Umzugsarbeiten, Kräuter, Ehrendenkmal und Essen was man nicht mag

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, aber erstmal die Vögel zum Schweigen gebracht. War das anstrengend gestern, den ganzen Tag beim Mann gerödelt und abends kam der Vater wieder nicht. Also habe ich den Mann allein auf den Vater warten lassen und bin nach Hause. Reichte dann auch, denn nach Frühstück, die Gardinen getauscht, die Mikrowelle eingebaut und angeschlossen, die Küche einsortiert, ein Badregal aufgebaut, ein Klodeckel ausgetauscht, Müll weggebracht, Vertragsberatung zu Internet, Strom und Gas, den Gasherd nochmal erklärt, versucht die Waschmaschine in der Küche zu entfernen und letztendlich noch eine Gemüsepfanne mit Huhn und Reis gekocht. Dafür gab es dann auch endlich mal ein Danke. Heute bringt der Mann die Schlüssel und nachmittags werde ich für zwei Stunden in seine Wohnung fahren, um eine Waschmaschine in Empfang zu nehmen. Ja so ein Umzug ist ein entspannender Spaß. Habe vor heute noch ein kleines Kräuterbeet vor seinem Fenster zu pflanzen, hier warten Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Minze.

Am sowjetischen Ehrendenkmal gestern sehr großer Polizeieinsatz, aber von Demo keine Spur. Seit Wochen wird dort randaliert und die frisch gepflanzten Grünarbeiten mutwillig zerstört. Gestern passten also geschätzte 100 Polizisten auf Gartenarbeiten auf. Das Denkmal gehört nämlich Berlin und auf Eigentum wird in unserem schönen Land besser aufgepasst, als z.B. auf Kinder. Ruhe im Haus, die Sonne scheint in mein Fenster, der Kaffee schmeckt und die Kippe dazu ist eine nicht gut schmeckende schlechte Gewohnheit. Wieder zu wenig geschlafen, aber ich fühle mich passabel. Auf der Arbeit ist gerade wenig los, eine handvoll Anfragen, aber noch reichlich Schulungsunterlagen. Die ehemalige Wohnung der Eltern ist endlich leer und der Vater darf sich jetzt endlich erholen? Ich die neu gesammelten Dinge der Mutter endlich wegsortieren, weil nichts mehr kommt? Immer wieder erschreckt in welchen schlechten Zustand mein Körper ist, das habe ich sehr lange nicht mitbekommen, wahrscheinlich wurde es deswegen auch so schlimm. So ist das halt, wenn man sich nicht spüren kann. Aber gut, die mittelalte, dicke Frau rennt dann einfach weiter durch die Stadt und glaubt, sie wäre ein Teenager.

Nachts noch Spargel gerettet, aber ich mag Spargel immer noch nicht, gerade dieser erinnert mich an den holzigen Spargel der Oma aus dem Glas, den ich früher essen musste. Mit Linsen bin ich auf einem guten Weg, manche Linsen esse ich wieder. Auch da eine Zwangssituation aus der Kindheit, ich musste eine furchtbare Linsensuppe aus der Dose essen und habe mich dabei fast erbrochen. Tja in meiner Familie galt: „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!“ Und nein, niemand durfte den Tisch verlassen, bevor alles aufgegessen war. Aß man also nicht zufällig mit Leuten, die genau das mochten, was man selber nicht mochte, hatte man verdammt schlechte Karten. Ich finde, niemand sollte gezwungen werden irgendwas zu essen, was er nicht mag, wer nicht will, der bleibt halt hungrig und schlank. Auf in den Tag, zum Glück geht die Balkontür wieder, endlich wieder mit angekippten Fenster schlafen, das macht viel aus. So ist das halt als unabhängige Frau in 2022 in Berlin:

Streit, Bananenbrot, Vater, Stellvertreter und Welt retten

Guten Morgen, wieder zu wenig Schlaf, weil gestern ein nicht so ein erfreulicher Tag war. Pakete kamen mit stundenlanger Verspätung, ein Teller kaputt, ein anderes Paket mit wichtigen Dingen gar nicht zugestellt. Erst mit dem Mann gestritten und dann ewig auf den Vater gewartet, der nicht kam. Bananenbrot gebacken, nachdem die Bananen für den Mann nicht mehr so gut ausgesehen hatten und ich irgendwas Beruhigendes gebraucht hatte. Ja, gestern war so ein richtiger Gewinnertag! ^^ Aber gut, das Bananenbrot ist gut geworden, alles andere dann vielleicht später? Der Kaffee schmeckt und heute gibt es viel zu tun beim Mann, er hat dann gestern meine bestellte Sammlung für ihn mitgenommen, womit ich jetzt in der Wohnung einfach loslegen kann. Mein Beschluss ihm auch einen Nahrungsvorrat anzuschaffen fand er allerdings unerhört und übergriffig? Entschuldige, aber wann, wenn nicht jetzt, braucht man einen bestimmten Vorrat zu Hause? In jeder Wohnung sollte sich sowas finden, es gibt immer mal einen Sonntag, wo man nicht einkaufen kann oder einen zu langen Monat für das Geld. Abgesehen davon Pandemie und Krieg? Na, vielleicht versteht er es später. Ich finde ein paar Nudeln, Reis, Getränke und Konserven müssen halt sein, dabei bleibe ich auch.

Aufgewacht und Kaffee gekocht, losgefahren und die Küche des Mannes eingeweiht. Leider immer noch ohne Schlüssel, also werde ich ihn wach klingeln müssen. Ich glaube, die erste richtige eigene Wohnung hatte sich der Mann weniger stressig vorgestellt. Die Vögel sind zu laut, keine Ahnung was es da so laut zu singen gibt um acht Uhr morgens. Gestern das unsägliche getan und gebügelt, eigentlich wollte ich nur den Duschvorhang für den Mann kürzen und die Kante versiegeln, aber dann wurden es doch noch ein paar Tischdecken. Bin etwas sauer auf den Vater, erst eine Woche nicht den Zweitschlüssel rausrücken und dann sagen man kommt vorbei und nicht vorbeikommen, aber auch nicht absagen. Es steht jetzt noch eine kleine Tasche für den Man im Flur, die kann ich allein mit dem Bus transportieren, wenn er denn aufmacht, den anscheinend bin ich wieder stellvertretend für ganz Deutschland schuld, dass man hier Wohnung unmöbliert ohne Strom und Internet anmietet. Aber gut, ich hatte am Anfang auch Vertrauensprobleme, nachdem ich mein Erlebnis mit der Nigeria Connection hatte.

Insgesamt geht es mir gerade nicht gut, ich bin einfach so müde und erschöpft, ich könnte jetzt auch wochenlang im Bett liegen und gar nichts machen. Das ist und war einfach so anstrengend, mit der Pandemie, und die weggefallene Versorgung von Menschen mit Behinderung immer noch eine Katastrophe, die ich allein niemals auffangen kann und mittlerweile auch nicht mehr will. Soll doch wer anders die Welt retten, ich stehe temporär nicht zur Verfügung, ich rette mich dann erstmal selber. Genauso wie es im Flugzeug geraten wird, erstmal sich selbst eine Sauerstoffmaske aufsetzen, dann anderen helfen. Gestern eine Reste-Tüte bei einem Lieferanten bestellt, die war gut, sehr viel Obst und Gemüse zum kleinen Preis, deutlich besser als meine Bio-Tüte die Woche. Versuchen wir es doch mit guter Laune, ich fahre dann mal zum Mann, ob der will oder nicht, ich komme…

Vögel, Vorräte, sparen, Probleme, taub und Polenta

Guten Morgen, wach geworden durch die Vögel, die zu laut singen. Wieder eine kurze Nacht und ich schaue verpeilt in den Tag. Gestern massive Probleme mit dem Arbeitstelefon, ständig nichts zu hören, sehr hinderlich, wenn man telefonieren möchte. Doch nicht beim Mann gewesen, weil der nach der Arbeit zu Ikea wollte und es mir zu spät wurde. Die Aussicht, mit einer blutigen Ferse, einer Mikrowelle unter dem Arm und anderen schweren Kram, mit den Öffentliche zu ihm zu fahren, war dann auch wenig motivierend. Ich kann kaum laufen, aber soll mit mindestens 30 Kilo unhandlichen Zusatzgewicht zu Fuß und per Bus durch die Stadt? Ich finde da könnte er mich und den ganzen Kram auch abholen. Die tragende Rolle für seine Wohnung kann er nämlich selbst spielen, finde ich. Gestern dann nach der Arbeit, noch meine letzten Online-Einkäufe optimiert, um die Vorräte nochmal aufzustocken. Aus meinen früheren beruflichen Leben habe ich da noch das Wissen, wie man Sonderangebote, Treuepunkte und Gutscheine so kombiniert, dass man deutlich weniger zahlt.

Pakete kamen an, aber ich erwarte noch weitere Pakete für den Mann. Ich gehe dann erstmal nicht zu Ikea, dieses Sparen durch eine unendliche Reise durch ein Warenhaus ist mir zu stressig. Da zahle ich gern 4,95 Euro, um nicht kilometerweit zu laufen und zu schleppen und auf diesen Weg vielleicht deutlich mehr zu kaufen, als ich eigentlich wollte. Mal sehen, ob ich es heute zum Mann schaffe, er will seinen Kram und mich heute abholen. Den Krieg nicht weiterhin beobachtet, sondern vorbereitet auf die Auswirkungen des Krieges. Telefoniert mit Freundinnen, aber nicht so in Samariterstimmung, mich interessieren die Probleme von Fremden gerade weniger, ich habe eigene Probleme und Freunde und Familie, die auch Probleme haben, das reicht mir dann für den Moment. Auch ich kann mal egoistisch im Selbstschutz verweilen. Meine Selbstwahrnehmung ist immer noch halb eingeschlafen, ich habe jahrelang nicht mitbekommen, was mit meinem Körper los ist, vielleicht weil die Seele zu betäubt war, nicht nur durch Neuroleptika. Aufwachen und feststellen, dass man sich einem Hängebauchschwein angenähert hat, ist dann auch nicht so motivierten wach zu bleiben. Mein Instinkt sagt mir da eher Loch graben und verstecken.

Nachdem ich angefangen habe für den Mann zu putzen, sehe ich auch hier den Dreck deutlicher und frage mich, ob ich blind war. Gegessen gestern indisch, war nicht so gut, aber ich zu faul zu kochen. Später dann einen ersten Versuch mit Polenta gemacht. Ach, versuchen wir es mit ruhigeren Klängen zum morgen und sind bereit für das Klingeln an der Tür durch Lieferanten.

Hausärztin, Schlüsselfragen, Küchensachen, MHD und Musik

Guten Morgen, wenig geschlafen, aber tief. Tatsächlich bereit, endlich zur Hausärztin zu gehen, dauere es so lange es dauert, heute habe ich keine anderen Termine. Der Mann war gestern da, aber nur kurz, der Vater rief panisch an, weil er sich ausgesperrt hatte. Der Aufforderung, ich möge mich sofort in Bewegung setzen, um den Zweitschlüssel zu bringen, bin ich nicht nachgekommen, weil ich dachte, er kann den Schlüssel auch selbst abholen, weswegen dann geschrien und aufgelegt wurde. Der Vater hatte morgens unsere Verabredung abgesagt, der Vater hat ein Auto, der Vater sieht seine Partnerin jeden Tag und keinen Schlüssel haben ist für mich nicht so ein Notfall wie neulich bei mir, mit Schmerzen bewegungsunfähig in der Wohnung zu liegen, mit einem Hund der Gassi muss, aber nicht alleine raus kann und das Tage und nicht nur 30 Minuten. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil ich am Sonntag halb angezogen mit dem Mann auf dem Sofa sitze und spontan keine Lust hatte mich anzuziehen, den Mann rauszuwerfen und mit dem Bus zu ihm zu kommen? Bin ich jetzt eine schlechte, egoistische Tochter, weil ich nicht gesprungen bin und erstmal andere Lösungen gesucht habe? Egal, dazu musste ich dann erstmal den Mann anschimpfen und später noch Freunde voll texten. Die nur zugefallene Tür ließ sich dann wie von mir empfohlen mit einer Karte öffnen und das Thema hatte ich erledigt, in 3 Minuten.

Gekocht die Nudeln, aber der Mann brachte noch einen Burger mit. Dem Mann jetzt doch Küchensachen aufgeschwatzt, er hat kaum welche und meine Mutter hat sehr viele hochwertige Sachen, die jetzt wegmüssen. Vakuumverpackten gemahlenen Kaffee, der seit 6 Monaten abgelaufen ist, wollte er aber nicht. Die Sachen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum in Deutschland interpretiert er eher als: „Todesgefahr ab folgendem Datum“. Dass luftdicht abgepackter Kaffee aber auch nur irgendwann schlecht wird, glaube ich nicht, lediglich geschmacklich sind irgendwann Einbußen zu erwarten. Aber gut in Afrika abgelaufene Dinge zu essen/trinken, ist glaube ich eine andere Nummer als in Deutschland. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt und frische Luft strömt über den Balkon in die Wohnung. Muss später noch in die Elternwohnung, weitere Sachen einpacken und dem Vater eine Unterschrift geben, das Finanzamt macht nämlich gar nichts ohne meine Einwilligung.

Kalt ist es, aktuell mal keine Schmerzen und auch nichts Seltsames los im Kopf. Noch keine Nachricht erhalten, was mit meiner Lieferung von Samstag war, nix geliefert, heißt für mich nämlich auch nichts bezahlen. Medikamentenreduktion läuft, ohne positive oder negative Nebenwirkungen, vielleicht wirklich nur noch eine Placebodosis, die ich da nehme. Immer noch kaum Musik gehört, ich bin sauer auf die Liebe meines Lebens. Versuchen wir es trotzdem ein bisschen gute Laune zu verbreiten:

Rücken, Indien, Ignoriert, Anonymous und Weltkarte

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, aber der Rücken ist wieder besser. Gestern krampfte es plötzlich und der aufrechte, schmerzlose Gang verließ mich. Damit dann auch kein Einkaufen, sondern herumliegen, Essen bestellen und warten bis der Schmerz aufhört. Der Mann kam dann zu Besuch, was gerade besser ist, denn wenn man in der Stile in der Wohnung sitzt, hört man plötzlich Geräusche, die normalerweise, von Musik oder Fernsehen übertönt werden. Verstanden, warum sich Indien aus der Wahl rundum Russland rausgehalten hat, die sind dicke Freunde. Das war mir bisher nicht klar, ich hatte Indien bisher eher unserer Kultur zugeordnet. Ich frage mich auch, was ist mit dem Afrikaner? Die wurden gar nicht gefragt, wie sie zu Russland stehen?! Das sind ziemlich viele Menschen, ein großer Kontinent, vielleicht auch mal befragen? Viele Mails gestern geschrieben, heute so weit mein Rücken will zum Vater und in den Wald danach. Der Hund scheint schon alles vergessen zu haben, was hier passiert ist, ich leider nicht. Homeoffice gestern langweilig, die Arbeitsstrategie sollte sich bald wieder ändern. Der Kaffee schmeckt, der Mann telefoniert und ich habe meine schreibende Zeit am Morgen für mich.

Ist aber nicht so entspannend zu schreiben, wenn einem jemand im Nebenzimmer im Nacken sitzt. Aufgeregt über eine Ratsuchende, aufgeregt über den Mann, zuhören scheint eine Fähigkeit zu sein, die nicht jeder hat, oder liegt es an mir? Spreche ich so verwirrend? Oder liegt es daran, dass ungewünschte Nachrichten einfach mal ignoriert werden? Ich höre dann mal auf, mich zu wiederholen, bis mein Gegenüber zuhört. Ist einfach zu anstrengend, gegen die Ignoranz anzureden. Die Sonne scheint bei Minusgraden, was wird aus dieser Welt? Ich war gestern sehr glücklich, dass Anonymous auf unserer Seite ist, für mich im Informationszeitalter, eine sehr wichtige Gruppe von Köpfen, die sicher einiges bewegen können. Tja es wird wohl Zeit, dass ich Erdkunde-Wissen nachhole, in der Schule habe ich in diesem Fach ziemlich versagt. Aber es gibt es ja die Weltkarte für alle Rückfragen. Ich hoffe schwer, dass mein Schulatlas aus den 70ern dann nicht bald wieder aktuell wird. Kann die Freundin von Putin nicht mal was Schönes mit ihm unternehmen? Vielleicht eine Reise nach Indien? Würde mich eigentlich wundern, wenn sie keinen Einfluss auf ihn hat. Die Krähen schreien, mein Konto ist immer noch leer, der Körper krank, die Mutter tot und es herrscht Krieg. Willkommen in meinen wundervollen Leben, aber ich weiß den Menschen in der Ukraine geht es schlechter. Jammern in Berlin ist gerade ein Luxusproblem. Der erste Song heute in meinem Ohr war ein für mich bereits Klassiker, ein sehr beruhigender wie ich finde:

Kotzgeräusch, Pizza, Regen, Frühstück, früher und mein Leben

Guten Morgen, nicht so gute Nacht, dieses Mal weiß ich aber warum, der Hund hat in der Nacht Kotzgeräusche gemacht, aber anscheinend nicht gekotzt. Hunderunde bereits hinter mir, wach und gutaussehend ist was anderes, aber das braucht es auch nicht um einen Hund hinterherzulaufen und seine Hinterlassenschaften aufzusammeln. Gestern Homeofficetag ganz ok und auch noch im Büro gewesen. Pizza für den Vater gemacht, wobei ich mittlerweile auch eine Empfehlung für den Lidl Pizza XXL Teig aussprechen möchte. Heute wieder Homeoffice mit einigen Telefonterminen, mal sehen, wie es wird. Scheißwetter haben wir, es ist grau und dunkel und es regnet in einer Tour, genau das richtige Spaziergehwetter.^^Aber heute Nachmittag geht es dann trotzdem in den Wald. Ein Paket sollte heute kommen, langsam kenne ich unseren Hermes-Boten, eine verlässliche Größe. Vor lauter Hund ist die Birne gerade leer. Mein kleines Leben in Berlin mit Hund zum Morgen. Der Mann will morgen vielleicht vorbeikommen, aber irgendwie entfernen wir uns gerade immer mehr, er scheint es nur nicht zu merken. Er scheint nicht zu verstehen, dass ich nicht die Frau bin, die man mit gutem Verdienst und einem Auto beeindrucken kann, sowas ist mir ziemlich egal, ich will das Kostbarste: Zeit. Er investiert aber gerade alle Zeit in Job und Führerschein.

Übergegangen mein Frühstück am Vorabend vorzubereiten, morgens habe ich einfach keine Lust lange darauf zu warten, bis die Haferflocken weich genug sind. Keine Ahnung wie es weitergeht, mit allen, aber mache dann trotzdem mal weiter. Zum Glück keine frühen Termine heute, also jetzt erstmal entspannen. Der Vogel nervt, was geht der mir auf die Eier, aber genau deswegen macht er Stress, er will Eier, aber keine willige Henne in Sicht. Der Kaffee schmeckt und die Leute aus der Einzimmerwohnung von oben sind gestern Nacht wieder unzählige Male laut durch das Treppenhaus gelaufen, keine Ahnung, warum um Mitternacht Dinge erledigt werden müssen und jetzt auch wieder, immer zwei Männer, ich frage mich wie viele Leute da leben oder ob sie Treppenhausnutzung als Sport sehen. Ja, ja, man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Zum Beispiel einen ruhigen Hausflur. Nein ich singe jetzt kein Lied über früher, früher war bei mir auch oft nicht besser. Früher war ich nur jung und gesund, die Chancen waren besser, aber geklappt hat trotzdem nichts. Der Blutdruck ist unten, der Kaffee schmeckt und der Hund frühstückt vor mir.

Heute vielleicht ein Gnocchi-Auflauf in Tomatensoße mit Zucchini, wobei ich bemerken muss, dass Zucchini gerade mit über drei Euro das Kilo einen sehr hohen Preis hat. Normalerweise kostet das die Hälfte. In meiner jetzigen Situation an Essen sparen geht aber nicht und möchte ich auch nicht. Nie wieder billige Cervelatwurst von Aldi, dann lieber woanders gespart. Irgendwie musikalisch etwas aggressiv gerade, aber dieser Onkelz Song passt gerade wunderbar: Das ist mein Leben…

Taxi, Handwerker, Philharmonie, Alter und nackte Männer

Guten Morgen, noch total müde, aber ok. War gestern noch beim Mann und konnte danach nicht schlafen. Netterweise hat mir der Mann ein Taxi nach Hause ausgegeben. Das war meine Rettung, auch wenn der Taxifahrer wohl eher ein Typ der Klasse „Querdenker“ war. Morgenzigarette voll eklig, das wollen wir mal als gutes Zeichen deuten. Kaffee ok. Zum Glück übernimmt zum Morgen die Kollegin den Handwerkertermin, hätte ich jetzt nicht geschafft morgens um neun oder früher da zu sein. Gestern vor dem Büro von einem verrückten Mann voll getextet worden, von wegen wir Frauen seien Staatseigentum und Fotzen. Ja Meinungsfreiheit ist alles. ^^ Der Vater glaubte gestern es gibt Pizza und stand vor der Tür, aber ich war ja gar nicht da und verabredet war Donnerstag. Also heute Pizza mit dem Vater. Der Mann hat Karten für die Philharmonie bekommen, ich freue mich und bin gespannt, wann wir da hingehen. Der Vogel singt Balzgesänge zum Morgen, na seine Probleme hätte ich ja gerne.

Heute Beratungen vor Ort, mal sehen, wie das wird, gestern der Termin kam nicht. Der Mann hat den Witz mit dem Nasenhaarschneider gestern gut aufgenommen, er fand es auch witzig, dass das Alter halt andere Maßnahmen erfordert. Um mein Alter kümmert sich nächste Woche wieder die Kosmetikerin. Ticket für Schwimmen am Samstag ergattert, ich war kurz versucht auch am Sonntag woanders zu buchen, denke aber das ist dann wieder ein Plan zum Scheitern. Irgendwie gerade etwas sprachlos, nach den Gedankenstürmen der letzten Wochen. Vom Trauzeugen zu Weihnachten neue Musik kennengelernt und beschlossen den Morgen mit tanzenden nackten Männern in Pink zu beginnen:

Wohnung, spazieren, allein und zu viel Corona

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber soweit ok. Gestern war ok, obwohl es fing nicht so erfreulich an, weil eine Nachbarin des Vaters wieder spontan „Leute“ für eine Wohnungsbesichtigung organisiert hatte. Wie aufdringlich und übergriffig kann man sein, immer wieder Leute anzuschleppen, die die Wohnung mieten sollen und das am liebsten unter dem Selbstkostenpreis? Dazu dann den selten gewordenen Tochter-Vater-Sonntag zu nutzen noch geschmackloser. Ich war dann nicht so freundlich und habe mich rausgehalten aus der Besichtigung. Ich denke aber das wird eh nichts, denn die Wohnung ist zwar groß, aber für eine Familie schlecht geschnitten. Danach dann Frühstück und später in den Wald, der Wald gehört wieder uns, keine Massen an Corona-Spaziergängern oder Partyvolk, dafür aber sehr viel rutschiger Matsch. Heute Kosmetik für mich und leider keine Massage, die wurde abgesagt. Wieder versucht den Stiefvater eins zu kontaktieren, wieder ohne Antwort.

Gegessen Reste, keine Lust zu kochen. Es ist noch dunkel und die Straße rauscht. Nach dem Spaziergang gestern noch geschlafen, telefoniert und einen Film geschaut. Das mit dem Schlaf ist gerade seltsam, aber ich versuche weiterhin innerhalb von 24 Stunden auf 7 Stunden und mehr Schlaf zu kommen. Vom Mann gerade sehr enttäuscht, da kommt gar nichts mehr von ihm, er sagt wegen der Last der Arbeit, ich erinnere mich, dass es das auch schon früher gab, ich scheine nicht seine Priorität zu sein. Also warum sollte ich ihn zu meiner Priorität machen? Um Zeit und Aufmerksamkeit betteln, nein das mache ich nicht mehr, das habe ich jahrzehntelang erfolglos bei meiner Mutter gemacht. Dann halt nicht, aber traurig finde ich es schon. Vielleicht ein bisschen viel Corona für eine so junge Beziehung? Vielleicht ist die Antwort auf dieses Verhalten auch einfach: „Er steht nicht so sehr auf dich!“.

Wie auch immer, ich bin in Veränderung und dabei doch relativ allein, er kriegt einfach gar nichts mit, zum Glück habe ich noch Freunde und Familie. Aber Corona haben wir immer noch, schwieriger da zueinander zu finden. Der Kaffee schmeckt, die Kippe leider auch, aber ich habe Verdauungsprobleme und da hilft und Kaffee und Kippe meistens. Immer noch keine Ahnung wer ich bin, ich fühlte mich mein ganzes Leben immer so alt, aktuell fühle ich mich viel jünger als ich bin, also innerlich, der Körper erinnert mich schon an das richtige Alter. Weitermachen, ohne Umarmung, im Winter, in Berlin, komme darüber hinweg, hier wird nicht geheult und gebettelt und Sam und Dave gespielt:

Marathon, Gemüsedöner, Lager, Sitten und keine Egoisten

Guten Morgen, viel zu früh wach, aber die Nachbarin über mir läuft Marathon in ihrer Wohnung. Keine Ahnung wo man Samstag früh um 6 hin muss, aber Sie rennt und rennt und findet anscheinend den Ausweg aus ihrer Wohnung nicht. Gestern auf dem Heimweg einen extra Umweg gefahren, um einen Gemüsedöner zu kriegen. War lecker und genauso lecker wie bei Mustafa, nur ohne Schlange. Im Büro war es ok, eine Beratung einer Angehörigen, Datensicherung, anlernen des Azubis, bloß selber keinen Stress machen. Der Kaffee schmeckt und es ist noch dunkel, ich muss aber heute früh arbeiten, weil ich auch früh frei brauche, um danach ins Lager zu fahren, um das Problem: „Vater will, dass ich Lager räume, aber gleichzeitig stellt er alles so zu, dass ich an nichts herankomme“ zu lösen. Mit dem Mann weiter gestritten, ich könnte auch schweigen. Nach der Arbeit noch geschlafen, ich vermisse mein Mittagsschläfchen aus dem Homeoffice. Schlaf ist so wichtig für meine Stabilität, besonders jetzt. Stress und kein Schlaf, das geht nicht lange gut. Der Countdown zu meinem Geburtstag läuft ab, die große 45 droht, nicht mehr lange zu einem halben Jahrhundert. War nie mein Plan so alt zu werden, was aber auch am evangelischen Glaubensansatz liegt, dass das Leben leiden ist und die Erlösung/die Belohnung erst im Himmel kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Mutter im Himmel ist, sie war beides gut und schlecht, die Erinnerungen des kleinen Mädchens, das ich war, waren aber überwiegend schlecht. Schläge, Vernachlässigung, emotionaler Missbrauch, nur um nur die Top 3 zu nennen. Ja, das waren noch die lustigen 70er und 80er, wo es noch keine Helikopter-Eltern gab. Keine Ahnung wie die Generationen davor ihre Kindheit überlebt haben, denn da waren die Sitten noch rauer.

Anderes Thema, wir haben 2021, eine Zahl die immer noch beeindruckend ist, gestern über Amazon aufgeregt: „Paket wurde einem Hausbewohner übergeben“ aber kein Hinweis darauf, welcher Nachbar. Ich klingel doch jetzt nicht bei jedem Nachbarn auf Verdacht. Besonders bei denen unten möchte ich echt nicht klingeln. Die Bude sieht mies aus, keine Zeit zu putzen, wann auch und mit welcher Kraft? Mache nur das Nötigste, wie Müll wegbringen und Abwasch in die Spülmaschine räumen. Schlafe derzeit wieder wie ein kleines Mädchen, nur Größen angepasst, heißt: ich in der Mitte eines großen Bettes mit zwei großen Decken und ganz vielen Kissen. Gibt irgendwie Geborgenheit. Der Mann kommt heute noch vorbei, mal sehen, wie das wird, große Sehnsucht habe ich gerade nicht. Ich brauche keine ausgeprägten Egoisten in meinem Leben. Der Bruder schickte gestern Musik, dieses Mal ein Volltreffer für mich, gute Musik und noch besserer Text:

Danke Bruder!

Vanillekaffee, Küche, Krähen und Berlin.de

Guten Morgen, endlich Sonntag. Endlich keine Arbeit. Vanillekaffee schmeckt und ich fürchte die Reaktion des Terror-Vogels zum Morgen. Gestern nicht lange im Homeoffice gearbeitet, nix zu tun und keine Lust. Also mit Unterstunden Schluss gemacht und etwas im Haushalt geräumt. Später dann für den verschnupften, schlecht gelaunten Mann Putenoberkeule zubereitet, sein Lieblingsfleisch. Heute das hier für den Vater gekocht, wird aber nicht ganz vegetarisch, denn die Tortellini, die ich habe, sind mit Fleischfüllung oder das was sie so nennen. Alles ohne Lieferung einer Kochbox, ich hatte auch so alles da außer Tortellini und Rauchmandeln. Rauchmandeln sind sehr lecker wie ich feststellen durfte. Ruhig im Haus, außer mein Vogel, ich ahne schon, meine Nachbarn „lieben“ den Vogel auch. Aktuell zwei mögliche Käuferinnen für die Sachen meiner Mutter gefunden, mal sehen was wie zu welchem Preis klappt. Keine Ahnung, ob das heute der letzte Sonntag wird, wo ich ihn ihrer Küche kochen werde, denn bald beginnen die Bauarbeiten in ihrer ehemaligen Küche. Erinnerungen verschwinden, Sie verschwindet. Der Vater nannte die Küche die letzten Jahre auch meine Küche, weil da sonst niemand gekocht hat, dann verschwindet also auch meine Zweitküche.

Nächste Woche übernachtet der Hund bei mir und ich werde ihn mit ins Büro nehmen, die Kollegen freuen sich auf ihn, laut eigener Aussage. Überlegt einen neuen Bodenbelag für die Wohnung zu organisieren, einfach mal mit einem Raum anfangen, die Wohnung ist ja eigentlich ok, aber der Fußboden hier ist so verdammt hässlich. Heute Feiertag auf einen Sonntag, da freuen sich die Arbeitgeber und haben Geld gespart. Kurze Schreckminuten zum Morgen, Zahnschiene nicht finden können und Medikament nicht finden können, aber beides noch gefunden. Gerade nicht die Zeit wo ich ausprobieren will, ob ich auch ohne Zahnschiene und Neuroleptika auskomme. Bauch und Kopf sind sich da einig, dass das notwendige Maßnahmen sind. Glaubt mir zwar kein Pharmareferent oder Arzt, dass meine Dosis was bringt, aber die haben den Kram ja auch noch nie genommen. Eigentlich finde ich, dass jeder der Psychopharmaka verschreibt, sie vorher mal selbst genommen haben sollte, um zu wissen fühlen, was diese unzureichend erforschten Medikamente mit einem machen. Lebensqualität ist nämlich auch Gefühl für mich, Leben ohne Gefühl ist wie lebendig begraben sein.

Zurück zu leichteren Themen, das Wetter, es grüßt kalt und grau und Krähen schreien draußen und verscheuchen wieder alle anderen Vögel in der Gegend. Es ist wie ein Revierkampf, wenn die Krähen kommen und jeden anderen Vogel, der hier chillen möchte, verjagen. Ich finde es schade, denn die anderen Vögel hier sind hübscher, netter und singen besser. Gut das ich heute das Haus verlasse, gerade besser nicht zu viel allein sein, sonst werde ich wunderlich. Doch zugesagt, mich als Pressesprecherin vorzustellen, vielleicht finden die mich ja auch scheiße und geben mir den Job gar nicht. Einem meiner Schüler ein Praktikum bei uns versprochen, mal sehen, wie das wird. Gestern Nacht feststellen dürfen, dass Berlin.de offline war, das finde ich schon ein Ding, wenn die offiziellen Seiten einer Stadt wie Berlin offline sind. Angeblich wegen einem Zertifikatsfehler. Erinnert mich jetzt an den Fehler bei Twoday.net wo kein Geld und keine Men-Power vorhanden war, um rechtzeitig ein neues Sicherheitszertifikat zu kaufen und zu installieren. Dass Berlin pleite ist, ist keine Neuigkeit, aber kein Geld für ein Sicherheitszertifikat? Heute früh geht aber wieder alles, also doch noch ein nächtlicher Einsatz vom Techniker? Auf in Tag oder wieder ins Bett? Frühstück gibt es später beim Vater. Schlafen, ich muss mehr schlafen, die Akkus aufladen und ich lasse dazu Joss Stone den Morgen besingen: