Streit, destruktiv, Kollegin und Zukunft

Guten Morgen, nein eigentlich ist es gerade nicht gut, wir haben uns gestritten. Da hat er mir gestern noch ein schönes Nikolaus-Geschenk mit Blumen, Kerzen und Schokolade gemacht und auch abends verstanden wir uns gut, bis er dann die Frage nach der Zukunft stellte und ich mich bedrängt fühlte, dass er vielleicht über Hochzeit sprechen möchte. Wollte er aber gar nicht, aber dadurch kam meine Befürchtung auf den Tisch, dass er vielleicht nur wegen der Papiere mit mir zusammen ist. Er war schwer beleidigt, in seinen Stolz gekränkt, unterstellte mir Rassismus und destruktives Denken und Handeln. Den Abend habe ich damit zerstört, vielleicht auch mehr. Er schläft auf dem Sofa und er hat beteuert schnellstmöglich auszuziehen, das wollte ich eigentlich nicht. Keine Ahnung wie es weitergeht, für den Moment könnte ich heulen, aber es heißt wohl abwarten. Auf Arbeit gestern alles ok, Beratungen gemacht und mit der Kollegin gut verstanden. Viel zu früh wach und zu wenig geschlafen, unsere Diskussion ging noch bis 2 Uhr morgens. Heute Tag 6 der 6-Tage-Woche, ich brauche dringend eine Pause, ich will einfach nur meine Ruhe und ausreichend Schlaf, mehr nicht. Der Kaffee schmeckt und ich sitze im Schlafzimmer im Bett, komische Welt, ich wollte seinen Stolz nicht untergraben, aber das alles geht mir zu schnell, wir kennen uns noch kein halbes Jahr und leben schon seit Monaten zusammen. Ich weiß eine Frau in meinem Alter sollte sich freuen noch  endlich jemanden gefunden zu haben, ich habe aber immer noch Schiss vor einer ernsthaften, vielleicht unendlichen Beziehung und suche nach anderen Motiven als Liebe. Heute werde ich nur kurz arbeiten und weiß nicht wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Eigentlich wollten wir morgen was zusammen unternehmen, einen Tag, wo wir mal beide freihaben. Auf in den Tag und abwarten was passiert.

Alptraum, Botschaft, heulen und Horror-Geschichten

Guten Morgen aufgewacht und trotzdem ist alles, was gestern noch passiert ist, wahr. Scheiße, ich dachte, es wäre nur ein Alptraum. Aber es ist wahr, dass er mir gestern einen Brief gezeigt hat, indem stand, dass die Deutsche Botschaft Delphi, seine Uni als nicht zulässigen Studienbetrieb bezeichnet und einem Inder deswegen das Visum zum Studium in Berlin verweigert. Ich weiß nicht, ob deutsche Botschaften Informationen austauschen und auch nicht, ob Visa, die für ein Studium bereits erteilt wurden, wieder zurückgezogen werden können. Auf jeden Fall ist klar, dass sein teuer bezahlter Abschluss, nichts wert sein wird. Ich habe Angst, dass er bald nicht mehr hier ist, aber nach keinen 3 Monaten heiraten, ist mir einfach zu früh. So saß ich gestern Abend heulend da und weil das nicht reicht, rief die beste Freundin auch heulend an und erzählte ebenfalls eine Horror-Geschichte. Ganz schlechter Film, ganz schlechter Film. Ich war so glücklich und nur besorgt über die beste Freundin, jetzt scheint mein und ihr Spiel beendet zu sein, und zwar als Verlierer.  Ich muss heute arbeiten, aber ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Ist alles verlieren und dagegen kämpfen wirklich vom Schicksal vorgesehen? Der Kaffee schmeckt, aber ich fühle mich kraftlos und würde gern gleich nach dem Aufstehen weiter heulen. Ich weiß nicht was ich machen soll, ich habe Angst, dass seine ganze Liebe nur eine Lüge war und selbst wenn nicht, heiraten nach ein paar Wochen? Ich habe Angst, um ihn, um mich und die beste Freundin. Die Sonne scheint und ich weiß nicht was ich ihm sagen soll, ob es überhaupt noch was zu bereden gibt. Ich bin kein Feigling, aber nicht ohne Grund mit über 40 noch nicht verheiratet, es ist nicht so, dass ich nicht die Chance dazu gehabt hätte. Brötchen warten und ich schwitze, wieder 27 Grad in der Bude. Wecke mich bitte auf, aus diesem Alptraum.

Todestag, Leben, Pizza, Kino und Wechseljahre

Moin, lange geschlafen, war zwar früher wach, aber habe beschlossen mich wieder hinzulegen. Die Sonne scheint freundlich und ich muss mit diesen denkwürdigen Tagen leben. Ich dachte, heute ist meine Mutter gestorben, aber meine beste Freundin und auch mein Vater teilten mir gestern mit, dass sie gestern gestorben ist. Passt schon, ich habe auch gestern geheult, nachdem ich die Mail der besten Freundin gelesen hatte. Ein Jahr weiteres Leben für mich, ohne sie. Ich dachte, das wäre nicht erlaubt, denn ich wurde für ihr Leben geboren. Dass ich ohne sie leben darf, ist immer noch seltsam für mich. Aber gut der Rest der Familie lebt auch noch und die denken nicht, dass sie sterben müssen, weil sie gestorben ist. Die Pizza für den Vater gestern war gut, nur leider kam er wieder zu spät und ich musste meinen Teil alleine essen. Wir müssen zur Rechtsanwältin, um endlich eine offizielle Erblösung zu machen, dass die Banken mich anschreiben hat mir Angst gemacht. Langsam kommen die Gedanken an Arbeit zurück, aber Sehnsucht ist es noch nicht. Heute Abend Kino, ich freue mich und ich hoffe meine zwei Männer dazu auch. Ich habe Angst vor den Wechseljahren, es könnte sein, dass sie durch die Medikamente die ich nehme, früher ausgelöst werden. Ich dachte, das fängt erst Mitte Ende 40 an, aber wer weiß. Keine Pläne für heute, außer abends der Kinobesuch, mal sehen was ich mit dem Tag anstelle. Der Kaffee schmeckt, die Zigarette qualmt und ich hoffe meine Hormone fangen sich wieder.

Nackt, Urlaub, Paprika, Streichaktion und durchhalten

Guten Morgen, gestern Nacht war es so heiß, dass ich nackt geschlafen habe, ungewöhnlich für mich, aber irgendwie auch befreiend. Heute wieder Arbeit, kommt mir gerade fern vor, sich um die Probleme anderer Leute zu kümmern. Grau ist es, aber trotzdem 27 Grad in der Bude. Regen wäre eine feine Sache, aber in Treptow gibt es seit Tagen keinen Regen. Immerhin hatte ich fast 2 Tage für mich, das hat gutgetan und die Sehnsucht nach dem Urlaub größer gemacht. Ich will mich um mich kümmern und vielleicht auch um ihn, aber ansonsten um niemanden. Gestern einkaufen gewesen und danach gekocht, es gab gefüllte Paprikaschoten in Tomatensoße mit Reis. Das ist eines der Gerichte was ich von ihr übernommen und angepasst habe. Farbe bestellt, denn ich will hier unbedingt streichen, aber keine Farbeimer vom Baumarkt nach Hause schleppen. Früher habe ich allein ganze Wohnungen saniert, jetzt drücke ich mich vor einer Streichaktion. Aber nach 3,5 Jahren ist Streichen überfällig. Brötchen warten auf mich und der Kaffee ist endlich wieder der Richtige. Eine lange Nacht liegt hinter mir, 10 Stunden geschlafen, aber wenn ich solange schlafen kann, dann war es wohl auch nötig. Komische Welt, heute wird zum Morgen nicht geheult, heulen ist heute ein Privileg meiner Kunden. Die würden wohl ziemlich verblüfft gucken, wenn ich mit heule. Durchgehalten, nur noch 5 Tage bis zur großen Freiheit.