Temperatur, Bude, Brautschuhe und Schutzengel

Guten Morgen, morgens ist es temperaturmäßig noch am besten. Schade, dass das nicht so bleibt. Ich wünsche mir Regen, aber mein Wunsch blieb bisher unerhört. Die Nacht allein war nicht so gut, wach gewesen, Herzrasen, aber ich lebe. Heute vielleicht mit einem Freund zum See, mal sehen, wann der sich meldet. Warte aber auch auf eine Lieferung meiner Brautschuhe, wenn sie mir denn gefallen. Gestern wieder nicht viel passiert und die Bude sieht nicht toll aus, keine Ahnung wie man fast eine Woche Urlaub zu Hause haben kann und trotzdem nicht aufräumt. Aber ich habe keine Lust, einkaufen und kochen reicht mir und dann vielleicht noch das Notwendigste. Am Montag ist ihr Geburtstag, am Dienstag ihr Todestag, aber noch geht es. Der Tee schmeckt, obwohl auch ein Kaffee möglich gewesen wäre. Ein Termin für den Ehevertrag muss gefunden werden. Immer noch keine Lust auf Arbeit, aber ich habe gerade Halbzeit meines Urlaubs, also darf ich das wohl auch. Er hatte gestern Schicht, aber hat sich nächsten Dienstag für mich und meine Trauer freigenommen. Mein Schutzengel auf Erden ist tot und ich weiß nicht, ob der Vater als Schutzengel taugt. Er spürt mich nicht. Ich konnte meine Mutter immer spüren und sie mich auch, egal wo wir gerade auf der Erde waren. Deswegen wusste ich auch vor den Ärzten, dass sie tot ist. Ich spürte sie nicht mehr und saß hier heulend allein. Wir hatten ein sehr starkes Band, ein Band, dass ich wohl nie wieder mit jemanden haben werde. Lilien blühen in meinem Wohnzimmer, ich liebe Lilien, für Sie wächst auf dem Balkon eine Sonnenblume, das war ihre Lieblingspflanze. Ich hoffe, die Sonnenblume blüht bis zu ihrem Todestag. Wie sehr hätte sie sich über meine Hochzeit gefreut, wie sehr hätte sie mir geholfen, aber jetzt hilft mir Niemand, außer die Freundin in der Türkei per Ferndiagnose. Aber gut, ich war in meinem Leben auch Sekretärin, ich weiß wie man Dinge organisiert. Außerdem bin ich auch ein Sparfuchs, was hilft, nachdem unser Hochzeitsgeld Corona bedingt nach Nigeria gegangen ist. Von gar nichts Hochzeit feiern ist aber nicht möglich, da muss er jetzt durch. Auf in den Tag und Fenster geschlossen, bevor es wieder zu warm wird.

Chaos-Bude, Urlaub, sein Koffer und LPs

Guten Morgen, wieder zu wenig geschlafen, aber gut. Sitze in einer Chaos-Bude und muss hier einiges, putzen, räumen, aufräumen und einräumen, denn sämtliche Inhalte aus dem Regal und auch Kleiderschrank liegen hier jetzt uneingeräumt rum. Aber gut ein Schritt weiter, endlich steht der Kleiderschrank im Schlafzimmer und das Regal im Arbeits-/Vogelzimmer. Gestern eine Aussprache mit dem Vater, alles wieder gut und wir fahren allein in den Urlaub, sollte das trotz Corona im August möglich sein. Damit hat seine Neue das erste Mal Punkte bei mir gesammelt, denn Sie hat sich von den Urlaubsplänen zurückgezogen. Sie kann meinen Vater das ganze Jahr haben, nur diese 2 Wochen im August gehören mir. Heute frei, das brauche ich auch, wenn ich mich hier so umschaue, so wie es gerade hier ausschaut, kann ich hier auf gar keinen Fall Homeoffice machen. Heute also Bücher abstauben und Bücher sortieren und Kleider (aus-) sortieren. Ich versuche dabei auch ihm Platz zu geben, denn all die Monate, die er hier lebte, musste er aus dem Koffer leben, denn ich hatte keinen Platz für seine Dinge und dabei hatte er doch nur diesen einen Koffer. Die Sonne scheint, aktuell 24 Grad hier und das finde ich angenehm. Der Kaffee schmeckt und der Tatendrang wird noch gesucht, ich will endlich wieder ein ordentliches Zuhause. In diesem Punkt bin ich nämlich etwas autistisch, alles muss seinen Platz haben und Chaos und Veränderungen sind beunruhigend. Kommt wahrscheinlich daher, dass ich im Chaos groß wurde, jetzt bin ich erwachsen und ich möchte (saubere) Ordnung. Das schöne dabei ist aber, man entdeckt beim Räumen alte Schätze wieder, wie z.B. meine LPs, da wartet gute Musik auf mich, Musik, von der ich glaube, dass sogar er sie mögen wird, denn es ist auch viel Jazz dabei. Brötchen warten im Tiefkühler und ein Topf coq au vin steht auf dem Herd. Alles wird anders und hoffentlich besser.

Ein Original aus meiner LP-Sammlung:

Arbeit, Master, Termine und Lachs

Guten Morgen, heute mal andersrum, ich gehe vor ihm ins Bett, ich stehe nach ihm auf. Die ganze Woche war es andersrum. Diese Woche fast 40 Stunden gearbeitet, aber es geht mir gut, eigentlich sogar besser, als mit wenig Arbeit, denn die Arbeit lenkt mich ab von möglichen Dramaanfällen, die meine Seele bereithält. Gestern lange auf Arbeit gewesen und viel beraten, es war ganz gut und meine Blutdruckwerte während der Arbeitswoche waren fast alle normal. Er muss vielleicht nach Nigeria, um einen Master vor der Universität zu verteidigen. Ich wusste nicht, dass er eigentlich schon einen Master hat. Das Essen mit der besten Freundin am Freitag war ganz gut, aber sie schürt das Misstrauen in mir, ihm gegenüber.  Die Bude sieht aufräumbedürftig aus, die Vögel brauchen frischen Sand, der Boden muss gewischt werden und frische gewaschene Wäsche trocknet und will weggeräumt werden. Nächste Woche ist mein Terminkalender auch sehr voll, ich meine es waren 8 Termine in 4 Arbeitstagen plus das normale Geschäft. Heute zum Vater, ich plane Nudeln mit einer Lachs-Spinat-Sahne-Soße, ich hoffe, es wird schmecken. Der Kaffee schmeckt und der morgendliche Blutdruck ist ok. Morgen ausruhen und aufräumen, ich habe keine Pläne, vielleicht bleibe ich auch im Bett. Auf in den Tag, ein grauer Tag wartet und mein Leben geht weiter.

9 Uhr, Gerede, Sommer, aufräumen, er und die Welt

Guten Morgen, ich scheine derzeit eine 9 Uhr irgendwas Aufsteherin zu sein, sogar an meinem freien Tag. Aber es ist ok, ich hatte trotzdem 8 Stunden Schlaf. Gestern war ok, viel Gerede mit dem Vater und zwischendurch rief noch eine Kollegin und die beste Freundin an. Nichts hier heute mit 19 Grad, das Thermometer ist lediglich von 28 auf 26 Grad gesungen, das nenne ich keinen Temperatursturz und auch kein Ende des Sommers. Heute nichts vor, außer Bude aufräumen und vielleicht noch einkaufen. Heute Abend nach seiner Deutschschule kommt er, ich freue mich auf ihn, ich habe ihn vermisst. Aber jetzt scheint es, dass wir noch viele Monate, vielleicht sogar mehr als ein Jahr haben, um weiter herauszufinden, ob wir wirklich zusammen passen und zusammen bleiben wollen. Diese Perspektive finde ich akzeptabel. Erst mal aufwachen, der Kaffee schmeckt und Brötchen warten. Es wird schon alles werden, irgendwie, einfach weiter machen. Die Welt dreht sich weiter….

Psychiaterin, Nachbarn, Personalgespräch und beste Freundin

Guten Morgen. Heute ziemlich zerknautscht, aber ein Arzttermin wartet. Es gibt viel zu besprechen, ich hoffe, da reichen die paar Minuten, die sie für mich hat. Ich fahre auf jeden Fall fast 2 Stunden durch die Gegend, um 10 maximal 20 Minuten mit meiner Psychiaterin zu sprechen. Ich bin müde, es ist grau und hier müsste mal jemand aufräumen. Gestern mit dem Vater und Hund war ganz schön, aber auch öde, da ich nicht kochen musste, hatte ich wenig zu tun. Nachbarn klingelten mehrfach, mein Vater ist durch die Nachbarn sozial eingebunden. Vielleicht sollte ich aufhören mich zu sorgen, dass er allein ist, er ist in seinem Haus niemals ganz allein. Ich vermisse ihn, aber ich habe Unterleibsschmerzen und ich denke, es geht bald los. Morgen ein Personalgespräch, ich hoffe, das verläuft erfreulich. Von meiner Seite aus, gibt es derzeit nichts zu meckern, ich hoffe die haben auch nichts an mir zu meckern. Das Geld ist noch nicht da, aber es kommt sicher die Tage. Der Kaffee schmeckt und ich habe keine Lust auf Frühstück, vielleicht später. Die Vögel singen, es ist grau und die Straße rauscht. Bei der besten Freundin geht es hoch her, ich hoffe sie und ihre Mutter durchschiffen die gefährlichen Kanten des Systems schadlos. Auf in den Tag, heute wird nicht gestorben.

Schlafen, einkaufen, putzen und selbständiger Eremit

Guten Morgen, wach gewesen gegen 8, aber wieder hingelegt. Es ist Sonntag, was will man da um 8 machen? Für mich ist die einzige valide Antwort: Schlafen! Gestern auf Arbeit war es sehr ruhig und so bin ich auch früher gegangen, ich wusste, ich muss noch einkaufen und ich wusste, die chaotische Wohnung wartet. Der Kühlschrank ist wieder voll und die Vorräte aufgestockt, dafür habe ich in zwei Supermärkten mehr Geld gelassen, als ich gestern verdient habe. Aufgeräumt habe ich einen Teil der Bude, der Rest muss heute passieren, ganz oben auf der Liste: Bad putzen, Vogelkäfige reinigen und Boden wischen. Seltsam heute allein zu sein, ich hatte das nicht geplant, aber deswegen ist es trotzdem ein Geschenk. Er findet es seltsam, dass ich auch mal gern allein bin, ich bin kein Mensch, der Gesellschaft um jeden Preis will. Ich komme gut alleine klar und kann das auch genießen. Vielleicht bin ich deswegen ein schrulliger Eremit, vielleicht aber auch nur eine selbstständige Frau, die Niemanden braucht, um in guter Gesellschaft zu sein. Gegessen habe ich gestern Lasagne und Schokolade, für mich ein leckerer Abend. Den Vögeln geht es gut, aber sie schweigen, der Kaffee schmeckt und die Sonne scheint. Seltsam meine kleine Welt, aber ich bin derzeit glücklich, so wie es ist.