Gekocht, alt und neu, Parfüm und Wohnungsprojekte

Guten Morgen, Morgenkippe schmeckt nicht, dann halt nicht. Müde bin ich, gestern nicht ins Bett gekommen, also heute früh erst ins Bett. Gekocht vegetarischen Curry-Gemüsereis, und mit dem Mann gegessen, war nicht so toll und danach kam Hunger auf Burger auf. Zum Glück heute frei, aber ich muss zum Psychiater um elf, keine Ahnung was ich dem erzähle, aber so oder so, ich brauche ein Rezept. Ein grauer Tag grüßt, der Sonnenschein war gestern so schön und ich habe Fenster geputzt, schlecht wie ich später sah, aber sie sind sauberer als vorher. Nicht mit dem Mann über Probleme gesprochen, mir war nicht danach, alles zu viel gerade, um auch noch Streit mit dem Egoisten anzufangen. Der Kaffee schmeckt und die Straße rauscht. Im Lager der Mutter ein Poster vom Bild „Der arme Poet“ gefunden und mit nach Hause genommen, der Mann sprach nur von einem seltsamen Bild, was ich angeschleppt habe. Ich ahne schon, er wird nicht begeistert sein, dass ich das Bild hier auch aufhängen möchte. Aber ich liebe dieses Bild seit der Grundschule, der Mann weiß halt mit alter Kunst nichts anzufangen, er findet auch meine Leonardo da Vinci Poster seltsam. Ich vermute, für ihn ist das alles Müll, weil alt. Er meinte mal zu mir: „Neu ist immer besser“. Ein Glaubensatz den ich wiederum nicht teilen kann, im Gegenteil, neu ist oft Schrott. Ich bin mit Liebe und Wertschätzung für alte Dinge groß geworden, sie haben mich mein ganzes Leben begleitet, während neue Dinge oft nur ein paar Jahre halten. Egal, ich werde den Mann nicht bekehren können, soll er weiter bei IKEA kaufen und ich auf dem Flohmarkt. Das ist nicht unser Altersunterschied, das ist kulturelle Erziehung.

Bin ich froh, wenn ich den Arztbesuch heute hinter mir habe und wieder zu Hause bin. Vielleicht noch mein Glück bei Netto versuchen, es sei denn die Heuschrecken aus der Nachbarschaft waren wieder da. Habe immer noch kein neues Parfüm für mich gefunden, gefällt mir alles nicht richtig, ich bin bei Düften wählerisch und empfindlich, aber die Neue vom Vater soll nicht so riechen wie ich, ich vermute jedoch, die findet schneller einen neuen Duft als ich. Blutdruck ok und wegen Burger in der Nacht keinen Hunger, Frauenschmerzen vorbei, schon besser, schlimmer als die Schmerzen ist der Hormonwahnsinn mit Stimmungsschwankungen dazu. Aber besser als künstlich durch Medikamenteneinnahme schon in den Wechseljahren zu sein. Dass Neuroleptika viele unfruchtbar und asexuell machen, finde ich schon verdächtig und erinnert mich an Zwangssterilisation, aber natürlich, das ist nur eine zufällige Nebenwirkung.^^ Wo kommen wir da hin, wenn seelisch kranke Menschen Spaß am Sex haben?

Anderes Thema, zurück zur Wohnung, ich habe hier so viele Projekte vor, jetzt wo es so richtig meine Wohnung ist. Ich möchte Bodenbelag verlegen, streichen, lackieren, Möbel rücken und Möbel tauschen, gestern recherchiert wie ich mir einen schönen Couchtisch nach meinen Wünschen selber bauen kann, das, was ich will, gibt es nicht und wenn, dann sehr, sehr teuer. Auf in den Tag und das frei genossen, zugehört wird erst wieder morgen. Bis dahin geschmeidig bleiben:

Ruhe, Schlaf, Frühwarnzeichen, Neuroleptika und neue Ufer

Guten Morgen, endlich Ruhe, endlich genug geschlafen. Schlafen könnte ich gerade nur. Seele und Körper brauchen das. Alles zu viel gerade, ich will auf die Insel. Eigentlich will ich meine Ruhe, aber uneigentlich will der Mann heute früher vor seiner Schicht vorbeikommen, um zu reden. Ich für meinen Teil will aber gerade gar nicht reden, ich will meine Ruhe. Ich rede schon die ganze Woche, kann man mich nicht in Ruhe lassen? Ich war so froh, dass der Vater abgesagt hat und nun der Mann. Muss dem Finanzamt noch schreiben, die verstehen die Erbangelegenheiten nicht und vermuten Sie würden Geld bekommen. Das muss ich natürlich widerlegen, was ich alles muss. Die Chefin stellt die Team-Arbeitsstunden zur Diskussion, aber in der aktuellen Lage will ich nicht mehr Stunden, sondern eher das Gegenteil. Blutdruck wieder ok, die Tage zu hoch, zu viel Aufregung. Gestern nach der Arbeit noch im Lager gewesen, anstrengend, obwohl der Vater die meiste Arbeit gemacht hat, emotional anstrengend, ich schwankte zwischen: „Ich nehme hier alles mit nach Hause“ und Schimpftiraden, wie man so viel Kram ansammeln konnte. Der Kaffee schmeckt, es ist kalt aber sonnig, gestern endlich das Huhn mit Erdnuss gemacht, war lecker. Die Erdnusssoße war was Neues für mich, keine Erdnussbutter, dafür Matjes Ketchup. Kurz: Weniger Fett, aber dafür Zucker in der Soße. Verdauung hat sich auch etwas beruhigt, das ist immer ein Frühwarnzeichen, wenn die Verdauung durchdreht.

Morgen zum Psychiater, aber ich weiß nicht, was ich erzählen soll, er hat mir schon einen Medikamentenwechsel vorgeschlagen, aber das will ich nicht. Ich habe jetzt schon fünf verschiedene Neuroleptika probiert, ich habe keinen Bock auf ein Sechstes. Ehrlich gesagt habe ich das mit den Selbstgesprächen schon mein ganzes Leben und ich bin 36 Jahre damit klargekommen, ohne Medikamente, bis die Krise kam und ich offiziell als krank erklärt wurde. Allerdings gab es nie eine eindeutige Diagnose bei mir, jeder Arzt hatte eine andere Meinung, jeder ein anderes Medikament. Kann ich nicht einfach ich sein, ohne Stempel auf der Stirn und dazu passender Medikation? Die Medikamente haben mir so geschadet und mir so viele Jahre meines Lebens geraubt. Alle wollen Sie mich verändern und nennen das Hilfe, es ist aber wenig hilfreich, es sei denn emotionslos, asexuell, körperlich steif wie ein Roboter und extrem übergewichtig sein, soll eine Hilfe sein. Diese Woche beschlossen doch eine medizinische Reha zu beantragen, aber wie ich hörte kann das bis zu einem Jahr dauern, bis das was wird. Habe ich noch nie für mich beantragt, dabei mache ich das für meine Kunden ständig, vielleicht bin ich jetzt mal dran.

Keinen Bock auf den Mann, keinen Bock auf niemanden, ich möchte nur schlafen, vielleicht was kochen und auf dem Balkon sitzen, wenn dort die Sonne scheint. Herbst, der Winter naht und damit die Dunkelheit. Dunkelheit wie Regen auf traurigen Gemüt, aber Traurigkeit kann man nicht reinigen oder ertränken, sie wird nur größer, wenn man gegen sie kämpft, man kann nur lernen entspannt mit ihr zu schwimmen, vielleicht bis zu neuen Ufern.

Ungeschickt, balancieren, Wahlen, Zähne und Ruhe

Guten Morgen, genug geschlafen, das ist doch mal was. Der Kaffee schmeckt und erwarte eine Lieferung. Gestern Spinat-Pizza für mich selbst gemacht und sie leider anbrennen lassen. Außerdem morgens ein Glas zerstört, irgendwie bin ich gerade Mrs. Geschicklichkeit. 😦 Liegt wahrscheinlich daran, dass mein Kopf gerade woanders ist und ich sehr müde durch die Welt tappere. Gestern den Morgen mit dem Mann verbracht und dann ist der arbeiten, etwas im Haushalt geräumt, aber nicht genug, einfach zu müde und erschöpft. Der Vogel stresste und stresst gewaltig, nicht nur mich. Vielleicht doch nach einem neuen zu Hause für ihn suchen? Die anderen beiden sind deutlich angenehmer. Heute keine Pläne, schlafen und Bad putzen vielleicht. Bleiben wir realistisch, das Wohnzimmer räume ich heute auch nicht. Erinnerungsturm, ich habe Angst bekommen und die Neuroleptika erhöht, so verliere ich 6 Monate schmerzhaftes Ausschleichen, aber besser 6 Monate als erneut Jahre zu verlieren. Solange ich mich in homöopathischer Menge ausbalancieren kann, sollte ich die Chance nutzen, bevor ich wieder im Knast, in der Psychiatrie sitze. Habe deswegen wieder Muskelkrämpfe, aber besser als Stimmen hören. Die Wahlen in Berlin gestern eine Katastrophe, ich rechne damit, dass die Wahlen in Berlin teilweise oder ganz wiederholt werden müssen, dann aber bitte Briefwahl für mich. Für den Moment aber beruhigt, dass die AfD nicht zugelegt hat. Eine starke SPD kann ich verkraften, Hauptsache nicht Laschet. Muss mich auf Arbeit neu eintakten, das war zu viel die letzten 2 Wochen, habe versucht alles gleichzeitig mit voller Kraft zu erledigen, hat keiner verlangt und jetzt spüre ich, dass es zu viel war. Also Ruhe ab dieser Woche, Pausen einplanen und einfordern und nicht so sehr über die Kollegin und ihr asoziales Verhalten ärgern. Ich muss wohl endlich akzeptieren, dass sehr viele Menschen nach dem Motto: „Zahn um Zahn, Auge um Auge“ leben. Passt nicht in die perfekte Welt der Amelie Nadine, aber die Welt gehört nicht nur mir. Aber liebe Leute, lest die Bibel noch mal, da stehen auch ganz andere Dinge drin als das mit den Zähnen und Augen. Nächstenliebe ist da auch ein Thema. Auf in den Tag und die Ruhe genossen:

Kaffee, Excel, Produktivität und Melanie

Guten Morgen, viel zu früh wach, es scheint als wäre es noch Nacht. Immerhin sechs Stunden am Stück geschlafen. Kaffee gekocht und beschlossen früher ins Büro zu fahren. Irgendwie sehr anstrengend wieder jeden Tag im Büro zu sein, bin ich nicht mehr gewöhnt. Gestern war ganz gut, Supervision, Kollege anlernen, Beratung, Massage und Vater dann abgesagt, weil nach der Massage sehr schwindelig und müde gefühlt. Noch mehr Anfragen zu der restlichen Kleidung aus dem Laden meiner Mutter, aber ich brauche genaue Stückzahlen und gebe zu, ich hab keine Lust auf die Exceltabelle. Es ist noch dunkel und ich vermute, der Mann hat jetzt Feierabend. Der Rücken tut mir weh von der Massage, scheine aktuell sehr verspannt zu sein. Immerhin nicht mehr so aggressiv, voller Liebe bin ich zwar auch nicht, aber irgendwas in der Mitte. Diese Woche die letzte 4-Tage-Woche, ab nächste Woche geht es dann wieder richtig rund. Interessanterweise aber in der 4-Tage-Woche nicht weniger produktiv gewesen als in der 5-Tage-Woche. Kann man mit dem Arbeitgeber aber nicht machen, sagen: „Ich komme dann bei gleichem Ergebnis nur 4 Tage, aber bitte bezahlen Sie mich weiterhin 5 Tage die Woche.“ Dabei gibt es sogar Studien dazu, dass in weniger Arbeitszeit die Produktivität steigt, also nicht nur bei mir. Eine weitere Erinnerung ist dazu gekommen, eine Erinnerung die ich in der Psychose auch schon hatte, die damals aber eskalierte. Es geht um die Geschichte von Melanie aus Lichtenrade, einer ehemaligen Klassenkameradin und Freundin von mir, aber diese Geschichte aus den 90ern erzähle ich ein andern Mal. Die Geschichte ist aber echt, denn Sandra und Melanie waren damals dabei, das war keine einsame Hirngeburt ohne Zeugen. Ich wollte Melanie damals retten und habe mich dabei selber in die Scheiße geritten? Egal, ich nehme diese Erinnerung wahr, aber steigere mich nicht wieder rein, wer auch immer damals was gesagt oder versprochen hat, es ist zu lange her. Neuroleptika weiter hoch gesetzt und meine linke Seite tut wieder weh, angeblich nicht möglich bei der geringen Dosis, ich spüre es aber. Heute letzter Arbeitstag die Woche und dann endlich frei und in ein langes Wochenende. Keine Termine gemacht, ist gerade alles genug und die Wohnung mit vielen Aufgaben wartet auch. Kommt ein neuer Lockdown? Ich vermute, nach den Wahlen könnte es wieder so weit sein. Oder wird es bald öffentliche Kennzeichnungen für geimpfte und ungeimpfte geben? Ich finde diese Spaltung in der Gesellschaft weiterhin gruselig. Versuchen wir es mit ruhigeren Klängen zum Tag, ein Song den ich damals noch über einen Walkman im Internat hörte:

Bauchschmerzen, überfordert, Mann und Erinnerungssturm

Guten Morgen, mit Bauchschmerzen und viel zu früh. Den Mann umgeparkt, jetzt brauche ich das Sofa und er kann ins Bett. Gestern noch viel zu spät eine unvollständige Lieferung erhalten, man kann nicht immer Glück haben. Gestern noch das hier gekocht, schmeckte dem Mann nicht, hätte auch dem Vater nicht geschmeckt, das Problem scheint der Essig in der Paprikasoße zu sein, ich mochte es. Aber ich hatte die Menüs ja auch für mich bestellt und nicht für die Männer. Der Mann bekam dann einen Burger und was der Vater heute kriegt, ist noch unklar. Das Treffen gestern war nett, aber schnell vorbei und der Tag dadurch zerrissen. Nichts mehr auf die Reihe gekriegt und überrascht, dass der Mann in der Tür stand und hier auch nächtigen wollte. Aktuell habe ich echt andere Probleme als mir den Schichtplan des Mannes zu merken. Ich scheine mich mit der Arbeit doch wieder überlastet zu haben, wenn ich sonst alles vergesse und nichts geregelt kriege, dabei hatte mich niemand dazu aufgefordert. Na immerhin nächste Woche bisher kaum Termine, aber ich darf ja noch einen neuen Kollegen anlernen. Gestern eine graue Strähne entdeckt, die der Färberei entgangen ist. Die grauen Haare der Kollegin sehen gut aus, aber bei mir? Der neue Fernseher macht immer noch Spaß, aber die provisorische Aufstellung ist eher wackelig. Die Nachbarn sind auch schon wach, ich vermute die haben mich auch geweckt. Leider wieder Nebenwirkungen vom Neuroleptika, ich hatte wieder geringfügig erhöht, weil alles zu viel war/ist und was passiert? Bein tut wieder weh und Hände schlafen wieder ein und das bei den homöopathischen Mengen, wie mein Arzt es beschreibt. Aktuell ist aber nicht der Zeitpunkt wieder herunterzugehen oder gar weiter auszuschleichen. Die Arbeit ist sehr stressig, die Beziehung auch und mein Kopf hat einen Erinnerungssturm. Schon krass wie viele Erinnerung da irgendwo in meinem Kopf konserviert sind und jetzt ohne die medikamentöse Blockierung im Hirn beachtet werden wollen. Das ist jetzt eine Warteschlange von acht Jahren, die endlich dran kommen möchte. Ich verstehe, dass viele andere Erkrankte da gleich wieder den Laden mit Medikamenten dicht machen. Ich will es weiter versuchen, mit so wenig wie möglich auszukommen. Krähen schreien, die Krähen sind hier fast schon eine Plage, weil sie andere Vögel verscheuchen, irgendwie die Gangster unter den Vögeln, die ihr Revier abstecken und verteidigen. Später zum Vater, eigentlich zu viel Programm, aber gar kein Programm ist auch keine Lösung. Immerhin morgen frei, vielleicht schaffe ich es dann hier mal zu putzen, aktuell reicht es nur für das Notwendigste wie Müll rausbringen. Auf in den Tag…

Schlaf und Vanilla Rain

Guten Morgen, keine sechs Stunden Schlaf, aber ich bin wach und es ergibt Sinn früh im Büro zu sein. Homeoffice gestern war ok und wieder kein Problem die Stunden vollzukriegen. Zum Glück immer noch keine total durchgeknallten Anrufer. Nach der Arbeit Paket abgeholt und einkaufen gewesen. Das neue Parfüm ist nicht meins, viel zu stark und aufdringlich, erst nach Stunden riecht es so, dass ich es annähernd gut finde. Aufgrund einer Erinnerung gestern angefangen den Film „Vanilla Sky“ zu sehen. Tom Cruise bleibt ein Depp und attraktiv, ja attraktiv fand ich ihn mal in den Achtzigern, vor Scientology. Der Tag grüßt grau, die Sonne dämmert und der Kaffee schmeckt. Angefangen morgens immer erstmal reichlich Wasser zu trinken und zum Kaffee später dann einen Keks zu essen. Keine Lust zu kochen gehabt gestern, also gab es TK-Hühnerfrikassee und Basmatireis. Ich weiß nicht, woher meine Erinnerungs-Blitze kommen, plötzlich erinnere ich mich an Dinge, die 20 oder 30 Jahre her sind. Doch die Erinnerungen sind echt, es gibt Zeitzeugen, es ist nur seltsam, warum mein Gehirn, das plötzlich auskramt. Durch die Neuroleptika war vieles davon jahrelang eingefroren und jetzt regnet es auf meinen Kopf? Lange lebte ich ohne klare Vergangenheit, jetzt setzt sie sich wieder zusammen. So viele falsche Erinnerungen aus der Psychose mussten aussortiert werden, dann lieber meine Vergangenheit, auch wenn die auch nicht lustig war. Hoffe mein neuer Fernseher kommt bald und das er ok ist, weiß man ja nie bei Warehouse-Deals. Der Vogel stresst und ich bin nicht hungrig, eigentlich einen anderen Song gesucht, aber darüber gestolpert, eine dicke, asiatische Lady Gaga, damit kann ich mich besser identifizieren, als mit dem Original:

Regen, eigentlich liebe ich Regen, besonders den Sommerregen, aber Gedankenregen ist echt anstrengend, aber Regenschirme waren noch nie was für mich.

Fleisch, TV, Streik, Medis und Gläser

Guten Morgen, wieder die Nacht verkackt, weil viel zu spät ins Bett. Essen für den Vater gestern auch verkackt, weil das Fleisch schlecht war, anderes auffindbares Fleisch war dann auch hin, als wäre das ein Zeichen endlich weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen. Spät zu Hause gewesen und mit der Freundin in der Türkei telefoniert. Sie ist wieder besser drauf und war sogar hilfreich für mich. Um Mitternacht starteten dann Amazon Warehouse Deals und ich habe es tatsächlich geschafft einen neueren, größeren Samsung Fernseher für weniger als die Hälfte des üblichen Preises zu ergattern. Eigentlich heute zwei Arzttermine, aber uneigentlich haben wir immer noch Streik und keine S-Bahnen fahren, werde wohl nur zum Psychiater und nicht noch zum anderen Arzt, das wird auch so eine Odyssee, weil ich ans andere Ende der Stadt muss. Eigentlich ist mir nämlich nach Ruhe und Schlafen und nicht nach stundenlangen, wirren fahren in den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln, die noch fahren. Aber zum Psychiater muss schon sein, auch wenn ich dazu erstmal quasi zum Kudamm muss und zwei Busse und zwei U-Bahnen brauchen werde. Eine erwähnenswerte Neuigkeit gibt es auch noch, der Mann weiß endlich, dass ich noch Neuroleptika nehme. Er wusste von meiner Krankheit, er wusste, dass ich früher die Medikamente nahm, aber er wusste nicht, dass ich noch heute mit dem Thema kämpfe und dass meine zum Teil gesundheitlich sehr schlechten Zustände der letzten Zeit von der Reduktion kamen. Er fand es toll, dass ich versuche davon wegzukommen, aber fragte halt auch, warum nicht jetzt alles sofort absetzen? Dass das nicht so leicht geht, habe ich ihn dann erklärt. Ich würde mittlerweile den Entzug von Neuroleptika mit einem harten Drogenentzug vergleichen. Da kann es leicht passieren, dass Körper und Seele völlig abklappen. Für den Moment möchte ich noch etwas abwarten, bevor ich wieder reduziere, es ist zwar alles wieder ruhig und stabil, aber ich traue dem noch nicht. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt und ich muss mein Leben auf die Reihe kriegen. Damit meine ich nicht den Beruf, das kriege ich schon hin, sondern meine körperliche und seelische Gesundheit. Ich kann wohl dankbar sein, das sich so bärenstarke Schutzengel habe, die haben mit mir wirklich sehr viel zu tun. Der Hund war gestern sehr kuschelig, ständig stupste er mich an und wollte Nähe, war wunderbar haarig schön, das schlechte Fleisch hat er trotzdem oder gerade deswegen nicht bekommen. Keine Lust auf die Reise durch die Stadt, aber immerhin werde ich Musik dabei haben, vielleicht wird es dann nicht so schlimm. Der Mann wurde von der Nachtschicht nach Hause geschickt, ärgerlich, wenn man dann nachts am Stadtrand steht und irgendwie nach Hause muss. Der Vater hat Schränke ausgeräumt, alte Gläser und Geschirr meiner Mutter. Ich habe ein Glas entdeckt, dass aus einer Zeit stammt, als ich 3-5 Jahre alt war, sofortige Zeitreise in die Küche meiner Mutter aus Kindergartenzeiten. Sie hatte damals die Wohnung aus Sperrmüll eingerichtet und alles mit Lack und Folien aufeinander abgestimmt. Es war eine grün gestrichene Küche mit weißer Folie mit grünen Blumen drauf. Ihr ahnt vielleicht, diese Gläser brauche ich, auch wenn ich sie eigentlich gar nicht brauche. Wenn das so weiter geht, muss ich meine Sachen aus der Küche aussortieren, um für ihre Dinge und die Erinnerungen Platz zu machen. In diesem Fall wohl für die trauernde Nadine sehr gut, dass meine Mutter die Sammelwut hatte und selten etwas weggeworfen hat. Ich hätte nicht gedacht, dass sie noch mindestens 40 Jahre alte Gläser hatte. Neulich einen schönen Witz gelesen zum Thema älter werden und leben: „Jetzt ist es eh zu spät, um jung zu sterben. Jetzt müssen wir es durchziehen.“ Das nehme ich dann mal als mein aktuelles Motto an, den Club 27 habe ich eh verpasst. Jetzt wäre es das nächste Ziel eine süße alte Damen im Schaukelstuhl zu werden. Überlassen wir dazu Beyonce das Wort:

Büro, Finanzamt, Frauenrolle und krankes System

Guten Morgen, ganz passable Nacht mit 6 Stunden Schlaf, ich lege mich nach dem Schreiben wieder hin. Gestern der Tag im Büro war gut, einiges geschafft und sogar beraten, fachlich nicht emotional. Morgens große Freude, dass Geld vom Finanzamt war da, damit sehen jetzt gleich zwei Kontoauszüge deutlich freundlicher aus. Immer noch diskriminierend finde ich aber, dass bei dem Überweisungsgrund auf mein Konto der Name meines Mannes stand. Als wäre das sein Geld allein, obwohl nach Sichten der Finanzdaten klar sein sollte, dass ich die meisten Steuern bezahlt habe. 2021 die Frau darf zwar das Geld verdienen, die Frau darf auch die Steuererklärung machen, aber das rückerstattete Geld gehört immer dem Mann? Wo leben wir? Für mich hat diese Methode nichts mit Gleichberechtigung zu tun, wenn es nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Geschlechtsorgan geht. Aber egal, ich habe ja mein Geld bekommen, durch die Heirat auch mehr als sonst, aber diese Unterordnung der Frau im System stört mich immer noch gewaltig. Warum kann nicht jedes Paar allein entscheiden, wer formal steuerpflichtig ist? Ein grauer Tag grüßt und die Vögel halten bisher den Schnabel. Der Blutdruck ist unten und der Kaffee schmeckt. Heute noch ein paar Stunden Homeoffice, muss eine Kundin anrufen, die mich sonst stalkt. Heute Essenlieferungen, Hello Fresh zur Mittagszeit und am Abend der Einkauf vom Supermarkt. Nach dem Steak heute vegan kochen, ich muss nicht jeden Tag Fleisch haben. Versuche mir derzeit selbst mehr Wertschätzung entgegenzubringen, es wird frisch und lecker für mich selbst gekocht, es werden Massagetermine und Arzttermine vereinbart und bei der Arbeit gibt es jetzt mehr Grenzen im Umgang mit den Kunden. Ich predige immer Achtsamkeit für den Umgang mit sich selber, Gesundheit als erste Priorität im Leben usw. und halte mich dann selber nicht dran. Allen soll es gut gehen, nur ich kann dabei vergessen werden? Das kann so nicht weitergehen, signalisierte erst der Körper und nun auch die Seele, ich höre dann besser mal zu, so schlimm ist das auch nicht, sich mal um sich selbst zu kümmern?! Ist das auch Resultat von veralteten Rollenbildern? Das die Frau die Kümmerin ist? Ich bin aber keine Hausfrau und Mutter, der Mann nicht der Großverdiener und Ernährer. Kann doch irgendwie nicht sein, dass ich arbeite, dabei meinen „Mann“ stehe und mich zusätzlich aufopferungsvoll um die Familie und andere kümmere. Wer kümmert sich da um mich? Irgendwie ist da was bei der Emanzipation schiefgelaufen. Das ist keine Gleichberechtigung, wenn frau nur zusätzlich zu ihren traditionellen Aufgaben noch arbeiten geht. Das ist Ausbeutung. Vielleicht auch der Grund lieber getrennt zu leben, ich mag zu Hause nicht noch jeden Tag Dienstmagd, Köchin und Putzfrau für den Mann sein. Auch ich bin nach der Arbeit müde und brauche Erholung. Apropos Arbeit da scheint es endlich aufwärtszugehen beim Mann, zwei etablierte Unternehmen geben ihm nächste Woche Arbeit und er ist hoffentlich endlich weg vom Fahrrad fahren zum Mindestlohn. Was meine Arbeit angeht, habe ich wieder Hoffnung, dass das alles doch noch wird und ich mich nirgendwo bewerben muss oder andere Pläne umsetzten muss. Es liegt auch an mir, mehr Grenzen zu setzen und besser auf mich zu achten. Die Arbeit und die geringfügige Erhöhung des Neuroleptika scheinen gerade zu helfen mich zu stabilisieren, tja so ist das wohl auch beim Reduzieren von Neuroleptika, manchmal muss man einen kleinen Schritt zurückgehen, um nicht völlig von vorne zu beginnen. Ich versuche mich jetzt nicht als Verliererin zu sehen, die wieder mehr nimmt, sondern als achtsame Frau, die in einer Krisensituation rechtzeitig einen kleinen Schritt erhöht, um nicht völlig abzurutschen und danach wieder mit der deutlich höheren Anfangsdosis leben zu müssen. Werden die Zeiten wieder stabiler, gehe ich wieder runter. Schade daran ist nur die Erkenntnis, dass ich wohl lebenslang gefährdet bin, nichts mit einmaliger Psychose und ausgeheilt. Wird das Leben zu belastend, besteht Gefahr für mich. Risikofrei ohne Medis leben, ist wohl nur für mich drin, wenn mein berufliches und privates Leben stabil und stressfrei ist. Davon bin ich aber aktuell weit entfernt, wir haben seit 1,5 Jahren Corona Pandemie, die Ehe klappt nicht, die Arbeit ist mega stressig, ich kann wohl glücklich sein, dass ich Familie und Freunde habe, einen guten Psychiater und gerade nicht noch ein Umzug dazu kommt. Aber irgendwie auch krank, dass mein Leben die Medis nötig macht, damit ich funktionieren kann. Was ist das für eine Gesellschaft, wo jeder sich irgendwas einschmeißt, um weiterhin ein funktionierendes Rad im System zu sein? Das bedingungslose Grundeinkommen wäre so eine Erleichterung für viele, aber ja das würde die Arbeitgeber entmachten, wenn man sich plötzlich aussuchen kann, wo, wie und wie viel man arbeitet. Die Lohnsklaverei ist ein lohnendes Geschäft der Reichen, um noch reicher zu werden. Aber genug gekotzt über unser System, der Tag wartet und die Sonne kommt gerade raus, das erinnert mich an Emiliana…

Früh, kein magisches Denken, Tremor und Kylie

Guten Morgen, boah bin ich müde, aber Arzttermin heute um 10, das war schon der späte Termin. Der Kaffee schmeckt und der Terrorvogel lässt nicht auf sich warten. Er will vögeln, aber leider ist das nicht möglich und nein ich kaufe ihm jetzt keine neue Frau. Gestern der Tag mit dem Vater hat gutgetan und mich wieder etwas geerdet. Lamm und Kohl waren ganz gut und der Hund kuschelig. Wird Zeit da raus zu gehen, ohne auf Autos zu achten oder wenigstens ohne magische Bedeutungen zu suchen. Wieder zu wenig geschlafen, aber ich werde nach dem Arztbesuch ruhen. Heute Abend dann Unterricht für neue Leute in meiner Ausbildung, die ich 2017 abgeschlossen habe. Leider doch wieder Nebenwirkungen vom Medikament bzw. Medikamentenentzug, ich habe Schmerzen in den Händen und in der rechten Hand zeitweise einen Tremor. Auch das gilt es dem Psychiater heute zu berichten. Ich hoffe, der Tremor ist kein Dauerschaden vom Fluanxol, denn unter diesem Medikament trat er das erste Mal auf. Jetzt deswegen wieder Parkinson-Medikamente nehmen kommt aber nicht infrage. So eine zitternde Hand kann man auch verbergen, wenn ich z.B. eine Faust mache, hört die Hand auf zu zittern und zu zucken. Blutdruck normal, Herzschlag gestern etwas höher, aber ich bin gestern mehrfach die Treppen bis in den vierten Stock gestiegen und dann noch spazieren gewesen. Sehe etwas Sonne, gerade kein magisches Denken, eher blicken auf die Welt mit Schlitzaugen und Vorfreude, dass es etwas zu tun gibt, was mich von meinem Kopfkino ablenken wird. Der Weg zum Psychiater heute ist weit und wird mich wieder durch meine Trigger-Gegend führen, am besten ich gucke gar nicht aus dem Busfenster dabei. Mache ich es doch genauso wie alle andern Opfer und schaue auf mein Smartphone dabei. Aus dem Fenster gucken ist eh so 80/90er. Auf in den Tag, immer noch Corona, heute unbedingt die Chefin kontaktieren, ich hoffe sie hat Zeit, denn ich würde gern einen Arbeitsplan mit ihr besprechen. Ohrwurm zum Tage, wieder Kylie, dabei stehe ich sonst überhaupt nicht auf kleine, dürre, blonde Frauen, denn sie sind das Gegenteil von mir, egal, solange ich dabei gute Laune habe:

Freunde, Therapie, Erinnerungen und Berlin

Guten Morgen, zu kurze Nacht aber der Magen rumpumbelt. Ein grauer Tag grüßt und die Vögel halten noch den Schnabel. Gestern nicht viel passiert, habe einen kleinen Ausflug gemacht und mit einem asiatischen Essen auf dem Heimweg abgerundet. Immer bestellen ist zu teuer, allein den Mindestbestellwert knacken ist so eine Sache, wenn man allein isst. Abends rief eine gute alte Freundin an, wir haben seitdem sie Familie hat wenig Kontakt, aber sprechen wir uns ist es als hätten wir erst gestern gesprochen. Danach noch gechattet und den Tag vorbeigehen lassen. Gestern Nacht die Krankenkasse belästigt, ich habe die Therapieempfehlung von 2020 an den Terminvergabeservice gesendet. Vielleicht ist das Ding schon abgelaufen und vielleicht können die auch nichts tun, ich telefoniere aber nicht nochmal 20 und mehr Therapeuten ab, um überall ne Absage zu bekommen und/oder beim falschen Therapeuten zu landen. Das hatten wir schon und war verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Aktuell fühle ich mich wie wieder auferstanden, mit allen guten und schlechten Seiten meiner Persönlichkeit vor der Psychose. Ich bin wieder kreativ und lebendig, quatsche Witziges wie ein Wasserfall und habe sehr viele Gefühle, zu viele Gefühle. Schattenseite ist die Erinnerung, ich erinnere mich an so vieles was wahrscheinlich durch Neuroleptika verdrängt war. Die Angst über diese Erinnerungen wieder in die Psychose zu gleiten ist hoch, ich will nicht mehr ins Wunderland, nie wieder. Ich will aber auch keine Neuroleptika mehr, die alles zum Erstarren bringen, also muss ich da durch. Passende therapeutische Hilfe dazu wäre gut, aber notfalls muss sprechen darüber mit Familie und Freunden auch helfen. Das ist noch eine andere erfreuliche Sache wieder die Alte zu sein, ich zählte neulich dem Mann gegenüber auf wo meine Freunde in Berlin wohnen, herauskam eine Liste von bereits 5 guten Freunden, 2 potenziellen Freundinnen und meinem Internet-Freund in Frankfurt. Dazu kommen dann noch Vater, Bruder und Ehemann. Wow, das sind für meine Verhältnisse sehr viele vertraute Leute. Ich glaube nur in den Internatszeiten, hatte ich so viele Vertraute in meinem Leben. Davor und danach niemals. Mich jetzt also nochmal zu isolieren und dabei wahnsinnig werden ist deutlich unwahrscheinlicher als 2013. Es gibt genug Menschen, denen ich traue und die mich festhalten. Aber auch ich halte sie fest. Berlin 2021, 32 Jahre in dieser Stadt, die ich brauchte um fast zu sterben und dann doch noch Anschluss zu finden. Berlin ist hart, nix für kleine Dorfmädchen, wie ich es war als ich 1989 herkam. Aber ich lebe, Berlin hat mich stark beschädigt, aber nicht umgebracht. Neben Berlin gibt es in Deutschland mittlerweile keine andere Option für mich mehr, wenn ich nochmal umziehe, dann ins Ausland. Berlin: „Und ich weiß, ob ich will oder nicht das ich dich zum Atmen brauche“…