, dass mein Körper in schlechter Verfassung ist. Manchmal fühle ich mich schon wie eine Rentnerin, nichts mehr von der „Ich bin unsterblich“ Haltung aus jungen Jahren. Wäre die Rente nicht so mickrig, wäre ich vielleicht schon Rentnerin. Aber eine EU-Rente, die noch nicht mal den Hartz-IV Satz erreicht, nimmt einen die Freiheit nach einer schweren Krankheit eine Auszeit zu nehmen. Also habe ich darum gekämpft als erwerbsfähig zu gelten, auch wenn ich es von 2013 bis 2016 wirklich nicht war und ich, trotz aller Bemühungen, auch heute nicht voll erwerbsfähig bin und es wahrscheinlich auch nie wieder werde. So viel zur „sozialen“ Marktwirtschaft, wo Kranke und Alte weiterarbeiten müssen, weil es sonst nicht zum Überleben reicht. Die Pläne jetzt das Rentenalter auf 68 anzuheben sind ein Hohn für mich, wie soll ich bis fast 70 arbeiten? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich vorher sterbe und nie Rente bekomme, obwohl ich eingezahlt habe, ist leider höher. Da kann ich nur hoffen, dass mein Mann mich überlebt und wenigstens eine Witwerrente bekommt. Das ganze Rentengeld meiner Mutter ist unwiderruflich weg. Mindestens 30 Jahre eingezahlt und nichts bekommen. Zum Glück hat sie sich wenigstens ihre private Altersvorsorge, ein paar Jahre vor Ihren Tod, auszahlen lassen und in Immobilien gesteckt, somit haben ihr Ehemann und ich jetzt wenigstens etwas davon. Sie hatte immer Angst vor Altersarmut und wurde dann gar nicht alt, doch wie es scheint hat sie mich damit vor der totalen Armut bewahrt. Auf in den Tag, die Kollegin schreibt schon, aber ich bin noch nicht arbeitsbereit, erstmal duschen und vielleicht frühstücken und dann Mitmenschen.

Frei, Vögel, Lauchkuchen, Hund, Lotto und Erbe

Guten Morgen! Großer Mist, da wollte ich lange, lange schlafen und was ist? Mein Körper meint nach 8 Stunden und ein paar Minuten: Aufstehen. So hatte ich mir meinen freien Tag nicht vorgestellt. Aber immerhin, keiner hetzt mich, der Kaffee schmeckt und die Vögel singen ein Lied. Brötchen warten auch auf mich, es könnte also schlimmer sein. Gestern der Tag war ruhig und die aufsuchende Beratung am anderen Ende der Stadt vergeblich. So hatte ich früher frei als gedacht und war dann noch einkaufen. Heute gibt es Lauchkuchen mit Speck, irgendwie hatte ich gestern Bock darauf. Ich muss noch putzen und einkaufen, aber dazu habe ich noch knapp 10 Stunden Zeit. Abends dann zum Vater, kochen und mich dann mit Hund und Zubehör zurück nach Treptow fahren lassen. Mal sehen, ob der Hund auch mich nächste Woche beim Verbandswechsel beißen will, die Hand meines Vaters ist immer noch verwundet. Das Geld auf meinem Konto ist pünktlich zum ersten verschwunden. Immerhin, die Miete und die Studienkreditrate sind bezahlt und ich habe auch genug Essen hier. Warte auf einen Brief vom Jobcenter, die müssten doch erfreut sein mich los zu sein. Ich muss aufhören Lotto zu spielen, jetzt wo das Erbe und damit die Erbverhandlungen drohen, hätte ich gern eigenes Geld, um in den Verhandlungen gelassen zu sein. Außerdem möchte ich das Mietshaus kaufen, das meine Mutter kaufen wollte. Aber dazu bräuchte ich Millionen. Ich weiß, sehr unrealistisch, das eine ehemalige Hartz IV Empfängerin Millionen gewinnt. Realistischer ist, dass ich beim Lotto viel Geld verliere und mich irgendwie mit meinem Vater einigen muss. Meine Mutter hatte immer Angst vor Altersarmut, sie betrifft es jetzt nicht mehr, aber sie hat damit gut für meinen Vater und mich gesorgt. Wir beide müssen ihretwegen, die Altersarmut nicht mehr fürchten. Auf in den Tag, noch habe ich nicht begriffen, dass ich frei habe.