Fenster zu, allein, kein Paradies, Feuer und Überlebende

Guten Morgen, gut geschwitzt, weil Fenster zu. Aktuell aber ein unwohles Gefühl nachts bei offenem Fenster zu schlafen, warum auch immer. Wahrscheinlich lauert da wieder eine Erinnerung, die aber als nicht mehr Erdgeschossbewohnerin irgendwie keinen Sinn macht, denn wer nimmt sich schon eine Leiter, um nachts bei mir einzubrechen? Auch steht hier kein Baugerüst vor dem Fenster, nein besser nicht zu viel drüber nachdenken. Gestern immerhin Lebensmittel einkaufen gewesen, fast nichts gekauft, 40 Euro. Heute zum Arzt, wenn es nicht wieder abgesagt wird, von wem auch immer. Viel geweint gestern, ich verstehe ja, wenn man sich meine Geschichten nicht anhören will, aber nicht, wenn man dann weiteren Ballast auf mich ablädt. Ich kämpfe gerade jeden Tag um eine passable Tagesform, brauche all meine Kraft dazu, da brauche ich wirklich nicht die Probleme von Leuten, die gleichzeitig nicht für mich da sind. Aber gut, gerade geht es vielen schlecht, die wenigstens wollen jetzt noch ein fremdes Problem, ich aber auch nicht mehr. Da lebt man in einer Stadt mit Millionen Menschen und doch ist jeder allein mit seinen Problemen. Da stimmt doch irgendwas nicht.

Fenster aufgerissen, die Straße rauscht noch leise, die Kippe ist eklig, der Kaffee ok. Abends wieder sehr niedrige Blutdruckwerte, dann doch lieber eine Cola darauf. Nicht gekocht, es sei denn Spiegelei braten und Suppe in der Mikrowelle aufwärmen gilt als kochen. Gestern die Füße auf dem Balkon verbrannt, heute wird es noch heißer. Je mehr ich mich erinnere, umso weniger denke ich, dass es ein Paradies in der Vergangenheit gab, es sei denn das Paradies in meinem Kopf, dass ja irgendwann noch nicht zerstört gewesen sein muss. Mein Ort im Kopf, wo ein Paradies sein müsste, ist eher ein abgebrannter Abenteuerspielplatz. Ich habe das Feuer nicht gestartet, das waren meine nicht so lieben Mitmenschen. Spatzen werden von Krähen zum Schweigen gebracht, LKWs rasen vorbei. Vertrauen, wohl nur als Selbstvertrauen angebracht, obwohl mein Selbstvertrauen der frühen Jahre in Berlin war wohl Teil des Problems, damals dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn ich sei unsterblich. Da waren aber viele anderer Meinung, besonders Kerle, die meinten, sie müssten mir zeigen, wo der Hammer, das Hämmerchen, hängt.

Ich bin trotzdem noch da und ich bin wieder aufgestanden, nachdem man mich in den Dreck geworfen hat, nachdem man(n) versucht hat mich zu zerstören. Mal sehen was jetzt kommt, die Überlebende ist jetzt schlauer:

Belzebub, langweilig, Tabak und verückt

Guten Morgen, fast den ganzen Tag verschlafen gestern und jetzt fühle ich mich seltsam. Wach gewesen nachts um drei, aber nur kurz und jetzt wieder wach. Wie man sich seinen Schlafrhythmus zerstört, weiß ich. Endlich weniger Fliegen hier, die haben gestern ganz schön gestresst, ich möchte nicht Belzebub sein, aber was ich so will interessiert keine Sau, keine Fliege. Der Kaffee schmeckt, es dämmert und ich weiß noch nicht wie ich es heute zum Arzt schaffen soll, fliegen wäre gut, alternativ auch ein Taxi. Doch vorher telefonieren, hoffe, ich erreiche jemanden. Langweilig war es gestern, aber ich auch so furchtbar müde, ich könnte gerade nur schlafen, hoffe, das ist jetzt nicht noch Depression, sondern nur Erschöpfung. Was mein Kopf und meine Seele in den letzten Wochen geleistet hat und immer noch leistet, ist halt immens viel. Enttäuscht vom Mann, Unterstützung sieht anders aus. Aber was ich so unter Unterstützung verstehe, ist für die meisten Menschen in dieser narzisstischen Welt auch eher Aufopferung. Scheint sonst keiner so blöd zu sein wie ich.

Der Tabak ist alle, also jetzt fiesen Discounter-Tabak, das ist wirklich zum Abgewöhnen. Kalte Luft kriecht um meine Füße, Krähen schreien herum. Aufpassen, dass meine Gedankenwelt nicht ganz so schwarz wird, was gerade nicht einfach ist. Nachts jetzt wieder das Internet abstellen, brauche ich wirklich nicht und kostet nur Strom. In den Neunzigern hatte ich das auch immer gemacht, weil ich Angst vor der Strahlung hatte, heute ist eh alles verstrahlt. Komische Träume gestern beim Tagesschlaf gehabt, ich war in einem Hotel und suchte aktuelle Kollegen und eine Veranstaltung, traf aber nur einen alten Kollegen, der sich kryptisch äußerte. Danach blieb ich dann lieber wach. War jetzt kein Alptraum, aber irgendwie zu intensiv. Eine Mücke hat mich gestochen, ich vermute nicht die letzte dieses Jahr. Immerhin Blutdruck ist unten und etwas Sonne ist zu sehen. Raus da, die Woche beginnt, normaler Tabak muss her. Nicht verrückt werden, oder nicht mehr als ich schon bin:

Nonne, Allah, Supermarkt, China, Drogen und Männer

Guten Morgen, der Mann war da, der Mann ist weg, das ist dann erstmal ganz gut so. Der Vogel singt ein Lied und mir ist das alles zu früh. Gestern im Krankenhaus gemischter Eindruck, keine Ahnung, ob mir das helfen kann. Lebensmittel-Lieferung erhalten, aber sehr spät, also großes Trinkgeld, der Mann sagte sowas von wegen Allah möge mich segnen, war seltsam. Erst eine grimmige Nonne im Krankenhaus und dann ein Lieferant der von Allah spricht, gestern schien wohl ein göttlicher Tag gewesen zu sein. Die Sonne scheint und ich muss heute wieder zum Arzt, wunderbar, mein neues Hobby. Der Kaffee schmeckt, der Mann wollte keine Getränke mitnehmen, zu schwer, aber ich darf die tragen. Aber gut, so ist mein Vorrat größer, den der Mann gestern schon als kleinen Supermarkt bezeichnete. Also, ich brauche vorerst nicht mehr einzukaufen.

Gestern Nacht noch eine Doku über China gesehen, also in China leben möchte ich ja lieber nicht, dagegen erscheint ja sogar Putin noch als liberale Führung. Die Sonne scheint, die Straße rauscht und ich bin müde. Müde über Müdigkeit hinaus einfach erschöpft und genervt von vielen. Ich scheine durch den Vorfall mit 15 Jahren ziemlich viel vergessen zu haben, es ist so als hätte ich alle Details meines Lebens von 0 bis 15 Jahren mit dieser Nacht verloren. Jetzt kehren die Erinnerungen zurück und ich möchte nur weinen, über dieses tolle Mädchen, dass in nur einer Nacht total zerstört wurde. Aber es ist auch schön zu erinnern, wer ich mal war. Schon krass, wie kann man 15 Jahre seines Lebens vergessen? Vielleicht war es notwendig, denn leider ist mir auch sehr viel Unerfreuliches eingefallen und ich muss meine erinnerte Biografie in einigen Punkten korrigieren. Drogen und Männer, ein Problem damals, weil ich älter wirkte als das Kind in mir war. Ach man Erinnerungen, wenig Paradies in der Vergangenheit:

Verflucht, Selbstmitleid und müde

Guten Morgen, noch total müde, aber Kaffee schmeckt. Bin gerade so wütend, weil ich wegen meines Zustandes gerade wieder nicht meine Wunschschulung machen kann. Was ist los? Bin ich verflucht? Gymnasium verlassen, weil Krise, Studium nicht beenden, weil Krise, Geschäftsführerjob nicht bekommen, weil Krise, jetzt versuchen einen kleinen Therapeutenabschluss zu machen und wieder Krise. Wer hat da ein Problem mit mir? Hasst mich Gott? Diese Krankheit, die immer und immer wieder mein Leben zerstört? Mich davon abhält, endlich mal ein Treppchen aufzusteigen? Während weniger talentierte alles ohne Probleme bekommen? Laut diverser Tests bin ich überdurchschnittlich intelligent und im Bereich Empathie sogar genial, aber trotzdem klappt einfach nichts in meinem Leben. Immer wieder wird alles zerstört, was ich mir mühsam erarbeitet habe. Immer wieder geht der Kuchen, den ich gebacken habe, an andere Leute. Und da wundert sich irgendwer, dass ich hier und da in meinem Leben lebensmüde war? Keinen Bock mehr hatte zu kämpfen?

Es ist eigentlich ein Wunder, dass ich nicht Dauerkunde beim Jobcenter bin oder bereits Rentnerin bin. Es ist ein Wunder, dass ich trotz der viel zu hoch gegebenen Medikamente, vielleicht sogar wegen falscher Diagnose, geistig wieder da bin oder überhaupt noch da bin. Warum muss ich immer wieder so hart kämpfen, während andere anscheinend einen All-Inklusiv-Urlaub gebucht haben? Ja Selbstmitleid, aber ich habe auch wirklich einen Grund dazu, ich bin kein kleines Mädchen, das schmollt, weil es ein Bonbon nicht bekommen hat, ich bin eine Frau, der immer und immer wieder der Boden unter den Füßen weggezogen wurde und die trotzdem immer wieder aufgestanden ist. Genug geheult, falls irgendwer bis hierhin gelesen hat, möchte ich das wohl erwartete Rezept der gestrigen Tage posten. Heute gibt es wahrscheinlich das hier. Aktuell aber kaum noch Hunger, esse nur noch wenig, mir ist schlecht, schlecht von meinem Leben. Auch nichts mehr eingekauft, ich brauche kein Essen, ich muss jetzt jeden Cent umdrehen, um mir Therapie, Medikamente und Massagen leisten zu können. Was mit einer gesetzlichen Krankenversicherung gerade möglich ist, ist einfach ein Witz. Entweder wird eine Leistung generell nicht übernommen oder die Wartezeiten auf einen Arzttermin oder Therapie sind so lang, dass man bis dahin eh tot ist. Die Kämpferin ist müde, es fällt mir schwer an ein Happy End zu glauben, auch wenn ich es wirklich verdient hätte.

Kaffee, kurz, Erschöpfung, Erinnerung und Arzttermine

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und den Kaffeepot neben mir platziert. Eine kurze Nacht, denn wie immer konnte ich nach dem Besuch des Vaters lange nicht schlafen. War ganz schön mit dem Vater im Wald und auf Balkonien, das gekochte Gericht auch lecker. Heute Homeoffice und Zahnarzt, keine Lust auf Zweiteres. Die Zahnärztin ist streng, teuer und am Arsch der Welt von hier aus gesehen. Frühen Termin gemacht, ich Idiotin, wollte mal wieder die Welt von jemanden retten und habe dabei vergessen, dass ich heute auch Spätdienst habe und deswegen eigentlich später anfangen sollte. Eine neue Woche, eine kurze Woche, denn sie geht für mich nur bis Mittwoch, danach frei. Viele Gedanken, viele Gefühle und immer noch Erschöpfung. Blauer Himmel strahlt und der Vogel ist auch schon wach. Immerhin schlafe ich wieder durch und kein Etappenschlaf, das ist doch mal was. Den Mann nicht gesehen, aber gesprochen, weil in der Badewanne sitzen mir wichtiger erschien. Muss wohl anfangen, mir wichtige private Termine in den Arbeitskalender einzutragen, sonst kommt es immer wieder zu Überschneidungen.

Viel an die Mutter, ihr Handeln, ihre Aussagen gedacht, manche Dinge ergeben jetzt Sinn, manche Dinge regen mich immer noch auf. Schöne Trauma-Familie, aus der ich da komme. Immerhin, die Allergie scheint Pause zu machen, Nase frei, Nebenhöhlen auch. Es ist immer noch verwunderlich, wie ein Kind, das immer im Dreck der Natur gespielt hat, später auf diese allergisch reagiert. Nach diversen Theorien sollte ich eigentlich immun sein. Der schöne, feuchte Sommer freut auch die Mücken, mehrfach gestochen worden gestern. Heute keine weltbewegenden Gedanken, heute nicht viel mit mir, versucht, einen Arzttermin zu erhalten, was aber schwer ist. Die Ärzte hier handeln immer mehr nach dem Motto: „Ihnen tut ihr Arm weh, wenn sie ihn bewegen?“ Dann bewegen sie ihn einfach nicht! Wie so eine Pandemie im Express-Tempo die gesundheitliche Versorgung in den Abgrund zieht. Auf in den Tag, da kommen gerade keine wichtigen Gedanken mehr, Kaffee, Frühstück und dann ein Rentenantrag für einen Kunden, die Formulare der Rentenversicherung sind der Horror und nicht nur für die Zielgruppe der Kranken und Alten. Versuchen wir es mit ruhiger Musik, der eigentlich Lauten:

Frühstück, Corona, Arzt, Muskelkater, Passierschein und Hund

Guten Morgen, ne eigentlich mitten aus der Nacht. Der Hund war der Meinung Zeit für Frühstück, aber gut, ich wollte vor neun beim Arzt sein. Hiobsbotschaft von gestern, der Mann hat Corona, er fühlte sich nicht gut und hat einen Test gemacht bevor wir uns treffen wollten. Warten wir ab, ob der PCR-Test auch positiv ist. Mich selbst auch nochmal getestet, kein Corona. Der Kaffee schmeckt, der Hund furzt und ich finde die Anwesenheit des Hundes nicht mehr so beruhigend wie zu meinen Angstattacken damals, im Gegenteil er weckt mich und ich habe dann Angst um sein Wohlbefinden. Nach dem Arzt heute keine Pläne außer Gassi gehen und vielleicht noch etwas mehr schlafen. Vielleicht eine gute Entscheidung diese Woche lieber im Homeoffice zu arbeiten, die Zahlen explodieren und Bruder und Mann sind infiziert trotz Booster-Impfung. Dass der Vater dabei verreist ist, wahrscheinlich auch keine so gute Idee. Gestern sehr viel geschlafen, tagsüber, wollte gar nicht mehr aus dem Bett. Der Sturm scheint vorbei zu sein, auch schön, weder Corona zu haben, noch vom Baum erschlagen zu werden. Bin mir nicht sicher, ob Hund schleppen jetzt gut oder schlecht für meinen Rücken ist, in den Armen habe ich schon Muskelkater.

Die Rentenversicherung schickte einen Ablehnungsbrief für die Reha wegen fehlender Mitwirkung, alles Schikane, sie hatten die Erlaubnis sich alle Daten bei der Krankenversicherung zu holen, da frage ich mich, warum einzelne Ärzten nochmal Formulare ausfüllen sollen und ich die verschicken soll. Unnötige und hindernde Bürokratie und Papierverschwendung. Aber wer hat jetzt Geld gespart? Alle Diagnosen kennen, aber nochmal Formulare dazu verschicken? Kranke Menschen nochmal durch die ganze Stadt und in Wartezimmer während Corona schicken? Ach ja während Corona kriegt man innerhalb von 3-4 Wochen Abgabefrist gar keinen Arzttermin? So kann man Hilfen auch verweigern. Gleiches bei der Krankenkasse: schwimmen gehen ist keine Kassenleistung, auch wenn Sport bei mir mehr als dringend ist und Schwimmen derzeit der einzige Sport ist, den ich machen kann. Hilfe dir selbst, dann hilft dir Gott? Seine Versicherungen kann man auf jeden Fall vergessen. Und nein, ich glaube nicht, dass es jetzt so viele Leute gibt, die solche Anträge nur zum Spaß stellen. Aber gut, ich sollte nicht so überrascht und empört tun, das ist unser Kostenvermeidungssystem, bisher war nur ich nie die Antragstellerin. Eigentlich bräuchte ich gerade eine Beraterin wie mich, die mich durch die Formulare führt und mir Mut gibt nicht aufzugeben.

Gegessen gestern weiter Gnocchi-Auflauf und dann Heißhunger auf Pommes und Burger und dann doch noch Essen bestellt. Mache ich sehr selten, aber gestern musste es irgendwie sein. Körperliches und seelisches Wohlbefinden gerade ganz ok, es gab schlimmere Tage. Auf in den Tag, ich hoffe, die Ärztin hat ein neues Rezept für mich, denn ohne Blutdrucksenker rumrennen ist keine gute Idee und da schwebt ja immer noch das Thema Adoption über mir, für das ich einen Brief vom Arzt brauche. Keine Ahnung, warum auch die zu adoptierende Person einen Gesundheitsnachweis bringen muss. Nächste Schikane, denn wenn jemand über meine Diagnosen Bescheid weiß, dann ist das mein Stiefvater. Nadine auf der Suche nach dem Passierschein, glücklich wer dabei nicht im Krankenhaus landet. Keine Musik im Ohr heute früh, dafür Hundefurz in der Nase, dann etwas Hundemusik:

Pillen, Arzt, der Teddy, Corona und Wunder?

Guten Morgen, ganz passable Nacht, aber jetzt schon gestresst, weil ich unbedingt zum Arzt muss, um meinen Blutdruck-Pillen zu kriegen. Keine Lust, auch keine Lust auf meine Schüler heute. Also eigentlich gar keine Lust auf gar nichts, nach den letzten Tagen. Gestern wurde es nochmal emotional, denn die Wohnung der Eltern muss geräumt werden und ich stehe wieder vor der Entscheidung Sachen mitzunehmen oder für immer aufzugeben. Nehme ich gar nichts mit, werde ich es bereuen, nehme ich zu viel mit, auch. Zu Tränen gerührt gewesen als gestern mein Teddybär aus dem Jahr 1986 wieder auftauchte, was habe ich diesen Teddy geliebt, er war mein alles. Da steht also eine 45-Jährige und klammert sich an einen Teddy und heult. Aber es ist gut, dass der Teddy wieder da ist, der ideelle Wert für mich ist unermesslich. Heute nochmal in die Elternwohnung, zum Glück habe ich noch Zeit mir Dinge auszusuchen und sie schrittweise in meine Wohnung/mein Leben zu integrieren.

Der Mann geht wieder zum Sport, vorbildlich und gut für ihn. Ich bin gerade überhaupt nicht vorbildlich, weil insgesamt überfordert von der Situation. Jetzt auch noch Mutterschmerz, das braucht man, wenn man eh schon emotional fertig ist. Der Vogel hat mein Licht im Wohnzimmer gesehen und singt ein Lied, also Licht wieder aus. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt und ich huste, muss noch einen Corona-Test machen und fühle mich genötigt mich boostern zu lassen. Der Entzug von Privilegien, wenn man nicht spurt, kommt mir irgendwie bekannt vor. Was alles ein Privileg war, merkt man dann meist erst später. Kosmetiktermin heute abgesagt, ich weiß nicht, ob ich da wirklich noch hin will und muss, aber ganz sicher nicht heute und jetzt. Ich habe gerade echt andere Probleme als eine jugendliche und sanfte Gesichtshaut.

Gegessen gestern Reste, Couscous mit Falafel und später Maultaschensuppe. Ab morgen gibt es wieder eine Kochbox für mich. Die Indizien in Berlin sind sehr hoch gerade, über 1000 in Neukölln. Kommt immer noch nicht in meinem Kopf, letztes Jahr bei einem Wert von 50 Hausarrest für alle, dieses Jahr bei 1000 macht, was ihr wollt. Muss man nicht logisch finden. Sehr viele Termine diese Woche, wobei das Abgrenzen immer besser funktioniert, ist mein Glas leer, ist es leer und es gibt keinen doppelten Boden mehr. Ich bin nicht die Heilsarmee, die jeden retten will. Oder schon, aber nicht für den Preis der Selbstaufopferung. Angefangen abends vor dem Schlafen mir einen guten Schlaf zu wünschen und es hat jetzt zwei Nächte geklappt, also weiter machen? Erinnert mich jetzt nur irgendwie an beten, aber wenn es hilft? Für mich ist der Unterschied zwischen religiösen Glauben und Psychose/Schizophrenie nicht wirklich groß, beides Zustände wo man an übersinnliches glaubt und Selbstgespräche führt. Was davon ist also gesund und was ist krankhaft? Hatte Moses jemals ein Gespräch mit Gott oder war er schizophren? Basieren die übermittelten Wunder in der Bibel auf Übersetzungsfehler und auf Erzählungen seelisch Erkrankter und ihr Erleben? Wer entscheidet, was ein Wunder ist und was Krankheit? Theologen? Psychiater? Die Pharmaindustrie?

Fragen zum Tag, die ich wohl nicht beantworten kann, Wissenschaft gegen Religion, warum niemals Wissenschaft und Religion? Länger erprobt ist wohl die Religion, aber hat sie damit automatisch recht in einer Informationsgesellschaft? Mit uralten Geschichten, die keiner beweisen kann? Mit Geschichten, die man heute eher der Psychiatrie zuordnen würde? Mit Geschichten, die grausamer sind als so manch ein Horrorfilm heute? Tradition oder Moderne? Ist neu immer besser? Oder doch das, was seit Jahrhunderten erprobt ist und funktioniert hat? Ich weiß es nicht und sehe in jeder Bewegung ihre Berechtigung, aber auch Kritik an beiden Systemen. Die Kirche missbrauchte ihre Macht zu oft, die Wissenschaft erklärt jeden Trauernden gleich zum Depressiven und will, dass er/sie Pillen nimmt. Die Wahrheit, die Wahrheit, sie liegt wohl irgendwo dazwischen, ich muss meine finde oder vielleicht auch besser nicht? Das Publikum der Ärzte beantwortet es mit einem eindeutigen „NEIN!“

Angst, Ärzte, sterben und lieber allein

Guten Morgen, keine so tolle Nacht, aber solange wieder hingelegt bis fast 8 Stunden voll waren. Heute Arzttermin Nummer zwei die Woche, nachdem ich gestern meine Ärztin zu einer Blutuntersuchung bringen konnte, wird heute mein Herz untersucht und ein Langzeit EKG gemacht. Ich habe Angst, aber das ändert gar nichts, außer vielleicht die Werte. Nichts machen und einfach sterben ist auch keine Lösung, dann bin ich halt mal teuer für die Krankenkasse. Meine Mutter meinte immer, wir brauchen nicht zum Arzt. Im Nachhinein denke ich, weil sie neben der Arbeit keine Zeit dafür hatte? Ich erinnere mich wie ich als Kind mit Masern fast an Fieber gestorben bin, weil meine Mutter mich tagelang im Bett liegen ließ und nicht zum Arzt mit mir ist, bis das Fieber dauerhaft bei 42 Grad war. Der Arzt hat dann ziemlich geschimpft und sprach von Lebensgefahr. Vielleicht der Grund warum ich mich heute genauso dämlich verhalte und die Arbeit wichtiger finde als die Arztbesuche. Aber nicht diese Woche, diese Woche habe ich mich krankschreiben lassen, um zu allen Ärzten zu rennen. Ein Blutbild wurde, glaube ich noch nie bei mir gemacht und mein Herz auch noch nie untersucht. Der Herzarzt war ziemlich überrascht als ich das mitteilte, aber es gibt keine Pflicht zum Arzt zu rennen. Immerhin kein Durchfall heute, das ist doch mal was und esse ich eine warme Mahlzeit während des Tages, gibt es auch keine Bauchkrämpfe. Dieses morgens minimal Frühstücken und dann erst abends wieder essen, findet mein Bauch gerade nicht lustig. Die Vögel stressen gewaltig, vielleicht weil die Sonne endlich mal wieder scheint. Der Kaffee schmeckt und ich versuche ruhig zu bleiben, wenn ich krank bin, dann bin ich halt krank, wenn ich sterben muss, dann muss ich halt sterben. Mein ganzes Leben lang wollte ich immer wieder sterben, diese Welt erschien mir zu oft nicht lebenswert. Früher wollte ich durch einen vermeidlichen Tod meine Mutter bestrafen, habe es aber dann doch nie gemacht und heute ist sie tot und ich denke, sie ruft nach mir. Es gibt aber auch Menschen auf Erden, die nach mir rufen, die mich noch brauchen, also ab zu den Ärzten und hoffentlich weitergelebt. Die Frauen in meiner Familie sind eigentlich alle sehr alt geworden, außer meine Mutter. Der genetische Vater scheint auch noch zu leben, bisher keine Post vom Anwalt bekommen. Hier allein zu sein, ist immer noch seltsam, einerseits herrlich, dann auch wieder gruselig. 18 Jahre musste ich warten, bis ich endlich allein leben durfte, ohne Fremdbestimmung, ohne ständig umgesetzt zu werden und auf die Launen der Erwachsenen ständig Rücksicht zu nehmen. Vielleicht der Grund warum ich auch heute noch lieber allein lebe. Ich will keine Gefangene sein, von niemanden. Auf in den Tag, genug therapeutisch geschrieben heute und den passenden Song zum Leben und sterben:

Sturmfrei, Arzt, Zimmer, Keller und Bestellung

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber tief und traumlos. Heute hat er endlich Arbeit, ich freue mich auf sturmfrei. Ein Arzttermin wartet auf mich, was soll ich sagen? Ich vertrage das Medikament immer noch nicht, das sind nicht nur Anpassungsschwierigkeiten wie sie es nannte. Manchmal frage ich mich schon, ob sie sich von der Pharmaindustrie einladen lässt. Mit ihm gemischte Stimmung, gerade war er wieder aggressiv, weil ich wissen wollte, warum er sich Kopfhörer bestellt, obwohl er welche hat. Gestern das Zimmer umgestellt, er hat jetzt deutlich mehr Platz als vorher und einen anständigen Stuhl mit großem Schreibtisch. Viele meiner Sachen sind jetzt im Keller, Keller aufräumen wird damit eine Aufgabe der Dringlichkeit. Er ist nachts irgendwann aufgestanden und hat auf dem Sofa gepennt, ich war wohl zu laut, das tut mir dann immer leid. Aber nach der Staubaktion gestern, nicht überraschend, dass meine Nase verstopft war, das wird jetzt dauern, bis die Allergie weg ist. Der Kaffee schmeckt und mein Termin ist erst gegen 12, aber liegen bleiben, wenn er wach ist, klappt irgendwie auch nicht. Gestern Nacht noch Risotto gekocht, aber er will diese Woche keinen Reis essen, schade, dabei habe ich mir Mühe gegeben. Aber ich vermute ihn hat es erschreckt, dass ein Großteil seiner Kleidung jetzt zu klein ist. Dafür übernehme ich aber keine Verantwortung, ich biete ihm nicht ständig zu viel von der falschen Nahrung an. Er wählt selbst seine Nahrung und auch wie viel und in letzter Zeit hatte er gerne mal 3 warme Mahlzeiten am Tag, ohne mich. Keine Lust heute nach Schöneberg zu fahren und erst recht nicht zur Postfiliale, in der Kälte auf unbestimmte Zeit anstellen. Er hat morgen Geburtstag, scheint aber dazu gar nicht in Stimmung zu sein. Wird Zeit für Arbeit, ich bin müde hier ständig einen Mann zu haben der stundenlang laut telefoniert und die Küche leer futtert. Heute Abend eine Lebensmittel-Lieferung, ich weiß seit der Pandemie jammere ich auf hohen Niveau, aber ich war es halt gewohnt jederzeit alle Nahrung aus allen Ländern zu kleinen Preisen haben zu können. Das ist jetzt nicht mehr so und wenn dann zu deutlich höheren Preisen. Das neue gebrauchte Sofa ist gut, es ist zwar fleckig, aber die Sitzflächen sind dank Federkern nicht so durchgesessen wie bei meinem alten Sofa. Gegen die Flecken habe ich aber Natron bestellt und werde das heute Abend wohl angehen. Auf in den Tag, will nicht in die Kälte, aktuell ist es sogar mir zu kalt.

Wasser, Paar-Zeit, Postfach und Dosis

Guten Morgen, das war doch mal eine erholsame Nacht, meint auch der Blutdruck und Puls. Erleichternd, denn gestern der Tag war dann doch sehr aufregend. Morgens zu Netto, danach arbeiten an der Präsentation, dann zu Eigentümerversammlung, dann zum Zahnarzt und dann nach Hause eine Lebensmittel-/Getränkelieferung empfangen. Das mit der Lieferung ist schiefgelaufen, das wichtigste: 18 Liter Wasser wurde einfach nicht geliefert. Jetzt habe ich kein Wasser und darf rennen und schleppen, sehr ärgerlich. Eigentlich hatte ich nur bestellt, weil ich das Wasser geliefert bekommen wollte. 😦 Ich hatte mich eigentlich gefreut, heute nicht das Haus verlassen zu müssen, aber ohne Wasser geht es nicht. Anstrengend war der Tag und abends der Blutdruck und besonders Puls erhöht. Aber ich habe das alles an einem Tag geschafft, das wäre vor ein paar Wochen nicht denkbar gewesen. Mir scheint es also wieder gutzugehen, schade das es zeitgleich ihm immer schlechter geht. Irgendwie kommen wir nicht zur glücklichen Paar-Zeit. Ein grauer Tag grüßt und ich habe heute Spätschicht, aber es wartet genug Arbeit auf mich, um den Tag rumzukriegen. Die Blumen von der Hochzeit vergammeln langsam, schade, so schnell ist Hochzeit vorbei. Tee rinnt mir die Kehle herunter, Wasser ist alle, Brötchen warten im Tiefkühler und Aufschnitt im Kühlschrank. Heute mal ruhig, ohne Fahrten quer durch die Stadt. In meinem Postfach wartet die Arbeit, wieder Frauen und keine Männer. Männer fragen wohl nicht so gern um Hilfe. Wasser kaufen gehen oder nicht ist die Frage, ich mag eigentlich nicht, saufe aber allein jeden Tag mindestens 2 Liter. Gegessen gestern Pizza und Salat, endlich ist mir nicht mehr übel und ich habe auch keinen Durchfall. Trotz drastischer Reduktion von ursprünglich 15mg auf 2mg keine psychischen Auffälligkeiten, im Gegenteil mir geht es soviel besser. Meine Ärztin meinte aber das 2mg nichts bringen können, also ganz weglassen? Ich warte lieber noch ab. Ihr Ansatz von viel hilft viel, funktioniert bei mir nicht. Erstmal Brötchen und dann wahrscheinlich murrend zum Supermarkt und Wasser schleppen. 😦