Verschwitzt, Lebensmittelboxen, kein Alptraum, Todestag und Klima

Guten Morgen, immer noch zu heiß, um ordentlich zu schlafen. Verschwitzt erwacht und alle Fenster auf. Gestern ging es mir gar nicht gut, fast nicht im Büro gewesen und dann doch, aber nur ein paar Stunden. Polizei-Sirenen sind zu hören, die Stadt schläft nicht, es herrscht eh Ausnahmezustand, die schlaflosen Nächte machen es sicher, nicht nur für mich, nicht besser. Gesegnet gerade alle mit Erdgeschosswohnung, während die im Dachgeschoss schmoren. Regen, ich wünsche mir Regen! Beschlossen keine einzelnen Lebensmittel zu bestellen, aber dafür wieder Lebensmittelboxen, die wurden preislich nicht erhöht. Also gestern gekühlte Boxen bei Brandnooz und Degusta bestellt. Ist zwar ne Überraschung was man bekommt, aber bei 1-2 Euro pro Artikel inklusive Versand, kann man eigentlich nichts falsch machen. Aktuell gar nicht mehr geheime Rockträgerin, jetzt noch eine klebrige Hose an den Beinen, es gibt besseres, um sein Wohlbefinden zu reduzieren. Die Sonne ist zum Glück noch nicht zu sehen, es ist grau da draußen und ich versuche für den Moment so zu tun, als wäre nichts passiert in meinen Erinnerungsvermögen. Alles nur ein Alptraum? Leider nicht, aber tun wir mal so.

Heute Pizza mit dem Vater, ich hoffe, er kommt nicht wieder so spät, ich hasse es zu warten, aber wer liebt das schon? Leute warten lassen ist immer wie deren Zeit klauen und das ist mehr als unhöflich. Gestern war der Geburtstag meiner leiblichen Mutter, heute ist ihr vierter Todestag, es ist immer noch seltsam, dass sie nicht mehr da ist. Aber ich weine nicht mehr ihretwegen, aktuell weine ich mehr meinetwegen. Sie hätte mich beschützen sollen, sie hätte weiterleben müssen. Heute wieder Büro mit zwei Terminen und netter Kollegin, hoffentlich wird es im Bus nicht wieder wie ein Grillhähnchen. Deo derzeit eine nur kurz wirksame Methode, von wegen 24 Stunden oder länger, die Angabe Stunden kann derzeit durch Minuten ersetzt werden. Gestresst vom Stress, den der Mann veranstaltet, das ist gerade wenig hilfreich von dieser Seite auch noch beschossen zu werden. Langsam, alles langsam gerade, wie Kaugummi, das sich in der Hitze dehnt.

Auch wenn wir Krieg und Wirtschaftskrise haben, unser echtes Problem ist der Klimawandel. Auf den ganzen Frust einen Apfelkuchen gebacken, denn die Äpfel, die ich gekauft hatte, waren nicht der Hit. Versuchen wir es mit alter Musik zum morgen und beten wir für den Regen:

Nacht, Telefonat, Überleben, Erinnerung und Antworten

Ein Gruß aus der Nacht, immerhin fünf Stunden am Stück geschlafen und ich werde mich später wieder hinlegen. Seltsame Zeit, so im Tränental. Lange mit einer Freundin telefoniert gestern und dabei tatsächlich was im Haushalt gemacht. Ohne Telefonat, wäre jetzt die Spülmaschine unangetastet und das Bett nicht frisch bezogen. Gar nichts gemacht dieses Wochenende, außer denken und heulen. Immer noch zu heiß hier, auch mitten in der Nacht. Aber gerade alle Fenster auf, um vielleicht doch kühlende Luft zu erhalten. Heute Spätschicht, passt aber ganz gut, seelisch erkrankte Leute sind selten Frühaufsteher, meistens eher das Gegenteil. Vielleicht, weil sie die Ruhe der Nacht schätzen. Tagsüber ist es einfach viel zu laut in der Stadt und selbst wenn man auf dem Dorf wohnt, tagsüber wollen immer Mitmenschen was. Nachts ist endlich reizarme Ruhe.

Gestern Fernsehen geschaut und Wraps und Pide mit Gemüsefüllung gemacht, so richtige warm kochen und essen, gerade nicht so das Thema. Der Kaffee schmeckt und die Nacht schweigt, während eine Kerze brennt und der Ventilator versucht, die warme Luft zu bewegen. Draußen angeblich nur 21 Grad, die hätte ich auch gern in der Wohnung. Müll rausgebracht, der stank gewaltig, sonst aber nicht das Haus verlassen. Heute aber zum Supermarkt, am besten gleich um acht, um mich hier mit den anderen, um die Angebote der Woche zu schlagen. Die Leute sind aggressiv drauf, wahrscheinlich der nicht nur gefühlte Überlebenskampf, bei starken Preissteigerungen. Zum Glück brauche ich kein Gas, aber Strom und Essen, brauche auch ich. Die ganzen Leute mit Gasetagenheizung in Berlin, haben aber gerade echt ein Problem und dabei ist noch nicht mal Heizzeit. Endlich meine Füße von Hornhaut befreit, zwischenzeitlich war es mir egal und dann wiederum hatte ich vergessen wie man den Hobel verwendet, jetzt sind die Füße endlich Sandalen tauglich.

Erinnerungen und Veränderung, früher bleibt früher und ich suche immer noch nach Antworten, aber die Antworten sind alle in mir und in der Nacht vielleicht auch im Wind:

Ganz gut, Hitze, böse Männer, Döner und Bodyguard

Guten Morgen, ne eher ein Gruß aus der Nacht. Der Tag gestern war ganz gut, ein bisschen gearbeitet, ein bisschen Therapie und mehr geschlafen. Die Tage an das Zitat: „Wussten Sie, dass Lächeln Unsicherheit und Lachen Angst bedeutet?“ denken müssen. Denke ich daran, hat das Lächeln meiner Mitmenschen eine andere Bedeutung. Immer noch zu heiß, um richtig schlafen zu können oder körperlich aktiv zu sein. Allein die Demontage des alten Bad-Regals gestern hat Schweißausbrüche ausgelöst. Regen, alles erlösender Regen, wäre so gut. Ich sortiere immer noch nach dem Prinzip: „Who is he/she and what is he/she for you?!“ und komme damit zu neuen Erkenntnissen.

Aufgrund neuer Erkenntnisse sind gerade Griechenland und Türkei aus meiner Favoritenliste gestrichen. Die können ihr Essen, ihre Getränke und vor allem Menschen, aus meinem Leben raushalten. Beide Seiten verdammt scheiße und ja auch Spanien und Italien kommen ebenfalls nicht gut weg. Wäre Deutschland nicht meine Heimat, wäre auch Deutschland erst mal gestrichen. Überall böse Männer Menschen. Besonders Döner hat jetzt eine ganz andere Bedeutung, ich kannte Döner schon vor Berlin, hatte es nur vergessen, weil es so schrecklich war. Von Kultsnack zu Würgsnack gerade. Im Vergleich dazu kommen die Araber und Afrikaner ganz gut weg. Auch hatte ich nie schlechte Erfahrungen mit Asiaten.

Eines ist aber sicher, ein persönlicher Bodyguard wäre gut für mich gewesen. Vielleicht hätte ich dann weniger Gewalt erlebt, vielleicht hätte ich dann nicht so viele Jahrzehnte verloren. Beschützt hat mich aber keiner, im Gegenteil, ich dachte jahrelang ich müsste die halbe Welt beschützen und bin dabei mehrfach fast abgekratzt. Der Kaffee schmeckt, die Fenster aufgerissen, gerade nur 14 Grad draußen, das hätte ich gern als Raumtemperatur in der Wohnung. Mal sehen, was ich heute anstelle, neben Schlafen, muss das neue Bad-Regal noch aufgestellt und eingeräumt werden. Die Jukebox in meinem Kopf läuft derzeit auf Hochtouren, ständig spuckt sie Musikstücke aus, alte Kamellen, wie diese:

Neues Bad, Hitze, Kopfkino und Frankensteins Affe

Guten Morgen, endlich keine Handwerker im Anflug, niemand erwartet, dass ich in zwei Stunden gewaschen und angezogen bin. Das neu gemachte Bad ist aber wunderbar, sieht wirklich neu aus. Die Pizza mit dem Vater war ganz gut, der Mann schläft gerade noch. Viel gelacht mit ihm, das tat gut. Die Hitze war aber gestern irgendwann unerträglich, geschwitzt und Kreislauf, trotz Kleid und Ventilator. Früher liebte ich Sonne und auch Hitze, heute komme ich mir bei Sonnenschein vor wie eine Katze, die das Wasser meidet. Immerhin gestern etwas beraten und E-Mails geschrieben, ansonsten war ich aber scheiße müde und erschöpft. Meine Ventilatoren haben gerade Dauerschicht, das hilft etwas und trinken, trinken, trinken. Aber immerhin die Wäsche trocknet auf dem Balkon im Stundentakt.

Ich brauche gerade Pause von meinem Kopfkino, das gelingt am besten durch andere Menschen, die mir was anderes erzählen, mich ablenken und damit herausholen aus der Kopfisolation. Habe neue Schuhe erhalten, eigentlich alte Schuhe, denn hohe Nike Air Force 1 hatte ich schon in den Achtzigern, wegen meiner seltsamen Füße und schwachen Gelenken. Eigentlich bin ich körperlich ganz gut gelungen, aber die Hände und Füße sind irgendwie nicht der Hit bei mir. Als hätte der Ingenieur Dr. Frankenstein da keinen Bock mehr gehabt bei der Herstellung. Regen wäre wunderbar, aber ich glaube, das können wir vergessen, aber jetzt alle Fenster aufreißen und Ventilator an, ist ein Versuch, die Raumtemperatur runterzukriegen. Heute warten drei Termine auf mich, ich glaube, das reicht mir aber dann auch.

Neues Badregal bestellt, denn das alte ist ein Opfer vom Stehpinkeln. Mein Ansatz: „Pinkel doch wie du willst, aber mache danach sauber“, funktioniert leider nicht. Keiner macht sauber, außer ich dann irgendwann, die gar nicht stehend gepinkelt hat. Der Kaffee schmeckt, eine Kerze brennt, der Stadt-Affe Nadine würde gern wieder tanzen, aber aktuell aber besser nur im kühlen Keller:

Vergessen, Halloumi, Geld, Einsamkeit und Himmelblau

Ein Gruß aus der Nacht! War dann gestern doch alles anders als geplant. Mein Therapeut, hat meinen Therapietermin vergessen, soll ja auch mal vorkommen. Burger mit Halloumi gemacht, gegrillter Käse ist ein guter Fleischersatz für mich. Auch wenn ich aktuell nichts mehr von Griechenland wissen will, aber dafür kann der Käse ja nichts. Erinnerungen an Urlaube in den Achtzigern, ja auch diese mussten korrigiert/ergänzt werden. Komme mir wie ein Abtropfsieb vor, dass endlich wieder versucht eine Schale zu sein. Heute ein zeitlicher Konflikt zwischen Kochboxlieferung und Freundin, muss zu Hause sein, um die gekühlten Lebensmittel entgegenzunehmen, muss aber auch bei ihr sein, um Schlüssel entgegenzunehmen, für die Mission Blumen gießen während ihrer Kur.

Auf den Mann gerade gar keinen Bock mehr, wenn es mir schlecht geht, ist es aus meiner Sicht sein „Job“ für mich da zu sein, ist er aber nicht. Arbeit, Fortbildung, Fitnessstudio, alles wichtiger als die Ehefrau. Ich war immer für ihn da, egal was sonst in meinem Leben los war, Zeit kann man sich auch nehmen/stehlen. Es ist eine Sache der Prioritäten. Ich finde generell, Zeit ist zwischenmenschlich die wichtigste Devise, zusätzliche Aufmerksamkeit, die Königsdisziplin. Das habe ich von einer einsamen Kindheit gelernt, nichts ist wichtiger als Zeit und Aufmerksamkeit. Geld verdienen, eine schöne Sache, aber nicht, wenn die Liebsten dabei auf der Spur bleiben. Mit Geld kann man keine neue Zeit kaufen, mit Geld kann man keine neuen Liebsten kaufen. Wer sein Leben also nur nach Karriere und Geld ausrichtet, der ist irgendwann ziemlich allein damit. Geld umarmt einen nicht, Geld lacht nicht mit einem, Geld ist nicht so gut zum Kuscheln und zuhören tut es auch nicht. Ebenfalls ist es nicht möglich, mit Geld verlorene Zeit zurückzukaufen. Alle versuchen Gewinner im Kapitalismus zu sein und verstehen nicht, dass sie damit soziale Verlierer werden.

Heute vielleicht, dass hier gekocht, sollte der Mann auftauchen, für ihn, mit Fleischbeilage. Ich vermisse Fleisch immer weniger, den aktuell gibt es nur qualitativ schlechtes Fleisch, zu hohen Preisen für mich, da verzichte ich lieber. Dann lieber nur ein- zweimal die Woche Fleisch zelebrieren, als jeden Tag dieses Hundefutter in mich reinstopfen, weil es ja Fleisch sein muss. Zurück zum Sonntagsbraten und den Rest der Woche halt andere Sachen. Vorgenommen diese Woche noch zu streichen, also eine Wand, aber mal sehen, ob mein Schweinehund da mitspielt. Gestern zu heiß gewesen mit über 30 Grad, da ging gar nichts, denn in der Sonne hatte ich bereits Kreislauf und zu wenig zu trinken bei mir. Die Bude ist davon noch aufgewärmt, draußen 18 Grad, hier drin trotz lüften 25 Grad. Der Tag kriecht in die Stadt und aus Grau wird gerade blau am Himmel, versuchen wir es mit Optimismus von den Ärzten zum Morgen:

Hitze, Medis, Essen und ein Licht in der Nacht

Guten Morgen, endlich mal eine gute Nacht, nach einem beschissenen Tag gestern. Nichts geklappt von dem, was ich vorhatte, geweint, Mann beschimpft. Kurzum, nicht mein Tag. Immerhin gerade keine Bauchschmerzen, das ist doch mal was, so beginnt man den Tag gerne. Zu heiß gewesen gestern, in der Sonne über 40 Grad, da kamen mir die 28 Grad in der Wohnung plötzlich sehr angenehm und erholsam vor, konnte sogar schlafen. Vor ein paar Wochen waren 28 Grad in der Bude noch scheinbar die Hölle, wie schnell sich die Ansichten/Empfindungen ändern. Heute noch Blutdrucksenker besorgen, dass muss jetzt aber klappen, auch wenn ich die Theorie verfolge, dass wenn ich Kaffee, Kippen und vor allem das Neuroleptika weglasse, ich wahrscheinlich keinen Blutdrucksenker mehr brauche. Erst seit der Umstellung von Amisulprid zu Abilfy, sind meine Blutdruckwerte gefährlich gestiegen. Vorher war immer alles sehr niedrig und unauffällig. Abilify wirkt bei mir halt wie bei anderen Leuten Speed oder Koks oder eine andere alles hochtreibende Droge. Therapie hilft dabei sicher auch, denn wie die Blutdruckuntersuchung ergeben hat, sind die Werte ok, solange ich nicht in Angst oder Panik weile.

Immerhin bei Lidl gewesen, aber das habe ich danach an der Bushaltestelle in der Sonne schnell bereut. Dafür war es vorher in der Kühlabteilung wunderbar, extra ein paar Runden mehr gedreht. Gekocht nix und geweint wegen des Essens damals mit Mama. Ja ich darf frisches Essen essen, ich darf sogar Obst essen, das ist jetzt alles meins und niemand vom Jugendamt kommt, um meine Küche oder meinen Kühlschrank zu kontrollieren, um mich dann vielleicht in ein Heim zu stecken. Keine Ausstellungsstücke mehr, keine Gefahr mehr. Was in der Küche ist, darf gegessen werden, jetzt, nicht erst, wenn es schon Müll ist und Müll gehört in die Tonne und nicht in meinen Magen. Schwierig das zu begreifen für mich, ich denke, ich trage da nicht nur mein eigenes Trauma, sondern auch das Trauma von Mutti, Oma und Großoma mit, da gab es auch oft nichts zu essen, aus anderen Gründen. Was war ich für ein hungriges Kind auf vielen Ebenen und damit leicht zu manipulieren für Außenstehende. Nächste Woche wieder Kochbox ist einfacher und mit Gutschein auch günstiger.

Telefoniert, aber nicht viel, etwas Haushalt gemacht, immer noch nicht den Boden gewischt, aber immerhin gestaubsaugt. Bei Licht geschlafen, das hilft etwas, durfte ich als Kind nicht, obwohl ich mich immer sehr gegruselt habe, besonders als Kleinkind allein zu Hause in der Nacht, war das schrecklich. Wie oft bin ich damals nachts wach geworden, war allein und fühlte mich ausgeliefert und verloren. Doch jetzt bin ich erwachsen und kann, wenn ich mag ein Licht anmachen, das ist meine fucking Stromrechnung, meine Regeln und so eine brennende LED-Birne in der Nacht wird schon nicht die Welt kosten. Mir ist es eine friedliche Nacht ohne Angst wert. Der Kaffee schmeckt, auch wenn er das nicht sollte, aber eine Tasse Kaffee am Tag muss ja wohl erlaubt sein. Ich trinke sehr leichten Kaffee mit viel Milch. Ich bin wertvoll, egal was wer in meinem Leben gesagt oder nicht getan hat!:

Fenster zu, allein, kein Paradies, Feuer und Überlebende

Guten Morgen, gut geschwitzt, weil Fenster zu. Aktuell aber ein unwohles Gefühl nachts bei offenem Fenster zu schlafen, warum auch immer. Wahrscheinlich lauert da wieder eine Erinnerung, die aber als nicht mehr Erdgeschossbewohnerin irgendwie keinen Sinn macht, denn wer nimmt sich schon eine Leiter, um nachts bei mir einzubrechen? Auch steht hier kein Baugerüst vor dem Fenster, nein besser nicht zu viel drüber nachdenken. Gestern immerhin Lebensmittel einkaufen gewesen, fast nichts gekauft, 40 Euro. Heute zum Arzt, wenn es nicht wieder abgesagt wird, von wem auch immer. Viel geweint gestern, ich verstehe ja, wenn man sich meine Geschichten nicht anhören will, aber nicht, wenn man dann weiteren Ballast auf mich ablädt. Ich kämpfe gerade jeden Tag um eine passable Tagesform, brauche all meine Kraft dazu, da brauche ich wirklich nicht die Probleme von Leuten, die gleichzeitig nicht für mich da sind. Aber gut, gerade geht es vielen schlecht, die wenigstens wollen jetzt noch ein fremdes Problem, ich aber auch nicht mehr. Da lebt man in einer Stadt mit Millionen Menschen und doch ist jeder allein mit seinen Problemen. Da stimmt doch irgendwas nicht.

Fenster aufgerissen, die Straße rauscht noch leise, die Kippe ist eklig, der Kaffee ok. Abends wieder sehr niedrige Blutdruckwerte, dann doch lieber eine Cola darauf. Nicht gekocht, es sei denn Spiegelei braten und Suppe in der Mikrowelle aufwärmen gilt als kochen. Gestern die Füße auf dem Balkon verbrannt, heute wird es noch heißer. Je mehr ich mich erinnere, umso weniger denke ich, dass es ein Paradies in der Vergangenheit gab, es sei denn das Paradies in meinem Kopf, dass ja irgendwann noch nicht zerstört gewesen sein muss. Mein Ort im Kopf, wo ein Paradies sein müsste, ist eher ein abgebrannter Abenteuerspielplatz. Ich habe das Feuer nicht gestartet, das waren meine nicht so lieben Mitmenschen. Spatzen werden von Krähen zum Schweigen gebracht, LKWs rasen vorbei. Vertrauen, wohl nur als Selbstvertrauen angebracht, obwohl mein Selbstvertrauen der frühen Jahre in Berlin war wohl Teil des Problems, damals dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn ich sei unsterblich. Da waren aber viele anderer Meinung, besonders Kerle, die meinten, sie müssten mir zeigen, wo der Hammer, das Hämmerchen, hängt.

Ich bin trotzdem noch da und ich bin wieder aufgestanden, nachdem man mich in den Dreck geworfen hat, nachdem man(n) versucht hat mich zu zerstören. Mal sehen was jetzt kommt, die Überlebende ist jetzt schlauer:

Spät, Hausfrau, Klinik, Essen und Kontrolle

Guten Morgen, wieder spät ins Bett und früh wach. Es wird halt erst spät in der Nacht kühl genug, sodass ich einschlafen kann. Aktuell bin ich wohl die Hausfrau des Monats, Tiefkühlsachen neu verpackt und organisiert, Küchenschränke aufgeräumt, Vorräte neu sortiert, Nüsse in Gläser einsortiert, Joghurt selbst gemacht, Brot gebacken und Erbsensuppe gekocht. Nebenbei viel telefoniert, aber nur zum Müll herausbringen draußen gewesen. Heute kommen Lebensmittellieferungen, für mich, aber auch für den Mann. Alles zu teuer, aber ich ahne das wird so bleiben oder noch schlimmer, je nachdem was Putin vorhat. Abgesehen von einer besser sortierten Küche gibt es noch eine weitere gute Nachricht, ich darf morgen in einer Klinik vorsprechen und hoffe dort Unterstützung zu erhalten, mein Psychiater ist nämlich weiterhin im Urlaub. Psychiatrische Versorgung, die nur auf der Aufopferung der Angestellten beruht, funktioniert halt nur eine Weile, irgendwann sind alle urlaubsreif und/oder krank. In meinem Umfeld sind viele krank, ich bin also nicht allein, aber tröstlich ist das trotzdem nicht.

Die Sonne dreht heute anscheinend wieder auf, schon jetzt 27 Grad in der Bude, aktuell ist es nur nachts angenehm, wenn alle Fenster geöffnet sind und ein leichter Wind weht. Die Stadt dreht derzeit Scheibe, zu viele sind verzweifelt und/oder drehen durch. Ich hörte von vielen Freunden, die sonst teuer essen, dass sie dann halt auf die Discounter wechseln, um das Ausgabenlevel nicht zu sehr zu erhöhen, aber was machen die Leute, die vorher schon beim Discounter gekauft haben? Für die gibt es keine günstigere Alternative. Was machen die ganzen Ukrainer in der Stadt, wenn Essen nicht mehr erschwinglich ist? Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“, sagte Brecht, also kein Wunder, dass die Leute durchdrehen oder sogar kriminell werden. Kaum (bezahlbarer) Wohnraum, nichts zu futtern und eine unzureichende ärztliche Versorgung und da wundert sich irgendwer, dass die Leute schlecht darauf kommen? Ich sitze dann verdattert in der Wohnung und sortiere Konserven, irgendwas was ich kontrollieren kann, irgendwas was scheinbare Sicherheit gibt.

Beschissene Nacht, Kuchen, sensibel und Abschied

Guten Morgen, was für eine beschissene Nacht! Wie eine Weltmeisterin geschwitzt und ständig wach gewesen. Aber gut 30 Grad Schlaftemperatur ist ja auch alles andere als ideal. Heute früh besser, gerade nur 22 Grad, also alle Fenster aufgerissen und genossen. Er war gestern da, ohne Wäsche, und es war schön. Das afrikanische Essen war lecker, aber auf dem Balkon war es zu heiß, sogar für ihn. Schön gerade das Thermometer fallen zu sehen, ich bin ja für sonnige Tage, aber abends/nachts sollte es dann regnen und abkühlen. Heute Lieferung, aber ich werde auch zum Supermarkt gehen und hoffentlich keine Rentner erschrecken. Gestern Nacht noch einen einfachen Kuchen gebacken, denn Margarine und Eier mussten weg, werde ich einfrieren und später essen. Für den Moment schön einen Teilzeit-Mann zu haben, wir hatten gestern eine schöne Zeit und abends dann aber auch unsere Ruhe voneinander. Abends noch gechattet und minimal aufgeräumt, gerade zu heiß für Aktivität. Der Kaffee schmeckt und ich denke leider an Arbeit, eine unzufriedene Ratsuchende am Wochenende, soll vorkommen, kommt bei mir aber eigentlich selten vor. Allerdings war sie schon mal so unfreundlich und hat sich dann doch wieder gemeldet, vielleicht schlage ich einen Beraterwechsel vor. Die Sommer-Schuhe meiner Mutter sind Mist, sie bereiten mir Fußprobleme, ich sollte sie wohl einfach wegwerfen und nicht klammern und meine Füße ruinieren. Gestern neue Sandalen für mich bestellt, nach meinem Geschmack, wenn die da sind, können ihre billigen Birkenstock-Kopien von Lidl gehen. Er hat heute Frühschicht, ich einen freien Tag, ungewohnt für mich zwei freie Tage am Stück zu haben, seit dem Tod meiner Mutter gibt es sowas für mich nicht mehr oder nur selten. Ich brauche das aber eigentlich, auch mal 2 Tage allein sein, damit ich mich wieder auf Mitmenschen freue. Ich glaube in diesem Leben werde ich nicht mehr zum Gruppentier. Die Vögel sind ruhig, was für ein Segen und aktuell ist es wolkig, ebenfalls gut. Bin wieder sensibler, um nicht zu sagen, übersensibel. Ich sehe jedes Detail, rieche und schmecke scharf und fühle jede Schwingung. Willkommen alte Nadine, so war ich mal vor Neuroleptika und scheine es wieder zu werden. Ist nur verdammt anstrengend so zu sein. Aber Pillen um vor der eigenen Hypersensibilität wegzulaufen? Keine Lösung für mich. Ich mag keine Pillen nehmen, um massenkompatibler zu sein. Vielleicht zurück ins Bett jetzt wo es etwas kühler ist, Hunger gerade keinen, das Nichts an einen freien Tag zu ertragen ist gerade was Neues für mich, versuchen es zu genießen, ohne mich gleich nutzlos zu fühlen. Musikalisch stecke ich gerade mitten in den Achtzigern, so viele Erinnerungen an die Zeit mit meiner Mutter, Erinnerungen an das kleine Mädchen was ich mal war. Es ist Zeit Abschied zu nehmen:

Spät, niedrig, Suppe, Delta und Frühstück

Guten Morgen, viel zu lange wach gewesen, jetzt spät wach bei immer noch 30 Grad. Regen gab es nämlich keinen für Berlin, hoffen wir auf heute. Es ist mir zu heiß und ich schwitze, mein Körper scheint das aber gut zu finden, sehr niedriger Blutdruck, niedriger Herzschlag und die Muskelkrämpfe und damit Schmerzen sind fast verschwunden. Alles, was ich wohl brauchte, ist Wärme. Heute bewölkt und Unwetterwarnung, ich hoffe mit Regen. Gestern die Arbeit war anstrengend, vielleicht weil ich was falsch gemacht habe. Jetzt aber frei, zwei Tage für mich. Er wird heute vorbeikommen und wir wollen zusammen essen, ich vermute jedoch Wäsche wird es dazu auch geben. Für mich gestern wieder Gemüse Suppe mit Nudeln gekocht, warum auch immer Suppe erscheint mir gerade die richtige Ernährung. Gestern nicht eingekauft, die Luft beim Müll rausbringen, machte meinen Atem schwer, also keine Lust auf Draußen. Stattdessen vor dem Ventilator gesessen. Der Kaffee schmeckt und erstaunlicherweise gar keine Angstzustände mehr seit der Hitze, vielleicht ist es doch was Körperliches? Das, wenn Blutdruck und Puls hoch sind, ich in Panik gerade und nicht andersrum? Wäre es die Seele, könnte heißes Wetter diese Zustände nicht heilen. Die Corona-Zahlen in Berlin sind einstellig, müssen wir jetzt Angst vor Delta haben? Aktuell internationale Fußballspiele stattfinden zu lassen halte ich für eine ziemlich dämliche Entscheidung, aber Millionäre stehen über der Delta-Variante? Versucht das Fußballspiel gestern zu verschlafen, aber ging nicht, denn bei jedem Tor schrie der Nachbar sehr laut rum. Der Vogel stresst gewaltig, er scheint in Paarungsstimmung, aber niemand will sich mit ihm paaren. Getränke vom Balkon in Sicherheit gebracht, im Winter war das eine gute Idee, aber bei 34 Grad werden kohlensäurehaltige Getränke sicher nicht besser. Vielleicht heute noch etwas aufräumen, kochen werde ich nicht, ich habe entdeckt, dass man in meiner Gegend jetzt afrikanisches Essen bestellen kann, mal sehen wie er das dann findet. Dank der Hoffenden weiß ich jetzt, dass ich zu wenig trinke, das könnte auch ein Grund für diverse körperlichen Beschwerden sein. Versuche ich also mal mehr zu trinken und hoffe auf Besserung. Aufbackbrötchen warten und die Eier müssen weg, ich würde sagen, das Frühstück steht dann fest. Meine Gärtnerinnen Ambitionen in der Wohnung und auf dem Balkon bringen erste Früchte, ich habe eine Erdbeere und eine Tomate, ich glaube Gäste brauche ich für die Vernichtung dieser „zahlreichen“ Früchte nicht einzuladen. Beschallen wir den Morgen mit einer Hymne aus meiner Kindheit, damals habe ich wirklich so getanzt: