Kompromisssache, Verkehrschaos und privilegiert

Guten Morgen, eine Beziehung haben, ist wohl eine Kompromisssache. Frau kann sich nicht beschweren, dass man zu wenig draußen ist und man(n) draußen zu wenig Liebesbekundungen macht, wenn frau nicht bereit ist sich auch draußen zu treffen. So war ich für meine Verhältnisse gestern sehr spontan und habe ihn abends in Kreuzberg auf ein Getränk getroffen. Dass mit Kreuzberg war eine blöde Idee, denn ich hatte nicht mit dem Verkehrs-Chaos gerechnet, den der Zug der Liebe verursacht hat. Warum muss gefühlt jede Demo in Berlin in Kreuzberg stattfinden? Die Stadt ist groß, es gibt sicher auch andere Bezirke, die sich über Meinungsäußerung freuen.^^ Wobei Meinung beim Zug der Liebe auch wohl eher sekundär ist, es geht doch wohl eher darum unter Drogen, Technomusik zu hören und den Verkehr lahm zu legen. So hatte ich gestern Abend viel Spaß von Treptow nach Kreuzberg zu wollen, das Ergebnis war, dass ich 30 Minuten im Bus saß, dann in der Höhe des Treptower Parks ausgestiegen bin und bis zum Schlesischen Tor gelaufen bin. Ich war eine halbe Stunde zu spät, aber gut, er war auch zu spät. Zurück war es dann ähnlich aufregend, denn laut BVG Info sollten die Busse fahren, aber sie fuhren nicht. Also wieder laufen, er war besonders begeistert davon. Die Nacht war ganz gut und nun ist er auf zur Arbeit und ich habe Zeit für Kaffee, bloggen und rauchen. Mein Vater hat mir nach Mitternacht mitgeteilt, dass ich heute nicht kochen brauche, da die Nachbarin ihm Essen gebracht hat. Ein bisschen spät, denn eingekauft hatte ich bereits nachmittags. Keine Ahnung, was ich jetzt mit dem ganzen Essen mache. Nur bedingt Lust nach Kreuzberg zu fahren, eigentlich braucht mein Vater mich heute nicht, Essen ist ja da. Arbeit gestern war okay, wir hatten eine Tandem-Beratung mit besorgten Eltern. Es ist schön wieder auf Arbeit zu sein. Mein Leben ist doch ganz passabel, gute Arbeit, einen lieben Freund und eine günstige und sichere Wohnung nicht am Stadtrand. Das haben nicht viele Berliner, ich weiß ich bin privilegiert.  Die Sonne scheint und der Tag erscheint freundlich, mal sehen, ob der Hund sich freut mich zu sehen. Weiter geht es, ich hoffe, der Bus fährt heute, nochmal laufe ich nicht die ganze Strecke.

Früh, Freundin, Flirten, Wahrheit und Stolpersteine

Moin, früher wach als nötig, aber immerhin 8 Stunden geschlafen. Gestern bereits gegen 1 pennen gewesen, weil ich so müde war. Mit der besten Freundin Mails geschrieben, aber mit keinem Kerl, die können warten und nächste Woche schon, bin ich kein Premium-Mitglied mehr auf der Flirt-Plattform. Ich scheine ein neues Talent zu haben, beliebt sein bei Leuten, die ich nicht leiden kann. Das war vor der Krankheit nicht so, da musste ich immer jederzeit jeden die Wahrheit ins Gesicht schleudern. Das war nicht so gut für mich, besonders beruflich, immer mit der Wahrheit zu wedeln. Fragt man mich, kriegt man immer noch die Wahrheit, aber fragt keiner, bin ich einfach so nett wie es mir möglich ist. Bin ich jetzt ein Schleimer? Oder einfach nur schlauer? Gestern war die Arbeit ruhig, keine Beratungen für mich, aber dafür genug andere Sachen zu tun, ich musste sogar länger bleiben, um noch Dinge zu erledigen. Danach dann einkaufen und abends Badewanne, geputzt habe ich hier gar nichts, macht aber nichts, kein Besuch in Sicht. Ein BVG-Abo abgeschlossen ab Juni, immerhin zahle ich mit Abo nur 63 Euro statt 81 Euro im Monat, bin gespannt wie die Busfahrer reagieren, wenn ich nicht mehr mit meinem Sozialticket winke. Meine berufliche Zukunft bleibt spannend, ich würde wirklich gern Trainerin werden. Aber erst muss meine Chefin zustimmen und dann muss ich mich erfolgreich bewerben, beides noch Stolpersteine. Obwohl in Bewerbungen schreiben bin ich eigentlich gut und ich sammel schon Argumente, warum ich geeignet bin. Make-up in China bestellt, ich komme in das Alter, wo Make-up die Attraktivität steigert, nichts mehr mit strahlender Porzellanhaut, ohne Schminke. Gleich zum Vater, dass Wetter ist mies und ich bin nicht sehr motiviert, aber das Hunde-Kuschelmonster wartet auf mich.

Horrornacht, Streik, Pizza, Arbeit und zu Hause

Was für eine Horrornacht, gestern Nachmittag fing es an: Halsschmerzen, Husten, Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Also bin ich bereits um 22 Uhr ins Bett, war aber die Nacht sicher 3-4 Mal wach und auf Toilette. Ganz schlecht heute auszufallen, eine Kollegin fehlt und komme ich jetzt auch nicht, fällt meine Beratung und die offene Sprechstunde aus. Hinzu kommt, dass die BVG heute streikt und ich ein Problem haben werde zur Arbeit zu kommen. Ich werde wohl zur Arbeit fahren, aber so kurz wie möglich da bleiben. Keine Ahnung woher ich das jetzt wieder habe, aber der Vater erzählt schon, dass derzeit viele Leute krank sind. Ich war, glaube ich letztes Jahr im April das letzte Mal krank. Komischerweise ist meine Nase nicht verstopft und ich kann auch riechen und schmecken, aber ich fühle mich dabei wie 100 Jahre. Sogar die Pizza gestern habe ich kaum angerührt. Ich hoffe, es wird besser nach der Dusche. Der Kaffee schmeckt und ich bin unvernünftig und rauche, auf zur Arbeit, dann aber so schnell wie möglich heim.

48 Stunden Eremitin on Tour

Hui ist die letzten 48 Stunden viel passiert. Die Eremitin war am Sonntag spazieren, hatte Besuch und hat viel geredet und weil das nicht reicht, war sie gestern mit der besten Freundin essen und danach in einer Bar und hat noch viel mehr geredet. Ein Wunder, denn sonst ziehe ich mich gern zurück in meiner Freizeit. Ich rede dann zwar meist auch viel, aber nur vom Sofa aus über das Internet. Menschen für die Kommunikation einfach zu treffen, erschien oft zu anstrengend. Aber es hat gutgetan. Blöd war dann nur, dass ich gestern Nacht am Rathaus Neukölln stand und mein Bus nicht mehr fuhr. Der fährt in der Woche doch tatsächlich das letzte Mal um 22:19 Uhr. Was soll mir das sagen? Dass Menschen in Treptow, gefälligst um spätestens 23 Uhr zu Hause zu sein haben? Die Fahrpläne der BVG scheinen diese Ansicht zu vertreten. Heute Arbeit, könnte anstrengend werden, ich habe zwei Termine und die offene Sprechstunde, ich hoffe die Freude der letzten zwei Tage, bringt mich gut durch den Tag. Bin wieder früher wach als nötig, mein Schlafrhythmus scheint wohl schon auf Frühling gepolt zu sein. Dem Vater geht es gut und ich habe ihm gratuliert, er scheint mir nicht böse zu sein, dass ich mir Zeit für Privatleben außerhalb der Familie genommen habe. Komische Sache gerade, ich fühle mich ganz anders, aber ich denke, es ist gut. Auf in den Tag, es gibt hier sogar Brötchen, wenn ich möchte, aber erstmal Kaffee.

Gebissen, illegales Aussteigen und verschenken

Keine Ahnung was mit mir los ist, aber 40 Minuten vor dem Wecker aufstehen ist eigentlich nicht meins. Nachts noch Nachrichten bekommen und sie erst jetzt gelesen, der Hund hat beim Verbandswechsel meinen Vater in die rechte Hand gebissen. Sieht böse aus, ist aber hoffentlich nicht so schlimm. Gestern früh meinen Busfahrer austricksen müssen, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Es gab eine Polizeisperre und der Bus konnte nicht weiter fahren, aussteigen durfte ich aus Sicherheitsgründen aber auch nicht, denn aussteigen auf einer 4-spurigen Straße, entspricht wohl nicht den Sicherheitsbestimmungen der BVG. Irgendwann stieg aber der Busfahrer aus, um mit der Polizei zu sprechen und ich nutzte die Chance, um ohne seine Einwilligung auszusteigen und zu einem alternativen Bus zu rennen. Damit war ich dann noch mit ausreichend Zeit vor meiner Beratung im Büro. Die Beratung hat mir dann sehr viel Spaß gemacht, es hat sich also gelohnt dafür illegal den Bus zu verlassen. Nach der Arbeit ein kleiner Einkauf und nach Hause, immerhin noch um die Wäsche gekümmert und Nudelreste in der Mikrowelle warm gemacht. Heute Arbeit, ohne Beratungstermine und danach nach Kreuzberg in den Laden. Seltsam ihre Dinge zu verschenken, aber ich weiß das wäre ihr lieber, als wenn wir sie wegschmeißen. Sie war eine große Sammlerin und Recyclerin, sie war immer dagegen Dinge einfach wegzuwerfen, wenn sie noch zu irgendwas gut sind. Draußen liegt noch mehr Schnee und es ist eisig kalt, gut mein Büro ist gut geheizt, aber im Laden wird es kalt sein, denn die Ölöfen sind bereits verkauft. Auf in den Tag, dick anziehen und durchhalten.