Frisch verputzt, Zeugen, Anrufen, Hexen und Feuer

Gute Nacht, jetzt ist der Schlafrhythmus voll im Arsch, dank der Handwerker. Ich glaube heute brauchen sie nicht kommen, denn die verputzte Stelle ist immer noch feucht. Noch ein Tag mehr Baustelle für mich, ja ich komme mir gerade wie Sheldon oder Monk vor, der die Unordnung kaum ertragen kann. Lebensmittel geliefert bekommen, sehr heiße Lebensmittel, denn gestern war es sehr warm. Ob frau jetzt aber eine heiße Melone und heiße Himbeeren ohne Aufwärmen braucht, das ist zweifelhaft. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt und ich denke und denke. Gruselig meine Vergangenheit, wie ich jetzt finde, seltsame, oft brutale Geschichten. Mit der Schulfreundin nochmal telefoniert, die glaubt mir meine Erinnerung nicht, aber ich weiß, es gab Zeugen und ich hoffe, sie befragt diese jetzt. In die Arbeit noch nicht richtig hereingekommen, ich denke, ich bin jetzt auf dem aktuellen Informationsstand, aber voll leistungsfähig ist was anderes.

Ich muss meine Pflegefamilie anrufen, aber irgendwie ist das gerade immer noch ein „Call me maybe“ auch das ist in meinen Erinnerungen eine Hass-Liebe. Wunderbar, wenn man Liebe und Hass im Wechselbad fühlt. Eine Familie oder ein Familienmitglied, dass ich nur lieben kann ist wohl nicht vorhanden. Sogar der kleine Bruder, ist manchmal so fies, da fällt es schwer ihn liebzuhaben. Ironie und Sarkasmus scheint die gemeinsame Sprache zu sein. Gewinner des Gesprächs immer der, der am fiesesten war. Lachen, wenn es weh tut, hat bei meiner Familie Tradition. Finden außenstehende oft nur nicht witzig oder verstehen es gar nicht. Lerne ich neue Leute kennen, muss ich immer erstmal sehr aufpassen, wie ich mich äußere, denn Humor scheint doch Grenzen zu haben. Ich sage nur: „Sie war es!“. Ich gehe dann mal ohne Bart zur nächsten Steinigung und erwarte die Hexenverbrennung danach. Frauen, die emanzipiert sind/waren, wurden schon immer gern als Hexen tituliert, kam dann noch Heil- und Kräuterwissen dazu, na dann stand die Kandidatin für den nächsten Sonntagsbraten das nächste Sonntagsfeuer fest. Ach, lassen wir es Johnny Cash besingen:

Schulzeiten, Bad, Uhr, Geisterbahn und Spielzeug

Ein Gruß aus der Nacht, wieder geschwitzt, ist mir derzeit zu heiß. Gestern eine Freundin aus Schulzeiten wieder gefunden, war das erinnerungs- und emotionsreich. Ihr geht es gut, das freut mich und sie erinnert sich auch noch an vieles, auch wenn es über 30 Jahre her ist. War gar nicht so schwer sie zu finden, war aber sicher auch eine Ersatzhandlung, um nicht im Dorf der Teufel anzurufen. Der Handwerker hat endlich angerufen, diese Woche soll mein Bad gemacht werden, nach Monaten des Wartens. Reste gegessen und Salat, der Mann ist dann auch wohlbehalten zurück in der Stadt. Heute wieder Therapie mal sehen, wen ich heute beschimpfe, obwohl ich generell auch gern über die Toten sprechen möchte. So viele Leute an den Tod verloren, viele davon möchte ich nicht beschimpfen, außer generell fürs tot sein. Kuckkucksuhr wieder weggeräumt, das war mehr eine gruselige Erinnerung, wie ich nachts als Kind wach liege und der Kuckkuck mich jede Stunde weckt. Beim ersten Kuckuck freut man sich noch, beim dritten, vierten oder weiteren, dann nicht mehr.

Tatsache Boden gewischt, fast alles, schon besser, besonders der Küchenboden erinnerte an vergangene Nahrungsaufnahme. Heute arbeiten oder wahrscheinlich nur sehr viele Mails lesen und telefonieren, ich vermute, da wartet einiges auf mich, habe das konsequent durchgezogen, nicht in mein Arbeitspostfach zu schauen. Blutdruck unten, Verdauung auch mal ok, muss ja auch mal sein. Komme mir vor wie nach einer Achterbahnfahrt, nur ist mein Körper nicht nur voll von Adrenalin, sondern auch Erinnerungen. Na ja vielleicht auch eher Geisterbahnfahrt, wie schön das Leben der anderen, während ich kreidebleich, mit voll bepinkelten Hosen, allein am Ausgang stehe. Jugendlicher Wahnsinn damals, ich wollte immer alle schützen, außer mich selber. Dummes Mädchen oder vielleicht auch nur größenwahnsinnig, mit dem Glauben an die eigene Unsterblichkeit. Leben tue ich ja noch, aber niemand hat mir eine Unverwundbarkeit garantiert.

Verehrer, ich hatte viele Verehrer oder sollte ich besser sagen notgeile Kerle? Es ist schon schade, wenn frau nur für ihren Körper begehrt wird und nicht für den Rest. Ich finde Kerle wie diese sollten sich lieber eine Frau aus Silikon anfertigen lassen, die steht immer bereit, macht alles mit und lässt sich auch verleihen, ohne Seelen zu zerstören. Echte Mädchen und Frauen sollten kein Spielzeug sein. Man(n) spielt nicht mit Menschen, besonders nicht mit den Kindern:

Leute, PEZ-Spender, Erwachen, Träume, Narben und Schuld

Ein Gruß aus der Nacht, heute weiß ich wer mich mitten in der Nacht geweckt hat, eine Gruppe von lauten Leuten vor meinem Fenster. Wunderbar, so beginnt der Tag entspannt.^^ Der Vater kam wieder spät und die Feigenpizza war nicht schlecht, aber kein Hit. Die Hitze beim Transport der Kochbox hat dieses Mal einen Teil der Lieferung vergammeln lassen. Schade. Der Kaffee schmeckt, es gibt wieder Milch hier und der Mann meldete unfallfreies Wohlbefinden. Gestern endlich ein Paket abgeholt und dabei einen PEZ-Spender entdeckt und kaufen müssen, was für eine Kindheitserinnerung. Kann eigentlich nur getoppt werden, von unverpackten Kaugummi-Bällchen aus einem Automaten. Ja damals war Zucker noch was Besonderes, heute muss man Lebensmittel suchen, in denen kein Zucker ist. Heute vielleicht das hier gekocht, ein Menü, das ich schon kenne und sehr mag. Therapie war ganz gut und wird jetzt langsam weniger tränenreich, der Therapeut hat mir mehr Stunden versprochen. Nicht telefoniert, irgendwie war mir nicht danach, dabei muss ich meine vergangene Familie dringend kontaktieren.

Der Himmel färbt sich gerade rosa, ein neuer Tag und ich noch müde. Meine eigene Geschichte ist so unfassbar schrecklich, dass ich es teilweise selbst nicht fassen kann. Eigentlich kann ich mich bedanken, dass ich die meisten Traumata schnell wieder vergessen hatte, so konnte ich weitermachen, weiterleben. Dass ich beim Erwachen jetzt so alt bin, furchtbar, aber gleichzeitig wohl auch nötig, in jüngeren Alter hätte ich das alles nicht verkraftet und auch nicht gewusst, wo und wie man Hilfe organisiert. Vielleicht heute telefonieren, mal sehen, besonders auf die Oma habe ich es abgesehen für den Moment. Mit dem Bruder aus Berlin gesprochen, der ist wieder auf einem Festival, das ist bei ihm aber hauptsächlich Arbeit und kein Freizeitvergnügen. Ja meine Brüder, ich zähle aktuell vier Brüder in meinem Leben, alle nicht leibliche Brüder, aber Brüder meines Herzens, mit denen ich viel Zeit meiner Kindheit verbracht habe. Kein Wunder, dass ich auch später mehr mit Jungs als mit Mädchen abgehangen habe. War das schmerzlich als mir in der Grundschule irgendwann mitgeteilt wurde, ich möge zu den Mädchen spielen gehen. War das kacke, als würde der Hoseninhalt in dem Alter darüber entscheiden, was man spielen möchte.

Puppen waren halt nicht so mein Ding, ich wollte Bäume klettern und Ball spielen. Immer noch nicht aufgeräumt in der Bude, es gibt andere Probleme und Aufgaben, ein sauberer Fußboden lässt mich nicht besser schlafen. Realität, jeder hat wohl seine eigene, aber ist etwas wirklich nur wahr, wenn man Zeugen dazu finden kann? Erinnerungen, Vergangenheit, nur real, solange es jemand bezeugen kann und will? Ansonsten gleich in die Irrenanstalt? Ich reagiere gerade sehr aggressiv, wenn mir jemand sagt, dass alles vielleicht nur ein Traum war, war es nicht, leider. Träume sind nicht so konkret, Träume hinterlassen keine Narben an Körper und Seele. Es sei den, es handelt sich dabei um Träume/Ziele, für die man gekämpft hat, das gibt ganz sicher Narben, zumindest bei meinen Träumen von einer gleicheren Welt. Wie oft bin ich gestürzt, wie oft wurde ich verprügelt, sogar eingesperrt, weil ich mich mit der Welt nicht abfinden wollte. Nein ich bin nicht schwer von kappee, ich bin halt anderer Meinung. Vielleicht ist das aber doch irre, die Regeln der anderen zu kennen und sich damit nicht abzufinden, sich nicht anzupassen, sich nicht zu ergeben, auch wenn man schon am Boden liegt. Vielleicht ist alles, was mir passiert ist, doch meine Schuld:

Schlimme Erinnerung, Alpträume, Löwenzahn und Gänseblümchen

Guten Morgen, was für ein schlimmer Tag gestern. Nirgendwo gewesen, außer in der eigenen Hölle der Erinnerung. Irgendwie läuft die Wieder-Erinnerung von 15 bis 0 rückwärts. Da ich gestern Baby- und Kleinkind-Erinnerungen hatte, bin ich endlich fertig? Also fertig mit dem Herstellen von alten Erinnerungen, nicht mit deren Bewältigung? Therapie war gestern auch tränenreich. Alles irgendwie. Eigentlich bin ich keine Heulsuse, gerade aber schon. Wie konnte die Welt das einem kleinen Mädchen antun? Für mich gibt es keine gute Begründung, keine Entschuldigung. Klar, auch Täter haben eine Erinnerungshölle, aber rechtfertigt das die Weitergabe an ein kleines Mädchen/an eine junge Frau? Meine Gesundheit für Ihre? Mein Glück, mein Seelenheil einfach ersatzlos geklaut? Ich ahnte ja der Mensch ist scheiße, aber so scheiße?

Regen, es regnet gerade wunderbar, Fenster auf und genossen. Die Erde weint mit mir. Wunderbar, mehr davon. Ich höre es rauschen, sehe ins Grau und könnte das jetzt 24 Stunden oder länger gebrauchen. Gegessen Lasagne, und Hühnerschenkel, hoffe, mein Magen dreht nicht durch. Vielleicht besser zurück zur Arbeit, Ablenkung, unter Menschen, ich werde wohl niemals eine Erinnerung herstellen können, die ein anderer Menschen bestätigen kann, weil es meine Erinnerung ist. Dabei wäre mir das so wichtig, nach den Unterstellungen und falschen Diagnosen 2013. Wenn Erinnerungen zu schrecklich sind, einfach als Traum abhaken und vergessen? Meine Alptraumsammlung einfach irgendwo aussetzen und wegrennen? Können die Vergesslichen vielleicht gut, ich vergesse nur leider nichts, ich kann nur eine Weile verdrängen und eine Weile ist anscheinend vorbei. Was ist ein Glück wert, dass nur den Pharmazeuten ehrt? Ist das so? Ich habe keine Lust mehr, mein Gehirn und meinen Körper weiter chemisch zu kastrieren, weil alles andere zu teuer ist, zu lange dauert? Nicht in unser System passt? Bin ich Mensch oder ein Rädchen im System, das gefälligst zu funktionieren hat?

Ich bin kein Stein in der Wand. Ich bin eher eine Blume, eine kurz vor dem Eingehen, weil sie versucht hat ein Stein zu sein. Sind wir nicht alle eher Blumen oder von mir aus auch Unkraut? Individuell und frei? Unkraut vergeht nicht, sagte meine Mutter immer. Unkraut wächst auch zwischen Steinen. Ich bin dann wohl Löwenzahn, der eigentlich nicht wachsen sollte. Keine Ahnung wer definiert hat, dass Steinflächen schöner sind als Grünflächen, wahrscheinlich die Autoindustrie. Ist nur nicht natürlich, ist nicht Mutter Natur. Versuche es heute besser mit der Gänseblümchen-Einstellung:

Nicht witzig, Paket, Zähne, Annabelle und wild

Guten Morgen, das war dann wohl nur eine Pause in meinem Kopf, es geht weiter mit heiteren Erinnerungen der Nadine in Berlin. Alles gar nichts witzig. Aber auch dieses Mal keine Psychose, sondern ganz konkrete Erinnerungen mit vielen Details und räumlicher und zeitlicher Zuordnung in meinem Leben. Hatte schon Sinn vieles zu vergessen, denn selig sind die geistig Armen. Keine Ahnung, wie da je jemand drauf neidisch sein konnte. Die haben wohl alle nur einen Werbespot oder Trailer zu meinem Leben gesehen. Eins ist sicher, ich lebe, lebte in einer Lüge. Passend ist auch: „Öffne deine Augen und schlage die Maschine in deinem Kopf„,

Beim Baumarkt gewesen, Farbe und Balkonkästen gekauft. Nicht gestrichen, aber die Kräuter auf dem Balkon neu organisiert. Der Halloumi mit Reis war gestern gut und später noch eine Kartoffelsuppe gemacht. Meine Verdauung dankt es mir. Paket erhalten von einem mürrischen Boten, keine Angst ich bestelle nicht mehr so viel, aber damit bin ich auch nicht mehr die Paketstelle im Haus, da muss er sein Glück woanders suchen. Noch ist es angenehm mit 15 Grad in Berlin, aber es sollen heute über 30 Grad werden. Der Mann ist beschäftigt mit dem Thema: „Zahnersatz im deutschen Gesundheitssystem“ ein Thema voller Missverständnissen und Hürden. Mein Therapeut hat mir versprochen, er könnte mich vom Zähneknirschen befreien. Wäre gut, bevor ich gar keine Zähne mehr habe. Bei all dem, was ich in meinem Leben erleben und schlucken musste, aber keine Überraschung, dass ich zubeißen möchte.

Meine Wohnung, ein sicherer Ort? Oder eher nicht? Man kann Türen und Fenster verschließen, aber mein Kopf, meine Erinnerungen, sind immer bei mir. Alte Fotos geschaut, ein glückliches Kind sieht anders aus, Lächeln Fehlanzeige. Auch jetzt gibt es nichts zu lachen, denn Erkenntnis und Zustand von Körper und Seele sind schrecklich. Amnesie hat auch seine Vorteile, der Nachteil dabei ist nur, einfach sterben ist auch keine Lösung. Den Spruch: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ Fand ich mal lustig, ist er aber nicht. Zwischendurch immer wieder weinen. Grausame Welt, grausame Menschen. Kein Wunder, dass klein Nadine wohl die strengste Mutti auf Erden war, besonders für die eigene Mutter. Die Regeln habe damals nämlich ich gemacht, weil sie keine gemacht hat. Keine Ahnung, wie sie Annabell ausgehalten hat.

Es ist wie es ist und ich fand das damals auch ätzend, eigentlich bis heute noch. Viel zu früh erwachsen gewesen und sein müssen. Viel zu viel Verantwortung. Sie war mein Kind, nicht ich ihres und jetzt ist sie tot und ich lebe. Im besten Fall, kann man davon sprechen, dass ich ein wildes Ding war:

Passable, keine Hilfe, gekocht und alte Lieder

Guten Morgen, fühle mich passable, auch wenn es zu früh ist. Vielleicht, weil der Bauch gerade besser ist. Die Massage hat geholfen, gestern herumlaufen hat geholfen. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber der Bauch ist jetzt flacher als vorher. Versuchen nicht nur entsetzt in die Vergangenheit zu schauen, sondern auch in die Gegenwart. Alles unfassbar, wieder die Frage: Warum hat mich keiner beschützt? Angeblich habe ich Familie, angeblich gab es Männer, die mich liebten und theoretisch gibt es auch noch die Polizei? Hilfe Fehlanzeige? Niemand hat jemals irgendwas mitbekommen? Wirklich? Wurde deren Hirn auch ausgeschaltet? Eine ganze Gesellschaft im Blindflug, wenn es um die Unversehrtheit eines kleinen Mädchens, einer jungen Frau geht? Oder war es einfach egal? Stopp wieder in der Vergangenheit, noch ein Grund mehr, meine Mitmenschen zu verachten. Sicherheit in Deutschland, auch nur eine Seifenblase. Geschützt wird nur Macht und Geld, nicht kleine Mädchen oder andere schutzbedürftige Gestalten. Wundervoll!^^

Der Tag ist grau, es wird langsam wärmer, aber im Vergleich zum Rest von Deutschland oder gar Europa noch gesittet. Vielleicht heute endlich zum Baumarkt, ich hatte da einiges geplant, bis wieder eine Seelengrube kam. Gestern koreanische Nudeln für den Mann und mich gekocht, war ganz lecker. Heute vielleicht Halloumi. Nix mehr bestellen, fällt mir schwer, aber mein Konto will es so. Auch musste ich feststellen, dass dieses Pakete/Lieferungen erhalten auch sehr stressig ist, da sitzt man zu Hause und wartet und wartet, beobachtet Tracker die niemals stimmen, traut sich kaum den Müll wegzubringen und dann landet das Paket doch irgendwo anders.

Über Corona und Sicherheitsmaßnahmen spricht keine Sau mehr, im Gegenteil: Gehe mal in meiner Gegend mit Maske einkaufen, böse Blicke sind einem sicher. Nein, Leute, man kann das Risiko der Risikogruppe nicht wegmobben, auch nicht ein Gesundheitssystem, dass nichts mehr leisten kann. Die Gedanken an die Vergangenheit holen mich wieder ein, sie laufen neben mir, statt hinter mir, aber ich lebe, warum auch immer, rennen hat keinen Sinn, die sind besser trainiert. Wunden, überall, aktuelle, alte, ich denke an Liedgut aus meiner Kindheit, gerade besonders an den Maikäfer und wie ich damals am Lagerfeuer bei den Pfadfindern diesen Song sang:

Nichts, Seeed, Affe, Sozialphobie und Musik

Guten Morgen, viel zu früh wach, aber ganz gut geschlafen. Aktuell möchte ich nur noch schlafen, solange bis die Welt wieder in Ordnung ist. Ergebnis beim Aufwachen, aber immer wieder, nichts ist in Ordnung. Nicht gearbeitet gestern, aber mit der Chefin telefoniert. Wie schön, dass ich gerade nichts auf die Reihe kriege. Auch wenn es wie Faulheit aussieht, ich bin schwer beschäftigt, mit meinem Kopf, meinen Erinnerungen und Gefühlen. Immerhin beim Supermarkt gewesen und mit einem Freund telefoniert. Gegessen Melone mit Schinken und einem Wrap mit Grillkäse. Keinen Bock zu kochen. Aber heute kommt wieder eine Kochbox, mal sehen, ob mich das motivieren kann. Mir ist einfach zu heiß gerade, die Wohnung kühlt nicht ab. Ein Highlight gab es aber gestern, ich habe ein Seeed Ticket erhalten, wie viele Jahre will ich da jetzt hin und ich hoffe, im August ist es dann so weit.

Ein altes Foto hat mich erinnert, dass ich als Kind eine große Kletterin war, kein Baum war früher vor mir sicher, meine Mutter nannte mich deswegen auch Affe. Heute bin ich schon froh, wenn ich eine Treppe erklimmen kann. Ich erinnere mich gut, dass ich mal versucht habe einen Jungen mit meinen Kletterkünsten zu beeindrucken, das Ergebnis war aber dann, dass ich oben auf einem Baum saß und er unten stand den Kopf schüttelte und sich eine andere suchte. Ja Jungs, die Bäume waren meine besseren Freunde. Wer meinetwegen nicht auf einen Baum klettern kann und will, der kann mich dann auch mal, beschloss ich damals. Später im Leben änderte ich meine Meinung dazu dann noch mal, aber es gab vielleicht auch einfach zu wenig Bäume in meiner Gegend.

Aktuell etwas soziophobische Zustände, ich mag nicht unter fremden Mitmenschen sein, besonders nicht öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Was etwas hilft, ist Musik auf den Ohren, aber ich kann ja nicht ohne Unterbrechung immer Musik hören. Passend dazu, heute ein Affen-Song:

Nonne, Allah, Supermarkt, China, Drogen und Männer

Guten Morgen, der Mann war da, der Mann ist weg, das ist dann erstmal ganz gut so. Der Vogel singt ein Lied und mir ist das alles zu früh. Gestern im Krankenhaus gemischter Eindruck, keine Ahnung, ob mir das helfen kann. Lebensmittel-Lieferung erhalten, aber sehr spät, also großes Trinkgeld, der Mann sagte sowas von wegen Allah möge mich segnen, war seltsam. Erst eine grimmige Nonne im Krankenhaus und dann ein Lieferant der von Allah spricht, gestern schien wohl ein göttlicher Tag gewesen zu sein. Die Sonne scheint und ich muss heute wieder zum Arzt, wunderbar, mein neues Hobby. Der Kaffee schmeckt, der Mann wollte keine Getränke mitnehmen, zu schwer, aber ich darf die tragen. Aber gut, so ist mein Vorrat größer, den der Mann gestern schon als kleinen Supermarkt bezeichnete. Also, ich brauche vorerst nicht mehr einzukaufen.

Gestern Nacht noch eine Doku über China gesehen, also in China leben möchte ich ja lieber nicht, dagegen erscheint ja sogar Putin noch als liberale Führung. Die Sonne scheint, die Straße rauscht und ich bin müde. Müde über Müdigkeit hinaus einfach erschöpft und genervt von vielen. Ich scheine durch den Vorfall mit 15 Jahren ziemlich viel vergessen zu haben, es ist so als hätte ich alle Details meines Lebens von 0 bis 15 Jahren mit dieser Nacht verloren. Jetzt kehren die Erinnerungen zurück und ich möchte nur weinen, über dieses tolle Mädchen, dass in nur einer Nacht total zerstört wurde. Aber es ist auch schön zu erinnern, wer ich mal war. Schon krass, wie kann man 15 Jahre seines Lebens vergessen? Vielleicht war es notwendig, denn leider ist mir auch sehr viel Unerfreuliches eingefallen und ich muss meine erinnerte Biografie in einigen Punkten korrigieren. Drogen und Männer, ein Problem damals, weil ich älter wirkte als das Kind in mir war. Ach man Erinnerungen, wenig Paradies in der Vergangenheit:

Ausschlag, Erinnerungen und keine Öffentlichkeit

Guten Morgen, nein gar nichts gut, mir geht es noch schlechter als vorher. Körperlich und seelisch. Ich habe Ausschlag bekommen, ich habe mehr Erinnerungen bekommen. Wie konnte ich das alles nur vergessen? Blöde Frage, es war wohl lebensnotwendig, das alles zu vergessen. Jetzt sind die Erinnerungen wieder da und ich frage mich, wie ich das überleben konnte und frage mich nicht mehr, warum ich so schwer krank wurde. Vielleicht sollte ich meinen Blog doch auf privat schalten, um freier schreiben zu können, denn alles, was ich gerade schreiben möchte, ist für eine unbekannte Öffentlichkeit einfach nicht geeignet. Keine Ahnung wie ich jetzt weitermachen soll, keine Ahnung wie ich mich jetzt verhalten soll. Ach, lassen wir Musik sprechen in einer Situation, wo Worte nur schaden können:

Erinnerung, kotzen, Trümmer und Schwäche

Guten Morgen, nicht gut drauf, aber lange geschlafen. Nicht arbeiten und allein sein, tut mir nicht so gut. Allein sein, mit meinen Erinnerungen, meinen Problemen, nicht so lustig. Es gibt zwar Freunde und den Mann, aber da kann ich nicht besprechen, was mir durch den Kopf geht. Immerhin, der Magen-Darmtrakt ist gerade nicht am Durchdrehen. Blutdruck ist seit der Erkenntnis auch unten, sogar nach reichlich Kaffee und Zigaretten, höchstens 140, ohne das, deutlich geringer. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich gerade kotzen mag. Erkenntnis, Wissen, nur die Harten kommen in den Garten. Hatte schon seinen Sinn, dass mein Gehirn viele Dinge sehr lange ausgeblendet hat. Ein sonniger Tag grüßt und ich suche mein Lächeln. Fühle mich wie eine Trümmerfrau, doch der Trümmerhaufen bin ich. Wenn es einen Preis für schlechte Erfahrungen gäbe, ich hätte ihn in Deutschland gewonnen.

Jammern, es tut mir leid geneigter Leser, aber genau danach ist mir gerade. Schwäche, es braucht viel Stärke in dieser Gesellschaft schwach zu sein: