Wohnung, spazieren, allein und zu viel Corona

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber soweit ok. Gestern war ok, obwohl es fing nicht so erfreulich an, weil eine Nachbarin des Vaters wieder spontan „Leute“ für eine Wohnungsbesichtigung organisiert hatte. Wie aufdringlich und übergriffig kann man sein, immer wieder Leute anzuschleppen, die die Wohnung mieten sollen und das am liebsten unter dem Selbstkostenpreis? Dazu dann den selten gewordenen Tochter-Vater-Sonntag zu nutzen noch geschmackloser. Ich war dann nicht so freundlich und habe mich rausgehalten aus der Besichtigung. Ich denke aber das wird eh nichts, denn die Wohnung ist zwar groß, aber für eine Familie schlecht geschnitten. Danach dann Frühstück und später in den Wald, der Wald gehört wieder uns, keine Massen an Corona-Spaziergängern oder Partyvolk, dafür aber sehr viel rutschiger Matsch. Heute Kosmetik für mich und leider keine Massage, die wurde abgesagt. Wieder versucht den Stiefvater eins zu kontaktieren, wieder ohne Antwort.

Gegessen Reste, keine Lust zu kochen. Es ist noch dunkel und die Straße rauscht. Nach dem Spaziergang gestern noch geschlafen, telefoniert und einen Film geschaut. Das mit dem Schlaf ist gerade seltsam, aber ich versuche weiterhin innerhalb von 24 Stunden auf 7 Stunden und mehr Schlaf zu kommen. Vom Mann gerade sehr enttäuscht, da kommt gar nichts mehr von ihm, er sagt wegen der Last der Arbeit, ich erinnere mich, dass es das auch schon früher gab, ich scheine nicht seine Priorität zu sein. Also warum sollte ich ihn zu meiner Priorität machen? Um Zeit und Aufmerksamkeit betteln, nein das mache ich nicht mehr, das habe ich jahrzehntelang erfolglos bei meiner Mutter gemacht. Dann halt nicht, aber traurig finde ich es schon. Vielleicht ein bisschen viel Corona für eine so junge Beziehung? Vielleicht ist die Antwort auf dieses Verhalten auch einfach: „Er steht nicht so sehr auf dich!“.

Wie auch immer, ich bin in Veränderung und dabei doch relativ allein, er kriegt einfach gar nichts mit, zum Glück habe ich noch Freunde und Familie. Aber Corona haben wir immer noch, schwieriger da zueinander zu finden. Der Kaffee schmeckt, die Kippe leider auch, aber ich habe Verdauungsprobleme und da hilft und Kaffee und Kippe meistens. Immer noch keine Ahnung wer ich bin, ich fühlte mich mein ganzes Leben immer so alt, aktuell fühle ich mich viel jünger als ich bin, also innerlich, der Körper erinnert mich schon an das richtige Alter. Weitermachen, ohne Umarmung, im Winter, in Berlin, komme darüber hinweg, hier wird nicht geheult und gebettelt und Sam und Dave gespielt:

Marathon, Gemüsedöner, Lager, Sitten und keine Egoisten

Guten Morgen, viel zu früh wach, aber die Nachbarin über mir läuft Marathon in ihrer Wohnung. Keine Ahnung wo man Samstag früh um 6 hin muss, aber Sie rennt und rennt und findet anscheinend den Ausweg aus ihrer Wohnung nicht. Gestern auf dem Heimweg einen extra Umweg gefahren, um einen Gemüsedöner zu kriegen. War lecker und genauso lecker wie bei Mustafa, nur ohne Schlange. Im Büro war es ok, eine Beratung einer Angehörigen, Datensicherung, anlernen des Azubis, bloß selber keinen Stress machen. Der Kaffee schmeckt und es ist noch dunkel, ich muss aber heute früh arbeiten, weil ich auch früh frei brauche, um danach ins Lager zu fahren, um das Problem: „Vater will, dass ich Lager räume, aber gleichzeitig stellt er alles so zu, dass ich an nichts herankomme“ zu lösen. Mit dem Mann weiter gestritten, ich könnte auch schweigen. Nach der Arbeit noch geschlafen, ich vermisse mein Mittagsschläfchen aus dem Homeoffice. Schlaf ist so wichtig für meine Stabilität, besonders jetzt. Stress und kein Schlaf, das geht nicht lange gut. Der Countdown zu meinem Geburtstag läuft ab, die große 45 droht, nicht mehr lange zu einem halben Jahrhundert. War nie mein Plan so alt zu werden, was aber auch am evangelischen Glaubensansatz liegt, dass das Leben leiden ist und die Erlösung/die Belohnung erst im Himmel kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Mutter im Himmel ist, sie war beides gut und schlecht, die Erinnerungen des kleinen Mädchens, das ich war, waren aber überwiegend schlecht. Schläge, Vernachlässigung, emotionaler Missbrauch, nur um nur die Top 3 zu nennen. Ja, das waren noch die lustigen 70er und 80er, wo es noch keine Helikopter-Eltern gab. Keine Ahnung wie die Generationen davor ihre Kindheit überlebt haben, denn da waren die Sitten noch rauer.

Anderes Thema, wir haben 2021, eine Zahl die immer noch beeindruckend ist, gestern über Amazon aufgeregt: „Paket wurde einem Hausbewohner übergeben“ aber kein Hinweis darauf, welcher Nachbar. Ich klingel doch jetzt nicht bei jedem Nachbarn auf Verdacht. Besonders bei denen unten möchte ich echt nicht klingeln. Die Bude sieht mies aus, keine Zeit zu putzen, wann auch und mit welcher Kraft? Mache nur das Nötigste, wie Müll wegbringen und Abwasch in die Spülmaschine räumen. Schlafe derzeit wieder wie ein kleines Mädchen, nur Größen angepasst, heißt: ich in der Mitte eines großen Bettes mit zwei großen Decken und ganz vielen Kissen. Gibt irgendwie Geborgenheit. Der Mann kommt heute noch vorbei, mal sehen, wie das wird, große Sehnsucht habe ich gerade nicht. Ich brauche keine ausgeprägten Egoisten in meinem Leben. Der Bruder schickte gestern Musik, dieses Mal ein Volltreffer für mich, gute Musik und noch besserer Text:

Danke Bruder!

Vanillekaffee, Küche, Krähen und Berlin.de

Guten Morgen, endlich Sonntag. Endlich keine Arbeit. Vanillekaffee schmeckt und ich fürchte die Reaktion des Terror-Vogels zum Morgen. Gestern nicht lange im Homeoffice gearbeitet, nix zu tun und keine Lust. Also mit Unterstunden Schluss gemacht und etwas im Haushalt geräumt. Später dann für den verschnupften, schlecht gelaunten Mann Putenoberkeule zubereitet, sein Lieblingsfleisch. Heute das hier für den Vater gekocht, wird aber nicht ganz vegetarisch, denn die Tortellini, die ich habe, sind mit Fleischfüllung oder das was sie so nennen. Alles ohne Lieferung einer Kochbox, ich hatte auch so alles da außer Tortellini und Rauchmandeln. Rauchmandeln sind sehr lecker wie ich feststellen durfte. Ruhig im Haus, außer mein Vogel, ich ahne schon, meine Nachbarn „lieben“ den Vogel auch. Aktuell zwei mögliche Käuferinnen für die Sachen meiner Mutter gefunden, mal sehen was wie zu welchem Preis klappt. Keine Ahnung, ob das heute der letzte Sonntag wird, wo ich ihn ihrer Küche kochen werde, denn bald beginnen die Bauarbeiten in ihrer ehemaligen Küche. Erinnerungen verschwinden, Sie verschwindet. Der Vater nannte die Küche die letzten Jahre auch meine Küche, weil da sonst niemand gekocht hat, dann verschwindet also auch meine Zweitküche.

Nächste Woche übernachtet der Hund bei mir und ich werde ihn mit ins Büro nehmen, die Kollegen freuen sich auf ihn, laut eigener Aussage. Überlegt einen neuen Bodenbelag für die Wohnung zu organisieren, einfach mal mit einem Raum anfangen, die Wohnung ist ja eigentlich ok, aber der Fußboden hier ist so verdammt hässlich. Heute Feiertag auf einen Sonntag, da freuen sich die Arbeitgeber und haben Geld gespart. Kurze Schreckminuten zum Morgen, Zahnschiene nicht finden können und Medikament nicht finden können, aber beides noch gefunden. Gerade nicht die Zeit wo ich ausprobieren will, ob ich auch ohne Zahnschiene und Neuroleptika auskomme. Bauch und Kopf sind sich da einig, dass das notwendige Maßnahmen sind. Glaubt mir zwar kein Pharmareferent oder Arzt, dass meine Dosis was bringt, aber die haben den Kram ja auch noch nie genommen. Eigentlich finde ich, dass jeder der Psychopharmaka verschreibt, sie vorher mal selbst genommen haben sollte, um zu wissen fühlen, was diese unzureichend erforschten Medikamente mit einem machen. Lebensqualität ist nämlich auch Gefühl für mich, Leben ohne Gefühl ist wie lebendig begraben sein.

Zurück zu leichteren Themen, das Wetter, es grüßt kalt und grau und Krähen schreien draußen und verscheuchen wieder alle anderen Vögel in der Gegend. Es ist wie ein Revierkampf, wenn die Krähen kommen und jeden anderen Vogel, der hier chillen möchte, verjagen. Ich finde es schade, denn die anderen Vögel hier sind hübscher, netter und singen besser. Gut das ich heute das Haus verlasse, gerade besser nicht zu viel allein sein, sonst werde ich wunderlich. Doch zugesagt, mich als Pressesprecherin vorzustellen, vielleicht finden die mich ja auch scheiße und geben mir den Job gar nicht. Einem meiner Schüler ein Praktikum bei uns versprochen, mal sehen, wie das wird. Gestern Nacht feststellen dürfen, dass Berlin.de offline war, das finde ich schon ein Ding, wenn die offiziellen Seiten einer Stadt wie Berlin offline sind. Angeblich wegen einem Zertifikatsfehler. Erinnert mich jetzt an den Fehler bei Twoday.net wo kein Geld und keine Men-Power vorhanden war, um rechtzeitig ein neues Sicherheitszertifikat zu kaufen und zu installieren. Dass Berlin pleite ist, ist keine Neuigkeit, aber kein Geld für ein Sicherheitszertifikat? Heute früh geht aber wieder alles, also doch noch ein nächtlicher Einsatz vom Techniker? Auf in Tag oder wieder ins Bett? Frühstück gibt es später beim Vater. Schlafen, ich muss mehr schlafen, die Akkus aufladen und ich lasse dazu Joss Stone den Morgen besingen:

Anstrengend, vegetarisch und die Natur des Menschen?

Guten Morgen, wach in der Nacht, aber wieder hingelegt. Gestern war anstrengend wegen des Mannes, war ich froh als er weg war. Endlich Ruhe. Ist gerade nicht die Zeit um zusammen zu sein, ich brauche eigentlich Unterstützung, aber er kotzt nur über sein eigenes Leben und ich ertrage das gerade nicht. Gekocht indisch vegetarisch, nur für mich. Mit Käse als Fleischersatz kann ich sehr gut leben, Tofu dagegen wird nie mein Freund sein. Heute zur Kosmetikerin, Gesichtsbehandlung, Pickel und Mitesser entfernen lassen, wieder mal mit Gutschein. Er sollte jetzt nach der Nachtschicht schlafen. Mit der ehemaligen Kollegin/Freundin telefoniert, ich beneide sie nicht um den Neuanfang an einem neuen Ort, das stelle ich mir sehr stressig vor. Gestern hier nichts hinbekommen, nur Müll weggebracht, Wäsche gewaschen und gekocht. Nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, das war kein Paradies und die Menschen die ich traf keine Freunde. Keine Ahnung woher meine Naivität kommt, keine Ahnung warum sie nach all dem, was ich erlebt habe, immer noch da ist. Wobei meine Naivität viel mit dem Glauben daran zu tun hat, das Menschen gut sein können, dass wir friedlich und respektvoll miteinander leben können (…). Muss man im Alter zwangsläufig diesen Glauben verlieren? Ich sehe halt auch in einem bösen Menschen den Schrei nach Liebe. Vielleicht weil ich mindestens eine Geschichte kenne, wo das funktioniert hat. Ich denke dabei an den Nazi Robert, ein aggressiver Kerl der Flüchtlingsheime anzündete und gewalttätig war, bis, ja bis, er sich verliebte, und zwar in eine türkische Frau und dadurch ein anderer sehr angenehmer Zeitgenosse wurde. Ich glaube einfach daran, das Liebe heilen kann. Aber vielleicht bin ich auch nur ein doofer Hippie, der tot auf dem Schlachtfeld liegt. So viel Hass in der Welt, ich weigere mich, das als meine Wahrheit anzunehmen. Vielleicht hat mir die Friedensbewegung der 80er einfach auch nur zu doll ins Hirn geschissen. Die Sonne kommt gerade raus und die dicke Frau liegt auf dem Sofa, trinkt Kaffee und schreibt mal wieder das Internet voll. Dazu ein Lied, dass ich immer mit einer Mutter gesungen habe:

Fleisch, TV, Streik, Medis und Gläser

Guten Morgen, wieder die Nacht verkackt, weil viel zu spät ins Bett. Essen für den Vater gestern auch verkackt, weil das Fleisch schlecht war, anderes auffindbares Fleisch war dann auch hin, als wäre das ein Zeichen endlich weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen. Spät zu Hause gewesen und mit der Freundin in der Türkei telefoniert. Sie ist wieder besser drauf und war sogar hilfreich für mich. Um Mitternacht starteten dann Amazon Warehouse Deals und ich habe es tatsächlich geschafft einen neueren, größeren Samsung Fernseher für weniger als die Hälfte des üblichen Preises zu ergattern. Eigentlich heute zwei Arzttermine, aber uneigentlich haben wir immer noch Streik und keine S-Bahnen fahren, werde wohl nur zum Psychiater und nicht noch zum anderen Arzt, das wird auch so eine Odyssee, weil ich ans andere Ende der Stadt muss. Eigentlich ist mir nämlich nach Ruhe und Schlafen und nicht nach stundenlangen, wirren fahren in den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln, die noch fahren. Aber zum Psychiater muss schon sein, auch wenn ich dazu erstmal quasi zum Kudamm muss und zwei Busse und zwei U-Bahnen brauchen werde. Eine erwähnenswerte Neuigkeit gibt es auch noch, der Mann weiß endlich, dass ich noch Neuroleptika nehme. Er wusste von meiner Krankheit, er wusste, dass ich früher die Medikamente nahm, aber er wusste nicht, dass ich noch heute mit dem Thema kämpfe und dass meine zum Teil gesundheitlich sehr schlechten Zustände der letzten Zeit von der Reduktion kamen. Er fand es toll, dass ich versuche davon wegzukommen, aber fragte halt auch, warum nicht jetzt alles sofort absetzen? Dass das nicht so leicht geht, habe ich ihn dann erklärt. Ich würde mittlerweile den Entzug von Neuroleptika mit einem harten Drogenentzug vergleichen. Da kann es leicht passieren, dass Körper und Seele völlig abklappen. Für den Moment möchte ich noch etwas abwarten, bevor ich wieder reduziere, es ist zwar alles wieder ruhig und stabil, aber ich traue dem noch nicht. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt und ich muss mein Leben auf die Reihe kriegen. Damit meine ich nicht den Beruf, das kriege ich schon hin, sondern meine körperliche und seelische Gesundheit. Ich kann wohl dankbar sein, das sich so bärenstarke Schutzengel habe, die haben mit mir wirklich sehr viel zu tun. Der Hund war gestern sehr kuschelig, ständig stupste er mich an und wollte Nähe, war wunderbar haarig schön, das schlechte Fleisch hat er trotzdem oder gerade deswegen nicht bekommen. Keine Lust auf die Reise durch die Stadt, aber immerhin werde ich Musik dabei haben, vielleicht wird es dann nicht so schlimm. Der Mann wurde von der Nachtschicht nach Hause geschickt, ärgerlich, wenn man dann nachts am Stadtrand steht und irgendwie nach Hause muss. Der Vater hat Schränke ausgeräumt, alte Gläser und Geschirr meiner Mutter. Ich habe ein Glas entdeckt, dass aus einer Zeit stammt, als ich 3-5 Jahre alt war, sofortige Zeitreise in die Küche meiner Mutter aus Kindergartenzeiten. Sie hatte damals die Wohnung aus Sperrmüll eingerichtet und alles mit Lack und Folien aufeinander abgestimmt. Es war eine grün gestrichene Küche mit weißer Folie mit grünen Blumen drauf. Ihr ahnt vielleicht, diese Gläser brauche ich, auch wenn ich sie eigentlich gar nicht brauche. Wenn das so weiter geht, muss ich meine Sachen aus der Küche aussortieren, um für ihre Dinge und die Erinnerungen Platz zu machen. In diesem Fall wohl für die trauernde Nadine sehr gut, dass meine Mutter die Sammelwut hatte und selten etwas weggeworfen hat. Ich hätte nicht gedacht, dass sie noch mindestens 40 Jahre alte Gläser hatte. Neulich einen schönen Witz gelesen zum Thema älter werden und leben: „Jetzt ist es eh zu spät, um jung zu sterben. Jetzt müssen wir es durchziehen.“ Das nehme ich dann mal als mein aktuelles Motto an, den Club 27 habe ich eh verpasst. Jetzt wäre es das nächste Ziel eine süße alte Damen im Schaukelstuhl zu werden. Überlassen wir dazu Beyonce das Wort:

Murmeltier, kochen, Schlaf und Ohrwurm

Guten Morgen, sagte das Murmeltier, ja Schlaf ist gerade wirklich mein Motto. Gestern tagsüber sechs Stunden extra geschlafen. Ich bin so müde gerade, aber gut die Woche und alles war sehr anstrengend. Gestern also nicht viel passiert, ich war beim Paketshop, habe gekocht, geschlafen und noch Fernsehen geschaut. Heute kommt eine neue Kochbox von HelloFresh und danach geht es weiter mit Dinnerly. Mit Gutscheinen zahle ich da nämlich auch nur 3-4 Euro pro Mahlzeit, ein Döner ist teurer. Die Straße ist noch sehr ruhig, kaum Autos und der Himmel grüßt wolkig. Keine Sehnsucht nach dem Mann, wir haben uns diese Woche genug gesehen. Vielleicht heute aufräumen und putzen, gerade fühlt es sich so an, als wäre das im Laufe des Tages möglich. Kaufe keinen Tabak mehr auf Vorrat, wer Tabak will, kann auch seinen Arsch bewegen oder es lassen. Morgen zum Vater für ihn gibt es Spaghetti mit Shrimps. Habe den Eindruck, dass es weder Vater noch Ehemann so toll finden, dass ich aufgehört habe/hatte für sie zu kochen, aber ich will keine selbstverständliche Gewohnheit sein. Ich liebe kochen, aber ein bisschen Wertschätzung dafür wäre auch ganz schön. Blutdruck normal, Herzschlag unter 80, ich scheine endlich entspannt zu sein, auch keine Magenschmerzen mehr. Ich schlafe aktuell 6 Stunden durch und manchmal kann ich danach weiterschlafen. Denke ich an die vergangenen Monate ist das eine Verbesserung, kein Etappenschlaf mehr mit maximal 2-3 Stunden am Stück schlafen. In der Wohnung fühle ich mich auch wieder allein sicher, nur beim Einschlafen habe ich manchmal ängstliche Momente. Der Kaffee schmeckt und ich ärgere mich immer noch über den Kardiologen, wie übergriffig mir einfach fachfremde, von ihm erfundene Diagnosen in den Arztbrief zu schreiben. Die Beschwerde dazu ist bereits raus, aber bisher keine Antwort. Dass der Schatz hier nicht mehr wohnt, hat einen Vorteil: Ich habe jetzt ein richtiges Arbeitszimmer nur für mich. Ich gelobe hiermit an meinen Homeofficetagen nur noch dort zu arbeiten, meine Kunden haben in meinem Wohnzimmer nichts zu suchen. Das mit der Verkabelung dazu kriege ich auch noch hin. Der Recruiterin gestern geschrieben aber einen leider nicht zu Ende korrigierten Lebenslauf geschickt, blöder Fehler. Frau sollte nicht morgens beim ersten Kaffee Dokumente herausschicken. Aber gut, so scharf war ich auf den Job auch nicht, war ja eher Neugier auf das Angebot. Ich hoffe die Kollegin ist nächste Woche wieder da, wäre schön, nicht allein zu arbeiten. Kein magisches Denken gerade, nur immer noch zu viele rote Autos, aber vielleicht normal im Osten? Oder es ist nur meine Wahrnehmung, dass ich jetzt besonders aufmerksam auf Autofarben reagiere? Wie viel rote Autos mir früher täglich begegnet sind, weiß ich nämlich nicht. Der alte Geliebte der Mutter hat nicht geantwortet, schade, aber auch verständlich. Bis diese Woche dachte ich, dass ich die Einzige bin, die noch nicht fertig ist mit der Trauer um die Mutter, aber der Vater sprach diese Woche von einer Erkenntnis was es bedeutet, ohne sie zu leben, aber ich habe nicht nachgefragt was das bedeutet, das kommt dann morgen. Der Ohrwurm zum Morgen, denn ich sogar auf Vinyl habe:

„It’s my life, I do it my way
You don’t like my way?

Then hit the highway!“

Wünsche ein schönes Wochenende da draußen!

Nicht allein, Vergangenheit und nicht krisenerprobt

Guten Morgen, nicht allein und das ist gut so. Der Mann ist da und schläft friedlich im Bett. Gestern Nacht gab es nämlich noch einen Feueralarm in seinem Haus und er musste stundenlang draußen stehen, also besser zu mir kommen. Bin immer noch dabei die Dämonen abzuschütteln, aber es ist schon besser, der Vater erdet mich, der Mann sowieso und Freunde mit denen ich regelmäßig spreche. Ich sollte, das alles vergessen, was damals in der Firma passierte und nicht drüber nachdenken, ändern kann ich es eh nicht mehr. Immer noch sechs rote Autos vor dem Fenster, das sollte ich ignorieren, hier kann parken, wer auch immer es möchte, ich kann das nicht beeinflussen. Blutdruck unten, Puls auch. Gestern ein Kindergericht gemacht: Spiegelei mit Kartoffelpüree und Spinat, mir war danach. Vielleicht ist gerade auch der Druck zu groß mein Leben ändern zu müssen, aufhören zu rauchen und abnehmen, damit halt keine schwere Krankheit oder Tod droht. Ist mir gerade alles zu viel zusätzlich zu den anderen Salat. Immerhin gestern die Chaos-Nachweise des Mannes sortiert und in PDFs umgewandelt und dem Finanzamt geschickt. Möge das Geld kommen, Geld macht nicht glücklich, aber beruhigt. Mein Magen hat sich auch noch nicht endgültig beruhigt, aber nach den guten Blutwerten ist vorerst nicht vom Schlimmsten auszugehen, das ich Magen-Darm-Krebs habe, das ist nur Stress. Doch Stress hat schon mal eine Psychose ausgelöst. Dazu dann aktuell die ganzen Erinnerungen an damals, da kommen doch die Gedanken auf, dass ein verkrampftes Bein durch Neuroleptika vielleicht doch eine Option ist. Einfach vergessen, einfach nicht denken, ein Roboter sein, bewegungsunfähig, aber auch gefühllos, der Zustand mit Neuroleptika. Mein Recht auf Krankheit will ich davon gebrauch machen? Der Kaffee schmeckt und ich spüre gerade Liebe für den Mann, nachdem er mir zwischendurch fast egal war. Vielleicht weil ich ihn gerade brauche, ich weiß ein egoistisches Motiv. Muss noch die Zahnärztin anrufen, leider sind meine Zähne der Meinung, dass die Zahnklammer zu lange her ist und man sich zurück in die Ausgangslage bewegen kann. Ich glaube ich habe bereits etwas abgenommen, nicht viel, aber irgendwas bis 5 Kilo. Ein grauer Tag grüßt, nein aktuell passt der Song „Pastime Paradise“ nicht, denn gar nichts an das ich mich aktuell aus der Vergangenheit erinnere ist irgendwie Paradies, die Gegenwart aber auch nicht. Lebensmüde bin ich deswegen aber nicht nur verwirrt, der Mann erzählt, dass gerade sehr viele Leute Erinnerungen aus ihrer Kindheit haben, also nicht nur ich. Hat was von Endzeitstimmung, normalerweise lassen Menschen erst kurz vor ihrem Tod das Leben Revue passieren. Ich bin aber schon mindestens zweimal gestorben, also würde ich auch ein drittes Mal überleben? Wie gerne würde ich mit meiner Mutter sprechen, aber nicht aus dem Totenreich, sondern bei Kaffee und Kuchen. Immerhin sehe ich morgen den Vater, dieses Mal lädt er mich in eine gute Pizzeria ein, na geht doch, nachdem ich jetzt schon jahrelang für ihn Pizza mache. Was machen Hedonisten in der Krise? Meine Generation ist darauf nicht vorbereitet und die jüngeren schon mal gar nicht, wir haben nie irgendwelche alternativen Handlungsoptionen gelernt. Wir kennen keine Krisen und Zeiten der Einschränkung. Ruhig ist es hier, ich weiß die Arbeit wartet, das beruhigt, wenn ich dabei besser auf mich aufpasse. Auf in den Tag oder wieder zurück zum Mann ins Bett, alles geht weiter, es gibt Hoffnung auf Besserung, die Menschheit hat schon ganz andere Dinge überlebt:

Streit, Terror-Vogel, Insel und Rente

Guten Morgen, schon wieder eine zerhackte Nacht, aber ich fühle mich passabel. Etwas Sonne ist zu sehen und kein Laut zu hören. Gestern nirgendwo gewesen, keine Motivation und nur vor mich hin gearbeitet. Viel nachgedacht über den Streit auf Arbeit, eine Behauptung von vielen werde ich zurücknehmen, das Corona, die Arbeit und das Private einfach zu viel waren/sind, dafür kann die Kollegin nur bedingt was. Klar durch sie wurde die Arbeit noch anstrengender, aber dass es vorher schon zu viel war, dafür kann sie nichts. Ein lauer Tag grüßt und ich habe gestern zu viel Lasagne gegessen. Der Terror-Vogel schreit trotz Decke über den Käfig, er geht mir so sehr auf die Nerven, darf ich morgens nicht eine Stunde meine Ruhe haben? Der Vogel ist der größte und teuerste Fehlkauf seitdem ich Vögel haben. Er sollte ein Weibchen sein, er war extra teuer, weil geperlt, doch ein paar Wochen nach dem Kauf verlor er die Perlung im Gefieder und stellte sich als Mann heraus, der Tag und Nacht gerne schreit. Schwierig dazu zu dem Grundsatz bis an Lebensende zu stehen. Blutdruck ok, Herz etwas schnell, aber nicht gefährlich, keine Ahnung was ich heute Nacht träumte, kann mich an keinen Traum erinnern. Es ist seltsam jetzt ohne ihn zu leben, also er ist ja nicht gänzlich verschwunden, aber halt deutlich weniger da. Doch ich erinnere mich auch noch an den Nervfaktor, also unternehme ich nichts. Der Vater schreibt von der Insel, ich hoffe er hat eine gute Zeit, ich war seit 2018 nicht mehr da. Das war damals aber auch der Horror, weil der Vater keinen zweiten Bungalow gemietet hat und wir zur Beerdigung zu viert tagelang auf nur 30 m² hausten, war das schrecklich neben der sowieso schon schmerzhaften Trauer. Kein Rückzug, keine Privatsphäre, braucht man ja auch nicht, wenn man gerade seine Mutter beerdigt. ^^ Der Bruder ist dann nach ein paar Tagen ausgezogen und hat lieber am Pool geschlafen. Ich hätte wohl auch lieber auf eigene Kosten was anmieten sollen, statt diesen Horror zu ertragen. Aber ich glaube mein Vater hat einfach kein Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die Rückzug und Ruhe brauchen. Er ist eher so ein Gesellschaftsmensch, er braucht ständig Menschen um sich, um sich gut zu fühlen, ich bin genau das Gegenteil. Der Kaffee schmeckt und ich muss wohl noch Lebensmittel wegwerfen, die er mitgebracht hat, die Hitze der letzten Woche hat den Vergammelungsprozess beschleunigt. Zum Paketshop komme ich auch heute nicht, Öffnungszeiten die nicht zu meinen Arbeitszeiten passen. Bei der Apotheke bestellt, ja im Alter muss man mehr investieren, um sich „normal“ zu fühlen, überall Zipperlein, überall Handlungsbedarf, um den Laden am Laufen zu halten. Wobei ich auch resultieren muss, dass es nicht nur das Alter, sondern auch ein Resultat von Lockdown, Neuroleptika und Trauer ist, dass mein Körper in schlechter Verfassung ist. Manchmal fühle ich mich schon wie eine Rentnerin, nichts mehr von der „Ich bin unsterblich“ Haltung aus jungen Jahren. Wäre die Rente nicht so mickrig, wäre ich vielleicht schon Rentnerin. Aber eine EU-Rente, die noch nicht mal den Hartz-IV Satz erreicht, nimmt einen die Freiheit nach einer schweren Krankheit eine Auszeit zu nehmen. Also habe ich darum gekämpft als erwerbsfähig zu gelten, auch wenn ich es von 2013 bis 2016 wirklich nicht war und ich, trotz aller Bemühungen, auch heute nicht voll erwerbsfähig bin und es wahrscheinlich auch nie wieder werde. So viel zur „sozialen“ Marktwirtschaft, wo Kranke und Alte weiterarbeiten müssen, weil es sonst nicht zum Überleben reicht. Die Pläne jetzt das Rentenalter auf 68 anzuheben sind ein Hohn für mich, wie soll ich bis fast 70 arbeiten? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich vorher sterbe und nie Rente bekomme, obwohl ich eingezahlt habe, ist leider höher. Da kann ich nur hoffen, dass mein Mann mich überlebt und wenigstens eine Witwerrente bekommt. Das ganze Rentengeld meiner Mutter ist unwiderruflich weg. Mindestens 30 Jahre eingezahlt und nichts bekommen. Zum Glück hat sie sich wenigstens ihre private Altersvorsorge, ein paar Jahre vor Ihren Tod, auszahlen lassen und in Immobilien gesteckt, somit haben ihr Ehemann und ich jetzt wenigstens etwas davon. Sie hatte immer Angst vor Altersarmut und wurde dann gar nicht alt, doch wie es scheint hat sie mich damit vor der totalen Armut bewahrt. Auf in den Tag, die Kollegin schreibt schon, aber ich bin noch nicht arbeitsbereit, erstmal duschen und vielleicht frühstücken und dann Mitmenschen.

Vater, Frühstück und zu spät

Guten Morgen, ein friedlicher Morgen und die Schmerzen sind fast weg. Er ist da versteckt sich aber in einem anderen Zimmer. Keine Ahnung was mit dem Vater passieren soll, ich kann mit den Rücken immer noch nicht zu ihm fahren, aber wenn der Mann hier ist, ist es auch nicht passend, dass er herkommt. Gegessen gestern Döner den er mitgebracht hat. Die Sonne grüßt und ich fühle mich ganz passabel. Vögel zwitschern und mit der digitalen Nachbarschaft wird über den vermehrten Hubschraubereinsatz in der Gegend diskutiert. Es ist wohl die Polizei, die hier Streife fliegt. Warum auch immer, ich habe den Eindruck das ist seit Corona verstärkt. Er sah gestern sehr gut aus als er herkam, neue Frisur, Schnauzer ab und hübsche Kleidung. Auch ich hatte versucht mich hübsch zu machen Haare gefärbt und gewaschen, Schminke und ein Kleid. Zu viel Corona Gammellook in der Beziehung der letzten Monate. Die Nachbarn sind ruhig und er möchte Frühstücken, ich auch. Der Kaffee schmeckt, für den Moment trage ich seinen Ring, frau kommt nicht klar. Morgen zum Psychiater mal sehen, was der sagt. Gestern mit einer Kollegin telefoniert, sie gehört zu den netten und hatte mehrfach nachgefragt was denn mit mir sei. Er hat gestern wieder Nahrung mitgebracht, sehr gut einkaufen kann ich derzeit nämlich nicht, vielleicht morgen wieder. Nichts bestellt, auch nicht für ihn, abwarten, Konto schonen. Wäsche trocknet und eine Meise kommt zum Frühstück vorbei, er macht auch gerade Frühstück für uns, auf dem Balkon. Gespräche folgten und der Vater ist enttäuscht und auf den Weg, aber für den Moment ist mir meine Ehe wichtiger als pünktlich zu einer Verabredung zu sein mit meinem Vater, der mich immer Stunden warten lässt. Er ist jetzt arbeiten, ich hoffe es regnet nicht, sieht aber nicht so aus. Auf in den Tag oder eher auf vom Sofa, der aufrechte, schmerzlose Gang ist das Ziel.

Bett, keine Krankenschwester, Zahn und nächste Woche

Guten Morgen, passable Nacht mit 7 Stunden, aber vielleicht werde ich im Laufe des Tages noch nachlegen. Irgendwie habe ich gerade den Anspruch, dass gesamte Bett für mich allein haben zu wollen. Aber er war gestern beim Arzt wegen seinen Finger und ist jetzt krankgeschrieben. Männer, kein Bruch, keine Prellung, einfach nur ein gequetschter leicht blutender Finger und er macht hier auf Voll-Invalide. Also war ich gestern einkaufen, ich gestern kochen, denn der Mann ist ja sterbenskrank. Dass ich, glaube ich, viel kränker bin, sieht er nicht. Tja damit ist der Göttergatte jetzt ständig hier bis nächste Woche, bisher halte ich es aus. Dass ich aber seine Krankenschwester bin, davon habe ich mich gerade distanziert. Das Gehalt ist da, immerhin, die Zahlung vom Finanzamt wäre interessanter, aber die rühren sich nicht und wie ich las, kann man da auch sechs Monate nichts machen. Viel geschlafen gestern, wir nutzten das Bett jetzt im Schichtdienst, er schläft, ich schlafe, im Wechsel. Der Kaffee schmeckt und ich hatte einen Traum von einem verlorenen Backenzahn, war ich froh, dass der noch da war als ich erwachte. Er war jetzt beleidigt, weil ich ihm mitgeteilt habe, dass ich trotzdem erwartet, dass er heute Wasser kauft. Ich habe gestern beim Einkaufen schwer genug geschleppt, danach musste ich erstmal zwei Stunden Schlafen vor Erschöpfung. Der Termin beim Kardiologen steht, aber mein Herzschlag hat sich wieder beruhigt. Gestern keine Moussaka, sondern asiatisch gekocht, damit es ihm auch schmeckt, den schwerkranken^^ Mann. Der unbekannte Nachbar hat sich sehr gefreut über den Spargel und einen Granatapfel gab es noch obendrauf. Heute aber keine Termine, kein Paket, keine Lieferung und einkaufen gehe ich auch nicht. Die Bude sieht immer noch schlimm aus, aber was soll ich machen? Ich weigere mich hier zu putzen, wenn er entspannt daneben sitzt. Dann putzt hier halt keiner. Graue Aussichten, ich denke, es wird wieder Regen geben. Die Vögel schweigen und die Straße rauscht. Gestern Sonderangebote mit Sparpunkten kombiniert, weniger als 40 Euro für einen Einkauf bezahlt der online sicher 50-60 Euro gekostet hätte. Es scheint so, also würde Netto versuchen seine Kunden hier zurückzugewinnen. Erstaunlicherweise waren gestern auch fast nur junge Menschen im Laden. Es gab ein Sonderangebot bei Eiern, es empfiehlt sich also zum Frühstück Eier zu essen, aber gerade bin ich nicht hungrig. Auf in den Tag oder wieder ins Bett, leider nicht allein, weil er ja „krank“ ist. Ich freue mich dann mal auf nächste Woche, wenn ich in Ruhe nur mich selbst ertragen muss.