Zorn, Oma, Zirkustier, Gnadenhof und Problemhaufen

Guten Morgen, die Zornesfalte ist in meinem Gesicht zurück. Mühsam entfernt von der Kosmetikerin, ist sie jetzt nach Monaten wieder da, zurecht, denn es gibt genügend Gründe zornig zu sein. Gestern einkaufen gewesen, immerhin damit das Haus verlassen. Verfassung mittelmäßig, was sehr gut ist in Anbetracht der neuen/alten Erinnerungen. Mit dem Onkel geschrieben, neue Telefonnummer von der Oma erhalten, wenn sie denn überhaupt mit mir spricht. Sie hat auch eine mega Erwartungshaltung an mich, nachdem sie ihr leben lang kaum etwas für mich getan hat, im Gegenteil, sie hat mir sehr oft geschadet. Ist schon geil, wenn Oma fast nie etwas für einen getan hat und alles was sie getan hat, schädlich und egoistisch war. Na vielleicht sollte ich mich bedanken, dass sie so wenig getan hat? Vielleicht wäre es anders noch viel schlimmer? Obwohl, was sie getan hat, ist so schlimm, ich weiß nicht, ob mein Leben noch reicht, um ihr zu verzeihen. Meine Mutter konnte ihr verzeihen, kurz vor ihren eigenen Tod, aber sie wusste nicht, was ich wusste.

Ist schon geil, wie viele Menschen dachten, sie dürfen mein Leben manipulieren oder sogar darüber verfügen. Freiheit, Selbstbestimmung, Fehlanzeige für mich, schön, dass ich es auch mal merke, so in der Mitte meines Lebens. Wie ich mich davon jemals emanzipieren soll, keine Ahnung, vielleicht bin ich auch ein Zirkustier, dass niemals mehr in der Freiheit leben kann. Vielleicht sollte ich einfach einen Gnadenhof für alte Zirkustiere suchen. Montag geht es weiter mit den Ärzten, keine Lust, doch die Schlachtbank nimmt mich auch nicht mehr, mit all den Chemikalien im Blut. Bis ich entgiftet bin, sitze ich wahrscheinlich im Altenheim oder besser auf dem Gnadenhof, obwohl irgendwie ist das ja auch das Gleiche. Keine Ahnung, ob das Sinn macht, die älteren sagen ich bin noch jung, die jüngeren wissen, dass ich es nicht bin.

Der Kaffee schmeckt, der Tag dämmert und ich möchte derzeit nur schlafen, schlafen bis es vorbei oder wenigstens besser ist. Doch meine Probleme lösen sich nicht im Schlaf auf. Schlaf ist nur eine Pause von dem Scheiterhaufen Problemhaufen namens Leben. Für mein Leben gilt wohl: You Can Run, But You Cant Hide!

Verlorener Tag, Katastrophen, schlechte Menschen und Freiheit

Guten Morgen, was für ein verlorener Tag gestern. Nichts auf die Reihe gekriegt und nicht das Haus verlassen. Heute fühle ich mich schon etwas besser, aber ich weiß immer noch nicht, ob arbeiten heute eine gute Idee ist. Immerhin meine Nase ist wieder frei, die schlimmsten Allergie-Attacken scheinen vorbei zu sein. Der Vogel stresst zum Morgen, also erstmal abgedeckt, der kann auch nach acht Uhr noch den Tag begrüßen. Gegessen eine Maultaschen-Suppe. Keine Lust zu kochen und bestellen erschien zu teuer. Ich bin immer noch so müde und meine Motivation ist wohl auf der Insel. Dem Mann ging es auch nicht gut, aber er hat sich Urlaub genommen. Oben, unten, alles variabel gerade, mein soziales Herz schlägt gerade nur für mich und Familie, alle anderen können mich gerade. Von der besten Freundin gab es nämlich auch Horror-Nachrichten, aber es ist für den Moment gut ausgegangen. Magen-Darm hat sich etwas beruhigt, ist aber noch nicht gut.

Es findet wieder ein Treffen mit alten Hip-Hop-Freunden statt, aber es ist wieder klar, dass mindestens eine Person teilnimmt, die ich nie wieder sehen wollte. Ein Mensch der lügt, betrügt, klaut, gewalttätig ist und sich immer in den Mittelpunkt spielt, brauche ich auch jetzt nicht in meinem Personenkreis. Man kann ja verzeihen, was gewesen ist, aber muss man sich deswegen in der Gegenwart auch schlecht behandeln lassen? Ich denke nein. Ich brauche keine schlechte Gesellschaft, dann lieber keine, bzw. in meinem Fall kleine Gesellschaft. Es gibt halt Menschen, da wünscht man sich, man wäre ihnen niemals begegnet. Zurück zum jetzt, das Haus ist noch ruhig, die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt, die dicke Frau schaut nicht aus dem Fenster und der Mann bekommt heute hoffentlich Internet. Freiheit, vielleicht nur ein idealistischer Begriff, muss da an ein Studentenlied des Stiefvaters eins denken:

Männergrippe, Lachs, freie Religionswahl und für Elise

Guten Morgen, der Mann ist krank (kein Corona) und da und mein Schlaf war diese Nacht deutlich besser. 7 Stunden durchgeschlafen. Wunderbar. Wenn Krankenschwester spielen mit besserem Schlaf belohnt wird, bin ich dabei. Gestern nur beim Paketshop gewesen und gekocht, sonst nicht viel. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich passabel. Heute Homeoffice, aber nicht viele Termine, am Nachmittag dann Geburtstags Spazieren mit dem besten schwulen Freund. Ja schöne Zeit, erstmal Test machen und dann auf einen Spaziergang mit Abstand treffen. Ich habe aber keine Erkältungssymptome. Stille hier in der Dunkelheit, eine Kerze brennt und der Mann schläft noch. Gerade nicht soviel zu erzählen wie sonst, ich bin müde und irgendwie auch leer. Ich hoffe, der Mann ist bald wieder gesund, obwohl er kann auch gleich bis Weihnachten bleiben. Gestern hat das erstmalig gut geklappt, dass wenn es Nervmomente gab, jeder in ein Zimmer ist, Tür zu und gut ist.

Heute vielleicht Lachs gekocht, je nachdem ob der Mann bleibt oder nicht. Gestern Lebensmittellieferung Teil 1 bekommen, erst unvollständig, dann kam der Lieferant wieder und doch noch vollständig. Heute warte ich auf Teil 2 vom anderen Lieferanten. Habe jetzt teuren Kosmetikkram, aber keine Ahnung davon, leider vergessen, was ich wie in welcher Reihenfolge nutzen sollte, was waren das noch für Zeiten wo Wasser und Seife reichte. Esse weiterhin Müsli, ich gewöhne mich dran, es gibt schlimmeres und mein Magen dankt es mir. Das Kirchendebakel vom Wochenende noch nicht vergessen, warum mussten sie auch „Oh Kinderlein kommet“ spielen? Das hat mich sehr getriggert, ich finde, Kinder sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie eine Religion wollen und wenn ja welche. Dieses einem Baby eine Religion aufdrücken, bevor es das erste Wort sprechen kann, halte ich für falsch. Das heißt nicht, dass ich Religion nicht wichtig finde, doch ist sie, jeder Mensch braucht Werte, aber das sollte eine selbstbestimmte und freie Entscheidung sein und kein Zwang.

Eine alte Massage Matte aus dem Schrank gefischt, sie scheint zu helfen, ich fühle mich besser, zum Glück habe ich sie nicht weggeworfen. Der Mann ist fiebrig und grummelig, Männergrippe halt, aber wird schon wieder. Neue Musik entdeckt, aber auch Musik ist aktuell mit Vorsicht zu genießen, Medienkonsum jederart geht gerade schnell auf den Sack. Versuchen wir es mit Klassik, mit einem Song, denn damals als Kind mein Teddy auf Bauchdruck für mich spielte:

Fernseher, 2G, Lager, Büro, unfrei und laut

Guten Morgen! Der Fernseher hängt endlich! Tolle Sache, aber nicht so toll das Chaos im Wohnzimmer jetzt. Ich muss den alten Tisch entsorgen. Überlege den Vortrag nächste Woche doch noch abzusagen, denn wegen der neuen 2G Regel werden kaum Leute da sein und da es gerade beruflich wackelt, ist es fraglich, ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist sich öffentlich als ehemalige Psychotikerin zu präsentieren. Viele Termine heute und ich wollte ins Büro, auch wenn ich da allein bin, ich muss raus hier. Früh schlafen gewesen und früh wach, obwohl der Vater gestern noch bis nach 22:30 hier war. Für den Vater Wildschwein-Gulasch gekauft, Wild liebt er und Gulasch passt nun mal zur dunklen und kalten Jahreszeit, das gibt es dann Sonntag. Immer noch nicht im Lager gewesen, ich drücke mich davor, die Mission „Entsorgung von Mama“ zu Ende zu bringen, nicht weil es körperlich anstrengend ist, sondern seelisch.

Der Kaffee schmeckt, die Verdauung läuft und neue Wimperntusche gefällt. Die Nachbarin hat schon das Haus verlassen, ansonsten aber Ruhe. Pizza gestern nicht so gut, weil zu lange im Ofen, Blutdruck heute unten. Ich vermisse meine Zeit, wo mir der Blutdruck egal war, wo ich frei in meinem Körper war. Kann man sich als gesunder, schlanker Mensch nicht vorstellen, wie es ist in seinem eigenen Körper beschränkt und gefangen zu sein. Ich bin es aber und es ist so grausam. Man möchte so viele Dinge tun und kann es aber nicht, weil der Körper nicht mitspielt. Als ehemalige Tänzerin besonders hart für mich, ich war mal so kraftvoll und frei. Heulen, schreien, das hilft alles nicht, ich sitze fest und kann mich kaum bewegen, während der Geist noch sehr frei und wild erinnert. Das ist immer die Diskussion, ob es schlimmer ist immer dick zu gewesen zu sein und die Freiheit niemals gehabt zu haben oder schlimmer ist sie genau zu kennen und verloren zu haben. Ich persönlich finde es schlimmer, die ehemalige Freiheit noch zu erinnern, aber nichts mehr davon zu haben. Wäre ich dick geboren worden, würde ich dieses Gefühl von Freiheit nicht kennen und vermissen. Ich bin so neidisch, wenn ich Leute tanzen sehe, ja sogar auf Fahrradfahrer bin ich neidisch, denn das alles kann ich nicht mehr. Die Krankheit, für mich schlimmer als Knast. Im Knast könnte ich wenigstens tanzen und die Traurigkeit über die Unfreiheit von mir zumindest temporär abschütteln.

Aber immerhin der Geist spielt noch mit und meine Stimme ist laut, vielleicht sogar lauter als früher. Aber es ist aber auch der Schmerz, der die Lautstärke meiner Stimme hat wachsen lassen. Es gibt so vieles über das ich schreien möchte und es auch tue, ja fett, alt, krank und hässlich, aber dafür kein Stück leise. Ich weiß, darauf hat die Welt gewartet!^^ Ich mache dann weiter und schreie für mich und andere rum, ich bin jetzt eine Frau mit Haaren auf den Zähnen und ich beiße, manchmal auch einfach so…

Träume, Clubs, das alte Berlin und Hoffnung

Guten Morgen, wirre Träume oder sind es Erinnerungen? Wer weiß das schon, bin müde und habe gestern zu viel gegessen. Wieder so ein Weg meiner Selbstzerstörung. Die Clubs sind wieder auf, das läuft dann wohl nach dem Motto: „Ich sterbe für meine Party.“ Die Zahlen der nächsten Tage und Wochen werden spannend. ^^ Ich bin mir sicher wir schaffen bald 50 % und mehr Anstieg. Das da gestern in den Clubs nur Genesene und Geimpfte waren, ist doch sehr unwahrscheinlich, nein ich weiß es, dass die Türpolitik da nicht so streng gehalten wurde. Ich wusste gar nicht, dass die Querdenker und die Beastie Boys was gemeinsam haben, ein Kampf um Party ist das aber ganz sicher. Leute, das alte Berlin gibt es nicht mehr, es ist keine Zeitreise möglich und die Ungeduld jetzt macht es nur schlimmer und die alte Freiheit rückt noch mehr in die Ferne. Wären das jetzt nur Teenager die Party machen, ich würde es noch verstehen, aber die meisten Clubgänger in Berlin sind eindeutig älter. Bei mir gestern nicht viel passiert: Müll weggebracht, Wäsche gewaschen, mit der Hand abgespült, gestaubsaugt, gekocht, Mittagsschlaf, Badezimmerschrank aufgeräumt, baden und dann nicht mehr viel. Der Mann hat einen neuen Arbeitsvertrag, leider wieder einen beschissenen, aber irgendwas muss die Miete zahlen. Ein grauer Tag grüßt und der Kaffee schmeckt, vielleicht schlafe ich gleich weiter, zum Vater muss ich erst nach zwölf. Keine Ahnung warum ich so oft in meinem Leben sterben wollte, aber das ging schon sehr klein los, ich hatte immer den Eindruck im falschen Leben gefangen zu sein. Fakt ist aber, ich habe nur dieses eine Leben, ob ich will oder nicht, es gilt das Beste draus zu machen, aktuell bin ich aber weit davon entfernt. Aber solange ich lebe, gibt es Hoffnung. Ich singe dann mal ein Lied:

Nacht, Chat, spazieren und kochen

Guten Morgen, nicht so tolle Nacht, er ist wieder da. Ein grauer, regnerischer Tag grüßt, ich hoffe, die Sonne findet sich noch ein. Ich wollte doch spazieren. Gut er wird bald das Haus verlassen, aber die Nacht ist im Arsch. Ich will meine Freiheit zurück. Wieder viel gechattet gestern, aber es war nicht der Knüller, alle rede faul. Neuen Laden für Übergrößen entdeckt, vielleicht kriege ich da eine Hose, ob Sommerkleidung kaufen jedoch etwas zu optimistisch ist, weiß ich nicht. Der Vogel stresst, ich weiß nicht was zu tun, Nymphensittiche sind nun mal laut, keine Ahnung warum mir das mit 13 Jahren nicht bewusst war oder besser mich nicht gestört hat. Geht es nach meinen Allergologen, darf ich eh keine Vögel haben. Stecke da nämlich aktuell in einer schwierigen Situation, er findet den Vogel blöd und äfft ihn nach, der Nachbar ist genervt und äfft ihn nach und ich bin auch genervt, muss aber verteidigen. Habe ihm gestern einen Deal angeboten, ein rauchfreies Wohnzimmer gegen ein Smartphone freies Schlafzimmer, er ist nicht darauf eingegangen. Damit brauchen wir nicht mehr diskutieren, wer hier wonach süchtig ist. Er meinte, rauche weiter, das Smartphone bräuchte er. Ich glaube ich möchte heute trotzdem spazieren, es sei denn es regnet in Strömen, will frische Luft, will raus aus dem Gefängnis namens Wohnung. Scheiß auf graue Aussichten, es sind Aussichten. Endlich keine Bauchschmerzen mehr deswegen gestern wieder mehr gegessen und jetzt kämpfe ich mit der Verdauung. Vielleicht hatte ich was Falsches gegessen, ich tippe auf nicht mehr so frische Pilze. Er hat gestern wieder eine Tasche voll kostenloser Lebensmittel mitgebracht, wir haben jetzt u.a. Granatapfel, Grapefruit, Brokkoli, Toast und Süßkartoffeln hier, alles Bio, diese Online-Supermärkte scheinen wohl regelmäßig weniger zu verkaufen als sie planen, gut für die schlecht bezahlten Angestellten, so kriegen sie einen Bonus in Naturalien. Besser als für Lieferando arbeiten ist das auf jeden Fall, da gibt es auch einen Hungerlohn, aber nur gelegentlich eine kalte Pizza die keiner wollte. Keine Ahnung was ich heute koche, gestern hatte ich keinen Bock und habe ein TK-Gericht gegessen. Ich bin eine gute Köchin, sagt man(n) mir nach, aber jeden Tag, vielleicht sogar mehrfach kochen, ist doch zu anstrengend neben der Arbeit. Das macht dann keinen Spaß mehr. Auf in den Tag, es ist kalt und windig und ich bin wenig motiviert.

Ruhe, Hühnchen, abgesetzt und Schlaf

Guten Morgen, immerhin 7 Stunden Schlaf mit einer Unterbrechung. Gestern so müde und erschöpft gewesen und dann am Abend Diskussionen mit ihm. Es ist alles so anstrengend und ich möchte einfach nur meine Ruhe. Mit dem Vater war es ok, auch wenn ich seine Begründung warum er abends keine Zeit hat schräg fand. Da ich aber dringend Zeit für mich brauchte, habe ich nicht nachgehakt. Er schläft noch und ich habe Bauchschmerzen, denn wir haben gestern frittiertes Hühnchen bestellt und gegessen, was jetzt in meinem Bauch liegt wie ein Betonstein. Schlaf, ich möchte nur schlafen und verdauen was so passiert ist. Der Konflikt auf Arbeit war etwas anders als angenommen, das hat die Aussprache ergeben. Ich weiß nicht, ob ich jetzt der Depp bin, weil ich der Aussage der Kollegin vertraut hatte. Heute keine Pläne außer schlafen, wenn ich gut bin, dann mache ich noch etwas Schönheitsprogramm. Ein Freund hat seine Tabletten abgesetzt, alle auf einmal. Er war jetzt schon sehr lange total überdosiert mit 3-4 verschiedenen Medikamenten, kein Arzt erlaubte ihm irgendwas davon abzusetzen, jetzt hat er seine Entscheidung allein getroffen. Bisher geht es ihm gut, sogar besser, ich hoffe es bleibt so. Geputzt hat er hier gestern tatsächlich, aber gleich am Morgen, als ich eigentlich noch schreiben und die Ruhe genießen wollte. Mit Staubsaugergeräusch im Rücken, aber nicht so einfach. Heute muss er arbeiten, ich werde die Zeit genießen. Zeitumstellung ist immer noch kacke, braucht kein Mensch, besonders die nicht, die eh Schlafstörungen haben. Ein grauer Tag grüßt und es ist mir egal, ich muss da nicht raus heute, ich muss nicht motiviert sein, ich muss nur schlafen. Auf ins Bett, das gehört heute mir.

Passabel, Pute, Songbird und Freiheit

Guten Morgen, ganz passable Nacht, wenn auch wach zwischendurch. Gestern im Büro war gut, gutzutun gehabt und nette Kollegin. Leider war der Heimweg eine Odyssee, ich kam mit einer viel zu vollen Tasche von Lidl und dann fuhr der Bus nicht. Alternativ hieß es dann voll bepackt U-Bahn, S-Bahn und Bus fahren, um nach Hause zu kommen. Heute Lieferung, leider mehr als ich wollte, aber gut hier wird nichts schlecht. Sein neuestes Lieblingsfleisch ist Putenoberkeule, mag ich zum Glück auch und die Knochen kann dann alle er haben. Überlege dem Vater abzusagen, ein wirklich freier Sonntag wäre auch mal ganz schön. Er muss nämlich arbeiten am Sonntag, ich hätte also wirklich meine Ruhe. Er hat verstanden, dass mein Morgenritual schreiben wichtig für mich ist und lässt mir jetzt meine Zeit. Ich lasse ihm abends auch seine Zeit, um mit halb Nigeria zu telefonieren. Gestern, nachdem es mir dreimal empfohlen wurde, den Film Songbird auf Amazon geschaut, ich hoffe es kommt nicht so. Aber vielleicht bin ich trotz allen erlebten immer noch naiv. Braune Brötchen warten auf mich zum Frühstück, ich freue mich, es gab lange nur helle Brötchen zu kaufen. Heute Pute kochen, das dauert, aber ich wollte nicht das Haus verlassen. Homeoffice wartet, eine Dame braucht rechtliche Betreuung und ich hätte eine Freiwillige gefunden, ist nur fraglich, ob die Dame das gut findet, das werde ich dann gleich klären. Ein grauer Tag grüßt und mein Vogel fängt an zu stressen. Keine Ahnung was das soll, aber ohrenbetäubend. Nächste Woche wieder wichtige Termine, ich hoffe immer noch das Beste und versuche konstruktiv zu bleiben. Frühling, Frühling wäre schön, Freiheit noch dazu und ich wäre eine glückliche Frau. Vielleicht heute noch Haushalt machen, notwendig wäre es, auch wenn er die Priorität sicher auf die Pute setzt. Auf in den Tag, ohne Männer, Frauen stressen zwar auch, aber die verhalten sich meist sozialer.

Heulen, Negativ-Scanner, Freiheit und Mutter

Guten Morgen, ne eigentlich gar nicht so gut, zu wenig geschlafen und zum Aufstehen erstmal geheult. Er ist noch da und ich bin enttäuscht, da ist allein sein doch besser. Warum muss immer sein Schicksal und seine Sorgen schwerer wiegen als meine? Er tut so, als hätte ich keine Probleme oder als wären meine Probleme soviel kleiner als seine. Aber auch meine Probleme belasten mich, auch wenn es ihm wie Luxus vorkommt. Dann wieder die alt und neu Diskussion, er meint, dass alles, was neu ist, prinzipiell besser ist. Ich bin aber eine Freundin von alten Dingen, die haben für mich mehr Seele. Gestern meinen Negativ-Scanner erhalten und erste Scan-Versuche gestartet, was für eine Zeitreise, alte Gesichter erschienen plötzlich wieder. Noch komme ich mit dem Scanner nicht so gut zu Recht, aber das gibt sich sicher mit der Übung. Ich bin müde, ich bin enttäuscht, ich habe Angst, mir gefällt die ganze Verantwortung in meinem neuen Leben nicht. Ich war immer so frei, arm, allein, aber frei. Das bin ich jetzt alles nicht mehr. Jetzt bin ich eine verheiratete Frau mit Job, Kredit und Eigentumswohnung. Wie ätzend ist das denn? Die Hippie-Braut in mir hat sich das nie gewünscht, die wollte leben wie Pippi Langstrumpf. Ein Brötchen schmeckt, er ist jetzt weg und ich gehe, glaube ich wieder schlafen. Aktuell wohl besser allein sein, denn mit ihm und seiner Laune ist es auch nicht so schön. Ja ich habe ein Bündel Probleme geheiratet, aber dass das gleichzeitig die Abschaffung der Relevanz meiner Probleme war, war mir nicht klar. Habe jetzt Angst die Balkontür zu öffnen oder offen stehenzulassen, die Ratte könnte in der Nähe sein. Aber gestern tagsüber keine Ratte mehr gesichtet. Online sind die Lebensmittel großteils ausverkauft, es ist sinnvoller auf den Montag zu warten, um mit den Rentnern aus der Gegend früh das Netto-Sortiment zu plündern und dann zu bestellen, was ich nicht gekriegt habe. Aufräumen müsste ich hier und putzen, aber ich bin müde und motivationslos, meine Kraft ist aufgebraucht für dieses Jahr. Weihnachten mit dem Mann feiern wird wohl auch ausfallen, weil er wahrscheinlich arbeiten wird. Ich kenne Weihnachten allein, aus den Jahren wo ich keinen Kontakt zur Familie hatte, das war damals ok, weil es meine Entscheidung war, aber dieses Jahr ist es nicht meine Entscheidung. Ich vermisse meine Mutter, bei ihr konnte man Verantwortung und Probleme so gut abladen und Weihnachten war ich nicht allein, musste ich nichts organisieren und durfte Kind sein. Alles anders jetzt, aber immerhin habe ich Musik, Musik von ihr: Freedom ist just another word for nothing left to loose:

Urlaub, Menschenkontakt, Medikament und Freiheit

Moin, nicht so gute Nacht, aber ich habe ja frei, schlafen kann ich immer. Blutdruck und Puls unauffällig, also Kaffee. Ist schon auffällig, dass ich im Urlaub keinen Bluthochdruck habe. Die Lieferung zu meinem Schatz ist unterwegs und vollständig laut Lieferschein, hatte mich schon gefragt, nachdem online so viel ausverkauft ist, ob die Bestellung vollständig sein wird. Heute kommt ein Freund vorbei, spazieren und danach Kuchen essen, ich freue mich, wohldosierter Menschenkontakt ist doch was Feines. Mit dem Medikament am Experimentieren, nehme ich 2,0 mg oder ein wenig mehr, kommen die Nebenwirkungen wieder, nehme ich etwas weniger als 2,0 mg geht es mir besser. Spricht also alles weiterhin dafür, dass ich mein Medikament nicht vertrage. Gestern nicht viel gemacht, geschlafen, gefrühstückt, geschlafen, gekocht und gegessen, geschlafen und dann chatten und Fernsehen. Ein sehr unspannender Tag. Aber mein Körper und meine Seele braucht das derzeit. Ein blauer Himmel grüßt mit Wölkchen und es ist für November warm. Auf meinem Balkon blühen Blumen, willkommen Erderwärmung. Bevor der Besuch kommt noch aufräumen und selbstverständlich auch mich selber duschen und frisch anziehen. Mit dem Kollegen gestern im Hausflur reden war mir unangenehm, dabei mag ich ihn. Leider blieb ungeklärt, wie ich zum Ende meines Urlaubs wieder an mein Telefon kommen kann. Dem Vater geht es gut, der Bruder ist sehr einsilbig, hat aber versprochen nächsten Sonntag zum Frühstück zu kommen. Ich hoffe er kommt wirklich, jetzt habe ich extra vegetarischen Frühstückskram für ihn besorgt. Heute früh ist mir nach Mahalia und bisher nicht nach Frühstück, auf in den Tag und Ruhe und Freiheit genossen.