Werkzeugkasten, fette Jahre, Handwerkerin und Bender

Guten Morgen, wieder so eine seltsame Nacht, gestern heute doch tatsächlich nach Mitternacht meinen Werkzeugkasten aufgeräumt, da ich Dinge für den Mann suchte. Nachdem ich dann Spachtel, Verputzmasse, ein Verlängerungskabel, Türaufhängungen, den Cutter und die Bohraufsätze gefunden hatte, zur Belohnung einen Akku-Bohrschrauber für mich bestellt. Die Schlagbohrmaschine ist einfach zu groß und schwer, um damit auf einer Leiter an der Decke Lampen zu befestigen. Der Mann findet es seltsam, ohne Smartphone Empfang schlafen zu müssen, ich denke aber das überlebt man(n). Ich hörte davon, dass Menschen jahrhundertelang ohne ein Smartphone am Bett schlafen konnten. Also heute Abend den Handwerker gespielt für den Mann, ich hoffe, er freut sich, mein Start in die erste eigene Wohnung war härter als seiner und niemand hat mir geholfen. Das ist aber auch der Grund, warum ich handwerklich so einiges allein kann. Tapezieren, streichen, lackieren, Lampen montieren, Waschmaschinen anschließen, kein Problem für mich. Da dachte frau sie hätte von Mutter und Vater kaum was gelernt, aber das dann doch.

Gestern dann doch im Supermarkt um die Ecke gewesen und eingekauft, wow war das teuer, aber es sind viele Vorräte für mich und den Mann dabei, aktuell machen mir die schnellen Preissteigerungen etwas Angst, eine Angst, die sich mit lang haltenden Vorräten etwas beruhigen lässt. Die fetten Jahre scheinen vorbei zu sein, das beunruhigt, aber mein Körper findet das sicher langfristig gut. Mich allein zu lassen mit allen Essen der Welt, hat wohl eher den Effekt wie als Bender aus Futurama zum Mensch wurde. Schade das Futurama abgesetzt wurde, ich wäre für ein Revival. Der Kaffee schmeckt, die Kippe weniger und ich schaue in den grauen Tag. Auf der Arbeit die nächste Katastrophe, sprechen wir nicht darüber, aber aus meinem Traumjob wurde irgendwie ein Zustand mit unsicherer Zukunft. Vielleicht sollte ich das alles lassen und freiberuflich als Putzfrau und Handwerkerin arbeiten, die Verdienstchancen sollten gleich oder sogar besser sein. Denke, der Feierabend danach wäre dann sicher auch entspannter. Aber gut, heute Abend nach dem Homeoffice darf ich Handwerkerin und Putzfrau beim Mann spielen. Ehrlich gesagt, freue ich mich sogar darauf, es ist schön ein neues zu Hause zu bauen und mit den Händen zu arbeiten.

Diese Woche dann wohl ganz Homeoffice, da ich keine Kollegen vor Ort habe und außerdem jetzt sämtliche Bestellungen für den Mann hier landen. Zu wenig Schlaf, aber ich fühle mich ganz gut…

Gericht, Begegnungen, Badewanne, Altern, Lager, Vorräte und Leben

Guten Morgen, besser, als gestern, aber auch mehr geschlafen. Gestern war doch alles sehr aufregend und ich total müde. Das bei Gericht lief gut, nur dass noch Dokumente fehlen und ich eventuell schon wieder meinen Namen ändern werde. Also demnächst ein neuer Termin bei der Notarin unseres Vertrauens. Heute Homeoffice, aber ich fühle mich auch bereit, gestern ging nur Teamsitzung und E-Mails lesen. Außerdem kam eine Freundin der Mutter vorbei und hat eine Pflanze abgeholt. Lustig war auch, dass ich auf dem Weg zum Gericht den Mann traf und eine ehemalige Kundin der Mutter. Die Welt ist klein, besonders an der Möckernbrücke, wie es scheint. Diese Woche keine Pizza mit dem Vater, er ist zu beschäftigt und müde für eine Pizza und wir sehen uns ja am Freitag. Auch gut, so kann ich die eingefrorenen Pizzareste endlich essen. Gestern eine Schupfnudel-Pfanne mit Brokkoli und Möhren gemacht und sie anbrennen lassen. Ja, kochen braucht nicht nur Feingefühl, sondern auch volle Aufmerksamkeit, gestern dann weniger von beiden.

Der Kaffee schmeckt und etwas Sonne ist zu sehen, Bett oder Badewanne, die besten Plätze gerade. Die Kollegin bietet an große Pflanzen aufzunehmen, ich überlege noch, aber werde notfalls darauf zurückkommen, sie hat wirklich den Platz und die Sonne dazu, im Gegensatz zu mir. Den knappen Wohnraum mit riesigen Pflanzen teilen, für viele Berliner nicht denkbar. Still ist es im Haus, sogar die Vögel halten den Schnabel. Der Vater hat einen grauen Bart bekommen, das ist seltsam, ich habe den Eindruck seit dem Tod der Mutter ist er schneller gealtert, ich aber auch. Gutscheine für einen Lebensmittellieferanten bekommen und noch mal mein Glück in der Speiseöl-Lotterie versucht. Sollte es Öl geben, hat der Mann auch einen Vorrat. Ungewöhnlich viele neue Leute in die Bude gelassen, diese Woche gleich zwei, das passiert normalerweise deutlich seltener. Der Husten ist endlich weg und auch die Nase wird besser, wenn ich nicht zu viel Birke schnüffle. Im Kopf schon angefangen, die Wohnung des Mannes einzurichten, aber erstmal abwarten, ob er sie überhaupt will. Es gibt halt so einiges in unserem Lager-Fundus, was er erstmal kostenlos nutzen könnte. Neue Möbel kann man ja immer noch schrittweise anschaffen.

Gehalt ist da, wunderbar, wieder der Vorsatz, diesen Monat wird weniger ausgegeben. Der Kleiderschrank ist voll, der Badezimmerschrank ebenfalls und der Lebensmittelvorrat auch, das könnte diesen Monat klappen, selbst wenn ich alles mit dem Mann teile. Der Körper meldet wieder Verspannung, aber wie sagt man so schön: „Wenn du aufwachst und nichts tut weh, bist du tot.“ dazu der passende Song:

Ruhe, Einladung, Wochen-Budget, Jobs, Freiraum und Astrud

Guten Morgen, noch Ruhe im Haus, die Enkelkinder sind weg, sehr schön. Nix gegen Kinder, aber jeden Morgen gegen sechs geweckt werden als unbeteiligte ist halt nicht witzig. Gestern der Tag zerrissen, morgens beim Vater, nachmittags kurz zu Hause und abends dann Kabarett mit Jazzmusik. Durfte Bekanntschaft machen mit der samtigen Stimme von Frau Brüning, die auf Deutsch zu Jazz-Klassikern sang. Gegessen einen Salat mit Lachs und Reste vom Pie. Nachts dann aber Bauchschmerzen. Der Kaffee schmeckt, die Sonne ist zu sehen und ich bin noch nicht ganz wach. Der Mann will heute vorbeikommen, eine für heute nicht bestellte Rarität. Ein unanständiges Angebot auf Facebook erhalten, ein unbekannter Mann lädt auf ein „Spaß“ Wochenende ein, ich ahne schon, mit welchen Spaß das enden soll. Möchte jetzt nicht wissen wie viele Frauen, der mit diesem Angebot angeschrieben hat, ich nehme es trotzdem schweigend als Kompliment hin.

Heute Homeoffice, ich bin immer noch nicht angekommen in der Montag- bis Freitag-Woche. Essen wird jetzt erstmal nicht mehr gekauft, ich habe letzte Woche 120 Euro für Lebensmittel ausgegeben, das kann jetzt nicht mein neues Wochenbudget sein, jetzt wird gegessen was da ist. Die Müllabfuhr macht Krach, später Termine, aber nicht so viele, es gibt aber immer noch eine Warteliste zum Abtelefonieren. Ein eher unter Trauma einzuordnender Ex hat sich gemeldet, kommt mir vor wie Gruß aus einer anderen Galaxy. Das sind wohl verfrühte Frühlingsgefühle bei den Herren, auch ich kann den Frühling kaum erwarten, aber sicher nicht mit denen. Der Mann hat ein besseres Arbeitsangebot bekommen, will aber erstmal da bleiben, wo er ist. Ich habe mir den neuen Geschäftsführer meiner alten Firma angeschaut, er hat zurückgeklickt, aber bei dieser Firma werde ich mich ganz sicher nicht mehr bewerben. Umschauen muss ich mich aber, denn mein Vertrag läuft zum Jahresende aus, so ist das halt, wenn man mit limitierten Projektgeldern arbeitet. Vielleicht gibt es neues Geld im neuen Jahr, vielleicht auch nicht, egal wie gut die eigene Arbeit war.

Es wird Zeit, dass die Räumung der Elternwohnung endlich beendet ist, das belastet mich, das belastet den Vater noch viel mehr, ich glaube wir alle wollen mittlerweile nichts mehr mit ihren zahlreichen Sachen zu tun haben. Natürlich bleibt sie in meinen Herzen und Kopf, aber deswegen muss ja nicht meine ganze Wohnung mit ihrem Kram vollgestopft sein. Ich galt in der Familie eigentlich bisher als die, die am meisten Freiraum in der Wohnung hat. Ich kann sprichwörtlich nicht atmen und mich wohlfühlen, wenn alles so voll gestellt ist. Gestern auch eine deutsche Interpretation dieses Songs gehört und an Astrud Gilbertos Version gedacht und gleich gehört:

Müde, keine Masken mehr, Homeoffice, hellhörig und Trauma

Ein Gruß aus der Nacht, hoffentlich nur zwischen wach. Kaum geschlafen und gerade sehr verpeilt. Gegessen gestern Maultaschen in Gemüsebrühe, was so wegmusste. Homeoffice anstrengend, anstrengende Menschen am Telefon. Danach dann keinen Bock mehr auf Menschen. Es ist noch dunkel, die Straße rauscht und der Kaffee schmeckt. Gerade nicht so sicher, ob ich es zum Schwimmen schaffe, irgendwas ist immer, entweder kriege ich kein Ticket oder mein Schweinehund schreit und heult schon Stunden vorher. Dieses auf ein Zeitfenster festgelegt sein, ist auch nicht gerade förderlich. Seit gestern keine Masken mehr in Berlin, abgesehen vom öffentlichen Nahverkehr keine Maskenpflicht mehr. Ich denke, ich werde im Supermarkt weiter Maske tragen, aber keine FPP2, sondern nur eine medizinische. In einem Ballungsgebiet wie Berlin mit einer Inzidenz von aktuell 1000 und ungezählten ukrainischen Flüchtlingen in der Stadt auf Masken zu verzichten, halte ich aktuell nämlich für keine gute Idee.

Heute letzter Tag Homeoffice am Samstag, bin ich froh, wenn das endet, ein viel zu spät erfolgter Befreiungsschlag. Die laute Spanierin rennt wieder gefühlt schreiend durch den Hausflur, ja um 6 Uhr morgens am Samstag möchte ihr hier jeder bei ihren (besoffenen?) Telefonaten im Hausflur zuhören. Vielleicht sollte ich nachts auch mal vor ihrer Wohnungstür stehen und ein lautes deutsches Gespräch führen. Mal sehen, wie sie das findet. Im besten Fall ist ihr nämlich einfach nicht bewusst, wie hellhörig es hier ist. Die Bude sieht nicht so gut aus, ich sehe nicht so gut aus, abgekämpft, müde, verfressen, vernachlässigt. Zu viel die Woche gemacht, zu viel neuer Ballast durch Mutti.

Das Chaos in der Bude, das Chaos in meinem Kopf und Herzen. Morgen kein Vater, das ist diese Woche sehr passend, denn mein Wochenende besteht diese Woche nur aus einem Tag, den brauche ich dann aber auch für mich bzw. für die Haushaltsführung. Zugesagt bekommen eine Fortbildung machen zu dürfen, Thema Trauma, ich glaube, ich muss aufpassen, dass mich das nicht triggert, denn Traumaerfahrungen habe ich reichlich, aber genau deswegen interessiert es mich halt auch. Vielleicht heute noch zum Supermarkt, vielleicht nicht, Aktion Balkonien vorerst vertagt, denn es ist noch zu kalt für Blumen. Immer noch keine Musik in meinem Leben, Stille das einzig Wahre. Versuchen wir es mit einem Trauma Song zum Morgen:.

Spät, Rührei, müde, Schönheit und Kompetenz, Erinnerungen und Rollen

Guten Morgen, spät dran heute zum Schreiben, aber der Mann war da. Diskussionen zum Berliner Mietmarkt und ein Rührei später ist er jetzt auf dem Weg zur Arbeit. Ich darf hier bleiben, denn der Azubi hat Urlaub. Gestern fiel eine Beratung aus und so hatte ich endlich Zeit administrative Dinge zu erledigen. Wurde dann spät, spät auf der Arbeit, spät zu Hause und spät in der Nacht. Zum Glück heute Homeoffice. Mangosaft spült die Reste des bitteren Medikamentengeschmacks weg und eine Frau mit Augenringen liegt vor ihrem Laptop. Endlich wieder allein, abgesehen von den Vögeln, Ruhe hier, keiner will was, niemand sieht mich, die Fenster offen und kühle Luft strömt in die Wohnung. Nicht aufgelegt zu Aprilscherzen heute, auch nur ein Tag wie jeder andere. Heute nur Telefontermine, zum Glück sich schminken für einen Videochat, mühsam, auch hinter einem müden Gesicht befindet sich Wissen und Kompetenz.

Aber so ist die Evolution des Menschen halt, äußerlich attraktiven Gestalten wird generell mehr zugetraut, dabei müssen sich die Attraktiven meist deutlich weniger bemühen, um irgendwas zu erreichen. Meine Erfahrung ist da eine andere, die äußerlich Attraktiven sind überwiegend etwas dumm, weil sie nicht viele kämpfen oder argumentieren müssen, um etwas zu bekommen und die äußerlich Unattraktiveren sind meistens sehr schlau und erfahren, weil sie nun mal um jeden Scheiß kämpfen müssen. Die Fotoreise aktuell beendet, genug Nostalgie und Erinnerung an die Vergangenheit, es gilt das jetzt zu meistern. Komme mir zwischenzeitlich wie ein Alien vor, dass frisch auf der Erde gelandet ist und sich erstmal eingewöhnen muss. Aufgewacht nach Jahren des Schlafes und erstmal mal schnallen, wer und wo man ist. Neues Selbstbewusstsein macht sich breit, meine Mitmenschen und besonders der Mann reagieren irritiert. Schwierig so ein Rollenwechsel oder von mir aus nur eine Rollenanpassung. Es gibt zu viele Leute, die mich als stillen Diener kennen, ich bin aber nicht mehr still und dienen tue ich nur, wenn es mir in den Kram passt. Ach, lassen wir Missy sprechen:

Orthopäde, Muskelkrämpfe, Keller, nutzlose Information und Pickel

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und sehr müde. Gestern mit dem Orthopäden, das hat super geklappt, weil die Arztpraxis tatsächlich ziemlich leer war als ich kam. Zum Glück keine neuen Diagnosen, Hüfte ok, aber Fuß braucht Einlage. Die ganzen Schmerzen, Muskelverspannungen. Mein Körper, also immer noch ein einziger Krampf. Muskelkrämpfe sind mir aber lieber als weitere kaputte Gelenke, Muskelkrämpfe kann man leichter reparieren. Wahrscheinlich immer noch von Fluanxol, wo mein ganzer Körper ein einziger Parkinson Krampf war. Gestern im Büro war schön, Sonnenschein, glückliche Kunden, netter Kollege.

Die Pizza mit dem Vater war ok später. Es kommen noch Möbel aus der Wohnung der Eltern zu mir, ich muss dringend den Keller ausräumen, um dann auch in der Wohnung neu auszuräumen und zu sortieren. Immerhin, das Kellerlicht funktioniert jetzt wieder, das konnte der Hausmeister reparieren. Also keine Ausrede mehr von wegen in der Dunkelheit kann ich den Keller nicht räumen. Denke noch an die Sachen aus dem Laden der Mutter, die Sachen sind jetzt gespendet und ich vermisse sie irgendwie, denn ich kannte annähernd jedes Stück, das Herstellungsjahr, das Material, Größe, Preis, alles nutzlose Informationen jetzt. Ich hoffe, die Sachen machen jetzt ein paar Frauen glücklich.

Putin, meine Angst kriegt er nicht. Wenn er mich töten will, dann will er das, ich kann es nicht ändern. Heute wieder ins Büro und zum Orthopädie-Laden, ich freue mich ab morgen wieder Homeoffice machen zu dürfen, dann bleibe ich zu Hause und stelle mich doof. Habe einen Pickel im Dekolletee, wunderbar, aber immerhin noch besser als auf dem Kinn:

Bauchschmerzen, gebrochener Rücken, Homeoffice, Lager und morbide

Guten Morgen, wegen Bauchschmerzen früh ins Bett und gerade früh wieder raus. Kaffee gekocht und vor den Rechner gelegt. Gestern doch alles anders als geplant, denn der neue Kollege meldete sich krank. Also auch zu Hause geblieben und an der Webseite gearbeitet. Immer noch kein Corona für mich, aber für den besten schwulen Freund, der sich in Quarantäne befindet. Ganz schlechtes Essen bestellt, kam dann nach über zwei Stunden Wartezeit kalt hier an. Ich erinnere mich endlich woher mein Rückenschaden kommt, vom Ballett in Köln. Damals zwangen sie mich mit aller Gewalt den Rücken, solange nach hinten zu dehnen bis zwei Bandscheiben rausknallten. Meine Mutter sah da keinen Handlungsbedarf, lasse uns mal keinen Stress machen waren ihre Worte damals, dabei haben mir die mir bereits mit 11 Jahren den Rücken gebrochen! Die Methoden der Ballettakademie Köln waren damals sehr brachial, alternativ saß auch die Lehrerin bei Dehnübungen auf einer Schülerin bis sie heulte. Schön, dass ich es endlich wieder weiß, nur ich denke bereits verjährt? Seitdem ich 20 bin, habe ich deswegen aber immer wieder starke Schmerzen. Na ja nächste Woche Orthopäde, vielleicht mal ansprechen. Ich erinnere mich aber auch, dass meine Lehrer mir sagten, dass wenn ich lebenslang Sport mache, es kein Problem werden sollte, doch ein großes Problem, sollte ich keinen Sport machen.

Sport mache ich schon jahrelang nicht mehr und mein Übergewicht durch die Neuroleptika macht es noch schlimmer. Heute Homeoffice mit Terminen, ich freue mich auf das erste Gespräch, eine sympathische alte Lady. Es ist dunkel und kalt, bloß keine Nachrichten schauen, überall Krieg und Angst, also nur wohldosiert informieren. Der Vater hatte gestern Geburtstag und Pakete erhalten, eines kam aus den USA. Das war bei Amazon nicht ersichtlich, wo ich bestelle. Die Händlerangaben sind immer sehr versteckt zu finden, ziemlich blöd, nachdem jetzt immer mehr chinesische Händler fragwürdige Ware über die Plattform anbieten. Mein privates E-Mail-Fach quillt über, keine Lust zu antworten, alles zu viel gerade, telefonieren gerne, aber nicht ständig tippen. Immerhin langes Wochenende durch den Frauentag nächste Woche. Heute Nachmittag Lager räumen, die restlichen Warenbestände aus dem Laden verschenken. Ich hoffe, irgendwer freut sich darüber. Geschäfte mit dummen (rechtsradikalen) Sachsenmädchen mache ich nie wieder, da verschenke ich lieber an türkische Muttis. Kanye West ist wieder Single und singt davon, dass sein Leben nicht einfach war, er sollte mal in meinen Schuhen laufen, ich glaube, er würde die Sicht auf sein Leben korrigieren, aber schön morbide das Video:

Vater, der neue, größenwahnsinnige Führer, Büro und die Russen

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber so kommt es, wenn der Vater da war, danach kann ich immer eine Weile nicht schlafen. Gestern im Büro war nett mit dem Neuen, ich habe Hoffnung, dass der vielleicht auch bald schon eigene Beratungen anbieten kann. Das wäre dann tatsächlich eine Entlastung. Der Mann hat Geld geschickt, damit ich mir selber online Klamotten aussuchen kann. Ja, so romantisch ist das zwischen uns.

Gestern in der Blog-Nachbarschaft zum Krieg und zu den Russen gelesen, ich stimme überein, dass es jetzt keinen Sinn ergibt alle Russen zu hassen, auch ein totaler Ausschluss aller Russen aus der Weltgemeinschaft ergibt keinen Sinn. Gut, ihr Führer gehört derzeit aus meiner Sicht isoliert, aber wünscht man sich, dass das russische Volk sich um den eigenen Führer kümmert, sollte man ihnen Unterstützung und Optionen anbieten. Die meisten Russen, die ich kenne und kannte, waren schwer in Ordnung, was können die dafür, wenn der Anführer plötzlich durchdreht? Ich hasse doch jetzt auch nicht alle Türken, weil Erdogan alles andere als ein Sympathieträger ist. Angst haben muss man schon vor Leuten wie Putin und Erdogan, auch Kim Jong-Uh aus Korea sollte man mit Vorsicht beobachten. Gerade die Deutschen sollten das verstehen, denn wir hatten mit Hitler auch einen total größenwahnsinnigen Führer, denn das Volk nicht stoppen konnte. Statt jetzt in Kriegen zu denken, sollte man eher Ideen entwickeln, wie man nicht demokratisch gewählte Diktatoren absetzt, ohne dabei ganze Völker zu morden.

So viel zu meiner Sicht, aber eine Lösung habe ich auch nicht, leider. Ich bin aber sehr wohl davon überzeugt, dass es unter den Russen, Türken und Koreaner sehr viele Leute gibt, die kein Fan des Anführers sind. Zurück zu meinen kleinen Leben in Berlin, es ist kalt, es dämmert und ich muss heute ins Büro und später in die Apotheke Drogen abholen. Die Pizza mit dem Vater gestern war ganz gut, aber der Vater sehr müde. Mindestens zweimal ist er hier fast eingeschlafen. Einen Plan entwickelt, wie ich auf der Arbeit möglichst wenig mit der Lieblingskollegin direkt arbeiten muss. Morgen dann wieder Homeoffice und danach Lager räumen. Das Müsli steht bereit und Lidl hatte gestern sehr leckere Erdbeeren im Angebot. Die Musik heute gehört den Russen….

Homeoffice vorbei, Krieg und Ukraine

Guten Morgen, nicht so gute Nacht. Gestern Homeoffice mit viel Videokonferenz. Sehr erbaulich gleich am Morgen gesagt zu bekommen, dass man scheiße aussieht. Einen kleinen Triumph gehabt, denn ein bisher immer überheblich wirkender Mann, wurde ganz blass, als ich ihm die aktuell geltenden Gesetze erklärte, in diesem Fall Schulungsvorteil auf meiner Seite. Kann irgendwie nicht sein, dass ein Leiter eines Amtes seit 2 Jahren geltendes Gesetz ignoriert und sich darüber hinwegsetzt. Danach aber Krämpfe bekommen und lieber schlafen gegangen. Gegessen gestern einen Schawarma Teller und später Thunfischsalat. Keinen Bock zu kochen und bestellt. Heute Büro, ich glaube besser für meinen Körper, der schon wieder angefangen hat wegen zu wenig Bewegung zu gammeln. Aber bald gibt es wieder einen anzulernen Kollegen, dann werde ich wieder mehr ins Büro fahren. Offiziell ist nämlich die Weisung zum Homeoffice in Berlin bald vorbei, womit sich die Ämter endlich nicht mehr im Homeoffice verstecken dürfen, aber ich halt auch nicht mehr. Damit dürfte der Zugang zu Hilfeleistungen bald wieder erleichtert werden.

Der Kaffee schmeckt und ich schaue mit Entsetzen auf die Neuigkeiten aus der Ukraine, doch keine Ahnung wie man Putin stoppen könnte. Die deutsche Armee hat dem nichts entgegenzusetzen, aber mischt sich die USA ein, wird es noch schlimmer? Ist Europa noch sicher? Haben wir bald noch Gas? Einen Krieg? Ja, wie lächerlich kommen einem da wieder die eigenen Wohlstandprobleme vor. 33 Jahre Frieden im Kalten Krieg nach der Wiedervereinigung waren genug? Ist den alten Kriegstreiber langweilig geworden? Was kann ich als Einzelperson dagegen tun? Mir fällt leider nichts ein. Heute doch kein Lager räumen, aber Pizza mit dem Vater am Abend. Auf der Arbeit warten Präsenztermine, das gefällt mir meist ganz gut, besser als nur telefonieren. Corona Test gestern negativ also raus da und unter Menschen gemischt. Der Mann fühlt sich schikaniert wegen der ganzen Papiere, die notwendig sind, um sich auf eine Wohnung zu bewerben. Da muss aber jeder durch, das ist kein Plan gegen Ausländer. Eine Kerze brennt und es dämmert, Spatzen singen aufgeregt und die Straße rauscht, aus gegeben Anlass:

Die Dame, DHL-Wunder, nicht selbstverständlich und Fraggles

Guten Morgen, diagonal im Bett erwacht. Ganz gut geschlafen und aktuell am Kaffee festgehalten. Neuerdings nennen mich Leute Dame, doch nichts rebelliert in mir, im Gegenteil es hat mich gefreut. Es macht keinen Sinn weiterhin Teenager oder Twentysomething sein zu wollen, wenn im Ausweis Ü40 steht. Das bedeutet nicht nur alt zu sein, das bedeutet auch erwachsen zu sein. Gestern nicht so viel passiert, vor mich hingearbeitet und oh Wunder: „Meine Pakete durch DHL geliefert bekommen!“ Mega große und schwere Pakete! Erst wollte er sie im Erdgeschoss stehen lassen, aber dann sah er mich humpeln und brachte sie doch zur Wohnung. Dafür gab es dann Trinkgeld, auch wenn ich normalerweise DHL kein Trinkgeld gebe. Aber wer mir über 40 Kilo Getränke schleppt, verdient ein Trinkgeld. Nichts gekocht gestern, Reste gegessen, ich finde eigentlich sollten jetzt die Männer kochen, die ich die letzten Jahre bekocht habe, da das nicht passiert, gibt es ja noch Lieferdienste. Für die Lieferdienste habe ich mich jetzt mit Gutscheinen ausgestattet, sodass 40% Rabatt möglich sind. Rücken passabel, Verdauung fast gut und Blutdruck normal, ja es ist so schön, wenn der Schmerz vorbeigeht!^^ Viele Dinge im Leben werden als selbstverständlich gesehen, Schmerzfreiheit zum Beispiel, bis man sie dann verloren hat.

Es ist wirklich nicht fassbar wie unwissend und undankbar gesunde Menschen im Wohlstand sind, es geht ihnen blendend, aber sie wissen es nicht. E-Mails geschrieben, gechattet gestern, es gibt wohl wieder einen kleinen Job für mich extra. Ich hoffe, die Übungsleiterpauschale reicht dafür aus. Bei Lohnsteuerklasse sechs kann man gleich Geld an den Staat spenden. Die Paketboten für die Nachbarn klingeln gerade nicht bei mir, erst für gut befunden, dann angefangen zu fragen wieso, ist irgendwas passiert? Oder Zufall, weil die im EG jetzt immer öffnet? Die Sonne scheint bei 5 Grad, es scheint ein freundlicher Tag zu werden, abgesehen von starkem Wind. Meine Mutter, ich bin mir sicher, sie ist hier irgendwo als begleitender Schutzengel und nicht mehr als Dämon meiner Jugend. Vom Vater nichts gehört, langsam vermisse ich ihn, den Hund sowieso, aber der Hund hier in meiner Wohnung, immer noch Trauma. Warum auch immer gerade an die Fraggles gedacht, das ist doch mal ein Tagesmotto: „Sing und schwinge das Bein, lasse die Sorgen, Sorgen sein.“…