Angestrengt, Super Bowl, telefoniert, Nachbarn und Hoffnung

Guten Morgen, irgendwie nur angestrengt gerade. Zu lange wach gewesen und jetzt etwas müde. Gestern morgens am Arztbesuch gescheitert, dafür aber eine wunderbare Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht. Also zwei Stunden mit dem Bus herumgefahren, ohne Arztbesuch. Denn dank fehlenden Anschluss war ich zu spät, also nächste Woche. Seelisch geht es mir nicht so gut, körperlich ok gerade. Geheult gestern, mehrfach, keine Ahnung was los ist mit mir, PMS? Wechseljahre? Oder einfach nur mega empfindlich gerade auf alles? Weil alles zu viel? Bevor ich jetzt gleich wieder an Geisteskrankheit denke mal kurz nachgedacht, seit Monaten zu viel Arbeit und Verantwortung, der Mann abwesend, weil in der Probezeit, die Katastrophe mit dem Hund und die Schmerzen des Bandscheibenvorfalls, die Wut auf den Vater, ja läuft bei mir, eindeutig.^^ Immerhin heute Massage, das brauche ich auch dringend. Nicht nur geweint, weil ich so traurig war, sondern auch weil ich mich gefreut habe, darüber. Nach 30 Jahren dürfen schwarze Künstler bei der Super Bowl Halbzeit spielen und nicht irgendwelche Künstler, die Helden meiner Jugend. Kann sich die USA vielleicht doch verändern? Nach George Floyd eine kleine Wiedergutmachung?

Ein grauer Tag grüßt, vorbei der wunderbare Sonnenschein der letzten Tage. Das hat gut getan, die letzten Tage, eine Ahnung von Frühling zu spüren. Viel telefoniert gestern, gleich drei Freunde haben sich gemeldet und einkaufen gewesen und zu schwer für meinen kaputten Rücken geschleppt. Heute Homeoffice, aber bisher keine Termine außer Supervision, ist vielleicht auch besser so, das brauche ich gerade auch eher, Entlastung statt Belastung durch schräge Leute. Das Konto eine Katastrophe gerade, aber bald wird mehr Gehalt eingehen und gerade wird gar nichts mehr bestellt, außer die Kochbox gerade. Der Mann hat ein Abendessen versprochen, nachträglich zum Valentinstag, nachdem ich mir gestern selber Blumen gekauft habe. Blutdruck gerade wieder zu hoch und dann wieder zu niedrig, noch nicht im lebensbedrohlichen Bereich, aber bedenklich. Stress, zu viel Stress und kaum Ausgleich. Gegessen gestern Döner und Reste vom Couscous, keinen Bock auf kochen gerade, Motivation scheint gerade verloren. Die Nachbarn haben gestern sehr laute Musik über zwei Stunden am Stück gespielt, so laut, dass ich hier keine eigene Musik brauchte, leider spielten sie nur Techno und andere Scheißmusik, gestern wünschte ich ihnen ein schönes neues zu Hause in Marzahn oder besser ganz woanders, weit, weit entfernt. Mir tun deren Kinder so leid, ich tue mir selber leid, wie kann man mit solchen Menschen leben?

Motivation, Kraft, gerade verzweifelt gesucht. Die dicke Frau aus Berlin hat keine Lust mehr. Auf gar nichts. Schlafen gehört zu den wenigen akzeptablen Tätigkeiten. Ich hoffe, die Minijobberin nimmt heute nicht wieder 50 % der Zeit in der Supervision ein, kann irgendwie nicht sein, dass sie keine 10 % der Arbeit macht, aber sich 50 % oder mehr der therapeutischen Hilfen krallt. Ich mag sie, ich schätze sie, aber Rücksicht ist was anderes. Kämpfen, immer kämpfen, diskutieren, sich durchsetzen, ich mag gerade nicht mehr. Wann kommen sie, die guten Zeiten? Sind die für mein Leben überhaupt vorgesehen? Oder eher nicht? Ich lese mich jammern, aber das muss jetzt sein, wo sonst, wenn nicht hier? Aufgewacht, trotz aller körperlicher und seelischer Schmerzen, weitermachen trotz besseren Wissens, denn die Hoffnung stirbt zuletzt…

Ibuprofen, Vögel, Holz, Murphy, Hunde und Monster

Ein Gruß aus der Nacht, ich glaube, das war jetzt zu viel Ibuprofen. Mir war bei der Einnahme gestern schon etwas schlecht und mein Blutdruck erhöht. Allerdings steigt der Blutdruck auch, wenn ich Schmerzen im Rücken haben. Mit oder ohne Pille also zu hoher Blutdruck aus unterschiedlichen Gründen. Mal sehen, ob sich der Mann heute von Corona frei testen kann, sieben Tage sind um, sein Verlauf mit lediglich Kopfschmerzen und Müdigkeit wohl eher mild. Trinke dann mal lieber Tee statt Kaffee, keine Späße mit dem Blutdruck gerade. Gestern nicht viel passiert, war Pfandflaschen wegbringen und einen kleinen Einkauf machen, aber fühlte mich mehr als seltsam dabei, irgendwie benommen und sehr angestrengt. Also wieder schlafen gegangen danach. Wäsche gewaschen und gekocht, erst ein Champignon Omelette, später noch Couscous-Bratlinge mit Möhre und Zucchini. Ja es gibt weiter Ambitionen sich vegetarisch zu ernähren. Vegetarisch ist leider auch Schokolade und Kekse, das möchte ich auch nicht verschweigen. Immerhin nicht angefangen zu backen. Es ist mitten in der Nacht, ich höre entfernt Vogelgezwitscher, nur in der Nacht kann man die wilden Vögel hören, tagsüber ist es zu laut bzw. hinter dem Haus regieren da die Krähen. Vielleicht kriege ich heute Besuch, die Tante ist in Berlin und auch der schwule beste Freund hat eventuell einen Besuch angekündigt. Die Bude ist so weit ok, ich weniger, aber für eine Dusche und frische Klamotten wird es wohl reichen. Rücken schon besser, im Wald spazieren aber gerade wegen Sturm und Sturmschäden keine gute Idee, es besteht die Gefahr das reichlich Holz auf den Kopf fällt.

Nichts gehört von den Nachbarn, auch mal ganz schön, ich brauche kein Geschrei und auch kein Techno. Verstehe nicht, warum ich denen ständig über den Weg rennen muss, ich treffe hier kaum Nachbarn, aber die einzigen die ich doof finde, die treffe ich ständig. Aber wen wundert es? Murphy und ich sind schon immer dicke Freunde. Immer noch kein Ticket fürs Schwimmen, aber langsam traue ich mich wieder zu planen, alternativ denke ich auch über einen Boxkurs nach. Ich dachte die ganze Zeit, dass mein Gewicht mich allein vom Sport abhält, aber es sind wohl eher die Schmerzen im ganzen Rücken, die Bewegung verhindern und mich zum Schwitzen bringen. Muss nochmal zur Hausärztin, Blutwerte besprechen, aber noch erinnert mich ein riesiger Bluterguss an die Blutentnahme durch sie. Leben, man/frau muss sich schon entscheiden das Leben leben zu wollen, manchmal denke ich, mein Leben ist schon vorbei, genug erlebt habe ich bereits, leider oft nicht so erfreuliche Dinge. Ist schon Überwindung, da nach Nachschlag zu bitten. Ist eine Suche, da mit Optimismus ran zu gehen. Mein Mann sagte mal: „Ich wäre gern Hund in Deutschland“ als er merkte, dass Hunde hier eher Familienmitglieder sind und nicht nur Tiere. Vielleicht werde ich das im nächsten Leben: „Hund in Deutschland“. Sogar meine Mutter war zu ihren Hunden netter als zu mir. Genug gejammert, immerhin habe ich frei und ein großes Bett wartet, heute kein Ibuprofen mehr, ich glaube, mein Körper hat genug davon. Kümmere ich mich lieber um Monster:

Heizung, Sturm, gespart, Müsli und Traurigkeit

Guten Morgen, eigentlich ganz gute Nacht, nicht so guter Morgen, denn der Hund kratzte am Boden und der Nachbar schlug als Antwort lautstark gegen die Heizung. Muss ich heute noch die Polizei rufen? Kann irgendwie nicht sein, dass ich aus deren Sicht, weder Vögel, einen Hund noch einen Ehemann haben darf. Ich bin auch dagegen, dass die Hauptmieterin zwei kleine Jungs, mehrere Hunde und einen seltsam aggressiven Kerl dazu hat. Der Sturm ist immer noch stark, gestern sind mir die Balkonmöbel um die Ohren geflogen und heute früh ist der Hund fast davon geweht. Da hat dann auch der Hund keine große Lust auf ausgedehnte Gassirunden. Homeoffice war gestern ok, aber wegen Sturm, danach dann lieber nicht in den Wald, könnte lebensgefährlich sein, wegen alter, maroder, umkippender Bäume. Gleiches heute, Baumgerippe wackeln bedrohlich vor sich hin. Immerhin noch im Supermarkt gewesen, meine Art an der Kasse neben Rabatten und Sonderangeboten, auch noch Gutscheine und Coupons geltend machen zu wollen, überfordert viele Kassiererinnen, die dann verzweifelt nach der Marktaufsicht rufen. Freut dann andere wartende Kunden, aber ich habe 10 Euro extra gespart. Von 10 Euro kann man viel kaufen, warum sollte ich das Geld verschenken?

Mein Müsli-Business geht voran, ich werde immer kreativer in der Zusammenstellung, aktuell nehme ich einen Teil fertiges Müsli, ergänze es mit Haferflocken, Nüssen und Früchten und stelle die Mischung mit Milch abends vor dem Schlafen in den Kühlschrank. Keine Gedanken an die Vergangenheit gerade, aber die Gegenwart ist gerade auch nicht erheiternd. Die Außenwelt ist gerade eine visualisierte Depression. Glücklich wer gerade ein zu Hause hat. Gestern erst weiter Spinat gegessen und später noch den Gnocchi-Auflauf gemacht. Abgesehen von einer Scheibe Schinken, gestern kein Fleisch für mich. Der Vater ist gut angekommen im Ferienort und der (Pflege-) Bruder hasst mich bestimmt gerade, weil ich seiner Querdenker Mutter mitgeteilt habe, dass er Corona hat, war keine Absicht, fiel mir erst später auf, dass das wohl Konsequenzen hat. Ich finde jetzt sollten beide doch mal einsehen, dass es a) Corona gibt und b) die Impfung vor eine Infektion nicht schützt. Also beide mit ihren radikalen Ansichten falsch lagen. Stille im Haus, dem Nachbar mache ich ganz sicher nie wieder die Tür auf, der Zug für Gespräche ist abgefahren, selber mega asozial verhalten, aber maximal Rücksicht von anderen erwarten.

Mal sehen was aus dem Tag so wird, für den Moment keine Meinung und keine Pläne, spazieren gehen ist ja gerade eher nicht. Vielleicht Frühstück und wieder ins Bett, Faulheit muss auch mal sein, morgen und übermorgen genug Pläne und Termine. Winter und Traurigkeit:

Vegetarische Burger, Zeitdiebe, Psychopharmaka und Sonnenbrille

Guten Morgen aus der Dunkelheit, ich steigere mich 7 Stunden Schlaf. Gestern nicht viel passiert, abgesehen von meinen ersten vegetarischen Burgern, war lecker, aber sehr ungewohnt und später dann doch noch ein Würstchen gegessen. Über DHL geärgert, die klingen, ich stehe „Hallo“ sagend an der Tür und mein Paket wird trotzdem im Erdgeschoss bei den Nachbarn abgegeben. War ich nicht schnell genug? Diskussionen mit den Kolleginnen zu 2G oder 2G plus. Ich finde 2G plus eine übertriebene Barriere für unsere Kunden, mir reicht 2G, mal abgesehen davon, dass keine von denen gerade Präsenzberatung macht, sondern nur ich. Interessant wie sie Regeln für etwas machen wollen, dass sie gar nicht betrifft. Gestern telefoniert und noch bei der Tanke gewesen, Tabak holen. Der Vogel stimmt ein Lied an, es ist f*cking 6:30, was denkt der sich, bzw. was denkt er nicht?

Wieder ein Ticket zum Schwimmen am Samstag ergattert, dieses Mal lasse ich es langsamer angehen, dann schwimme ich halt mit den Omas und plansche mit den Kindern. Mein Gesicht hat sich noch nicht vollständig beruhigt, ich sehe immer noch gerötet aus, aber heute geht es ins Büro, Rotkopf hin oder her. Es ist noch dunkel, der Kaffee schmeckt und die Kerze brennt, fühle mich ganz passabel und werde wohl früh ins Büro. Aktuell frühstücke ich tatsächlich Müsli, mein Magen findet das gut, die Zunge weniger. Heute Pizzaabend mit dem Vater, ich bin es leid immer Ewigkeiten zu warten. Wie kann es sein das jemand regelmäßig 2-3 Stunden später kommt? Ich finde, das ist eine respektlose Zumutung, mal abgesehen von kalter Pizza. Man(n) kann mit seiner Zeit machen, was man will, aber die Zeit anderer zu klauen, das geht gar nicht. Es sei denn es würde dabei um das In Time Robin Hood Prinzip gehen. Ich bin aber keine Zeit-Millionärin, also warum raubt er mich aus?

Anderes Thema, die Nachbarn sind auch schon wach, der Sohn ist wieder da, sie versuchen es immer wieder, obwohl eindeutig überfordert. Gestern wurde hier wieder sehr viel geschrien, weil der Sohn wohl andere Pläne als Mutti hatte. Mein Körper schmerzt wieder, mein Bein, meine Hüfte, meine Schultern und der Rücken. Hätte ich eine Chance würde ich diesen Körper entsorgen und neu starten, aber das ist leider nicht möglich. Wir beide sind für dieses Leben verheiratet und die Erinnerung an meinen jugendlichen, durchtrainierten Körper ist das Dressing auf meinen Salat. Die Krankheit und vor allem die Neuroleptika danach haben diesen Körper zerstört. Wie kann man Medikamente verordnen, die so viele schlimme Nebenwirkungen haben? Warum nicht gleich wieder Elektroschocks? Die gehen wenigstens schnell vorbei und bringen meist auch nichts, außer Qualen für die Erkrankten. Sind die Ärzte Sadisten? Oder wissen sie es wirklich nicht besser? Alles nur Hilflosigkeit? Jünger der Pharmaindustrie? Lernt man das im Studium? Im Zweifelsfall alle verfügbaren Pillen auf einmal in den Patienten schmeißen und dann ne Runde beten?

Für alle diese Ärzte wünsche ich mir, dass sie mal selber ihre Pillen schlucken sollten und danach, falls sie noch denken können, mal darüber nachdenken, ob die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht. Das alles ist viel zu wenig erforscht und Patienten damit immer Versuchskarnickel? Für mich ist das alles nicht „Leben retten“, die wenigsten seelisch Kranken sind fremd- oder eigengefährdend. Genug gekotzt über das System Psychiatrie in Deutschland, gerne würde ich meinen Leidensweg für Ärzte spürbar machen. So viel zu den Gedanken zum Morgen, nicht so fröhlich heute, ich sage nur:

„Es sind 106 Meilen nach Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ’n halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel, und wir tragen Sonnenbrillen!“

Die Musik dazu aber lieber im Original:

Finster, abgestürzt, Express-Beratungen, Kerzenschein und Weihnachten

Guten Morgen, endlich wieder mehr geschlafen, aber draußen ist es trotzdem finster. Gestern Nachmittag emotional völlig abgestürzt, ich vermute Hormone, gerade geht es aber wieder. Das Gesicht hat sich wieder beruhigt, die Kosmetikerin sprach bei dieser Behandlung von einem Trauma für die Haut. Also Trauma Leben mit Trauma verbessern/heilen? Interessante Herangehensweise, schlimmes mit schlimmeren verbessern? Bei der Gesichtshaut scheint das teilweise zu funktionieren, aber im Rest des Lebens? Gestern im Büro, der Tag der ungewöhnlich kurzen Beratungen, passiert mir sonst nie, dass die Leute nicht ihre volle Zeit nutzen. Aber passte, ich war eh nicht gut gelaunt und wenn die Leute nur wenige Fragen haben, auch gut. Leute die ihre Seele ausschütten, brauche ich gerade weniger, auch keine Katastrophengeschichten. Ich habe schon genug Drama und Katastrophe in meinem Leben. Heute wieder Büro mit netter Kollegin, immerhin, hier allein zu Hause sitzen, ist auf gar keinen Fall eine gute Idee. Mal schauen, ob ich heute nach der Arbeit noch einen Drogeriemarkt besuche, gerade bestellen ist so eine Sache, denn die Paketdienste sind wieder überlastet. Kein Fernsehen und keine Musik gestern, das ist mir gerade alles zu viel.

Gerade sitze ich abends bei Kerzenschein in der Stille und surfe im Internet, ist schon aufregend genug, laute Technomusik gibt es ja von den Nachbarn dazu. Dezember, Weihnachten kommt, Vorfreude sieht anders aus, nur feiern mit meinen Männern, mehr ist nicht geplant. Weihnachten war noch nie meins, da selten ein schönes Fest für mich. Weihnachten ist für mich eher wie ein Shrek Zitat: „Weihnachten ist nicht Weihnachten, wenn keiner heult.“ Immerhin geheult wurde die letzten Jahre nicht, aber spannend oder freudig ist auch was anderes. Heute einige Termine, mal sehen, ob das wieder so ein Express-Tag wie gestern wird. Dem Vater gestern abgesagt wegen der Pizza, er hat die Nachricht nur nicht bekommen und stand dann vor der Tür mit Adventskalendern für den Mann und mich. Sehr lieb, leider mag der Mann nur gar keine Schokolade, also habe ich jetzt zwei? Hier stehen noch ein Osterhase und ein Weihnachtsmann vom letzten Jahr für den Mann. So wie es scheint vorerst kein neuer Lockdown in Berlin, gut so, die Seelen gehen kaputt dabei, besonders die der Kinder, von den wirtschaftlichen Schäden mal abgesehen. Geld ist ersetzbar, aber eine neue Seele/Gesundheit kann man sich nicht kaufen.

Einsatzfahrzeuge fahren laut tönend an meinem Fenster vorbei und reizen den Vogel zum herumschreien, keine Ahnung warum er bei jeder Sirene mitschreien muss. Es ist so doppelt nervig. Draußen Krach, drinnen noch mehr Krach. Meine Musik höre ich immer noch nicht gern, zu viel Erinnerung an Zeiten, die keiner gehabt haben will. Ich höre dann besser Musik ohne Texte, der besonders ruhigen Art:

Chaos, linker Zeh, Heizkörper, Ausflug und Beständigkeit

Guten Morgen aus dem dunklen Chaos hier. Immer noch keine Fernseher Befestigung, aber dafür ein neuer aufgebauter Couchtisch. Ein alter Tisch muss jetzt weg, ein riesiger Karton auch. Geweckt worden von „Benjamin“ oder besser durch die Schreie der Mutter nach ihm. Gestern spontan Spazieren gewesen, eine ehemalige Kollegin rief an. Wald ist immer gut für mich und aktuell auch keine Schmerzen beim Laufen, also Wald doppelt gut. Blutdruck unten, immerhin und der neue Tisch gefällt. Ich reagiere auf Veränderungen im Wohnumfeld aber immer noch empfindlich. Morgen geht es nach Stralsund, ich bin gespannt und es graut mich etwas vor der Zugfahrt mit Maske. Die Straße rauscht, die Pizza gestern war gut und dank Sucuk ausreichend stinkend. Eigentlich muss ich zum Arzt, eigentlich ins Lager, aber gerade unentschlossen und wenig motiviert. Gestern meinen linken großen Zeh demoliert, ich wollte den Tisch erst allein aufbauen und eine schwere Platte fiel mir auf den Fuß. Danach habe ich das dann gelassen und doch lieber auf den Vater gewartet.

Sonst gestern nur einkaufen gewesen und telefoniert, gelbe Rosen grüßen jetzt im Wohnzimmer, sonst gab es keine bezahlbaren Blumen bei Netto. Türen Geknalle im Haus, wieder die reizende Familie, die auch gestern als der Hund hier war und wieder am Boden kratzte nicht müde war gegen die Heizkörper zu schlagen, ich sage nur Kommunikation ist alles! Gesichtshaut hat sich wieder beruhigt, vorgestern sah ich eher 10 Jahre älter aus nach der Behandlung als wie gewünscht andersrum. Der Mann antwortet wieder nicht, ich versuche es mal nicht persönlich zu nehmen. Ich weiß doch, dass er gerade sehr viel arbeiten muss und wir machen morgen ja unseren Ausflug zusammen. Da sollte es eigentlich Zeit zum Reden und anderes geben. Loslassen, eine Lebensaufgabe für mich, immer und immer wieder, Vertrauen in Beständigkeit Fehlanzeige. Welche Beständigkeit? Hat keiner bestellt!? Ein alter Song dazu, der irgendwie auch die Geschichte meiner Mutter und mir erzählt:

Impfen, Wahlkampf und nicht einfach „Nein“ zu sagen

Guten Morgen, bin ich müde, aber die Verdauung ruft. Nix vor heute, also lege ich mich nachher wieder hin. Gestern der Tag war stressig, eine Kundin ließ sich nicht abschütteln und der Besuch des Impfzentrums war mega stressig, das mache ich nie wieder, in ein Impfzentrum gehen, es ist voll, man muss Ewigkeiten warten, nichts für Menschen mit seelischer Krankheit. Interessant dürfte aber vielleicht für andere sein, dass man sich da jetzt jeden Tag ohne Termin impfen lassen kann. Hier in Berlin wollen die meisten halt nicht, aus Prinzip, denn Berlin war immer ein Stück Anarchie. Der Kaffee schmeckt und der Arm tut weh von der Impfung, sonst aber bisher keine Nebenwirkungen. Die Ärztin hat mir aber geraten die nächsten drei Tage nichts Anstrengendes zu machen. Das vegane Curry was sehr lecker, Kokosnussmilch und Erdnussbutter machen einfach fast alles gut. Kommt der Mann heute gibt es Fleisch, kommt er nicht vielleicht auch nicht. Der Tag schweigt bisher wunderbar, auch kaum Autos zu hören, die Sonne verbirgt sich noch hinter grauen Wolken. Die Lebensmittellieferung gestern war erst unvollständig, der liebe Mann dachte erst er könnte mir sämtliche Getränke unterschlagen, weil die ihm wohl zu schwer zu tragen waren. Auf Nachfrage lief er dann aber ein zweites Mal los und bekam dafür auch ein dickes Trinkgeld. Wahlkampf Plakate hängen überall auf den Straßen, in meiner Gegend besonders viel AfD, ich hoffe meine Nachbarn sind nicht so dämlich. Muss noch Arzttermine verlegen, irgendwie habe ich mir gleich drei Termine am 6. September gelegt, das wird nicht klappen. Blutdruck unten, ich habe den Eindruck die Blutdrucksenker wirken, aber auch, dass sie mich sehr müde und hungrig machen. Ganz blöd, wenn man eigentlich Gewicht verlieren soll. Bude aufräumen und besonders wischen wäre eine gute Mission für den Tag, aber ich habe Zeit. Lange nichts von den Nachbarn gehört, aber ich rieche regelmäßig ihre Gras- und Deowolken aufsteigen, sie sind also da, ihre Kinder aber nicht. Das mit den verzweifelt heulend, schreienden Ratsuchenden ist immer noch schwierig für mich, ich kann so schlecht „Nein“ sagen, wenn das Elend so offensichtlich ist, aber wie will ich das gut machen, wenn die Versorgung zusammenbricht? Für mich ist es halt nicht leicht „Nein“ zu sagen….

Frei, Schüler, Disco, Kurzraffer und Pink Floyd

Guten Morgen, endlich wieder gut und lange geschlafen. Fühle mich schon besser. Konnte es gestern nach Feierabend kaum glauben, dass ich endlich freihabe. Aktuell auch kein Bedürfnis irgendwas zu machen oder irgendwen zu sehen. Auch nicht den Mann. Bleibt mal alle schön wo ihr seid, ich bleibe dann mal hier. Vielleicht heute Wohnung aufräumen und kochen, vielleicht auch nicht. Obwohl ich habe noch Lammkeule und grüne Bohnen, das reizt mich schon. Gestern nicht gekocht, es gab wieder Burger, zu mehr war ich nicht imstande. Ein grauer Tag grüßt und es ist etwas schwül warm. Päckchen kamen gestern keine an, aber wenn wundert es DHL. Arbeit war ganz ok, ich konnte endlich alles aufarbeiten, was mir im Nacken saß, jetzt bin ich etwas erleichtert und habe nicht mehr das Gefühl ständig irgendwas für irgendwen vergessen zu haben. Ein Schüler hat sich gestern schon gemeldet, ich kriege wohl sechs davon und bin gespannt. Ständig vor dem Ventilator sitzen finden meine Augen nicht witzig, ich bekomme Augenprobleme davon. Das Haus ist ruhig, gestern wieder Türkendisco auf der Straße, heißt Auto mit sehr lauter, anhaltender, orientalischen Musik vor dem Haus. Das fand ich aber ganz unterhaltsam, das erinnert mich an Neukölln. Obwohl wenn es mich an Neukölln erinnert, dann war das wahrscheinlich eher arabische Disco. Der Vater müsste bald zurückkommen, mal sehen, was sein Auge macht und was er von der Insel zu berichten weiß. Nächste Woche wartet ein Marathon von Teamsupervision auf Arbeit auf mich, noch ein Grund mehr jetzt die Füße stillzuhalten. Ich brauche meine Kraft, um eventuelle Kämpfe durchzustehen. Ich renne jetzt nicht weg, ich liebe meinen Job, aber so kann es nicht weitergehen. Der Kaffee schmeckt und meine Vögel piepsen nur leise. Gestern noch einkaufen gewesen und geschwitzt wie Sau dabei, aber gut auf den Rückweg hatte ich auch 15 kg plus auf meinen kaputten Rücken. Alt werden ist nichts für Weicheier, krank sein schon mal gar nicht. Es ist teuflisch, dass man beim Reduzieren von Neuroleptika gern mal Zustände hat, die sich wie die Krankheit anfühlen, es ist aber nicht die Krankheit, es sind Entzugserscheinungen. Neulich einem Freund erzählt was bei mir von 2009 bis 2013 alles passiert ist bevor ich durchknallte, vielleicht eine normale Reaktion meines Körpers und keine Schizophrenie. Im Kurzraffer war das: Überarbeitung zum Hungerlohn ohne Urlaub seit Jahren, Selbstmord des geliebten Nachbarn, Umzug in eine Horrorwohnung in der ich nie zur Ruhe kommen durfte, eine Vergewaltigung durch einen Blogger, wieder Umzug, Machtspiele auf Arbeit und Aufhebungsvertrag und dann der endgültige Ausbruch der Psychose. Viele Gründe total verrückt zu werden, keine angeborene Krankheit, die einfach so irgendwann ausbrach. Ich gehe dann mal positiv davon aus, dass mir soviel Scheiße auf einmal nicht mehr passieren wird. Das muss doch mal reichen für ein Leben. Mein Leben jetzt ist viel gefestigter, ich habe eine sichere, meist ruhige Wohnung, ich arbeite nicht mehr mit machtgeilen Männer die Frauen unterdrücken wollen, ich lade keine Unbekannten aus dem Internet in meine Wohnung ein und zu meinen Nachbarn halte ich Distanz. Wenn sich hier wer umbringt, dann will ich ihn/ sie nicht gut gekannt haben. Ich bleibe dann mal hier in meiner Wohnung, ich bleibe dann mal verheiratet und hoffentlich auch in meinem Job. Die Scherben von damals sind immer noch nicht alle aufgelesen, falls mir mal nach leiden ist. Zurück zum jetzt, ein Brötchen wartet und Eier sind auch da, etwas Sonnenschein grüßt und Pink Floyd untermalt meinen Morgen:

Früh, Termine, Stau und das Rad

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber die Chefin wartet. Gestern sehr langer Arbeitstag und sehr viel los. Blutdruck zum Morgen sehr gering. Auch heute ein sehr voller Terminplan und wahrscheinlich wieder Überstunden. Aber gut dafür die nächsten Tage vielleicht weniger Stunden. Die Sonne scheint, ein frischer Wind weht und der Vogel hält leider nicht den Schnabel. Meine neuen Sandalen sind da und sie wurden für gut befunden, endlich wieder mein Geschmack. Der Vater ist auf der Insel, ich wünschte ich könnte mich auch dort hin beamen. Die Nachbarn haben wieder vergessen was Rücksicht ist, laute Technomusik und ab 21 Uhr die Kinder anschreien. Nach den Graswolken, die hier ab mittags hochziehen, könnte man leider vermuten, dass die Überforderung mit den Kindern daher kommt. Ich würde bekifft auch lieber meine Ruhe wollen und nicht auf zwei kleine wilde Jungs aufpassen, die nicht pennen wollen. Leider musste ich feststellen, dass die psychiatrische Versorgung in meinen Bezirk unter aller Sau ist, also beten hier niemals krank zu werden und sollte ich krank werden, schnell in einen anderen Bezirk anmelden. Irgendwas ist auf der Straße los, Stau und Polizei, die gegen die Fahrtrichtung fährt. Mit dem Schatz gestern nur kurz gesprochen, er war abgelenkt, keinen Bock das Zweit- oder Drittgespräch zu sein. Hätte ich heute nicht den Acht Uhr Termin, wäre ich heute lieber im Büro, war wieder zu lange zu Hause. Aber um acht bereits im Büro sein, eher unrealistisch für mich. Bin wieder wie früher im Nachtmodus, heißt kann ich frei wählen, gehe ich nicht vor Mitternacht ins Bett. Angeblich für Menschen mit seelischer Krankheit normal, sie lieben die Ruhe in der Nacht. Nur in der Nacht bin ich frei von Anrufen, Nachrichten und ich kann in Ruhe ungestört nichts tun. Der Kaffee schmeckt und treibt meinen Blutdruck hoffentlich etwas hoch, ich glaube bin ich entspannt, sind die Pillen zu viel, aber arbeite ich, sind die gerade richtig. Ich muss lernen mich besser abzugrenzen, nicht jeder Anruf muss gleich beantwortet werden, nicht jedes Schicksal mitgefühlt werden. Obwohl es gestern vergleichsweise kühl war, heute früh schon 25 Grad in der Bude. Ventilator Wetter, wäre der Ventilator nicht so laut. Heute viele und stundenlange Videokonferenzen, eigentlich keinen Bock zu, besonders mich selbst dabei die ganze Zeit zu sehen. Auf in den Tag, im drehenden Rad….

Schlaf, Kollegin, Zahn, Impfen und Lotto

Endlich genug geschlafen, schon besser, gestern ging es mir den ganzen Tag nicht sonderlich, Schmerzen und totale Erschöpfung, also Mittagsschlaf und früh ins Bett. Sehr geärgert über eine Kollegin, die zur Verfolgung ihrer Ziele eine Realität zeichnet, die ich mit Fakten leicht widerlegen kann. Es ist aber so verdammt mühsam immer über alles zu diskutieren. Sein Zahnarztbesuch wird wohl hohe Kosten nach sich ziehen, ein Zahn ist halb tot und macht Ärger, jetzt heißt es zu entscheiden Rettungsversuch oder raus. Gestern angefangen zu telefonieren, aber kaum jemanden erreicht. Von meiner Seite aus gibt es keine Dringlichkeit, ich dachte nur von der anderen Seite. Wieder hat mich der Nachbar gegen 3 Uhr nachts geweckt, keine Ahnung was der gegen 3 in seiner Wohnung macht, ich werde davon auf jeden Fall wach. Er hat jetzt 10 Tage Arbeit am Stück, es wird Zeit, dass er aus einem Vertrag rauskommt, total übermüdet und mit Zahnschmerzen und Schmerzmitteln Fahrrad fahren in der Stadt, halte ich für eine riskante Geschichte. Heute nur Arbeit im Homeoffice für mich, sonst keine Termine, das finde ich gut. Still hier, habe mich noch immer nicht ganz daran gewöhnt hier wieder allein zu sein, manchmal laufe ich durch die Räume und suche ihn und bin dann erleichtert und enttäuscht zu gleich. Einen neuen Impftermin zu bekommen scheint derzeit unmöglich, dann halt nicht und das, obwohl die Berliner Impfzentren weiter an der Priorisierung festhalten. Da scheint es jetzt also sehr viele Leute der Priogruppe 1-3 zu geben, die jetzt versuchen einen Termin zu bekommen. Aber gut Priogruppe 3 ist mein Schatz auch, weil er systemrelevant arbeitet. Die doofe Kollegin versaut mir gerade die Freude an der Arbeit gewaltig, denn eigentlich mag ich meine Arbeit immer noch, aber ihr Verhalten nicht. Der Gedanke sich anders zu bewerben kommt ihretwegen immer wieder auf. Durch ihr nicht soziales Verhalten zerstört sie das Team. Meine Vögel schweigen, alles schweigt, durch graue Wolken ist etwas Sonnenschein zu sehen, 2021 ist hatte nie geplant so lange zu leben, aber bin immer noch da. Brauche eine neue Zahnärztin, es ist nicht so gut den Ärzten von einer seelischen Krankheit zu erzählen, es könnte sein, dass sie einen nicht mehr ernst nehmen und ohne Wissen zu der Krankheit und deren Medikamenten vermeidlich schlaue Ratschläge verteilen. Manchmal wünsche ich solchen Menschen ein paar Wochen in meinen Körper, vielleicht würden sie es dann besser verstehen. Gestern mal wieder so gekocht wie ich früher für mich allein gekocht habe, eine Gemüsepfanne aus Kartoffeln, Möhre, Bohnen und Zwiebeln mit Sucukwurst klein geschnitten. War lecker und schnell gemacht, anspruchsvoller kochen kann ich dann immer noch wenn jemand mit mir isst. Nix im Lotto gewonnen, aber ich denke das wollen gerade viele, der sichere Gewinner ist nur der Lotto-Anbieter. Aber was solls, es gibt derzeit sicher Leute die einen Lottogewinn dringender brauchen als ich, immerhin habe ich Wohnung, Arbeit und einen vollen Kühlschrank. Auf in den Tag, in besserer Verfassung als gestern, alles wird gut, irgendwann.