Mülltonnen, extrem, ausgesperrt und Normalität

Guten Morgen, ganz ok geschlafen und zu früh wach. Immer wieder erstaunt welche Leute ich an der gemeinsamen Mülltonne sehe: Nachbarn die ich noch nie gesehen habe. Gestern der Tag ging langsam vorbei, zu wenig zu tun, aber auch nicht gar nichts. Ein grauer Tag grüßt und der Tee wartet, denn der Blutdruck empfiehlt keinen Kaffee. Meine Vögel singen ein Lied und heute geht es ins Büro. Irgendwie sind die Fälle auf Arbeit gerade extrem, oder es kommt mir nur so vor? Durch Corona sind die Dramen halt noch dramatischer oder ich noch immer nicht 100 % belastbar. Kolleginnen von meinen Fällen erzählt und die fanden die auch extrem, es kann also nicht nur an mir liegen. Heute ist das anders, zwei normale Fälle warten auf mich, darauf freue ich mich. Wir werden halt gern mit der Telefonseelsorge verwechselt. Mein Schatz hat sich gestern in seinem Studentenwohnheim ausgesperrt und stand stundenlang vor der Haustür, schlauer wäre es einen Zweitschlüssel bei mir zu deponieren. Das Geld ist endlich da, nächsten Monat wird nicht so viel bestellt, es sei denn es geht um Hochzeitssachen. Alles neu in meiner Welt, ich habe mich immer noch nicht endgültig an die neue Wohnungsaufteilung gewöhnt. Die Nachbarn schreien, ich will doch nur Ruhe und Frieden. Die Banken wollen mir alle Geld leihen, aber danke ich habe schon genug Schulden. Ein grauer Tag grüßt, ich habe Hunger und Brötchen sind im Ofen, Normalität vielleicht in 2021 wieder.

Entlastendes Gespräch, Studienkredite, Regen und Urlaub

Guten Morgen, heute schon besser. Gestern gab es endlich wieder Beratungen für mich und eine Kollegin hat mir ein entlastendes Gespräch angeboten, was ich auch ausgiebig genutzt habe. Jetzt geht es mir wieder besser, die Aggressionen sind zum heutigen Morgen verschwunden. Auch freue ich mich auf den Feiertag morgen, endlich Ruhe und vielleicht eine Kartoffelsuppe kochen. Gestern doch wieder den Corona-Nachrichten gelauscht, alles, was gerade so besprochen wird, hört sich nach einer langsamen Rückkehr zur Normalität an. Ich glaube es noch nicht richtig, aber auch meine persönlichen Pläne sind zurück zur Normalität, nächste Woche werde ich wieder tageweise im Büro sein. Da werde ich wohl allein sein, ist mir aber egal, ich brauche mehr Struktur und Auslauf. Immer noch komisch die Studienkredite bezahlt zu haben, ich bin davor Jahrzehnte weggelaufen, hatte immer wieder Ärger mit denen und musste sooft alle meinen finanziellen Verhältnissen offenlegen. Das ist jetzt vorbei. Ich werde nicht mehr gejagt und ich muss niemanden mehr meine gesamten Unterlagen schicken, noch Bußgelder erwarten, wenn ich es nicht tue. Das ist alles so eine große Erleichterung, aber für den Moment fühle ich kein Glück, sondern bin ernst und müde. Wieder Kackwetter heute, aber die Natur freut es, wir brauchten dringend Regen und gestern hat es ordentlich geregnet und ich denke, heute geht es weiter. Zu Essen gibt es hier reichlich, aber ich habe keine Lust mehr zu kochen und zu backen, ist ja eh niemand da, der es mit mir teilt. Der Kaffee schmeckt und auch heute wird vorbeigehen, heute leider kein Grund das Haus zu verlassen, außer vielleicht Müll wegbringen. Ich freue mich auf meinen Urlaub im Mai, ich brauche dringend eine Auszeit und will hier endlich räumen und streichen. Ich bin nämlich die einzige Kollegin, die bereits seit März, ohne Unterbrechung, im Homeoffice ist und dabei keine Gesellschaft hat. Grau grüßt der Tag und ich höre wieder die Kinder der Nachbarn, alles wird gut, einfach weitermachen.