Falsche Emanzipation, frei und zu viel gekocht

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen. Der Tag gestern war stressig. Der Vater wollte unbedingt Möbel ausräumen und Möbel rücken, damit die Renovierungsarbeiten in der Küche beginnen können. Warum er sich dazu keinen Mann sucht, weiß ich nicht. Er sprach dann von Gleichberechtigung der Frau, was für ein Bullshit! Frau darf also Essen planen für ihn, einkaufen, zu ihm kommen, frühstücken, Schränke ausräumen, Schränke schleppen und sich dann an den Herd stellen und kochen und nebenbei noch einen Schrank schleppen? Gehts noch? Gleichberechtigung heißt nicht, dass ich alle Aufgaben einer Frau erledige und dann noch nebenbei die eines Mannes? Das ist keine Gleichberechtigung, das ist Ausbeutung! Gleichberechtigung ist, dass beide den gleichen Teil an Aufgaben tragen und erledigen. Nicht dass Frau nebenbei noch ein Mann ist, der Mann aber Mann allein bleibt und keine Frauenaufgaben übernimmt. Das ist ein großer Denkfehler der Emanzen der 80er, dass eine emanzipierte Frau einfach alle Frauen- und Männeraufgaben erfüllt. Emanzipation ist es erst, wenn Aufgaben, egal ob traditionell männlich oder weiblich, von beiden Geschlechtern zu gleichen Teilen getragen werden. Klar kann ich auch Handwerken und schleppen, aber dann bin ich nicht gleichzeitig auch Hausfrau, es sei denn ich bin allein. Genug aufgeregt, der Vater hat es auch eingesehen, dass mich während des Kochens zum Schrank schleppen aufzufordern von meiner Seite zu der Aufforderung führte, er möge dann das Essen zu Ende kochen.

Aber heute habe ich endlich frei, es kommen zwei Lieferungen und ich habe eine Telefonverabredung, mehr aber nicht. Vielleicht noch Pfandflaschen wegbringen, die türmen sich. Ein grauer Tag grüßt und der Vogel hält bisher den Schnabel. Keinen Hunger und den Kühlschrank voll von gekochten Sachen, denn auch gestern das Essen beim Vater war zu viel. Aber gut, so muss ich heute nicht kochen, ich kann Wirsingsuppe, Reis mit Tomatensoße oder die Tortellini mit Aubergine haben. Mir gestern Nacht Bodenbeläge angeguckt, aber bevor ich das umsetzten kann, muss erstmal Geld hereinkommen. Die große Lösung: Holzdielen abziehen, ist absehbar nicht machbar und noch teurer. Dem Hund geht es gut, aber gestern nicht dazu gekommen mit ihm zu kuscheln, der Vater hat mich auf Trab gehalten. Komische Welt in Veränderung gerade, aber der Ansatz auf bessere Zeiten zu warten ist vielleicht grundlegend falsch, weil die Zeiten nicht besser werden, sondern eher das Gegenteil während man wartet. Da sehne ich mir doch fast wieder meine Homeofficezeiten zurück, wo ich genug Zeit für Selbstfürsorge hatte. Immer entspannt aufstehen, keine Busfahrten und ein Mittagsschläfchen, wenn die Nacht mal wieder schlecht war. Nur das mit der Essensaufnahme war im Homeoffice eine Katastrophe.

Auf in den Tag, vielleicht ein Ei zum Morgen und mit Musik im Gehörgang: