Erwacht, heulen und Masochismus in der evangelischen Kirche

Guten Morgen, nicht so eine prickelnde Nacht, gestern noch den Blues bekommen. Also mit Bauschmerzen heulend im Bett gelegen. Ja es ist stimmt, meine Mutter ist tot. Ja es stimmt, ich bin Ü40, krank und extrem übergewichtig. Danke Leben! Du hast immer schöne Überraschungen für mich parat.^^ Nein ich will jetzt nicht dankbar sein überhaupt zu leben, wenn Leben immer Verlust und Schmerz bedeutet. Ich bin eine Kämpferin, keine Frage und ich bin stark oder zumindest stärker als viele andere, aber das alles ist ein nicht enden wollender Kampf. Ich bin nicht lebensmüde, aber mal gewaltig selbst mitleidig und ich finde, das darf ich auch mal sein. Ich war mal so ein hübsches, gesundes und fröhliches Mädchen, aber das Leben hat mich gefickt. Wer will da aufwachen und das realisieren? Der evangelische Ansatz: „Und halte ihm auch die andere Backe hin“ führt nur zu eins: ständig und immer auf die Fresse. Wie kann man einem kleinen wehrlosen Mädchen solche Grundsätze fürs Leben lehren? Was soll da passieren? Richtig sie wird gefickt von jeden und allem. Das ist doch alles nur was für Masochisten. Wie soll man da glücklich werden, wenn man sich ständig ausrauben lässt? Wir leben in einer kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft, Jesus hätte hier nie überlebt. Hätte der scheiß Pfarrer mich damals doch einfach nicht getauft, hätte meine Mutter doch Geld gehabt, um mich nicht kirchlich betreuen zu lassen. Aber es ist wie es ist und was immer Jesus mal gesagt haben soll, es sollte mir am Arsch vorbeigehen. Die hätten auch gleich sagen können: „Lege dich hin und sterbe!“

Ich weiß schon, warum ich jahrelang nicht mehr in der Kirche war, predigen, aber keinen Schutz geben und für keine Konsequenzen gerade stehen. Was für ein verlogener Verein! Zum Glück hat es meine Mutter trotzdem teilweise geschafft mich zur Kämpferin zu machen, so richtig erfolgreich war ich damit nicht, aber es hat zum Überleben gereicht.

Soviel zu den religiösen Überlegungen zum Morgen, ich bin sowas von sauer, sowas von enttäuscht, ich dachte diese kirchlichen Menschen damals hätten mir geholfen, aber eher das Gegenteil war der Fall. Ansonsten gestern nicht viel passiert, fast den ganzen Tag verschlafen und nicht gekocht, sondern Reste gegessen. Blutdruck wieder erhöht, aber noch nicht gefährlich, kein Wunder, wenn ich mich so aufrege und schlecht schlafe. Warte auf eine Lieferung, zu Netto gehen, ein zu anstrengendes Suchspiel. Habe den Eindruck, die neue Art der Tropfen (anderer Hersteller) sind stärker als die anderen, bei gleicher Dosis. Vielleicht gerade ganz gut. Immer noch nicht im Lager gewesen zum Aufräumen, keine Ahnung, ob ich das heute schaffe, ich fühle mich mies. Ich danke nicht Gott, sondern mir selber und vielleicht auch meiner Mutter, dass ich noch lebe, weiter machen, aber heulen muss auch mal sein….

Homeoffice, ertränkt, Lebensmittel und Ebay

Guten Morgen, endlich ein Tag zu Hause im Homeoffice. Heute werde ich es genießen nicht aus dem Haus zu müssen. Es ist noch dunkel, der Kaffee schmeckt und gestern gab es in mehreren Etappen Kürbis Risotto. Mission Paket mit Glühbirne abholen erledigt und damit wieder Licht im Backofen, ohne Licht mehrfach vergessen, dass der Backofen an ist und verbrannte Dinge fabriziert. Ich glaube ich habe endlich ein Therapierätsel gelöst: Ich hatte in meiner Therapie in 2005 plötzlich das Bild, dass ich und ein anderes Kind unter Wasser getaucht wurden und daran fast gestorben sind, dann aber doch noch gerettet wurden. Dieses Bild hat mich immer wieder verfolgt, Familie und Freunde meinten dazu, ich hätte vielleicht von Waterboarding gehört/gesehen und einfach einen Alptraum. Auch in meiner Psychose war ich fest davon überzeugt, dass irgendwer versucht hat, mich als Baby umzubringen. Keiner hat mir geglaubt, denn nachweislich kann ich mich laut Wissenschaft nicht erinnern, was mir als Baby passierte. Jetzt kam aber eine Erinnerung an eine Erzählung meiner Mutter zurück: Sie erzählte mir einst, dass bei meiner Taufe in der evangelischen Kirche etwas schiefgelaufen sei, dass ich so lange unter Wasser war, dass ich aufhörte zu atmen, aber wiederbelebt werden konnte. Sie meinte damals auch, dass sie mir das nie erzählen wollten, damit ich kein „Stress“ mache. Sie mir aber frei stellt, ob ich irgendwann Stress machen möchte oder nicht. Das passt leider auch sehr gut dazu, dass der Pfarrer behauptet ich sei kein christliches Kind und mir ursprünglich die Taufe verweigern wollte. Nur auf Druck meiner Urgroßoma wurde ich dann doch getauft oder sollte ich besser sagen ertränkt? Es müsste noch Zeugen dafür geben, meine Paten leben noch, meine Oma und mein Onkel leben noch, die waren alle dabei. Hätten sie mich doch einfach nicht getauft, ich finde es falsch einem Baby eine Religion aufzudrücken, es sollte selber wählen, wenn es alt genug ist.

Anderes Thema, diese Erkenntnis aufzuschreiben war mir aber wichtig, für mich ist es ein Schritt zur Selbstheilung, dass ich diese Bilder zur Seite legen kann, weil ich endlich weiß was passiert ist. Gestern abends noch meine Gruppe gemacht, wir waren nur zu viert und ich hoffe, es hat Ihnen was gebracht. Im Haushalt leider gar nichts geschafft, denn ein Mittagsschlaf war nötig. Heute Lebensmittel-Lieferung, Belohnung für die ganze Arbeit. Die Käuferin von Ebay stresst, die will mehr Informationen, mehr Ware, die Informationen habe ich, die Ware, ich muss noch mal ins Lager, aber sie hat für den bezahlten Preis mehr als genug bekommen, dann überweist sie halt nichts mehr, sie soll mich einfach in Ruhe lassen und mich nicht abends über WhatsApp unfreundlich zutexten und Stress und Druck machen. Brauche ich gerade echt nicht und ihr Geld kann sie gerne auch behalten, ich habe einen Job und mache schon lange nicht mehr in Kleiderverkauf. Auf in den Tag, die Müllabfuhr ist laut zu hören und das Homeoffice wartet, vorher aber duschen und Frühstück. Leben, dass ich noch lebe ist wirklich ein Wunder.

Marathon, Gemüsedöner, Lager, Sitten und keine Egoisten

Guten Morgen, viel zu früh wach, aber die Nachbarin über mir läuft Marathon in ihrer Wohnung. Keine Ahnung wo man Samstag früh um 6 hin muss, aber Sie rennt und rennt und findet anscheinend den Ausweg aus ihrer Wohnung nicht. Gestern auf dem Heimweg einen extra Umweg gefahren, um einen Gemüsedöner zu kriegen. War lecker und genauso lecker wie bei Mustafa, nur ohne Schlange. Im Büro war es ok, eine Beratung einer Angehörigen, Datensicherung, anlernen des Azubis, bloß selber keinen Stress machen. Der Kaffee schmeckt und es ist noch dunkel, ich muss aber heute früh arbeiten, weil ich auch früh frei brauche, um danach ins Lager zu fahren, um das Problem: „Vater will, dass ich Lager räume, aber gleichzeitig stellt er alles so zu, dass ich an nichts herankomme“ zu lösen. Mit dem Mann weiter gestritten, ich könnte auch schweigen. Nach der Arbeit noch geschlafen, ich vermisse mein Mittagsschläfchen aus dem Homeoffice. Schlaf ist so wichtig für meine Stabilität, besonders jetzt. Stress und kein Schlaf, das geht nicht lange gut. Der Countdown zu meinem Geburtstag läuft ab, die große 45 droht, nicht mehr lange zu einem halben Jahrhundert. War nie mein Plan so alt zu werden, was aber auch am evangelischen Glaubensansatz liegt, dass das Leben leiden ist und die Erlösung/die Belohnung erst im Himmel kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Mutter im Himmel ist, sie war beides gut und schlecht, die Erinnerungen des kleinen Mädchens, das ich war, waren aber überwiegend schlecht. Schläge, Vernachlässigung, emotionaler Missbrauch, nur um nur die Top 3 zu nennen. Ja, das waren noch die lustigen 70er und 80er, wo es noch keine Helikopter-Eltern gab. Keine Ahnung wie die Generationen davor ihre Kindheit überlebt haben, denn da waren die Sitten noch rauer.

Anderes Thema, wir haben 2021, eine Zahl die immer noch beeindruckend ist, gestern über Amazon aufgeregt: „Paket wurde einem Hausbewohner übergeben“ aber kein Hinweis darauf, welcher Nachbar. Ich klingel doch jetzt nicht bei jedem Nachbarn auf Verdacht. Besonders bei denen unten möchte ich echt nicht klingeln. Die Bude sieht mies aus, keine Zeit zu putzen, wann auch und mit welcher Kraft? Mache nur das Nötigste, wie Müll wegbringen und Abwasch in die Spülmaschine räumen. Schlafe derzeit wieder wie ein kleines Mädchen, nur Größen angepasst, heißt: ich in der Mitte eines großen Bettes mit zwei großen Decken und ganz vielen Kissen. Gibt irgendwie Geborgenheit. Der Mann kommt heute noch vorbei, mal sehen, wie das wird, große Sehnsucht habe ich gerade nicht. Ich brauche keine ausgeprägten Egoisten in meinem Leben. Der Bruder schickte gestern Musik, dieses Mal ein Volltreffer für mich, gute Musik und noch besserer Text:

Danke Bruder!