Schuld, Todsünden, Vater, Hip-Hop und Opfer

Guten Morgen, ein Gruß aus der Nacht, Teil 2, denn der Nachbar meinte gegen 2:30 Technomusik zu hören, nicht laut, aber laut genug um mich zu wecken. Es ist Schnee gefallen in Berlin, sieht wunderschön aus und aufgewacht aus einem Traum mit dem Bibelsatz: „Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben.“ Was für ein Hohn, wenn man meine Erinnerungen hat. Keine Ahnung, warum ich mich gerade jetzt an diesen Satz erinnere, das kommt doch gleich nach dem Satz „Und halte ihm auch die andere Wange hin“. Keine Ahnung warum dieses Bibelwissen gerade in meinem Hirn wieder aktiviert ist, dass es da ist, ist aber keine Wunder nach meiner Ausbildung in jungen Jahren. Da kommen wir doch gleich auch zu den 7 Todsünden bei denen ich auch schuldig bin. Wobei Völlerei und Faulheit bei mir auch medikamentös/krankheitsbedingt sind. Keine Ahnung, ob das jetzt ein guter oder schlechter Morgen ist, mit solchem Kram im Kopf zu erwachen.

Passabel geschlafen, gestern spazieren gewesen mit schwangerer Kollegin, es war kalt, aber ich denke es hat uns beiden gutgetan. Gegessen dann vom Asien-Imbiss, denn ich hatte nach dem 2 Stunden Spaziergang Bärenhunger und war ungeduldig. Ein sehr alter Freund und Kollege hat sich nach Ewigkeiten wieder gemeldet, ich freue mich, ich vermisse die guten Zeiten, die wir hatten. Vielleicht doch kein Zufall, dass ich mit solchen Bibelzitaten im Kopf erwacht bin, denn heute wollte ich meinen ersten Stiefvater anrufen, keine Ahnung, ob ich so weit bin, denn er ist ein schlimmer Sünder und ich bin nicht Jesus. Lassen wir es erstmal sacken, dabei Kaffee trinken im Kerzenschein. Berlin in 2021, Nadine in 2021, das hatte ich mir anders vorgestellt. Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Leben ist oft eher die Hölle. Überlegt Ende Dezember zu einem Weihnachtskonzert meiner Kirche zu gehen, ich war schon ewig nicht da, seit Berlin eigentlich gar nicht mehr. Die spontane Idee über Weihnachten vielleicht doch noch zu verschwinden ist vorerst gescheitert, keiner will/kann mitkommen und Weihnachten allein auf einer spanischen Insel, ist dann vielleicht doch nicht so förderlich und unterhaltsam. Vielleicht nächstes Jahr, die Insel läuft mir absehbar nicht davon.

Denke ich an Stiefvater eins, habe ich Bauchschmerzen, fast so schlimm wie beim Tod der Mutter. Keine Ahnung warum sich bei mir seelische Schmerzen auch immer körperlich äußern. Dass das es nur am Essen liegt, glaube ich nicht. Auch mit dem Mann gesprochen gestern, er wollte sich mit unserem Trauzeugen treffen, mit dem es Streit gibt. Ich hoffe, diese Freundschaft ist noch zu retten. Die Menschheit, ein egoistischer Sünderhaufen? Ein Leben, das einem zum Sünder macht? Unschuldig geboren und vom Leben versaut? Ich finde es ist ein Unterschied, ob Sünden eine freie Entscheidung sind, oder durch das Leben erzwungen wurden. Ein Opfer trägt für mich eine andere Schuld, als ein Täter, der selber kein Opfer war. Aber woher weiß man das? Also welcher Täter auch Opfer war? Schwierig zu beurteilen, ohne nicht jede Geschichte zu kennen. Doch wer kennt schon alle Geschichten? Wer hat die Geduld und Zeit sich das alles genau anzuhören? Handeln und urteilen wir nicht alle viel zu schnell? Denke da an meine zwei Hauptdiskrimierungspunkte: Menschen, die mich verurteilen, weil ich dick bin und Menschen, die mir allein die Schuld für meine seelische Erkrankung geben. Die kennen mein Leben nicht, die haben keine Ahnung wodurch ich gehen musste und was mir angetan wurde.

Denke da an meine Hausärztin und an einen Jobcenter-Mitarbeiter, die beide meinten, sie könnten über mich urteilen, ohne mich zu kennen. Das ist dann Hochmut? Und Faulheit, weil sich keine Geschichte angehört wurde? Es gibt so viele traurige Geschichten auf der Welt, nicht nur meine, so viele verletzte Seelen. Ist eine Sünde eine Sünde, wenn sie nicht vorsätzlich verübt wurde? Ich finde da gibt es schon einen Unterschied zwischen vorsätzlich und nicht vorsätzlich.

Denke dabei an einen meiner Vergewaltiger, er kam aus einem Kriegsgebiet und war nach Deutschland geflohen, die Gewalt, die er erlebt hat, möchte ich nicht kennen und durfte sie doch kennenlernen. Er saß lange im Knast in Berlin, nicht meinetwegen, ein Opfer von frühkindlicher Gewalterfahrung? Der böse kriminelle Ausländer? Ich wünschte, ich hätte ihn nie getroffen. Er hat mein Leben ein Stück zerstört, so wie sein Leben zerstört wurde? Keine Ahnung warum ich solche Freunde haben musste, aber die Hip-Hop-Bewegung der 90er in Berlin war eine Sammlung solcher Menschen. Schlager zu hören wäre wohl besser für mich gewesen. Doch ich wollte cool sein und habe mir damit das Trauma meines Lebens abgeholt!? Sicher der Grund warum ich mich vom Hip-Hop abgewendet habe und eigentlich auch alle Kontakte von früher meide. Dabei waren das verdammt viele Kontakte. Es ist ein Spießrutenlauf, vor all diesen Leuten in Berlin wegzulaufen oder man bleibt gleich zu Hause, was ich dann gewählt habe. Wilde, traumatisierte und kriminelle Kinder und ich mit meiner Jesus-Erziehung mittendrin, das konnte doch nur schiefgehen. Die Wut darüber hat mich bis heute nicht losgelassen, aber ich hoffe ich komme irgendwann an den Punkt wo ich sagen kann: Ich bereue nichts!

Schlechte Nacht, Lösung und das Nötigste

Guten Morgen, nicht so tolle Nacht, zu oft wach und zu wenig geschlafen. Aber dafür hatte ich gestern Nachmittag noch fast 3 Stunden geschlafen. Alles zu aufregend gerade, besonders mit Arbeit, die Beziehung ruht gerade. Die Sonne scheint und er schreibt zum Morgen, Frühschicht bei ihm und nicht senile Bettflucht wie bei mir. Gegessen gestern Blumenkohl Teil 2, dieses Mal klein gemacht und in der Pfanne angebraten mit Schinkenwürfeln und Frühlingszwiebeln und dazu Pelmeni und Schmand. Wieder keine Lust gehabt einkaufen zu gehen, also gibt es das was sich in Kühlschrank und Tiefkühler findet. Blutdruck und Puls ok, keine Auffälligkeiten, aktuell gehen die Werte nur hoch bei der Kollegin oder wenn ich mich über den Mann aufrege. Heute Päckchen Tag, mal sehen was wie ankommt. Ist irgendwie auch befreiend und entspannend keine Männer mit Essen zu versorgen, kein jagen nach Nahrung oder Rezepten, kein angestrengtes Kochen, hier gibt es gerade einfach nur was ich vorfinde und schnell zubereiten kann. So richtig in einem guten Verhältnis stand, das für die Männer kochen eh nie, denn die Männer futterten einfach, ohne Anerkennung von dem ganzen Stress den ich damit hatte. Undank ist der Welten Lohn. Ich hoffe es gibt bald eine Lösung auf Arbeit, falls es keine gibt, muss wohl die Veränderung her. Anträge müssen für meine Kunden geschrieben werden, es gibt spaßigere Dinge, aber heute sollte ich endlich Ruhe dafür haben. Ein ungutes Gefühl, wenn man ständig etwas schuldet, aber zeitlich nicht hinterherkommt. Sehnsucht, Sehnsucht gerade nur nach Ruhe, ich glaube ich habe jetzt schon fast 2 Wochen nicht mehr richtig geputzt, immer nur das Nötigste und seitdem ich hier allein bin ist deutlich weniger nötig. Eine Fliege kreist unter der Lampe, ich verstehe die Fliegen nicht, was bringt kreisen unter der Lampe? Der Kaffee schmeckt und Ruhe im Haus, ich habe den Eindruck seit Corona ist es im Osten ruhiger als im Westen, sind die Ostler folgsamer? Haare färben müsste ich auch, der Stress lässt mich ergrauen, leider gibt es dafür keine Heilung, einmal grau immer grau. Ab heute bin ich neben Beraterin auch Lehrerin, leider habe ich wegen der Hauptarbeit keine Zeit meine möglichen Schüler kennenzulernen. Das wird jetzt eine Überraschung für beide Seiten. Hip-Hop Freunde laden morgen zum Grillen, aber mir ist nicht nach einem Wiedersehen nach 20-30 Jahren, zu viele Traumata aus dieser Zeit, ich bin gerade nicht die Frau die von einer geilen Zeit spricht, die wir hatten. Es war frei und wild, aber geil? Vielleicht für die Kerle damals, aber die Frauen wurden unterdrückt. Ein Song aus dieser Zeit dazu:

Chatten, keine Beschwerden, Anarchie der 90er

Guten Morgen, bin noch am Kaffee kochen und erwachen, gestern wieder stundenlang mit dem alten Freund gechattet. Ich fühle mich zwischendurch als wäre ich wieder 16, würde Schule schwänzen und am Bahnhof Friedrichstraße stehen. Gestern nicht das Haus verlassen, aber wieder mit sogar 5 Leuten gechattet. Einkaufen müsste ich heute und zur Post, dann ist aber auch mal gut. Er kommt dann später vorbei und bevorzugt Putenrollbraten vor Asia-Gericht aus der Kochbox. Auch er findet die Menü und besonders Fleischmengen zu gering. Gestern vegetarisch gegessen, habe festgestellt, dass ich nicht nur der Welt, sondern auch mir und meiner Verdauung einen Gefallen tun, ab und zu vegetarisch zu essen. Gestern endlich die Bude geputzt, Wäsche gemacht, Spülmaschine laufen lassen, Vogelkäfige gereinigt, Bett und Sofa frisch bezogen, gestaubsaugt und gewischt. Heute nur Müll wegbringen und Pfandflaschen wegbringen, wenn ich einkaufen gehe. Heute früh keine körperlichen Beschwerden, alles gut so weit. Ruhig ist es hier und ich bin für einen freien Tag zu früh wach. Ach die guten alten Zeiten in den 90ern, aber ich erinnere mich auch an die Brutalität. Das war Anarchie, die wir lebten, mit allen Vor- und Nachteilen. Heute im kommerziellen und gut überwachten Berlin, wäre das alles nicht mehr möglich. Berlin war damals ein rechtsleerer Abenteuerspielplatz für meine Generation. Aber zurück zur Gegenwart, ich muss noch Unterlagen für die Ausländerbehörde zusammenstellen, als treusorgende Ehefrau, ich hoffe das geht alles glatt morgen. Der Kaffee schmeckt und ich hätte gern frische Brötchen, aber hungrig vor dem Frühstück einkaufen gehen ist eine schlechte Idee, da komme ich nur mit unnötigen Süßkram nach Hause. Ich schlafe mit dem neuen großen Seitenschläferkissen viel tiefer, das ist positiv zu berichten, ich scheine mich wohler zu fühlen. Die Tage einen Ratgeber für Frauen gesehen, was sie gegenüber einem Mann per SMS oder WhatsApp nicht machen sollte, ich habe alles falsch gemacht, aber sollte frau wirklich immer taktieren und schauspielern? Ich denke eigentlich nicht. Alte Musik aus der Hip-Hop-Zeiten macht die Erinnerung noch lebendiger, überleben, ja das was unser Motto:

Schichtsystem, Kleider, Diskriminierung und Vergangenheit

Guten Morgen, alles gut soweit. Ich sehe sogar etwas Sonne bei 22 Grad. Genug geschlafen und ohne Wecker erwacht. Leider nichts zum frühstücken hier, einkaufen wollte ich gestern Abend nicht mehr. Mein Date hat jetzt Frühschicht, noch blöder, wenn ich Spätschicht habe, da gibt es kaum Zeiten, wo wir reden können, geschweige denn sehen. Gestern Kleider bekommen, jetzt muss nur der Sommer zurückkommen. Der Workshop gestern ging über Diskriminierung, komischerweise fühlte ich mich von den Moderatorinnen diskriminiert. Irgendwas ist da schiefgelaufen. Heute 2 Beratungen, ich fühle mich damit schon wieder stabiler, irgendwie hatte mich das Arbeitsdrama sehr verunsichert. Ich hoffe, das ist jetzt wieder vorbei und ich bin wieder in alter, stabiler Form. War mir vorher gar nicht bewusst, dass ich in mir ruhen muss, um (gute) Beratungen zu machen. Ist aber so. Ich freue mich darauf, diese Woche den Vater zu sehen, mir fehlen unsere Gespräche und unser kuscheliger Hund. Die Sache mit den Workshops beim Senat lief anscheinend nicht nur bei mir suboptimal, eigentlich habe ich darauf keinen Bock mehr, aber uneigentlich muss ich weiter mit einer Einladung rechnen. Keine Ahnung, ob ich mich mit meiner Hip-Hop Vergangenheit beschäftigen möchte, es war eine aufregende Zeit in den 90ern, aber heute ist das alles soweit weg. Schon Monate aufgehört Umfragen zu machen, ich habe keine Zeit mehr für sowas und verdiene in meinen Job einfach deutlich mehr Geld. Vielleicht sollte ich mich von den ganzen Portalen abmelden. Immerhin Kaffee und Kippen habe ich, auf in den Tag.