Hochzeit, die Neue, Tempelhof und Erwachsen sein

Mitten in der Nacht wach, das passiert, wenn man früh schlafen geht. Er hat ein Einsehen, dass er heute parat zu stehen hat, besonders wenn er noch kochen will. Ich werde nämlich heute nicht bis spät in die Nacht Hochzeitsvorbereitungen treffen, kann er dann im Zweifelsfall alleine machen, wenn er vorher besseres zu tun hat. Es ist noch soviel zu tun und ich schaffe das alleine nicht. Gestern das Treffen mit der Neuen war ok, aber ich hatte eine Panikattacke. Mich widert es an wie Sie sich an ihn kuschelt und gleichzeitig scheint sie eine nette, aber sehr kranke Frau. Es wird jetzt wohl afrikanisches und arabisches Essen geben und ich muss noch Blumen besorgen und dekorieren. Die Feier wird ohne genetische Verwandtschaft stattfinden, die Oma ist mit der Freundin im Urlaub und die Onkel müssen arbeiten oder sind zu feige für die Reise. Mir geht es ganz gut, die Nebenwirkungen lassen nach, aber ich fühle mich immer noch geschwächt und bin froh, wenn wir es hinter uns haben. Der Vater scheint etwas zu verwechseln, seine Freundin ist depressiv, aber ich nicht. Ich brauche keine Aufforderung zu mehr Aktion, ich bin träge, weil es mir durch den ganzen Stress und das Medikament schlecht geht, seit Wochen und Monaten und ich einfach Ruhe und Erholung brauche. Da ist ein ständig fordernder und Druck machender Vater nicht hilfreich, auch wenn ich denke er meint es gut. Das gemeinsame Frühstück gestern war nett und empfehlenswert, ich kann nur nicht fassen, dass der Vater nach all den Jahren zurück nach Tempelhof gehen will bzw. schon gegangen ist. Meine Mutter war so unglücklich in Tempelhof und die nun leerstehende Wohnung in Kreuzberg ist soviel cooler. Mein Verlobter scheint nicht zu verstehen, warum ich aufgeregt bin, er nimmt die Hochzeit mit einer Lässigkeit, als wäre es eine tagtägliche Geschichte. Wer mich kennt, weiß aber, das wird für mein Leben eine einmalige Geschichte. Ich werde nicht nochmal heiraten. Dunkel ist es und totale Ruhe herrscht, kaum Autos und mein Bett wartet auf mich, aber ich musste erstmal Wasser trinken, rauchen und mich beim Schreiben sortieren. Ich vermisse meine Mutter, es wäre alles soviel einfacher mit ihr. Zeit, Zeit ist alles und ich wollte nie erwachsen sein…

Treffen, Austausch, beleidigt und arme Würstchen

Guten Morgen mit Kaffee, fühle mich seltsam, aber nicht verdächtig. Wach gewesen in der Nacht, mehrfach, aber wieder eingeschlafen. Der zweite Onkel meldet sich nicht, ich vermute das heißt er kommt nicht. Dafür hat sich eine alte Freundin gemeldet, sie kommt vielleicht doch. Heute das Treffen mit der Neuen vom Vater, ich fühle mich unwohl. Ich hasse Veränderung und diese ganz besonders. Wie kann man(n) eine Person so schnell austauschen? Immerhin gestern fast normal gegessen und auch kein Durchfall mehr, heute Nacht ist auch kein Körperteil eingeschlafen, also eigentlich alles gut. Er verhält sich derzeit fast depressiv, er braucht Arbeit, um gut drauf zu sein. Ich könnte derzeit immer noch auch 1 Jahr Auszeit nehmen, aber natürlich nicht in Berlin, sondern dann lieber in Gran Canaria. In Berlin brauche ich meine Arbeit aber auch, sonst sitze ich nur noch seltsam gelaunt zu Hause. Freizeit, aber irgendwie doch keine, denn das Treffen heute wird hart für mich und morgen muss noch gemeinsam der ganze Rest organisiert werden. Warum müssen immer alle Leute auf einmal was von einem wollen oder keiner will was? So ein Mittelweg wäre mir lieber. Immerhin heute kein kochen für den Vater, das wäre mir auch zu viel, erst die Neue und dann noch den ganzen Sonntag bis spät in den Abend zusammen verbringen. Er will unbedingt die B1 Prüfung machen, aber leider meine ich er ist noch nicht so weit, das sieht er aber nicht ein und reagiert beleidigt, spreche ich es aus. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt nicht sonderlich und ich liege auf dem Sofa und tippe vor mich hin. Die Übersetzerin vom Freitag beim Notar hat mich beleidigt, zum Glück wird sie nicht bei der Hochzeit übersetzen, besonders toll übersetzen konnte sie nämlich auch nicht, die Notarin korrigierte sie mehrfach. Dann auch noch bezahlen dafür beleidigt zu werden und eine fehlerhafte Übersetzung zu kriegen, ist schon ne Nummer. Einen Ausländer heiraten ist halt doch ein teures Minenfeld der Diskriminierung. Aber gut, ich wurde auch früher schon diskriminiert, da stehe ich drüber. Menschen die diskriminieren, sind doch meist selber arme Würstchen. Auf in den Tag, alles wird gut, es gibt sie die korrekten Menschen, die keine Farben oder Herkunft sehen, sondern Menschen.

Aktivismus, Adoption, kochen, Aufgebot und keine Frauenprobleme

Guten Morgen, zu früh wach, aber immerhin die zu kurze Zeit durchgeschlafen. Meine Vögel singen ein Lied, es gibt etwas Sonnenschein und alles friedlich. Gestern faul gewesen, nicht viel passiert, Arbeit, einkaufen, schlafen, essen, gammeln und wieder schlafen. Irgendwann ist auch mal gut mit Aktivismus. Der Kaffee schmeckt, die Kippe auch und ich dämmere vor mich hin und überlege wieder ins Bett zu gehen. Für die Adoption ist Name, Geburtsdatum und Anschrift von meinem genetischen Vater nötig, also gestern einen alten Brief des Erzeugers gesucht und gefunden, was für einen Schwachsinn er mir 1991 geschrieben hat. Was ich aber vergessen hatte, dass er mich durchaus kennenlernen wollte, aber nur ohne meine Mutter, was aber nicht möglich war. Neige derzeit dazu mein Medikament zu vergessen, es ist so ungewöhnlich es morgens/mittags zu nehmen, 7 Jahre habe ich es abends genommen und nie vergessen. Heute gibt es für den Vater Backfisch mit Brokkoli, Kartoffelstampf und Senf-Rahmsoße. Gestern Nacht habe ich noch mein Kohlrabi Matschepamp gemacht für Montag, kochen liegt mir gerade. Sonntag, am Mittwoch geht es zum Standesamt das Aufgebot bestellen und danach wollen wir essen gehen, mal sehen, wie es wird, ich bin auf jeden Fall aufgeregt. Schwalben kreuzen am blauen Himmel, kriegen wir doch noch Sommer? Gestern nach dem Einkauf über 20 Kilogramm schwer im Wanderrucksack nach Hause geschleppt, anstrengend, das ist schon eine Liefergebühr von 2 bis 3 Euro wert, wenn ich nicht schleppen muss. Besonders, wenn es um Getränke geht. Alle Frauen-Nebenwirkungen des alten Medikaments sind verschwunden, ich hatte also recht, dass ich weder ein gynäkologisches Problem habe, noch in den Wechseljahren bin. Warum glaubt mir keine Sau, wenn es um meinen Körper geht? Dafür jetzt neue Nebenwirkungen, wie Schlaflosigkeit, die hoffentlich vorbeigehen. Auf in den Tag, so zwischen den Vätern, zwischen den Neuroleptika und einem potenziellen Ehemann.

Verarscht, WebID, Brot, Corona und Heiraten

Guten Morgen, ich fühle mich etwas verarscht, wenn ich raus gucke. Heute wo ich wieder arbeiten muss Sonnenschein. Aber an meinen zurückliegenden 2 freien Tagen, Dunkelheit, Kälte, Hagel und Schnee. Sehr nett Petra! Gestern um den Papierkram gekümmert, mehrfach am WebID Verfahren eines potenziellen Kreditgebers gescheitert und dann noch ein wenig Haushalt. Raus gegangen bin ich gar nicht, wohin auch bei Schnee und Kälte. Heute sieht alles so aus, als wäre nichts gewesen, Frühlingswetter nach 2 Tagen Winter. Ruhig hier, kein Laut zu hören, auch die Vögel halten den Schnabel. Gestern zum Abend Gequatsche mit der besten Freundin und ihm, beide würde ich gern mal live wiedersehen. Keine Post bekommen, immerhin kurz beim Briefkasten war ich. Aktuell freue ich mich, dass ich Brot zum Frühstück habe, Brot zu kaufen ist mir die letzten 2 Wochen nicht gelungen, aber ich hatte noch welches eingefroren. Immerhin der Sonnenschein jetzt erheitert mein gestern besonders finsteres Gemüt. Der März geht zu Ende, aber Corona ist kein Aprilscherz. Auch wenn meine Firma das Homeoffice erstmal bis Ende April angesetzt hat, habe ich meinen Glauben daran verloren und denke, es geht noch viel länger. Ich hoffe nicht zu lange. Heiraten ist wegen Corona wohl derzeit gestorben, denn die Standesämter haben zu, dabei haben wir jetzt alle Unterlagen für das Aufgebot. Ich empfinde Corona als Ohrfeige der Natur. Mutter Natur hat keinen Bock mehr auf ihre ungezogenen Menschenkinder und erteilt Hausarrest. Wegen dem Sonnenschein Fenster aufgerissen, aber es ist schweinekalt, also Fenster wieder zu. Nachbarn sind zu hören, aha, doch nicht allein hier. Auf in den Tag, heute Spätschicht, ich hoffe es rufen viele Leute an, ich brauche Ablenkung.