Stille, Klugscheißer-Mädchen, Narzissten und Beethoven

Guten Morgen, seltsame Nacht, wieder früh ins Bett und noch früher wach. Der Tag grau und noch Stille hier. Irgendwer schreit hier jetzt ständig herum, es sind nicht die Ätzenden, ich glaube da gibt es neue Mitbewohner im Haus. Heute voller Tag, viele Arbeitstermine und danach ein Klassikkonzert. Das wird knapp werden, weil ich den letzten Termin nicht verlegen oder absagen konnte, es bleibt nur die Hoffnung, dass der letzte Termin gar nicht auftaucht, was auch vorkommt. Gegessen Hühnerfrikassee, Schonkost für den Magen. Immerhin letzter Arbeitstag die Woche, das ist auch nötig, wenn ich mich in der Bude umschaue, gar nichts auf die Reihe gekriegt, wieder so eine untätige, fast depressive Grundstimmung. Gibt ja auch gerade nicht viel Positives, an dem ich mich hochziehen könnte. Arbeit doof, Beziehung doof, Wohnung doof, es bleibt wohl nur meine Vorratshaltung, als befriedigend zu bewerten. Manchmal kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich eine erwachsene Frau mit eigener Wohnung bin, das kommt mir so unrealistisch vor, war ich nicht erst gestern Kind?

Dieses muskelbepackte Klugscheißer-Mädchen? Dass ich damals extra hart beim Ballett trainiert wurde, macht heute Sinn, nachdem sie mir den Rücken zerstört hatten. Sie wollten sicher gehen, dass ich eine Weile ohne Schmerzen bleibe. Hat auch ein paar Jahre gehalten, aber mit 20 gab es dann die ersten Bandscheibenvorfälle. Meine Mutter war wie immer damals mit sich selbst beschäftigt und fand es zu mühsam für mich und meine Rechte zu kämpfen, ein böser Fehler, der lebenslange Schmerzen für mich bedeutete. Keine Ahnung, warum meine Mutter dachte oder besser nicht dachte, dass einem Kind ein Zimmer bereitstellen und ab und zu essen geben reicht, um es groß zu kriegen. So viel Egoismus, so viel Selbstverliebtheit, ich weiß, warum ich bis heute auf Leute, die solche Allüren haben, ziemlich negativ reagiere. Sie zerstören Leben mit ihrem Verhalten, andere Leben. Eigentlich sollte man Narzissten die Reproduktion verbieten, dann bleibt ihnen genug Zeit, um sich um das Wichtigste in ihrem Leben zu kümmern, sich selbst.

Leider ist unsere ganze Gesellschaft heute tendenziell narzisstisch, ein Opfer, wer es nicht ist, das ist eine Welt, in die ich bis heute nicht passe und auch nicht passen möchte. So wurde ich Außenseiterin, weil ich lieber keine Gesellschaft habe als schlechte. Genug Weltschmerz für heute, es gibt jetzt Thymian hier und auch Petersilie und Chaos obendrauf, die freien Tage brauche ich dringend, um klar Schiff zu machen. Mal sehen, wie heute wird und meine Gespräche verlaufen, danach Beethoven, ein Ohrwurm meiner Kindheit dazu:

Morgenruhe, verkaufen, Vögel, Erinnerung-Puzzle und September

Guten Morgen, ganz passable Nacht, nicht früh schlafen können, weil der Mann von der Spätschicht kam. Gestern geputzt und Wäsche gewaschen, sonst nicht viel. War aber schon viel genug, trotz langem Wochenende kein Ruhetag für mich. Der Mann ist bereits weg, sehr schön so habe ich meine Morgenruhe. Heute Büro mit dem/für den neuen Kollegen, aber noch habe ich Zeit für mich. Wieder versucht gewesen zu bestellen, es aber gelassen, Anbetracht dessen, dass in der Nähe der Arbeit ein Drogeriemarkt zu finden ist, wo ich alles, was ich brauche, deutlich günstiger kriege. Der Bruder ist auch traurig, dass die Elternwohnung aufgelöst wird, er hat da ja sogar jahrelang gelebt, ich in dieser Wohnung nie, war aber die letzten Jahre viel da. Mit diesem Beschluss des Vaters stehe ich jetzt auch unter Zugzwang das Lager meiner Mutter zu räumen, um Platz zu machen für ihre Möbel. Habe inseriert und hoffe es gibt einen oder mehrere Käufer, verschenken können wir im Notfall immer noch. Der Kaffee schmeckt und der Terrorvogel hatte gestern Freiflug, irgendwie müssen meine Ohren mit 13 anders gewesen sein, damals hat mich Nymphensittich Geschrei nicht so gestört. Gestern doch noch den Couscoussalat gemacht, ich würde mal sagen sehr gesund, aber nicht wirklich lecker, aber meine Verdauung dankt es mir. Wieder ein Gericht, das weder der Vater noch der Mann mag, der Vater mag keine Rote Beete mit Couscous und der Mann kein Couscous. Dem Vater von meinen ganzen Erinnerungen erzählt und wie sie plötzlich für mich Sinn ergeben, er meinte nur ich würde Erinnerungen neu zusammensetzten und das wäre eine gefährliche Sache. Warum gefährlich, wenn Puzzleteile plötzlich passen? Oder meint er die Gefahr einer erneuten Psychose? Bin mir manchmal selber nicht sicher, ob das gesund ist solche alten Erinnerungen nach Logik und Zusammenhang zu überdenken. Es sind aber keine Wahnvorstellungen, es sind echte Erinnerungsfetzen, mit echten Menschen aus meiner Vergangenheit, die plötzlich Sinn ergeben. Ich denke nicht wie damals, dass ich z.B. die Enkeltochter von Fidel Castro aus einem Genprogramm bin und die Welt retten muss, in meinen aktuellen Erinnerungen bin ich immer (nur) Nadine, die Gespräche mit alten Freunden, Kollegen und Bekannten hatte. Oder ist das bereits psychotisch? Sollte ich die Neuroleptika-Dosis weiter erhöhen, um mich nicht mehr zu erinnern? Um aufzuhören zu denken? Ich denke als Erstes sollte ich den Stress in meinem Leben reduzieren, mehr unter Menschen gehen und ausreichend schlafen, das ist gerade leider nur teilweise der Fall. Immerhin heute 7 Stunden geschlafen und keine Beratungstermine gemacht, sondern nur Pläne mit dem neuen Kollegen. Ich hoffe, das wird nett mit ihm.

Anderes Thema, morgen ist Hochzeitstag, ein Jahr haben wir geschafft, trotz Corona, viele Partnerschaften sind daran zerbrochen, besonders die, die zusammenleben, aber wir sind zwar jetzt räumlich getrennt, aber noch zusammen. Ich verspüre Hoffnung, dass jetzt alles wieder besser wird, mit der Arbeit, mit der Ehe, mit der Gesellschaft, ein Dauer-Lockdown zerstört das irgendwie alles. Zu viel Isolation macht egoistisch und krank. Auf in den Tag und passend zum 21. September, ein Song von Earth Wind and Fire:

Trigger, Schönheit, nicht die Mutti und frei

Guten Morgen, passable Nacht nach einem schlechten Tag gestern. Ich habe gestern ein Video zur Persönlichkeitsstörung geschaut, dass mich dann getriggert hat, weil es plötzlich um Mind Control Methoden, Kindesmissbrauch und Satanismus ging, alles Aussagen einer gestandenen Psychologin. Brauchte dann den ganzen Tag, um mich davon wieder distanzieren zu können. Das Internet, nicht gerade förderlich bei Ängsten. Aber ich habe in letzter Zeit so viele Psychologie Videos mit Triggerwarnung gesehen, ich dachte es passiert wieder nichts. Leider gestern nicht, brauchte viele Gespräche um wieder herunterzukommen, am hilfreichsten war ein Gespräch mit einem ehemaligen Satanisten, der dazu gleich „Satanic Panic“ erwähnte. Ich lasse dann mal weitere Recherchen und bei der nächsten Triggerwarnung schalte ich ab. Das ist gerade zu viel für meine kleine Seele. Warte auf mein Frühstück, gleich sollte es da sein, ich freue mich auf Laugencroissants. Blutdruck und Puls ok, Vogel schreit herum, Kaffee schmeckt und heute ist ein neuer Tag. Geputzt gestern eher nicht, nur Waschmaschine und Spülmaschine laufen lassen und gekocht. Die Lammkeule mit grünen Bohnen und Backkartoffeln war gut. Ein bisschen Schönheitsprogramm gemacht, der Sommer macht es nötig, Beine und Füße sollten nicht wie die von einem Waldschrat aussehen. Mir ist nämlich schon nach kurzen Hosen und Sandalen. Heute bin ich ruhiger und entspannter, nicht auszuhalten gewesen gestern, freier Tag aber voller Unruhe. Haare färben muss ich auch, ich stehe nicht zu dem grauen Haar. Die Arbeitswoche wird anstrengend, aber besser heute nicht schon dran denken. Immerhin der Vater kommt zurück, er kann mich in Gesprächen immer wunderbar herunterholen. Es ist dabei oft auch egal worüber wir sprechen, danach bin ich ruhiger und entspannter. Ich muss bei meinen sozialen Kontakten mehr darauf achten, dass das auch Menschen sind, die mir etwas zurückgeben können, wenn ich es brauche. Ich mag nicht immer die Mutti sein, das habe ich schon beruflich, aber da gibt es dann Supervision und ein Gehalt dafür. Im Freundeskreis ist das aber auf Dauer nicht tragbar, besonders wenn es mir auch mal schlecht geht. So gern ich die Welt retten möchte, mich selbst retten ist auch eine Aufgabe. Frühstück ist da, die Lieferanten waren nicht glücklich, dass ihr Trinkgeld aus vielen goldenen Kleingeldmünzen bestand, aber besser als gar kein Trinkgeld? Der Tag grüßt grau und ich bin ruhig, keine Termine heute, nur den Müll wegbringen, eine Telefonverabredung und ein dreckiges Bad und dreckiger Fußboden warten auf mich. Alles noch überschaubar. Der Mamas Singles Ohrwurm des Tages:

Gespräche, Dauerlockdown, Ente und schlafen

Guten Morgen, ne so richtig gut ist er nicht. Zu wenig geschlafen in der Nacht, weil ich gestern tagsüber geschlafen habe. Fühle mich schwächlich, aber nicht so elend wie vorgestern tagsüber. Eigentlich sollte gestern unser Tag sein, uneigentlich hatte er wie es scheint sinnlose Bewerbungsgespräche und wir haben lange gestritten. Von den Nachbarn zum Glück wenig gehört, dafür ist gestern meine Lieblingsnachbarin ausgezogen. Schade, keine Schokolade mehr von ihr an Nikolaus. Er wartet ungeduldig auf sein neues Handy, aber es ist falsch adressiert und deswegen unklar, ob DHL noch zustellt oder alles zurückgeht. Er braucht das Handy für die Arbeit. Gestern geheult, ich kann einfach nicht mehr, er aber auch nicht mehr. Der Dauerlockdown macht fertig. Gestern nicht gekocht, sondern indisch bestellt, war alles zu viel und er hat eingeladen. Ich hatte Ente Korma, sehr lecker und Brot, Salat und einen Mango Lassi gab es noch gratis dazu. Er wird mich heute alleine lassen und einen Freund besuchen, um ihn zu helfen, endlich Ruhe für mich, ich kriege hier gar nichts mehr hin, wenn er ständig hier ist, denn das Chaos, das er produziert, steht derzeit in keinem Verhältnis zu meinem Antrieb aufzuräumen und zu putzen. Macht keinen Spaß in der Wohnung zu räumen, wenn gleichzeitig woanders wieder Chaos entsteht. Heute koche ich also nur für mich, ich denke an Schweinefilet mit Honig-Senf-Gemüse. Die Ausgangssperre ich gruselig, ich will zwar meistens abends sowieso nirgendwo hin, aber es sollte trotzdem das Recht darauf bestehen, jederzeit spazieren zu können, wenn mir danach ist. Der Kaffee schmeckt und ich hoffe die Vögel halten ihren Schnabel, Geschrei am Morgen will niemand haben. Nasenspülung wieder aktiviert, trotz des großen Birkensterben, habe ich allergische Beschwerden. Dass die Birken sterben finde ich persönlich nicht so schlimm, auch wenn ich sonst um Bäume kämpfen würde, meine allergische Reaktion auf Birke ist einfach zu heftig, also ist sie Feind. Mein Urlaub ist bald vorbei und ich habe mich null erholt, dank Nachbarn und Lockdown. Es ist aber trotzdem eine weise Entscheidung gewesen in der derzeitigen Verfassung nicht zu arbeiten bzw. durch den Nachbarn und seinen Lärm hätte ich es gar nicht gekonnt. Bin müde, möchte endlich wieder zur Ruhe kommen und schlafen wie ein Kind…

Zink, Vorstellungsgespräche, Nachbarin und Mietpreisdeckel

Guten Morgen, hier ist was los, eine Nachbarin zieht aus. Schade, das war eine gute Nachbarin. Warum ziehen die Guten aus und die Schlechten bleiben? Gestern fühlte ich mich als würde ich krank werden, Halsschmerzen und einfach totale Müdigkeit, aber nach einer Zink-Tablette und viel Schlaf geht es heute wieder. Mein Körper wollte wohl schon stressbedingt aufgeben, hat sich aber doch noch gerappelt. Er hat heute viele Vorstellungsgespräche, eigentlich sollte das heute unser Tag sein, aber ich vermute ich kriege nur den Nachmittag und Abend. Zwischendurch doch immer wieder Arbeitsmails gelesen, scheint alles gut und ich wurde angefragt für einen Vortrag. Gestern sehr viele Unterhaltungen gehabt, klar mit ihm, aber auch mit Vater, Bruder, einem Freund, einer Freundin, Kolleginnen und Nachbarn. Tja da brauche ich immer Urlaub, um die private Kommunikation zu pflegen. Arbeite ich, höre und rede ich jeden Tag soviel, dass ich abends dann meist keinen Bock mehr habe. Der Terror-Nachbar verhält sich ruhig, warum zieht der nicht aus? Warum die nette Nachbarin? Fremdsprachige Umzugshelfer machen Krach im Flur, aber gut, ich bin wach. Gerade jetzt zur Aufhebung des Mietpreisdeckels umzuziehen halte ich für gewagt. 15000 Berliner fanden das gestern spontan gar nicht lustig. Ich kenne viele die jetzt vor großen Mietnachzahlungen stehen und vielleicht ihre Wohnungen verlieren werden. Gedacht war der Mietendeckel mal, um die einkommensschwächeren Mieter zu schützen, jetzt ist es genau das Gegenteil geworden. Nur wer durchgängig seit 2019 beim Jobcenter war, kann wohl damit rechnen, dass das Jobcenter jetzt die Mietnachzahlungen trägt. Eine Freundin von mir wird es hart treffen, sie hatte Mietrücklagen, aber durch Corona und sonstige Katastrophen sind die Rücklagen jetzt verschwunden. Der Terror-Nachbar ärgert sich gerade bestimmt über den Umzug, sehr gut, dann konzentriert er sich mal nicht auf uns und unsere Geräusche. Ich hoffe mein Schatz findet bald Arbeit, aktuell ist er in 4 oder 5 verschiedenen Bewerbungsgesprächen, da muss doch irgendwas klappen. Aktuell gibt es zwei interessante Stellen, auf die ich mich bewerben könnte, aber habe beschlossen dann doch erstmal bei meiner Arbeit zu bleiben, diese Tätigkeit passt einfach zu mir, auch wenn es Probleme mit den Kolleginnen gibt. Probleme mit Kollegen gibt es aber überall, also fraglich, ob ein Wechsel was bringen würde. Er hat etwas Geld überwiesen, sehr gut, er kann sich an den Kosten hier ruhig beteiligen, sind nämlich nicht nur meine Kosten. Auf in den Tag, ungestört, hoffentlich.

Video, altes und neues Leben, Gespräche und Ostern

Guten Morgen, keine tolle Nacht und ein grauer Tag grüßt. Er ist schon eine Weile wach und im Abflugmodus. Ich habe heute Spätdienst mit einer über 3-stündigen Videokonferenz. Die Videokonferenz ist heute ein offizieller Anlass, ich werde mich hübsch machen und eine Bluse überwerfen. Der Kaffee schmeckt und er ist mit meinem BVG-Ticket unterwegs. Durch den Lockdown reicht ein Ticket für beide, wir wechseln uns gut ab. Die anstrengenden Diskussionen von gestern wirken noch nach, auch wenn ich sonst eine Freundin von großen Träumen bin, seine sind mir derzeit zu groß. Ich habe keine Karriereambitionen mehr, ich mache das, was ich mache und das ist gut so. Aber ich war auch mal so jung und hungrig, ist bei mir nur sehr schiefgelaufen. Aktuell beschäftige ich mich viel mit meiner Vergangenheit, wie ich wann wo mit wem war und warum, ich hatte ein aufregendes Leben, leider auch mit vielen Tiefschlägen, aber immer was los. Durch die Krankheit mittendrin kommt mir aber vieles davor unrealistisch vor, wer war dieses Mädchen? Ich sage immer: Ich hatte ein Leben vor und nach der Krankheit, warum kommt mir mein Leben vor der Krankheit jetzt so fremd und fern vor? Ich möchte diese Zeit aber nicht unbedingt zurück haben, klar ich war jung, gesund und gutaussehend, aber ich war zu oft ein dummes Opfer. Das würde mir heute nicht mehr passieren, ich muss da an einen Spruch meiner Mutter denken: Ich wäre gern nochmal 20, aber mit dem Wissen von heute. Das ist nämlich das Dumme an der Jugend, man hat alle Möglichkeiten, weiß es aber nicht. Morgen wohl ins Büro, ich muss raus hier, ist mir gerade zu viel Zweisamkeit. Würden wir nicht zusammen wohnen, würde ich mich nach unseren letzten Gesprächen erstmal ne Weile nicht melden. Die Klamotten von Lidl sind nicht der Hit, kann man tragen, muss man aber nicht, aber zurückschicken möchte ich jetzt auch nicht, immerhin die Unterhosen sind gut. Aus dem falschen Rinderfilet wurde ein Rinderbraten mit Klößen und Brokkoli, weil er keinen Rotkohl mag. War lecker, habe das Fleisch stundenlang gegart und es war butterweich. Was es heute gibt keine Ahnung, aber es findet sich schon was. Vielleicht gehe ich jetzt wieder schlafen, habe noch Zeit bis zur Arbeit und allein ist es hier gerade entspannter. Ostern kommt die Neue vom Vater dazu, es ist ihm so wichtig, aber diese Frau ist zwar ganz ok, aber sie wird nie meine Mutter ersetzen können und sollte aufpassen sich als solche aufzuspielen. Wie kann es z.B. sein, dass diese Frau sich in der Wohnung meiner Mutter aufspielt als wäre sie meine Gastgeberin? Egal, ich hoffe, Ostern geht klar, ohne Eskalation. Auf in den Tag auf das Licht am Ende des Tunnels.

Schlaf, Gespräche, Schornsteinfeger und Boden unter den Füßen

Guten Morgen, ist heute früh wirklich nicht so schlecht, denn ich war zwar früh wach, aber ich habe einfach weitergeschlafen und damit jetzt auch ausreichend geschlafen. Gestern der Tag war verrückt, meine Beratungen fielen aus, meine Chefin hatte gute Tipps für neue Psychiater und die seltsame Frau wollte sich streiten. Keine Ahnung warum sie gerade meint bei mir, das Wehren üben zu müssen, ich habe ihr nichts getan und bin selber gerade am Boden. Sie begründete dann alles mit schlechter Kindheit, entschuldige meine Kindheit war auch schlecht, kein Grund noch mit Ü50 scheinbar wahllos auf Leute loszugehen, weil die unwissentlich was getriggert haben. Egal, dass erst Mal, dass ich eine Frau aus meinem Handy verdamme. Fühlte mich nach der Arbeit, nach dem hilfreichen Gespräch zu Ärzten und Neuroleptika und dem gar nicht hilfreichen Gespräch über die schlechte Kindheit der Frau irgendwie schlecht und niedergeschlagen. Konnte danach aber ein Schläfchen machen, das hilft immer. Der Schornsteinfeger kam gestern dann um 20 vor 12, toll, dass ich schon um 20 vor 10 im Büro war, da hätte ich auch ausschlafen können. Heute wieder Homeoffice, mal sehen was passiert, aber ich vermute heute darf ich mir selber eine Aufgabe suchen. Habe die Woche aber auch schon genug geschafft, ich muss heute nichts mehr schaffen. Die Sonne scheint und es ist friedlich hier, der Kaffee schmeckt, der Blutdruck ist okay und meine Vögel piepsen. Schön hier, nur die Gardinenstangen fehlen, aber die gibt es dann morgen. Ich glaube, mein Schatz hat sich Apfelsaft mitgenommen, es fehlt ein Liter, aber natürlich darf er das, ich hätte es nur gern gewusst. Dass ich in meinem Haushalt immer alles genau im Blick und Gedächtnis habe findet er befremdlich, aber ich weiß halt immer genau was ich da habe oder auch nicht. Sogar mit Corona-Vorräten kann ich genau sagen was ich hier in welcher Anzahl habe und es fällt mir sofort auf, wenn was fehlt. Zur Ruhe kommen ist gerade meine größte Aufgabe, den Boden wieder unter den Füßen spüren, Alltag und Routine einkehren lassen und damit auch wieder Stabilität. Derzeit möchte ich keine Streite und keine Veränderung, ich will gleichbleibenden Frieden. Lasst mich doch alle in Ruhe, lasst mich atmen und den Boden finden, dafür wäre ich dankbar.

Nachbarn, Chinesen, DHL-Überraschung, Muttertag und Entscheidungen

Guten Morgen, nicht so schön erwacht, die schreiende Mutter unter mir, war die erste Stimme, die ich hörte. Wäre das schön, wenn die ausziehen, aber ich vermute die Chance einer 4-köpfigen Hartz IV Familie auf eine neue Wohnung ist sehr gering. Schade. Mein Freund mag seit Corona keine Chinesen mehr, er meidet den Kontakt, wann immer er kann. Da kann ich ja glücklich sein, keine Chinesin zu sein, sonst würde ich ihn gar nicht mehr sehen. Gestern viel geschrieben mit meinen Mitmenschen, zum Abend hin, zählte ich Gespräche mit 8 verschiedenen Menschen, leider alles nur virtuell. Kontaktarm würde ich das nicht bezeichnen und auch nicht als selbst gewählte Isolation. Gestern überrascht worden, DHL stand vor meiner Wohnungstür, erste Überraschung, aber dann hatte die DHL-Dame noch ein kleines handschriftlich adressiertes Paket an mich, zweite Überraschung. Die beste Freundin schickte Nervennahrung zu Corona mit lustigen Karten. Ich habe mich sehr gefreut, wann kriegt man heutzutage noch überraschende, persönliche Post? Eher selten bis gar nicht würde ich sagen, danke für dieses Gefühl, dass da jemand an mich denkt. Grau grüßt der Tag und der Vater wartet, ich denke ich werde heute schon anfangen einige Sachen meiner Mutter wegzuräumen und versuchen sie auf die Kreuzberger Art loszuwerden. Heißt einfach vor die Haustür stellen und abwarten was passiert. Gestern beim Supermarkt um die Ecke noch Lachsfilet bekommen, das sind zwar keine Lachssteaks, aber gut, wir haben Corona, Lachsfilet mit Kartoffel- und Möhrenspalten im Ofen zubereitet geht auch. Muttertag, seltsamer Tag, ich habe meiner Mutter eine hängende Blumenampel gekauft, damit ihr Balkon aussieht wie gewohnt, auch wenn sie nicht mehr da ist. Da muss der Vater durch, dass ich meiner toten Mutter ein Muttertagsgeschenk mache. Die Vögel schreien, mein Blutdruck ist etwas zu hoch und der Urlaub hat begonnen. Friede geschlossen mit der Vorgesetzten, das ist genau das gleiche wie mit meinem Freund, während Corona bitte keine endgültigen Entscheidungen zur Lebenspartnerschaft und zum Arbeitsverhältnis treffen, auch wenn ich mich im Recht fühle. Ich könnte es später bereuen. Auf in den Tag, Benjamin schreit, wunderbar, wieder ein geschenkter Lebenstag, ohne Sie.

Workshop, Gespräche, kochen und keine Kontaktsperre

Moin, ne gut finde ich den Morgen gerade nicht. Es ist so früh und der Workshop, der auf mich wartet, wird wohl verdammt trocken und lang. Aber gut meine Entscheidung, ich hätte mich dazu nicht anmelden müssen. Immer noch sauer auf ihn, um nicht zu sagen, die Dramaqueen steppt gerade auf dem Küchentisch. Die Gespräche mit dem Vater gestern bei der Pizza haben nicht gereicht, um runterzukommen, auch nicht ein Gespräch mit der besten Freundin danach. Grau grüßt der Tag, alles trostlos. Er will heute kommen, aber nur kurz, das macht mich noch mehr sauer, ich glaube, ich werde nicht für ihn kochen, auch wenn es so abgesprochen ist. Immerhin der Kaffee schmeckt. DHL hat gestern wieder nicht zugestellt, obwohl ich zu Hause war, die Sendung ging in eine Packstation, ich glaube da bleibt sie jetzt auch. Gestern eine Mail bekommen, dass es eine Gehaltserhöhung gibt und mich nicht gefreut, derzeit freut mich wenig, ich glaube, ich bin gerade etwas depressiv. Ich vermute, es ist alles ein Resultat der Umstände, ich habe Lagerkoller nach über einen Monat Homeoffice und die Hormone spielen gerade auch verrückt. Gestern in Kreuzberg schien alles wieder normal, sehr viele Leute auf der Straße, keiner hielt Abstand, keiner trug Maske und bei Lidl gab es sogar Klopapier im Angebot. Mich aufgeregt über die Leute, Kontaktsperre sieht anders aus, als Eis essend Hand in Hand durch die Straßen zu laufen oder im Park in Gruppen zu picknicken. Egal, es ist wie es ist und ich muss da durch, mit oder ohne ihn.

Wach um acht, Er, Beißschiene und meine Mutter

Guten Morgen, also langsam wird es gruselig, jeden Morgen wach um acht, egal wann ich schlafen war. Vorgestern/gestern mit ihm war schön, ihn in den Armen zu halten und mit ihm zu lachen, sogar das gemeinsame Schlafen im kleinen Bett hat wunderbar funktioniert. Gestern Nacht habe ich besser geschlafen als letzte Nacht allein. Gestern die Gespräche gut überlebt, kein Streit und keine Abmahnung, alles gut. Doch das Arbeitspensum wird auch diese Woche sehr hoch sein, weil ich wieder Vertretungen mache. Ich liebe meine Arbeit, aber gerade habe ich den Punkt erreicht, wo ich nicht mehr hier schreie. Grau grüßt der Tag und dunkle Wolken ziehen vorbei, ich habe nichts zum Frühstücken da, weil ich gestern nach der Arbeit nur nach Hause und nicht mehr in den Supermarkt wollte. Meine neue Beißschiene scheint in Ordnung zu sein, sie passt perfekt und die Zähne schmerzen nicht durch sie, keine Ahnung warum die Zahnärztin mich deswegen nächste Woche nochmal sehen will. Ich glaube ich sage den Termin ab, ohne Grund nach Wilmersdorf zu fahren, kann ich mir auch sparen. Er hatte wieder Doppelschicht gestern: nachmittags bis abends Schicht und dann noch eine Nachtschicht, ich hoffe, er liegt jetzt im Bett mit seinen neuen Kissen und schläft. Heute keine Beratungen, dafür eine Menge Teambesprechungen, auch anstrengend. Die eine Kollegin sollte aus dem Urlaub zurück sein, sehr gut, wir haben zu viel Arbeit für nur 1-2 Personen, ich werde die Kollegin fragen, ob sie Arbeit von mir übernehmen möchte, sie sollte ja ausgeruht sein, während ich seit Wochen für 2 arbeite. Der Kontostand sieht nicht erfreulich aus, aber davon lasse ich mich nicht runterziehen, ich komme schon durch den Monat, so oder so. Ich vermisse meine Mutter, irgendwie raffe ich erst jetzt, dass sie wirklich nie wieder kommen wird. Zurückbleiben mein Vater, ihr Hund und ich, aber ich denke wir meistern das ganz gut. Da hatte ich so viele Jahre Angst vor ihr und jetzt ist sie einfach weg. Mein soziales Netzwerk ist mittlerweile wieder gut, ich brauche nicht mehr dringend Mutti zum Reden, ich möchte aber trotzdem mit ihr reden. Heute keine Angst zu sterben, der Blutdruck ist sogar zu niedrig, wir werden alle sterben, aber nicht heute.