Freude, blaues Auge, Abifreund, Mutter und Arbeit

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, vielleicht doch früher ins Büro. Gerade sehr viele Beratungen, aber mein Azubi macht mir langsam Freude. Noch mehr Freude gibt es durch den Mann, der hat anscheinend endlich qualifizierte Arbeit gefunden. Leider bei einem Start-up, ich hoffe, das geht gut, die Konditionen scheinen aber in Ordnung. Jetzt muss er den Job nur noch behalten, ich werde helfen, wo ich kann. Bei einem Hotel in Stralsund angefragt, vielleicht geht es da im November noch hin. Der Vater kam gestern verschnupft ohne Bohrmaschine zur Pizza, kurz gesprochen, aber der hungrige Hund stresste gewaltig mit Kratzen am Boden. Wie es ausschaut werde ich das Wochenende durcharbeiten, obwohl ich morgen einen Urlaubstag nehmen werde, aber immerhin Montag halb frei. Morgen wartet das Lager auf mich, es wird Zeit das endlich zu Ende zu bringen. Ich weiß, dass auch meine Mutter damit kein Problem hätte. Die Frau vom aggro Psychonachbarn gestern gesichtet, sie hat ein blaues Auge. Dieser Mistkerl hat sie geschlagen? Der soll endlich ausziehen! Ich glaube nämlich nicht, dass sie irgendwer anders geschlagen hat. Ruhig ist hier gespenstisch ruhig und der Kaffee schmeckt.

Mit dem Abifreund aus Norddeutschland gechattet, er will nach Berlin, aber ich weiß nicht, ob ich ihn darin unterstützen sollte. Das Berlin, nachdem er sich sehnt existiert nicht mehr, denn er hat hier vor 20 Jahren gewohnt, seitdem ist hier sehr viel passiert und ich meine nicht nur den Mietenwahnsinn. Er ging doch davon aus, man könnte zentral in der Stadt für 400 Euro eine 2-Zimmerwohnung bekommen, ja träume weiter. Eine Einzimmerwohnung am Stadtrand vielleicht. Irgendwer macht hier jetzt abends/nachts im Hausflur Krach, ich meine einen afrikanischen Dialekt gehört zu haben. Bald Geburtstagsurlaub, den werde ich auch brauchen, ein Termin beim Friseur und der Kosmetik sind geplant, sonst aber nicht viel. Ich brauche dann auch mal Zeit für mich und die Wohnung. Am Sonntag geht es wohl weiter mit der Wohnung des Vaters, er will weiter die Küche ausräumen, dass mir das seelisch nah geht, dass ich am Sonntag nicht noch mehr Arbeit brauche, scheint ihm egal zu sein. Es ist schade, wenn Erinnerungen verschwinden. Ich habe manchmal den Eindruck mein Stiefvater hat wenig Respekt vor den Dingen meiner Mutter. Vielleicht versteht er den Wert auch einfach nicht. Aber gut, so habe ich die Chance ein paar Dinge zu retten, die er vielleicht entsorgt? Die ganzen alten Sachen, vor Berlin, kennt er nämlich gar nicht und hat auch keinen Bezug dazu.

Das war schon bei der Beerdigung so, dass er ihre letzten Jahre als wichtig erachtete, während die Tante und ich ihre jungen Jahre wichtiger fanden, also alles vor Berlin. Die Verdauung ist endlich normal, ich hoffe das ist ein gutes Zeichen, dass der Stresslevel in meinen Leben sich wieder normalisiert. Brauche wirklich wieder geregelte Verhältnisse und nicht ständig Ausnahmezustand, weder beruflich noch privat. Mehr auf den Schlaf und die Ernährung zu achten scheint hilfreich. Auch morgen einen Urlaubstag nehmen, ist, denke ich taktisch klug. Ich schaffe die volle Arbeitsleistung auch an 4 Tagen mit weniger Stunden, das sollte bloß nur nicht die Chefin erfahren, ich bin nämlich nicht scharf auf eine Lohnkürzung wegen Effektivität. Weniger Geld bei gleicher Leistung wie andere mit mehr Stunden ist nämlich irgendwie keine Belohnung oder Option. Wenn ich arbeite, bin ich halt ein Arbeitstier, ich finde dabei sollten Ergebnisse und nicht die Stundenzahl auf dem Zettel zählen. Genug herumgetippt, der Tag grüßt grau und kühl, aber nicht so windig wie gestern.

Auf zur Arbeit. Alles wird gut, irgendwann…..

Schlafen, Süßkartoffel-Gnocchi, Erinnerungen und der Wille

Guten Morgen, schon besser, sehr viel geschlafen gestern und nochmal drüber nachgedacht was jetzt zu viel war, ich denke die Arbeit gerade. Zurück ins Büro ist Stress und die Doppelaufgabe: Anlernen und Beraten, war jetzt so unstrukturiert auch nicht gut. Dabei dann kaum noch schlafen und der Salat ist perfekt oder besser der Wahnsinn nah. Das kann so jetzt nicht weitergehen, sonst schreibe ich bald aus dem Krankenhaus. Gekocht gestern Süßkartoffel-Gnocchi, allerdings nicht ganz nach dem Rezept, denn ich hatte weder Pilze noch genug Walnüsse. Also gab es stattdessen Möhren und Schinkenwürfel, war sehr lecker. Gestern eine Lieferung erhalten oder sollte ich besser sagen „Lieferungen“, denn ein kleiner Junge der aussah wie 12, lieferte erst nur die Hälfte und kam dann noch dreimal wieder um den Rest zu bringen und sich zu entschuldigen. Ich sage dazu jetzt einfach mal: „Spaß mit Azubis!“. Noch an mehr Sätze von meiner Mutter erinnert, also an Sachen, die sie zu ihren Lebzeiten erzählt hat. Also entweder hat sie Teile der Zukunft gekannt oder ich erinnere mich falsch? Fast alle Erinnerungen dieser Art haben in ihrem Laden stattgefunden, also vielleicht jetzt wo ich die Reste des Ladens verkaufe, ein Erinnerungsfehler? Mein ganzes Leben hatte ich aber nie falsche Erinnerungen, außer in der Zeit der Psychose, da erlebte ich Horrorvorstellungen als meine eigenen, zum Glück waren das nicht meine Erinnerungen, wie ich heute weiß. Mein echtes Leben war auch nicht lustig, aber im Vergleich was ich in der Psychose erlebte, ist mein Leben schwer in Ordnung. Nicht so richtig Bock auf den Kollegen heute, es wird Zeit für eine Aussprache und eine strukturierte Zusammenarbeit mit mehr Erholungspausen für mich. Der Mann freut sich auf den neuen Job, Nachtschicht ist nicht so gesundheitsförderlich, da kann man doch hoffen, dass Homeoffice für ein Unternehmen mit schlechten Mitarbeiterbewertungen besser ist? Am Wochenende immerhin Wäsche gewaschen, gestaubsaugt, Müll weggebracht, Anfragen zum Ladenabverkauf beantwortet, gekocht, gebadet, telefoniert, Musik gehört und geschlafen. Mehr dann nicht denke, das war schon zu viel. Heute eine Beratung, gerade keine Ahnung worum es geht, aber ich denke die werde ich allein machen. Der Kollege hat es nicht eilig in die Beratung einzusteigen, auch wenn es eilig ist, also höre ich auf mich selber damit zu stressen. Wer nicht will, der hat schon. Wahrscheinlich früher ins Büro, dann habe ich auch früher frei und darf wieder in mein Bett. Der Herbst grüßt bei grauem Wetter und Bäume tanzen im Wind. Frühstück wäre gut, aber ich habe keine Lust, ich gehe wohl lieber zum türkischen Bäcker. Die Wille sitzt gerade auf dem Dach und denkt: „Ich würde schon wollen, wenn ich wollen würde!“ Ein beruhigender Song zum Tag dazu, es ist Zeit für Sonnenschein:

Scheißtag, Einkaufspreise, Aggressionen und Erinnerungen

Tach och, war das ein Scheißtag gestern. Auf Arbeit so sehr geärgert, dass ich schreiend davon rennen wollte, ja wieder die Kollegin. Dann zum Restaurant um den sehr müden Mann zu treffen und schlechtes Essen bekommen. Dann Rohrbruch am Herrrmannplatz und keine U-Bahn nach Hause. Ein durchgehend „perfekter“ Tag. Brauchte dann noch ne Weile um mich abzuregen. Den besten schwulen Freund zugekotzt und noch weitere Personen. Heute schon etwas besser. Heute wieder Büro und Supervision. Vielleicht alles gerade zu viel, zurück ins Büro, Kollege anlernen, sehr viele Termine und dann auch noch privat sehr viele Verpflichtungen. Gut, dass ich heute noch meine Massage habe. Am Wochenende ins Lager, es gibt Kaufinteressenten, aber die wollen mehr Informationen und Fotos. Aber gut, vielleicht kann ich dann auch noch mal für mich schauen, ob ich passende Kleidung finde? Klar ist, niemand wird mir die Verkaufspreise der Mutter zahlen, ich kann froh sein, wenn ich annähernd die Einkaufspreise erhalte. Dafür sollte ich aber die gesamten Einkaufspreise kennen. Zum Glück war meine Mutter ein Inventur-Nazi, die meisten Antworten sollte ich durch eine Excel-Tabelle finden. Wieder angefangen mit der undankbaren Freundin zu sprechen, vielleicht gibt es ja doch eine Lösung. Endlich gelernt die Zahnschiene für oben auch wieder aus dem Mund zu kriegen, das war die Tage ein Problem, weil sie zu fest sitzt. Wieder Verdauungsprobleme, aber immerhin 7 Stunden geschlafen. Heute Pizza mit dem Vater, ich möchte einen neuen Sauerteig ausprobieren. Der Mann hat mir gestern verschiedenfarbige Rosen mitgebracht, jede Farbe hat eine Bedeutung. Aktuell ist mein Motto wohl: „Ach Sie suchen Streit?“ oder sind es doch nur die Anderen oder beides? Ich sage nur: „Friedlich durch das Leben gehen ist gar nicht mal so leicht“. Warum können mich die Arschlöcher der Welt nicht einfach in Ruhe lassen? Wie die Musikauswahl zeigt spitzen^^ Laune. Aggressionsabbau mit politisch nicht korrekter Musik. „Die Zeit heilt Wunden, doch vergessen kann ich nicht…“

Nadine schaut sich das Internet an

Es muss im Jahr 1996 gewesen sein, ich hatte es von der Putzfrau zu einer voll geförderten Sekretärin in einer IT-Bude geschafft. Eine IT-Bude die eine Internet-Standleitung hatte. Das war damals sehr selten und teuer und da die Firma Webseiten produzierte, bekam ich irgendwann den Auftrag mir das Internet anzuschauen. Mir das Internet anschauen? Wirklich ich? Aber sofort! Und so surfte ich los mit magischen 2 MB und genoss die ganzen Webseiten. Ich war zwar schon 1995 im Internet, aber damals ging das über extrem langsame Modems und einen ebenfalls sehr teuren AOL oder Compuserve Account. Zeitlich war das auch sehr limitiert, höchstens mal 10 Minuten. Aber nun hatten wir 1996 und die hatten eine Standleitung zum nächsten Uni-Server und alles ging so schnell und keiner hatte ein zeitliches Limit gesetzt. So verbrachte ich ganze Arbeitstage im Internet und konnte mich nur schwer losreißen. Bis, ja bis die Rechnung kam, mein Chef stand da mit offenem Mund: „1200 DM Internetkosten diesen Monat“. Er verstand erst nicht was passiert war und fragte dann rum wer im Internet war. Dann kamen sie auf mich, du warst doch im Internet! Ja das war ich sagte ich, aber ich dachte das wäre mein Auftrag: „Mir das Internet angucken!“. Der Kollege lachte los und meinte zum Chef: „Du hast gesagt, sie soll sich das Internet anschauen, das hat sie getan!“ Also deine Rechnung. Irgendwie ist das mit mir und dem Internet nicht besser geworden, aber zum Glück günstiger.

Psychiater, Tod, Haare und Slim Shady

Guten Morgen, viel zu früh, aber ich war auch früh im Bett. Für den Moment alles gut, die Straße rauscht, die Vögel schweigen. Es ist gut, dass ich am Montag einen Psychiater-Termin habe, ich brauche einen Notfall-Plan, denn die Erinnerungen sind gerade zu stark und mein Körper immer noch stark gestresst. Die Schublade voller Medis könnte ich natürlich auch allein was tun, aber ich möchte vorher lieber mit einem Arzt darüber sprechen. Dass ich Abilify hochsetzte, kommt nämlich gar nicht Frage, nicht mehr laufen können und unberechenbare Herz- und Blutdruckwerte sind keine Option, aber vielleicht gibt es noch einen anderen Notfall-Plan? Mein Internet-Freund glaubte mir gestern die Geschichte mit dem Psychopathen-Chef und dem Spiel nicht, aber ich bin mir zu 100% sicher, dass diese Erinnerung aus 2009 echt ist, das war Jahre vor der Psychose. Alle Erinnerungen ab Ende 2012 bis Mitte 2013, da können wir gerne über den Wahrheitsgehalt diskutieren, aber nicht auch über alle Erinnerungen davor und danach. Aber was weiß er schon über den Tod? Er ist nicht wie ich fast gestorben, er hat nicht wie ich schon 8 nahestehende Personen und noch mehr Bekannte an den Tod verloren. Manchmal denke ich, er jammert auf sehr hohen Niveau depressiv vor sich hin, aber vielleicht ist er auch einfach schwächer als ich. Aber zurück zu normalen Themen. Ich war beim Friseur und das war gut, Haare wieder schick und gesund. Danach noch geschlafen, ich könnte gerade nur schlafen, ich bin so erschöpft. Gegessen TK-Lasagne, nein ich mag immer noch nicht kochen. Ich habe im letzten Jahr so viel gekocht, ich habe keine Motivation mehr und gerade auch keinen Hunger. Der Mann ist gerade im Bewerbungsmarathon, jeden Tag Bewerbungsgespräche und heute auch Probearbeiten. Ich bewerbe mich gerade nirgendwo, ich liege hier rum und erhole mich für was für einen Beruf auch immer. Zum Glück bin ich für den Moment noch finanziell gut abgesichert, so schnell droht kein Hartz IV. Noch keinen Plan für heute, Bude putzen wartet immer noch, aber mal sehen, vielleicht auch besser weiter ausruhen, am Montag geht es zurück in den Alltag. Sommer, Sommer wäre schön, aber irgendwie wird das dieses Jahr wieder nichts, es ist grau, es ist drückend und in Südeuropa brennen die Wälder. Wie gerne würde ich gerade verreisen, auch wenn es anstrengend ist, alles besser als in der Bude in Berlin zu sitzen. Die Nachbarn haben gestern wieder gegrillt, mit Kohle auf dem Balkon und mein Schlafzimmer wurde wieder mit Rauch- und Fleischgeruch geräuchert. Tja ist gerade fraglich wer hier der echte Slim Shady ist….

Freunde, Therapie, Erinnerungen und Berlin

Guten Morgen, zu kurze Nacht aber der Magen rumpumbelt. Ein grauer Tag grüßt und die Vögel halten noch den Schnabel. Gestern nicht viel passiert, habe einen kleinen Ausflug gemacht und mit einem asiatischen Essen auf dem Heimweg abgerundet. Immer bestellen ist zu teuer, allein den Mindestbestellwert knacken ist so eine Sache, wenn man allein isst. Abends rief eine gute alte Freundin an, wir haben seitdem sie Familie hat wenig Kontakt, aber sprechen wir uns ist es als hätten wir erst gestern gesprochen. Danach noch gechattet und den Tag vorbeigehen lassen. Gestern Nacht die Krankenkasse belästigt, ich habe die Therapieempfehlung von 2020 an den Terminvergabeservice gesendet. Vielleicht ist das Ding schon abgelaufen und vielleicht können die auch nichts tun, ich telefoniere aber nicht nochmal 20 und mehr Therapeuten ab, um überall ne Absage zu bekommen und/oder beim falschen Therapeuten zu landen. Das hatten wir schon und war verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Aktuell fühle ich mich wie wieder auferstanden, mit allen guten und schlechten Seiten meiner Persönlichkeit vor der Psychose. Ich bin wieder kreativ und lebendig, quatsche Witziges wie ein Wasserfall und habe sehr viele Gefühle, zu viele Gefühle. Schattenseite ist die Erinnerung, ich erinnere mich an so vieles was wahrscheinlich durch Neuroleptika verdrängt war. Die Angst über diese Erinnerungen wieder in die Psychose zu gleiten ist hoch, ich will nicht mehr ins Wunderland, nie wieder. Ich will aber auch keine Neuroleptika mehr, die alles zum Erstarren bringen, also muss ich da durch. Passende therapeutische Hilfe dazu wäre gut, aber notfalls muss sprechen darüber mit Familie und Freunden auch helfen. Das ist noch eine andere erfreuliche Sache wieder die Alte zu sein, ich zählte neulich dem Mann gegenüber auf wo meine Freunde in Berlin wohnen, herauskam eine Liste von bereits 5 guten Freunden, 2 potenziellen Freundinnen und meinem Internet-Freund in Frankfurt. Dazu kommen dann noch Vater, Bruder und Ehemann. Wow, das sind für meine Verhältnisse sehr viele vertraute Leute. Ich glaube nur in den Internatszeiten, hatte ich so viele Vertraute in meinem Leben. Davor und danach niemals. Mich jetzt also nochmal zu isolieren und dabei wahnsinnig werden ist deutlich unwahrscheinlicher als 2013. Es gibt genug Menschen, denen ich traue und die mich festhalten. Aber auch ich halte sie fest. Berlin 2021, 32 Jahre in dieser Stadt, die ich brauchte um fast zu sterben und dann doch noch Anschluss zu finden. Berlin ist hart, nix für kleine Dorfmädchen, wie ich es war als ich 1989 herkam. Aber ich lebe, Berlin hat mich stark beschädigt, aber nicht umgebracht. Neben Berlin gibt es in Deutschland mittlerweile keine andere Option für mich mehr, wenn ich nochmal umziehe, dann ins Ausland. Berlin: „Und ich weiß, ob ich will oder nicht das ich dich zum Atmen brauche“…