Allein, Krähe, Medis und gar nichts

Guten Morgen, was für eine herrliche Ruhe hier. Er ist nicht da, ich habe 8 Stunden geschlafen und gerade jetzt alle Zeit zu bloggen. Herrlich! Gut einschlafen ohne ihn war nicht so lustig, aber alles Gewohnheit. Homeoffice gestern war ok, eine Ratsuchende und Rückmeldung zu einer Bachelor-Thesis geschrieben. Keiner da der wegen meiner Zigaretten meckert und mir großzügig meine Zeit zum Bloggen lässt. Der Kaffee schmeckt und ich höre Krähen schreien, meine Vögel antworten. Krähen waren in meiner Psychose wichtig, ich dachte sie verfolgen mich, reden mit mir und beobachten mich. Sie waren damals in meiner Wahrnehmung überall und ich dachte, ich bin die Krähen-Frau. Na vielleicht früher zu viel „The Crow“ geschaut. Er hat wieder Bewerbungsgespräche für qualifizierte Jobs, ich hoffe es klappt mal endlich irgendwas, wenn es sein muss auch bei einem fucking Internet-Startup. Ich kenne ja die Wege wie Start-ups Leute systematisch ausbeuten und werde gut auf ihn aufpassen. Der Vater antwortet nicht auf meine letzte Nachricht, ich wollte absagen, aber jetzt reagiert er nicht mehr. Aber ich glaube ich brauche meine Ruhe, er wird heute arbeiten, ein wirklich ungestörter Tag für mich also. Allein sein war mir immer wichtig, gut hier und da habe ich übertrieben, aber ganz darauf verzichten kann ich auch nicht. Nur allein komme ich zur Ruhe, kann ich mich sortieren, die Bude aufräumen und Ruhe meine Dinge machen. Wieder Probleme mit dem linken Bein und zwischendurch ist mir immer wieder schlecht, scheiß Medikament, keine Ahnung wie lange man bei „Anpassungsschwierigkeiten“, wie es die Ärztin nennt, warten sollte. Ich nehme den Scheiß schon über ein halbes Jahr, habe zugenommen und es ist zwar weniger schlimm geworden, ist aber immer noch schlimm. Ganz ausschleichen traue ich mich aber immer noch nicht. Vielleicht gehe ich wieder schlafen, lasst mich doch alle in Ruhe, ich schlafe, die letzten Wochen und Monate waren so anstrengend, Medikamentenumstellung, zusammen wohnen mit einem lauten Afrikaner, Konflikte auf Arbeit, die alles zerreißen könnten, der Vater mit seiner Neuen und dann noch der fucking Lockdown im Winter, danke ich bin bedient und möchte nichts mehr bestellen. Vielleicht heute in die Badewanne und entweder nur Reste essen oder kochen, aber was mir gefällt und nicht irgendeinen Kerl. Auf in den Tag, Optimismus gesucht und einmal gar nichts für Nadine.

Passabel, Diskriminierung und irgendwann

Guten Morgen, kann passable Nacht. Mit ihm gestern noch viel über die Jobs gesprochen, wie und wo jetzt weitermachen. Auf Arbeit hat es gestern gekracht und ich hatte ein langes Gespräch danach. Ich hoffe, es hilft weiter. Ich will endlich wieder Friede im Team und ich will einen arbeitenden Mann. Dieser wurde von einem Arbeitgeber die Tage stark diskriminiert, ich musste gestern fast weinen deswegen. Da nimmt er allen seinen Mut, all sein Deutsch in die Hand, um nach einem ordentlichen Vertrag zu fragen und beantwortet wird diese Frage mit Ausflüchten und Lügen. Wie kann man nur einen guten, zuverlässigen Arbeiter, der schon fast 2 Jahre dabei ist, so behandeln? Gestern Abend, dann stundenlang Blaulicht im Wohnzimmer, irgendwas ist bei den Nachbarn los gewesen. Ruhe bewahren, zuhören, beruhigen und vermitteln, das scheint gerade meine Aufgabe zu sein, in allen Bereichen. Der Vogel meint, dass wenn ich morgens das Wohnzimmer betrete, dass Zeit ist mich lautstark zu begrüßen, sehr unangenehm, laut und störend, wenn ich noch halb und er eigentlich ganz schläft. Der Blutdruck und Herzschlag sind ok, der Kaffee schmeckt und ich muss heute ins Büro, weil Trennwände geliefert werden. Ein grauer Tag grüßt und er hat wieder Brötchen verbrannt, weitermachen, alles wird gut, irgendwann.