Anstrengend, Atombunker, unbescheiden und unglaubwürdig

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber ich werde mich wieder hinlegen. Gestern bei der Arbeit alles ungeplant sehr anstrengend gewesen, also danach hingelegt und zu lange geschlafen. Wiederum später dann nicht mehr schlafen können und ewig wach gewesen. Gerade sehe ich Sonnenschein, das ist doch mal wunderbar und muss festgehalten werden. Wieder versucht gewesen online Essen zu bestellen und es doch gelassen, es ergibt keinen Sinn zu horten, die Preise steigen und ausgehend davon, dass ich noch lange lebe, ist es unmöglich so viel Vorrat zu horten, dass es lebenslang reicht. Es sei denn, ich komme noch an meinen eigenen Atombunker. Wobei mir 35 Jahre Isolation eindeutig zu viel wären, ehrlich gesagt fühlen sich schon meine letzten 35 Jahre seltsam an, da brauche ich keinen Nachschlag. Der Pie war gestern ganz gut, obwohl da Linsen drin waren, ich hasse Linsen eigentlich, aber mit Knoblauch, Rosmarin und Thymian, schmeckt man davon nicht mehr viel. Heute dann Steak für mich.

Meine Kollegin sagte mal, es gibt zwei Arten von Behinderten, die bescheidenen und die undankbaren, gestern habe ich leider die undankbaren erwischt. Da ich selber eher bescheiden bin, schwierig für mich zu ertragen und zu unterstützen, wenn jemand schon sehr viele Hilfen hat, aber immer noch nach mehr schreit und große Forderungen an das Helfersystem stellt, während es vielen bescheidenen so viel schlechter geht. Finde ich dann ungerecht, auch generell, dass die Lauten immer alles kriegen und die Stillen nichts. Eine narzisstische Welt, in die ich irgendwie nicht reinpasse und ehrlich gesagt auch nicht reinpassen möchte. In der Bude nichts gemacht, nur den Müll rausgebracht und dabei von einer (verrückten?) Nachbarin voll gequatscht worden. Was sie alles so erzählte, unglaublich oder doch psychotisch? Andererseits erinnere ich mich noch gut an mein Gutachten durch den MDK damals, dieser Arzt glaubte mir meine ganze berufliche Vergangenheit nicht, und stellte sie in seinem Gutachten als Wahnphantasie dar, dabei habe ich dazu noch alte Arbeitsverträge, ein Arbeitszeugnis und auch genug Ex-Kollegen, um das zu beweisen, aber woher sollte ich ahnen, dass mir ein Gutachter meine Vergangenheit abspricht? Also sollte gerade ich mal aus Erfahrung sehr vorsichtig sein, jemand anderen als psychotisch zu titulieren.

Manchmal schreibt das Leben unglaubliche Geschichten, deswegen muss die Person, die es erlebt hat, nicht verrückt sein. Also aufgepasst mit vorschnellen Stempeln und Schubladen. Nur weil man irgendwas nicht versteht, kann es trotzdem wahr sein. Die Annahme, dass, weil der eigene Verstand keine logische Erklärung findet, es dann einfach nicht existiert, ist doch wieder narzisstisch und aus meiner Sicht auch größenwahnsinnig. Eine alte Kamelle dazu, mit passendem Text um Thema Glaubwürdigkeit:

Quiche, der Hund, die Männer, Nachbarin und Essen

Guten Morgen, ganz schlechte Nacht, warum auch immer. Hoffentlich nur zwischen wach und bald wieder ins Bett. Die Kollegin hat gestern zum Abschied eine Quiche gemacht, war lecker, aber auf Paprika reagiere ich gerade nicht so gut. Der Vater hat gestern abgesagt, aber kommt ja heute inklusive Hund. Der Hund wollte schon bei den letzten Besuchen hier bleiben, heute darf er dann auch erstmal bleiben. Vielleicht koche ich für den Hund schon mal etwas Reis mit Möhre, das liebt er. Finde es seltsam, dass der Hund die letzten Male trotz Vater der gehen wollte hier bleiben wollte. Normalerweise ist der Vater die absolute Nummer eins für ihn, aber vielleicht weiß der Hund auch einfach, dass der Vater keinen Reis für ihn kocht. Je älter er wird, umso mehr ist er nur noch an Futter und Schlaf interessiert. Obwohl, das wollen auch viele Menschen vermehrt im Alter, schlafen und essen. Beschreibt auch gut mein Leben der letzten Jahre. Leider habe ich nicht nur Reis und Möhren gegessen, sondern eher Schokolade und Eiscreme.

Die Nachbarin scheint verreist zu sein, ich habe dann mal ihre Fußmatte nach dem Putzdienst gerichtet, denn ich denke immer an den Film Bin-Jip, wenn es offensichtliche Zeichen gibt, dass Nachbarn nicht zu Hause sind. Gestern ist ein alter Mann im Bus gestürzt, aber es schien ihm gutzugehen, mithilfe konnte er wieder aufstehen und ist auf beiden Beinen aus dem Bus ausgestiegen. Wieder einen Corona-Test gemacht, kein Corona für mich. Gestern nicht viel beraten, ich schone mich gerade etwas, denn ich habe gemerkt, dass es weder mir noch den Ratsuchenden guttut, wenn ich zu viel mache. Nächste Woche Homeoffice, aber ich habe ja 24/7 den Hund als Gesellschaft da. Manchmal finde ich Hunde besser als Gesellschaft als Männer, aktuell erscheint mir der einzige Vorteil bei einem Mann, dass der alleine auf Toilette gehen kann. Im Haushalt läuft gerade nicht viel, nur kochen, Küche aufräumen und Wäsche waschen, mehr kriege ich nicht hin. Nächste Woche wieder Kochbox. Ernährungstechnisch läuft gerade sehr viel anders, es gibt Müsli zum Frühstück und gekocht wird immer mehr vegetarisch. Früher gab es immer Brot oder Brötchen und meistens auch Fleisch. Früher habe ich mich aber auch nach den Männern gerichtet, die müssen dann nur nicht mit meinem Magen und meinem Gewicht leben. Alleine kann Frau machen, was sie will und ihr guttut.

Weil ich jetzt nicht Mandy spielen will, kommt Cat Stevens zu Wort:

Wohnung, spazieren, allein und zu viel Corona

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber soweit ok. Gestern war ok, obwohl es fing nicht so erfreulich an, weil eine Nachbarin des Vaters wieder spontan „Leute“ für eine Wohnungsbesichtigung organisiert hatte. Wie aufdringlich und übergriffig kann man sein, immer wieder Leute anzuschleppen, die die Wohnung mieten sollen und das am liebsten unter dem Selbstkostenpreis? Dazu dann den selten gewordenen Tochter-Vater-Sonntag zu nutzen noch geschmackloser. Ich war dann nicht so freundlich und habe mich rausgehalten aus der Besichtigung. Ich denke aber das wird eh nichts, denn die Wohnung ist zwar groß, aber für eine Familie schlecht geschnitten. Danach dann Frühstück und später in den Wald, der Wald gehört wieder uns, keine Massen an Corona-Spaziergängern oder Partyvolk, dafür aber sehr viel rutschiger Matsch. Heute Kosmetik für mich und leider keine Massage, die wurde abgesagt. Wieder versucht den Stiefvater eins zu kontaktieren, wieder ohne Antwort.

Gegessen Reste, keine Lust zu kochen. Es ist noch dunkel und die Straße rauscht. Nach dem Spaziergang gestern noch geschlafen, telefoniert und einen Film geschaut. Das mit dem Schlaf ist gerade seltsam, aber ich versuche weiterhin innerhalb von 24 Stunden auf 7 Stunden und mehr Schlaf zu kommen. Vom Mann gerade sehr enttäuscht, da kommt gar nichts mehr von ihm, er sagt wegen der Last der Arbeit, ich erinnere mich, dass es das auch schon früher gab, ich scheine nicht seine Priorität zu sein. Also warum sollte ich ihn zu meiner Priorität machen? Um Zeit und Aufmerksamkeit betteln, nein das mache ich nicht mehr, das habe ich jahrzehntelang erfolglos bei meiner Mutter gemacht. Dann halt nicht, aber traurig finde ich es schon. Vielleicht ein bisschen viel Corona für eine so junge Beziehung? Vielleicht ist die Antwort auf dieses Verhalten auch einfach: „Er steht nicht so sehr auf dich!“.

Wie auch immer, ich bin in Veränderung und dabei doch relativ allein, er kriegt einfach gar nichts mit, zum Glück habe ich noch Freunde und Familie. Aber Corona haben wir immer noch, schwieriger da zueinander zu finden. Der Kaffee schmeckt, die Kippe leider auch, aber ich habe Verdauungsprobleme und da hilft und Kaffee und Kippe meistens. Immer noch keine Ahnung wer ich bin, ich fühlte mich mein ganzes Leben immer so alt, aktuell fühle ich mich viel jünger als ich bin, also innerlich, der Körper erinnert mich schon an das richtige Alter. Weitermachen, ohne Umarmung, im Winter, in Berlin, komme darüber hinweg, hier wird nicht geheult und gebettelt und Sam und Dave gespielt:

Gruß, Friseur, Freunde, Musik und Sonne

Ein Gruß aus der Nacht, der Mann ist gerade weg, denn die Arbeit ruft. Insgesamt ein angenehmer Tag gestern, sehr viele Anrufe und Nachrichten, ich habe mich sehr gefreut, dass so viele an mich gedacht haben. Alles wichtige Leute für mich, keine Leute wo man sich sonst vielleicht auch denkt, besser nicht. Im Alltag vergisst man schnell wen man alles so kennt und schätzt. Aber gestern haben Sie alle mich gedacht. Der Friseurbesuch war gut, aber meine Haare gerade gefühlt zu kurz, die Dame war etwas rabiat mit meinen Haaren. Heute Kosmetik, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das bereuen werde, aber die Falten auf meiner Stirn können gern verschwinden. Dunkel ist es, schweigen im Haus. Die Nachbarin fand gestern den Besuch meines Mannes nicht so lustig und schrie rum, aber sie hat kein Anrecht darauf, dass ich immer allein schweigend auf dem Sofa liege und gar keine Geräusche mache. Der Vater war gestern auch noch kurz da und hat einen Couchtisch gebracht, Danke Papa! Jetzt heißt es nur noch aufbauen? Das lustige IKEA Spiel? Der Vater will mir helfen, aber ich denke ich versuche es heute im Laufe des Tages mal allein, schließlich blicke ich auf jahrzehntelange IKEA Erfahrung zurück und Tische sind eigentlich nicht so schwierig.

Gestern gar kein Fernsehen geschaut, ich fand Musik schöner und mit dem Mann gab es auch viel zu besprechen. Stundenlang Musik aus den 80er und 90er gehört. Die Nacht zusammen im Bett schlafen, hat dann weniger gut funktioniert, erst hat er Krach gemacht, dann ich. Kurzzusammenfassung: Einer hat immer nicht geschlafen. Der Mann mit Früchten versorgt, ich kaufe zu viel davon oder esse zu wenig davon oder beides. Der Kaffee schmeckt, die Straße rauscht, das Leben geht weiter, während Erinnerungen mit mir Ping Pong spielen. Die Neuroleptika haben meine Erinnerungen so viele Jahre blockiert, vielleicht teilweise gut keinen Zugriff auf die Box der Pandora zu haben, wie es mein Vater nannte. Das Problem, die guten Erinnerungen lagen auch in der Box. Aber wer ist man ohne Erinnerungen, ohne Emotionen? Ich nenne es immer noch Zombie, man lebt, aber irgendwie auch nicht mehr. Die wichtigsten Dinge in meinen Leben, Musik und Liebe, waren mir dadurch jahrelang verschlossen. Das war aber immer mein Lebenselixier, die Sonne in meinem Leben. Es wird Licht, ein grauer Novembertag grüßt, ich fühle mich etwas besser, alles wird gut, nicht irgendwann, bald. Bis dahin, lasse die Musik spielen!:

Nacht, Ärzte, Nebenwirkungen und Stress

Guten Morgen, beschissene Nacht, mehrfach wach und dann nicht zwischen sechs und sieben wach, um ohne Termin zur Hausärztin zu können. Kacke. Ärzte, Ärzte ich muss relevante Ärzte anrufen, damit ich alle Termine diese Woche schaffe. Hektik, genau das brauche ich gerade nicht. Blutdruck zu hoch, Herz ok, trotz der Tablette. Leider feststellen müssen, dass die Nebenwirkung meines Blutdrucksenkers nicht nur der gewünschte langsamere Herzschlag ist, sondern auch Magen-Darm-Probleme. Ich scheine wohl die Person gewordene Nebenwirkung zu sein, alles, was möglich ist, passiert bei mir. Aber gut, insgesamt bin ich in einem schlechten Zustand. Aber was will man erwarten, wenn man viele Jahre so sediert war, dass man sich einfach um nichts mehr gekümmert hat? Das ist aus meiner Sicht auch der Grund warum Menschen mit Neuroleptika früher sterben, nicht nur die schlimmen Nebenwirkungen, sondern auch die Unfähigkeit sich um die Nebenwirkungen zu kümmern. Morgen und übermorgen Herzarzt, ich habe Angst, was gar keine gute Voraussetzung ist. Immerhin zur Hausärztin darf ich gleich doch noch, die Zahnärztin ist im Urlaub. Was mich gerade neben Corona, Nebenwirkungen und Arbeitsstress fertig macht, ist das ich mich meine zu erinnern, dass Herr X mir diverse Krankheiten voraussagte. Krankheiten, die bereits eingetreten sind oder wo es Anzeichen gibt, dass sie da sein könnten. Was nun? In Panik verfallen? Alles als falsche Erinnerung vom Tisch wischen? Oder doch alle Tests machen und die Ärzte befragen? Dabei gehe ich doch so ungern zu Ärzten, aber schaden kann es natürlich nicht, dass alles abzuchecken. Gestern tatsächlich den Kleiderschrank aufgeräumt und einen großen Sack Dinge entsorgt, das war es dann aber auch für gestern. Der Nachbar dreht wieder durch, aber noch habe ich niemanden alarmiert, weil ich hörte wie sie versucht ihn zu stoppen. Die neue Nachbarin kennengelernt, eine junge, sehr kleine und dünne Spanierin, die aber deswegen nicht weniger laut ist. Gerne nutzt sie gegen Mitternacht oder später laut quatschend den Hausflur. Verstehe ja nicht, warum man im Hausflur nicht mal ein paar Minuten die Klappe halten kann, wenn andere schlafen. Beim Mann alles gut, er wird jetzt gecoacht für die Jobsuche, ich hoffe es bringt was, denn ich habe den Eindruck, dass es kulturelle Probleme bei der Selbstdarstellung im Bewerbungsgespräch gibt. Das wäre z.B. dass man in Afrika anscheinend sehr dick aufträgt in der Selbstdarstellung, während man in Deutschland tendenziell eher bescheiden und zurückhaltend daher kommt. Der Vogel stresst gewaltig, keine Ahnung warum, sogar heute früh als noch die Decke drüber lag. Auf unter die Dusche, auf zu meiner Rentnerinnen Ärztin, wie ich erfahren habe ist sie schon über 70. Keine Ahnung warum ich bei Ärzten ältere Frauen bevorzuge, vielleicht weil mein ganzes Leben die einzige Autorität, die ich anerkannt habe, eine ältere Frau war, und zwar meine Mutter. Auf in den Tag, alles wird gut, wenn ich mich darum kümmere.

Verpeilt, Überlastung, Vogel und Erinnerung

Guten Morgen, es geht so mittelmäßig. Schlecht geschlafen und wieder zu wenig. Gestern der Tag war aber deutlich besser als vorgestern, im Büro sein und Präsenzberatung machen, hat mir gutgetan. Aber ziemlich verpeilt gewesen gestern, erst am Nachmittag fiel mir auf, dass ich meinen Pullover falsch herum anhatte. Oh Mann, ein Zeichen für Überlastung. Blutdruck und Herzschlag aber seit gestern wieder normal niedrig, immerhin das, Körperfunktionen ok, aber Seele auf halb acht. Der Kaffee schmeckt und ein grauer Tag grüßt. Gestern hat die Psycho-Nachbarin geklingelt, ich habe entgegen meiner Vorsätze die Wohnungstür geöffnet. Sie hatte einen Wellensittich auf der Straße gesichtet und wollte wissen, ob das einer von meinen ist. Was soll man dazu sagen? Das war natürlich sehr aufmerksam und lieb gemeint von ihr. Aber ich vermisse keinen Vogel. Gestern eine neue Kollegin etwas angelernt, leider war sie dann leicht übergriffig in unserer ersten gemeinsamen Beratung. Passierte auch schon mit einer anderen neuen Kollegin, keine Ahnung warum die meinen mir reinquatschen zu müssen. Ich bin wohl zu nett und wenig autoritär. Fachlich war das nämlich nicht nötig. Viele Hausaufgaben für meine Kunden heute, das ist der Grund warum ich gerade Niemand neues aufnehmen möchte, die die ich schon habe machen genug Arbeit und ich hänge bereits hinterher. Gestern Abend noch länger telefoniert, aber eher fachlich statt persönlich, aber auch gut, Gespräche sind Gespräche und lenken immer ab. Draußen schreien Krähen und mein Wohnzimmervogel meint antworten zu müssen, wie nervig. Dem Mann geht es gut so weit, um den Vater sorge ich mich, er ist immer öfter schusselig, ich hoffe nur durch Überlastung und nicht durch Alter. Gut heute im Homeoffice zu arbeiten, die Fahrtwege sind mir für heute zu viel und die Begeisterung für die Kollegin ist seit gestern gedämpft. Ist wohl eine Utopie, dass man Menschen keine abgrenzenden Ansagen macht, sie aber trotzdem Grenzen einhalten. In diesem Punkt scheint mein Menschenbild wohl immer noch naiv, obwohl ich es besser wissen müsste. Nicht einkaufen gewesen gestern, es gibt hier genug zu essen, nicht immer Wunschkonzert, aber davon dann reichlich. Gestern Reste essen gemacht, Kartoffeln mit Zucchini, Möhren, Zwiebeln und Leberkäse angebraten. Ging schnell, war lecker. Erinnerungen, alte Erinnerungen kommen hoch, ich wünschte manchmal ich könnte mich nicht erinnern, aber ein Leben lang Pillen dagegen einwerfen ist auch keine Lösung…

Zink, Vorstellungsgespräche, Nachbarin und Mietpreisdeckel

Guten Morgen, hier ist was los, eine Nachbarin zieht aus. Schade, das war eine gute Nachbarin. Warum ziehen die Guten aus und die Schlechten bleiben? Gestern fühlte ich mich als würde ich krank werden, Halsschmerzen und einfach totale Müdigkeit, aber nach einer Zink-Tablette und viel Schlaf geht es heute wieder. Mein Körper wollte wohl schon stressbedingt aufgeben, hat sich aber doch noch gerappelt. Er hat heute viele Vorstellungsgespräche, eigentlich sollte das heute unser Tag sein, aber ich vermute ich kriege nur den Nachmittag und Abend. Zwischendurch doch immer wieder Arbeitsmails gelesen, scheint alles gut und ich wurde angefragt für einen Vortrag. Gestern sehr viele Unterhaltungen gehabt, klar mit ihm, aber auch mit Vater, Bruder, einem Freund, einer Freundin, Kolleginnen und Nachbarn. Tja da brauche ich immer Urlaub, um die private Kommunikation zu pflegen. Arbeite ich, höre und rede ich jeden Tag soviel, dass ich abends dann meist keinen Bock mehr habe. Der Terror-Nachbar verhält sich ruhig, warum zieht der nicht aus? Warum die nette Nachbarin? Fremdsprachige Umzugshelfer machen Krach im Flur, aber gut, ich bin wach. Gerade jetzt zur Aufhebung des Mietpreisdeckels umzuziehen halte ich für gewagt. 15000 Berliner fanden das gestern spontan gar nicht lustig. Ich kenne viele die jetzt vor großen Mietnachzahlungen stehen und vielleicht ihre Wohnungen verlieren werden. Gedacht war der Mietendeckel mal, um die einkommensschwächeren Mieter zu schützen, jetzt ist es genau das Gegenteil geworden. Nur wer durchgängig seit 2019 beim Jobcenter war, kann wohl damit rechnen, dass das Jobcenter jetzt die Mietnachzahlungen trägt. Eine Freundin von mir wird es hart treffen, sie hatte Mietrücklagen, aber durch Corona und sonstige Katastrophen sind die Rücklagen jetzt verschwunden. Der Terror-Nachbar ärgert sich gerade bestimmt über den Umzug, sehr gut, dann konzentriert er sich mal nicht auf uns und unsere Geräusche. Ich hoffe mein Schatz findet bald Arbeit, aktuell ist er in 4 oder 5 verschiedenen Bewerbungsgesprächen, da muss doch irgendwas klappen. Aktuell gibt es zwei interessante Stellen, auf die ich mich bewerben könnte, aber habe beschlossen dann doch erstmal bei meiner Arbeit zu bleiben, diese Tätigkeit passt einfach zu mir, auch wenn es Probleme mit den Kolleginnen gibt. Probleme mit Kollegen gibt es aber überall, also fraglich, ob ein Wechsel was bringen würde. Er hat etwas Geld überwiesen, sehr gut, er kann sich an den Kosten hier ruhig beteiligen, sind nämlich nicht nur meine Kosten. Auf in den Tag, ungestört, hoffentlich.

Kopfschmerzen, Pakete, Serie, hellhörig und Ventilator

Guten Morgen, endlich mal lange genug geschlafen. Aber mit leichten Kopfschmerzen und zugeschwollener Nase erwacht. Allergie nächste Stufe? Oder doch der neue Vorhang im Schlafzimmer? Es gab da nämlich eine Kundenbewertung, die von Atemwegsproblemen durch den Vorhang sprach. Warten wir ab. Mein Ebay-Paket erneut mit Hermes versenden lassen, ich hoffe diesmal klappt es. Ich will diese schöne 60er-Lampe wirklich. Aber die Chancen sind gut, alle meine Pakete mit Hermes sind in letzter Zeit bei mir persönlich angekommen. Er sollte jetzt die Nachtschicht beendet haben und ich erwache gerade. Grau grüßt der Tag bei 25 Grad, heute Spätschicht, ich bin viel zu früh wach. Gestern nicht das Haus verlassen, keine Lust auf gar nichts. Nur ein bisschen putzen, kochen und die erste Staffel von „Little fires everywhere“ zu Ende geschaut. Erstaunlich gut die Serie, auch wenn sie vom bösen Amazon kommt. Der Putzmann rumpumbelt im Hausflur, immerhin telefoniert er nicht. Ist alles doch sehr hellhörig hier, so meint meine Nachbarin auch oft, wenn es bei mir klingelt, dass es eigentlich für sie ist. Ich sage ihr dann immer, wenn es für mich ist, aber sie glaubt mir dann nie und wartet so lange bis sie selber sieht, dass es nicht für sie ist. So lernte sie auch meinen Freund kennen, denn der arbeitete damals für Amazon und kam mit einem Amazon T-Shirt hier an, weswegen sie mir so lange nicht geglaubt hat, dass es für mich ist, bis ich mit ihm in meiner Wohnung verschwunden bin. Gerade eine Lieferung von DPD, auch die liefern noch persönlich. Da kenn ich also noch eine Alternative zu DHL. Der einzige Nachteil von DPD ist, die liefern immer sehr früh, am liebsten vor 9 Uhr morgens. Am Freitag ist ein Bootsausflug geplant, 3 Stunden Stadtrundfahrt, ich hoffe die Kollegen erheben kein Veto, aber bisher keine verbindlichen Termine am Freitag. Gestern nicht mehr das alte Medikament genommen, mir geht es gut und die Nebenwirkungen verschwinden langsam, ich hoffe ich kriege jetzt nicht zahlreiche neue. Auf in den Tag, der Kaffee schmeckt und ich habe hier einen frisch gelieferten Bausatz für einen Ventilator.

Paket, Hefe, Kredit und Corona in anderen Ländern

Guten Morgen, zu früh wach, erst von allein und dann final durch das Klingeln des Paketdienstes, für die Nachbarin. Für den Moment ist meine Laune neutral und verpennt, dabei gab es gestern einen Grund zur Freude: Erst kam meine Lieferung mit Hefe, dann beendete ich eine knifflige und wahnsinnig nervige Aufgabe für die Arbeit und dann schaute ich nach Feierabend in die Mail und der Kredit wurde bewilligt. Alles gut, um nicht zu sagen, gestern tanzte ich hier einen kleinen Freudentanz. Gestern wieder nicht draußen gewesen, nur den Müll habe ich rausgebracht. Heute geht es aber zum Abend raus, denn es heißt Pizza-Abend mit dem Vater. Grau grüßt der Tag und Wuhan hat bei der Angabe der Todeszahlen wohl ordentlich gelogen, offiziell 2535 Tote, inoffiziell wohl eher über 40.000. Werden in Deutschland auch so viele sterben? Gestern ist auf meinem Konto wieder viel Geld verschwunden, aber das war kein Aprilscherz, das war der Erste. Die Kontaktsperre wurde also verlängert, warum sehe ich das so gelassen und bin sogar erfreut, dass es bei Kontaktsperre bleibt und vorerst keine Ausgangssperre kommt? Zum Glück sind wir hier nicht Südafrika, dort herrscht Quarantäne auf kleinsten Raum und wer das Haus verlässt, auf den wird geschossen. Grau grüßt der Tag und es ist still, Sonnenschein wäre hilfreich, aber für den Moment muss ich wohl froh sein weder in Wuhan noch in Südafrika zu leben. Alles gut hier im grauen Berlin, etwas still vielleicht, aber immer noch Wohlstand und fast keine Todesgefahr. Der Bruder schreibt wieder, die beste Freundin und der Geliebte auch, erstmal Kaffee und Musik gelauscht:

Nikolaus, psychotisch, Hähnchenschenkel und verrückt

Guten Morgen, ganz ok geschlafen und endlich wieder normalen Blutdruck, die letzten Tage war er zu hoch. Er ist schon weg und ich hätte noch schlafen können, aber ich bin wach. Die Nachbarin hat Nikoläuse im Haus verteilt, auch vor meiner Tür stand einer, das hat mich gefreut. An Tagen wie diesen, denke ich, ich lebe doch im richtigen Haus, mit den richtigen Nachbarn. Gestern fast eine Stunde mit einer psychotischen Frau telefoniert, die alle möglichen Hilfen ablehnte, aber gleichzeitig verzweifelt war, das ging tief in die Magengegend, aber ich konnte nicht helfen und nicht nur, weil das nicht mein Job ist. Ich fühle mich schlecht deswegen, aber ich weiß wirklich nicht, was ich tun kann. Heute Arbeit mit der Konfliktkollegin, wir haben eine Beratung zusammen, mit einer Frau, die ebenfalls Wahnideen hat. Aktuell scheint die Zeit, der wirklich schrägen Menschen zu sein, aber heute bin ich nicht allein. Die Hähnchenschenkel mit Reis und Tomatensoße fand er auch gut, endlich, ich habe was gekocht, was er auch mag. Grau grüßt der Tag, die Stadt ist voller verrückter, aber aktuell lerne ich täglich, dass nicht ich die verrückteste bin.