Früh, kein magisches Denken, Tremor und Kylie

Guten Morgen, boah bin ich müde, aber Arzttermin heute um 10, das war schon der späte Termin. Der Kaffee schmeckt und der Terrorvogel lässt nicht auf sich warten. Er will vögeln, aber leider ist das nicht möglich und nein ich kaufe ihm jetzt keine neue Frau. Gestern der Tag mit dem Vater hat gutgetan und mich wieder etwas geerdet. Lamm und Kohl waren ganz gut und der Hund kuschelig. Wird Zeit da raus zu gehen, ohne auf Autos zu achten oder wenigstens ohne magische Bedeutungen zu suchen. Wieder zu wenig geschlafen, aber ich werde nach dem Arztbesuch ruhen. Heute Abend dann Unterricht für neue Leute in meiner Ausbildung, die ich 2017 abgeschlossen habe. Leider doch wieder Nebenwirkungen vom Medikament bzw. Medikamentenentzug, ich habe Schmerzen in den Händen und in der rechten Hand zeitweise einen Tremor. Auch das gilt es dem Psychiater heute zu berichten. Ich hoffe, der Tremor ist kein Dauerschaden vom Fluanxol, denn unter diesem Medikament trat er das erste Mal auf. Jetzt deswegen wieder Parkinson-Medikamente nehmen kommt aber nicht infrage. So eine zitternde Hand kann man auch verbergen, wenn ich z.B. eine Faust mache, hört die Hand auf zu zittern und zu zucken. Blutdruck normal, Herzschlag gestern etwas höher, aber ich bin gestern mehrfach die Treppen bis in den vierten Stock gestiegen und dann noch spazieren gewesen. Sehe etwas Sonne, gerade kein magisches Denken, eher blicken auf die Welt mit Schlitzaugen und Vorfreude, dass es etwas zu tun gibt, was mich von meinem Kopfkino ablenken wird. Der Weg zum Psychiater heute ist weit und wird mich wieder durch meine Trigger-Gegend führen, am besten ich gucke gar nicht aus dem Busfenster dabei. Mache ich es doch genauso wie alle andern Opfer und schaue auf mein Smartphone dabei. Aus dem Fenster gucken ist eh so 80/90er. Auf in den Tag, immer noch Corona, heute unbedingt die Chefin kontaktieren, ich hoffe sie hat Zeit, denn ich würde gern einen Arbeitsplan mit ihr besprechen. Ohrwurm zum Tage, wieder Kylie, dabei stehe ich sonst überhaupt nicht auf kleine, dürre, blonde Frauen, denn sie sind das Gegenteil von mir, egal, solange ich dabei gute Laune habe:

Gespräche, Ruhe, Schmerzen und arbeitsfähig

Guten Morgen, nicht so gute Nacht, aber genug geschlafen. Puls mal ganz unten, ich scheine wohl endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Gestern sehr aufgeregt gewesen wegen des Gespräches mit der Chefin aber ich denke, es war gut. Gekocht Kartoffelsuppe, für den gereizten Magen und für die Seele. Sehr viel telefoniert gestern, irgendwie brauche ich das gerade. Ich habe so eine innere Unruhe, weil gerade so viel für mich bedrohliches passiert. Ruhe, ich brauche wohl Ruhe und Zeit um endlich diverse Ärzte abzuklappern. Immerhin gestern etwas Haushalt gemacht und mir die Haare gefärbt. Der Vogel stresst, die Sonne scheint und es ist warm. Ein richtiger Sommer ist das aber nicht, es ist ständig dunkel und drückend. Kein Wetter wo man in den Park oder an den See fährt. Die Straße rauscht, immerhin ich denke ich habe gestern mein Trinkziel von 3 Liter Wasser plus erreicht, denn auch die Heilpraktikerin die mich massierte, entließ mich mit dem Ratschlag: Trinken, trinken, trinken. Scheint mein gestresster Körper zu brauchen und schaden kann es auf gar keinen Fall. Der Mann hat sich gestern nicht gemeldet, aber ich mich auch nicht, selten dass wir mal einen Tag keinen Kontakt haben. Gerade ist aber irgendwie alles gesagt und wir haben uns ja auch erst vorgestern gesehen. Der Kaffee schmeckt und für den Moment keine Schmerzen. So viele klagen im Entzug von Neuroleptika oder Antidepressiva von starken Schmerzen und seltsamen Zuständen und geben dann irgendwann auf. Weil es Wochen und Monate dauert, bei mir schon fast ein Jahr. Bei meinem aktuellen Medikament ist aber wieder hochdosieren keine Option, die Schmerzen und Nebenwirkungen, die ich dann kriege, sind noch viel schlimmer. Jetzt habe ich so viele Schmerzen hinter mir, das darf nicht alles umsonst gewesen sein. Was sind das für Medikamente, die die Seele stabilisieren sollen, aber den Körper schwerst abhängig machen? Einen Corona-Impfstoff entwickeln das geht schnell, aber gute Medikamente für jahrzehntelang bekannte Krankheiten entwickeln Fehlanzeige? Alles eine Frage der Priorität? Seelisch kranke Menschen scheinen keine Priorität zu sein. Ich zitiere dazu einen Spruch, den ich neulich gelesen haben: „In Deutschland wird man nicht gesund, sondern arbeitsfähig vom Arzt geschrieben.“ Das erinnert mich auch an mein Gespräch beim Arbeitsamt nach dem Klinikaufenthalt, die Vermittlerin fragte mich, ob ich endlich wieder arbeitsfähig sei. Ich antwortete, dass ich sehr starke Medikamente nehme und mich deswegen nicht für arbeitsfähig halte. Sie antwortete nur: „Medikamente nehmen viele Leute, das ist kein Grund nicht zu arbeiten.“ Willkommen in Deutschland gesunde Arbeit Fehlanzeige, denn wer krank ist kann ja so viele Pillen nehmen, bis eine Arbeitsfähigkeit gesehen wird. Kranke erst gesundzumachen, bevor sie wieder arbeiten, scheint im Konzept nicht vorgesehen zu sein. Wir sind eine Leistungsgesellschaft und Krankheit und ein Heilungsprozess kosten halt Zeit, aber Zeit ist Geld. Brötchen warten und ich denke an Rührei, hier weiter aufräumen wäre nötig, auch das Projekt Kleiderschrank wartet immer noch geduldig. Nach 3 Jahren kann ich vielleicht doch endlich die mittlerweile abgetragene Kleidung meiner Mutter entsorgen. Ehrlich gesagt mag ich die meiste Kleidung von ihr noch nicht mal, ich habe sie aus Trauer getragen, um ihr nah zu sein. Mein Kleiderstil war schon immer anders als ihrer, ich bin viel minimalistischer. Ich habe auch so genug von ihr, meine Seele mein Körper werden immer ein Teil von ihr bleiben, da brauche ich nicht noch ihre alten Kleider. Es ist noch genug Kartoffelsuppe von gestern da, kochen brauche ich heute nicht und mein Magen-Darm-Bereich dankt es mir. Auf in den Tag, so mitten in einer Pandemie und der Klimakatastrophe, überarbeitete in Trauer und auf Entzug von Neuroleptika.

Ruhe, Friede, Entzug und Traum

Guten Morgen, endlich genug geschlafen und einen Puls unter 90, was Ruhe alles so bringt. Auch der Blutdruck ist unauffällig, ganz anders als noch vor einer Woche. Er war gestern Wasser und Gebäck kaufen und hat gekocht, nachdem ich ihm erklärt habe, dass sein Finger nicht so schlimm ist wie gedacht. Es gab Rindfleisch in einer scharfen Tomatensoße mit Bohnen und Reis, fand ich gestern sogar lecker. Heute geht er in die Kirche, ein Glück, ein paar Stunden für mich oder eher um die Wohnung aufzuräumen und zu putzen. Das Wetter grüßt freundlich, kühl, aber es ist Sonnenschein zu sehen. Hier gerade Friede, nach heftigen Diskussionen gestern. Er will Geld in Bildung investieren, aber wir haben kein Geld und ich bin von der Jobgarantie danach nicht überzeugt. Aber sein Leben soll er machen und mir das Gegenteil beweisen. Ein Lottogewinn wäre hilfreich, aber der kommt leider nicht. Ich will endlich meine Ruhe und nicht ständig seinen Druck mittragen, ich glaube, wenn er ausgezogen ist, werde ich lachen und weinen zu gleich. Die Waschmaschine läuft denn ich wasche seinen Sachen nochmal durch bevor er geht, am neuen Ort gibt es keine Waschmaschine. Ich wünsche ihm das Beste, aber mir auch und das ist nun mal gerade Ruhe. Der Kaffee schmeckt und ich habe meine Ruhe beim Bloggen, während er mal wieder telefoniert, keine Ahnung woher er so viele Menschen kennt, die alle ständig mit ihm telefonieren wollen. Hormonell geht es mir wieder besser, ich spüre wie mein Körper sich erholt und hoffentlich endlich aufhört zu glauben ich würde stillen. Haare färben wäre auch mal wieder angesagt, aber wenn er ständig hier ist, geht das nicht. Ich will endlich wieder eine aufgeräumte, geputzte Wohnung, mit offenen Fenstern und Türen und viel Frischluft. Ich will hier keine Heizkosten zahlen, wenn draußen 20 Grad sind und ich möchte mich in der Dusche oder beim Händewaschen nicht ständig verbrennen, weil er die maximal heiße Wassertemperatur eingestellt hat. Ich glaube ihm ist nicht bewusst, was das für Kosten sind, denn er hat in Deutschland noch nie in einer Wohnung gelebt, wo solche Kosten extra abgerechnet wurden. In seinen Studentenunterkünften war immer alles inklusive. Aber ich denke das muss er selbst herausfinden, herausfinden wie das hier läuft. Ich für meinen Teil möchte zu meinem sparsamen Lebensstil zurückkehren und durchatmen. Aber gut, nicht alles seine Schuld, beim Essen hatte ich auch allein Corona bedingt aufgedreht, Essen als gäbe es kein Morgen mehr und er hat gerne mitgemacht im kulinarischen Luxusleben. Hinzu kommt, dass ich in den letzten Monaten aufgrund der Krämpfe und Schmerzen nicht mehr allein einkaufen konnte, selbst wenn ich gewollt hätte. Aber das scheint jetzt endlich vorbei zu sein, ich fühle mich endlich wieder fit genug einkaufen zu gehen, notfalls auch Getränke. Dass ich die letzten Monate so schräg darauf war, konnte er nicht verstehen, denn ich habe ihm nicht von meiner Medikamentenumstellung und meinen Medikamentenentzug erzählt, weil er gegen Medikamente ist. Er musste also mit einem weinerlichen Häufchen Elend zusammenleben, ohne eine Erklärung zu bekommen. Meine Schuld, aber rückblickend wohl gut, dass ich damit nicht ganz allein geblieben bin. Nicht an die Arbeit gedacht, die kommt früh genug zurück, auch ich habe eine Auszeit verdient und bin damit immer noch die Kollegin mit den wenigstens Krankheitstagen. Die Tage endlich eine Sache aufgeklärt, die mich lange sehr quälte, da war, eine Erinnerung von der ich lange nicht wusste, ob sie real oder ein Traum war. Jetzt bin ich mir sicher, es war ein Traum, denn die Gegebenheiten des Traums passen nicht mit den tatsächlichen zeitlichen Ablauf in der Vergangenheit zusammen. Bin ich erleichtert, diesen Alptraum kann ich also endlich loslassen. Früher mal in den Kalender schauen und nachrechnen, was wann wie passiert sein kann, hätte sicher geholfen. Ein ruhiger Sonntag, genug Kaffee, vielleicht Frühstück und Freiheit gespürt.

Besser, Amsel, Spargel und Baden

Guten Morgen, besser, aber optimal ist anders. Zu wenig geschlafen, aber gut ich habe frei, ich kann später noch schlafen. Passiert ist gestern nicht viel, habe viel geschlafen und brauchte das auch, nervige Diskussionen mit dem Mann, keinen Bock zu kochen und bestellt und abends auf dem Balkon gesessen und einer Amsel gelauscht. Wird Zeit, dass er auszieht, um mich zu erholen brauche ich Ruhe oder sehr gute Unterstützung, beides ist nicht gegeben, wenn er hier ist. Er ist mit sich selbst beschäftigt und nun mal so laut wie er ist. Vielleicht bin ich auch das böse Weib, dass sein Territorium nicht teilen kann, vielleicht aber auch nicht. Oder wir geben Corona die Schuld, wir beide wären seelisch sicher besser drauf ohne Corona. Er hätte vielleicht schon einen besseren Job, ich würde nicht im Homeoffice sitzen und überarbeitet sein, kurzum wir würden hier beide nicht am seelischen Limit jeden Tag aufeinander hängen. Der Tag grüßt grau und er und auch die Ex-Kollegin haben heute ihren ersten Arbeitstag im neuen Job. Ich habe heute gar nichts, außer vielleicht das Spargel-Risotto, dass eigentlich für den Vater bestimmt war. Der Psycho-Nachbar hat was Neues, laut und aggressiv singen was dann in Schreien mündet. Kann ich verstehen, mir ist auch nach Schreien. Gut ist, dass ich weniger Appetit habe, keine Fressanfälle am Abend gerade und auch tagsüber brauche ich weniger Nahrung. Abnehmen wäre ja schön, aber ich bewege mich zu wenig. Lange Gespräche mit dem Freund aus Frankfurt, wir stützen uns gegenseitig, vorgestern Nacht hörte er sich mein getipptes Geschreie an, gestern Nacht ich seinen Frust. Ruhig hier, keine Geräusche, keine Gespräche, es gibt nichts zu sagen, warten auf das Ende der Pandemie. Immerhin keine körperlichen Schmerzen gerade, Bein ist ok, Rücken ist ok und auch keine Zahnschmerzen. Die Steifheit der Muskeln und die Krämpfe sind alles andere als lustig, aber wohl normal bei Neuroleptika-Entzug. Baden war ich auch gestern Abend, ein Sole-Bad, gut gegen Muskelkrämpfe und Bluthochdruck, werde ich heute wieder machen. Brötchen warten zum Frühstück und er hat Kaffee gemacht, auf in den Tag, es gibt keinen Ort zum Weglaufen.

Blutdruck, Hormone, Corona und Mutter

Guten Morgen im neuen Editor, nein ich will das nicht lernen, aber ich muss wohl. Gestern war ein beschäftigter Tag, einiges zu tun gehabt auf Arbeit und viel telefoniert und geschrieben. Zum Abend ging mein Blutdruckmessgerät kaputt, jetzt muss ich das mit der Manschette vom Arzt benutzen. Vor dem Teil habe ich aber tendenziell Angst, denn das Pumpen ist sehr unangenehm und die Werte meist höher als nur mit dem Handgelenkteil. Heute also Bluthochdruck bei 150 zum Morgen, nicht schön, wie ich aber vermute nicht lebensgefährlich. Meine Hormone scheinen durch die Reduktion auch verwirrt zu sein, ich habe viel zu früh meine Tage. Vielleicht ist mein Unwohlsein gerade auch durch Entzugserscheinungen vom Medikament geprägt. Denn abgesehen von Medikament ist gerade alles gut, kein Streit, keine Katastrophen, alles friedlich. Kaffee lassen wir mal lieber, ich will leben, auch wenn ich immer noch am Erwachen bin. Die Vögel piepsen, ein grauer Tag grüßt und ich vermute, heute wird weniger auf Arbeit los sein. Heute kommt er vorbei, ich freue mich auf ihn, seine Gegenwart tut mir gut, im Zweifelsfall auch ohne Worte. Er wollte mir eine Fitness-Uhr schenken, aber ich will keine Uhr tragen und erst Recht keine, die mich über meinen Blutdruck informiert, ich messe jetzt schon viel zu oft und mache mich damit wahnsinnig. Ich will nicht die Frau sein, die jede Minute ihren Blutdruck überprüft. Stattdessen ist es jetzt Haaröl als Geschenk geworden, im Zweifelsfall bin ich dann die Leiche mit glänzendem Haar. Er scheint wohl um meine Gesundheit besorgt zu sein, das finde ich schön, ich dachte ich bin damit allein. Aktuell scheinen da draußen immer mehr verrückte Leute unterwegs zu sein, Corona tut uns allen nicht gut. Die letzte Woche gleich zwei Personen im (psychotischen?) Selbstgespräch unterwegs getroffen, das geht mir dann immer nah, denn 2013 war ich selbst so eine Frau. Ich kann immer noch nicht fassen, dass meine Mutter nicht mehr lebt, neben all der Trauer ist dabei auch ein Stück Befreiung zu spüren, denn sie war sehr dominant und als Kind auch brutal zu mir. Das alles ist jetzt vorbei, die fürsorgliche aber auch kontrollierende und bevormundende Mutter. Ich bin endlich frei, ich muss sie nicht mehr tragen, ich muss nur mich tragen. Ich hoffe ich überlebe das, ich hätte gern noch ein paar Jahrzehnte mein Leben. Auf in den Tag, weitermachen und überleben trotz aller Widrigkeiten, das habe ich von ihr gelernt.