Angestrengt, Super Bowl, telefoniert, Nachbarn und Hoffnung

Guten Morgen, irgendwie nur angestrengt gerade. Zu lange wach gewesen und jetzt etwas müde. Gestern morgens am Arztbesuch gescheitert, dafür aber eine wunderbare Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht. Also zwei Stunden mit dem Bus herumgefahren, ohne Arztbesuch. Denn dank fehlenden Anschluss war ich zu spät, also nächste Woche. Seelisch geht es mir nicht so gut, körperlich ok gerade. Geheult gestern, mehrfach, keine Ahnung was los ist mit mir, PMS? Wechseljahre? Oder einfach nur mega empfindlich gerade auf alles? Weil alles zu viel? Bevor ich jetzt gleich wieder an Geisteskrankheit denke mal kurz nachgedacht, seit Monaten zu viel Arbeit und Verantwortung, der Mann abwesend, weil in der Probezeit, die Katastrophe mit dem Hund und die Schmerzen des Bandscheibenvorfalls, die Wut auf den Vater, ja läuft bei mir, eindeutig.^^ Immerhin heute Massage, das brauche ich auch dringend. Nicht nur geweint, weil ich so traurig war, sondern auch weil ich mich gefreut habe, darüber. Nach 30 Jahren dürfen schwarze Künstler bei der Super Bowl Halbzeit spielen und nicht irgendwelche Künstler, die Helden meiner Jugend. Kann sich die USA vielleicht doch verändern? Nach George Floyd eine kleine Wiedergutmachung?

Ein grauer Tag grüßt, vorbei der wunderbare Sonnenschein der letzten Tage. Das hat gut getan, die letzten Tage, eine Ahnung von Frühling zu spüren. Viel telefoniert gestern, gleich drei Freunde haben sich gemeldet und einkaufen gewesen und zu schwer für meinen kaputten Rücken geschleppt. Heute Homeoffice, aber bisher keine Termine außer Supervision, ist vielleicht auch besser so, das brauche ich gerade auch eher, Entlastung statt Belastung durch schräge Leute. Das Konto eine Katastrophe gerade, aber bald wird mehr Gehalt eingehen und gerade wird gar nichts mehr bestellt, außer die Kochbox gerade. Der Mann hat ein Abendessen versprochen, nachträglich zum Valentinstag, nachdem ich mir gestern selber Blumen gekauft habe. Blutdruck gerade wieder zu hoch und dann wieder zu niedrig, noch nicht im lebensbedrohlichen Bereich, aber bedenklich. Stress, zu viel Stress und kaum Ausgleich. Gegessen gestern Döner und Reste vom Couscous, keinen Bock auf kochen gerade, Motivation scheint gerade verloren. Die Nachbarn haben gestern sehr laute Musik über zwei Stunden am Stück gespielt, so laut, dass ich hier keine eigene Musik brauchte, leider spielten sie nur Techno und andere Scheißmusik, gestern wünschte ich ihnen ein schönes neues zu Hause in Marzahn oder besser ganz woanders, weit, weit entfernt. Mir tun deren Kinder so leid, ich tue mir selber leid, wie kann man mit solchen Menschen leben?

Motivation, Kraft, gerade verzweifelt gesucht. Die dicke Frau aus Berlin hat keine Lust mehr. Auf gar nichts. Schlafen gehört zu den wenigen akzeptablen Tätigkeiten. Ich hoffe, die Minijobberin nimmt heute nicht wieder 50 % der Zeit in der Supervision ein, kann irgendwie nicht sein, dass sie keine 10 % der Arbeit macht, aber sich 50 % oder mehr der therapeutischen Hilfen krallt. Ich mag sie, ich schätze sie, aber Rücksicht ist was anderes. Kämpfen, immer kämpfen, diskutieren, sich durchsetzen, ich mag gerade nicht mehr. Wann kommen sie, die guten Zeiten? Sind die für mein Leben überhaupt vorgesehen? Oder eher nicht? Ich lese mich jammern, aber das muss jetzt sein, wo sonst, wenn nicht hier? Aufgewacht, trotz aller körperlicher und seelischer Schmerzen, weitermachen trotz besseren Wissens, denn die Hoffnung stirbt zuletzt…

Dunkel, Pillen, Alter, Freak, Oger und seltsam

Guten Morgen, immerhin durchgeschlafen. Es ist noch dunkel und ich noch nicht ganz wach. Aktuell kaum Schmerzen, immerhin, das muss erwähnt werden. Der Kaffee schmeckt, auch wenn es Tee sein sollte. Sauer und enttäuscht von Vater und Ehemann, immer nur „Ich, ich, ich“. Ich brauche wohl mehr Neuroleptika, um das dauerhaft ok zu finden oder andere Drogen, bei denen mir alles egal ist und das eigene Ego klein. Heute Hausarzt und/oder Homeoffice, ich habe gerade noch nichts entschieden, aber aktuell ist die Vorstellung in einen anderen Bezirk fahren und stundenlang sitzend im Wartezimmer verbringen nicht so attraktiv. Andere Arzttermine in einem Monat bekommen. Die Kranken müssen gerade geduldig sein und die Ärzte halten unterbesetzt durch. In der Küche wartet ein Arsenal von Pillen und Nahrungsergänzung, man versucht, was man kann und mein Körper ist einfach mal im Arsch gerade. Nur die Ernährung umstellen reicht gerade nicht, jahrelange Mangelwirtschaft wird nicht so schnell repariert, wenn überhaupt. Gestern irritiert gewesen, ein Schüler von mir hat ein Liebeslied-Video mit meinen Namen gepostet, ich hoffe, das soll jetzt keine erweiterte Botschaft sein. Lieferung gestern komplett, wunderbar, endlich Getränke hier ohne Schleppen. Viel geschlafen und telefoniert gestern und Wäsche gewaschen, doch nicht gekocht, sondern Reste gegessen und abends dann noch Wraps mit Gemüse in Erdnusssoße.

Zwischendurch fühle ich mich seltsam, so als würde ich erst jetzt raffen, dass ich eine Frau in den 40ern bin. Ist komisch, keine Ahnung welcher Film in meinem Kopf die letzten Jahrzehnte lief, in diesem Film wurde ich gefühlt nicht älter. Schaue ich jetzt meine Hände an, weiß ich aber schon, dass wir 2022 haben. Nix mit forever young, auch wenn die Kosmetikerin ackert und die Cremes immer teurer werden. Das einzige, was gleich geblieben ist, ich bin immer noch Außenseiter wie in der Schule, ein Sonderling der Gesellschaft. Nur das ich jetzt auch auf den ersten Blick ein Freak bin. Danke, jetzt brauche ich nicht mehr den Mund öffnen, um aussortiert zu werden.^^ Die Verhältnisse sind jetzt gleich klar, hatte ich darum gebeten? Ich erinnere mich nicht daran. Vielleicht bin ich eine Fiona, wunderschön als Prinzessin geboren, aber in Wirklichkeit ein Oger. Wenn mein Ziel war ein Oger zu werden, habe ich es weit gebracht mit der äußerlichen Anpassung. Nur grün bin ich noch nicht, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.^^ Ich dachte, wenn ich mal grün anlaufe, dann eher wie der Hulk.

Aber genug Feststellungen zur Gegenwart, Fiona ist nicht so erfreut, in den Märchen meiner Kindheit kam sowas nicht vor, aber gut ich lebe, grün oder nicht, eine seltsame Frau, kann man mögen oder auch nicht:

Pillen, Arzt, der Teddy, Corona und Wunder?

Guten Morgen, ganz passable Nacht, aber jetzt schon gestresst, weil ich unbedingt zum Arzt muss, um meinen Blutdruck-Pillen zu kriegen. Keine Lust, auch keine Lust auf meine Schüler heute. Also eigentlich gar keine Lust auf gar nichts, nach den letzten Tagen. Gestern wurde es nochmal emotional, denn die Wohnung der Eltern muss geräumt werden und ich stehe wieder vor der Entscheidung Sachen mitzunehmen oder für immer aufzugeben. Nehme ich gar nichts mit, werde ich es bereuen, nehme ich zu viel mit, auch. Zu Tränen gerührt gewesen als gestern mein Teddybär aus dem Jahr 1986 wieder auftauchte, was habe ich diesen Teddy geliebt, er war mein alles. Da steht also eine 45-Jährige und klammert sich an einen Teddy und heult. Aber es ist gut, dass der Teddy wieder da ist, der ideelle Wert für mich ist unermesslich. Heute nochmal in die Elternwohnung, zum Glück habe ich noch Zeit mir Dinge auszusuchen und sie schrittweise in meine Wohnung/mein Leben zu integrieren.

Der Mann geht wieder zum Sport, vorbildlich und gut für ihn. Ich bin gerade überhaupt nicht vorbildlich, weil insgesamt überfordert von der Situation. Jetzt auch noch Mutterschmerz, das braucht man, wenn man eh schon emotional fertig ist. Der Vogel hat mein Licht im Wohnzimmer gesehen und singt ein Lied, also Licht wieder aus. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt und ich huste, muss noch einen Corona-Test machen und fühle mich genötigt mich boostern zu lassen. Der Entzug von Privilegien, wenn man nicht spurt, kommt mir irgendwie bekannt vor. Was alles ein Privileg war, merkt man dann meist erst später. Kosmetiktermin heute abgesagt, ich weiß nicht, ob ich da wirklich noch hin will und muss, aber ganz sicher nicht heute und jetzt. Ich habe gerade echt andere Probleme als eine jugendliche und sanfte Gesichtshaut.

Gegessen gestern Reste, Couscous mit Falafel und später Maultaschensuppe. Ab morgen gibt es wieder eine Kochbox für mich. Die Indizien in Berlin sind sehr hoch gerade, über 1000 in Neukölln. Kommt immer noch nicht in meinem Kopf, letztes Jahr bei einem Wert von 50 Hausarrest für alle, dieses Jahr bei 1000 macht, was ihr wollt. Muss man nicht logisch finden. Sehr viele Termine diese Woche, wobei das Abgrenzen immer besser funktioniert, ist mein Glas leer, ist es leer und es gibt keinen doppelten Boden mehr. Ich bin nicht die Heilsarmee, die jeden retten will. Oder schon, aber nicht für den Preis der Selbstaufopferung. Angefangen abends vor dem Schlafen mir einen guten Schlaf zu wünschen und es hat jetzt zwei Nächte geklappt, also weiter machen? Erinnert mich jetzt nur irgendwie an beten, aber wenn es hilft? Für mich ist der Unterschied zwischen religiösen Glauben und Psychose/Schizophrenie nicht wirklich groß, beides Zustände wo man an übersinnliches glaubt und Selbstgespräche führt. Was davon ist also gesund und was ist krankhaft? Hatte Moses jemals ein Gespräch mit Gott oder war er schizophren? Basieren die übermittelten Wunder in der Bibel auf Übersetzungsfehler und auf Erzählungen seelisch Erkrankter und ihr Erleben? Wer entscheidet, was ein Wunder ist und was Krankheit? Theologen? Psychiater? Die Pharmaindustrie?

Fragen zum Tag, die ich wohl nicht beantworten kann, Wissenschaft gegen Religion, warum niemals Wissenschaft und Religion? Länger erprobt ist wohl die Religion, aber hat sie damit automatisch recht in einer Informationsgesellschaft? Mit uralten Geschichten, die keiner beweisen kann? Mit Geschichten, die man heute eher der Psychiatrie zuordnen würde? Mit Geschichten, die grausamer sind als so manch ein Horrorfilm heute? Tradition oder Moderne? Ist neu immer besser? Oder doch das, was seit Jahrhunderten erprobt ist und funktioniert hat? Ich weiß es nicht und sehe in jeder Bewegung ihre Berechtigung, aber auch Kritik an beiden Systemen. Die Kirche missbrauchte ihre Macht zu oft, die Wissenschaft erklärt jeden Trauernden gleich zum Depressiven und will, dass er/sie Pillen nimmt. Die Wahrheit, die Wahrheit, sie liegt wohl irgendwo dazwischen, ich muss meine finde oder vielleicht auch besser nicht? Das Publikum der Ärzte beantwortet es mit einem eindeutigen „NEIN!“

Alpträume, Pizza, Datenschutz und die Exklusion des Lockdowns

Guten Morgen, ganz schlechte Nacht, Albträume, erst brannte ich, dann sollte ich vergewaltigt werden. Ich konnte nicht schreien und erwachte wie ich leise die Worte Hilfe rief. Vielleicht hätte ich mir mein Schläfchen gestern Nachmittag sparen sollen. Aber ich war erschöpft nach der Arbeit und so ein Schläfchen schafft Abstand zur Arbeit, danach beginnt immer ein neuer Zeitabschnitt. Die Pizza mit dem Vater war gut, ich habe mal was anderes ausprobiert, mit Schmand als Belag und darauf Lauch, Tomaten und Lachs. War lecker. Gespräche mit dem Vater auch ganz gut, der Hund kratzte erst, aber legte sich dann doch schlafen. Es ist noch dunkel und ich hatte jetzt keine 5 Stunden durchgehenden Schlaf, sehr belastend, aber nach dem Traum, bin ich lieber wach. Eigentlich wollte ich den Mann heute treffen, aber gerade denke ich, ich werde sehr müde sein nach der Arbeit. Gesellschaft werde ich schon brauchen, aber vielleicht nicht bis spät durch die Gegend fahren. Aktuell ist es bereits ab 16 Uhr dunkel in der Stadt, da kommt einem alles danach spät vor.

Der Vater hat Musik mitgebracht und Kochrezepte, dabei koche ich in letzter Zeit kaum noch für ihn, auch nicht für den Mann, eigentlich nur noch mit Kochboxen für mich. Weihnachtsgeschenke für den Bruder bestellt und kurz mit ihm gesprochen, seine Halbschwester hat Corona. Sie ist aber jung und gesund, ich denke/hoffe das wird kein Drama. Habe mir gestern ein digitales Impfzertifikat besorgt, jetzt darf ich auch ins Schwimmbad? Leider traue ich dem Datenschutz bei solch sensiblen Daten auf dem Smartphone nicht, kann ich nicht begründen, ist so ein Bauchgefühl. Die Stadt schläft noch, obwohl ich höre Autos, es gibt also auch welche die schon oder noch wach sind. Die Fenster der Nachbarn sind aber alle dunkel und ich höre nichts im Haus. Rauche gerade viel zu viel, irgendwie muss ich mich von den Alpträumen distanzieren, auch wenn beide letztendlich gut ausgegangen bin, den Brand konnte ich löschen und vor der Vergewaltigung aufwachen.

Heute zwei Präsenzberatungen, Menschen in anderen Notlagen scheißen auf Corona Vorsicht, wenn das eigene Leben aus anderen Gründen gefährdet ist vielleicht auch verständlich. Aber wir beraten nach 2G+, keine totale Sicherheit, aber eine Risikoreduzierung, mein Test gestern war auf jeden Fall negativ. Ich kann kaum den Urlaub über Weihnachten abwarten, ich möchte gerade gar nichts mehr machen, ich will einfach meine Ruhe. Zu viele verlorene Seelen seit Corona, zu viele traurige Geschichten. Der Lockdown war Exklusion, nicht Inklusion. Wie kann eine Gesellschaft angeblich Rücksicht nehmen auf die Kranken und Alten und gleichzeitig genau die einfach mal vergessen und im Stich lassen? Tolle Hilfe, wenn die Gesunden im Homeoffice sitzen und die Kranken mit Unterstützungsbedarf, keine Hilfen und Unterstützung mehr bekommen. Das ist nicht sozial, das ist asozial. Von wegen jeder rettet seinen Arsch zuerst, vergessen wir die Kranken, die sterben eh. Mir sind in meiner Unterstützung dabei auch die Hände gebunden, was soll ich machen, wenn die Ämter nicht mehr erreichbar sind und/oder im Schneckentempo arbeiten und es immer extremer werdenden Personalmangel in der Betreuung gibt? Sieht so Rücksichtnahme aus? Die Kranken allein lassen, während man es sich selbst zu Hause gemütlich macht? Und das dann Rücksichtnahme nennen? Für mich ist das Heuchelei.

Viel zu früh, der Kaffee wird schon kalt, ich muss auch aufpassen, dass ich nicht die nächste Unterstützungsperson bin, die auch nicht mehr kann und dann auch nicht mehr arbeitet, weil letztendlich der eigene Arsch wichtiger ist. Genug gekotzt über die Gesellschaft für heute, immerhin die Traumbilder etwas abschütteln können, fürs Büro ist es noch zu früh, aber ins Bett möchte ich nach diesen Träumen auch nicht. Ich wünschte, ich könnte die Augen schließen, wie es gerade so viele tun, doch mein Leben erinnert eher an Clockwerk Orange, spielen wir die passende Musik dazu:

Fernseher, 2G, Lager, Büro, unfrei und laut

Guten Morgen! Der Fernseher hängt endlich! Tolle Sache, aber nicht so toll das Chaos im Wohnzimmer jetzt. Ich muss den alten Tisch entsorgen. Überlege den Vortrag nächste Woche doch noch abzusagen, denn wegen der neuen 2G Regel werden kaum Leute da sein und da es gerade beruflich wackelt, ist es fraglich, ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist sich öffentlich als ehemalige Psychotikerin zu präsentieren. Viele Termine heute und ich wollte ins Büro, auch wenn ich da allein bin, ich muss raus hier. Früh schlafen gewesen und früh wach, obwohl der Vater gestern noch bis nach 22:30 hier war. Für den Vater Wildschwein-Gulasch gekauft, Wild liebt er und Gulasch passt nun mal zur dunklen und kalten Jahreszeit, das gibt es dann Sonntag. Immer noch nicht im Lager gewesen, ich drücke mich davor, die Mission „Entsorgung von Mama“ zu Ende zu bringen, nicht weil es körperlich anstrengend ist, sondern seelisch.

Der Kaffee schmeckt, die Verdauung läuft und neue Wimperntusche gefällt. Die Nachbarin hat schon das Haus verlassen, ansonsten aber Ruhe. Pizza gestern nicht so gut, weil zu lange im Ofen, Blutdruck heute unten. Ich vermisse meine Zeit, wo mir der Blutdruck egal war, wo ich frei in meinem Körper war. Kann man sich als gesunder, schlanker Mensch nicht vorstellen, wie es ist in seinem eigenen Körper beschränkt und gefangen zu sein. Ich bin es aber und es ist so grausam. Man möchte so viele Dinge tun und kann es aber nicht, weil der Körper nicht mitspielt. Als ehemalige Tänzerin besonders hart für mich, ich war mal so kraftvoll und frei. Heulen, schreien, das hilft alles nicht, ich sitze fest und kann mich kaum bewegen, während der Geist noch sehr frei und wild erinnert. Das ist immer die Diskussion, ob es schlimmer ist immer dick zu gewesen zu sein und die Freiheit niemals gehabt zu haben oder schlimmer ist sie genau zu kennen und verloren zu haben. Ich persönlich finde es schlimmer, die ehemalige Freiheit noch zu erinnern, aber nichts mehr davon zu haben. Wäre ich dick geboren worden, würde ich dieses Gefühl von Freiheit nicht kennen und vermissen. Ich bin so neidisch, wenn ich Leute tanzen sehe, ja sogar auf Fahrradfahrer bin ich neidisch, denn das alles kann ich nicht mehr. Die Krankheit, für mich schlimmer als Knast. Im Knast könnte ich wenigstens tanzen und die Traurigkeit über die Unfreiheit von mir zumindest temporär abschütteln.

Aber immerhin der Geist spielt noch mit und meine Stimme ist laut, vielleicht sogar lauter als früher. Aber es ist aber auch der Schmerz, der die Lautstärke meiner Stimme hat wachsen lassen. Es gibt so vieles über das ich schreien möchte und es auch tue, ja fett, alt, krank und hässlich, aber dafür kein Stück leise. Ich weiß, darauf hat die Welt gewartet!^^ Ich mache dann weiter und schreie für mich und andere rum, ich bin jetzt eine Frau mit Haaren auf den Zähnen und ich beiße, manchmal auch einfach so…

Hypochonder, Pizza, Frühwarnzeichen und Sonnenschein

Guten Morgen, wieder nur 6 Stunden Schlaf, aber immerhin am Stück, immer noch Zahnschmerzen, aber die Zahnärztin hat nichts gefunden, was für eine Erleichterung. Vielleicht bin ich jetzt auch ein Hypochonder, wie viele seelisch kranke Menschen nach einer Weile der Krankheit. Aber selbst wenn, nach 8 Jahren Neuroleptika mal durchchecken lassen, kann nichts so falsch sein. Damit sollte auch das Gesundheitszeugnis für die Adoption endlich greifbar sein, besser wir klären die Familienverhältnisse zu Lebzeiten. Außerdem weiß ich jetzt was los ist mit der Gesundheit und brauche mich nicht in diffusen Ängsten zu wägen. Arbeit gestern hat gutgetan, aber wieder über die Kollegin geärgert, wo die ihr Ego herhat, wahrscheinlich aus dem Land Größenwahn. Heute Pizza mit dem Vater, habe ich auch Bock drauf, für das wieder erden der davon fliegenden Tochter, gibt es heute Abend eine scharfe Chorizo-Pizza. Den Mann dazu gebracht mit mir ans Meer zu fahren, sehr schön, könnte traurig werden, da brauche ich jemanden der mich umarmt. Außerdem mag er Zugfahrten und hat Berlin seit seiner Ankunft hier kaum verlassen. Wegrennen von der Wohnung scheint gerade zu helfen, ich halte es hier nicht mehr aus, irgendwie ist das hier gerade ein Ort der Depression und einer möglichen Psychose. Mein Psychiater war beeindruckt, dass ich das kontrollieren kann, also das ich es merke, wenn ich abrutsche und in die Handlung gehe. Ich scheine meine Frühwarnzeichen mittlerweile sehr gut zu kennen und habe Gegenmittel und genug Verbündete gefunden, denen ich ehrlich mitteilen kann was gerade in meinem Kopf passiert. Das Schlimmste bei seelischen Notlagen ist nämlich die Isolation damit, isoliert wird es immer schlimmer, denn dann hilft einen Niemand und auch die Selbsthilfe wird schwierig. Freue mich auf das Büro und die Ehrenamtliche, gestern auch mit der Chefin gesprochen, dass ich meinen Urlaub erstmal absage, über 3 Wochen allein zu Hause, ist genug Erholung bzw. Wahnsinn. Ich wünsche den alten Chef alle Krankheiten der Welt und den Verlust aller sozialen Kontakte. Einfach sterben wäre zu einfach für ihn. Blutdruck und Puls unten, während der Nacht sind die Werte immer sehr niedrig, ziemlich einfach zu erklären, wenn ich schlafe habe ich keine Ängste. Die Sonne scheint, der Vogel stresst und der Kaffee schmeckt. Doch wieder bei HelloFresh bestellt, denn es gab einen 30 % Gutschein, dieses Fertiggericht essen ist auch keine Lösung. Kann auch nicht sein, das gutes, selbst gekochtes Essen nur den Männern vorbehalten ist. Ich bin auch wichtig und bestellen oder draußen Essen ist noch teurer. Meine Zahnärztin gestern war nicht überrascht über meine Ängste, das kennt sie schon, schade, dass sie mich nicht mal mutig und kämpferisch in anderen Lebenslagen kennt, bei Arztbesuchen und besonders beim Zahnarzt bin ich halt Angsthase, aber nicht generell im Leben. Es ist früh, ich mag es, wenn ich ohne Wecker erwachen kann und dann erstmal ganz viel Zeit für mich habe. Morgens durch einen Wecker geweckt werden und dann noch unter Zeitdruck stehen, ist doch irgendwie Terror. Das kann dann doch gar kein guter Tag werden, wenn man so erwacht. Versuchen wir es mit Optimismus und einem Klassiker, auf mein Leben im Sonnenschein:

Angst, Ärzte, sterben und lieber allein

Guten Morgen, keine so tolle Nacht, aber solange wieder hingelegt bis fast 8 Stunden voll waren. Heute Arzttermin Nummer zwei die Woche, nachdem ich gestern meine Ärztin zu einer Blutuntersuchung bringen konnte, wird heute mein Herz untersucht und ein Langzeit EKG gemacht. Ich habe Angst, aber das ändert gar nichts, außer vielleicht die Werte. Nichts machen und einfach sterben ist auch keine Lösung, dann bin ich halt mal teuer für die Krankenkasse. Meine Mutter meinte immer, wir brauchen nicht zum Arzt. Im Nachhinein denke ich, weil sie neben der Arbeit keine Zeit dafür hatte? Ich erinnere mich wie ich als Kind mit Masern fast an Fieber gestorben bin, weil meine Mutter mich tagelang im Bett liegen ließ und nicht zum Arzt mit mir ist, bis das Fieber dauerhaft bei 42 Grad war. Der Arzt hat dann ziemlich geschimpft und sprach von Lebensgefahr. Vielleicht der Grund warum ich mich heute genauso dämlich verhalte und die Arbeit wichtiger finde als die Arztbesuche. Aber nicht diese Woche, diese Woche habe ich mich krankschreiben lassen, um zu allen Ärzten zu rennen. Ein Blutbild wurde, glaube ich noch nie bei mir gemacht und mein Herz auch noch nie untersucht. Der Herzarzt war ziemlich überrascht als ich das mitteilte, aber es gibt keine Pflicht zum Arzt zu rennen. Immerhin kein Durchfall heute, das ist doch mal was und esse ich eine warme Mahlzeit während des Tages, gibt es auch keine Bauchkrämpfe. Dieses morgens minimal Frühstücken und dann erst abends wieder essen, findet mein Bauch gerade nicht lustig. Die Vögel stressen gewaltig, vielleicht weil die Sonne endlich mal wieder scheint. Der Kaffee schmeckt und ich versuche ruhig zu bleiben, wenn ich krank bin, dann bin ich halt krank, wenn ich sterben muss, dann muss ich halt sterben. Mein ganzes Leben lang wollte ich immer wieder sterben, diese Welt erschien mir zu oft nicht lebenswert. Früher wollte ich durch einen vermeidlichen Tod meine Mutter bestrafen, habe es aber dann doch nie gemacht und heute ist sie tot und ich denke, sie ruft nach mir. Es gibt aber auch Menschen auf Erden, die nach mir rufen, die mich noch brauchen, also ab zu den Ärzten und hoffentlich weitergelebt. Die Frauen in meiner Familie sind eigentlich alle sehr alt geworden, außer meine Mutter. Der genetische Vater scheint auch noch zu leben, bisher keine Post vom Anwalt bekommen. Hier allein zu sein, ist immer noch seltsam, einerseits herrlich, dann auch wieder gruselig. 18 Jahre musste ich warten, bis ich endlich allein leben durfte, ohne Fremdbestimmung, ohne ständig umgesetzt zu werden und auf die Launen der Erwachsenen ständig Rücksicht zu nehmen. Vielleicht der Grund warum ich auch heute noch lieber allein lebe. Ich will keine Gefangene sein, von niemanden. Auf in den Tag, genug therapeutisch geschrieben heute und den passenden Song zum Leben und sterben:

Ruhe, Seele, Vitamin D und Selbstbestimmung

Guten Morgen, Ruhe und genug Schlaf, mir geht es besser. Er hat woanders geschlafen, danke dafür. Zwar ist alleine einschlafen jetzt etwas gruselig, aber der lange Schlaf und die Ruhe jetzt ist es wert. Blutdruck auch wieder unten, die letzten Tage zu hoch und die ganze Zeit ruhelos. Auch keine Bauchschmerzen gerade, alles besser, wenn man(n) mich mal in Ruhe lässt. Ich genieße die Ruhe, auch mein Vogel hält den Schnabel. Gestern noch gechattet mit ner Freundin und mit einem alten Freund. Leider ist mein anderer alter Freund wieder im Knast, aber ich ahnte es. Ich meine er hat es keine 6 Monate in Freiheit geschafft, schade. Der Kaffee schmeckt und ich überlege mir mal wie viel ich heute arbeite, zwingend nötig sind nur 2 Stunden, später am Tag. Dunkel ist es, ein grauer Tag, vielleicht gehe ich wieder ins Bett. Aus dem Fenster gucken ist auch eine wichtige Tätigkeit. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man derzeit aufpassen muss, was man sagt oder schreibt, viele reagieren sehr empfindlich. Also besser gar nichts sagen und vielleicht später ein Gespräch suchen. Auf die Kollegin nächste Woche kann ich nicht zählen, wie naiv von mir das zu hoffen, ich kenne sie doch. Gegessen gestern den Rest der Königsberger Klöpse und Beeren, die er von der Arbeit mitgebracht hatte. Er versteht nicht wie wichtig Ruhe und Schlaf für mich sind, ich erklärte ihm mehrfach wie wichtig das für mich ist wegen der Krankheit, damit sie nicht zurückkommt und er erwiderte nur, dass jeder Schlaf bräuchte. Er versteht einfach nichts. Aber gut er hat auch keine Ahnung was meine Krankheit bedeutet. Für ihn waren seelische Krankheiten vor Deutschland nicht existent. Den Vater und Bruder sehe ich Montag, bis dahin habe ich ruhe und kann atmen. Feststellen dürfen, dass mir die Vitamin D Einnahme nicht nur bei den Muskeln, sondern auch bei den Atemwegen hilft, es geht aufwärts. Passt aber eigentlich, denn ich erzähle schon mein ganzes Leben, dass es mir in sonnigen, warmen Orten/Ländern so viel besser geht, wahrscheinlich weil da auch mein Vitamin D Wert endlich im grünen Bereich ist. Deutschland mag ja wirtschaftlich interessant sein, aber das Wetter macht Leute wie mich fertig. Aber gut warten wir ab, der Klimawandeln soll ja auch bald Deutschland zu einem warmen Ort machen. Auswandern im Alter wird also vielleicht gar nicht nötig sein. Morgen auf einen Spaziergang eingeladen, vielleicht mache ich das, nachdem ich endlich wieder spazieren kann. Immer noch nicht ganz fertig mit der abschätzigen und aggressiven Reaktion auf meinen Vortrag die Woche, wie kann man im sozialen Bereich als Profi arbeiten und dann entsetzt sein, dass ein ehemaliger Patient wieder stabil ist und wichtige Arbeit macht? Ist das in deren Köpfen nicht vorgesehen? Angst um den eigenen Arbeitsplatz? Zu viel Selbstbestimmung für Menschen mit Erkrankung und/oder Behinderung? Sollte das nicht Ziel ihrer Arbeit sein? Egal ich habe wahrscheinlich nichts mehr mit denen zu tun, mir tun nur deren Klienten leid. Die Straße rauscht leise und ich genieße den Ruhepunkt, nichts gar nichts muss ich gerade, keiner stört, macht Krach oder Chaos oder will bedient werden. Keiner sieht mich im Pennerlook und findet mich vielleicht unsexy. Etwas Jazz auf den Kaffee und Kopfsalat:

Aufgewacht.

Guten Morgen. Eigentlich gibt es nichts zu sagen, ich habe gestern schon genug gesagt. Ich bin frustriert über mein Leben, was ich alles verloren habe durch die Krankheit und noch mehr durch die Medikamente. Gestern Abend kam das alles nach einem Streit mit dem Mann hoch, ich könnte schreien über das, was mir angetan wurde. Warum kann ich nicht mein altes Leben zurück haben? Ich möchte wieder jung, gesund und attraktiv sein. Nicht die alte dicke und kranke Frau. Keine Ahnung wie ich all die Jahre damit leben konnte, ich vermute es waren die Medikamente, die mich ruhig gestellt haben. Blöd, wenn es einen nach 8 Jahren dann doch auffällt. Wenn ich so weiter mache wie jetzt, bin ich vielleicht wirklich früh tot. Keine Ahnung wohin mit dem Schmerz und der Erkenntnis, mein Onkel kommentierte vor ein paar Jahren zu Weihnachten schon, wie ich jetzt ein zufriedenes Leben führen könnte nach alldem was ich verloren habe. Aktuell weiß ich es auch nicht, auch wenn ich denke, dass ich das Beste aus der Scheiße dir mir blieb gemacht habe. Auch wenn ich wegen Kleinigkeiten auf ihn sauer bin, gerade ist das egal, ich brauche eine Umarmung und es ist gut, dass ich nicht allein bin. Ich weiß Selbstmitleid stinkt, aber nach alldem mal angemessen heulen muss doch erlaubt sein?! Dass solche Erkenntnisse und Gefühle hochkommen ist wohl normal beim Reduzieren, die Medikamente blockieren viel, aber deswegen wieder hochdosieren? Damit mir wieder alles egal ist? Reduziert wird also vorerst gar nichts mehr, ich muss das erstmal verarbeiten, wenn man das überhaupt verarbeiten kann, dass einen alles genommen wurde. Immerhin habe ich frei, so wie heute könnte ich nicht arbeiten. Sonst aber keine Auffälligkeiten, kein Wahn, keine Paranoia, keine Stimmen, es sind nur die ganzen Gefühle die mich quälen, weil sie so lange unterdrückt wurden. Aufwachen, manchmal eine harte Nummer.

Video, altes und neues Leben, Gespräche und Ostern

Guten Morgen, keine tolle Nacht und ein grauer Tag grüßt. Er ist schon eine Weile wach und im Abflugmodus. Ich habe heute Spätdienst mit einer über 3-stündigen Videokonferenz. Die Videokonferenz ist heute ein offizieller Anlass, ich werde mich hübsch machen und eine Bluse überwerfen. Der Kaffee schmeckt und er ist mit meinem BVG-Ticket unterwegs. Durch den Lockdown reicht ein Ticket für beide, wir wechseln uns gut ab. Die anstrengenden Diskussionen von gestern wirken noch nach, auch wenn ich sonst eine Freundin von großen Träumen bin, seine sind mir derzeit zu groß. Ich habe keine Karriereambitionen mehr, ich mache das, was ich mache und das ist gut so. Aber ich war auch mal so jung und hungrig, ist bei mir nur sehr schiefgelaufen. Aktuell beschäftige ich mich viel mit meiner Vergangenheit, wie ich wann wo mit wem war und warum, ich hatte ein aufregendes Leben, leider auch mit vielen Tiefschlägen, aber immer was los. Durch die Krankheit mittendrin kommt mir aber vieles davor unrealistisch vor, wer war dieses Mädchen? Ich sage immer: Ich hatte ein Leben vor und nach der Krankheit, warum kommt mir mein Leben vor der Krankheit jetzt so fremd und fern vor? Ich möchte diese Zeit aber nicht unbedingt zurück haben, klar ich war jung, gesund und gutaussehend, aber ich war zu oft ein dummes Opfer. Das würde mir heute nicht mehr passieren, ich muss da an einen Spruch meiner Mutter denken: Ich wäre gern nochmal 20, aber mit dem Wissen von heute. Das ist nämlich das Dumme an der Jugend, man hat alle Möglichkeiten, weiß es aber nicht. Morgen wohl ins Büro, ich muss raus hier, ist mir gerade zu viel Zweisamkeit. Würden wir nicht zusammen wohnen, würde ich mich nach unseren letzten Gesprächen erstmal ne Weile nicht melden. Die Klamotten von Lidl sind nicht der Hit, kann man tragen, muss man aber nicht, aber zurückschicken möchte ich jetzt auch nicht, immerhin die Unterhosen sind gut. Aus dem falschen Rinderfilet wurde ein Rinderbraten mit Klößen und Brokkoli, weil er keinen Rotkohl mag. War lecker, habe das Fleisch stundenlang gegart und es war butterweich. Was es heute gibt keine Ahnung, aber es findet sich schon was. Vielleicht gehe ich jetzt wieder schlafen, habe noch Zeit bis zur Arbeit und allein ist es hier gerade entspannter. Ostern kommt die Neue vom Vater dazu, es ist ihm so wichtig, aber diese Frau ist zwar ganz ok, aber sie wird nie meine Mutter ersetzen können und sollte aufpassen sich als solche aufzuspielen. Wie kann es z.B. sein, dass diese Frau sich in der Wohnung meiner Mutter aufspielt als wäre sie meine Gastgeberin? Egal, ich hoffe, Ostern geht klar, ohne Eskalation. Auf in den Tag auf das Licht am Ende des Tunnels.