Nein, Supervision, Nachbar und mein altes ich

Guten Morgen, endlich mal mehr geschlafen. Gestern früh ewig an einer neuen technischen Lösung für das Team gearbeitet, die dann auch gelang. Ja aktuell freue ich mich, wenn ich andere Arbeit finde als Beratung, meine Seele sagt „Nein“ zu Entlastungsgesprächen für Fremde. Ehrlich gesagt auch nicht so gern für Freunde und Familie, ich habe mit mir selber zu tun. Heute ins Büro, heute Supervision, ich hoffe, ich kriege die Redezeit, die ich brauche. Dass die Reaktion, wenn ich „Nein“ sage ist, dass Leute heulen und betteln, damit komme ich nicht klar. Gut heute raus zu kommen, gut die Kolleginnen zu sehen, gestern habe ich nur für den Müll das Haus verlassen. Den neuen Hausmeister gestern kennengelernt, weil der Nachbar wieder laut bohrte, schade, dass der Alte nicht mehr da ist, der konnte den Nachbarn beeinflussen/beruhigen. Jetzt fühle ich mich wieder allein mit dem Psycho. Vielleicht sollte ich hier wirklich ausziehen und ihm eine Großfamilie oder eine wilde Studenten-WG als Nachmieter schenken. Ich denke dann wird er verstehen, wie ruhig ich hier eigentlich bin. Blutdruck und Puls unten, fühle mich auch so, müde und verpennt. Im Arbeitszimmer arbeiten, ist viel besser für mich, es strukturiert mehr, wäre da nicht der Nachbar der nach 3 Stunden Telefonat im Arbeitszimmer laut stark bohrt. Nein ich telefoniere nicht laut, aber telefonieren gehört nun mal zu meiner Arbeit. Kann doch irgendwie nicht sein, dass er noch nicht mal einen Mietvertrag hat, sich aber als Besitzer des ganzen Hauses wähnt. Gestern keinen Bock auf den Internetfreund gehabt, seine Depression, sein Weltschmerz, färbt ab auf mich. Bin nicht gut genug drauf, um davon unbeeinflusst zu sein. Sich gegenseitig deprimieren, kann ja irgendwie auch nicht der Sinn eines Gesprächs sein. Schnittblumen blühen im Wohnzimmer, mein Luxus, den Vater erinnert es an die Mutter, dabei meine ich, habe ich zuerst damit angefangen mir selber jede Woche einen Strauß aus dem Supermarkt zu spendieren. Was soll Frau machen, wenn Mann keine schenkt? Dabei wäre es wirklich kein teures Wunderwerk, jede Woche für 2-4 Euro einen Strauß zu bringen. Egal selbst ist die Frau, wie auch bei anderen Dingen. Heute noch keine Beratungs-Termine, aber eine Warteliste mit Menschen, die ich anrufen kann. Ich hoffe ich habe Glück und es gibt keine Tränen. Der Kaffee schmeckt, die Kippe weniger, irgendwie schmecken Kippen kacke, aber ich kann es trotzdem nicht sein lassen, obwohl ich es besser weiß. Für eine blöde Nachbarin gestern ein Paket entgegengenommen, ich mag sie nicht und ich glaube sie mich auch nicht. Aber das Paket war sehr groß und schwer und der Paketbote tat mir leid. Aber gut, ich habe es überlebt und sie auch. Hier und da mal nett sein, muss schon drin sein, auch wenn man keinen Kaffee zusammen trinken möchte. Etwas Sonne ist zu sehen, die Straße rauscht, es gibt schlimmere Tage. Brötchen warten, aber keinen Hunger. Die Erinnerung an mein 11-Jähriges ich bewegt mich immer noch, sie wäre entsetzt von meinem Leben, was hatte die für Pläne, aber dann kam Berlin:

Schlaflos, Nahtod und Leben

Guten Morgen, bin ich am Arsch. Fast die ganze Nacht nicht geschlafen, wegen der Geräte an meinem Körper. Den Herzschlagmesser hätte man ja noch ignorieren können, aber nicht ein Blutdruckgerät das die ganze Nacht immer wieder pumpt. Also starte ich den Tag mit 2-3 Stunden Schlaf und muss bald wieder zum Arzt zu weiteren Untersuchungen. Ein grauer Tag grüßt und der Kaffee schmeckt, gut, dass es heute kühler ist, gestern geschwitzt wie nichts und mich dann wegen der Geräte nicht duschen dürfen. Die Ergebnisse kriege ich dann nächste Woche, ich glaube aber jetzt schon, dass das keine repräsentativen Werte sind, wenn ich Angst habe wegen der Geräte und kaum zum Schlafen gekommen bin. Eine gute Nachricht gab es aber schon gestern, ich habe keine Herz-Rhythmus-Störung, aber wer weiß was sonst so los ist. Der Mann ist relativ besorgt, er will wissen was los ist, ich auch und mache mir dabei aber in die Hose. Es war nie mein Plan alt zu werden und jetzt kämpfe ich drum. Gestern noch viele telefoniert und gechattet, das erdet mich gerade, falls doch verrückte Gedanken kommen. Heute noch ein Video-Treffen mit den Chefs, ich bin heute zu geschwächt für Konflikte, ich hoffe es bleibt friedlich. Abends dann Pizza mit dem Vater, wobei ich mir überlege heute einfach eine Pizza zu bestellen. Wenn ich heute früh beim Arzt bin und Untersuchungen folgen und ich danach in die Videokonferenz muss, wird mir das zu viel, aber sehen und sprechen möchte ich ihn trotzdem. Der Nachbar ist wieder ausgetickt und hat erst spielende Kinder angeschrien und dann wieder gebohrt, ja so entspannend ist das hier. ^^ Dass er fremde Kinder anschreit, ist aber neu, er hat doch selber welche. Gestern Nacht ist mir noch mehr zu meiner Krankheit als Kind eingefallen, ich glaube ich hatte eine Nahtoderfahrung oder das war damals der Anfang einer Schizophrenie. Ich versuche dann mal nicht weiter drüber nachzudenken, denn ich möchte nicht wieder ins Wunderland. Das alles ist über 30 Jahre her und ich habe wie auch immer überlebt. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich damals fast erblindet war und mit Fieber endlos die Drei Fragezeichen gehört habe, was mich irgendwie gerettet hat. Die Kassetten hatte meine Mutter herangeschafft, nachdem klar war, dass es mir zu schlecht ging um zu lesen. Aber stopp, ich wollte nicht weiter darüber nachdenken. Das jetzt zählt, das ich lebe und das ich weiter überlebe, wofür auch immer. Auf unter die heiß ersehnte Dusche, auf zum Arzt, denn ich lebe…

Besser, Schulter, moderne Sklaventreiber und überleben

Guten Morgen, ja der Morgen ist tatsächlich etwas besser als gestern, irgendwie aufgewacht mit einem Gefühl der Erleichterung. Vielleicht haben sich die Hormone wieder etwas beruhigt, vielleicht ist es aber auch die Massage von gestern, die Druck von mir genommen hat. Die Dame sprach von einem versteinerten Schulterbereich und versucht zu lockern, tut jetzt weh nach der Massage, aber irgendwie ist es auch besser. Ich habe das Gefühl als wäre mit Last von der Schulter genommen worden. Aktuell schlafe ich in der Mitte des Bettes oder auch mal diagonal, das ist wunderbar, mit dem Mann im Bett war das immer ein Krampf auf meiner Seite des Bettes zu bleiben. Heute ein Teammeeting online, ich bin gespannt, gehe aber davon aus, dass das nicht lustig wird. Ein grauer Tag grüßt, der Kaffee schmeckt und meine Verdauung scheint gerade auch ok. Gestern viel telefoniert bis keiner mehr wollte und dann gechattet. Dem Mann geht es nicht so gut, denn gestern wurde er ohne jede Begründung gekündigt. Dabei hatte er gerade Pläne gemacht, neben dem Job einen Deutschkurs zu machen und den Führerschein, aber ohne feste Einnahmen alles wieder in der Ferne. Scheiß Start-ups! Scheiß deutsches System, indem Ausländer mit befristeten Aufenthaltserlaubnissen und befristeten Arbeitsvisums in die Hände dieser Sklaventreiber geraten. Zum Mindestlohn im Schichtdienst bei einer 7-Tage-Woche täglich den eigenen Arsch im Straßenverkehr riskieren und dann am Ende des Monats kaum genug Geld für die Rechnungen haben. Das sind Jobs, die wollen Deutsche gar nicht haben. Aber was sollen die Ausländer machen? Viele brauchen den Arbeitsvertrag für das Visum, viele finden aufgrund fehlender Deutschkenntnisse keinen anderen Job. Aber wie soll man neben so einen Job und mit diesem Einkommen unter Hartz IV einen Deutschkurs realisieren? Das ist zeitlich und finanziell nicht möglich. Also bitte liebe Leute habt Respekt vor den Ridern von Lieferando, Wolt, Flink und Gorillas, das sind Leute die wirklich um ihr Überleben in Deutschland kämpfen und oft keinen Ausweg finden. Für mich moderne Sklaverei, die Hoffnungen dieser Menschen so auszunutzen. Vielleicht schaffe ich heute was im Haushalt, gerade fühlt es sich so an, als wäre was möglich. Gestern immerhin Wäsche gewaschen und das Bett neu bezogen, während der Nachbar wieder mit der Bohrmaschine ausgerastet ist und einen Höllenlärm verursacht hat. Optimismus weiter gesucht, der Mann arbeitslos und ich immer noch am Zweifeln, ob ich meinen Job noch machen kann, ohne im Krankenhaus zu landen. Ich bin zwar kein Ausländer, aber eine behinderte, seelisch kranke Frau Ü40 wird auch nicht an jeder Ecke gesucht und wenn dann zum Mindestlohn. Unser System fickt die Schwachen und bereichert sich daran. Mit sozialer Marktwirtschaft hat das wenig zu tun, eher was mit knallhartem Kapitalismus. Heute Lieferung für mich, ich gebe aber immer ein dickes Trinkgeld und später vielleicht in den Supermarkt. Blutdruck und Herzschlag normal niedrig, gerade auch keine Nebenwirkungen mehr von der Impfung und das wichtigste ich lebe, auch eine Woche nach der Impfung. Leben und sterben in Deutschland…

Koller, Alleinsein, Vitamine und Nachbar

Guten Morgen, gerade alles nicht so gut. Gestern einen Koller bekommen, weil er nicht arbeiten gegangen ist und darüber hinaus auch nicht klar ist, ob er diese Woche überhaupt arbeiten geht oder ob er die ganze Woche hier sein wird. Ich hatte so fest damit gerechnet, dass er gestern den ganzen Tag weg ist und ich einen ruhigen Tag für mich alleine habe. So war leider nichts mit ruhig, nix mit alleine und auch sehr wenig mit Erholung. Nicht seine Schuld, wenn der Arbeitgeber mit der Planung nicht hinterherkommt, aber für mich eine Katastrophe und er ist auch nicht begeistert. Gestern also noch ordentlich gestritten und er hat auf dem Sofa geschlafen. Gut so habe ich wenigstens acht Stunden ungestörten Schlaf bekommen. Gekocht den Spargel, der auch ganz lecker war, aber er mochte ihn nicht. Heute Arbeit im Homeoffice, ich hoffe das lenkt mich ab, besser wäre es wohl ich gehe ins Büro, umso eine Auszeit von ihm und dieser Wohnung zu kriegen. Aber Büro ist erst morgen und wenn er hier bleibt vielleicht auch den Rest der Woche. Der Kaffee schmeckt und ich sitze im Wohnzimmer und rauche, scheiß Pandemie, bin gerade neidisch auf alle Singles. Ich hoffe er geht heute arbeiten, ich hoffe es so sehr. Ein grauer Tag grüßt und es wartet wohl nur die eine Kollegin, die ich anstrengend finde, aber gut sie ist da, dafür muss ich wohl dankbar sein, ohne sie wäre es noch viel anstrengender. Ruhig ist es hier und ein grauer Tag grüßt, die Vögel halten den Schnabel und ihn habe ich ins Schlafzimmer geschickt. Einatmen, ausatmen, dabei bin ich doch sonst so ein Harmonievieh. Immerhin gestern gebadet als er einkaufen war, nur leider kam er schon zurück als ich noch in der Wanne saß, womit der Badegang beendet war. Die ganzen Vitamine scheinen zu helfen, mir geht es körperlich besser, gestern massierte er mir kurz die Schultern und ich hatte dabei keine Schmerzen. Keine Ahnung wie das alles weitergehen soll, ich will eine gute Zeit oder meine Ruhe und nicht diesen ständigen Zustand. Heute kommt eine Kochbox, die ich, glaube ich, gar nicht mehr haben will, für mich alleine ergibt das keinen Sinn. Der Nachbar ist gestern wieder ausgerastet und hat einen anderen Nachbarn laut im Hausflur angeschrien, ich weiß nicht, was er denkt, aber das hier ist nicht sein Haus alleine. Selber immer Krach machen, aber alle anderen sollen ruhig sein, sonst schreit er sie an, ist doch eine seltsame Haltung. Durchatmen weiter machen.

Krank, Benzos und Arbeitsverbot?

Guten Morgen, müde blicke ich drein und jetzt ist auch noch ne Kollegin mehr krank. Wie wir jetzt ihre Arbeit aufteilen weiß ich nicht, ich habe eigentlich schon genug Arbeit die Woche. Der Vater war gestern mit Hund da, aber der Hund fing wieder an zu kratzen und ich hatte Schiss vor der Reaktion des Nachbarn, aber es gab zum Glück keine Reaktion. Aufgaben für die Chefin übernommen, die ich, glaube ich, nicht so schnell lösen kann. Reicht ja auch gestern und vorgestern insgesamt 18 Stunden gearbeitet und nur 12 Stunden geschlafen. Heute Nacht auch nicht viel Schlaf, aber ich werde versuchen mich tagsüber hinzulegen. Der Freund mit Corona nimmt jetzt starke Benzos, Neuroleptika absetzen und Corona haben ist etwas viel auf einmal. Einen anderen alten Freund gesprochen und Nummern getauscht, ich kenne ihn schon seitdem ich 15 bin, eine sehr lange Zeit, die er aber viele Jahre im Knast verbracht hat. Der Kaffee schmeckt und mein Schatz will zur Botschaft, einem Freund helfen. Gestern frische Brötchen geliefert bekommen, es sind noch welche da, aber gerade bin ich nicht hungrig. Muss bald die Kollegin kontaktieren, wir brauchen einen Schlachtplan wie wir beiden Verbliebenen den ganzen Laden wuppen können. Mir geht es na ja, nicht krank werden, aber die Arbeit stabilisiert mich immerhin psychisch. Keine Zeit Paranoia wegen des Nachbarn zu schieben, wenn ich andere unterstütze. Gestern stand die Drohung im Raum, dass wenn ich mich nicht impfen lasse, dass ich vielleicht nicht mehr arbeiten darf, ich hoffe es kommt nicht so weit. Nur noch Homeoffice wäre ja auch eine Lösung, meine Kollegin machen das schon über ein Jahr und wurden zu nichts gezwungen. Ruhig bleiben, einatmen, ausatmen, heute Videoberatung, ich sehe gerade einfach nur scheiße aus, scheiße müde mit tiefen Augenringen. Ich glaube, ich brauche heute Cat Stevens, Musik meiner Mutter, Musik meiner Kindheit:

Schlaf, Dienst, Geräusche und Steckrübe

Guten Morgen, nicht so gut eigentlich, wieder zu wenig geschlafen, aber er auch. Denke, es waren nur 6,5 Stunden mit einer Unterbrechung. Gestern der Tag wer sehr lang für mich von 11:30 bis 19:30 war ich im Dienst. Heute sieht es nicht viel besser aus. Abgelenkt hat mich das aber auf jeden Fall, endlich mal keine Gedanken an mich selber, die Ehe oder die Nachbarn. Wobei der Nachbar ist gestern wieder kurz ausgerastet und hat gebohrt. Früher dachte ich immer der ist halt am Handwerken, aber heute weiß ich, der hat ein Aggressionsproblem. Der Kaffee schmeckt und ich schaue verpeilt aus der Wäsche, heute Pizzatag, der Vater kommt ich weiß nicht mit oder ohne Hund und ob dann der Nachbar wieder ausrastet. Wie kann es sein, dass ein Kerl der sonst den ganzen Block beschallt, bei dem Geräusch von Hundetatzen in der Wohnung über ihn ausrastet? Heute Lieferung, es gibt hier einfach nicht alles um die Ecke und erst recht keinen Tabak. Will ich hier meinen Tabak, muss ich zur nächsten Tankstelle oder in andere Bezirke. Gegessen gestern und vorgestern ein Gemüse aus Steckrübe, Karotten und Kartoffel, dazu dann jeweils Würstchen. War lecker, er mochte es nicht, aber nicht mein Problem. Warte auf das Geld vom Finanzamt, aber bisher nichts, kein Brief, kein Geld. Heute wieder viele Termine, es wird ein langer anstrengender Tag, aber ich denke das ist gut so. Er hat wieder seine Schicht so gelegt, dass er mich nicht bei der Arbeit stört, weiter so, es ist einfacher entspannter zu arbeiten, wenn nebenan nicht ständig jemand ist und Geräusche verursacht. Die Sonne scheint, immerhin etwas Aufmunterung, ein schöner Tag und gut für ihn zum Fahrrad fahren. Habe die Chance mich politisch zu engagieren, aber irgendwie bin ich nicht so politisch, ich bin halt eine alte Hippie-Braut, aber ich überlege. Auf in den Tag, andere unterstützen und nicht nur auf mich selber konzentrieren.

Früh, Nachbar, Kochbox und kollektive Depression

Guten Morgen, viel zu früh wach, aber er muss zur Botschaft. Die Pizza war gestern nicht der Hammer und der Vater sehr müde und kurz da, das er heute um 5:30 eine Dienstreise beginnen musste. Die Nachbarn gestern ab Mittag nicht mehr gehört, sie sind nicht da? Heute auf jeden Fall einkaufen, gestern habe ich mich nicht recht getraut. Diese Woche bisher gar nichts gebacken bekommen, noch nicht mal erholen. Mein Nachbar macht mir nicht nur Vorschriften was ich hier machen darf, sondern klaut auch meinen Urlaub und meine Erholung. Müde und seltsam drauf sein, können aber gerade sehr viele Leute um mich herum. Irgendwie sind alle erschöpft, um nicht zu sagen leicht depressiv. Es grüßt bisher ein grauer Tag, ich hoffe nachmittags kommt noch etwas Sonne. Ich erwarte heute meine letzte HelloFresh Box, denn es gibt keine Gutscheine mehr. Die Boxen sind halt zu teuer, wenn es nur darum geht Essen auf den Tisch zu haben. Ich sehe es eher als Kochkurs und Inspiration für das eigene Kochprogramm. Vielleicht auch ein bisschen als Alternative zum Restaurantbesuch, wenn die Menüs gelingen. Dafür zahlt man mehr, denn die Lebensmittel kriegt man woanders billiger. Die letzten Tage abends wahnsinnig müde bereits gegen 21 Uhr will ich ins Bett und warte dann doch ab, bis der Mann von Arbeit kommt. Die Berliner sind überwiegend sehr brav, ab 21 Uhr sind die Straßen jetzt leer, dass man Partys auch tagsüber feiern kann, ist der Regierung wohl entgangen. Auf den Balkon sprießt bisher gar nichts, es ist wohl zu kalt dafür und ich bin ungeduldig. Morgen wollen wir was zusammen machen, aber keine Ahnung was, ich will aber dazu die Wohnung verlassen, gemeinsam zu Hause chillen ist nach über einem Jahr Corona nicht mehr so attraktiv. Aber uns geht es vergleichsweise gut, wir haben eine Wohnung, Arbeit und kein Corona. Dass wir mental angeschlagen sind, dass finanziell Grenzen erreicht sind, das sind wohl Luxusprobleme im Vergleich. Bin müde, werde wohl wieder schlafen gehen, die Erschöpfung war schon groß bevor der Nachbar durchdrehte, jetzt ist wirklich jede Kraftreserve aufgebraucht. Warten auf das Finanzamt, bitte gebt uns unser Geld zurück, wir brauchen es. Aber noch sind keine 8-9 Wochen um. Depression die Volkskrankheit der Deutschen, die mit Corona richtig durchstarten konnte. Langsam könnte es mal aufhören, ich will zurück zum Leben:

Entrümpler, Hund, Rezept und das verrückte Berlin

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen und optimistisch, weil gestern doch noch das Rezept kam und ich heute umstellen kann. Die Entrümpler sind wieder da, ich frage mich, warum man 2 Tage für eine Einzimmerwohnung braucht. Vielleicht kommt mein Nachbar ja auch wieder und die räumen die Wohnung für ihn, damit er später wieder neu einziehen und neu anfangen kann. Der Tee schmeckt, ich hoffe bald wieder der Kaffee, der Hund ist weg und ich bin erleichtert, das war doch etwas viel gestern, besonders das Tragen von 30 Kilo Hund im Hausflur. Viel Wasser aus der Flasche getrunken und ich habe den Eindruck, das hilft mir. Gestern im Wald gewesen, war ganz schön, aber ich war unruhig, weil ich auf mein Rezept hoffte. Heute wieder Büro und das Highlight: Endlich wieder Beratungen vor Ort. Diese Woche noch keine Pizza, das ist mir zu viel, aber ich werde am Sonntag zum Vater fahren. Corona, glücklich wer dabei nicht seltsam drauf kommt. Ich weiß auch nicht, warum Entrümpler so laut sein müssen in aller früh, ich kann eine Wohnung auch leise ausräumen. Gut Möbel durchs Treppenhaus schleppen könnte laut werden, aber muss man Möbel und Geschirr laut zertrümmern und laut schreien und das um 7 Uhr morgens? Hier wohnen Menschen. Gegenüber steht eine Frau allein am Fenster und gestikuliert wild, ich hoffe sie telefoniert, ansonsten ist das sehr schräg. Hier in der Gegend scheint es einige Leute mit psychischen Krankheiten zu geben, aber klar, hier ist auch Berlin und ich gehöre ja auch dazu. Habe ein Kleid bestellt, der 5 oder 6 Anlauf ein Kleid für die Hochzeit zu finden, bisher hat mir nichts gefallen, alles irgendwie unpassend, vielleicht gehe ich doch in lila Latzhose. Heute früh arbeiten, heißt auch früh frei, ich werde danach wahrscheinlich schlafen. Die Vorgesetzte wünscht ein Gespräch zu meinem Wohlbefinden, verständlich, aber auch stressig für mich. Auf in den Tag, ohne Hund und hoffentlich mit den richtigen Pillen.

Geldleihnachbar

Es ist die Wohnung des Geldleihnachbars, die gerade geräumt wird. Der ganze Hausflur riecht stark nach Urin und ich versuche mir gerade nicht das Schlimmste vom Schlimmsten auszumalen. Er wollte da nämlich niemals ausziehen, das hatte er mir gesagt, also muss er gezwungen worden sein oder er ist verstorben. Ich hoffe er lebt, denn auch wenn er lästig und aufdringlich war, das habe ich ihn nicht gewünscht. War Corona zu viel für ihn? Ich hatte beobachtet, dass sein Briefkasten nicht mehr geleert wurde, aber geklingelt habe ich deswegen nicht bei ihm. Hätte ich was auch immer passiert ist verhindern können? Er wollte meine Hilfe, ständig, war nicht zufrieden mit dem Betreuer und wünschte sich eine Betreuung durch mich. Das wollte ich aber nicht. Das war mir zu nah, im selben Wohnhaus. Ich hoffe er lebt, aber der Geruch und Zustand der Wohnung lässt anderes vermuten. 😦