Vergessen, Halloumi, Geld, Einsamkeit und Himmelblau

Ein Gruß aus der Nacht! War dann gestern doch alles anders als geplant. Mein Therapeut, hat meinen Therapietermin vergessen, soll ja auch mal vorkommen. Burger mit Halloumi gemacht, gegrillter Käse ist ein guter Fleischersatz für mich. Auch wenn ich aktuell nichts mehr von Griechenland wissen will, aber dafür kann der Käse ja nichts. Erinnerungen an Urlaube in den Achtzigern, ja auch diese mussten korrigiert/ergänzt werden. Komme mir wie ein Abtropfsieb vor, dass endlich wieder versucht eine Schale zu sein. Heute ein zeitlicher Konflikt zwischen Kochboxlieferung und Freundin, muss zu Hause sein, um die gekühlten Lebensmittel entgegenzunehmen, muss aber auch bei ihr sein, um Schlüssel entgegenzunehmen, für die Mission Blumen gießen während ihrer Kur.

Auf den Mann gerade gar keinen Bock mehr, wenn es mir schlecht geht, ist es aus meiner Sicht sein „Job“ für mich da zu sein, ist er aber nicht. Arbeit, Fortbildung, Fitnessstudio, alles wichtiger als die Ehefrau. Ich war immer für ihn da, egal was sonst in meinem Leben los war, Zeit kann man sich auch nehmen/stehlen. Es ist eine Sache der Prioritäten. Ich finde generell, Zeit ist zwischenmenschlich die wichtigste Devise, zusätzliche Aufmerksamkeit, die Königsdisziplin. Das habe ich von einer einsamen Kindheit gelernt, nichts ist wichtiger als Zeit und Aufmerksamkeit. Geld verdienen, eine schöne Sache, aber nicht, wenn die Liebsten dabei auf der Spur bleiben. Mit Geld kann man keine neue Zeit kaufen, mit Geld kann man keine neuen Liebsten kaufen. Wer sein Leben also nur nach Karriere und Geld ausrichtet, der ist irgendwann ziemlich allein damit. Geld umarmt einen nicht, Geld lacht nicht mit einem, Geld ist nicht so gut zum Kuscheln und zuhören tut es auch nicht. Ebenfalls ist es nicht möglich, mit Geld verlorene Zeit zurückzukaufen. Alle versuchen Gewinner im Kapitalismus zu sein und verstehen nicht, dass sie damit soziale Verlierer werden.

Heute vielleicht, dass hier gekocht, sollte der Mann auftauchen, für ihn, mit Fleischbeilage. Ich vermisse Fleisch immer weniger, den aktuell gibt es nur qualitativ schlechtes Fleisch, zu hohen Preisen für mich, da verzichte ich lieber. Dann lieber nur ein- zweimal die Woche Fleisch zelebrieren, als jeden Tag dieses Hundefutter in mich reinstopfen, weil es ja Fleisch sein muss. Zurück zum Sonntagsbraten und den Rest der Woche halt andere Sachen. Vorgenommen diese Woche noch zu streichen, also eine Wand, aber mal sehen, ob mein Schweinehund da mitspielt. Gestern zu heiß gewesen mit über 30 Grad, da ging gar nichts, denn in der Sonne hatte ich bereits Kreislauf und zu wenig zu trinken bei mir. Die Bude ist davon noch aufgewärmt, draußen 18 Grad, hier drin trotz lüften 25 Grad. Der Tag kriecht in die Stadt und aus Grau wird gerade blau am Himmel, versuchen wir es mit Optimismus von den Ärzten zum Morgen:

Hitze, Medis, Essen und ein Licht in der Nacht

Guten Morgen, endlich mal eine gute Nacht, nach einem beschissenen Tag gestern. Nichts geklappt von dem, was ich vorhatte, geweint, Mann beschimpft. Kurzum, nicht mein Tag. Immerhin gerade keine Bauchschmerzen, das ist doch mal was, so beginnt man den Tag gerne. Zu heiß gewesen gestern, in der Sonne über 40 Grad, da kamen mir die 28 Grad in der Wohnung plötzlich sehr angenehm und erholsam vor, konnte sogar schlafen. Vor ein paar Wochen waren 28 Grad in der Bude noch scheinbar die Hölle, wie schnell sich die Ansichten/Empfindungen ändern. Heute noch Blutdrucksenker besorgen, dass muss jetzt aber klappen, auch wenn ich die Theorie verfolge, dass wenn ich Kaffee, Kippen und vor allem das Neuroleptika weglasse, ich wahrscheinlich keinen Blutdrucksenker mehr brauche. Erst seit der Umstellung von Amisulprid zu Abilfy, sind meine Blutdruckwerte gefährlich gestiegen. Vorher war immer alles sehr niedrig und unauffällig. Abilify wirkt bei mir halt wie bei anderen Leuten Speed oder Koks oder eine andere alles hochtreibende Droge. Therapie hilft dabei sicher auch, denn wie die Blutdruckuntersuchung ergeben hat, sind die Werte ok, solange ich nicht in Angst oder Panik weile.

Immerhin bei Lidl gewesen, aber das habe ich danach an der Bushaltestelle in der Sonne schnell bereut. Dafür war es vorher in der Kühlabteilung wunderbar, extra ein paar Runden mehr gedreht. Gekocht nix und geweint wegen des Essens damals mit Mama. Ja ich darf frisches Essen essen, ich darf sogar Obst essen, das ist jetzt alles meins und niemand vom Jugendamt kommt, um meine Küche oder meinen Kühlschrank zu kontrollieren, um mich dann vielleicht in ein Heim zu stecken. Keine Ausstellungsstücke mehr, keine Gefahr mehr. Was in der Küche ist, darf gegessen werden, jetzt, nicht erst, wenn es schon Müll ist und Müll gehört in die Tonne und nicht in meinen Magen. Schwierig das zu begreifen für mich, ich denke, ich trage da nicht nur mein eigenes Trauma, sondern auch das Trauma von Mutti, Oma und Großoma mit, da gab es auch oft nichts zu essen, aus anderen Gründen. Was war ich für ein hungriges Kind auf vielen Ebenen und damit leicht zu manipulieren für Außenstehende. Nächste Woche wieder Kochbox ist einfacher und mit Gutschein auch günstiger.

Telefoniert, aber nicht viel, etwas Haushalt gemacht, immer noch nicht den Boden gewischt, aber immerhin gestaubsaugt. Bei Licht geschlafen, das hilft etwas, durfte ich als Kind nicht, obwohl ich mich immer sehr gegruselt habe, besonders als Kleinkind allein zu Hause in der Nacht, war das schrecklich. Wie oft bin ich damals nachts wach geworden, war allein und fühlte mich ausgeliefert und verloren. Doch jetzt bin ich erwachsen und kann, wenn ich mag ein Licht anmachen, das ist meine fucking Stromrechnung, meine Regeln und so eine brennende LED-Birne in der Nacht wird schon nicht die Welt kosten. Mir ist es eine friedliche Nacht ohne Angst wert. Der Kaffee schmeckt, auch wenn er das nicht sollte, aber eine Tasse Kaffee am Tag muss ja wohl erlaubt sein. Ich trinke sehr leichten Kaffee mit viel Milch. Ich bin wertvoll, egal was wer in meinem Leben gesagt oder nicht getan hat!:

Thaifrauen, Versuchskarnickel, Wahnsinn und Mensch

Guten Morgen, wenig geschlafen, aber ich fühle mich ganz gut. Der Mann schläft noch und der Kaffee schmeckt. Die Schmerzen in den Händen haben wieder begonnen und ich habe beschlossen, jetzt wo meine Seelentherapie erstmal anders bezahlt wird, mir diesen Monat doch eine Thaimassage zu gönnen. Durch die letzte Massage war ich 2 Wochen total schmerzfrei und die Hände waren jetzt sogar über einen Monat geheilt. Ja liebe Männer, die Thaifrauen haben es drauf, jenseits eurer dreckigen Gedanken. Habe gestern nach der Taxifahrt zum Psychiater, sogar noch kurz den Bus genutzt, meine Heldentat vom gestrigen Tag. Mein Psychiater wollte mein Medikament sofort absetzen, aber ich habe Angst bekommen vor dem Entzug und vor der fehlenden Sedierung. Glaubt mir zwar immer noch keiner, dass ich in diesen Milligrammbereich unterhalb der Wirkungsgrenze einen Effekt habe, ist aber so. Vielleicht weil mein Körper sein ganzes Leben sehr wenig Medikamente gesehen hat, bevor ich 2013 ins Krankenhaus kam.

Diskussionen mit dem Mann gehabt, der war doch tatsächlich der Meinung, dass ein Selbstmordversuch eine Zwangsmedikation, die einen schrittweise tötet legitimiert. Da war ich aber anderer Meinung. Es ist immer noch mein Leben, einmal gerettet macht es mich nicht zum Versuchskarnickel der Pharmaindustrie. Vor allem, wenn die Medikation dann auch noch wahrscheinlich auf der falschen Diagnose beruht. Ja, ich glaube nicht an die Produkte der Pharmaindustrie und deren guten Absichten, es sei denn Geld verdienen ist eine gute Absicht. Heute unnötige Lebensmittellieferung, obwohl die Getränke werde ich brauchen, die neue Hitzewelle kommt. Rauche deutlich weniger, ich denke, ich habe meinem Konsum halbiert, nur morgens rauche ich viel, im Laufe des Tages immer weniger. Heute kaum Termine, ich muss nur zur Apotheke, aber fühle mich gerade so, als könnte ich heute auch endlich was im Haushalt machen. Der Boden ist immer noch nicht gewischt. Die Sonne scheint, die Straße ist noch ruhig und ich fühle weniger Wahnsinn beim Blick in die Vergangenheit.

Reste gegessen, ich esse jetzt mehrfach am Tag kleine Portionen und werde nächste Woche zur Internistin, mich bewusstlos Ärzten ausliefern, erzeugt immer noch Angst. Vielleicht, weil mein Vertrauen in Ärzte begründet, nicht absolut ist. Auch nur Menschen, die Medizin studiert haben. Kein Mensch ist fehlerfrei, vielleicht ist die ganze Menschheit ein großer Fehler. Der Mensch ist halt nur Mensch:

Spät, Hausfrau, Klinik, Essen und Kontrolle

Guten Morgen, wieder spät ins Bett und früh wach. Es wird halt erst spät in der Nacht kühl genug, sodass ich einschlafen kann. Aktuell bin ich wohl die Hausfrau des Monats, Tiefkühlsachen neu verpackt und organisiert, Küchenschränke aufgeräumt, Vorräte neu sortiert, Nüsse in Gläser einsortiert, Joghurt selbst gemacht, Brot gebacken und Erbsensuppe gekocht. Nebenbei viel telefoniert, aber nur zum Müll herausbringen draußen gewesen. Heute kommen Lebensmittellieferungen, für mich, aber auch für den Mann. Alles zu teuer, aber ich ahne das wird so bleiben oder noch schlimmer, je nachdem was Putin vorhat. Abgesehen von einer besser sortierten Küche gibt es noch eine weitere gute Nachricht, ich darf morgen in einer Klinik vorsprechen und hoffe dort Unterstützung zu erhalten, mein Psychiater ist nämlich weiterhin im Urlaub. Psychiatrische Versorgung, die nur auf der Aufopferung der Angestellten beruht, funktioniert halt nur eine Weile, irgendwann sind alle urlaubsreif und/oder krank. In meinem Umfeld sind viele krank, ich bin also nicht allein, aber tröstlich ist das trotzdem nicht.

Die Sonne dreht heute anscheinend wieder auf, schon jetzt 27 Grad in der Bude, aktuell ist es nur nachts angenehm, wenn alle Fenster geöffnet sind und ein leichter Wind weht. Die Stadt dreht derzeit Scheibe, zu viele sind verzweifelt und/oder drehen durch. Ich hörte von vielen Freunden, die sonst teuer essen, dass sie dann halt auf die Discounter wechseln, um das Ausgabenlevel nicht zu sehr zu erhöhen, aber was machen die Leute, die vorher schon beim Discounter gekauft haben? Für die gibt es keine günstigere Alternative. Was machen die ganzen Ukrainer in der Stadt, wenn Essen nicht mehr erschwinglich ist? Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“, sagte Brecht, also kein Wunder, dass die Leute durchdrehen oder sogar kriminell werden. Kaum (bezahlbarer) Wohnraum, nichts zu futtern und eine unzureichende ärztliche Versorgung und da wundert sich irgendwer, dass die Leute schlecht darauf kommen? Ich sitze dann verdattert in der Wohnung und sortiere Konserven, irgendwas was ich kontrollieren kann, irgendwas was scheinbare Sicherheit gibt.

Scheißtag, EMDR, EC-Karten, Essen und Musik

Guten Morgen, was für ein Scheißtag gestern. Auf der Arbeit Tränen und Streit bei den Kunden und danach abgehetzt zum klassischen Konzert und die Musiker haben sich ständig verspielt. Enttäuschend und irgendwie auch stressig. Gut ein Tag, um früh ins Bett zu gehen. Das habe ich dann auch gemacht. Von der Kollegin EMDR vorgeschlagen bekommen, ein Verfahren von denen die Amis überzeugt sind, was aber in Deutschland großteils nicht von den Kassen getragen wird. Ein Versuch wäre es wert, ich kann nur Geld und Zeit verlieren, aber mehr Zeit als ich bereits verloren habe, geht eigentlich nicht. Es ist schon bezeichnend, dass ich wirklich sehr viele Erinnerungen lange verloren hatte, die erst in letzter Zeit teilweise wieder aufgetaucht sind. War einfach ein bisschen viel in meinem Leben und nein, ich mag mich nicht immer und immer wieder auffordern lassen, ich möge mir eine Gesprächstherapie suchen, wenn die aus Erfahrung einfach nicht funktioniert, ja sogar schädlich war. Für mich ist diese Aufforderung von Mitmenschen einfach nur ein verzweifelter Versuch helfen zu wollen, ohne Kenntnis von Heilverfahren bei Trauma. Für mich hat das was von einem hungrigen Menschen mit Glutenallergie, immer wieder aufzufordern er/sie möge doch Brot essen. Aber gut, auch ich stehe am Anfang mit meinem Wissen zu Behandlungsmethoden bei Trauma, ich wusste bisher nur, was bei mir nicht geht, ohne überhaupt zu wissen, dass ich Traumas habe.

Seit ich erwachsen bin, habe ich mich nach jedem Trauma in Arbeit gestürzt, so viel und so lange gearbeitet, bis ich mich selbst vergessen habe. Ein Weglaufen, dass aber nur zeitlich begrenzt funktioniert und in mindestens einem Burnout oder Schlimmeren endete. Themenwechsel, überrascht von dieser Nachricht, Störungen bei der EC-Kartenzahlung, eine Nachricht, die alle Freunde von Bargeld freuen wird und die Rentner unseres Landes bestätigen wird, dass am Anfang des Monats die ganze Rente abholen und unters Kissen legen, eine gute Methode ist. Ist halt nur nicht so gut, wenn Einbrecher oder Trickbetrüger kommen, aber ansonsten scheint es Sicherheit zu geben. Die Bude sieht aktuell schlimm aus, vielleicht mache ich heute die dringendsten Arbeiten. Der Mann wollte vorbeikommen, das ist doch mal etwas Motivation. Gekocht gestern nur ein paar Champignons und dann schlafen gegangen. Für den Mann heute dann Pute oder Ente. Was Essen angeht, kennt er keiner Bescheidenheit, allerdings auch, ohne die Preise und Verfügbarkeit dazu zu kennen. Was ich dafür gerannt bin und bezahlt habe, ist ihm einfach unbekannt. Er hat da die Logik, Essen findet man in der Küche, ähnlich schlau, wie der Strom kommt aus der Steckdose.

Der Ex aus Italien hat sich gemeldet und ist wohl bald wieder in der Stadt, aktuell keine Meinung zu einem möglichen Treffen. Von einer guten Zeit mit ihm würde ich nicht sprechen, aber ich mag ihn weiterhin. Ein paar Spatzen sind zu hören und der Kaffee schmeckt, irgendwie ist gerade selbstgewählt nur die Stille richtig, Fernsehen nervt, Musik schnell auch, also bin ich von Stille umzingelt und schweige dazu. Aber der eine Song am Morgen wird weiterhin gespielt, versuchen wir es doch mit Hans Zimmer:

Umzugsarbeiten, Kräuter, Ehrendenkmal und Essen was man nicht mag

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, aber erstmal die Vögel zum Schweigen gebracht. War das anstrengend gestern, den ganzen Tag beim Mann gerödelt und abends kam der Vater wieder nicht. Also habe ich den Mann allein auf den Vater warten lassen und bin nach Hause. Reichte dann auch, denn nach Frühstück, die Gardinen getauscht, die Mikrowelle eingebaut und angeschlossen, die Küche einsortiert, ein Badregal aufgebaut, ein Klodeckel ausgetauscht, Müll weggebracht, Vertragsberatung zu Internet, Strom und Gas, den Gasherd nochmal erklärt, versucht die Waschmaschine in der Küche zu entfernen und letztendlich noch eine Gemüsepfanne mit Huhn und Reis gekocht. Dafür gab es dann auch endlich mal ein Danke. Heute bringt der Mann die Schlüssel und nachmittags werde ich für zwei Stunden in seine Wohnung fahren, um eine Waschmaschine in Empfang zu nehmen. Ja so ein Umzug ist ein entspannender Spaß. Habe vor heute noch ein kleines Kräuterbeet vor seinem Fenster zu pflanzen, hier warten Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Minze.

Am sowjetischen Ehrendenkmal gestern sehr großer Polizeieinsatz, aber von Demo keine Spur. Seit Wochen wird dort randaliert und die frisch gepflanzten Grünarbeiten mutwillig zerstört. Gestern passten also geschätzte 100 Polizisten auf Gartenarbeiten auf. Das Denkmal gehört nämlich Berlin und auf Eigentum wird in unserem schönen Land besser aufgepasst, als z.B. auf Kinder. Ruhe im Haus, die Sonne scheint in mein Fenster, der Kaffee schmeckt und die Kippe dazu ist eine nicht gut schmeckende schlechte Gewohnheit. Wieder zu wenig geschlafen, aber ich fühle mich passabel. Auf der Arbeit ist gerade wenig los, eine handvoll Anfragen, aber noch reichlich Schulungsunterlagen. Die ehemalige Wohnung der Eltern ist endlich leer und der Vater darf sich jetzt endlich erholen? Ich die neu gesammelten Dinge der Mutter endlich wegsortieren, weil nichts mehr kommt? Immer wieder erschreckt in welchen schlechten Zustand mein Körper ist, das habe ich sehr lange nicht mitbekommen, wahrscheinlich wurde es deswegen auch so schlimm. So ist das halt, wenn man sich nicht spüren kann. Aber gut, die mittelalte, dicke Frau rennt dann einfach weiter durch die Stadt und glaubt, sie wäre ein Teenager.

Nachts noch Spargel gerettet, aber ich mag Spargel immer noch nicht, gerade dieser erinnert mich an den holzigen Spargel der Oma aus dem Glas, den ich früher essen musste. Mit Linsen bin ich auf einem guten Weg, manche Linsen esse ich wieder. Auch da eine Zwangssituation aus der Kindheit, ich musste eine furchtbare Linsensuppe aus der Dose essen und habe mich dabei fast erbrochen. Tja in meiner Familie galt: „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!“ Und nein, niemand durfte den Tisch verlassen, bevor alles aufgegessen war. Aß man also nicht zufällig mit Leuten, die genau das mochten, was man selber nicht mochte, hatte man verdammt schlechte Karten. Ich finde, niemand sollte gezwungen werden irgendwas zu essen, was er nicht mag, wer nicht will, der bleibt halt hungrig und schlank. Auf in den Tag, zum Glück geht die Balkontür wieder, endlich wieder mit angekippten Fenster schlafen, das macht viel aus. So ist das halt als unabhängige Frau in 2022 in Berlin:

Besuch, Ärztemarathon, Wildsau und Musik

Guten Morgen, kurze aber erholsame Nacht, der Mann ist da und liegt noch schlafend im Bett. Ich halte mich am Kaffee fest und tippe vor mich hin. Heute Ärztemarathon, Psychiater Versuch zwei und Niere checken lassen, danach aber frei. Der Mann muss arbeiten. Gestern den Fisch mit dem Lauch gegessen, wobei das Konsequenzen hatte, Lauch-Konsequenzen. Der Mann ist doch wach, keine Ruhe zum Schreiben, schade. Sonst spielt er erstmal eine Stunde mit seinem Handy. Das Haus ist ruhig und ich bleibe heute konsequent bei Müsli, auch wenn der Mann Rührei wünscht. Heute wohl Fleisch mit Rosenkohl. Gestern Filme geschaut auf Netflix, immerhin kann ich das wieder: Filme schauen, vor ein paar Jahren war keine Konzentration dafür da. Diese Woche finale Räumung des Lagers meiner Mutter, mittlerweile fühle ich mich mehr erleichtert als traurig und schuld behaftet dabei. Diese Anlage zum Messie, bricht hoffentlich nicht bei mir durch. Die alten Dinge, die sich so festhalte, sind noch überschaubar und werden genutzt. Das Konto sieht zum Monatsende mies aus, aber diese Woche sollte das Gehalt kommen und dann keine Schulden mehr bei Klarna oder Paypal für den nächsten Monat.

Die Straße ist zu laut, keiner hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h, hier gilt wohl eher: „Wer unter 100 km/h fährt ist ein Weichei.“ So habe ich Autobahnkulisse mitten in der Stadt. Keinen Bock auf die Arzttermine heute, nicht zufrieden mit der zu dunklen Haarfarbe gerade, was Neues ausprobieren, geht bei den Haaren immer in die Hose. Leben, immer noch eine seltsame Sache, ich versuche mein Bestes und scheitere oft daran. Besonders beim Essen die letzten Tage wieder Wildsau, sobald die Sonne untergeht Scheitern für Fortgeschrittene. Essen ist und war halt immer Trost und Zuwendung, schwierig diesen Effekt zu entkoppeln. Gerade ist etwas Sonnenschein zu sehen, das motiviert tatsächlich das Haus zu verlassen, vielleicht sogar zu lächeln. Die Dusche ruft, mein Frühstück ebenfalls, Medikamente auf leeren Magen, keine gute Idee, versuchen wir es mit guter Laune Musik:

Essen, Kopf, Arschlöcher, alte Kinder und die Matrix

Guten Morgen, nicht so gut drauf und nicht im Schwimmbad. Zulange wach gewesen in der Nacht, konnte nicht früh einschlafen und jetzt ist es bereits zu spät fürs Schwimmbad. Gestern der Tag im Büro war ok und danach auch im Drogeriemarkt gewesen, heute Homeoffice. Verdauung spinnt, während mein Kühlschrank immer leerer wird. Die höchsten Coronazahlen seit Beginn und immer weniger Essen gehortet. Es ist wohl wichtiger seinen Job zu behalten/seine Einnahmen zu behalten, als große Vorräte zu haben. Wie ich schon am Anfang der Pandemie vermutete wird es immer alles geben, aber es ist halt eine Frage des Preises, ob man immer alles haben kann. Vieles ist mir zu teuer geworden, aber Toilettenpapier und Nudeln sind weiterhin ohne Probleme möglich. Wenn es allerdings um Fleisch oder Obst und teilweise auch Gemüse geht, da sind Preissteigerungen sehr deutlich, besser man isst saisonal und aus der Region. Aktuell heißt das bei Gemüse für mich: Lauch, Kartoffeln und Karotten, vielleicht auch Kohl. Die letzten Tage Kohl gegessen und gestern Schlemmerfilet mit Karotten- und Kartoffelspalten aus dem Ofen. Einfach mal an die Kindheit erinnern, was es damals zu essen gab.

Manchmal möchte ich mir aktuell einfach den Kopf abschrauben, damit ich endlich aufhören kann zu denken, aber das geht nicht und die Alternative: sehr viele Pillen schlucken, ist noch schlimmer. Regen oder Traufe? Warum kein Sonnenschein? Scheint wohl nicht gebucht gewesen zu sein für mein Leben. Jetzt ist auch noch die Musik zerstört, ich hoffe das geht wieder vorbei. Musik ist ein Schlüssel zu Erinnerungen, ich mag meine Erinnerungen nicht mehr. Das jetzt, auch nicht toll, die Zukunft ungewiss, Gott muss ein Arschloch sein, anders ist nicht zu erklären, dass hier so viele Arschlöcher rumrennen. Die Welt sicher nicht gemacht für den Menschen, das glaubt er nur, weil er ein Idiot ist. Der Vater hat den Sonntag abgesagt, gut dann habe ich Zeit endlich den früheren Vater anzurufen? Ich weiß nicht, was ich ihn sagen oder fragen soll, eigentlich sehr viel, dann auch wieder gar nichts. Verzeihen, ein Schritt der Selbstbefreiung, nicht der Gültigkeit, aber das kleine verletzte Mädchen hielt an dem Schmerz fest, weil es besser als nichts erschien.

Es ist dunkel, die Straße rauscht, ein Nachbar läuft durch das Treppenhaus, die Vögel schweigen und auch ich schweige. Nur die Harten kommen in den Garten, das Ding ist nur, ich kenne nur den Garten. Alle Bemühungen, alles betteln, es hat nie geholfen auch mal ins Haus zu dürfen. Wäre ich eine Pflanze, ich wäre Brennnessel, wächst überall, stirbt nicht so schnell, aber will keiner bewundern, pflücken und dekorativ zu Hause haben. Brennnesseln bleiben draußen, es sei denn jemand hat mal eine Blasenentzündung. Unkraut vergeht nicht, sagte meine Mutter so oft, wie wusste sie es? Sie bezeichnete uns als Unkraut, keiner will uns, aber wir sind immer noch da. Sie mittlerweile nicht mehr, also ich auch bald nicht mehr? Wurde ein Pestizid gegen Frauen wie uns erfunden? Es heißt wohl Essen, wenn man ihr und mein Leben betrachtet, die Sehnsucht der hungrigen Kinder. Für die Reparaturen, die wegen der Fehler der Eltern nötig sind, ist man als Erwachsener selbst zuständig, aber was ist, wenn man nie erwachsen geworden ist? Ich sehe täglich so viele alte Kinder, Kind sein ist keine Frage des Alters, es ist eine Frage des Kopfes, vielleicht auch der Seele. Meine Oma ist mit über 70 Jahren immer noch ein Kind, ein verletztes Kind, ich vielleicht auch, also werde ich es bis 70 auch nicht schaffen? Können die Verletzungen der Kindheit so tief sitzen, dass das Programm: „Erwachsen“, sich nicht starten lässt? Ein Matrix-Fehler?

Wer immer diese Matrix geschaffen hat, muss in seiner Abschlussprüfung geschummelt haben. „Catch me if you can„, die Welt gehört den Lügnern und Betrügern? Ich will raus aus der Matrix, schon immer, nein ich möchte sie verändern, eine bessere Welt schaffen, aber dazu brauche ich Mitspieler, allein gegen die Matrix, bin ich höchstens ein dauerhafter Pixelfehler…

Ohne Wecker, Master in Nigeria, Vorratshaltung und das kleine Mädchen

Guten Morgen, wieder ohne Wecker wach, das ist mein Luxus seit Corona, schlafen gehen ohne gestellten Wecker. So ein Morgen oder sogar Tag sind nämlich im Arsch, wenn man von einem lauten Wecker aus den Träumen geweckt wird. Irgendwie schaffe ich es jetzt auch so immer rechtzeitig wach zu sein. Warte auf eine Lieferung, eine aus Faulheit, weil der Tabak leer ist und es hier in Laufweite halt keinen Tabak zu kaufen gibt. Gestern ein verpennter Tag, fast gar nichts auf die Reihe gekriegt, aber gekocht und geputzt neben dem Schlafen. Die Heldentat des gestrigen Tages ist dabei: Boden wischen. Still hier in der Dunkelheit, Trinkgeld aus der Trinkgeld-Socke des Mannes stibitzt. Er versucht diese Woche seinen zweiten Master in Nigeria online zu verteidigen, nachdem das jahrelang nicht gegangen war, weil die Uni einfach geschlossen hatte. Kann man sich in Deutschland wohl nicht vorstellen, man studiert und besteht alle Prüfungen in Regelstudienzeit, man reicht seine Thesis ein und dann, ja dann gar nichts mehr, weil die Uni auf nicht absehbare Zeit geschlossen ist.

Die Nachbarn hatten gestern Technozeit, über drei Stunden am Stück, aber immerhin besser als bohren. Meine Revanche ist jetzt wohl die frühe Lieferung, ich weiß, die hören meine Klingel und alles im Hausflur, genauso gut wie ich. Lieferung erfolgt und scheint vollständig, nicht nur Tabak, sondern auch das schwere Wasser und Obst- und Gemüse. Diese Woche eine Massage, die brauche ich auch dringend, es tut wieder alles weh. Gestern auch Vorräte sortiert, die Schränke sind immer noch voll, aber ich kann gar nicht so viel horten wie ich brauchen würde, um lebenslang den Preissteigerungen zu entgehen, aber es reicht für ein paar Wochen oder Monate. Zum Glück habe ich Vorratshaltung gelernt in meinem Leben, einkaufen, wenn es günstig ist, und zwar soviel, dass es bis zum nächsten Sonderangebot reicht. Nur selten, wird dann zu regulären Preisen gekauft. Dazu dann noch Gutscheine und Treuepunkte sammeln und willkommen in den 50ern, die Zeit in der Treuepunkte erfunden wurden. Einzig das Rabattmarkenheft ist heute digital.

Die Corona-Zahlen in Berlin sind weiterhin hoch und steigend, aber keine Sau interessiert es mehr, es scheint das Motto zu herrschen: „Rette deinen eigenen Arsch zuerst!“. Der Kaffee schmeckt, Termine warten auf mich und wahrscheinlich werde ich auch heute nicht das Haus verlassen. Aktuell aber nicht schlimm, ich habe genug von Menschen. Im Gegenteil, ich genieße es, allein in friedlicher Ruhe zu sein. Frühstück wäre gut, habe noch genügend Eier da und auch Schinken und Zwiebel, Rührei wäre eine Option. Der Mann beschwerte sich die Tage über Gestank im Kühlschrank, das ist kein Gestank, das ist Käse, leckerer Käse. Das ist eine Sache, die ich seit meinen Auszug mit 18 Jahren von zu Hause zelebriere: Käse und auch mal Fisch, wenn ich mag. Durfte ich zu Hause nicht essen, bzw. durfte ich schon, wenn ich es von meinem eigen Geld gekauft und selbst gekocht habe. Keine Ahnung, was diese Erziehungsmethode sollte, dem Kind Lebensmittel zu verweigern, die man selber nicht mag.

Zurück zur Gegenwart, eine Zeit, in der ich selbst entscheide, was ich esse, leider viel zu viel, das dürre Kind in mir hat immer noch Angst zu kurz zu kommen. Deswegen stopfe ich sie in mich herein, die „verbotenen“ Lebensmittel. Leider gehörten Süßigkeiten auch zu den verbotenen Lebensmitteln, die gab es bei uns eigentlich nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Heute steht da also ein kleines Mädchen mit der Geldbörse einer Erwachsenen im Supermarkt und kann ihr Glück nicht fassen, einfach alles jederzeit haben zu können. Eigentlich sollte ich mit Ü40 mal drüber hinweg sein, bin ich aber anscheinend nicht und damit die dicke Frau.

Langsam wird es hell, ein Brötchen ist im Ofen und ich habe Hunger. Medizin genommen und das saubere Bad genossen, alles wird gut, irgendwann….

Ok, keine Angst, Essen und Wahlen

Guten Morgen, das Neueste hier: „aromatisierte Milch im Kaffee“. Ganz ok geschlafen nur einmal wach, aber war auch fertig von der Woche, die Woche ist aber noch nicht vorbei. Heute noch Homeoffice, morgen zum Vater. Im Büro ganz ok gestern, habe um einen eigenen Büroraum gekämpft, kann irgendwie nicht sein, dass der neue mit weniger Stunden, kaum Erfahrung und aktuell keiner Arbeitslast, das Büro bekommt, während ich gerade fast alles allein machen muss und mit meinen Kräften am Balancieren bin. Aufräumen wäre auch ein Thema hier, aber wann? Jeden Tag beschäftigt, also alles auf den Montag? Im Traum Morddrohungen erhalten, aber keine Angst und Panik mehr, irgendwie seit Wochen und Monaten keine Angst- und Panikattacken mehr, die sind einfach verschwunden. Obwohl ich glaube, sie sind verschwunden, seitdem ich die höhere Dosis Blutdrucksenker nehme und meine Werte jetzt wieder normal niedrig sind. Also vielleicht gar keine Angst- und Panikattacken, weil es wirklich einen Grund gab Angst zu haben? Schließlich ist meine Mutter so verstorben und ich habe immer gespürt, wenn die Werte zu hoch waren und bin dann spätestens nach der Blutdruckmessung panisch geworden. Jetzt sind die Werte gering und ich werde nicht mehr panisch. Manchmal ist es gar keine seelische Krankheit? Wieder vor Mitternacht ins Bett, das scheint mir gerade gutzutun, so komme ich wenigstens auf 7 Stunden Schlaf oder auch mal mehr. Hier und da ist es doch gut, sich an die eigenen Ratschläge, die man anderen erteilt, auch selbst zu halten. Könnte sein, dass der Mann heute kommt, er hat glaube ich Fahrradschicht heute. Gegessen gestern Salat und Lachs und spät am Abend noch eine Wirsing-Suppe gekocht für heute. Ich muss weniger besser essen. Da es jetzt immer früher dunkel wird, wohl bald wieder das Vitamin D ansetzen, keine Späße mit depressiven Verstimmungen. Rote Chrysanthemen blühen im Wohnzimmer, der Einkauf bei Lidl war gestern sehr erfolgreich, kein Vergleich zum immer geplünderten Netto um die Ecke. Keine Ahnung warum hier Nachbarn im mittleren Alter seit Corona immer alles wegkaufen und die alten, wenig mobilen, dann vor leeren Regalen stehen. Ich gehe dann halt in einen anderen Bezirk einkaufen und bestelle, wenn es darum geht, dass mir jemand alle Getränke bringt. Der Kaffee schmeckt und der Tag grüßt grau und kühl, mal sehen, ob die Wahlen wiederholt werden, abwarten und Kaffee trinken. Zum heutigen Tag etwas aus der 90er Hip-Hop Kiste: