Kein Regen, Hitze, Traumas, aufstehen und Lachnummer

Guten Morgen, immer noch zu heiß, kein Regen, kein Erbarmen, keine Erlösung. Weiter das Hühnerfrikassee gegessen und später eine Rosenkohlsuppe. Aktuell nur Nahrung, die erfahrungsgemäß gut für mich ist. Gut, die Kekse um Mitternacht gehörten nicht dazu. Durchlüften, bevor es draußen wieder wärmer ist als drinnen. Kaffee gekocht und verkniffen in den Tag geschaut. Eine Fliege stresst. Keine Ahnung, warum die auf Körperkontakt steht, vielleicht weil ich in der Nacht geschwitzt habe. Überlegt wieder arbeiten zu gehen, das war genug alleine zu Hause Zeit. Ich denke, es lässt sich sicher eine Art Hamburger Modell mit den Chefs diskutieren. Krähen schreien draußen wieder den Tag an und verscheuchen die anderen Singvögel. Heute vielleicht zum Mann, in seiner kühlen Wohnung verstecken und auf seiner neuen Matratze schlafen. Blutdruck abends jetzt total unten, gestern sogar nur 98 zu 60, da hatte ich mal einen berechtigten Grund eine Cola zu trinken. Denke aber liegt an der Hitze, da habe ich einfach keinen Bluthochdruck. Die Sonne scheint und alles erscheint friedlich, Wäsche waschen ist derzeit eine gute Tätigkeit, weil alles so schnell trocknet.

Traumas, gäbe es einen Preis für zahlreiche überlebte Traumas, ich hätte gute Chancen. Wie oft habe ich erlebt, dass Menschen schon nach einem Trauma aus meiner Sammlung, im Arsch sind für den Rest des Lebens. In meiner Familien aber irgendwie anders, wir alle haben sehr viele unerfreuliche Geschichten überlebt. Manchmal muss ich aufpassen, dabei nicht arrogant oder überheblich zu denken, weil eine Person wegen einer Sache nicht mehr aufhört zu jammern und nicht mehr aufsteht. Klar verstehe ich das dann, wenn mir das jemand erzählt, aber manchmal habe ich kein Verständnis für die damit verbundene Schwäche des Liegenbleibens. Wurde man verletzt, kann man erstmal liegen bleiben, darf man heulen und schreien, sich Hilfe suchen, aber irgendwann muss man dann doch wieder aufstehen und weiter machen? Oder muss man nicht?

Aktuell wieder Talent mir blaue Flecken zu holen, ich stehe neben mir und ramme ständig Gegenstände, das hat Folgen. Immer so, wenn es mir nicht so gut geht, ich verletzte mich nicht vorsätzlich selber, aber irgendwie unterbewusst. Manchmal denke ich, ich bin die Lachnummer für Engel oder sonst irgendwen, der gerne sieht, wie Nadine gegen die Schrankecke läuft und an der Türklinke hängen bleibt. Hat was von Dick und Doof, wobei ich hoffe nur dick zu sein und nicht doof. Alternativ könnte ich auch das HB-Männchen sein, wenn man auf mein Leben blickt, vielleicht habe ich deswegen angefangen zu rauchen, anders lässt sich der ganze Scheiß nicht ertragen. Der Song des Tages heute ein stressender Ohrwurm, des mich die letzten Wochen immer mal wieder verfolgt:

Quesadillas, Freunde, Gedächtnis, Gardinen und atmen

Guten Morgen, ich weiß noch nicht, warum ich nachts jetzt immer nur 5 Stunden schlafe und dann wach bin. Ist aber so, egal, wann ich schlafen gehe. Es gibt auch wieder gute Neuigkeiten in meinem Leben, also eher Glück im Unglück Nachrichten, die mir aber wieder etwas Kraft geben. Aktuell gar kein Hunger, also gestern nur ein paar Quesadillas gegessen. Draußen essen, bestellen, einfach zu teuer. Heute eine Thai-Massage, mal sehen, wie das wird, ich bin aber von ihren heilenden Händen überzeugt. Wieder viel mit Freunden gesprochen, ich scheine mir nur Zeit dafür nehmen zu müssen und nicht immer nur arbeiten und schlafen. Überlege doch wieder arbeiten zu gehen, ich brauche strukturierte Maßnahmen und Geld. Also werde ich morgen mal schauen, ob sich dazu gemeinsam mit meinem Team ein Plan erarbeiten lässt. Denn obwohl ich wohl mehr Freunde habe als ich dachte, die haben halt alle Arbeit und/oder Familie und deswegen unter der Woche kaum Zeit. Ich weiß nicht, was mit meinem Gehirn anders ist als bei den meisten anderen Menschen, aber ich habe detaillierte Erinnerungen, die weit zurückliegen. Vielleicht auch nur ein heilendes Trauma-Hirn. Macht für mich nur den Umgang mit Leuten die massenhaft Fehler gemacht haben und/oder sogar böses, etwas schwer. Aber das hatte die Mutter auch schon, dieses Elefantengehirn, nur ging sie damit irgendwie lockerer um als ich.

Dem Mann gestern neue Gardinen gebracht, ich hatte ihm zuvor meine alten gegeben, doch diesen scheinen chemisch so belastet zu sein, dass nicht nur ich, sondern auch er bei diesen Vorhängen im Schlafzimmer Atemwegsprobleme bekam. Eine Chemie-Keule von Amazon, die anscheinend auch nach dem mehrfachen waschen nicht aufhörte auszudünsten. Ich dachte erst das wäre meine Allergie, aber als die Vorhänge weg waren ging es mir schnell viel besser und dem Mann, ohne Allergie, schnell viel schlechter. Also Vorhänge weg und nie mehr Amazon Basic Scheiße gekauft, dabei waren die gar nicht so günstig. Aber gut, dass wir beide wieder atmen können. Passend dazu den Atmen-Song, auch ein gutes Lebensmotto: Einatmen, ausatmen!

Früh, Kräuter, Englisch, Hanfmilch, Kohlrabi und egal

Guten Morgen, früh ins Bett, früh wieder raus. Gerade graue Aussichten mit Regen und Autolärm. Willkommen in meinen wundervollen Leben. Die Paprika mit dem Vater war eine ganz blöde Idee für meinen Magen, warum auch immer, Paprika geht gerade nicht, also gestern zur Beruhigung Erbsensuppe. Nicht bei der Zahnärztin gewesen, ich fühlte mich zu schlecht und die Vorstellung einen weiten Weg mit den Öffentlichen zurückzulegen erschien Horror. Heute Büro, mit netter Kollegin und später ein Telefonat mit dem Chef, hoffe, das wird gut. Immerhin die Tage die Füße Sandalen tauglich gepflegt, doch jetzt sind wohl eher Gummistiefel das Accessoire des Tages. Die Kräuterhexe hat beschlossen, nicht nur die Petersilie noch in die Kräutersammlung aufzunehmen, sondern auch Thymian. Mit den Zweien, ist meine Sammlung für den täglichen Bedarf dann komplett. Denkbar wäre noch Salbei und Lavendel, aber mit keiner großen Dringlichkeit. Im Kühlschrank liegt noch Fenchel, den muss ich irgendwie verkochen, aber Fenchel ist wirklich nicht auf meiner Hitliste, sondern eher auf der „Kann man essen, muss man aber nicht“ Liste.

Mein Englisch ist besser geworden, das hat frau davon, wenn sie jetzt fast drei Jahre täglich Englisch schreiben und sprechen muss. Mittlerweile kann ich auch immer öfter gesprochenen Inhalten folgen. Wobei ich davon ausgehe, dass ich an der Aussprache von Woody Allen weiterhin scheitere. Immerhin, so Jahrzehnte später, denn in der Schule war Englisch schnell der Horror für mich. Gestern meine Hanfmilch Lieferung erhalten, ich freue mich, finde sie nur etwas teuer, warum ist pflanzlicher Milchersatz immer teurer als Kuhmilch? Eigentlich sollte das doch anders sein?! Der Vater sollte im Urlaub sein, freue mich für ihn, ich könnte jetzt auch eine Woche Meer vertragen. Freue mich auf das 9-Euro-Ticket, finde ich fair, wird dann nur zur Arbeitslosigkeit der Kontrolettis führen. Keine Ahnung, was ich heute koche, mich reizt diese Kartoffel-Kohlrabi-Suppe, aber vielleicht wird es auch nur ein Döner. Einer der Kochboxen-Anbieter hat mir ein Angebot gemacht, dass ich nicht ablehnen kann, ab Juni also auch wieder Kochbox bei mir.

Einen Termin vor Ort heute, mit professioneller Begleitung, doch zu einem Thema, zu dem ich auch im Schlaf referieren kann. Wobei ich aber davon ausgehe, dass sich bis zum Termin wach bin, Kaffee sei Dank. Freue mich auf das lange Wochenende, dieses Mal war ich auch mal schlau und rechtzeitig und habe mir den Brückentag gesichert. Das erste Mal nach über vier Jahren in diesem Beruf. Keine Aufopferung mehr für Kunden und Team, die mir eh keiner dankt, im Gegenteil, ich werde dann gefragt, warum ich so unentspannt bin. In der Bude nicht viel passiert, nur Müll weggebracht und dabei den sympathischen Hausmeister getroffen, ich weiß immer noch nicht, woher er mich kennen könnte, aber irgendwie kommt er mir auch vertraut vor. Es gibt diese Momente, wo man eine fremde Person trifft, aber gleich spürt, dass man irgendwas gemeinsam hat. Meistens sehe ich es in den Augen und spüre es im Bauch, wenn ich so eine Person treffe. Die meisten Leute sind mir aber nach über 30 Jahren Berlin egal:

Müde, Lebensmittel, Büro, äthiopische Kämpfer und Stress

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und nicht so gute Nacht. Gestern ist nicht so viel passiert bei mir, total müde gewesen und vollständige Lebensmittel-Lieferung bekommen von einem Mann der nach Alkohol roch. Heute ein sehr früher Termin im Büro, keine Ahnung, warum ich diesen Termin vereinbart habe. Gekocht die Spinat-Gorgonzola-Soße und dazu dann Nudeln und Huhn. Heute Nacht hustend erwacht, das verdirbt sogar mir gerade die Lust auf das Rauchen. Zum nächsten ehemaligen Treffen eingeladen worden, dieses Mal von meiner Uni, darauf habe ich aber spontan so gar keine Lust. Heute Abend Wohnungsbesichtigung, es bleibt spannend, wobei sich meine Spannung eher auf den Zustand der Wohnung bezieht. Kaffee schmeckt gerade auch nicht so richtig, ich sollte es endlich sein lassen, bei meinem seltsamen Blutdruck. Jemand anderes will unbedingt die aktuelle Wohnung des Mannes haben, damit sollten sich dann doppelte Mieten vermeiden lassen.

Das Büro findet es sicher gut, wenn es mal wieder besucht wird, aktuell ist da wohl lange niemand gewesen, ich hoffe, der Briefkasten quellt nicht über. Keine Ahnung, warum ich mir immer die anstrengenden Dinge im Leben aussuche, bei uns in der Familie hieß es immer: „Einfach kann jeder!“. Aber ob das wirklich ein so schlauer Satz war? Sich ständig beweisen, dass man mehr als „einfach“ kann? Für mich klingt der Satz heute nach jugendlichen Größenwahnsinn. Heute denke ich: „Es darf auch mal einfach für mich sein.“ Ich habe oft genug im Leben bewiesen, dass ich mehr als einfach kann. Grau grüßt der Tag, die Straße rauscht, der Wellensittich singt, mein Hals rebelliert gegen das Rauchen. Der Mann fand es dann doch nicht so lustig, dass ich vielleicht wieder seinen Namen ablege. Lassen wir uns dazu nochmal beraten. Das Putin jetzt in Äthiopien rekrutiert, gar nicht witzig. Das erinnert mich doch sehr an Squid Game oder an den älteren Film: „Get rich or die tryin„. Aber wer ist wohl verantwortlich, dass die Äthiopier ihr Leben verkaufen für ein bisschen Geld? Wer hat sie in die Situation gebracht, dass sie dieses russische Angebot interessiert? Für mich ist die einzige Lösung ihnen ein besseres Angebot zu machen, z.B. eines wo die Überlebenschancen besser sind.

Zurück mit den Gedanken nach Berlin, keine Ahnung wer unsere Regierung zum Handeln bringen kann, wenn ich da morgens auf meinem Sofa drüber nachdenken kann, warum nicht die während ihrer Arbeitszeit? Meine Arbeitszeit beginnt dann auch bald, hoffentlich finde ich meine Freude an der Arbeit wieder, gerade bin ich immer noch sauer auf eine Kundin und abgeschreckt von anderen, aber ich erinnere mich, dass es da auch viele sehr nette Leute gab. Hoffen wir heute auf nette Leute und wenig Stress….

Lieferung, Lohnsteuer, weniger Schmerz, vegetarisch und Papier

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber auch zu spät ins Bett. Der Vater ist zurück, dem Hund geht es gut, schön für die beiden. Heute Lieferung mit Getränken, hoffentlich. Stille hier und für den Moment kaum Schmerzen. Wenn das so bleibt, vielleicht heute doch ein Paket im nächsten Bezirk abholen? Ist schon irgendwie ironisch, dass ich, um Corona-Tests abzuholen, erstmal durch die halbe Stadt muss, weil es keinen realen Zustellversuch gab. Gegessen gestern eine vegetarische Pizza mit Pilzen und Brokkoli und Reste. Mit dem Mann gestritten, weil er in einer Tour jammert, dass das Finanzamt wahrscheinlich Geld von ihm will. Ich habe die deutsche Bürokratie nicht erfunden, so etwas Grausames würde ich den Leuten nie antun. Kann nicht sein, dass ich stellvertretend für Deutschland beschimpft werde. Ich finde es aber auch bezeichnend, dass es besonders Ausländern besonders schwer gemacht wird, eine Lohnsteuererklärung zu machen, denn alle verfügbaren Hilfe sind nur in Deutsch gehalten. Es gibt lediglich eine neue Steuersoftware mit anderen Sprachen und dieses kostet mehr als das doppelte als die deutschen Lösungen. Für alle Neulinge im Land heißt es also: „Dein Geld nehmen wir gerne sofort, aber zurückgeben geben wir dir nichts ohne professionelle Deutschkenntnisse!“. Ärgerliches Thema, selbst ich als Deutsche verstehe das Steuervokabular und -recht oft nicht.

Langsam komme ich im Alltag wieder an, jetzt wo der Schmerz erträglicher wird, irgendwie tickt die Zeit anders, wenn man krank ist. Wieder einen fast vegetarischen Tag gestern gehabt, doch abends dann doch ein Schinkenbrot gegessen. Heute dann wieder vegetarisch mit Ei. Die Straße rauscht, Spatzen singen ein Lied im Busch und ich schaue noch verkniffen in den Tag. Es ist schön, wenn der Schmerz nachlässt. Seitdem ich die Elefantenmengen Ibuprofen abgesetzt habe, Blutdruck wieder ok, Birne wieder klarer. Stundenerhöhung auf der Arbeit angenommen, Stunden, die ich besser strukturieren muss, um nicht wieder gegen die Wand zu laufen. Einfach nur für jeden der sich meldet (sofort) da sein, ist keine Lösung. Das hat vor Corona mal funktioniert. Ich brauche einen Plan und vielleicht noch ein paar mehr, falls der erste nicht funktioniert. Alternativ kann ich natürlich auch auf dem Anrufbeantworter der Firma einfach die Antwort: „42“ hinterlassen. Das ist doch mal eine passende Antwort für alle Fragen, die die deutsche Bürokratie betreffen. Auf in den Tag oder besser lieber wieder ins Bett, ich traue dem Frieden in meinen Körper noch nicht ganz. Bürokratie, Kapitalismus, Papier, alles geht um Papier..

Pillen, Arzt, der Teddy, Corona und Wunder?

Guten Morgen, ganz passable Nacht, aber jetzt schon gestresst, weil ich unbedingt zum Arzt muss, um meinen Blutdruck-Pillen zu kriegen. Keine Lust, auch keine Lust auf meine Schüler heute. Also eigentlich gar keine Lust auf gar nichts, nach den letzten Tagen. Gestern wurde es nochmal emotional, denn die Wohnung der Eltern muss geräumt werden und ich stehe wieder vor der Entscheidung Sachen mitzunehmen oder für immer aufzugeben. Nehme ich gar nichts mit, werde ich es bereuen, nehme ich zu viel mit, auch. Zu Tränen gerührt gewesen als gestern mein Teddybär aus dem Jahr 1986 wieder auftauchte, was habe ich diesen Teddy geliebt, er war mein alles. Da steht also eine 45-Jährige und klammert sich an einen Teddy und heult. Aber es ist gut, dass der Teddy wieder da ist, der ideelle Wert für mich ist unermesslich. Heute nochmal in die Elternwohnung, zum Glück habe ich noch Zeit mir Dinge auszusuchen und sie schrittweise in meine Wohnung/mein Leben zu integrieren.

Der Mann geht wieder zum Sport, vorbildlich und gut für ihn. Ich bin gerade überhaupt nicht vorbildlich, weil insgesamt überfordert von der Situation. Jetzt auch noch Mutterschmerz, das braucht man, wenn man eh schon emotional fertig ist. Der Vogel hat mein Licht im Wohnzimmer gesehen und singt ein Lied, also Licht wieder aus. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt und ich huste, muss noch einen Corona-Test machen und fühle mich genötigt mich boostern zu lassen. Der Entzug von Privilegien, wenn man nicht spurt, kommt mir irgendwie bekannt vor. Was alles ein Privileg war, merkt man dann meist erst später. Kosmetiktermin heute abgesagt, ich weiß nicht, ob ich da wirklich noch hin will und muss, aber ganz sicher nicht heute und jetzt. Ich habe gerade echt andere Probleme als eine jugendliche und sanfte Gesichtshaut.

Gegessen gestern Reste, Couscous mit Falafel und später Maultaschensuppe. Ab morgen gibt es wieder eine Kochbox für mich. Die Indizien in Berlin sind sehr hoch gerade, über 1000 in Neukölln. Kommt immer noch nicht in meinem Kopf, letztes Jahr bei einem Wert von 50 Hausarrest für alle, dieses Jahr bei 1000 macht, was ihr wollt. Muss man nicht logisch finden. Sehr viele Termine diese Woche, wobei das Abgrenzen immer besser funktioniert, ist mein Glas leer, ist es leer und es gibt keinen doppelten Boden mehr. Ich bin nicht die Heilsarmee, die jeden retten will. Oder schon, aber nicht für den Preis der Selbstaufopferung. Angefangen abends vor dem Schlafen mir einen guten Schlaf zu wünschen und es hat jetzt zwei Nächte geklappt, also weiter machen? Erinnert mich jetzt nur irgendwie an beten, aber wenn es hilft? Für mich ist der Unterschied zwischen religiösen Glauben und Psychose/Schizophrenie nicht wirklich groß, beides Zustände wo man an übersinnliches glaubt und Selbstgespräche führt. Was davon ist also gesund und was ist krankhaft? Hatte Moses jemals ein Gespräch mit Gott oder war er schizophren? Basieren die übermittelten Wunder in der Bibel auf Übersetzungsfehler und auf Erzählungen seelisch Erkrankter und ihr Erleben? Wer entscheidet, was ein Wunder ist und was Krankheit? Theologen? Psychiater? Die Pharmaindustrie?

Fragen zum Tag, die ich wohl nicht beantworten kann, Wissenschaft gegen Religion, warum niemals Wissenschaft und Religion? Länger erprobt ist wohl die Religion, aber hat sie damit automatisch recht in einer Informationsgesellschaft? Mit uralten Geschichten, die keiner beweisen kann? Mit Geschichten, die man heute eher der Psychiatrie zuordnen würde? Mit Geschichten, die grausamer sind als so manch ein Horrorfilm heute? Tradition oder Moderne? Ist neu immer besser? Oder doch das, was seit Jahrhunderten erprobt ist und funktioniert hat? Ich weiß es nicht und sehe in jeder Bewegung ihre Berechtigung, aber auch Kritik an beiden Systemen. Die Kirche missbrauchte ihre Macht zu oft, die Wissenschaft erklärt jeden Trauernden gleich zum Depressiven und will, dass er/sie Pillen nimmt. Die Wahrheit, die Wahrheit, sie liegt wohl irgendwo dazwischen, ich muss meine finde oder vielleicht auch besser nicht? Das Publikum der Ärzte beantwortet es mit einem eindeutigen „NEIN!“

Freude, blaues Auge, Abifreund, Mutter und Arbeit

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, vielleicht doch früher ins Büro. Gerade sehr viele Beratungen, aber mein Azubi macht mir langsam Freude. Noch mehr Freude gibt es durch den Mann, der hat anscheinend endlich qualifizierte Arbeit gefunden. Leider bei einem Start-up, ich hoffe, das geht gut, die Konditionen scheinen aber in Ordnung. Jetzt muss er den Job nur noch behalten, ich werde helfen, wo ich kann. Bei einem Hotel in Stralsund angefragt, vielleicht geht es da im November noch hin. Der Vater kam gestern verschnupft ohne Bohrmaschine zur Pizza, kurz gesprochen, aber der hungrige Hund stresste gewaltig mit Kratzen am Boden. Wie es ausschaut werde ich das Wochenende durcharbeiten, obwohl ich morgen einen Urlaubstag nehmen werde, aber immerhin Montag halb frei. Morgen wartet das Lager auf mich, es wird Zeit das endlich zu Ende zu bringen. Ich weiß, dass auch meine Mutter damit kein Problem hätte. Die Frau vom aggro Psychonachbarn gestern gesichtet, sie hat ein blaues Auge. Dieser Mistkerl hat sie geschlagen? Der soll endlich ausziehen! Ich glaube nämlich nicht, dass sie irgendwer anders geschlagen hat. Ruhig ist hier gespenstisch ruhig und der Kaffee schmeckt.

Mit dem Abifreund aus Norddeutschland gechattet, er will nach Berlin, aber ich weiß nicht, ob ich ihn darin unterstützen sollte. Das Berlin, nachdem er sich sehnt existiert nicht mehr, denn er hat hier vor 20 Jahren gewohnt, seitdem ist hier sehr viel passiert und ich meine nicht nur den Mietenwahnsinn. Er ging doch davon aus, man könnte zentral in der Stadt für 400 Euro eine 2-Zimmerwohnung bekommen, ja träume weiter. Eine Einzimmerwohnung am Stadtrand vielleicht. Irgendwer macht hier jetzt abends/nachts im Hausflur Krach, ich meine einen afrikanischen Dialekt gehört zu haben. Bald Geburtstagsurlaub, den werde ich auch brauchen, ein Termin beim Friseur und der Kosmetik sind geplant, sonst aber nicht viel. Ich brauche dann auch mal Zeit für mich und die Wohnung. Am Sonntag geht es wohl weiter mit der Wohnung des Vaters, er will weiter die Küche ausräumen, dass mir das seelisch nah geht, dass ich am Sonntag nicht noch mehr Arbeit brauche, scheint ihm egal zu sein. Es ist schade, wenn Erinnerungen verschwinden. Ich habe manchmal den Eindruck mein Stiefvater hat wenig Respekt vor den Dingen meiner Mutter. Vielleicht versteht er den Wert auch einfach nicht. Aber gut, so habe ich die Chance ein paar Dinge zu retten, die er vielleicht entsorgt? Die ganzen alten Sachen, vor Berlin, kennt er nämlich gar nicht und hat auch keinen Bezug dazu.

Das war schon bei der Beerdigung so, dass er ihre letzten Jahre als wichtig erachtete, während die Tante und ich ihre jungen Jahre wichtiger fanden, also alles vor Berlin. Die Verdauung ist endlich normal, ich hoffe das ist ein gutes Zeichen, dass der Stresslevel in meinen Leben sich wieder normalisiert. Brauche wirklich wieder geregelte Verhältnisse und nicht ständig Ausnahmezustand, weder beruflich noch privat. Mehr auf den Schlaf und die Ernährung zu achten scheint hilfreich. Auch morgen einen Urlaubstag nehmen, ist, denke ich taktisch klug. Ich schaffe die volle Arbeitsleistung auch an 4 Tagen mit weniger Stunden, das sollte bloß nur nicht die Chefin erfahren, ich bin nämlich nicht scharf auf eine Lohnkürzung wegen Effektivität. Weniger Geld bei gleicher Leistung wie andere mit mehr Stunden ist nämlich irgendwie keine Belohnung oder Option. Wenn ich arbeite, bin ich halt ein Arbeitstier, ich finde dabei sollten Ergebnisse und nicht die Stundenzahl auf dem Zettel zählen. Genug herumgetippt, der Tag grüßt grau und kühl, aber nicht so windig wie gestern.

Auf zur Arbeit. Alles wird gut, irgendwann…..

6 Stunden, das dumme Sachsen-Mädchen, kein Opfer und Barrikaden

Guten Morgen, 6 Stunden scheint mein neues 8 Stunden zu sein. Jetzt bin ich immer wach nach 6 Stunden. Gestern Abend noch ausgiebig mit der Ebay Käuferin gestritten, sie wollte kein Geld mehr überweisen und als ich einwilligte, damit sie mich in Ruhe lässt, wollte sie sogar noch Geld zurück, angeblich, weil Ware nicht in Ordnung war, warum hat sie sie dann mitgenommen? Beweisfotos, auf denen nichts zu sehen war, außer dass sie gute Ware in Säcke getan hat. So ein freches, stressiges, wahrscheinlich Nazi-Mädchen aus Sachsen. Entschuldige an alle netten Sachsen, aber meine Erfahrung ist erneut: Aus Sachsen kommt nichts Gutes. Ich hoffe sie meldet sich nie wieder, denn selbst wenn Ware nicht in Ordnung war, sie hat auch Ladeneinrichtung mitgenommen, die nicht Teil der Annonce war. Ach was rechtfertige ich mich, weil ich an ein gieriges, unverschämtes Mädchen aus Sachsen geraten bin. Ich verkaufe nichts mehr an Sachsen.

Ich muss trotzdem noch ins Lager, aber jetzt ohne Druck, die Wintersachen spenden bevor der Winter kommt, klappt trotzdem. Ach hätte ich doch komplett verkauft, für einen höheren Preis an eine angenehmere Person. Merke auch: Ebay Verkäufe nie wieder mit der eigenen Handynummer. Es ist noch dunkel, der Kaffee schmeckt und heute geht es ins Büro, finde ich aber gut, will heute nicht hier bleiben. Der 10te Tag Arbeit ohne einen freien Tag dazwischen, immer ist irgendwas an meinen eigentlich freien Tagen von der Hauptarbeit. Die Bude sieht nicht so gut aus, komme zu nichts, wenn ich hier bin koche oder schlafe ich. Gestern das hier gekocht, dem Mann waren das zu viele Glasnudeln und zu wenig Fleisch. Gestern Abend mit einem alten Freund aus Abi-Zeiten gesprochen, man sind wir beide alt geworden. Er ist so eine Mischung zwischen George Michael und Otto und damals ein verdrogter Partyking. Essenslieferung gestern hat geklappt, vollständig, keine Ahnung warum Rewe das drauf hat und Bringmeister nicht.

Auf in den Tag, die Überlebende lebt dann mal weiter, mit Erkenntnissen die meine Welt nicht braucht. Ich habe mich nie als Opfer gesehen, aber bin es doch? Obwohl Opfer bleiben liegen nach einem Attentat, ich bin immer wieder aufgestanden, wonach auch immer. Immer stolz mit dem Kopf durch die Wand. Barrikaden? Kein Hindernis, immer durch…

Ruhe, Schlaf, Frühwarnzeichen, Neuroleptika und neue Ufer

Guten Morgen, endlich Ruhe, endlich genug geschlafen. Schlafen könnte ich gerade nur. Seele und Körper brauchen das. Alles zu viel gerade, ich will auf die Insel. Eigentlich will ich meine Ruhe, aber uneigentlich will der Mann heute früher vor seiner Schicht vorbeikommen, um zu reden. Ich für meinen Teil will aber gerade gar nicht reden, ich will meine Ruhe. Ich rede schon die ganze Woche, kann man mich nicht in Ruhe lassen? Ich war so froh, dass der Vater abgesagt hat und nun der Mann. Muss dem Finanzamt noch schreiben, die verstehen die Erbangelegenheiten nicht und vermuten Sie würden Geld bekommen. Das muss ich natürlich widerlegen, was ich alles muss. Die Chefin stellt die Team-Arbeitsstunden zur Diskussion, aber in der aktuellen Lage will ich nicht mehr Stunden, sondern eher das Gegenteil. Blutdruck wieder ok, die Tage zu hoch, zu viel Aufregung. Gestern nach der Arbeit noch im Lager gewesen, anstrengend, obwohl der Vater die meiste Arbeit gemacht hat, emotional anstrengend, ich schwankte zwischen: „Ich nehme hier alles mit nach Hause“ und Schimpftiraden, wie man so viel Kram ansammeln konnte. Der Kaffee schmeckt, es ist kalt aber sonnig, gestern endlich das Huhn mit Erdnuss gemacht, war lecker. Die Erdnusssoße war was Neues für mich, keine Erdnussbutter, dafür Matjes Ketchup. Kurz: Weniger Fett, aber dafür Zucker in der Soße. Verdauung hat sich auch etwas beruhigt, das ist immer ein Frühwarnzeichen, wenn die Verdauung durchdreht.

Morgen zum Psychiater, aber ich weiß nicht, was ich erzählen soll, er hat mir schon einen Medikamentenwechsel vorgeschlagen, aber das will ich nicht. Ich habe jetzt schon fünf verschiedene Neuroleptika probiert, ich habe keinen Bock auf ein Sechstes. Ehrlich gesagt habe ich das mit den Selbstgesprächen schon mein ganzes Leben und ich bin 36 Jahre damit klargekommen, ohne Medikamente, bis die Krise kam und ich offiziell als krank erklärt wurde. Allerdings gab es nie eine eindeutige Diagnose bei mir, jeder Arzt hatte eine andere Meinung, jeder ein anderes Medikament. Kann ich nicht einfach ich sein, ohne Stempel auf der Stirn und dazu passender Medikation? Die Medikamente haben mir so geschadet und mir so viele Jahre meines Lebens geraubt. Alle wollen Sie mich verändern und nennen das Hilfe, es ist aber wenig hilfreich, es sei denn emotionslos, asexuell, körperlich steif wie ein Roboter und extrem übergewichtig sein, soll eine Hilfe sein. Diese Woche beschlossen doch eine medizinische Reha zu beantragen, aber wie ich hörte kann das bis zu einem Jahr dauern, bis das was wird. Habe ich noch nie für mich beantragt, dabei mache ich das für meine Kunden ständig, vielleicht bin ich jetzt mal dran.

Keinen Bock auf den Mann, keinen Bock auf niemanden, ich möchte nur schlafen, vielleicht was kochen und auf dem Balkon sitzen, wenn dort die Sonne scheint. Herbst, der Winter naht und damit die Dunkelheit. Dunkelheit wie Regen auf traurigen Gemüt, aber Traurigkeit kann man nicht reinigen oder ertränken, sie wird nur größer, wenn man gegen sie kämpft, man kann nur lernen entspannt mit ihr zu schwimmen, vielleicht bis zu neuen Ufern.

Falsche Emanzipation, frei und zu viel gekocht

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen. Der Tag gestern war stressig. Der Vater wollte unbedingt Möbel ausräumen und Möbel rücken, damit die Renovierungsarbeiten in der Küche beginnen können. Warum er sich dazu keinen Mann sucht, weiß ich nicht. Er sprach dann von Gleichberechtigung der Frau, was für ein Bullshit! Frau darf also Essen planen für ihn, einkaufen, zu ihm kommen, frühstücken, Schränke ausräumen, Schränke schleppen und sich dann an den Herd stellen und kochen und nebenbei noch einen Schrank schleppen? Gehts noch? Gleichberechtigung heißt nicht, dass ich alle Aufgaben einer Frau erledige und dann noch nebenbei die eines Mannes? Das ist keine Gleichberechtigung, das ist Ausbeutung! Gleichberechtigung ist, dass beide den gleichen Teil an Aufgaben tragen und erledigen. Nicht dass Frau nebenbei noch ein Mann ist, der Mann aber Mann allein bleibt und keine Frauenaufgaben übernimmt. Das ist ein großer Denkfehler der Emanzen der 80er, dass eine emanzipierte Frau einfach alle Frauen- und Männeraufgaben erfüllt. Emanzipation ist es erst, wenn Aufgaben, egal ob traditionell männlich oder weiblich, von beiden Geschlechtern zu gleichen Teilen getragen werden. Klar kann ich auch Handwerken und schleppen, aber dann bin ich nicht gleichzeitig auch Hausfrau, es sei denn ich bin allein. Genug aufgeregt, der Vater hat es auch eingesehen, dass mich während des Kochens zum Schrank schleppen aufzufordern von meiner Seite zu der Aufforderung führte, er möge dann das Essen zu Ende kochen.

Aber heute habe ich endlich frei, es kommen zwei Lieferungen und ich habe eine Telefonverabredung, mehr aber nicht. Vielleicht noch Pfandflaschen wegbringen, die türmen sich. Ein grauer Tag grüßt und der Vogel hält bisher den Schnabel. Keinen Hunger und den Kühlschrank voll von gekochten Sachen, denn auch gestern das Essen beim Vater war zu viel. Aber gut, so muss ich heute nicht kochen, ich kann Wirsingsuppe, Reis mit Tomatensoße oder die Tortellini mit Aubergine haben. Mir gestern Nacht Bodenbeläge angeguckt, aber bevor ich das umsetzten kann, muss erstmal Geld hereinkommen. Die große Lösung: Holzdielen abziehen, ist absehbar nicht machbar und noch teurer. Dem Hund geht es gut, aber gestern nicht dazu gekommen mit ihm zu kuscheln, der Vater hat mich auf Trab gehalten. Komische Welt in Veränderung gerade, aber der Ansatz auf bessere Zeiten zu warten ist vielleicht grundlegend falsch, weil die Zeiten nicht besser werden, sondern eher das Gegenteil während man wartet. Da sehne ich mir doch fast wieder meine Homeofficezeiten zurück, wo ich genug Zeit für Selbstfürsorge hatte. Immer entspannt aufstehen, keine Busfahrten und ein Mittagsschläfchen, wenn die Nacht mal wieder schlecht war. Nur das mit der Essensaufnahme war im Homeoffice eine Katastrophe.

Auf in den Tag, vielleicht ein Ei zum Morgen und mit Musik im Gehörgang: