LPs, Stille, Verkabelung, Essen und Musik

Guten Morgen, keine Ahnung was los ist, aber jetzt reichen plötzlich 6 Stunden Schlaf? Der Kaffee schmeckt und ich bin nicht so gut gelaunt, hätte gestern wohl besser ins Büro fahren sollen. Zu viel allein ist wohl gerade nicht so gut, dabei hatte ich gestern viele Beratungen, war danach noch einkaufen und Pakete gab es auch. Habe schon ein Weihnachtsgeschenk für den Vater, weil es keine CD gab, doch tatsächlich eine neue LP bestellt, ein ungewöhnliches Angebot im Jahr 2021 eine neue LP zu kaufen. Es hat mich aber an meine hunderten alten LPs erinnert, die verstaubt im Regal stehen. Die zwei wichtigsten LPs sind wohl meine erste in Köln selbst gekaufte neue LP „Take on me“ von a-ha und meine erste in Berlin selbst gekaufte gebrauchte LP von Earth Wind and Fire. Will ich aber beides gerade nicht hören, obwohl ich den Plattenspieler gerade erst gereinigt habe und der startbereit in Sichtweite steht.

Gestern zum Feierabend also in der Stille bei Kerzenschein gesessen, keine Musik, kein Fernsehen. Das war jetzt vielleicht doch zu viel Stille und zu wenig Ablenkung. Aber man kann nicht immer vor seinen Gedanken und Erinnerungen davon laufen, egal wie schrecklich die sind. War ich damals glücklich bei der Musik, heute kommt es mir wie eine Lüge vor. Ich kann aber wohl nicht ewig auf meine Musik sauer sein, ich brauche sie zum Leben wie das Atmen. Nur atmen allein macht halt keinen Spaß, das weiß ich durch das Neuroleptika-Koma genau. Die Verkabelung für das Homeoffice verbessert, es gibt jetzt einen Repeater im Arbeitszimmer und damit kein Netzwerkkabel mehr, das während der Arbeit durch den ganzen Flur verlegt werden muss. Hoffentlich ist damit auch das W-LAN Signal im Arbeitszimmer besser, die letzten Videokonferenzen waren doch sehr verpixelt und die Verbindung schlecht. Ist blöd, wenn man Host für die Videokonferenz ist und die Bandbreite nicht reicht. Gestern nämlich tatsächlich Video-Beratung gemacht, ein Format, dass ich immer noch hasse, denn ich ertrage es nicht mich dabei ständig selbst zu sehen.

Wäre gut, wenn ich meine heilende Wirkung, die ich öfter auf andere habe, auch auf mich selbst anwenden könnte, klappt aber gerade nicht so gut. Es ist dunkel, es ist viel zu früh und gestern wieder Mist gegessen, geplant für heute wahrscheinlich Thunfisch, hatte ich schon gestern Bock drauf, aber zuerst musste das Sauerkraut weg. Das mit dem Essen einfach wegwerfen habe ich immer noch nicht drauf und weiß nicht, ob ich das jemals lernen kann und möchte. Es ist einfach falsch Essen wegzuwerfen, während andere auf der Welt hungern. Irgendwie schwingt da meine Weltkriegserfahrene Uroma immer noch mit, sie hat alle Frauen in der Familie erzogen, mit Lebensmitteln achtsam und sparsam umzugehen. Dass ich dabei irgendwann zu reicheren Zeiten zum Essens-Müllschlucker der Familie werde, das war sicher nicht in ihrem Plan vorgesehen. Mein Video des Tages bereitet mir gerade Probleme, lassen wir das mit dem Pop und besinnen uns auf Klassik:

Ok, Büro, Seele und nicht ok

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber ich fühle mich ok. Homeoffice gestern ok und Supervision sehr fruchtbar. Endlich einen alten Konflikt ausgeräumt. Bin am überlegen, ob heute ins Büro oder nicht, vielleicht lieber raus hier. Gestern noch Kassler, weil er wegmusste. Immer noch komisch so ein aufgeräumtes Wohnzimmer zu haben, die extreme von aufgeräumt bis Chaos sind leider beide ein Anzeichen von Manie oder Depression, deswegen bin ich da immer wachsam in der Beobachtung. Nicht mit der Chefin gesprochen, aber in der Supervision einen Plan besprochen, wie ich dieses Jahr auf der Arbeit überlebe, ich denke die Chefin wird zustimmen.

Es ist dunkel, die Straße rauscht und ich muss aufpassen, dass die Vögel kein Lied um sechs Uhr morgens singen. Heute Pizza-Abend mit dem Vater, ich bin immer noch traurig, dass es da derzeit wohl keinen Weg für mich gibt, die ehemalige Wohnung der Eltern als Mieterin zu übernehmen, statt dessen schleimen jetzt diverse Leute den Vater voll, weil sie die Wohnung zum möglichst günstigsten Preis haben wollen. Mein Vater ist da leider zu wenig Kapitalist, um einen angemessenen Preis zu fordern. Verstehe ich ja bei Freunden und Familie, aber nicht bei fremden Leuten. Gestern der Tag des kaputten Glases, erst eine Glaslampe im Keller zerstört, weil ich ein Netzwerkkabel suchte und später noch ein Kerzenglas zerstört, Scherben bringen Glück? Oder wieder Tollpatsch in the house?

Vielleicht auch meine Seele, die erwacht und sich fragt, wer diese Frau ist. Keine Ahnung, die letzte gefühlte Erinnerung ist von 2012? Das kleine Mädchen in mir hatte sich das alles anders vorgestellt. Ach lassen wir Jessie sprechen:

Wochenende, Disco, Job und Psychose-Musik

Guten Morgen, keine Ahnung warum, aber wieder sechs Stunden Schlaf. Endlich Wochenende. Brauche ich auch dringend. Alles zu aufregend/anstrengend gerade. Zu kalt geworden, um mit offenen Fenster zu schlafen. Gestern Nacht um eins noch Türkendisco vor der Tür, war das laut, ich vermute, viele andere wurden geweckt. Der Kaffee schmeckt und über die Geschichte von Melanie nicht (wieder) verrückt werden. Der Mann hat endlich einen Job gefunden, wie es scheint, im Homeoffice, ich freue mich für ihn und gleichzeitig bin ich aber etwas ketzerisch, ob er dann nach einer Weile mehr Verständnis für mich hat, die jetzt viel zu lange im Homeoffice war. Warten wir ab. Die Zeit stellt so vieles klar. Gestern noch meine Brandnooz Coolbox erhalten, hatte ich schon vergessen, dass ich die Dezember 2020 bestellt hatte. Sehr schöne Box, mit einer Menge vegetarischen und veganen Kram, leider dank DHL aber kaum noch gekühlt, als es ankam. Aktuell Lebensmittel mit DHL in zu verschicken ist doch sehr^^ optimistisch. Das Lager wartet auf mich heute, ich will früh mit Kamera hin, damit das Licht noch gut ist, danach aber dann kein Entkommen mehr vor der Exceltabelle?! Gestern nach der Arbeit musste es Döner sein, ich vermute ich stinke heute noch, aber Döner macht schöner. Keine Ahnung, ob der Mann dann heute herkommen wird für seine Fahrrad-Schicht, könnt gut sein, dass er jetzt „krank“ ist bis der neue Vertrag beginnt. Morgen kein Vater Besuch, weil Wahlen und Marathon, da bleiben wir beide lieber zu Hause. Die Rosen des Mannes blühen wunderschön, schade, dass ich an sowas meist erinnern erpressen muss. Der Terrorvogel freut sich lautstark über den Tag, ich freue mich nicht so, wenn ich ihn höre. Gestern noch baden gewesen und Musik gehört, mein besseres Englisch versaut mir so manchen Song, weil ich endlich die Texte verstehen, für den Moment gestorben ist die über Psychose singende Rihanna. Hat die etwa auch zu viel gekifft? Dann lieber ruhigere Musik, über die Erinnerung, hoffentlich wird wirklich alles gut…

Kaffee, Excel, Produktivität und Melanie

Guten Morgen, viel zu früh wach, es scheint als wäre es noch Nacht. Immerhin sechs Stunden am Stück geschlafen. Kaffee gekocht und beschlossen früher ins Büro zu fahren. Irgendwie sehr anstrengend wieder jeden Tag im Büro zu sein, bin ich nicht mehr gewöhnt. Gestern war ganz gut, Supervision, Kollege anlernen, Beratung, Massage und Vater dann abgesagt, weil nach der Massage sehr schwindelig und müde gefühlt. Noch mehr Anfragen zu der restlichen Kleidung aus dem Laden meiner Mutter, aber ich brauche genaue Stückzahlen und gebe zu, ich hab keine Lust auf die Exceltabelle. Es ist noch dunkel und ich vermute, der Mann hat jetzt Feierabend. Der Rücken tut mir weh von der Massage, scheine aktuell sehr verspannt zu sein. Immerhin nicht mehr so aggressiv, voller Liebe bin ich zwar auch nicht, aber irgendwas in der Mitte. Diese Woche die letzte 4-Tage-Woche, ab nächste Woche geht es dann wieder richtig rund. Interessanterweise aber in der 4-Tage-Woche nicht weniger produktiv gewesen als in der 5-Tage-Woche. Kann man mit dem Arbeitgeber aber nicht machen, sagen: „Ich komme dann bei gleichem Ergebnis nur 4 Tage, aber bitte bezahlen Sie mich weiterhin 5 Tage die Woche.“ Dabei gibt es sogar Studien dazu, dass in weniger Arbeitszeit die Produktivität steigt, also nicht nur bei mir. Eine weitere Erinnerung ist dazu gekommen, eine Erinnerung die ich in der Psychose auch schon hatte, die damals aber eskalierte. Es geht um die Geschichte von Melanie aus Lichtenrade, einer ehemaligen Klassenkameradin und Freundin von mir, aber diese Geschichte aus den 90ern erzähle ich ein andern Mal. Die Geschichte ist aber echt, denn Sandra und Melanie waren damals dabei, das war keine einsame Hirngeburt ohne Zeugen. Ich wollte Melanie damals retten und habe mich dabei selber in die Scheiße geritten? Egal, ich nehme diese Erinnerung wahr, aber steigere mich nicht wieder rein, wer auch immer damals was gesagt oder versprochen hat, es ist zu lange her. Neuroleptika weiter hoch gesetzt und meine linke Seite tut wieder weh, angeblich nicht möglich bei der geringen Dosis, ich spüre es aber. Heute letzter Arbeitstag die Woche und dann endlich frei und in ein langes Wochenende. Keine Termine gemacht, ist gerade alles genug und die Wohnung mit vielen Aufgaben wartet auch. Kommt ein neuer Lockdown? Ich vermute, nach den Wahlen könnte es wieder so weit sein. Oder wird es bald öffentliche Kennzeichnungen für geimpfte und ungeimpfte geben? Ich finde diese Spaltung in der Gesellschaft weiterhin gruselig. Versuchen wir es mit ruhigeren Klängen zum Tag, ein Song den ich damals noch über einen Walkman im Internat hörte:

Mambas, Tofu, Hochzeitstag, Gehirn und Erinnerung

Guten Morgen, seltsamer Tag und eine Unterbrechung in der Nacht. Gestern Morgen kaum ins Büro gekommen, erst wollte und konnte ich einfach nicht losfahren und dann hatte ich einen aggressiven psychotischen Mann im Bus, der sich irgendwann weigerte eine Maske zu tragen. Das Ergebnis war dann ein stehender Bus, aus dem er nicht ausstieg. Als andere dann ausstiegen, schrie er dann, dass jeder, der nicht in seine Seele gucken kann, aussteigen möge, denn hier wären überall grüne Mambas. Ich blieb erst, weil ich Angst um den Busfahrer hatte, dann rief der neue Kollege an und ich ging doch, um einen anderen Bus zu erwischen. Kurz darauf kamen dann Polizeiwagen. Mit dem neuen Kollegen war dann anstrengend, bei aller Sympathie, zu viele Fragen ohne Pause. Heute Hochzeitstag, mit einem Treffen zwischen meiner und seiner Schicht. Ein grauer Tag grüßt, werde versuchen mich ein bisschen hübsch zu machen, auch wenn es ein sehr einfaches Restaurant ist. Gegessen mein vorerst letztes Dinnerly Menü mit Tofu. Konnte man essen, aber wirklich lecker ist was anderes. Geträumt von alten Hip-Hop Freunden, die mich als fett beschimpften. Das hat irgendwie weh getan, auch wenn es wahr ist und außerdem nur ein Traum war. Heute auf Arbeit eine lange Videokonferenz, nicht wirklich Lust zu, aber ich habe versprochen dabei zu sein und der neue Kollege muss sich dort vorstellen. Habe den Eindruck, dass nachdem ich jetzt als einzig erfahrene Kollegin im Büro bin, ich irgendwie auch Teamleiter-Funktion habe und deswegen vorsichtiger behandelt werde vom Team. Komisch, seltsam, wollte ich nie, muss aber sein. Der Kaffee schmeckt, der Blutdruck und Puls ist im Normalbereich, der Mann grüßt zum Morgen. Wieder zurück ins Büro ist gar nicht so einfach, hatte ich mir weniger anstrengend vorgestellt, aber gut, die Busfahrt gestern früh, war ja auch sehr abschreckend und anstrengend. Ich hoffe, ich gewöhne mich noch dran. Gestern wurden die Reste der toten Birken entfernt, ich freue mich, endlich offene Fenster ohne allergische Reaktion. Auch den netten Hausmeister getroffen, er meinte er kennt mich, ich kann mich immer noch nicht erinnern, woher denn, außer von hier. Ich hoffe, er ist kein Ex-Freund von vor 30 Jahren, könnte aber sein. Hoffe ich komme am Sonntag dazu nicht nur zu wählen, sondern auch das Wohnzimmer umzustellen, hier muss sich was verändern. Vermisse die Mutter und habe wieder Sätze von ihr im Kopf, z.B. dass nicht die Nachbarin die Wohnung in Kreuzberg kriegen soll, mein Vater zieht das aber aktuell in Erwägung. Verfluchtes Gehirn, woran es sich alles erinnert, aber Abschalten geht nur mit hoch dosierten Neuroleptika oder mit Tod. Beides keine Option. Für die Arbeit ist diese Fähigkeit aber sehr gut, arbeite ich gemäßigt schnell, kann ich mich in der Regel an jedes Gesicht und jede Geschichte erinnern, ohne Aufzeichnungen. Nur wenn es zu viele reine Telefonkontakte werden, vergesse ich mal oder bringe etwas durcheinander. Eine Erklärung für das Nicht-Melden der eigentlich besten Freundin bekommen, neben ihrem gerade sehr turbulenten Leben ist es wohl die Angst vor Konflikten und diese auszutragen, denn beim letzten Telefonat hatte ich Streit angefangen, das ist jetzt nur schon ein Jahr her. Seitdem nur SMS von ihr. Kann aber auch nicht sein, dass man nie was sagen darf, weil man sonst mit Kontaktabbruch bestraft wird. Einen tollen Herrenduft wieder entdeckt, den bekommt der Mann heute, ich bin süchtig nach diesem Duft. So genug getippt und gegammelt, ich muss ins Büro, Normalität üben.

Morgenruhe, verkaufen, Vögel, Erinnerung-Puzzle und September

Guten Morgen, ganz passable Nacht, nicht früh schlafen können, weil der Mann von der Spätschicht kam. Gestern geputzt und Wäsche gewaschen, sonst nicht viel. War aber schon viel genug, trotz langem Wochenende kein Ruhetag für mich. Der Mann ist bereits weg, sehr schön so habe ich meine Morgenruhe. Heute Büro mit dem/für den neuen Kollegen, aber noch habe ich Zeit für mich. Wieder versucht gewesen zu bestellen, es aber gelassen, Anbetracht dessen, dass in der Nähe der Arbeit ein Drogeriemarkt zu finden ist, wo ich alles, was ich brauche, deutlich günstiger kriege. Der Bruder ist auch traurig, dass die Elternwohnung aufgelöst wird, er hat da ja sogar jahrelang gelebt, ich in dieser Wohnung nie, war aber die letzten Jahre viel da. Mit diesem Beschluss des Vaters stehe ich jetzt auch unter Zugzwang das Lager meiner Mutter zu räumen, um Platz zu machen für ihre Möbel. Habe inseriert und hoffe es gibt einen oder mehrere Käufer, verschenken können wir im Notfall immer noch. Der Kaffee schmeckt und der Terrorvogel hatte gestern Freiflug, irgendwie müssen meine Ohren mit 13 anders gewesen sein, damals hat mich Nymphensittich Geschrei nicht so gestört. Gestern doch noch den Couscoussalat gemacht, ich würde mal sagen sehr gesund, aber nicht wirklich lecker, aber meine Verdauung dankt es mir. Wieder ein Gericht, das weder der Vater noch der Mann mag, der Vater mag keine Rote Beete mit Couscous und der Mann kein Couscous. Dem Vater von meinen ganzen Erinnerungen erzählt und wie sie plötzlich für mich Sinn ergeben, er meinte nur ich würde Erinnerungen neu zusammensetzten und das wäre eine gefährliche Sache. Warum gefährlich, wenn Puzzleteile plötzlich passen? Oder meint er die Gefahr einer erneuten Psychose? Bin mir manchmal selber nicht sicher, ob das gesund ist solche alten Erinnerungen nach Logik und Zusammenhang zu überdenken. Es sind aber keine Wahnvorstellungen, es sind echte Erinnerungsfetzen, mit echten Menschen aus meiner Vergangenheit, die plötzlich Sinn ergeben. Ich denke nicht wie damals, dass ich z.B. die Enkeltochter von Fidel Castro aus einem Genprogramm bin und die Welt retten muss, in meinen aktuellen Erinnerungen bin ich immer (nur) Nadine, die Gespräche mit alten Freunden, Kollegen und Bekannten hatte. Oder ist das bereits psychotisch? Sollte ich die Neuroleptika-Dosis weiter erhöhen, um mich nicht mehr zu erinnern? Um aufzuhören zu denken? Ich denke als Erstes sollte ich den Stress in meinem Leben reduzieren, mehr unter Menschen gehen und ausreichend schlafen, das ist gerade leider nur teilweise der Fall. Immerhin heute 7 Stunden geschlafen und keine Beratungstermine gemacht, sondern nur Pläne mit dem neuen Kollegen. Ich hoffe, das wird nett mit ihm.

Anderes Thema, morgen ist Hochzeitstag, ein Jahr haben wir geschafft, trotz Corona, viele Partnerschaften sind daran zerbrochen, besonders die, die zusammenleben, aber wir sind zwar jetzt räumlich getrennt, aber noch zusammen. Ich verspüre Hoffnung, dass jetzt alles wieder besser wird, mit der Arbeit, mit der Ehe, mit der Gesellschaft, ein Dauer-Lockdown zerstört das irgendwie alles. Zu viel Isolation macht egoistisch und krank. Auf in den Tag und passend zum 21. September, ein Song von Earth Wind and Fire:

Die Nacht, Funk, Erinnerungs-Puzzle, Zucker und Schwäche

Ein Gruß aus der Nacht, ich glaube die Nachbarn haben mich geweckt. Aber gut, es kommt bald jemand wegen der Wasserzähler. Jetzt alles Funk, nicht nur die Heizung und der Feuermelder funken hier, sondern auch bald die Wasserzähler. Wollte ich nie haben, kriege ich aber doch, das total verstrahlte, irgendwo hin funkende zu Hause. Dunkel ist es hier und ich aber nicht müde, immerhin 6 Stunden geschlafen, scheint jetzt normal bei mir zu sein, so wenig Schlaf. Der Kaffee schmeckt und ich hoffe der Typ für die Wasserzähler kommt früh, dann kann ich hier auch früh weg. Blutdruck und Puls unten, vor der Pille, in der Nacht fährt mein Kraftwerk wohl runter. Wird Zeit das Haus zu verlassen, diese langen Wochenenden sind nicht so ideal für mich, andererseits auch wieder nötig, denn mehr arbeiten geht gerade nicht. Ich kann wohl nicht ewig vor dem Puzzle in meinem Kopf weglaufen, so viele Erinnerungen und zwischendurch immer wieder die Angst psychotisch zu sein oder zu werden. Ich las aber, das wer ständig daran denkt und es fürchtet, es nicht sein kann. Eine Psychose bedeutet ja, dass die eigene Wahrnehmung erheblich von der anderer abweicht und man die eigene Wahrnehmung aber für die echte hält und darüber auch nicht berichtet oder sogar diskutiert. Wird meine Erinnerung zu schräg, berichte ich sehr wohl und hoffe, dass wer widerspricht und/oder darüber diskutieren mag. Mittlerweile „weiß“ ich, erinnere ich mich, dass nicht nur der ehemalige Chef von einem Spiel sprach, sondern auch ein Kollege viele Jahre zuvor. Habe die alle ein Rad ab? Warum muss mit mir gespielt werden? Das Dumme ist, ich hatte beide Male auch noch zugestimmt, ich naives Stück. Keine Ahnung was ich dachte was da kommt, eine kostenlose Weltreise? Die Kürung zum Superstar? In meiner Psychose dachte ich tatsächlich ich sei Weltstar, zumindest eine kurze Zeit, bis mein Kopf beschloss doch das Opfer der Welt zu sein. Egal, vorbei, alles vorbei und ich lebe noch, zwar eher schlecht als recht, aber der Reflex Atmen funktioniert noch und das Herz schlägt. Natürlich habe ich keine Zeugen, für beide Gespräche, also glaubt mir oder auch nicht. Aber wie der Vater sagte: Egal, es ist egal, was wer vor Jahren sagte oder tat. Es lässt sich nicht mehr ändern, ich kann nichts beweisen und ändern schon mal gar nichts mehr. Laut Psychiater, Familie und Freunden bin ich aber gerade nicht psychotisch, auch wenn meine Erinnerungen zu schräg sind. Es ist ein Fluch sich so gut erinnern zu können, meine bestätigten Erinnerungen reichen zurück bis zum vierten oder fünften Lebensjahr, ich glaube da ist was schiefgelaufen bei mir, dabei dachte ich immer, dass diese Zeit gut war. Aber zurück zum jetzt, die Sonne durchbricht das Dunkel und der Himmel färbt sich pink, heute ins Büro mit Kollegin, keine Pizza danach, die wurde auf Donnerstag verlegt. Gestern das hier gekocht, langsam habe ich den Eindruck, dass das Geheimnis der asiatischen Küche eigentlich nur aus Ingwer, Knoblauch, vielleicht Chili und ganz viel Zucker besteht. Deswegen mag es der Mann wohl auch, auch wenn er es nicht zugibt, er steht auf Zucker. Aber normal, Urinstinkt des Menschen, alles mit viel Fett und/oder Zucker wird als lecker erachtet, weil Energielieferant. Tja leider hat so ein Sessel- und Sofarfurzer wie ich nur gar keinen so hohen Energiebedarf, was dann zur körperlichen Kugelbildung führte. Eine Kugel wollte ich nie sein, in meinen Herzen bin ich immer noch die kleine gut trainierte Tänzerin von früher, die entsetzt wäre, was mit mir passiert ist. Andererseits, damals fing das auch mit der Essstörung an, denn ich dachte damals ich wäre zu dick und fing mit Diäten an. Stopp! Mein Kopf hängt wieder in der Vergangenheit, das jetzt zählt, die Zukunft will gelebt werden und die beginnt jetzt, so schwach ich bin, keine Tränen für dich:

Lieferung, Systemfehler, Gläser und Schiene

Guten Morgen, früh wach gewesen, wieder hingelegt. Lieferung erhalten und geärgert, aber alles mit dem Kundenservice geklärt. Sämtliche Tabakwaren fehlen, wunderbar^^, aber ich muss ja eh noch zum Paketshop nach der Arbeit? Für den Vater und mich gestern noch Lauchkuchen gemacht, war lecker und der Vater hat mir mal wieder geholfen mit wirren Erinnerungen klarzukommen. Arbeit gestern nicht so produktiv, immerhin eine Präsenz-Beratung gemacht mit der anzulernenden Kollegin. Ich denke die Kollegin ist so weit, auch allein zu beraten. Vögel mit Futter und Kräcker ruhig gestellt. Heute Homeoffice ab 10, also noch Zeit, viele Termine heute. Die Lieferung heute war hauptsächlich für den Mann, es gibt wieder Ente und Pute für ihn hier. Der Tiefkühler ist aber jetzt voll, jetzt wird nichts mehr gekauft. Die Sache mit dem Fernseher bleibt weiterhin spannend, Amazon schickt den Fernseher einfach nicht raus, obwohl vor Tagen bestellt, der Kundenservice sprach von einem Systemfehler bei Amazon, ich glaube aber der Systemfehler lag nicht am Versand, sondern eher darin, dass der Preis, zu dem ich bestellt habe, zu niedrig war. Dieser Preis war nämlich nur zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens möglich, danach wurden alle Preise, auf die es Rabatt geben sollte, angehoben. Der Kaffee schmeckt und ich bin noch gar nicht wach, um fremden Lieferjungen die Tür zu öffnen und mit dem Kundenservice zu sprechen. Der Vater hat Gläser meiner Mutter gebracht, ich weiß jetzt nicht, was damit anstellen, aber ich wollte sie haben. Besonders das Glas mit der alten Folie aus der Küche von 1980 weckt starke Erinnerungen, außerdem sind noch Gläser meiner heißgeliebten Urgroßoma dabei. Gestern auch technische Fehler auf Arbeit behoben, ich habe den Eindruck der eigentliche Techniker würde die Aufgabe gern komplett an mich abgeben. Aktuell bin ich schon seine ausführende Hand im Büro, die per Telefon oder Video seinen Anweisungen folgt. Der Besuch bei der Zahnärztin war gut, habe wieder saubere Zähne und eine neue Zahnschiene für oben, viel besser die Schiene oben zu tragen und nicht nur, weile meine Zähne auf Wanderschaft sind. Ohne Schiene würden meine Zähne glaube ich bald wieder aussehen wie vor der Zahnklammer. Das ist eines der Dinge wo meine Mutter mal ziemlich hinterher war, meine Zähne, es wurde viel Zeit und Geld investiert, damit das Kind schöne Zähne hat. Die Haltung des Vaters zu meinen Erinnerungen ist ziemlich gut: „Scheiß drauf, was wer wann warum gesagt oder gemacht hat.“ Ein ziemliches Stoppschild für Gehirnfickerinnen wie mich. Stimmt ja auch, ich kann nicht mehr ändern was vor 10, 20 oder 30 Jahren passiert ist oder wer was warum angekündigt hat. Letztendlich ist es Vergangenheit und mein Leben ist jetzt und es ist mein Leben, ich muss mich nicht lenken lassen und Ankündigungen andere erfüllen, ich bin der Kapitän für mein Leben. Ein Song meiner Mutter dazu, alles süße (Alb-)Träume:

Schlaf und Vanilla Rain

Guten Morgen, keine sechs Stunden Schlaf, aber ich bin wach und es ergibt Sinn früh im Büro zu sein. Homeoffice gestern war ok und wieder kein Problem die Stunden vollzukriegen. Zum Glück immer noch keine total durchgeknallten Anrufer. Nach der Arbeit Paket abgeholt und einkaufen gewesen. Das neue Parfüm ist nicht meins, viel zu stark und aufdringlich, erst nach Stunden riecht es so, dass ich es annähernd gut finde. Aufgrund einer Erinnerung gestern angefangen den Film „Vanilla Sky“ zu sehen. Tom Cruise bleibt ein Depp und attraktiv, ja attraktiv fand ich ihn mal in den Achtzigern, vor Scientology. Der Tag grüßt grau, die Sonne dämmert und der Kaffee schmeckt. Angefangen morgens immer erstmal reichlich Wasser zu trinken und zum Kaffee später dann einen Keks zu essen. Keine Lust zu kochen gehabt gestern, also gab es TK-Hühnerfrikassee und Basmatireis. Ich weiß nicht, woher meine Erinnerungs-Blitze kommen, plötzlich erinnere ich mich an Dinge, die 20 oder 30 Jahre her sind. Doch die Erinnerungen sind echt, es gibt Zeitzeugen, es ist nur seltsam, warum mein Gehirn, das plötzlich auskramt. Durch die Neuroleptika war vieles davon jahrelang eingefroren und jetzt regnet es auf meinen Kopf? Lange lebte ich ohne klare Vergangenheit, jetzt setzt sie sich wieder zusammen. So viele falsche Erinnerungen aus der Psychose mussten aussortiert werden, dann lieber meine Vergangenheit, auch wenn die auch nicht lustig war. Hoffe mein neuer Fernseher kommt bald und das er ok ist, weiß man ja nie bei Warehouse-Deals. Der Vogel stresst und ich bin nicht hungrig, eigentlich einen anderen Song gesucht, aber darüber gestolpert, eine dicke, asiatische Lady Gaga, damit kann ich mich besser identifizieren, als mit dem Original:

Regen, eigentlich liebe ich Regen, besonders den Sommerregen, aber Gedankenregen ist echt anstrengend, aber Regenschirme waren noch nie was für mich.

Nicht allein, Vergangenheit und nicht krisenerprobt

Guten Morgen, nicht allein und das ist gut so. Der Mann ist da und schläft friedlich im Bett. Gestern Nacht gab es nämlich noch einen Feueralarm in seinem Haus und er musste stundenlang draußen stehen, also besser zu mir kommen. Bin immer noch dabei die Dämonen abzuschütteln, aber es ist schon besser, der Vater erdet mich, der Mann sowieso und Freunde mit denen ich regelmäßig spreche. Ich sollte, das alles vergessen, was damals in der Firma passierte und nicht drüber nachdenken, ändern kann ich es eh nicht mehr. Immer noch sechs rote Autos vor dem Fenster, das sollte ich ignorieren, hier kann parken, wer auch immer es möchte, ich kann das nicht beeinflussen. Blutdruck unten, Puls auch. Gestern ein Kindergericht gemacht: Spiegelei mit Kartoffelpüree und Spinat, mir war danach. Vielleicht ist gerade auch der Druck zu groß mein Leben ändern zu müssen, aufhören zu rauchen und abnehmen, damit halt keine schwere Krankheit oder Tod droht. Ist mir gerade alles zu viel zusätzlich zu den anderen Salat. Immerhin gestern die Chaos-Nachweise des Mannes sortiert und in PDFs umgewandelt und dem Finanzamt geschickt. Möge das Geld kommen, Geld macht nicht glücklich, aber beruhigt. Mein Magen hat sich auch noch nicht endgültig beruhigt, aber nach den guten Blutwerten ist vorerst nicht vom Schlimmsten auszugehen, das ich Magen-Darm-Krebs habe, das ist nur Stress. Doch Stress hat schon mal eine Psychose ausgelöst. Dazu dann aktuell die ganzen Erinnerungen an damals, da kommen doch die Gedanken auf, dass ein verkrampftes Bein durch Neuroleptika vielleicht doch eine Option ist. Einfach vergessen, einfach nicht denken, ein Roboter sein, bewegungsunfähig, aber auch gefühllos, der Zustand mit Neuroleptika. Mein Recht auf Krankheit will ich davon gebrauch machen? Der Kaffee schmeckt und ich spüre gerade Liebe für den Mann, nachdem er mir zwischendurch fast egal war. Vielleicht weil ich ihn gerade brauche, ich weiß ein egoistisches Motiv. Muss noch die Zahnärztin anrufen, leider sind meine Zähne der Meinung, dass die Zahnklammer zu lange her ist und man sich zurück in die Ausgangslage bewegen kann. Ich glaube ich habe bereits etwas abgenommen, nicht viel, aber irgendwas bis 5 Kilo. Ein grauer Tag grüßt, nein aktuell passt der Song „Pastime Paradise“ nicht, denn gar nichts an das ich mich aktuell aus der Vergangenheit erinnere ist irgendwie Paradies, die Gegenwart aber auch nicht. Lebensmüde bin ich deswegen aber nicht nur verwirrt, der Mann erzählt, dass gerade sehr viele Leute Erinnerungen aus ihrer Kindheit haben, also nicht nur ich. Hat was von Endzeitstimmung, normalerweise lassen Menschen erst kurz vor ihrem Tod das Leben Revue passieren. Ich bin aber schon mindestens zweimal gestorben, also würde ich auch ein drittes Mal überleben? Wie gerne würde ich mit meiner Mutter sprechen, aber nicht aus dem Totenreich, sondern bei Kaffee und Kuchen. Immerhin sehe ich morgen den Vater, dieses Mal lädt er mich in eine gute Pizzeria ein, na geht doch, nachdem ich jetzt schon jahrelang für ihn Pizza mache. Was machen Hedonisten in der Krise? Meine Generation ist darauf nicht vorbereitet und die jüngeren schon mal gar nicht, wir haben nie irgendwelche alternativen Handlungsoptionen gelernt. Wir kennen keine Krisen und Zeiten der Einschränkung. Ruhig ist es hier, ich weiß die Arbeit wartet, das beruhigt, wenn ich dabei besser auf mich aufpasse. Auf in den Tag oder wieder zurück zum Mann ins Bett, alles geht weiter, es gibt Hoffnung auf Besserung, die Menschheit hat schon ganz andere Dinge überlebt: