Wach, geputzt, Klugscheißerin, gekocht und Teenagermusik

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, weil der Mann da ist. Irgendwie geht das selten gut: Wir beide in einem Bett über Nacht. Einer von beiden liegt dann meistens wach. Eine bin diese Nacht wohl ich, aber nicht so schlimm, ich habe heute frei, während er heute noch arbeiten muss. Vater hat für heute abgesagt und ich keine Pläne, also später schlafen. Gestern wollte ich eigentlich das Wohnzimmer umräumen, uneigentlich habe ich dann geputzt, weil das weniger anstrengend erschien. Auf dem großen Fernsehen macht Filme gucken plötzlich wieder Spaß, ich bleibe dabei den Film zu schauen und lege zwischendurch sogar Laptop und Smartphone weg. Der Mann ist der Meinung ich bin zu viel im Internet und dass das nicht gut für meinen Kopf ist, sagte er, nachdem ich ihn mit Fakten/Statistiken aus dem Internet meine Sichtweise untermauert hatte. Ich bin wirklich zu viel im Internet, ich mag das aber nicht hören, nachdem ich eine Diskussion durch ordentliche Recherche, sogar in Englisch für ihn, gewonnen habe. Ist er jetzt ernsthaft besorgt oder mag er einfach keine Klugscheißerfrauen? Oder beides? Der Kaffee schmeckt und ich habe gestern den Kampf gegen den Riesenkarton beim Altpapiercontainer verloren, ein schöner blauer Fleck ziert nun meine Hand. Gestern früh Päckchen abgeholt und Tabak besorgt, der Kassierer des Kiosks war sichtlich und riechbar besoffen am Vormittag. Immer noch keinen neuen Duft gefunden, mein Gewohnheitstier sträubt sich nach so vielen Jahren anders duften zu wollen, außerdem habe ich seit ein paar Monaten eine sehr empfindliche Nase, ich rieche viel intensiver und so kommt mir fast jedes Parfüm erstmal sehr aufdringlich vor. Vielleicht derzeit doch nur ein Stück Seife für mich? Immer noch begeistert von der Zahnschiene, so viel besser und keine Schmerzen mehr. Gekocht gestern Gemüse mit asiatischer Soße, Reis und Entenschenkel, das fand der Mann dann mal endlich gut. Morgen zum Kosmetiker und zum Telefonieren verabredet. Wobei das eigentlich übervorsichtig ist, überall in der Stadt wird das Ende von Corona abstandslos gefeiert. Überall Menschen ohne Masken, die Gruppenkuscheln betreiben. Die Freundin, mit der ich telefonieren will, ist geimpft, ich auch, aber wir halten trotzdem Abstand? Der Tag grüßt grau, die Vögel schweigen und ich bin bei Teenagermusik, heute nicht nur Ärzte, sondern auch Nirvana: