Sonnenschein und die wunderbare Welt der Träumerin

Guten Morgen, endlich mal eine lange Nacht. Früher ins Bett, was jetzt dank Herbst auch einfacher ist, wenn es bereits um 8 dunkel wird. Gestern der Tag auf Arbeit war nicht so schlimm, ja fast gut. Nachgefragt, ob ich und der Neue vielleicht doch einen Tag Homeoffice machen können, dürfen wir für den Anfang. Was für eine Erleichterung, wenn ich die Woche nicht mit Hektik starten muss. Gestern hat noch wunderbar die Sonne gestrahlt, ein wunderbarer Herbstnachmittag. Ich fühle mich nicht wunderbar, aber gestern noch die fabelhafte Welt der Amelie gesehen. Hatte vieles aus dem Film schon vergessen, ist ja auch schon 20 Jahre her. Die Welt wie Amelie sie sieht, ist auch zum Teil meine, eine Überlebensstrategie, in einer Welt voller Krankheit. Vielleicht Tagträume, sich auf kleine wunderbare Dinge zu konzentrieren und alles darum zu vergessen, aber Träume sind wie Hoffnung, sie sterben zuletzt. Kann ja sein, dass die Welt mal 90 % oder mehr scheiße ist, aber da gibt es immer auch irgendwo etwas Wunderbares, einen Schmetterling, ein lachendes Kind oder Sonnenschein im Herbst. Es gilt nur auch dieses zu beachten, es wahrzunehmen und damit auch groß und bedeutend zu machen. Die Sicht auf die Welt ist auch die Welt, was die Welt ist definieren die Zuschauer bzw. Teilnehmer. Es wird immer aggro Leute geben, es wird immer Kriege geben, aber ich werde das nicht in den Mittelpunkt stellen. Das ist wie Maude sagen würde: „Meine kleine Revolution“. Die Arschlöcher wollen doch nur Aufmerksamkeit, die kriegen sie nicht von mir. Die können ihren Schmerz, ihren Hass behalten. Ich weiß, wovon ich rede, auch ich kenne den Schmerz und Hass, aber daran festhalten macht nur krank und schwach. Ich gebe meinen Attentäter nicht diese Macht über mein Leben, es reicht, wenn sie mich verletzt haben. Sie haben fortan keine Macht mehr über mein Leben, sie sind arme Würstchen aus der Vergangenheit, vielleicht auch eine Lektion für mich, mehr aber nicht. Auf in den Tag mit einem Song aus der Plattensammlung der Eltern:

Anstrengend, vegetarisch und die Natur des Menschen?

Guten Morgen, wach in der Nacht, aber wieder hingelegt. Gestern war anstrengend wegen des Mannes, war ich froh als er weg war. Endlich Ruhe. Ist gerade nicht die Zeit um zusammen zu sein, ich brauche eigentlich Unterstützung, aber er kotzt nur über sein eigenes Leben und ich ertrage das gerade nicht. Gekocht indisch vegetarisch, nur für mich. Mit Käse als Fleischersatz kann ich sehr gut leben, Tofu dagegen wird nie mein Freund sein. Heute zur Kosmetikerin, Gesichtsbehandlung, Pickel und Mitesser entfernen lassen, wieder mal mit Gutschein. Er sollte jetzt nach der Nachtschicht schlafen. Mit der ehemaligen Kollegin/Freundin telefoniert, ich beneide sie nicht um den Neuanfang an einem neuen Ort, das stelle ich mir sehr stressig vor. Gestern hier nichts hinbekommen, nur Müll weggebracht, Wäsche gewaschen und gekocht. Nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, das war kein Paradies und die Menschen die ich traf keine Freunde. Keine Ahnung woher meine Naivität kommt, keine Ahnung warum sie nach all dem, was ich erlebt habe, immer noch da ist. Wobei meine Naivität viel mit dem Glauben daran zu tun hat, das Menschen gut sein können, dass wir friedlich und respektvoll miteinander leben können (…). Muss man im Alter zwangsläufig diesen Glauben verlieren? Ich sehe halt auch in einem bösen Menschen den Schrei nach Liebe. Vielleicht weil ich mindestens eine Geschichte kenne, wo das funktioniert hat. Ich denke dabei an den Nazi Robert, ein aggressiver Kerl der Flüchtlingsheime anzündete und gewalttätig war, bis, ja bis, er sich verliebte, und zwar in eine türkische Frau und dadurch ein anderer sehr angenehmer Zeitgenosse wurde. Ich glaube einfach daran, das Liebe heilen kann. Aber vielleicht bin ich auch nur ein doofer Hippie, der tot auf dem Schlachtfeld liegt. So viel Hass in der Welt, ich weigere mich, das als meine Wahrheit anzunehmen. Vielleicht hat mir die Friedensbewegung der 80er einfach auch nur zu doll ins Hirn geschissen. Die Sonne kommt gerade raus und die dicke Frau liegt auf dem Sofa, trinkt Kaffee und schreibt mal wieder das Internet voll. Dazu ein Lied, dass ich immer mit einer Mutter gesungen habe:

Kaputt

Der Vater wollte unbedingt weiter räumen. Dabei gab es eine Kiste, die ich mir anschauen sollte, ob die weg kann. Nein die kann nicht weg, das ist meine Kiste, die in meinem Kinderzimmer von 3 bis 5 stand. Fast 40 Jahre ist sie jetzt alt, meine Mutter hat sie aufbewahrt, für mich. Es tut so weh, Abschied nehmen ist leichter mit Hass als mit Liebe. Sie hat mich geliebt, auch wenn sie es schlecht zeigen konnte, aber jetzt ist sie tot.

Verpennt, Beratungen, Hass und ein Lied

Guten Morgen, heute verpennt und nicht so glücklich wach zu sein, dabei bin ich schon später wach als gedacht. Gestern auf Arbeit war gut, ich hatte für mich viele Beratungen und meinen Spaß. Heute Arbeit und danach einkaufen und zum Vater, seine Geburtstagspizza backen. Seine Geschenke sind mittlerweile auch da, ich muss sie noch verpacken. Vielleicht heute noch ein Hausbesuch, vielleicht auch nicht. Wieder viel mit der besten Freundin geschrieben und auch mit dem Albaner. Mein Leben ist ganz gut soweit, komischerweise bekomme ich jetzt Hassgefühle gegen meinen Ex, ich bin wohl noch immer nicht fertig mit ihm. Schade dass er in Italien ist, ich würde ihm gern eines in die Fresse hauen. Das Konto ist in den Miesen, aber noch nicht katastrophal und meine Vögel singen ein Lied. Auf in den Tag und ein Lied für ihn, auch wenn er es nie hören wird, denn in zwei Jahren habe ich ihn weder von meiner Erkrankung, noch von meinem Blog erzählt.