Kaffee, Lager, Geschenke für Erwachsene und goldener Herbst

Guten Morgen, zu wenig geschlafen. Erstmal Kaffee und aufwachen. Heute Lager meine Vorfreude hält sich in Grenzen, aber irgendwann muss es getan werden. Dass der Vater mir allein diese Aufgabe gibt, finde ich immer noch unfair. Aber gut, mein Trostpreis ist wohl, dass dann heute endlich der Fernseher montiert wird. Geärgert gestern wegen Chaos auf Arbeit, das gab nach Feierabend schlechte Gefühle. Aber gut, dafür heute frei davon, genug Tränen die Woche gesehen und auch selbst geweint. Der Mann hat heute noch mal Fahrradschicht, aber ich werde wahrscheinlich nicht hier sein. Ich hoffe alles wird jetzt besser, wenn er bald genügend eigenes Geld verdient. Eine neue Mülltonne für die Küche bestellt und einen Stöpsel für die Badewanne, was man so spannende Dinge als Erwachsene bestellt und sich dann auch noch freut. Schenke mal einem Kind eine Mülltonne und einen Badewannenstöpsel, das freut es sich sicher sehr.^^ Aber die erwachsene Nadine hat dann für ihren Kurzurlaub einen Kosmetiktermin bestätigt und einen Hotelaufenthalt mit Hochzeitsgutschein in Stralsund gebucht. Es geht also nach Stralsund, vielleicht kann ich da auch die ehemalige Kollegin treffen. Bahnticket auch fast geschenkt, denn ich hatte noch Gutscheine von Toffifee. Einmal Stralsund und zurück nur 34 Euro. Wir können das gesparte Geld ja dann vor Ort ausgeben.

Sehe etwas Sonnenschein, die Überlegung heute Lager, Lager sein zu lassen liegt nah, ich könnte ja auch noch nächste Woche. Hatte schon ewig keinen freien Tag mehr und morgen noch Küchenarbeiten. Vor meinem Fenster wunderbar gelbe Blätter am Baum mit blauem Hintergrund, Herbstromantik. Schönheit muss beachtet werden, doch etwas goldener Oktober. Dazu ein Lied von Nat King Cole:

Freude, blaues Auge, Abifreund, Mutter und Arbeit

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, vielleicht doch früher ins Büro. Gerade sehr viele Beratungen, aber mein Azubi macht mir langsam Freude. Noch mehr Freude gibt es durch den Mann, der hat anscheinend endlich qualifizierte Arbeit gefunden. Leider bei einem Start-up, ich hoffe, das geht gut, die Konditionen scheinen aber in Ordnung. Jetzt muss er den Job nur noch behalten, ich werde helfen, wo ich kann. Bei einem Hotel in Stralsund angefragt, vielleicht geht es da im November noch hin. Der Vater kam gestern verschnupft ohne Bohrmaschine zur Pizza, kurz gesprochen, aber der hungrige Hund stresste gewaltig mit Kratzen am Boden. Wie es ausschaut werde ich das Wochenende durcharbeiten, obwohl ich morgen einen Urlaubstag nehmen werde, aber immerhin Montag halb frei. Morgen wartet das Lager auf mich, es wird Zeit das endlich zu Ende zu bringen. Ich weiß, dass auch meine Mutter damit kein Problem hätte. Die Frau vom aggro Psychonachbarn gestern gesichtet, sie hat ein blaues Auge. Dieser Mistkerl hat sie geschlagen? Der soll endlich ausziehen! Ich glaube nämlich nicht, dass sie irgendwer anders geschlagen hat. Ruhig ist hier gespenstisch ruhig und der Kaffee schmeckt.

Mit dem Abifreund aus Norddeutschland gechattet, er will nach Berlin, aber ich weiß nicht, ob ich ihn darin unterstützen sollte. Das Berlin, nachdem er sich sehnt existiert nicht mehr, denn er hat hier vor 20 Jahren gewohnt, seitdem ist hier sehr viel passiert und ich meine nicht nur den Mietenwahnsinn. Er ging doch davon aus, man könnte zentral in der Stadt für 400 Euro eine 2-Zimmerwohnung bekommen, ja träume weiter. Eine Einzimmerwohnung am Stadtrand vielleicht. Irgendwer macht hier jetzt abends/nachts im Hausflur Krach, ich meine einen afrikanischen Dialekt gehört zu haben. Bald Geburtstagsurlaub, den werde ich auch brauchen, ein Termin beim Friseur und der Kosmetik sind geplant, sonst aber nicht viel. Ich brauche dann auch mal Zeit für mich und die Wohnung. Am Sonntag geht es wohl weiter mit der Wohnung des Vaters, er will weiter die Küche ausräumen, dass mir das seelisch nah geht, dass ich am Sonntag nicht noch mehr Arbeit brauche, scheint ihm egal zu sein. Es ist schade, wenn Erinnerungen verschwinden. Ich habe manchmal den Eindruck mein Stiefvater hat wenig Respekt vor den Dingen meiner Mutter. Vielleicht versteht er den Wert auch einfach nicht. Aber gut, so habe ich die Chance ein paar Dinge zu retten, die er vielleicht entsorgt? Die ganzen alten Sachen, vor Berlin, kennt er nämlich gar nicht und hat auch keinen Bezug dazu.

Das war schon bei der Beerdigung so, dass er ihre letzten Jahre als wichtig erachtete, während die Tante und ich ihre jungen Jahre wichtiger fanden, also alles vor Berlin. Die Verdauung ist endlich normal, ich hoffe das ist ein gutes Zeichen, dass der Stresslevel in meinen Leben sich wieder normalisiert. Brauche wirklich wieder geregelte Verhältnisse und nicht ständig Ausnahmezustand, weder beruflich noch privat. Mehr auf den Schlaf und die Ernährung zu achten scheint hilfreich. Auch morgen einen Urlaubstag nehmen, ist, denke ich taktisch klug. Ich schaffe die volle Arbeitsleistung auch an 4 Tagen mit weniger Stunden, das sollte bloß nur nicht die Chefin erfahren, ich bin nämlich nicht scharf auf eine Lohnkürzung wegen Effektivität. Weniger Geld bei gleicher Leistung wie andere mit mehr Stunden ist nämlich irgendwie keine Belohnung oder Option. Wenn ich arbeite, bin ich halt ein Arbeitstier, ich finde dabei sollten Ergebnisse und nicht die Stundenzahl auf dem Zettel zählen. Genug herumgetippt, der Tag grüßt grau und kühl, aber nicht so windig wie gestern.

Auf zur Arbeit. Alles wird gut, irgendwann…..

Schlaf, Homeoffice, Mietenwahnsinn, Strom und Mindestlohn

Guten Morgen, endlich mal 7 Stunden geschlafen, ich hoffe das kann ich wiederholen. Gegessen gestern weiter Glasnudeln. Im Büro war es nicht so toll, denn es finden sehr laute Bauarbeiten statt, wie man da dann den ganzen Tag sein soll, ist gerade fraglich. Ist auch in der Beratung nicht so eine tolle Geräuschkulisse, wenn nebenan ein Haus abgerissen wird. Die Inzidenz steigt auch, also zurück ins Homeoffice? Ist jetzt nur blöd, ich habe bereits sehr viele geplante Termine. Gestern war sehr anstrengend, gleich zwei sehr verrückte Frauen, danach war ich platt. Irgendwer hier im Haus ist aus- und eingezogen, ich tippe auf die Wohnung über mir, schleichend werden hier alle Wohnungen von Eigentümern bewohnt. Der Mittelstand versucht seinen Arsch zu retten, in einem Berlin wo die Mieten explodieren. Wer es finanziell irgendwie kann, kauft sich eine Wohnung, um dem Mietenwahnsinn zu entgehen. Angefangen in meine momentane Teamleiterfunktion reinzuwachsen, wollte ich nie, aber wenn es sonst keiner macht, kann ich auch nach Hause gehen.

Die Stromgesellschaft hat Geld geschickt, da müsste noch mehr kommen, denn der Abschlag war viel zu hoch. Zum Glück lag mein Strom-Verbrauch schon immer bei nur 50 % dessen, was sie für einen Single-Haushalt erwarten/berechnen. Keine Ahnung wie ein Single-Haushalt so einen hohen Verbrauch haben soll, dafür müsste ich schon immer und überall alle Lichter und alle Geräte anlassen? Heute soll endlich die Mission Fernseher beendet werden, der Fernseher soll an die Wand montiert werden und der „wertvolle“ zu kleine Ikea-Tisch aus Pressspann kann entsorgt werden. Der Mann hat weiterhin Vorstellungsgespräche, für qualifizierte Arbeit, ich drücke ihm die Daumen, ich mag nicht dauerhaft die Frau sein, die mehr verdient und mehr zahlt. Ich wollte Gleichberechtigung, nicht die Zahlmeisterin sein. Will er ja auch, aber was soll man(n) machen, wenn man immer nur Jobs zum Mindestlohn bekommt? Ist auch schwierig für seinen Stolz.

Der Kaffee schmeckt, es ist dunkel, es regnet und windet stark. Die Jukebox im Kopf meldet diesen Song:

6 Stunden, das dumme Sachsen-Mädchen, kein Opfer und Barrikaden

Guten Morgen, 6 Stunden scheint mein neues 8 Stunden zu sein. Jetzt bin ich immer wach nach 6 Stunden. Gestern Abend noch ausgiebig mit der Ebay Käuferin gestritten, sie wollte kein Geld mehr überweisen und als ich einwilligte, damit sie mich in Ruhe lässt, wollte sie sogar noch Geld zurück, angeblich, weil Ware nicht in Ordnung war, warum hat sie sie dann mitgenommen? Beweisfotos, auf denen nichts zu sehen war, außer dass sie gute Ware in Säcke getan hat. So ein freches, stressiges, wahrscheinlich Nazi-Mädchen aus Sachsen. Entschuldige an alle netten Sachsen, aber meine Erfahrung ist erneut: Aus Sachsen kommt nichts Gutes. Ich hoffe sie meldet sich nie wieder, denn selbst wenn Ware nicht in Ordnung war, sie hat auch Ladeneinrichtung mitgenommen, die nicht Teil der Annonce war. Ach was rechtfertige ich mich, weil ich an ein gieriges, unverschämtes Mädchen aus Sachsen geraten bin. Ich verkaufe nichts mehr an Sachsen.

Ich muss trotzdem noch ins Lager, aber jetzt ohne Druck, die Wintersachen spenden bevor der Winter kommt, klappt trotzdem. Ach hätte ich doch komplett verkauft, für einen höheren Preis an eine angenehmere Person. Merke auch: Ebay Verkäufe nie wieder mit der eigenen Handynummer. Es ist noch dunkel, der Kaffee schmeckt und heute geht es ins Büro, finde ich aber gut, will heute nicht hier bleiben. Der 10te Tag Arbeit ohne einen freien Tag dazwischen, immer ist irgendwas an meinen eigentlich freien Tagen von der Hauptarbeit. Die Bude sieht nicht so gut aus, komme zu nichts, wenn ich hier bin koche oder schlafe ich. Gestern das hier gekocht, dem Mann waren das zu viele Glasnudeln und zu wenig Fleisch. Gestern Abend mit einem alten Freund aus Abi-Zeiten gesprochen, man sind wir beide alt geworden. Er ist so eine Mischung zwischen George Michael und Otto und damals ein verdrogter Partyking. Essenslieferung gestern hat geklappt, vollständig, keine Ahnung warum Rewe das drauf hat und Bringmeister nicht.

Auf in den Tag, die Überlebende lebt dann mal weiter, mit Erkenntnissen die meine Welt nicht braucht. Ich habe mich nie als Opfer gesehen, aber bin es doch? Obwohl Opfer bleiben liegen nach einem Attentat, ich bin immer wieder aufgestanden, wonach auch immer. Immer stolz mit dem Kopf durch die Wand. Barrikaden? Kein Hindernis, immer durch…

Psychonachbarn, Lager, heulen, Fisch, Bodenbeläge und Überlebende

Guten Morgen, der Kaffee schmeckt und alles friedlich. Irgendwas ist mit dem Psychonachbarn, entweder renovieren sie oder sie ziehen aus. Ich hoffe natürlich auf zweiteres, mein Wohlfühlfaktor würde sich stark erhöhen ohne sie. Gestern ein aufregender und tränenreicher Tag, die Heuschrecken aus Sachsen waren da und haben das Beste aus dem Lager mitgenommen. Leider ist das Lager immer noch voll, aber ich denke das Meiste davon kann jetzt gespendet werden. Hat mich sehr viel Kraft gekostet, erst körperlich beim Schleppen helfen und dann emotional, denn das ist Mama loslassen. Es macht aber keinen Sinn für mich den Kram zu horten, denn ehrlich gesagt, vor ihren Tod mochte ich den Kram nie. Ich hatte für mich nur beschlossen, dass alles noch unter Leute kommt und nicht entsorgt wird. Ihre Sachen sollen getragen werden, irgendwo auf der Welt von Leuten, die den Kram mögen. Danach total verspannt mit Schmerzen nach Hause und eine Runde geheult, ja heulen ist auch für starke Menschen was, denn es baut nachweislich Stress ab. Nicht heulen, wenn einem danach ist, ist Selbstzerstörung, die einem keiner dankt. Man kann es ja diskret machen und nicht öffentlich, das ist dem Stresslevel im Körper egal. Es gibt keine Extrapunkte für dramatisches öffentliches heulen.

Gekocht dann noch Fisch mit Gurkensalat und Kartoffeln, das war überraschend gut. Für den Moment fühle ich mich ein bisschen reich, weil ich gestern Geld gemacht habe mit dem Verkauf, aber Fakt ist, das ist wohl eher ein teilweiser Ausgleich des Corona-Dispos bei der Bank. Also jetzt nicht groß einkaufen gehen, das habe ich bereits gemacht. Feststellen müssen, dass Bodenbeläge scheiße teuer sind, was ich mir wünsche, liegt bei einem Raum schon bei 500 Euro Materialkosten. Ich würde sagen, da muss ich auf den Weihnachtsbonus warten oder doch noch auf den Lottogewinn der niemals kommt? Heute Abend ein Termin im Büro mit meinen Schülern, mal sehen wie das wird und wie ich den Tag bis dahin gestalte. Es wartet noch ein Ausflug in die weit entfernte Postfiliale, was würde ich mit meiner Freizeit machen ohne DHL.^^ Eigentlich wollte ich noch zu Netto, aber der hat für eine Woche zu, ich verkrafte es, aber die anderen? Ich hörte schon schreiende Nachbarn deswegen, ist ja auch doof, wenn der einzige Supermarkt in der Gegend einfach zu hat. Ich habe bestellt und werde den Arbeitsweg noch zum Einkaufen nutzen.

Die Sonne geht gerade auf, das ist ein schönes Spektakel, ich fühle mich ruhig, denke Mutter ist zufrieden und der Vater sicher auch, jetzt wo absehbar das Lager geräumt ist. Ein Song meiner Mutter, aber dieses Mal als Botschaft an sie: „Ich werde nicht ohne dich sterben!“

Zucker, Rente, Arbeit und erwachsen sein

Guten Morgen, wieder zu wenig geschlafen, aber nicht allein, der Mann ist da. Gekocht gestern schnelles Rindergeschnetzeltes, war gut, aber etwas zu viel Zwiebel. Aufgeregt wegen dem Termin im Lager, ich hoffe das klappt heute mit dem Verkauf, zum gewünschten Preis. Enttäuscht von der Lieferung gestern, die Eiscreme fehlte. Gestern beim Warten auf die Lieferung gemerkt wie abhängig ich von Zucker bin, ich konnte es kaum erwarten, dass die Schokolade und andere Süßigkeiten kommen. Böse Einsicht, da werde ich nervös, weil mir der Zucker fehlt. Ich hatte es mal ohne Zucker versucht, vor dem Tod meiner Mutter, aber dann starb sie und ich gab auf und habe es seitdem nicht mehr versucht. Zucker ist wirklich wie eine Droge, davonzulassen ist schwierig. Bin gespannt was die Rentenversicherung mit meinem Antrag auf medizinische Reha macht, eigentlich hätte ich schon seit Jahren mindestens eine Teilerwerbsminderungsrente beantragen können, denn ich kann seit der Krankheit nicht mehr Vollzeit arbeiten. Die Altersrente würde dadurch natürlich kleiner werden, aber wer glaubt schon an Altersrente?! Sollte meine Generation nicht lieber versuchen jetzt Geld zu bekommen, weil es später eh nichts mehr gibt? Der Vater sollte im Dorf meines Onkels sein, ich hoffe er hat eine gute Zeit. Ist schon schwierig mein Verhältnis zum Onkel, denn ich kann nicht vergessen, was er früher als Junky getan hat, dabei lebt er jetzt schon viele Jahre ein anderes Leben.

Mit dem Mann viel gesprochen, weil ich unzufrieden bin, aber er arbeitet gerade 50 Stunden plus die Woche an 6-7 Tagen diese Woche, ich sollte es wohl nicht so persönlich nehmen. Es scheint aber beruflich aufwärtszugehen bei ihm, während ich an Rente oder Umschulung denke. Die Lieferdienste der Stadt haben gerade ein Personalproblem, sie mussten alle ihren Stundenlohn erhöhen, geben jetzt unbefristete Verträge raus und zahlen zum Teil noch eine Prämie, wenn man anfängt bei Ihnen zu arbeiten. Das ist doch mal ein netter Effekt der Marktwirtschaft, dass den Sklaventreibern die Sklaven ausgehen und sie ihre Konditionen verbessern müssen. Viele von den Ridern (Fahrradkurieren) haben halt jetzt bessere Jobs und der Winter naht und macht den Job noch unattraktiver. Die Sonne geht auf und mein Blutdruck und Puls ist trotz Kaffee und Kippe ziemlich unten. Zu viel Arbeit gerade, zu viel Verantwortung. Ich will immer noch nicht erwachsen sein. Ich musste so früh erwachsen sein und habe die Kindheit großteils verpasst, da hat man dann später keinen Bock mehr auf erwachsen sein? Ich sage dazu nur: Ich wollte nie erwachsen sein:

Lebensmittelpreise, Wagenburgen, Geld und Pflastersteine

Guten Morgen, wieder zu früh wach, aber für den Moment fühle ich mich passabel. Homeoffice wartet, aber keine Eile, der Kaffee schmeckt, die Kippe auch und meine Verdauung scheint sich endlich zu beruhigen. Gestern viel beraten und nicht mehr eingekauft, dafür dann nachts bestellt. Nachts bestellen ist ziemlich kacke, besonders wenn Süßigkeiten im Angebot sind. Gestern einen Witz gelesen der lustig und gar nicht lustig in einem war, dass nämlich die Nudelpreise steigen werden, wegen Lieferengpässen, und man sich deswegen gut überlegen sollte seine Coronavorräte jetzt abzustoßen. Erst gelacht, dann wieder nicht, denn dass Lebensmittel knapp sind, ist in Deutschland nur ein preisliches Problem, in anderen Ländern bedeutet es aber gerade Hunger. Da fühle ich mich als dicke Frau in Deutschland gerade etwas elitär, was ich so esse würde woanders für viele reichen. Deutschland, dieses kleine, reiche Land in Europa, das Land der Nazis und Autos, die kleine Schwester der USA, auch wenn ich hier finanziell arm geboren wurde, bin ich im Vergleich zur Welt immer noch reich. Ob die Nudeln jetzt 50 Cent oder einen Euro kosten, ich kann es mir leisten, während woanders 50 Cent deutlich mehr Geld sind.

Aber zurück in mein kleines Berlin, gestern wurde der Köpi geräumt. Ich bin traurig, Wagenburgen werden wohl im immer mehr aufgekauften Berlin ganz verschwinden. Ein Grundstück in Mitte ist halt sehr teuer, da lässt man nicht dauerhaft 50 obdachlose Punks wohnen. Abends allerdings demonstrieren gehen oder eher sich eine Schlacht mit den Bullen geben, auch keine Lösung. Die Bullen sind doch nur die Exekutive des Geldes, das Berlin gerade für immer verändert. Wie will man das Geld und die finanziellen Interessen der Investoren bekämpfen? Ich denke, das geht nur mit Geld, nicht mit Pflastersteinen. Wir leben halt im Kapitalismus, da bräuchte man für jeden Euro schon einen Pflasterstein, damit das irgendeine Wirkung hätte.

Mein altes Berlin verschwindet, das Problem mit den Linke ist halt, die meistens haben kein Geld. Von Idealismus kann man keine Grundstücke kaufen, aber das wäre nötig. Also war ich gestern in der Badewanne und nicht bei der Demo, ich alte Dame. Gekocht oder besser nicht gekocht, Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Ja wenn ich allein bin, dann gibt es auch mal deutsches Essen. Heute Homeoffice mit zwei Beratungen und Leute anrufen, die nächsten zwei Wochen bin ich aber ausgebucht, also kann ich nur späte Termine anbieten. Es dämmert gerade und ich denke an meine Zeiten bei den Pfadfindern, wo wir am Lagerfeuer mit Gitarrenbegleitung von den Pflastersteinen sangen:

Allein, Pakete, Ebay, Strom und Englisch

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber selbst schuld, die Gardine nicht richtig zu gemacht und nachts von Licht von draußen erwacht. Ich wünsche mir eine Zeit zurück, wo ich allein beraten durfte. Es ist ätzend ständig einen Azubi dabei zu haben, ich denke auch für die Ratsuchenden. Gestern der Tag war ok, nicht so stressig wie die Tage zuvor, aber dann sehr müde von den Tagen zuvor. Zu Hause dann Pakete eingesammelt bzw. Nachbarinnen brachten welche vorbei. Nette Nachbarinnen, da hat es sich doch gelohnt ständig deren Pakete anzunehmen? Als Paket-Nachbarin scheine ich hier akzeptiert zu sein. Neue Tropfen in der Apotheke besorgt, es gibt gerade wieder Lieferengpässe bei Neuroleptika, weil Rohstoffe fehlen, ich kann also froh sein mein Medikament überhaupt gekriegt zu haben? Abrupte medikamentöse Umstellung wegen Lieferengpässen ist nämlich gar nicht lustig. Hatte ich schon in der Vergangenheit und war eine ziemliche Verschlimmbesserung. Die Käuferin aus Ebay will mich gerade wohl verarschen und/oder den Preis immens drücken, ich muss nicht jetzt an sie verkaufen, ich habe noch bis Jahresende Zeit und ein besseres Angebot als ihr aktuelles. Warten wir ab, eigentlich fand ich die Idee gut, am Sonntag alles los zu sein, aber nicht nur für ein Viertel des besprochenen Geldes. Ich weiß schon, warum ich Ebay anstrengend finde. Wirre Leute bieten unverschämte Preise. Staubsaugen müsste ich, besonders nachdem der Hund hier war, aber dann rastet der Nachbar wieder aus? Kann aber auch nicht sein, dass ich nicht staubsaugen darf!?

Ein bisschen Geld ist hereingekommen, das freut den Kontostand, heute sollte noch Geld vom gekündigten Stromversorger kommen. Finde ich dreist, wenn das Unternehmen wegen einem leicht gestiegenen Strom-Verbrauch den Abschlag ohne Rücksprache fast verdoppelt. Also gekündigt, ich bin kein Kreditgeber für notleidende Energiekonzerne. Gegessen Reste von den Nudeln nochmal in der Pfanne angebraten, meine Verdauung scheint Nudeln gerade gut zu finden und ich hatte wieder keinen Elan zu kochen. Schöne neue Welt, gerade weiß ich nicht wo oben und unten ist, versuche mir aber nichts anmerken zu lassen. Zu viel Veränderung. Die Apothekerin hat mir gestern ein „aktive Beine Tuch“ mitgegeben, muss ich mir Sorgen machen? Ist die Rente nah? Wenn Rente wenigstens ein lohnendes Geschäft wäre, ist es aber für Niemanden der nach 1974 geboren wurde. Gestern Songs gehört aus meinen Teenagerjahren, eine Zeit, in der ich behauptete Englisch zu können, aber Fakt ist gar nichts verstanden habe. Vielleicht einen Refrain, aber ansonsten nicht viel. Das blieb auch noch viele Jahre so, auch ein Abi mit einer Zwei in Englisch bedeutet nicht annähernd englische Songtexte verstehen zu können. Das Englisch, das in Deutschland in der Schule vermittelt wird, ist für die Tonne. Na schön, dass ich jetzt Jahrzehnte später raffe, was meine ehemaligen Lieblingslieder so für eine Aussage hatten. Egal, Hochmut kommt vor dem Fall? Heute mal ganz tief in die Hip-Hop-Kiste gegriffen, wissend was der Song aussagt….

Hund, Büro, Bulgur und 7-Tage-Woche

Guten Morgen mit Hund, das hatte ich mir alles anders vorgestellt. Besonders gestern Abend, als der Hund mal so spontan nach seinem Essen früher rausmusste. Keine Ahnung wie ich den jetzt ins Büro kriege, der Vater hat den Maulkorb vergessen. Heute viele Termine, ich hoffe, ich darf mal eine Beratung allein machen (ohne Azubi). Das stresst ständig unter Beobachtung zu sein. Geplant heute früh auf Arbeit, früh heim, denn abends noch eine wichtige Videokonferenz. Der Kaffee schmeckt und der Hund chillt, noch keine Ahnung was ich mit seinem Frühstück mache. Er hat vor meinem Bett geschlafen, das war sehr beruhigend, auch wenn ich weiß, dass er nicht als Wachhund taugt. Gestern viel gearbeitet und danach in den Wald, das hat uns beiden gutgetan. Ich sollte viel öfter in den Wald, auch ohne Hund. Gekocht mein vorerst letztes Dinnerly Menü, Bulgur mit Hackbällchen. Das mit Bulgur und Couscous hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Nichts vom Mann gehört, mich aber auch nicht gemeldet, keine Lust und er hat halt seine 7-Tage-Woche und ich aktuell auch. Diese Woche gar keinen Tag frei, erst wieder Montag, aber nur tagsüber. Wird Zeit für Ruhe, alles zu aufregend gerade. Blutdruck normal und ich verpennt. Gestern ein Selfie des Horrors im Wald gemacht, war ich deprimiert, aber auch scheiße müde und das sah man. Heute früh geht es schon wieder, immer noch dicke Frau, aber ohne Augenringe und Müdigkeit im Gesicht. Auf in den Tag mit Hund, gerade nicht viel zu erzählen, weil so beschäftigt. Bude sieht schlimm aus, ich sehe schlimm aus, alles sieht gerade schlimm aus und ich mache dann mal weiter…

Ruhe, Schlaf, Frühwarnzeichen, Neuroleptika und neue Ufer

Guten Morgen, endlich Ruhe, endlich genug geschlafen. Schlafen könnte ich gerade nur. Seele und Körper brauchen das. Alles zu viel gerade, ich will auf die Insel. Eigentlich will ich meine Ruhe, aber uneigentlich will der Mann heute früher vor seiner Schicht vorbeikommen, um zu reden. Ich für meinen Teil will aber gerade gar nicht reden, ich will meine Ruhe. Ich rede schon die ganze Woche, kann man mich nicht in Ruhe lassen? Ich war so froh, dass der Vater abgesagt hat und nun der Mann. Muss dem Finanzamt noch schreiben, die verstehen die Erbangelegenheiten nicht und vermuten Sie würden Geld bekommen. Das muss ich natürlich widerlegen, was ich alles muss. Die Chefin stellt die Team-Arbeitsstunden zur Diskussion, aber in der aktuellen Lage will ich nicht mehr Stunden, sondern eher das Gegenteil. Blutdruck wieder ok, die Tage zu hoch, zu viel Aufregung. Gestern nach der Arbeit noch im Lager gewesen, anstrengend, obwohl der Vater die meiste Arbeit gemacht hat, emotional anstrengend, ich schwankte zwischen: „Ich nehme hier alles mit nach Hause“ und Schimpftiraden, wie man so viel Kram ansammeln konnte. Der Kaffee schmeckt, es ist kalt aber sonnig, gestern endlich das Huhn mit Erdnuss gemacht, war lecker. Die Erdnusssoße war was Neues für mich, keine Erdnussbutter, dafür Matjes Ketchup. Kurz: Weniger Fett, aber dafür Zucker in der Soße. Verdauung hat sich auch etwas beruhigt, das ist immer ein Frühwarnzeichen, wenn die Verdauung durchdreht.

Morgen zum Psychiater, aber ich weiß nicht, was ich erzählen soll, er hat mir schon einen Medikamentenwechsel vorgeschlagen, aber das will ich nicht. Ich habe jetzt schon fünf verschiedene Neuroleptika probiert, ich habe keinen Bock auf ein Sechstes. Ehrlich gesagt habe ich das mit den Selbstgesprächen schon mein ganzes Leben und ich bin 36 Jahre damit klargekommen, ohne Medikamente, bis die Krise kam und ich offiziell als krank erklärt wurde. Allerdings gab es nie eine eindeutige Diagnose bei mir, jeder Arzt hatte eine andere Meinung, jeder ein anderes Medikament. Kann ich nicht einfach ich sein, ohne Stempel auf der Stirn und dazu passender Medikation? Die Medikamente haben mir so geschadet und mir so viele Jahre meines Lebens geraubt. Alle wollen Sie mich verändern und nennen das Hilfe, es ist aber wenig hilfreich, es sei denn emotionslos, asexuell, körperlich steif wie ein Roboter und extrem übergewichtig sein, soll eine Hilfe sein. Diese Woche beschlossen doch eine medizinische Reha zu beantragen, aber wie ich hörte kann das bis zu einem Jahr dauern, bis das was wird. Habe ich noch nie für mich beantragt, dabei mache ich das für meine Kunden ständig, vielleicht bin ich jetzt mal dran.

Keinen Bock auf den Mann, keinen Bock auf niemanden, ich möchte nur schlafen, vielleicht was kochen und auf dem Balkon sitzen, wenn dort die Sonne scheint. Herbst, der Winter naht und damit die Dunkelheit. Dunkelheit wie Regen auf traurigen Gemüt, aber Traurigkeit kann man nicht reinigen oder ertränken, sie wird nur größer, wenn man gegen sie kämpft, man kann nur lernen entspannt mit ihr zu schwimmen, vielleicht bis zu neuen Ufern.