Nikolaus, digitales Zertifikat, Kleinkind Musik, Kudamm und Adele

Guten Morgen, gefühlt viel passiert, tatsächlich aber wenig. Nikolaus, interessiert nur keinen. In meinem Alter ohne Mutter gibt es keine gefüllten Schuhe mehr, aber gut vielleicht auch ganz gut so, ich habe schon genug Schokolade. Versucht Stiefvater 1 anzurufen und ihn nicht erreicht, vielleicht ebenfalls ganz gut so, ich bin immer noch sauer und am Fluchen. Dieser ganze Bibelkram, für ein kleines Mädchen einfach mal Hirnwäsche. Dafür mit dem alten Freund telefoniert, wir gehen zusammen zum „Quatsch Comedy Club“, ich freue mich. Einzige Hürde, auch die bestehen auf das digitale Impfzertifikat, ich habe aber nur mein gelbes Impfbuch. Eigentlich wollte ich es auch dabei belassen, aber ich scheine gezwungen zu werden meine Impfdaten auch auf mein Smartphone zu übertragen. Auch beim Schwimmbad hieß es: „Wir akzeptieren nur das digitale Zertifikat“. Möchte ich also irgendwo hin, brauche ich den Eintrag auf dem Smartphone?

Heute Kosmetiktermin, aber nur Pflege, keine Tortur der Haut wie beim letzten Mal. Angefangen sehr alte Musik zu hören, Musik aus den 70ern und 80ern, war mir nicht klar, dass ich später im Leben Songs rausgekramt habe, die in den Charts waren, als ich ein Baby/Kleinkind war, irgendwas muss ich da wohl doch mitbekommen haben. Meine Vorliebe für Earth Wind and Fire ist also nicht so überraschend, wenn das in den Charts war als ich 4 war, ich dachte, ich hätte das mit ungefähr 12 selbst für mich total neu entdeckt. Aber eigentlich auch nicht verwunderlich, in unserem zu Hause lief immer Musik und es wurde oft dazu gesungen und getanzt, also auch kein Wunder, dass ich mich unterbewusst wohl an die 70er Musik erinnere. Ich bin mir sehr sicher, dass meine Mutter auch während der Schwangerschaft mit mir immer Musik gehört hat. Die neue deutsche Welle dagegen habe ich schon etwas bewusster erlebt und sie damals gefeiert, heute kann ich damit aber weniger anfangen oder erst, wenn ich besoffen bin, was ich aber eher sehr selten bis nie bin.

Der Tag dämmert, Spatzen begrüßen den Morgen und ich hatte ungefähr 6 Stunden Schlaf und fühle mich ok. Urlaub, ich hätte gerne Urlaub, am liebsten ab sofort bis nächstes Jahr, keinen Bock gerade auf das was Arbeit für mich bedeutet. Krank schreiben lassen ist aber auch keine Option. Weihnachtsgeschenke ist auch so ein Thema, bisher habe ich nur was für den Vater, für Bruder und Mann fehlen da noch was. Immerhin gestern hier etwas geräumt und geputzt, aber auch nicht viel. Das Allergiespray hilft, meine Nase reagiert jetzt im Winter heftiger als im Sommer, spricht dafür das ich auf Staub und Milben heftiger reagiere als auf Pollen und Gräser. Gekocht gestern Bandnudeln mit Champignons, Spinat und Feta, war lecker und dazu ein Kotelett. Keine Lust wegen der Kosmetik zum Kudamm zu fahren, aber da werde ich in Zukunft wohl öfter hinfahren, denn dort habe ich jetzt auch eine Heilpraktikerin gefunden, die eine Raucherentwöhnung anbietet. Selbsthilfe ist manchmal auch, sich Hilfe zu suchen.

Ein grauer Tag grüßt und der Winter hat erst angefangen, die Tage, die noch natürliche Adele auf YouTube entdeckt, viel sympathischer, als dieses blondierte Make-up Wunder, das sie jetzt äußerlich geworden ist…Ich wünsche einen schönen Nikolaus da draußen!

Essen, Kopf, Arschlöcher, alte Kinder und die Matrix

Guten Morgen, nicht so gut drauf und nicht im Schwimmbad. Zulange wach gewesen in der Nacht, konnte nicht früh einschlafen und jetzt ist es bereits zu spät fürs Schwimmbad. Gestern der Tag im Büro war ok und danach auch im Drogeriemarkt gewesen, heute Homeoffice. Verdauung spinnt, während mein Kühlschrank immer leerer wird. Die höchsten Coronazahlen seit Beginn und immer weniger Essen gehortet. Es ist wohl wichtiger seinen Job zu behalten/seine Einnahmen zu behalten, als große Vorräte zu haben. Wie ich schon am Anfang der Pandemie vermutete wird es immer alles geben, aber es ist halt eine Frage des Preises, ob man immer alles haben kann. Vieles ist mir zu teuer geworden, aber Toilettenpapier und Nudeln sind weiterhin ohne Probleme möglich. Wenn es allerdings um Fleisch oder Obst und teilweise auch Gemüse geht, da sind Preissteigerungen sehr deutlich, besser man isst saisonal und aus der Region. Aktuell heißt das bei Gemüse für mich: Lauch, Kartoffeln und Karotten, vielleicht auch Kohl. Die letzten Tage Kohl gegessen und gestern Schlemmerfilet mit Karotten- und Kartoffelspalten aus dem Ofen. Einfach mal an die Kindheit erinnern, was es damals zu essen gab.

Manchmal möchte ich mir aktuell einfach den Kopf abschrauben, damit ich endlich aufhören kann zu denken, aber das geht nicht und die Alternative: sehr viele Pillen schlucken, ist noch schlimmer. Regen oder Traufe? Warum kein Sonnenschein? Scheint wohl nicht gebucht gewesen zu sein für mein Leben. Jetzt ist auch noch die Musik zerstört, ich hoffe das geht wieder vorbei. Musik ist ein Schlüssel zu Erinnerungen, ich mag meine Erinnerungen nicht mehr. Das jetzt, auch nicht toll, die Zukunft ungewiss, Gott muss ein Arschloch sein, anders ist nicht zu erklären, dass hier so viele Arschlöcher rumrennen. Die Welt sicher nicht gemacht für den Menschen, das glaubt er nur, weil er ein Idiot ist. Der Vater hat den Sonntag abgesagt, gut dann habe ich Zeit endlich den früheren Vater anzurufen? Ich weiß nicht, was ich ihn sagen oder fragen soll, eigentlich sehr viel, dann auch wieder gar nichts. Verzeihen, ein Schritt der Selbstbefreiung, nicht der Gültigkeit, aber das kleine verletzte Mädchen hielt an dem Schmerz fest, weil es besser als nichts erschien.

Es ist dunkel, die Straße rauscht, ein Nachbar läuft durch das Treppenhaus, die Vögel schweigen und auch ich schweige. Nur die Harten kommen in den Garten, das Ding ist nur, ich kenne nur den Garten. Alle Bemühungen, alles betteln, es hat nie geholfen auch mal ins Haus zu dürfen. Wäre ich eine Pflanze, ich wäre Brennnessel, wächst überall, stirbt nicht so schnell, aber will keiner bewundern, pflücken und dekorativ zu Hause haben. Brennnesseln bleiben draußen, es sei denn jemand hat mal eine Blasenentzündung. Unkraut vergeht nicht, sagte meine Mutter so oft, wie wusste sie es? Sie bezeichnete uns als Unkraut, keiner will uns, aber wir sind immer noch da. Sie mittlerweile nicht mehr, also ich auch bald nicht mehr? Wurde ein Pestizid gegen Frauen wie uns erfunden? Es heißt wohl Essen, wenn man ihr und mein Leben betrachtet, die Sehnsucht der hungrigen Kinder. Für die Reparaturen, die wegen der Fehler der Eltern nötig sind, ist man als Erwachsener selbst zuständig, aber was ist, wenn man nie erwachsen geworden ist? Ich sehe täglich so viele alte Kinder, Kind sein ist keine Frage des Alters, es ist eine Frage des Kopfes, vielleicht auch der Seele. Meine Oma ist mit über 70 Jahren immer noch ein Kind, ein verletztes Kind, ich vielleicht auch, also werde ich es bis 70 auch nicht schaffen? Können die Verletzungen der Kindheit so tief sitzen, dass das Programm: „Erwachsen“, sich nicht starten lässt? Ein Matrix-Fehler?

Wer immer diese Matrix geschaffen hat, muss in seiner Abschlussprüfung geschummelt haben. „Catch me if you can„, die Welt gehört den Lügnern und Betrügern? Ich will raus aus der Matrix, schon immer, nein ich möchte sie verändern, eine bessere Welt schaffen, aber dazu brauche ich Mitspieler, allein gegen die Matrix, bin ich höchstens ein dauerhafter Pixelfehler…

Finster, abgestürzt, Express-Beratungen, Kerzenschein und Weihnachten

Guten Morgen, endlich wieder mehr geschlafen, aber draußen ist es trotzdem finster. Gestern Nachmittag emotional völlig abgestürzt, ich vermute Hormone, gerade geht es aber wieder. Das Gesicht hat sich wieder beruhigt, die Kosmetikerin sprach bei dieser Behandlung von einem Trauma für die Haut. Also Trauma Leben mit Trauma verbessern/heilen? Interessante Herangehensweise, schlimmes mit schlimmeren verbessern? Bei der Gesichtshaut scheint das teilweise zu funktionieren, aber im Rest des Lebens? Gestern im Büro, der Tag der ungewöhnlich kurzen Beratungen, passiert mir sonst nie, dass die Leute nicht ihre volle Zeit nutzen. Aber passte, ich war eh nicht gut gelaunt und wenn die Leute nur wenige Fragen haben, auch gut. Leute die ihre Seele ausschütten, brauche ich gerade weniger, auch keine Katastrophengeschichten. Ich habe schon genug Drama und Katastrophe in meinem Leben. Heute wieder Büro mit netter Kollegin, immerhin, hier allein zu Hause sitzen, ist auf gar keinen Fall eine gute Idee. Mal schauen, ob ich heute nach der Arbeit noch einen Drogeriemarkt besuche, gerade bestellen ist so eine Sache, denn die Paketdienste sind wieder überlastet. Kein Fernsehen und keine Musik gestern, das ist mir gerade alles zu viel.

Gerade sitze ich abends bei Kerzenschein in der Stille und surfe im Internet, ist schon aufregend genug, laute Technomusik gibt es ja von den Nachbarn dazu. Dezember, Weihnachten kommt, Vorfreude sieht anders aus, nur feiern mit meinen Männern, mehr ist nicht geplant. Weihnachten war noch nie meins, da selten ein schönes Fest für mich. Weihnachten ist für mich eher wie ein Shrek Zitat: „Weihnachten ist nicht Weihnachten, wenn keiner heult.“ Immerhin geheult wurde die letzten Jahre nicht, aber spannend oder freudig ist auch was anderes. Heute einige Termine, mal sehen, ob das wieder so ein Express-Tag wie gestern wird. Dem Vater gestern abgesagt wegen der Pizza, er hat die Nachricht nur nicht bekommen und stand dann vor der Tür mit Adventskalendern für den Mann und mich. Sehr lieb, leider mag der Mann nur gar keine Schokolade, also habe ich jetzt zwei? Hier stehen noch ein Osterhase und ein Weihnachtsmann vom letzten Jahr für den Mann. So wie es scheint vorerst kein neuer Lockdown in Berlin, gut so, die Seelen gehen kaputt dabei, besonders die der Kinder, von den wirtschaftlichen Schäden mal abgesehen. Geld ist ersetzbar, aber eine neue Seele/Gesundheit kann man sich nicht kaufen.

Einsatzfahrzeuge fahren laut tönend an meinem Fenster vorbei und reizen den Vogel zum herumschreien, keine Ahnung warum er bei jeder Sirene mitschreien muss. Es ist so doppelt nervig. Draußen Krach, drinnen noch mehr Krach. Meine Musik höre ich immer noch nicht gern, zu viel Erinnerung an Zeiten, die keiner gehabt haben will. Ich höre dann besser Musik ohne Texte, der besonders ruhigen Art:

Multicolor Menschen, Gangster, Kalter Krieg, Konditionierung und Raul

Guten Morgen, viel zu früh, dieses Mal aber ganz sicher nicht die Nachbarn, auch keine Autofahrer, die mich nachts in meinem Bett blenden, einfach so wach, wieder nach sechs Stunden Schlaf. Aber ich denke, nach dem Schreiben lege ich mich wieder hin. Gestern doch wieder Musik gehört, die Musik vor Berlin, damals überwiegend weiße Musik, aber hier in Berlin wurde dann irgendwie alles schwarz, dabei gab und gibt es hier in Berlin gar nicht so viele dunkelhäutige Menschen, da hatte ich mehr multicolor Menschen in Köln zuvor. Hier in Berlin warteten überwiegend Deutsche, Türken und Araber auf mich, aber auch der Hip-Hop. War mir damals aber egal, ich bin mit einer Selbstverständlichkeit aufgewachsen, dass Menschen verschieden aussehen und sind, aber doch alle gleich sind und Musik unserer universelle Sprache ist. In diesem Punkt mal gelungene Gehirnwäsche der genossenen Erziehung? Auch seltsam im Nachhinein, dass das einzige schwarze Mädchen in der Grundschule meine beste Freundin war, aber wir beide hatten irgendwie keine Wahl, sonst mochte uns keiner. Obwohl ich überwiegend deutsch bin habe ich mich das ganze Leben mehr als Ausländerin gefühlt, ich passte hier irgendwie nie rein und spätestens ab Berlin wurde ich auch ständig gefragt, ob ich türkisch, arabisch, spanisch oder italienisch sei. Die Antwort war aber Mischpoke, keine befriedigende Antwort für die Schubladen der Neugierigen.

Meine Leben eine Truman Show? So kommt es mir vor, wenn ich zurückblicke nur, dass der Drehbuchschreiber so gar nichts von Jugendschutz hielt? Besonders die Zeiten in Berlin hatten eher was mit einem Gangster Film zu tun, alles noch garniert mit einer Brise Kalter Krieg Reste im Berlin nach dem Mauerfall. Ich bin Zeitzeugin, von so vielen, die Mauer fiel kurz nachdem ich in der Stadt ankam und veränderte alles, nicht nur die Pläne meiner Familie. Ich hatte damals Wetten abgeschlossen, wann Deutschland im Kopf und in der Haltung wieder ein Land sein wird. Ich tippte auf eine Generation und geschätzte 25 Jahre, wie sich jedoch gezeigt hat ist auch jetzt 32 Jahre nach dem Mauerfall immer noch eine Mauer in den Köpfen. Wir sind immer noch ein Volk der Ossis und Wessis, begleitet von Ausländern, egal ob wir alle hier geboren sind und schon immer hier leben. Brauchen die Menschen Schubladen? Das Abgrenzen von Mitmenschen? Dieses ich bin besser als du, weil (…)? Wie arm ist das denn? Sich besser fühlen durch die Abwertung anderer?

Genug Gedanken zur Welt und Weltgeschehen, zurück zum Tagebuch, obwohl es gibt nicht viel zu berichten, nicht viel passiert gestern, den ganzen Tag mit dem Rauchdrang gekämpft und den Tag mit drei Zigaretten beendet. Immerhin 3 statt 20. Ich denke die Verantwortlichkeit, dass ich Raucherin wurde, trägt der erste Stiefvater, der mich täglich losschickte, um für ihn Kippen zu kaufen, als Belohnung durfte ich mir vom Restgeld immer ein Eis kaufen. HB war seine Marke, die Marke mit dem lustigen Comic-Werbespot. So kann man ein kleines Mädchen natürlich auch konditionieren, indem sie Zigaretten mit Comics und Eis verbindet. Also wurde ich auch ein rauchendes HB-Männchen. Alles geht schief, alle ärgern mich und dann eine Kippe. Böse Nummer, ich bin ja dafür, dass Drogen aller Art unter Werbeverbot stehen und nur in speziellen Läden an Erwachsene verkauft werden. Der Mensch hat nun mal das Verlangen nach Rausch, aber bitte lasst die Kinder da raus. Zurück zum jetzt in Berlin, es ist dunkel und kalt, der Kaffee schmeckt, meine Verdauung spinnt, ich habe geraucht, hoffentlich die letzten für heute, aber der Tabak ist fast alle und ich werde heute keinen neuen kaufen, auch nicht, wenn man mir dafür einen lustigen Comic zeigt und ein Capri-Eis schenkt.

Versuchen wir es doch noch mit Musik, mit einem der wenigen Neuzugänge der letzten 10 Jahre in meinem Hymnen-Archiv:

LPs, Stille, Verkabelung, Essen und Musik

Guten Morgen, keine Ahnung was los ist, aber jetzt reichen plötzlich 6 Stunden Schlaf? Der Kaffee schmeckt und ich bin nicht so gut gelaunt, hätte gestern wohl besser ins Büro fahren sollen. Zu viel allein ist wohl gerade nicht so gut, dabei hatte ich gestern viele Beratungen, war danach noch einkaufen und Pakete gab es auch. Habe schon ein Weihnachtsgeschenk für den Vater, weil es keine CD gab, doch tatsächlich eine neue LP bestellt, ein ungewöhnliches Angebot im Jahr 2021 eine neue LP zu kaufen. Es hat mich aber an meine hunderten alten LPs erinnert, die verstaubt im Regal stehen. Die zwei wichtigsten LPs sind wohl meine erste in Köln selbst gekaufte neue LP „Take on me“ von a-ha und meine erste in Berlin selbst gekaufte gebrauchte LP von Earth Wind and Fire. Will ich aber beides gerade nicht hören, obwohl ich den Plattenspieler gerade erst gereinigt habe und der startbereit in Sichtweite steht.

Gestern zum Feierabend also in der Stille bei Kerzenschein gesessen, keine Musik, kein Fernsehen. Das war jetzt vielleicht doch zu viel Stille und zu wenig Ablenkung. Aber man kann nicht immer vor seinen Gedanken und Erinnerungen davon laufen, egal wie schrecklich die sind. War ich damals glücklich bei der Musik, heute kommt es mir wie eine Lüge vor. Ich kann aber wohl nicht ewig auf meine Musik sauer sein, ich brauche sie zum Leben wie das Atmen. Nur atmen allein macht halt keinen Spaß, das weiß ich durch das Neuroleptika-Koma genau. Die Verkabelung für das Homeoffice verbessert, es gibt jetzt einen Repeater im Arbeitszimmer und damit kein Netzwerkkabel mehr, das während der Arbeit durch den ganzen Flur verlegt werden muss. Hoffentlich ist damit auch das W-LAN Signal im Arbeitszimmer besser, die letzten Videokonferenzen waren doch sehr verpixelt und die Verbindung schlecht. Ist blöd, wenn man Host für die Videokonferenz ist und die Bandbreite nicht reicht. Gestern nämlich tatsächlich Video-Beratung gemacht, ein Format, dass ich immer noch hasse, denn ich ertrage es nicht mich dabei ständig selbst zu sehen.

Wäre gut, wenn ich meine heilende Wirkung, die ich öfter auf andere habe, auch auf mich selbst anwenden könnte, klappt aber gerade nicht so gut. Es ist dunkel, es ist viel zu früh und gestern wieder Mist gegessen, geplant für heute wahrscheinlich Thunfisch, hatte ich schon gestern Bock drauf, aber zuerst musste das Sauerkraut weg. Das mit dem Essen einfach wegwerfen habe ich immer noch nicht drauf und weiß nicht, ob ich das jemals lernen kann und möchte. Es ist einfach falsch Essen wegzuwerfen, während andere auf der Welt hungern. Irgendwie schwingt da meine Weltkriegserfahrene Uroma immer noch mit, sie hat alle Frauen in der Familie erzogen, mit Lebensmitteln achtsam und sparsam umzugehen. Dass ich dabei irgendwann zu reicheren Zeiten zum Essens-Müllschlucker der Familie werde, das war sicher nicht in ihrem Plan vorgesehen. Mein Video des Tages bereitet mir gerade Probleme, lassen wir das mit dem Pop und besinnen uns auf Klassik:

Tiefschlaf, Arbeit, Aufmerksamkeit, Medien und Hoffnung

Guten Morgen, wieder wenig Schlaf, aber dafür sehr tiefer, fühle mich trotz allem erholt. Aufgeregt über die Arbeitslage, es kann so nicht weitergehen, also trete ich auf die Bremse und werde jetzt weniger arbeiten, bevor wieder etwas an mir kaputt geht, wenn es nicht schon zu spät ist. In letzter Zeit bin ich immer wieder überrascht, wie schlecht Leute andere Leute beobachten und zuhören. Da werden Gespräche geführt, da werden Fragen gestellt, die völlig unnötig sind, wäre man nur etwas aufmerksamer für sein Gegenüber. Sind wir alle nur mit uns selbst beschäftigt? Als Außenseiterin habe ich früh gelernt sehr gut zu beobachten und zuzuhören, nicht aus Nächstenliebe, sondern um Gefahren abschätzen und abwenden zu können. Das galt in den ständig wechselnden Schulen, aber auch besonders gegenüber meiner Mutter, besser frau weiß, was der andere vorhat und was jetzt kommt. Bei meiner Mutter ging das so weit, dass ich meinte zu wissen, was sie denkt und damit auch, was sie als Nächstes tun wird. Meistens hatte ich recht. Das war überlebenswichtig. Ihr Temperament war nämlich sehr aufbrausend und ich ihr als kleines Mädchen ausgeliefert. Manchmal denke ich, dass ich dadurch ein wenig wie The Big Lebowski wurde. Ein Menschenversteher, der in der Badewanne Joints raucht, das ist nicht so weit von meinem Leben entfernt.

Genug therapeutische Selbstanalyse zum Morgen, zurück zum Alltag. Gestern im Büro gewesen, das war gut so, mir ist hier die Decke auf den Kopf gefallen. Heute bleibe ich aber hier und morgen wieder ins Büro? Immer hier sein, ist auf jeden Fall keine gute Idee, weder für Körper noch Seele. Rauche leider immer noch, aber habe die Tage deutlich weniger gegessen, immerhin, ich will nicht weiter zunehmen, es ist furchtbar. Die Eitelkeit zwickt es, aber es geht mittlerweile eher um meine Freiheit und Gesundheit, nicht darum besser auszusehen. Von Musik gerade die Nase voll, mir ist etwas klar geworden, das muss ich erstmal sacken lassen. Auch Fernsehen geht mir auf die Nerven, kauf dies, kauf das, verhalte dich so, sehe so aus, die können ihre ganzen Botschaften mal für sich behalten. Stille gerade das einzig Wahre, in meinem Kopf, meinen Herzen ist genug los. Dazu einen Kaffee und die Medizin nicht vergessen, ich hasse es Medizin zu nehmen, es ist nicht natürlich nur mit Pillen überleben zu können, aber ich muss, bis die Zeiten hoffentlich wieder besser werden. Hoffnung, die russische Bedeutung meines Vornamens, vielleicht wusste meine Oma als sie diesen Namen für mich durchsetzte, dass ich verdammt viel Hoffnung brauchen werde, vielleicht auch nicht. Wie auch immer, ich bin noch da und habe die Hoffnung immer noch nicht aufgeben.

Geschlafen, spät, Wohnzimmer, Kosmetik und rum wackeln

Guten Morgen, tatsächlich geschlafen die Nacht und aufgewacht in einem grauen Novembertag. Gestern sehr kurz gearbeitet und stattdessen lieber das Wohnzimmer angegangen. Der alte Couchtisch ist jetzt weg und der Boden gestaubsaugt und gewischt. Danach schlafen und nicht gekocht, sondern TK-Lasagne gegessen, später dann aber noch das Gulasch für heute vorbereitet. Habe es mit einem Schuss Sherry gekocht, lecker. Im Hausflur gerade Besuchstag, ich habe Sonntag früh um acht andere Pläne als Leute zu besuchen und Krach zu machen. Ich schlürfe Kaffee und blinzle schweigend in den Tag. Die Amaryllis ist einfach wunderschön, ich bin immer traurig, wenn ich sie nach Dezember nicht mehr bekomme. Wäsche gewaschen und für heute keine genaue Zeit mit dem Vater vereinbart, vielleicht ein Fehler, so kommt er spät und ist dann noch nicht mal zu spät?

Veränderung, Veränderung, immer stressig, aber gleichzeitig aktuell auch lohnend, das Wohnzimmer sieht schon besser aus. Ist schon krass, dass ich erst nach sechs Jahren die Wohnung so einrichte und arrangiere wie ich es brauche und möchte, egal was Mama will/wollte. Die ersten Jahre habe ich den schönsten Raum hier gar nicht genutzt, weil sie es mir verboten hatte. So habe ich jahrelang Miete bezahlt, ohne was davon zu haben. Untermieter in der eigenen Wohnung. Jetzt wird das langsam meine Wohnung, die für meine Zwecke voll genutzt wird. Morgen zum Psychiater und zur Kosmetik, beides keine tollen Termine, der Psychiater ist zwar ein angenehmer Mensch, aber am Arsch der Welt und das mit der Kosmetik wird wieder schmerzhaft. Der Effekt beim letzten Mal war knallrotes Gesicht und einen Tag danach 10 Jahre älter aussehen, ich hoffe dieses Mal wird es besser.

Der Mann war gestern auch da, aber nur kurz, nach unserem Wochenende letzte Woche gerade auch nicht so große Sehnsucht, wir beide brauchen jetzt glaube ich Zeit allein, um liegen gebliebene Sachen zu sortieren und sich zu erholen. Ich glaube ich werde nie die Frau die 24/7 mit irgendwen zusammen sein möchte, die Einsamkeit ist eine notwendige Sache zwischendurch. Während es für viele Leute Horror ist allein zu sein, ist es für mich Horror nie allein zu sein. Ich brauche halt meine Privatsphäre Privatatmosphäre, wie ich als Kind fälschlicherweise sagte. Eine Blume braucht dringend neue Erde, eine Mission für heute. Das mit dem Terrorvogel ist dank Wasserpistole deutlich besser geworden, nur wenn Futter oder Wasser fehlt, kriege ich noch was auf die Ohren. Keine Ahnung was ich jetzt mit meinen Wohnzimmer-Bildern mache, sie passen hier nicht mehr rein, aber der Keller ist auch voll. Eine Erlösung wäre ein Altkleidercontainer in der Nähe, aber der nächste ist kilometerweit entfernt und ich habe kein Auto. Im Kleiderschrank ist auch noch Potenzial für weitere Säcke Altkleider, aber wohin damit?

Gestern weiter Musik gehört bzw. Musikvideos geschaut, auch anstrengend irgendwann, aber ich habe soviel Musik verpasst. Ich habe sehr viel verpasst in meinem Medikamenten-Koma, aber das Schlimmste finde ich ist die entgangene Musik. Singe jetzt wieder vor mich hin und wackle herum, solange das mein Körper zulässt, was nicht lange ist. Auf in den Tag, es gibt hier in der Wohnung viel zu tun und ich versuche es mal mit einem rum wackel Song zum Morgen:

Stille, Reise, Sucht, Ozeanum und Ne-Yo

Guten Morgen, wach in der Nacht und Stille, kein Geschrei heute und ein Kaffee zum Morgen. Fühle mich aber ausgeschlafen. Heute die Reise, ich bin etwas aufgeregt, auch wegen der Übernachtung im Hotel. Gestern sehr viel Musik gehört und ansonsten kaum was auf die Reihe bekommen. Es gibt so viel Musik, die ich verpasst habe. Abends dann iPod neu bespielt, mit neuer Musik, auch heute für den Weg, denn ich ahne der Mann wird am Smartphone hängen. Irgendwie ist da meine Tabaksucht, im Vergleich zur Smartphone-Sucht, kompatibler im sozialen Verhalten. Ich bin bei einer Zigarette trotzdem für anwesende Leute da. Er mit seinem Smartphone nicht. Was solls, dann habe ich halt eine schöne Zeit mit Ne-Yo, während er daneben sitzt. Bin gespannt auf das Ozeanum, es ist Jahrzehnte her, dass ich tauchen war und ich glaube mein Schatz, war noch nie tauchen und kennt solche Aussichten gar nicht. Das Gesicht hat sich endlich wieder beruhigt, hätte ich vorher gewusst, dass man durch Kosmetik auch erstmal so viel schlimmer aussehen kann.

Gestern eine große Plastikkiste für den Balkon geliefert bekommen, habe beschlossen Kartoffeln und Möhren auf den Balkon auszulagern, die nehmen sonst so viel Platz weg und der Balkon ist derzeit kühler als der Kühlschrank. Der November wie immer zum Weglaufen. Ich fahre dann mal weg, wenn auch nur kurz. Auch eine Chance am Meer an die Mutter zu denken und vielleicht mit ihr zu sprechen. Mein Besuch im August war zu kurz. Muss noch Tasche packen, etwas was meine Mutter nicht verstanden hat, wie man so kurzfristig packen kann, die hat immer Tage vorher gepackt, aber gut, sie hat dann auch immer den halben Haushalt mitgenommen. Ich bin da minimalistischer. Ich denke ein Snack für den Weg, frische Unterwäsche und was zum Schlafen sollte reichen. Urlaub damit bald vorbei, das ging schnell, gerade zieht mich nichts zurück zur Arbeit, all diese traurigen Geschichten ohne Rücksicht auf mich. Aber gut verhältnismäßig geht es mir meistens besser, als den Leuten, die zu mir kommen. Auf in den Tag heute wird ordentlich gefrühstückt und danach Berlin verlassen, um zurückzukehren. Das Beste an Berlin ist, wenn man zurückkehrt, dann erscheint die Stadt immer großartig und alles was ich hier habe. Ne-Yo ist heute früh schon in meinem Gehörgang, aber sein wir ehrlich der Mann braucht einen Hut, ohne Hut, sieht er nur halb so gut aus:

Pakete, Hähnchen, Musik, Geschenke und wahrer Luxus

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber wie es scheint hat sich meine Gesichtshaut beruhigt. Gestern Paket-Service für die Nachbarin und viel zu viel Hähnchen in Erdnusssoße gekocht. Heute kommt der Vater vorbei, versprochen sogar sehr früh, damit hier endlich gebohrt werden kann. Ich könnte aber bis dahin ins Lager? Motivation sieht gerade anders aus, aber ich habe dazu gerade auch keine Bauchschmerzen. Der Nachbar rotzt kotzt in seinem Bad, den ganzen Tag Bong rauchen, findet die Lunge nicht lustig. Der Mann hat mehr Arbeit als er braucht, daran muss er sich erstmal gewöhnen, aber besser 40 Stunden in einem Job arbeiten, als wie bisher in drei Jobs.

Gestern Abend wieder kein Fernsehen, sondern Musik, irgendwie läuft doch nur Mist in der Kiste und das, obwohl ich eine Mediathek, Netflix und Prime habe. Haare gefärbt und immer noch keine Arbeitsmail gelesen, ich mag nicht und ich muss auch nicht im Urlaub. Der Terrorvogel hält den Schnabel, solange die Wasserpistole in Reichweite ist. Mir selber zum Geburtstag noch Leinenbettwäsche bestellt, die letzte ist schon über 10 Jahre alt und muss langsam ersetzt werden. Geschenke also dieses Jahr ein Couchtisch vom Vater, teure Haarpflege vom Mann und von mir selber Kosmetiktermine und Leinenbettwäsche. Entdecke gerade Musik, die ich während meines Neuroleptika-Wach-Komas nicht mitbekommen habe. Fast 8 Jahre holt man nicht so schnell nach. Aber sehen wir es so, ganz viele Schätze für mich jetzt. Mein Musikarchiv hat dann langsam Staub angesetzt. Noch einen zurück zum Leben Song gefunden und für gut befunden. Was man von Kanye West halten kann weiß ich nicht, ich denke zwischen Genie und Wahnsinn, über ihn lachen sollte man sich aber sparen. Er ist immerhin authentisch, etwa was sich sehr viele Menschen nicht trauen oder sich nicht leisten können? Ich leiste mir das auch, wer mich nicht mag wie ich bin, kann gerne fern bleiben. Vielleicht der größte Luxus in meinem Leben: Mich kaum verstellen und nicht als angepasster Niemand durch die Welt buckeln.

Diese Freiheit nehme ich mir, auch wenn das keine große Karriere, viele blaue Flecken und zum Teil auch Einsamkeit bedeutete. Man braucht einfach eine handvoll guter Verbündeter und Ausdauer, dann geht das schon. Aber was tippe ich, Pink beschreibt mein Leben ganz gut:

Gruß, Friseur, Freunde, Musik und Sonne

Ein Gruß aus der Nacht, der Mann ist gerade weg, denn die Arbeit ruft. Insgesamt ein angenehmer Tag gestern, sehr viele Anrufe und Nachrichten, ich habe mich sehr gefreut, dass so viele an mich gedacht haben. Alles wichtige Leute für mich, keine Leute wo man sich sonst vielleicht auch denkt, besser nicht. Im Alltag vergisst man schnell wen man alles so kennt und schätzt. Aber gestern haben Sie alle mich gedacht. Der Friseurbesuch war gut, aber meine Haare gerade gefühlt zu kurz, die Dame war etwas rabiat mit meinen Haaren. Heute Kosmetik, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das bereuen werde, aber die Falten auf meiner Stirn können gern verschwinden. Dunkel ist es, schweigen im Haus. Die Nachbarin fand gestern den Besuch meines Mannes nicht so lustig und schrie rum, aber sie hat kein Anrecht darauf, dass ich immer allein schweigend auf dem Sofa liege und gar keine Geräusche mache. Der Vater war gestern auch noch kurz da und hat einen Couchtisch gebracht, Danke Papa! Jetzt heißt es nur noch aufbauen? Das lustige IKEA Spiel? Der Vater will mir helfen, aber ich denke ich versuche es heute im Laufe des Tages mal allein, schließlich blicke ich auf jahrzehntelange IKEA Erfahrung zurück und Tische sind eigentlich nicht so schwierig.

Gestern gar kein Fernsehen geschaut, ich fand Musik schöner und mit dem Mann gab es auch viel zu besprechen. Stundenlang Musik aus den 80er und 90er gehört. Die Nacht zusammen im Bett schlafen, hat dann weniger gut funktioniert, erst hat er Krach gemacht, dann ich. Kurzzusammenfassung: Einer hat immer nicht geschlafen. Der Mann mit Früchten versorgt, ich kaufe zu viel davon oder esse zu wenig davon oder beides. Der Kaffee schmeckt, die Straße rauscht, das Leben geht weiter, während Erinnerungen mit mir Ping Pong spielen. Die Neuroleptika haben meine Erinnerungen so viele Jahre blockiert, vielleicht teilweise gut keinen Zugriff auf die Box der Pandora zu haben, wie es mein Vater nannte. Das Problem, die guten Erinnerungen lagen auch in der Box. Aber wer ist man ohne Erinnerungen, ohne Emotionen? Ich nenne es immer noch Zombie, man lebt, aber irgendwie auch nicht mehr. Die wichtigsten Dinge in meinen Leben, Musik und Liebe, waren mir dadurch jahrelang verschlossen. Das war aber immer mein Lebenselixier, die Sonne in meinem Leben. Es wird Licht, ein grauer Novembertag grüßt, ich fühle mich etwas besser, alles wird gut, nicht irgendwann, bald. Bis dahin, lasse die Musik spielen!: