Bowl, Wasser, Umarmungen, aufgewacht und alte Musik

Guten Morgen, seltsam so wach mitten in der Nacht an einem Sonntag. Gestern eine Halloumi Bowl gemacht, war ganz lecker und ansonsten aber nicht viel. Viel geschlafen, Wäsche gewaschen und abends einen Film geschaut. Überlegt einkaufen zu gehen, aber ich brauche nichts und selbst wenn, beim Netto um die Ecke gibt es am Samstag eigentlich nichts mehr und wegen mehrfacher Wasserrohrbrüche in der Gegend, ist es gerade schwierig hier weg und hinzukommen. Ich lebe hier also gerade irgendwie wie auf einer Insel mitten in der Stadt. Dazu dann noch das kaputte Waschbecken im Bad, also Wasserprobleme habe ich gerade genug um mich herum. So viel Aufregung in dieser Woche, einatmen, ausatmen und schlafen gehen. Es regnet im noch dunklem Berlin, Regen ist gut, reinigt die Luft, gibt den Pflanzen Wasser.

Die Straße noch ruhig, das Haus noch ruhig. Ich weiß nicht, ob mein Nachbar noch lebt, keine Ahnung, ob das Krankenhaus ihm helfen konnte, aber nachfragen möchte ich auch nicht. Zähle die Tage bis der Mann zurück ist, sich Umarmungen beim Vater und den Kollegen holen, ist nicht das Gleiche. So komme ich nie auf eine Umarmung am Tag, die, wie ich finde, mindestens nötig ist. Bin immer noch eine Anhängerin der „Free hugs“ Aktion, ich finde, das ist mal eine Maßnahme, um seelische Gesundheit zu fördern. Aber immerhin habe ich einen Job, wo ich die Kollegen und ja sogar die Chefin umarme, das gab es früher nie in meinem Leben und ich denke, das ist auch allgemein selten, so einen herzlichen Umgang auf der Arbeit zu haben. Fühle mich immer noch seltsam, aufgewacht nach 30 Jahren, wie konnte ich vergessen, wer ich bin? Scheiß Trauma, es ist so als hätte es mir damals mein Leben ausgeknipst und ich wandelte weiter als Zombie. Aufwachen als 45-Jährige, nachdem frau gestern gefühlt noch 15 Jahre war, ist schon eine Nummer, klarkommen mit 15 Jahren Vergangenheit, die man großteils vergessen hatte, die nächste Herausforderung.

Wer ist diese Frau? Das sollte doch wenigstens ich wissen? Hören wir dazu Musik aus der Vergangenheit, die aber aktuell wieder passt:

Handwerker, Lebenspartnerschaft, Trotzkopf und Vögel

Guten Morgen, das mit dem Handwerker kommt wirklich sehr unpassend: Bad nicht richtig nutzen können, Chaos in der Bude, das mag ich nicht so. Aber gut, wer mag das schon. Immerhin wenigstens die Toilette ist nutzbar. Dazu der Termin mit dem Mann gestern, alles etwas stressig, auch wenn der Termin gut lief. Bin ich froh, wenn die heute fertig werden und meine Wohnung wieder die gewohnte Ordnung hat. Morgens um acht bereitstehen, um fremde Männer in die Bude zu lassen, nicht so mein Ding. Eiscreme, gerade mein Ding, aber viel zu viel, es wird nicht viel besser, wenn man das Eis unter Obst und Nüssen versteckt. Über meine Dämonen nachgedacht, meine haben Vor- und Nachnamen und sind tot oder lebendig. Nix hier mit Phantasie und Science Fiction, auch nichts mit Wahnvorstellungen und Psychose, die gibt es/gab es in echt. Schön, dass wenigstens ich mir selber da jetzt glauben kann, ohne irre zu werden und/oder mich mit Neuroleptika auszuschalten. Es muss einen anderen Weg geben, damit umzugehen.

Es ist immer noch zu warm, um gut schlafen zu können, aber offene Balkontür ist auch gruselig. Immer wieder diese Forderungen: „Nadine braucht einen Mann!“ Warum denn? Also Männer sind hier und da schon ganz praktisch, aber immer, überall und für immer? Ist frau unvollständig ohne Mann? Ist eine Lebenspartnerschaft wirklich das höchste Ziel? Warum? Also klar, Familie, Freunde, die braucht man schon im Leben, niemand ist eine Insel, aber muss frau heutzutage noch im traditionellen Modell leben? Der Trotzkopf schreit da schnell: „Nein, muss ich nicht!“. Können wir nicht alle selbstständige Menschen im Austausch sein? Ich habe nichts gegen Liebe, auch nichts gegen Familie, aber bitte freiwillig! Wozu ist Wohlstand denn sonst gut, wenn nicht zur freien Lebensgestaltung? Ich erinnere mich noch an die Zweckehen meiner weiblichen Vorfahren, da war es wirklich nötig einen Mann zu finden, um zu überleben, aber heute? Heute braucht frau Verbündete, keine Frage, aber die können auch weiblich sein, Familie, Freunde oder Nachbarn.

Lange mit der Freundin telefoniert, war aber irgendwann stressig, ist halt so, wenn der eigene Redeanteil über lange Zeit fast gegen null geht. Da soll einer nochmal sagen, ich rede viel, der hat sie noch nicht erlebt. Bad etwas geputzt, wer Badmöbel abbaut, der erlebt ungeahnte Drecksecken. Gekocht Schupfnudeln mit Brokkoli und Geflügelwurst, war ganz gut, langsam lichtet sich der übervolle Kühlschrank, aber heute gibt es Nachschub. Habe weitere Rotkohl Experimente vor, da geht deutlich mehr, als klassischer Rotkohl zu Weihnachten. Versuchen wir es entspannt anzugehen, keine Vögel zu hören gerade, ich lausche dann mal, notfalls am Laptop:

Kein Alptraum, Freunde und Feinde, Regeln und 1989

Ein Gruß aus der Nacht, nein das war kein Alptraum, es ist wahr, Putin will die Sowjetunion zurück und hat einen Krieg angefangen. Gestern nach der Arbeit stundenlang ARD laufen lassen, doch besser informiert zu sein ist nicht unbedingt besser. Auf der Arbeit gestern ganz ok, abgesehen von der Kollegin. Danach noch zu Lidl, aber nicht viel gekauft und ab nach Hause Pizza gemacht. Den Vater und Hund zu sehen, ganz schön, ganz seltsam. Keine Altkleider entsorgt, weil die Abholerin abgesagt hat. Nächste Woche dann. Heute Homeoffice, ist mir fast lieber als mit der Kollegin im Büro zu streiten. Ich verstehe das nicht, dass ich in beruflichen Dingen immer und immer wieder angegriffen werde. Immer Leute, die meinen Kuchen klauen wollen. Vielleicht sollte ich es als Kompliment sehen, wäre es nicht so unheimlich anstrengend. Immer noch keine Lust zu kochen, Essen schmeckt halt meist viel besser, wenn es jemand anderes gekocht hat. Nicht weil ich eine schlechte Köchin bin, nein weil es einfach viel bequemer ist. Heute aber gekocht, die Zutaten aus meiner Kochbox werden alt, ich glaube, das war vorerst meine letzte Kochbox. Der Spaß ist zur reinen Nahrungszubereitung einfach zu teuer, man zahlt halt auch für den Kochkurs mit. Keine Ahnung, ob der Mann jetzt die Wohnung kriegt oder nicht, er hat nichts davon erzählt.

Ein Termin beim Bürgeramt gemacht, im April ist es dann so weit, nur 6 Wochen Wartezeit, das nenne ich Service am Bürger!^^ Überlegt alleine auf die Insel zu fahren, der Mann traut sich nicht und das Argument täglich schwimmen zieht bei ihm nicht. Ich muss aber trotzdem ans Meer, ist wirklich überfällig. Eine Kerze brennt, der Kaffee schmeckt, die Straße rauscht in der Dunkelheit. Ich denke an alte Freunde oder waren es doch Feinde? Freund oder Feind, woran macht man das fest? Ich dachte immer das ein Regelkatalog das regelt, aber das ist irgendwie zu wenig flexibel für wenig perfekte Menschen. Die 10 Gebote, die sieben Todsünden, welcher Mensch wäscht sich da von Schuld frei? Um nur zwei Regelwerke zu nennen, die einfach nicht funktionieren wollen. Wie viele Ausnahmen hat ein Mensch verdient? Da wieder eine neue Regel aufzustellen, nächster Schwachsinn. Allerdings alle Fehltritte mit einer Beichte, Spende wieder gutmachen zu wollen, auch nicht richtig. Die Menschheit, ich werde nicht schlau aus ihr, dabei fühle ich mich schon seit Jahrzehnten eher als Beobachterin als als Teilnehmerin. Vielleicht sind Regeln generell Schwachsinn, aber bei vielen Menschen dann doch nötig. Alle privaten Gespräche gestern über Putin, also wenn es um Aufmerksamkeit geht, die hat er jetzt, weltweit. Mir persönlich sind nur keine Leute bekannt, die den politischen Zustand von 1989 zurück haben wollen. Egal ob die Leute aus Ost oder West kommen.

Vielleicht wieder ins Bett, es ist zu früh um wach zu sein oder zu spät? Keine Ahnung, die Gegenwart und Zukunft wird es zeigen oder halt auch nicht. Weitermachen…

Früh, Termine, Stau und das Rad

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber die Chefin wartet. Gestern sehr langer Arbeitstag und sehr viel los. Blutdruck zum Morgen sehr gering. Auch heute ein sehr voller Terminplan und wahrscheinlich wieder Überstunden. Aber gut dafür die nächsten Tage vielleicht weniger Stunden. Die Sonne scheint, ein frischer Wind weht und der Vogel hält leider nicht den Schnabel. Meine neuen Sandalen sind da und sie wurden für gut befunden, endlich wieder mein Geschmack. Der Vater ist auf der Insel, ich wünschte ich könnte mich auch dort hin beamen. Die Nachbarn haben wieder vergessen was Rücksicht ist, laute Technomusik und ab 21 Uhr die Kinder anschreien. Nach den Graswolken, die hier ab mittags hochziehen, könnte man leider vermuten, dass die Überforderung mit den Kindern daher kommt. Ich würde bekifft auch lieber meine Ruhe wollen und nicht auf zwei kleine wilde Jungs aufpassen, die nicht pennen wollen. Leider musste ich feststellen, dass die psychiatrische Versorgung in meinen Bezirk unter aller Sau ist, also beten hier niemals krank zu werden und sollte ich krank werden, schnell in einen anderen Bezirk anmelden. Irgendwas ist auf der Straße los, Stau und Polizei, die gegen die Fahrtrichtung fährt. Mit dem Schatz gestern nur kurz gesprochen, er war abgelenkt, keinen Bock das Zweit- oder Drittgespräch zu sein. Hätte ich heute nicht den Acht Uhr Termin, wäre ich heute lieber im Büro, war wieder zu lange zu Hause. Aber um acht bereits im Büro sein, eher unrealistisch für mich. Bin wieder wie früher im Nachtmodus, heißt kann ich frei wählen, gehe ich nicht vor Mitternacht ins Bett. Angeblich für Menschen mit seelischer Krankheit normal, sie lieben die Ruhe in der Nacht. Nur in der Nacht bin ich frei von Anrufen, Nachrichten und ich kann in Ruhe ungestört nichts tun. Der Kaffee schmeckt und treibt meinen Blutdruck hoffentlich etwas hoch, ich glaube bin ich entspannt, sind die Pillen zu viel, aber arbeite ich, sind die gerade richtig. Ich muss lernen mich besser abzugrenzen, nicht jeder Anruf muss gleich beantwortet werden, nicht jedes Schicksal mitgefühlt werden. Obwohl es gestern vergleichsweise kühl war, heute früh schon 25 Grad in der Bude. Ventilator Wetter, wäre der Ventilator nicht so laut. Heute viele und stundenlange Videokonferenzen, eigentlich keinen Bock zu, besonders mich selbst dabei die ganze Zeit zu sehen. Auf in den Tag, im drehenden Rad….

Schlechte Nacht, Insel, gratis Essen und Ruhe

Guten Morgen, eine schlechte Nacht. Nachts als er ins Bett wollte so erschreckt, das ich los geschrien habe, restliche Nacht anscheinend so verkrampft geschlafen, das ich jetzt Schmerzen habe. Jetzt teilt er mir auch noch mit, dass er heute nicht arbeiten wird und es kam zu Streit. Ich brauche wirklich meine Ruhe. Gestern der Arbeitstag war nicht der Hit oder besser die Präsentation, keine Ahnung warum, aber ich wurde danach verbal attackiert, mit der Aussage Teilhabe gäbe es im Jobcenter nicht. Das Treffen mit dem Vater war dann kurz, die Pizza etwas angebrannt, er plant mit seiner Neuen auf die Insel zu fahren. Irgendwie hat mich das gestört, denn ich denke ich brauche die Insel dringender als die beiden. Gestern wieder böse Bauchschmerzen zum Abend, vielleicht sollte ich einfach zum Arzt gehen und mich krankschreiben lassen, wie die anderen Kolleginnen auch. Problem ist nur, dann habe ich gar nichts mehr was mich ablenkt. Er hat gestern Beeren, Weintrauben und TK-Pizza mitgebracht, wenn das so weiter geht, brauchen wir nur noch wenig einkaufen. Ich wünsche mir gerade einfach eine gute, ruhige Zeit allein oder eine gute Zeit mit ihm, aber er ist ständig da, stresst mich ab und wir haben keine gute Zeit, womit ich keines von beiden bekomme. Er hat versprochen heute trotzdem das Haus zu verlassen, jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, aber ich brauche wirklich Ruhe. Graues Wetter grüßt, nachdem es gestern so schön und sonnig war. Der Kaffee schmeckt, vielleicht mache ich doch am Samstag frei, auch wenn das vielleicht Unterstunden bedeutet. Gestern ging es mir körperlich so gut, keine Schmerzen und sogar laufen konnte ich, als hätte es nie einen Dauerkrampf im Bein gegeben. Auf dem Balkon sprießt und grünt es, aber bisher keine Blüten zu entdecken. Alles nicht so gut gerade, kommen die Kolleginnen nicht zurück, sollte ich wohl wirklich zum Arzt gehen und mir dann in Ruhe überlegen, ob ich lieber woanders arbeiten sollte, allein mit dieser Kollegin halte ich nicht lange durch. Auf in den Tag vielleicht kann ich später noch schlafen, für den Moment alles blöd.