Nachtschicht, Lärmschreck, Blutdruck und Basenbäder

Guten Morgen, nein ich bin noch nicht wach, aber er ist nach seiner Nachtschicht gekommen und schläft jetzt. Er mag die Nachtschicht nicht, die Nachtschicht ist aber gerade der best bezahlte Job, den er haben kann. Ich darf heute auch wieder arbeiten, mal sehen wie es wird, könnte anstrengend werden. Der Kaffee schmeckt und ein blauer Himmel mit Wolken ist zu sehen. Er schnarcht, aber das finde ich schön. Gestern versucht zu ruhen, aber meine Nachbarn haben sehr laut Mucke gehört und ihre Kinder angeschrien. Diese Nachbarn sind wirklich der Lärmschreck des ganzen Hauses, aber klingeln bei mir wegen Monster. Kaum ist er wieder da, ist auch mein Blutdruck wieder zu hoch, ich finde das nicht so erfreulich, aber Trennung wegen dem Blutdruck? Kann ich ihn mir gesundheitlich nicht leisten? Aber ich vermute, dass es mir bei jedem anderen Mann mit ernsten Absichten genauso gehen würde. Es ist die Panik, nicht die Blutgefäße, die den Bluthochdruck entstehen lassen. Wäre es ein rein körperliches Symptom, hätte ich allein und in Ruhe nicht Werte zwischen 100 und 110. Gestern nicht viel passiert: Einkaufen gewesen, Wäsche gewaschen, zwei Schlafversuche die wegen Mucke und Geschrei scheiterten, Reste essen und ein bisschen Aufräumen. Jetzt wo hier eine Hochzeit geplant wird, vermisse ich meine Mutter besonders, es gibt so viele Dinge, bei denen sie mir normalerweise geholfen hätte, aber ich muss alles allein regeln. Es gibt zwar noch den Vater, aber was weiß der von Kleidern und der Planung einer Feierlichkeit? In der Badewanne gewesen, angeblich sollen Basenbäder ganz toll sein, aber mir fehlt bisher der Zusatz. Ich warte auf mein Geld, das Konto sieht mies aus, aber bisher war auf meinen Arbeitgeber immer verlass. Auf in den Tag, die Telekom hat angeblich einen Fehler behoben, es gab seitdem tatsächlich keine Ausfälle, ich hoffe es bleibt dabei. Ich glaube ich gehe jetzt wieder kuscheln, bis zur Arbeit habe ich noch Stunden.

Kuscheliger Sonntag, Kraft, Optimismus und meine Mutter

Guten Morgen, ein verregneter, aber kuscheliger Sonntag mit guten Essen liegt hinter mir. Ich denke wir haben das Beste aus dem Sonntag gemacht, zusammen gekuschelt auf dem Sofa liegen und lecker kochen und essen. Jetzt ist er schon weg und ich versuche das Standesamt anzurufen, um einen Beratungstermin zu kriegen, aber ich habe drei Nummern und egal wo ich anrufe, keiner geht dran. Der Kaffee schmeckt, die Kippe brennt und auch heute löst das Wetter keine gute Laune aus. Nicht viel zu tun, einkaufen und aufräumen, wenn ich will. Ich blinzele noch in den grauen Tag, alles wird gut und der Frühling kommt bestimmt. Musik versüßt mir den Morgen, keine Ahnung warum ich gerade einen Hang zur Schnulze habe. Aber ich fühle die Musik und bin glücklich, fast so intensiv wie als Teenager. Die Umarmungen meines Schatzes geben mir Kraft, Kraft um im Berufsalltag gegen die schlechte Laune oder gar Depression meines Gegenübers anzureden, solchen Menschen Kraft, Hoffnung und vielleicht sogar gute Laune zu geben ist eine anstrengende Mission, aber meistens erreiche ich was, aber auch nur, wenn ich selber genug Optimismus im Gepäck habe. Meine Erfolgsprämie nach so einem Gespräch ist ein Lächeln oder sogar ein Danke. Das Leben hat mich gefickt und fast zerstört, aber ich bin auferstanden wie der Phönix und jetzt fliege ich wieder, wenn auch etwas paranoid, weil ich nicht nochmal brennen will. Es ist so schade, dass meine Mutter alle diesen Entwicklungen nicht mehr sehen kann, dass ich beruflich wieder Fuß gefasst habe, dass ich keine Hilfen mehr vom Staat brauche, dass man mich unter Menschen aussetzten kann und ich rede mit ihnen und das ich ihn gefunden habe und vielleicht heirate, sie wäre sehr glücklich, ich bin kein Pflegefall mehr und allein auch nicht. Dabei war sie dagegen die Medikamente zu reduzieren, sie war dagegen, dass ich den Job wechsle, aber ich war anderer Meinung und lag richtig. Wie gut, dass ich ein Dickkopf wie sie bin und meinen Weg gehe, egal was da kommt. Danke Mama, dass du meine Pflegerin warst, danke das du immer an mich geglaubt hast und mich gefordert hast, obwohl es Meinungen gab, dass es sinnlos und aussichtslos ist. Du hast deine Mission erfüllt und bist gegangen, als die Mission erfüllt war. Ich vermisse dich in Dankbarkeit und lebe nun für uns beide.

Ausgeschlafen, Paket, Freunde und Vater

Grauer Morgen, aber endlich lange geschlafen, zwar wieder wach um acht, aber wieder hingelegt. Wenigstens am Sonntag will ich ausschlafen. Gestern auf Arbeit nicht viel passiert, nur kurz da gewesen und mit der Ehrenamtlichen unterhalten. Danach einkaufen und nach Hause Pakete einsammeln. Meine (Asi-) Nachbarin hat ein Paket für ihn angenommen und fragte mich mehrfach, ob er mein Mann sei, keine Ahnung warum sie wissen wollte, ob wir verheiratet sind. Es schien fast so, dass sie seine Pakete nur an die Ehefrau rausrückt. Nächste Woche habe ich zwei Treffen mit Freunden geplant, die letzten Monate des Zusammenlebens, habe ich meine Freunde vernachlässigt. Das darf eigentlich nicht passieren und geht gar nicht, wegen der Beziehung die Freunde nicht mehr sehen. Sollte die Beziehung mal nicht gut laufen oder sogar in die Brüche gehen, sind es die Freunde die einen auffangen, aber auch nur, wenn man sie vorher nicht total vernachlässigt hat. Die Beziehung der besten Freundin kriselt, es könnte sein, dass sie bald wieder Single ist und dann muss ich für sie da sein. Der beste schwule Freund ist verwirrt wegen Liebesdingen, Themen bei denen ich eigentlich die Zuhörerin bin. Nächste Woche werde ich Zeit für beide haben. Beziehungsmässig geht es mir gut, bei mir gibt es keinen Streit und auch keine Trennung, im Gegenteil, vielleicht steht dieses Jahr noch eine Hochzeit an. Heute zum Vater, ich muss mit ihm über meine Gefühle wegen der Neuen sprechen und später werden wir mit Freunden und Hund über das Tempelhofer Feld spazieren. Die Blutdruckwerte sind seitdem er und der Hund weg sind wieder deutlich geringer, Mitbewohner zu haben, scheint mich aufzuregen. Aber die Konsequenz, dass ich alleine gesünder lebe, möchte ich nicht dauerhaft ziehen. Auf in den Tag, alles wird gut, weitermachen.

Wach um acht, Er, Beißschiene und meine Mutter

Guten Morgen, also langsam wird es gruselig, jeden Morgen wach um acht, egal wann ich schlafen war. Vorgestern/gestern mit ihm war schön, ihn in den Armen zu halten und mit ihm zu lachen, sogar das gemeinsame Schlafen im kleinen Bett hat wunderbar funktioniert. Gestern Nacht habe ich besser geschlafen als letzte Nacht allein. Gestern die Gespräche gut überlebt, kein Streit und keine Abmahnung, alles gut. Doch das Arbeitspensum wird auch diese Woche sehr hoch sein, weil ich wieder Vertretungen mache. Ich liebe meine Arbeit, aber gerade habe ich den Punkt erreicht, wo ich nicht mehr hier schreie. Grau grüßt der Tag und dunkle Wolken ziehen vorbei, ich habe nichts zum Frühstücken da, weil ich gestern nach der Arbeit nur nach Hause und nicht mehr in den Supermarkt wollte. Meine neue Beißschiene scheint in Ordnung zu sein, sie passt perfekt und die Zähne schmerzen nicht durch sie, keine Ahnung warum die Zahnärztin mich deswegen nächste Woche nochmal sehen will. Ich glaube ich sage den Termin ab, ohne Grund nach Wilmersdorf zu fahren, kann ich mir auch sparen. Er hatte wieder Doppelschicht gestern: nachmittags bis abends Schicht und dann noch eine Nachtschicht, ich hoffe, er liegt jetzt im Bett mit seinen neuen Kissen und schläft. Heute keine Beratungen, dafür eine Menge Teambesprechungen, auch anstrengend. Die eine Kollegin sollte aus dem Urlaub zurück sein, sehr gut, wir haben zu viel Arbeit für nur 1-2 Personen, ich werde die Kollegin fragen, ob sie Arbeit von mir übernehmen möchte, sie sollte ja ausgeruht sein, während ich seit Wochen für 2 arbeite. Der Kontostand sieht nicht erfreulich aus, aber davon lasse ich mich nicht runterziehen, ich komme schon durch den Monat, so oder so. Ich vermisse meine Mutter, irgendwie raffe ich erst jetzt, dass sie wirklich nie wieder kommen wird. Zurückbleiben mein Vater, ihr Hund und ich, aber ich denke wir meistern das ganz gut. Da hatte ich so viele Jahre Angst vor ihr und jetzt ist sie einfach weg. Mein soziales Netzwerk ist mittlerweile wieder gut, ich brauche nicht mehr dringend Mutti zum Reden, ich möchte aber trotzdem mit ihr reden. Heute keine Angst zu sterben, der Blutdruck ist sogar zu niedrig, wir werden alle sterben, aber nicht heute.

Zwischenmeldung und warten

Der Tag geht bisher ganz gut, alles was ich machen wollte, jetzt bereits erledigt: Hunderunde, Ausdrucke für den Freund, Brief ans Bafögamt, Überweisungen an das Bafögamt und die Zahnärztin, Arbeitsmails lesen, auf der Facebookseite der Arbeit posten, duschen, anziehen, Anzeige für einen Bungalow in Gran Canaria, mit der Ex des Bruders einen Hundebetreuungsplan absprechen, lüften, aufräumen und natürlich Frühstücken. Jetzt heißt es warten, warten auf Ihn und warten auf den DHL-Mann. Nichts mehr zu tun, außer warten auf Männer, die eh nur kurz hier sein werden. Der Hund schnarcht und vielleicht versuche ich gleich ne Runde mitzumachen. Blutdruckwert mittlerweile wieder bei 120, alles gut, nur die Wäsche trocknet zu langsam. Vielleicht später noch in den Wald, wenn der DHL Mann vor der Dunkelheit kommt. Alles wird gut, auch ohne Trainerausbildung habe ich genug zu tun und eine Steigerung meines Einkommens ist auch ohne diese Ausbildung möglich. Mittlerweile kenne ich Gründe warum ich aussortiert wurde, es hat weder mit meiner Qualifikation noch mit meiner Nase zu tun. Alles gut, ich mag München eh nicht und fast 2 Jahre umsonst arbeiten bis dann mal Geld reinkommt, ist auch nicht so attraktiv. Dann lieber jetzt andere Aufgaben in Berlin übernehmen und sofort Geld sehen. Scheiß Wetter und morgen wieder zur Arbeit.

Gar nichts, Stiefoma, Resteessen und Bafögamt

Guten Morgen, schon seltsam so allein. Er ist in Reinickendorf und der Vater im Skigebiet. Gar nichts zu tun heute, er braucht nichts von mir und der Vater erwartet keinen Besuch und Kochservice. Es gibt wieder einen Toten in der Familie, der ehemalige Ehemann meiner Stiefoma ist gestorben und was ich nicht wusste, ich stehe im Testament. Ich glaube es gibt eh nichts zu erben, aber es berührt mich, dass meine Stiefoma mich so sehr als Enkelin sah, dass ich in ihrem Testament stand, ich mochte sie auch sehr, sie war meine beste Berliner Oma, aber der Krebs nahm sie vor vielen Jahren von mir weg. Gestern auf Arbeit das erste Mal Angst bekommen vor einen Ratsuchenden, zum Glück war ich nicht allein mit ihm, denn manchmal sind auch mir Leute zu verrückt. Der Hund ist süß und friedlich und gestern sogar allein die Treppe heruntergelaufen, hoch hieß es aber wieder tragen. Für mich gab es gestern Restessen, Pizza und Chili, für den Hund habe ich Hühnerherzen mit Möhren und Reis gekocht. Der Hund hat das Essen inhaliert, denn beim Vater gibt es nur Dose. Zum Glück regnet es gerade mal nicht, denn ich wollte heute mit dem Hund in den Wald, bei Dauerregen wie gestern keine gute Idee. Das Bafögamt schreibt wieder, plötzlich ist die monatliche Rate, die sie wollen viel geringer, weil ich widersprochen habe, ich werde aber trotzdem eine Umschuldung anstreben. Der Hund pennt und drängt gerade nicht mit dem Rausgehen, aber ich werde mich trotzdem gleich fertig machen, auf in den Tag, endlich keine Arbeit und keine Männer die was wollen.

Ohne ihn, Fellmonster, Arbeit und Fisch

Guten Morgen, erste Nacht ohne ihn, dafür mit Hund. Keiner der nachts mit mir um Platz und Decke im Bett kämpft, dafür ein Hund der nachts versucht ein Loch in den Boden zu graben. Die Nacht war kurz und unterbrochen, denn graben auf Linoleum ist ziemlich laut. Er arbeitet seit 6 Uhr früh, ich möchte nicht tauschen. Der Hund liegt kuschelig neben mir und hatte Pastete. Heute arbeiten, ich mag für diese Woche eigentlich nicht mehr, war alles anstrengend und hier gibt es einen Hund, der mich während der Arbeitszeit vermissen wird. Es wird aber heute sonst keine ausgebildete und verantwortliche Beraterin da sein, also muss ich da wohl hin. Gestern noch viel geheult, irgendwie verkrafte ich seinen Auszug doch nicht so gut, ich habe Angst ihn zu verlieren, ich vermisse ihn. Wer hätte gedacht, dass so eine seit Jahrzehnten allein lebende Schrulle wie ich plötzlich doch Wert auf Gesellschaft legt. Warme Füße habe ich, denn auf meinen Füßen liegt ein 26 Kilo Fellmonster und will kuscheln. Die Nachbarn sind ruhig, nix los in Treptow, nur die Autos rauschen von der Straße. Er ist weg, niemand mehr zum Umsorgen und niemand mehr den ich versuche für deutsches/europäisches Essen zu begeistern. Dafür ist der stinkende Fisch endlich weg. Der Blutdruck ist zu hoch, aber noch nicht gefährlich, aber ich bin tendenziell gestresst, auch schon am Morgen. Auf in den Tag, das Fellmonster will die Treppe heruntergetragen werden.