Pillen, Arzt, der Teddy, Corona und Wunder?

Guten Morgen, ganz passable Nacht, aber jetzt schon gestresst, weil ich unbedingt zum Arzt muss, um meinen Blutdruck-Pillen zu kriegen. Keine Lust, auch keine Lust auf meine Schüler heute. Also eigentlich gar keine Lust auf gar nichts, nach den letzten Tagen. Gestern wurde es nochmal emotional, denn die Wohnung der Eltern muss geräumt werden und ich stehe wieder vor der Entscheidung Sachen mitzunehmen oder für immer aufzugeben. Nehme ich gar nichts mit, werde ich es bereuen, nehme ich zu viel mit, auch. Zu Tränen gerührt gewesen als gestern mein Teddybär aus dem Jahr 1986 wieder auftauchte, was habe ich diesen Teddy geliebt, er war mein alles. Da steht also eine 45-Jährige und klammert sich an einen Teddy und heult. Aber es ist gut, dass der Teddy wieder da ist, der ideelle Wert für mich ist unermesslich. Heute nochmal in die Elternwohnung, zum Glück habe ich noch Zeit mir Dinge auszusuchen und sie schrittweise in meine Wohnung/mein Leben zu integrieren.

Der Mann geht wieder zum Sport, vorbildlich und gut für ihn. Ich bin gerade überhaupt nicht vorbildlich, weil insgesamt überfordert von der Situation. Jetzt auch noch Mutterschmerz, das braucht man, wenn man eh schon emotional fertig ist. Der Vogel hat mein Licht im Wohnzimmer gesehen und singt ein Lied, also Licht wieder aus. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt und ich huste, muss noch einen Corona-Test machen und fühle mich genötigt mich boostern zu lassen. Der Entzug von Privilegien, wenn man nicht spurt, kommt mir irgendwie bekannt vor. Was alles ein Privileg war, merkt man dann meist erst später. Kosmetiktermin heute abgesagt, ich weiß nicht, ob ich da wirklich noch hin will und muss, aber ganz sicher nicht heute und jetzt. Ich habe gerade echt andere Probleme als eine jugendliche und sanfte Gesichtshaut.

Gegessen gestern Reste, Couscous mit Falafel und später Maultaschensuppe. Ab morgen gibt es wieder eine Kochbox für mich. Die Indizien in Berlin sind sehr hoch gerade, über 1000 in Neukölln. Kommt immer noch nicht in meinem Kopf, letztes Jahr bei einem Wert von 50 Hausarrest für alle, dieses Jahr bei 1000 macht, was ihr wollt. Muss man nicht logisch finden. Sehr viele Termine diese Woche, wobei das Abgrenzen immer besser funktioniert, ist mein Glas leer, ist es leer und es gibt keinen doppelten Boden mehr. Ich bin nicht die Heilsarmee, die jeden retten will. Oder schon, aber nicht für den Preis der Selbstaufopferung. Angefangen abends vor dem Schlafen mir einen guten Schlaf zu wünschen und es hat jetzt zwei Nächte geklappt, also weiter machen? Erinnert mich jetzt nur irgendwie an beten, aber wenn es hilft? Für mich ist der Unterschied zwischen religiösen Glauben und Psychose/Schizophrenie nicht wirklich groß, beides Zustände wo man an übersinnliches glaubt und Selbstgespräche führt. Was davon ist also gesund und was ist krankhaft? Hatte Moses jemals ein Gespräch mit Gott oder war er schizophren? Basieren die übermittelten Wunder in der Bibel auf Übersetzungsfehler und auf Erzählungen seelisch Erkrankter und ihr Erleben? Wer entscheidet, was ein Wunder ist und was Krankheit? Theologen? Psychiater? Die Pharmaindustrie?

Fragen zum Tag, die ich wohl nicht beantworten kann, Wissenschaft gegen Religion, warum niemals Wissenschaft und Religion? Länger erprobt ist wohl die Religion, aber hat sie damit automatisch recht in einer Informationsgesellschaft? Mit uralten Geschichten, die keiner beweisen kann? Mit Geschichten, die man heute eher der Psychiatrie zuordnen würde? Mit Geschichten, die grausamer sind als so manch ein Horrorfilm heute? Tradition oder Moderne? Ist neu immer besser? Oder doch das, was seit Jahrhunderten erprobt ist und funktioniert hat? Ich weiß es nicht und sehe in jeder Bewegung ihre Berechtigung, aber auch Kritik an beiden Systemen. Die Kirche missbrauchte ihre Macht zu oft, die Wissenschaft erklärt jeden Trauernden gleich zum Depressiven und will, dass er/sie Pillen nimmt. Die Wahrheit, die Wahrheit, sie liegt wohl irgendwo dazwischen, ich muss meine finde oder vielleicht auch besser nicht? Das Publikum der Ärzte beantwortet es mit einem eindeutigen „NEIN!“

Geschwommen, gerannt, geheult und gelacht

Guten Morgen, was für ein Tag gestern, geschwommen, gerannt, geheult und gelacht. Beim Schwimmen länger durchgehalten und dabei einen Mann wie Mr. Herbert aus Familie Guy erlebt. Hat mich das angewidert, ich musste das Kinderbecken verlassen. Danach Versuche zu schlafen, aber nicht wirklich erfolgreich. Wieder aufgemacht, um zum Schnelltest, Döner und Kirchenkonzert zu rennen. Ich habe 30 oder mehr Jahre keine Kirche betreten? Wie ich feststellen durfte, hat das auch Gründe, denn ich wurde in der Kirche immer trauriger, wütender und ging früher. Steckt euch Martin Luther irgendwo hin. Danach nach Mitte gefahren, zum besseren Teil des Tages und in einer Comedy Show gewesen, wir hatten gute Plätze und die Show war inhaltlich 50 % plus gut. Habe ich das vermisst an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen und gleichzeitig waren es mir dann doch zu viele Menschen.

Es wurde streng nach 2G+ kontrolliert und erstmal im Theater, gab es einen alkoholfreien Cocktail namens „Drachenblut“ für mich. Wie passend, nicht nur, weil ich eine Frau bin, sondern auch im chinesischen Zeichen Drachen geboren. Irgendwie habe ich mich von Alkohol sehr weit entfernt, ich finde den Geruch schon widerlich. Ich weiß in Deutschland Säuferland, keine sozial förderliche Haltung. Den Rest des abends Wasser getrunken und meine Begleitung hat dann später ein Taxi nach Hause ausgegeben. Zu kurz geschlafen, aber heute nichts vor, außer vielleicht ein Spaziergang, das Problem bei mir, tun die Gelenke weh, dann muss ich mich bewegen, die Schonhaltung macht es nur schlimmer. Die Nachbarn hören Techno, leise, aber ich höre die Bässe, ganz schön hellhörig hier. Der Kaffee schmeckt und es ist dunkel, gegessen gestern dann doch nur ein Döner auf dem Weg, keine Zeit zu kochen. Heute vielleicht asiatisch mit Glasnudeln? Bin ich froh, dass der Vater heute abgesagt hat, sonst hätte ich abgesagt, ich brauche einen wirklich freien Tag. Nicht nur für den Haushalt.

Auf in den Tag oder besser wieder ins Bett? Die Technoeinlage scheint vorbei zu sein, dafür jetzt Schlager? Versuchen wir es mit eigener Musik:

Schuld, Todsünden, Vater, Hip-Hop und Opfer

Guten Morgen, ein Gruß aus der Nacht, Teil 2, denn der Nachbar meinte gegen 2:30 Technomusik zu hören, nicht laut, aber laut genug um mich zu wecken. Es ist Schnee gefallen in Berlin, sieht wunderschön aus und aufgewacht aus einem Traum mit dem Bibelsatz: „Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben.“ Was für ein Hohn, wenn man meine Erinnerungen hat. Keine Ahnung, warum ich mich gerade jetzt an diesen Satz erinnere, das kommt doch gleich nach dem Satz „Und halte ihm auch die andere Wange hin“. Keine Ahnung warum dieses Bibelwissen gerade in meinem Hirn wieder aktiviert ist, dass es da ist, ist aber keine Wunder nach meiner Ausbildung in jungen Jahren. Da kommen wir doch gleich auch zu den 7 Todsünden bei denen ich auch schuldig bin. Wobei Völlerei und Faulheit bei mir auch medikamentös/krankheitsbedingt sind. Keine Ahnung, ob das jetzt ein guter oder schlechter Morgen ist, mit solchem Kram im Kopf zu erwachen.

Passabel geschlafen, gestern spazieren gewesen mit schwangerer Kollegin, es war kalt, aber ich denke es hat uns beiden gutgetan. Gegessen dann vom Asien-Imbiss, denn ich hatte nach dem 2 Stunden Spaziergang Bärenhunger und war ungeduldig. Ein sehr alter Freund und Kollege hat sich nach Ewigkeiten wieder gemeldet, ich freue mich, ich vermisse die guten Zeiten, die wir hatten. Vielleicht doch kein Zufall, dass ich mit solchen Bibelzitaten im Kopf erwacht bin, denn heute wollte ich meinen ersten Stiefvater anrufen, keine Ahnung, ob ich so weit bin, denn er ist ein schlimmer Sünder und ich bin nicht Jesus. Lassen wir es erstmal sacken, dabei Kaffee trinken im Kerzenschein. Berlin in 2021, Nadine in 2021, das hatte ich mir anders vorgestellt. Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Leben ist oft eher die Hölle. Überlegt Ende Dezember zu einem Weihnachtskonzert meiner Kirche zu gehen, ich war schon ewig nicht da, seit Berlin eigentlich gar nicht mehr. Die spontane Idee über Weihnachten vielleicht doch noch zu verschwinden ist vorerst gescheitert, keiner will/kann mitkommen und Weihnachten allein auf einer spanischen Insel, ist dann vielleicht doch nicht so förderlich und unterhaltsam. Vielleicht nächstes Jahr, die Insel läuft mir absehbar nicht davon.

Denke ich an Stiefvater eins, habe ich Bauchschmerzen, fast so schlimm wie beim Tod der Mutter. Keine Ahnung warum sich bei mir seelische Schmerzen auch immer körperlich äußern. Dass das es nur am Essen liegt, glaube ich nicht. Auch mit dem Mann gesprochen gestern, er wollte sich mit unserem Trauzeugen treffen, mit dem es Streit gibt. Ich hoffe, diese Freundschaft ist noch zu retten. Die Menschheit, ein egoistischer Sünderhaufen? Ein Leben, das einem zum Sünder macht? Unschuldig geboren und vom Leben versaut? Ich finde es ist ein Unterschied, ob Sünden eine freie Entscheidung sind, oder durch das Leben erzwungen wurden. Ein Opfer trägt für mich eine andere Schuld, als ein Täter, der selber kein Opfer war. Aber woher weiß man das? Also welcher Täter auch Opfer war? Schwierig zu beurteilen, ohne nicht jede Geschichte zu kennen. Doch wer kennt schon alle Geschichten? Wer hat die Geduld und Zeit sich das alles genau anzuhören? Handeln und urteilen wir nicht alle viel zu schnell? Denke da an meine zwei Hauptdiskrimierungspunkte: Menschen, die mich verurteilen, weil ich dick bin und Menschen, die mir allein die Schuld für meine seelische Erkrankung geben. Die kennen mein Leben nicht, die haben keine Ahnung wodurch ich gehen musste und was mir angetan wurde.

Denke da an meine Hausärztin und an einen Jobcenter-Mitarbeiter, die beide meinten, sie könnten über mich urteilen, ohne mich zu kennen. Das ist dann Hochmut? Und Faulheit, weil sich keine Geschichte angehört wurde? Es gibt so viele traurige Geschichten auf der Welt, nicht nur meine, so viele verletzte Seelen. Ist eine Sünde eine Sünde, wenn sie nicht vorsätzlich verübt wurde? Ich finde da gibt es schon einen Unterschied zwischen vorsätzlich und nicht vorsätzlich.

Denke dabei an einen meiner Vergewaltiger, er kam aus einem Kriegsgebiet und war nach Deutschland geflohen, die Gewalt, die er erlebt hat, möchte ich nicht kennen und durfte sie doch kennenlernen. Er saß lange im Knast in Berlin, nicht meinetwegen, ein Opfer von frühkindlicher Gewalterfahrung? Der böse kriminelle Ausländer? Ich wünschte, ich hätte ihn nie getroffen. Er hat mein Leben ein Stück zerstört, so wie sein Leben zerstört wurde? Keine Ahnung warum ich solche Freunde haben musste, aber die Hip-Hop-Bewegung der 90er in Berlin war eine Sammlung solcher Menschen. Schlager zu hören wäre wohl besser für mich gewesen. Doch ich wollte cool sein und habe mir damit das Trauma meines Lebens abgeholt!? Sicher der Grund warum ich mich vom Hip-Hop abgewendet habe und eigentlich auch alle Kontakte von früher meide. Dabei waren das verdammt viele Kontakte. Es ist ein Spießrutenlauf, vor all diesen Leuten in Berlin wegzulaufen oder man bleibt gleich zu Hause, was ich dann gewählt habe. Wilde, traumatisierte und kriminelle Kinder und ich mit meiner Jesus-Erziehung mittendrin, das konnte doch nur schiefgehen. Die Wut darüber hat mich bis heute nicht losgelassen, aber ich hoffe ich komme irgendwann an den Punkt wo ich sagen kann: Ich bereue nichts!

Erwacht, heulen und Masochismus in der evangelischen Kirche

Guten Morgen, nicht so eine prickelnde Nacht, gestern noch den Blues bekommen. Also mit Bauschmerzen heulend im Bett gelegen. Ja es ist stimmt, meine Mutter ist tot. Ja es stimmt, ich bin Ü40, krank und extrem übergewichtig. Danke Leben! Du hast immer schöne Überraschungen für mich parat.^^ Nein ich will jetzt nicht dankbar sein überhaupt zu leben, wenn Leben immer Verlust und Schmerz bedeutet. Ich bin eine Kämpferin, keine Frage und ich bin stark oder zumindest stärker als viele andere, aber das alles ist ein nicht enden wollender Kampf. Ich bin nicht lebensmüde, aber mal gewaltig selbst mitleidig und ich finde, das darf ich auch mal sein. Ich war mal so ein hübsches, gesundes und fröhliches Mädchen, aber das Leben hat mich gefickt. Wer will da aufwachen und das realisieren? Der evangelische Ansatz: „Und halte ihm auch die andere Backe hin“ führt nur zu eins: ständig und immer auf die Fresse. Wie kann man einem kleinen wehrlosen Mädchen solche Grundsätze fürs Leben lehren? Was soll da passieren? Richtig sie wird gefickt von jeden und allem. Das ist doch alles nur was für Masochisten. Wie soll man da glücklich werden, wenn man sich ständig ausrauben lässt? Wir leben in einer kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft, Jesus hätte hier nie überlebt. Hätte der scheiß Pfarrer mich damals doch einfach nicht getauft, hätte meine Mutter doch Geld gehabt, um mich nicht kirchlich betreuen zu lassen. Aber es ist wie es ist und was immer Jesus mal gesagt haben soll, es sollte mir am Arsch vorbeigehen. Die hätten auch gleich sagen können: „Lege dich hin und sterbe!“

Ich weiß schon, warum ich jahrelang nicht mehr in der Kirche war, predigen, aber keinen Schutz geben und für keine Konsequenzen gerade stehen. Was für ein verlogener Verein! Zum Glück hat es meine Mutter trotzdem teilweise geschafft mich zur Kämpferin zu machen, so richtig erfolgreich war ich damit nicht, aber es hat zum Überleben gereicht.

Soviel zu den religiösen Überlegungen zum Morgen, ich bin sowas von sauer, sowas von enttäuscht, ich dachte diese kirchlichen Menschen damals hätten mir geholfen, aber eher das Gegenteil war der Fall. Ansonsten gestern nicht viel passiert, fast den ganzen Tag verschlafen und nicht gekocht, sondern Reste gegessen. Blutdruck wieder erhöht, aber noch nicht gefährlich, kein Wunder, wenn ich mich so aufrege und schlecht schlafe. Warte auf eine Lieferung, zu Netto gehen, ein zu anstrengendes Suchspiel. Habe den Eindruck, die neue Art der Tropfen (anderer Hersteller) sind stärker als die anderen, bei gleicher Dosis. Vielleicht gerade ganz gut. Immer noch nicht im Lager gewesen zum Aufräumen, keine Ahnung, ob ich das heute schaffe, ich fühle mich mies. Ich danke nicht Gott, sondern mir selber und vielleicht auch meiner Mutter, dass ich noch lebe, weiter machen, aber heulen muss auch mal sein….

Homeoffice, ertränkt, Lebensmittel und Ebay

Guten Morgen, endlich ein Tag zu Hause im Homeoffice. Heute werde ich es genießen nicht aus dem Haus zu müssen. Es ist noch dunkel, der Kaffee schmeckt und gestern gab es in mehreren Etappen Kürbis Risotto. Mission Paket mit Glühbirne abholen erledigt und damit wieder Licht im Backofen, ohne Licht mehrfach vergessen, dass der Backofen an ist und verbrannte Dinge fabriziert. Ich glaube ich habe endlich ein Therapierätsel gelöst: Ich hatte in meiner Therapie in 2005 plötzlich das Bild, dass ich und ein anderes Kind unter Wasser getaucht wurden und daran fast gestorben sind, dann aber doch noch gerettet wurden. Dieses Bild hat mich immer wieder verfolgt, Familie und Freunde meinten dazu, ich hätte vielleicht von Waterboarding gehört/gesehen und einfach einen Alptraum. Auch in meiner Psychose war ich fest davon überzeugt, dass irgendwer versucht hat, mich als Baby umzubringen. Keiner hat mir geglaubt, denn nachweislich kann ich mich laut Wissenschaft nicht erinnern, was mir als Baby passierte. Jetzt kam aber eine Erinnerung an eine Erzählung meiner Mutter zurück: Sie erzählte mir einst, dass bei meiner Taufe in der evangelischen Kirche etwas schiefgelaufen sei, dass ich so lange unter Wasser war, dass ich aufhörte zu atmen, aber wiederbelebt werden konnte. Sie meinte damals auch, dass sie mir das nie erzählen wollten, damit ich kein „Stress“ mache. Sie mir aber frei stellt, ob ich irgendwann Stress machen möchte oder nicht. Das passt leider auch sehr gut dazu, dass der Pfarrer behauptet ich sei kein christliches Kind und mir ursprünglich die Taufe verweigern wollte. Nur auf Druck meiner Urgroßoma wurde ich dann doch getauft oder sollte ich besser sagen ertränkt? Es müsste noch Zeugen dafür geben, meine Paten leben noch, meine Oma und mein Onkel leben noch, die waren alle dabei. Hätten sie mich doch einfach nicht getauft, ich finde es falsch einem Baby eine Religion aufzudrücken, es sollte selber wählen, wenn es alt genug ist.

Anderes Thema, diese Erkenntnis aufzuschreiben war mir aber wichtig, für mich ist es ein Schritt zur Selbstheilung, dass ich diese Bilder zur Seite legen kann, weil ich endlich weiß was passiert ist. Gestern abends noch meine Gruppe gemacht, wir waren nur zu viert und ich hoffe, es hat Ihnen was gebracht. Im Haushalt leider gar nichts geschafft, denn ein Mittagsschlaf war nötig. Heute Lebensmittel-Lieferung, Belohnung für die ganze Arbeit. Die Käuferin von Ebay stresst, die will mehr Informationen, mehr Ware, die Informationen habe ich, die Ware, ich muss noch mal ins Lager, aber sie hat für den bezahlten Preis mehr als genug bekommen, dann überweist sie halt nichts mehr, sie soll mich einfach in Ruhe lassen und mich nicht abends über WhatsApp unfreundlich zutexten und Stress und Druck machen. Brauche ich gerade echt nicht und ihr Geld kann sie gerne auch behalten, ich habe einen Job und mache schon lange nicht mehr in Kleiderverkauf. Auf in den Tag, die Müllabfuhr ist laut zu hören und das Homeoffice wartet, vorher aber duschen und Frühstück. Leben, dass ich noch lebe ist wirklich ein Wunder.

Weiterschlafen, Gnocchi, guter Geist, Balkonien und Wunder

Guten Morgen, man kann das Gefühl „Es ist früh und ich bin hellwach“ einfach ignorieren und weiterschlafen, so heute geschehen und endlich ausgeschlafen. Gestern tatsächlich noch 6 Stunden gearbeitet, denn es gab einen Notfall. Ein sonniger Tag grüßt und ich habe die Fenster aufgerissen. Eigentlich wollte ich ihn heute im Park treffen und dann später zusammen essen, uneigentlich hat er sich jetzt aber gegenüber der Kirche verpflichtet, gleich zwei Gottesdienste als Pianist zu begleiten. Damit hat er erst abends Zeit und ich habe beschlossen stattdessen eine Freundin im Park zu treffen. Gestern Resteverwertung, Gnocchi mit Zwiebeln, Möhren und Paprika angebraten und mit Calabrese Pesto abgerundet. Nachdem neulich zwei seiner Gratis-Steaks vergammelt waren, ist meine Lust auf Fleisch gerade gedämpft. Für ihn bereits gestern Putenunterkeulen geschmort, das dauert immer Stunden und ich habe heute andere Pläne als neben dem Ofen zu sitzen. Ruhig hier, nur Spatzen singen und mein Unterkörper krampft, schön eine Frau zu sein.^^ Mehr schlafen hat gutgetan, seltsame Gedanken verschwinden dann nämlich. In letzter Zeit denke ich manchmal, meine Mutter ist hier, also keine Stimmen oder Halluzinationen, einfach so ein Gefühl sie hat gerade nach mir geschaut. Ich habe beschlossen mich dadurch aber nicht bedroht zu fühlen, sondern sie als guten Geist zu sehen der auf mich aufpasst. Vielleicht alles nur normale Trauerarbeit, aber als ehemalige Psychotikerin kann das auch sehr bedrohlich wirken. Sie war die letzten Jahre ihres Lebens eine sehr sanfte und fürsorgliche Person, ein ganz anderer Mensch als das Muttermonster aus Kindertagen. Die Sonne scheint und es gibt 27 Grad in der Bude zum Morgen, ist mir schon etwas zu viel, aber erst ab 30 Grad wird es grausam. Frühstück wäre ein Plan, jetzt immer öfter mit Ei, dank ihm, auch ist eine Banane am Tag jetzt Pflicht. Die ganze Zeit Vitamin-Tabletten schlucken fand mein Magen nicht lustig, versuchen wir es doch mit besserer Ernährung. Gestern auch reichlich Erdbeeren gegessen und er hat noch Blaubeeren und Weintrauben mitgebracht, gesundes Essen für einen gesunden Körper und Geist? Neben mehr schlafen, scheint mir das gutzutun. Kornblumen und Kapuzinerkresse blühen auf den Balkon und erfreuen Bienen und mich, mein Balkon sieht dieses Jahr etwas wild aus, aber grün. Für ihn einen Ventilator bei Lidl ergattert, der war eine Stunde nach der Verfügbarkeit im Online-Shop ausverkauft. Dieser wurde gestern tatsächlich von DHL bis an meine Wohnungstür geliefert, ich wollte nur erwähnen, dass Wunder geschehen, auch durch DHL. Auf in den Tag mit den Mamas und Papas:

Ostern, Kirche, Stille, Vogelgezwitscher, Selbstzerstörung und Wald

Guten Morgen, Merkel ist also aus der Quarantäne zurück und belehrt das Volk, dass Ostern nicht gefeiert wird. Das derzeit die Kirchen zu haben ist aber auch echt ein dickes Ding, ich denke gerade jetzt brauchen viele Leute ihre Kirche, aber Kirche ist halt ne Gruppenveranstaltung und deswegen verboten. Ich habe gut geschlafen und bin noch nicht ganz wach, sehr ruhig hier, kein Kindergeschrei, wie sonst jeden Sonntag. Ich finde die Ruhe klasse, gestern konnte ich z. B., auf den Balkon sitzen, ohne das unten auf dem Spielplatz Kinder schreien und davor Erwachsene picknicken. Niemand da, nur Sonnenschein, Vogelgezwitscher und Stille. Ich wundere mich, dass die anderen Nachbarn nicht auch ihren Balkon nutzen, niemand war gestern auf seinen Balkon, alle spazieren oder mit Netflix beschäftigt? Gestern Resteessen, Reste von dem Auflauf und später eine handvoll Chickenwings mit Gurkensalat. Essenstechnisch geht es mir gut, es gibt nichts zu meckern. Auch im Supermarkt gestern fand ich passende Nahrung für heute. Mit dem Freund gechattet, mit der besten Freundin und einem Internetfreund, auf den ich aber gerade sauer bin, weil er Hilfe braucht, angebotene Hilfe aber gerade nicht abruft und sich täglich selbst mehr schadet. Das kann mich schon mal wütend machen, wenn jemand auf dem dummen Pfad der Selbstzerstörung ist. Blauer Himmel grüßt und alles ist so friedlich und ruhig, ich genieße das, denn ich verhalte mich schon seit Jahren leise und verzichte auf Gruppentreffen, jetzt müssen die anderen das genauso machen. Für mich ist die derzeitige Situation entspannend und erleichternd, denn es ist ruhig und keiner möchte mich unbedingt zu irgendeinem Gruppenevent drängen. Gut insgesamt ist die Situation natürlich trotzdem bedrückend, aber ich finde zwischen durch kann man es auch genießen, Verhältnisse zu haben, als würde man auf dem Dorf leben. Ich mag meine Wohnung und danke meiner Mutter, dass es eine Wohnung mit Balkon geworden ist, ich wollte damals keinen Balkon, aber das war vor Corona. Auf in den Tag, der Vater wartet und ich vermute heute gehen wir mit dem Hund in den Wald, das wird sicher nett.

Zwischenmorgen, goldener Herbst, geputzt und 5 %

Guten Zwischenmorgen, ne das ist nicht mein ernst, am Sonntag gegen 8 wach zu sein. Aber es ist sein ernst, denn er hat sich schick gemacht und ist auf den Weg zur Kirche. Gut soll er machen, so habe ich Zeit für meinen Blog und mein Bett. Vielleicht gehe ich ja irgendwann mal mit. Es ist ein blauer Himmel und Sonnenschein zu sehen, vielleicht doch noch ein bisschen goldener Herbst? Gestern Schnitzel mit Kartoffel-Gemüse-Pfanne gemacht, das mochte er, wir tasten uns langsam kulinarisch an. Für den Vater gibt es heute Steak mit grünen Bohnen und Kartoffeln, ich hoffe, das Steak ist ihm groß genug, aber bei 32 Euro das Kilo, kommt man auch mal mit kleinen Steaks aus. Er hat mich gestern überrascht und hier geputzt, ist toll in ein sauberes zu Hause zu kommen. Über den Kontostand gewundert, weniger Schulden als gedacht, der Stromanbieter hat 130 Euro Bonus überwiesen. Bin derzeit in Bestelllaune, aufpassen, dass ich nicht zu viel bestelle. Lotto spiele ich auch, aber das Schicksal scheint der Meinung zu sein mir derzeit genug Gutes geschickt zu haben. Die Nachbarn sind auch wach, die wollen aber sich nicht in die Kirche, sondern höchstens zum Brötchen holen. Schöne neue Welt, alles gut so weit, nur mein morgendliches Blog-Ritual möchte ich derzeit noch nicht aufgeben, aber er denkt wohl ich finde es schön und aufmerksam, wenn er mit mir aufsteht. Ist aber nicht so, morgens sehe ich scheiße aus und will meine Ruhe und vor mich hinschreiben. Die Arbeit ist gut, ich bin immer noch ein Glückspilz meine Stelle ergattert zu haben, er arbeitet viel härter und verdient dabei die Hälfte. Ich bin immer noch glücklich, dass ich zu den 5 Prozent gehöre, die es nach jahrelangen Hartz IV Bezug zurück in der Selbstständigkeit geschafft haben und das trotz schwerwiegender Krankheit. Morgen zu meiner Allgemeinärztin und ihr mein Blutdruck-Tagebuch zeigen, mal sehen wie sie meine Werte einschätzt. Nächste Woche wieder externe Termine, so etwas wie eine geregelte Arbeitswoche ohne Sondertermine habe ich selten. Der Kaffee schmeckt und meine Verdauung ist auch froh, dass wir allein sind. Gleich wieder ins Bett, für heute genug das Internet voll geschrieben.