Hose, Katze, Extremisten und die Frau auf dem Sofa

Guten Morgen, Schreiben, ein Morgenritual, dass mir gerade sinnlos erscheint. Die Tage kaum gegessen, mir ist der Appetit vergangen. Gefeiert, dass ich wieder in die Hose vor Corona passe. Ist auch nötig, denn ich habe gerade keine andere Hose mehr, die Herbst und Winter tauglich ist. Mit einem Rock oder einer dünnen Stoffhose, werde ich jetzt sicher nicht draußen rumrennen, das ist sogar mir zu kalt. Gestern ein seltsamer Tag, total müde und erschöpft, zu viele Beratungen ohne Pause und danach sofort eingeschlafen. Gegessen Kartoffeln mit Salat. Der Psycho-Nachbar, bleibt immer noch Schrödingers Katze für mich, ich weiß nicht, ob er tot oder lebendig ist, aber definitiv ist er gerade nicht hier. Dafür sein Psycho-Freund zeitweise, der sein bohrendes und hämmerndes Erbe fortzusetzen versucht. Ich sprach die Tage ja davon von der Notwendigkeit seine Aggressionen herauszulassen, aber im Jahr 2022 in einer hellhörigen Mietwohnung, mit altem Mietvertrag, die Wohnung lautstark und vorsätzlich zu demolieren, ist schon eine ziemlich dumme selbstschädigende Geschichte.

Ganz passabel geschlafen, es ist grau, die Sonnenstunden pro Tag werden immer weniger, nicht gut für alle Gemüter, die eh schon mies gelaunt sind. Mit Schrecken Nachrichten geschaut und gelesen, Russland, Iran, Italien, schon verloren an die Extremisten? Wie kann man beliebige russische Männer festnehmen und für den Krieg verpflichten? Wie kann man eine iranische Frau tot schlagen, weil sie ein Kopftuch nicht richtig trägt? Wie kann man als Italiener die Russen dazu beraten? Was ist los mit dieser Welt? Zu viel Corona? Oder wäre das alles auch ohne Corona gekommen? Ist der Mensch wirklich so primitiv? Immer noch? Nix gelernt aus den Weltkriegen? Gibt es einen Bedarf mehr Waffen zu verkaufen?

Nur die Gedanken einer einzelnen Frau aus Berlin, die mit ihrem Kaffee auf dem Sofa liegt und sich bald nicht mehr raustraut, ohne Lockdown. So ein Virus erscheint dagegen, was jetzt gerade passiert, harmlos. Heute vielleicht spazieren, weil die Busse nicht fahren, ich muss noch einkaufen, ein Paket wegbringen, aber alles nicht möglich hier ohne weite Wege. Aber gut, mein kranker Körper wird es mir danken, wenn ich mich mal bewege, meinem Gemüt wird natürliches Licht guttun. Putzen wäre auch eine Maßnahme, aber warum sollte meine Wohnung besser aussehen als mein Körper und meine Seele? Noch sind die einzigen unerwünschten Mitbewohner, ein paar Lebensmittel-Motten und Spinnen, damit komme ich noch klar. Wann wird die Vergewaltigung der Welt endlich aufhören?

Müde und nicht selig

Guten Morgen, nein eigentlich ist nichts gut und ich erschöpft und müde. Zum Glück Homeoffice heute, ich denke, ich habe gestern doch zu viel gemacht. Zu wenig geschlafen, der Mann ist im Arsch, ich bin im Arsch, passt also wunderbar. Die Nachbarn stressen, die Vögel stressen, es ist kalt, ein bisschen Sonnenschein die einzige Aufheiterung. Die Bude sieht mies aus, ich auch irgendwie und über das eigene Leben und das politische Weltgeschehen nachzudenken deprimiert nur. Denken, ich wünsche ich könnte aufhören zu denken, aufhören zu erinnern, denn selig sind die geistig armen.

Kein Stimmungsaufheller, Steak, Dankbarkeit und Ausweg

Guten Morgen, ich bin so, so müde. Vater war da, Mann war da, beide sehr spät, beide wieder weg. Wird Zeit, dass ich hier rauskomme, aber der Termin heute früh ist eindeutig zu früh. Bin ich froh, wenn ich nachher wieder in mein Bett darf. Reicht langsam. Immerhin ist das Waschbecken wieder ganz, immerhin geht es dem Mann soweit gut. Grau und kalt ist es in Berlin, genau der richtige Stimmungsaufheller, für eh schon fertige Frau. Wird Zeit, dass ich endlich mal wieder zur Ruhe komme, wird Zeit, dass meine Kräfte wieder zu mir kommen. Ist alles gerade wie ein sehr schlechter Film mit Überlänge. Immerhin Kaffee schmeckt, Ruhe im Haus.

So viel zu sagen und irgendwie doch nichts. Gibt es irgendwo noch das, was man vor Corona als Normalität bezeichnete? Für mich vielleicht auch gleich zurück in die 80er? Um alles anders zu machen? Scheine abgenommen zu haben, denn Kleidung passt wieder, die zwischendrin zu klein war. Gekocht wieder Schmorgurke, auch schon Luxus in dieser Zeit, wo eine Gurke über einen Euro kostet. Heute vielleicht Steak mit Pasta für den Mann. Wir beide sind gerade voll im Arsch, wird Zeit für Ruhe und Erholung. Optimismus verzweifelt gesucht, denn Optimismus war die letzten Jahre völlig unangebracht. Aber gut, ich lebe, in einer Welt, die ich nicht mag. In einer Situation, die einfach nicht besser werden will, egal was ich mache oder nicht mache. Dankbarkeit, fällt mir gerade schwer, denn alles, was ich aktuell habe, ist sehr, sehr hart erkämpft und/oder noch teurer bezahlt. Ich habe die Schnauze voll, doch es scheint keinen Ausweg zu geben.

Essen, Schlaf, Alpträume, Bill Gates, Erderwärmung und Montag

Guten Morgen, nicht so wundervoll gerade, denn ich habe gestern bei 2 für 1 Essen zu geschlagen und leider dann auch 2 statt 1 gegessen. Das bereue ich jetzt, ich denke, Nahrungsaufnahme ist dann für heute erstmal kein Thema mehr. Dadurch dann eine gestückelte Nacht, Etappenschlaf mit Toilettengängen und immer noch müde und Bauchschmerzen. Früher ging sowas klar, jetzt wohl nicht mehr. Keine Ahnung, ob meine Pläne für heute stattfinden werden oder ob ich gleich einfach wieder schlafen gehe. Eigentlich brauche ich da draußen nichts, ich habe Essen, der Müll ist rausgebracht und keiner will was. Die Nachbarn sprechen in einer fremden Sprache, irgendwer scheint da unterzuvermieten. Den Mann in der Früh gesprochen, soweit scheint alles gut zu sein. „Es gibt viel zu tun, fangt schon mal!“ ist heute mein Motto.

Ich habe Bauchschmerzen, ich bin von der Woche doch sehr erschöpft und hatte seltsame Alpträume. Meine Tante vertrat neulich die Meinung, Bill Gates hätte den Plan, die weiße Menschheit auszurotten. Ich glaube, sie verwechselt da Bill Gates mit Mutter Natur, denn durch die Erderwärmung wird es wirklich bald schwer für weiße Menschen noch zu überleben. Dunkle Haut ist für starke Sonneneinstrahlung einfach viel besser geeignet. Für mich gibt es da nur eine Ansage: Entweder ändert die Menschheit jetzt sofort radikal ihr Verhalten gegenüber Mutter Natur, um die Erderwärmung zu stoppen, oder es werden nur die dunklen Menschen eine Überlebenschance haben. Da von einem Plan eines Menschen auszugehen und nicht zu sehen, dass vor allem der weiße Mensch die Welt systematisch zerstört, ist für mich irgendwie Bauernschlauheit. Schuld sind immer die anderen, wohl ihre Logik. Abgesehen davon ist sowieso absehbar, dass wir uns bei der ganzen Globalisierung immer mehr vermischen werden. Mischt man alle Menschenfarben der Welt, kommt halt kein weiß raus, so einfach ist das eigentlich. Habe ich ihr dann in aller Ruhe erklärt und sie hörte auf, die weiße wütende Frau zu sein.

Für mich also erstmal kein Frühstück und verkniffen in den Tag geschaut, ich wüsste gerne welche Sprache die neuen Nachbarn sprechen, ich kann es nicht zuordnen. Vielleicht gehe ich wieder ins Bett, hoffentlich ohne Alpträume. Zum Glück ist Wochenende, Montag kommt früh genug:

Dunkel, Chaos, müde, Vorräte, weiter leben

Guten Morgen, Stille in der noch dunklen Stadt. Irgendwie schlauchen mich die zwei Bürotage am Stück gerade gewaltig, kann mir gerade gar nicht mehr vorstellen, dass ich das früher fünf Tage am Stück durchgezogen habe. Aber gut ist auch viel passiert, sehr viel passiert seitdem. Die Bude sieht mies aus, aber das interessiert mich gerade echt wenig. Die Bürotage, das Treffen mit der Tante, die Einkäufe für den Mann, alles sehr anstrengend diese Woche und ich platt. Wen interessieren da die nicht ausgeräumte Spülmaschine oder Papiertüten vom Lieferservice in der Küche? Mich gerade weniger. Mein Energievorrat ist gerade halt verbraucht und wenn ich Energie habe, übertreibe ich halt gleich wie diese Woche. Aber so ein Burnout, Trauma-Aufarbeitung und eine Entgiftung des Körpers kosten halt Kraft, dass ich dabei überhaupt noch irgendwas anderes hinkriege, ist ein Wunder. Es ist wieder wärmer in der Stadt mit 28 Grad am Tag, das geht aber gerade noch. Kaffee und abends auch eine Cola setze ich gerade gezielt ein, um den stark abfallenden Blutdruck abzufedern, ich habe gerade einfach Schiss den Blutdrucksenker so schnell komplett abzusetzen, aber habe schon reduziert.

Der Mann hat sich aber über die gefrorenen Vorräte gefreut und gleich angefangen, afrikanisch zu kochen. Wir haben jetzt beide einen tiefgefrorenen Vorrat an Fisch, Huhn, Fleisch und etwas Gemüse. Also, solange der Strom nicht ausfällt, sind wir jetzt beide für eine Weile versorgt. Ich bin halt die Tochter, Enkelin und Großenkelin einer durch Krieg traumatisierten Familie, Vorräte anlegen habe ich schon im Kindergarten gelernt, dabei haben weder meine Mutter noch ich je einen Krieg im eigenen Land erlebt, Hunger und Armut aber schon. Gerade keine Lust mehr auf Therapie, auch nicht auf weiteres Nachdenken über die Vergangenheit, es reicht gerade echt. Ich will einfach meine Ruhe, Kraft schöpfen und dabei aber trotzdem nicht die ganze Zeit allein sein. Stillstand, muss auch mal erlaubt sein, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, ich bin so schnell ich kann und versuche mich nicht hetzen zu lassen, meine Zeit, mein Leben, meine Gesundheit. Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber, der mich lässt und es schrittweise wieder mit mir angeht. Oben, unten, in der Mitte, ich weiß gerade nicht, wo ich stehe oder besser liege. Einatmen, ausatmen, weiter leben.

Müde, sauer und Ok

Guten Morgen. Müde. Sauer auf den Mann. Bauchschmerzen. Irgendwas läuft da gewaltig schief mit mir und meinen Mitmenschen, das ist wohl auch der Grund, warum ich oft auf Mitmenschen verzichte. Der Kaffee schmeckt und ich sitze hier mit verkniffenen Augen. Gestern auf Balkonien betätigt und gekocht. Ein Spatz singt ein einsames Lied. Auf meinem Schreibtisch türmt sich Papier, keine Lust. Viel an die Mutter gedacht, ich vermisse sie gerade so sehr. Sie war der einzige Mensch auf der Welt, der mich immer wollte und immer für mich da war, egal wie schlecht es mir ging. Vielleicht weil sie genau wusste, wann ein: „Ich bin ok!“ Ok bedeutet und wann nicht.

Verflucht, Selbstmitleid und müde

Guten Morgen, noch total müde, aber Kaffee schmeckt. Bin gerade so wütend, weil ich wegen meines Zustandes gerade wieder nicht meine Wunschschulung machen kann. Was ist los? Bin ich verflucht? Gymnasium verlassen, weil Krise, Studium nicht beenden, weil Krise, Geschäftsführerjob nicht bekommen, weil Krise, jetzt versuchen einen kleinen Therapeutenabschluss zu machen und wieder Krise. Wer hat da ein Problem mit mir? Hasst mich Gott? Diese Krankheit, die immer und immer wieder mein Leben zerstört? Mich davon abhält, endlich mal ein Treppchen aufzusteigen? Während weniger talentierte alles ohne Probleme bekommen? Laut diverser Tests bin ich überdurchschnittlich intelligent und im Bereich Empathie sogar genial, aber trotzdem klappt einfach nichts in meinem Leben. Immer wieder wird alles zerstört, was ich mir mühsam erarbeitet habe. Immer wieder geht der Kuchen, den ich gebacken habe, an andere Leute. Und da wundert sich irgendwer, dass ich hier und da in meinem Leben lebensmüde war? Keinen Bock mehr hatte zu kämpfen?

Es ist eigentlich ein Wunder, dass ich nicht Dauerkunde beim Jobcenter bin oder bereits Rentnerin bin. Es ist ein Wunder, dass ich trotz der viel zu hoch gegebenen Medikamente, vielleicht sogar wegen falscher Diagnose, geistig wieder da bin oder überhaupt noch da bin. Warum muss ich immer wieder so hart kämpfen, während andere anscheinend einen All-Inklusiv-Urlaub gebucht haben? Ja Selbstmitleid, aber ich habe auch wirklich einen Grund dazu, ich bin kein kleines Mädchen, das schmollt, weil es ein Bonbon nicht bekommen hat, ich bin eine Frau, der immer und immer wieder der Boden unter den Füßen weggezogen wurde und die trotzdem immer wieder aufgestanden ist. Genug geheult, falls irgendwer bis hierhin gelesen hat, möchte ich das wohl erwartete Rezept der gestrigen Tage posten. Heute gibt es wahrscheinlich das hier. Aktuell aber kaum noch Hunger, esse nur noch wenig, mir ist schlecht, schlecht von meinem Leben. Auch nichts mehr eingekauft, ich brauche kein Essen, ich muss jetzt jeden Cent umdrehen, um mir Therapie, Medikamente und Massagen leisten zu können. Was mit einer gesetzlichen Krankenversicherung gerade möglich ist, ist einfach ein Witz. Entweder wird eine Leistung generell nicht übernommen oder die Wartezeiten auf einen Arzttermin oder Therapie sind so lang, dass man bis dahin eh tot ist. Die Kämpferin ist müde, es fällt mir schwer an ein Happy End zu glauben, auch wenn ich es wirklich verdient hätte.

Ruhe, Parallelwelten, Angststörungen, Pillen und Diagnosen

Guten Morgen, was für eine scheiß Nacht. Alles zu viel gerade, ich brauche Ruhe. Gegessen weiterhin Lasagne, den Rest aber eingefroren. Büro gestern war ganz gut, aber ich fühle mich insgesamt erschöpft auf allen Ebenen. Gestern sehr leckere Erdbeeren ergattert, es ist endlich Saison für Erdbeeren! Zum Glück morgen nicht zum Vater, aber zu einer Veranstaltung am Morgen. Heute keine Termine und das ist gut so. Mal sehen, was ich heute koche oder backe, ich hätte noch Bio-Äpfel, die nicht sonderlich schmecken. Keine Lust auf Niemanden gerade, sollen die mich doch alle in Ruhe lassen. Eine Lieferung kommt heute, ich habe Manuka Honig bestellt, der soll ja Wunder bewirken. Vielleicht die Bude aufräumen, vielleicht nicht. Eine Freundin taucht derzeit total in eine Parallelwelt ab, ich kann und möchte ihr nicht mehr folgen. Nicht an die Pandemie, den Virus und Impfungen glauben ist das eine, aber wenn eine ganze Weltanschauung daraus wird, wird es schwierig da weiterhin den Kontakt zu halten. Die Bewertung der Welt und täglicher Ereignisse ist so grundverschieden.

Stille im Haus, den Vogel zum Schweigen gebracht, auch ich bin still. Sonne ist am Fenster zu sehen und ich frage mich, ob Ängste, die durch tatsächliche Bedrohungen zustande kommen eine Angststörung sind oder doch vielleicht ganz normal. Wegen des Krieges gerade Angst zu haben ist nämlich total plausibel, aber es war die letzten Jahre auch plausible Angst zu haben so spontan zu versterben wie meine Mutter und da sprachen die Ärzte von Angststörung bei mir. Angst haben ist aber ein natürlicher Reflex auf Dinge, die bedrohlich sind, sie soll uns schützen, ein Überleben sichern. Ist es nicht nur eine Störung, wenn es keine plausiblen Gründe gibt Angst zu haben? Wenn man übertriebene Angst hat, ohne Lebensgefahr? Ich hatte tatsächlich Horror Blutdruckwerte, die Zeit nach ihrem Tod, es findet tatsächlich ein Krieg in der Nachbarschaft statt. Ist es eine Angststörung, wenn man begründet Angst um sein Leben hat? Was nehmen die anderen denn für Drogen, wenn sie bei einem Blutdruckwert von 200 oder einem keinen 800 km entfernten Krieg ganz entspannt bleiben? Eine Angststörung ist für mich z.B. übertriebene Angst vor harmlosen Spinnen zu haben oder ähnliches. Das hat dann für mich nichts mehr mit Überlebensreflex zu tun.

Aber das sind nur meine Ansichten dazu, keine Ahnung, ob die Psychiatrie das anders definiert oder ob es wieder darum geht, möglichst viele Diagnosen zu verteilen und Leute dauerhaft unter Medikamente zu setzen. Der Logik folgend müsste jetzt die ganze Ukraine eine Angststörung attestiert werden und das ganze Volk unter Medikamente gesetzt werden. Wie haben die Menschen das früher gemacht? Bevor die Pharmaindustrie für jeden unangenehmen Zustand eine Diagnose und Pille hatte? Zurück zu meinem Leben, heute ändere und rette ich die Welt nicht, heute staubsauge ich vielleicht und nehme ein Bad und höre zum Morgen einen Klassiker aus meiner Teenager-Zeit:

Streit, Bananenbrot, Vater, Stellvertreter und Welt retten

Guten Morgen, wieder zu wenig Schlaf, weil gestern ein nicht so ein erfreulicher Tag war. Pakete kamen mit stundenlanger Verspätung, ein Teller kaputt, ein anderes Paket mit wichtigen Dingen gar nicht zugestellt. Erst mit dem Mann gestritten und dann ewig auf den Vater gewartet, der nicht kam. Bananenbrot gebacken, nachdem die Bananen für den Mann nicht mehr so gut ausgesehen hatten und ich irgendwas Beruhigendes gebraucht hatte. Ja, gestern war so ein richtiger Gewinnertag! ^^ Aber gut, das Bananenbrot ist gut geworden, alles andere dann vielleicht später? Der Kaffee schmeckt und heute gibt es viel zu tun beim Mann, er hat dann gestern meine bestellte Sammlung für ihn mitgenommen, womit ich jetzt in der Wohnung einfach loslegen kann. Mein Beschluss ihm auch einen Nahrungsvorrat anzuschaffen fand er allerdings unerhört und übergriffig? Entschuldige, aber wann, wenn nicht jetzt, braucht man einen bestimmten Vorrat zu Hause? In jeder Wohnung sollte sich sowas finden, es gibt immer mal einen Sonntag, wo man nicht einkaufen kann oder einen zu langen Monat für das Geld. Abgesehen davon Pandemie und Krieg? Na, vielleicht versteht er es später. Ich finde ein paar Nudeln, Reis, Getränke und Konserven müssen halt sein, dabei bleibe ich auch.

Aufgewacht und Kaffee gekocht, losgefahren und die Küche des Mannes eingeweiht. Leider immer noch ohne Schlüssel, also werde ich ihn wach klingeln müssen. Ich glaube, die erste richtige eigene Wohnung hatte sich der Mann weniger stressig vorgestellt. Die Vögel sind zu laut, keine Ahnung was es da so laut zu singen gibt um acht Uhr morgens. Gestern das unsägliche getan und gebügelt, eigentlich wollte ich nur den Duschvorhang für den Mann kürzen und die Kante versiegeln, aber dann wurden es doch noch ein paar Tischdecken. Bin etwas sauer auf den Vater, erst eine Woche nicht den Zweitschlüssel rausrücken und dann sagen man kommt vorbei und nicht vorbeikommen, aber auch nicht absagen. Es steht jetzt noch eine kleine Tasche für den Man im Flur, die kann ich allein mit dem Bus transportieren, wenn er denn aufmacht, den anscheinend bin ich wieder stellvertretend für ganz Deutschland schuld, dass man hier Wohnung unmöbliert ohne Strom und Internet anmietet. Aber gut, ich hatte am Anfang auch Vertrauensprobleme, nachdem ich mein Erlebnis mit der Nigeria Connection hatte.

Insgesamt geht es mir gerade nicht gut, ich bin einfach so müde und erschöpft, ich könnte jetzt auch wochenlang im Bett liegen und gar nichts machen. Das ist und war einfach so anstrengend, mit der Pandemie, und die weggefallene Versorgung von Menschen mit Behinderung immer noch eine Katastrophe, die ich allein niemals auffangen kann und mittlerweile auch nicht mehr will. Soll doch wer anders die Welt retten, ich stehe temporär nicht zur Verfügung, ich rette mich dann erstmal selber. Genauso wie es im Flugzeug geraten wird, erstmal sich selbst eine Sauerstoffmaske aufsetzen, dann anderen helfen. Gestern eine Reste-Tüte bei einem Lieferanten bestellt, die war gut, sehr viel Obst und Gemüse zum kleinen Preis, deutlich besser als meine Bio-Tüte die Woche. Versuchen wir es doch mit guter Laune, ich fahre dann mal zum Mann, ob der will oder nicht, ich komme…

Umzug, Fersen, lila, rauchen, Burger und Lotto

Ein später Gruß zum Tag, gerade alles Ehemann und Umzug. Er ist dann erstmal gelandet, aber irgendwie überrascht darüber wie viel man bei einem Umzug organisieren und machen muss. Bisher hatte er immer All-Inklusive-Wohnen, jetzt kommt gerade der Normalzustand auf ihn zu. Heißt eine Wohnung ist nicht schon fertig eingerichtet, heißt Strom und Internet sind nicht inklusive usw. Gestern früh zu Ikea für ihn und später bei ihm geräumt und geputzt, der Vater hat ihm noch ein Bett gebracht und die Steckdosen repariert. Geschlafen hat er dann doch hier, ich hatte den Eindruck noch ein wenig verstecken, vor dem was da kommt. Nach langen Diskussionen ist er jetzt doch davon überzeugt, dass sich erstmal gebrauchte Dinge anschaffen eine gute Lösung ist, denn alles neu kaufen ist verdammt teuer. Mir auf meiner Odyssee zum Möbelhaus nach Lichtenberg gestern die Fersen blutig gelaufen, dementsprechend wollte ich dann später nicht mehr laufen, also ein Uber genommen, netter Fahrer, aber etwas verpeilt. Letztendlich hat er mich aber sicher zum Ziel gebracht.

Wollte heute aufhören zu rauchen, aber ich merke gerade das klappt nicht so mega gestresst wie ich gerade bin, also werde ich gleich wohl doch noch zur Tankstelle. Immerhin weniger essen ziehe ich schon eine Weile durch, wenigstens keine Zunahme mehr. Schwimmen dann wieder nicht, gestern Möbelhaus, räumen und putzen und heute einfach mal im Arsch. Grau ist der Tag und ich liege im lila Kleid herum, duschen und das Haus verlassen ist die Mission und dabei auch gleich den Müll mitnehmen. Immerhin das Bett frisch bezogen und Wäsche am Waschen, aber bei mir hier zu putzen gerade Fehlanzeige. Ich vermisse den Mann gerade unheimlich, es tut mir so leid, dass er heute alleine klarkommen muss, aber ich bin zu müde heute und er ein erwachsener Mann.

Selbstständigkeit ist eine Notwendigkeit oder sogar Geschenk, ich kann und will nicht immer alles für ihn regeln, aber es fällt mir schwer. Stille im Haus, einen selbstgemachten Burger gegessen, es ist einfach unverschämt was ein Burger draußen so kostet und wie er dann schmeckt meistens auch. Blutdruck endlich wieder unten, die Tage, war er etwas hoch, Blutdrucksenker, noch ein gefährliches, abhängig machendes Medikament. Immer noch nicht im Lotto gewonnen, das nächste Mal lieber Herrn Reiser wählen…