Nachtlicht, Süßkartoffeln, Racheengel und verbaler Aggressionsabbau

Guten Morgen, immer noch dabei, schlechte Neuigkeiten zu verdauen. Gestern mein Nachtlicht erhalten, das ist wunderbar, ich fühle mich viel besser damit. Die Süßkartoffeln gekocht und danach aber Bock auf Hähnchen gehabt, so viel zu meinen vegetarischen Ambitionen. Den Obstanteil meiner Nahrung erhöht, gestern immerhin Pfirsich, Banane, Blaubeeren und Erdbeeren. Den Kuckuck zum Singen gebracht und ihn wieder abgehängt, irgendwie auch gruselig das Teil, sorry Urgroßoma. Meine Oma hat um Besuch gebeten und ich denke, ich muss wohl noch einmal in das Dorf der Teufel, um Dinge zu klären. Es gibt so viele Fragen, es gibt so viele Teufel, denen ich ins Gesicht spucken blicken muss. Es ist so schade, dass meine Mutter ausgerechnet in dieser Gegend gestorben ist. Ein Zufall, sicher nicht. Mal sehen, ob ich die Gegend lebend betreten und wieder verlassen kann. Kotzübel ist mir schon jetzt dabei. Gefühlsmäßig würde ich da gern wie ein Racheengel einreiten, bis bestimmte Personen nur noch „Bitte, Bitte“ rufen. Obwohl noch nicht mal als Sklaven will ich diese Leute, sie gehören in die Hölle, in die Hölle auf Erden, nur weil nicht sicher ist, was wirklich nach dem Leben kommt. Die Hölle auf Erden hatte ich schon wegen diesen Leuten, also Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Wieder nicht gewischt, aber wenigstens Müll weggebracht und kurz beim Supermarkt gewesen, heute Sonntag und eine Kerze brennt, keine Ahnung was ich heute anstelle, morgen geht die Arbeit wieder los. Der Kaffee schmeckt, es wird gerade hell, der Mann sitzt bald im Flieger, denke ich, der Vater hat andere Pläne, denke ich, ist aber nicht schlimm, im Gegenteil, ich bin allein und nie allein, das weiß ich jetzt. Menschenhand, ganz sicher nicht Gotteshand, zu einfach, zu selbstsüchtig das menschliche Gemüt. Wie anmaßend, teuflisch, Gott spielen zu wollen. Andere Menschen zu Sklaven zu machen, sicher kein Werk Gottes, sowas macht nur der Teufel, die Freiheit, die Möglichkeiten anderer nehmen. Sind die alle besoffen von Macht? Ich hoffe, es gibt ein Erwachen mit Galle spucken und Mörderkopfschmerzen. Aber noch ist es nicht so weit, ich muss zu Kräften kommen, obwohl ich bin so sauer, ich kriege die auch mit Rollator und verprügel die mit meinem Gehstock und wenn ich damit fertig bin, gehe ich zu der Kirche meiner Taufe und scheiße denen ins Weihwasser.

Oh, wenn ich das gerade lese, kommt meine Therapie hoch, Aggressionsabbau durch verbale Beschimpfung. Nur so Einblick in mein Therapiegeschehen, aber es hilft, es befreit, das Zähneknirschen ist schon besser geworden. Versuchen wir es mit beruhigender Musik, das hier scheint ein gutes Sonntagsalbum:

Leute, PEZ-Spender, Erwachen, Träume, Narben und Schuld

Ein Gruß aus der Nacht, heute weiß ich wer mich mitten in der Nacht geweckt hat, eine Gruppe von lauten Leuten vor meinem Fenster. Wunderbar, so beginnt der Tag entspannt.^^ Der Vater kam wieder spät und die Feigenpizza war nicht schlecht, aber kein Hit. Die Hitze beim Transport der Kochbox hat dieses Mal einen Teil der Lieferung vergammeln lassen. Schade. Der Kaffee schmeckt, es gibt wieder Milch hier und der Mann meldete unfallfreies Wohlbefinden. Gestern endlich ein Paket abgeholt und dabei einen PEZ-Spender entdeckt und kaufen müssen, was für eine Kindheitserinnerung. Kann eigentlich nur getoppt werden, von unverpackten Kaugummi-Bällchen aus einem Automaten. Ja damals war Zucker noch was Besonderes, heute muss man Lebensmittel suchen, in denen kein Zucker ist. Heute vielleicht das hier gekocht, ein Menü, das ich schon kenne und sehr mag. Therapie war ganz gut und wird jetzt langsam weniger tränenreich, der Therapeut hat mir mehr Stunden versprochen. Nicht telefoniert, irgendwie war mir nicht danach, dabei muss ich meine vergangene Familie dringend kontaktieren.

Der Himmel färbt sich gerade rosa, ein neuer Tag und ich noch müde. Meine eigene Geschichte ist so unfassbar schrecklich, dass ich es teilweise selbst nicht fassen kann. Eigentlich kann ich mich bedanken, dass ich die meisten Traumata schnell wieder vergessen hatte, so konnte ich weitermachen, weiterleben. Dass ich beim Erwachen jetzt so alt bin, furchtbar, aber gleichzeitig wohl auch nötig, in jüngeren Alter hätte ich das alles nicht verkraftet und auch nicht gewusst, wo und wie man Hilfe organisiert. Vielleicht heute telefonieren, mal sehen, besonders auf die Oma habe ich es abgesehen für den Moment. Mit dem Bruder aus Berlin gesprochen, der ist wieder auf einem Festival, das ist bei ihm aber hauptsächlich Arbeit und kein Freizeitvergnügen. Ja meine Brüder, ich zähle aktuell vier Brüder in meinem Leben, alle nicht leibliche Brüder, aber Brüder meines Herzens, mit denen ich viel Zeit meiner Kindheit verbracht habe. Kein Wunder, dass ich auch später mehr mit Jungs als mit Mädchen abgehangen habe. War das schmerzlich als mir in der Grundschule irgendwann mitgeteilt wurde, ich möge zu den Mädchen spielen gehen. War das kacke, als würde der Hoseninhalt in dem Alter darüber entscheiden, was man spielen möchte.

Puppen waren halt nicht so mein Ding, ich wollte Bäume klettern und Ball spielen. Immer noch nicht aufgeräumt in der Bude, es gibt andere Probleme und Aufgaben, ein sauberer Fußboden lässt mich nicht besser schlafen. Realität, jeder hat wohl seine eigene, aber ist etwas wirklich nur wahr, wenn man Zeugen dazu finden kann? Erinnerungen, Vergangenheit, nur real, solange es jemand bezeugen kann und will? Ansonsten gleich in die Irrenanstalt? Ich reagiere gerade sehr aggressiv, wenn mir jemand sagt, dass alles vielleicht nur ein Traum war, war es nicht, leider. Träume sind nicht so konkret, Träume hinterlassen keine Narben an Körper und Seele. Es sei den, es handelt sich dabei um Träume/Ziele, für die man gekämpft hat, das gibt ganz sicher Narben, zumindest bei meinen Träumen von einer gleicheren Welt. Wie oft bin ich gestürzt, wie oft wurde ich verprügelt, sogar eingesperrt, weil ich mich mit der Welt nicht abfinden wollte. Nein ich bin nicht schwer von kappee, ich bin halt anderer Meinung. Vielleicht ist das aber doch irre, die Regeln der anderen zu kennen und sich damit nicht abzufinden, sich nicht anzupassen, sich nicht zu ergeben, auch wenn man schon am Boden liegt. Vielleicht ist alles, was mir passiert ist, doch meine Schuld:

Kochbox, Wraps, Notfall, Familie und Missverständnis

Guten Morgen, gestern ewig auf meine Kochbox gewartet und nicht bei der Freundin gewesen. Es hat wunderbar geregnet und alle Fenster aufgerissen. Abends dann große Aufregung, weil der Mann auf dem Weg hierher fast bewusstlos geworden ist, aber zum Glück Leute gefunden hat, die den Notruf getätigt haben. Hitze, Diät und dann noch Sport obendrauf, waren wohl keine gute Idee. Aber es geht ihm gut. Gekocht, dann doch lieber koreanische Wraps. War sehr lecker, fand auch der Mann. Den Film „The Lost Boys“ geschaut, aber unkonzentriert gewesen, wegen des Mannes, vielleicht heute nochmal. Mit der Chefin und den Kolleginnen telefoniert, denn ich möchte ab nächste Woche wieder das Arbeiten versuchen. Laut Musik gehört, beim Supermarkt gewesen, ich bin immer noch eine Heulsuse, aber ich habe auch meine Gründe. Ich verstehe jetzt vieles, was vorher unerklärlich war, das erleichtert, macht aber nicht fröhlich. Wohl im falschen Jahrzehnt geboren und dann noch im Dorf der Teufel. Dazu muss ich die Oma ran kriegen, meine einzige mir bekannte Zeitzeugin von damals. Heute wird das aber wohl nichts, denn der Mann ist da und ich möchte in Ruhe und allein mit ihr sprechen. Ebenfalls auch auf der Telefonliste der Stiefvater Nummer eins.

Das Kind ist aufgewacht und nicht amüsiert über ihre Familie. Ich würde gern ein paar Gründe, Erklärungen und Entschuldigungen hören, auch wenn es unverzeihlich ist. Berlin 2022, wer hätte gedacht, dass ich noch lebe? Ich nicht, eigentlich war mein Ziel der Club 27, aber jetzt bin ich noch da und die Familie verdient eigentlich eine Tracht Prügel. Frisch ist es in der Stadt, grau grüßt der Himmel, der Kaffee schmeckt und ich muss mich noch sortieren. Wie gern würde ich Mama sprechen, die mit mir weglaufen wollte und es doch nicht geschafft hat. Es ist aber trotzdem so, dass eine Last von mir abfällt, ich fühle mich besser, jetzt wo ich verstehe, was lebenslang mit mir los war und immer noch ist. Meine seelische Krankheit Besonderheit ist hausgemacht, nicht meine Schuld. Mittlerweile gilt die Diagnose PTBS als gesichert, ich hoffe, damit kann die falsche Diagnose schizophren endlich gestrichen werden. Es gab immer wieder Zweifel an der ersten Diagnose, immer wieder Nachfragen, denn mein Profil passt nicht so richtig in diese Schublade, trotzdem wurde ich mit aller Gewalt in diese Schublade gesteckt und mit Medikamenten zum Schweigen gebracht. Den Schaden trage ich dann bis heute und darf schauen, wie ich trotzdem ein Morgen erreiche. Alles ein Missverständnis? Es hätte aufgeklärt werden können, wenn jemand meine Geschichte erzählt hätte:

Hühnerfrikassee

Ich liebe Hühnerfrikassee und es ist immer gut, wenn ich irgendwie krank bin. Meistens jedoch wird es dann die fertige TK-Packung und Reis dazu gekocht. Dabei habe ich noch ein Rezept, von meiner verstorbenen Berliner Oma und es nie gekocht. Aber jetzt, denn ein Suppenhuhn und reichlich Zeit sind vorhanden:

  1. Man nehme ein Suppenhuhn und kocht es circa zwei Stunden in einer salzigen Brühe. Wenn es fertig ist, Fleisch von den Knochen lösen und in mundgerechte Stücke zerkleinern. Brühe zur Weiterverwendung aufbewahren.
  2. Mehlschwitze herstellen: 3 Esslöffeln Öl/Butter erhitzen und nach und nach 2 Esslöffel Mehl hinzugeben und dann mit einem halben Liter Brühe ablöschen.
  3. Drei Eigelbe und eine Packung Crème fraîche (Alternative: Schmand) zusammenrühren und separat aufkochen.
  4. Finale: Fleisch und Gemüse (z. B. Möhren, Erbsen, Champignons oder Spargel) in die restliche Brühe einrühren, Mehlschwitze einrühren, aufkochen und am Schluss bei reduzierter Hitze mit der Crème fraîche Soße verfeinern und abbinden. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Reicht locker für vier Personen und mehr, in meinen Fall werde ich dann wohl einige Portionen einfrieren und bei Bedarf erwärmen. Ach ja Beilage bei mir Reis, geht aber sicher auch mit einer anderen Beilage. Kosten von mir dabei aktuell ungefähr 4 Euro, ohne Reis.

Draußen, Aubergine, Preis von gestern, Teddy und Schokolade

Guten Morgen, für den Moment wirklich ganz gut. Also im Vergleich zu gestern. Nachdem ich jetzt weiß, dass ich kein Corona habe, überlege ich heute in den Supermarkt zu gehen. Die Pfandflaschen türmen sich und ich war jetzt zu lange nicht draußen. Tatsächlich gestern Staub gewischt, Palmen bewegt und Sauerkraut gemacht. Telefoniert mit einem Freund und kaum tagsüber geschlafen. Meine Nasendusche ist gerade mein dringend nötiger Freund, denke ich habe die Erkältung vom Vater, die Umarmung zur letzten Pizza muss es gewesen sein. Überlege gerade sogar geschmackvoll zu kochen, Auberginengemüse mit Salsiccia aus dem Ofen wäre eine Option. Vorausgesetzt, ich kann zu diesem Zeitpunkt noch schmecken, sonst sind es Perlen vor die Säue. Ruhig hier, ein bisschen Geisterhaus gerade, auch gestern kaum Geräusche im Haus. Der Kaffee schmeckt, es ist immer noch grau und nicht an die Arbeit gedacht. Kalt ist es, sogar für mich, keine Dauer-offenen Fenster gerade.

Die Supermarktangebote der Woche sehen so aus, dass es bestimmte Artikel zum Preis vor der Preiserhöhung gibt. Also Angebot: „Kaufe heute zum Preis von gestern.“ Mal sehen, was sie noch haben, wenn ich heute komme. Zigaretten sind gerade widerlich, aber die Gewohnheit/Abhängigkeit siegt. Schon seltsames Konzept getrocknete Pflanzen, industriell aufgearbeitet zu inhalieren. Warum dann nicht gleich Laubblätter rollen oder Kastanien schniefen? Die ehemalige Sportlerin und Sängerin in mir findet das sehr unlogisch, was ich heute mache. Mein alter Teddy liegt jetzt in meinem Bett, für nicht Kenner sieht es wohl eher aus wie ein weiß-rosa gefüllter Watteball, aber so sah ein Teddy vom Restposten-Laden in 1988 halt aus. Erste Samen sprießen auf dem Balkon, bald sollte sich der Bienenbesuch lohnen. Keine Nachrichten geschaut, eigentlich gar nichts geschaut im Fernsehen, die Kiste lief eine Weile, aber ich weiß nicht was lief. Keine Konzentration für triviale Berieselung gerade, mein Kopf ist voll mit anderen Dingen und ich meine nicht den Schleim.

Der Ehemann ist gerade immer nur müde, versuche das mal nicht persönlich zu nehmen, kann ja sein, aber mittlerweile ist er lange genug im Beruf, um sich an die 40-Stunden-Woche gewöhnt zu haben? Ich bin die mit den Schlafstörungen nicht er, zumindest nach der Beobachtung. Selbst gebackenes Mehrkornbrot wartet zum Frühstück, vielleicht ein Ei dazu. Müsli geht gerade immer noch nicht, seitdem kotzen kann ich es wieder essen, aber nicht genießen. Vielleicht heute putzen, nicht der Tag um rauszustürmen und alle zu umarmen, obwohl die, die ich nicht leiden kann vielleicht schon, für die gibt es dann Erkältungssymptome frei Haus. Der Schokoladenentzug funktioniert ganz gut, habe seit Wochen nur noch 70 % Kakao-Schokolade da, da futtert man nicht die ganze Tafel, dafür gestern dann aber über meinen weißen Osterhasen hergemacht. Zum Glück hatte ich nur einen kleinen gekauft und keine Ostereier. Ob ich in diesem Leben noch mal zu tanzenden Oma werde?

Erschöpft, genervt, die Jugend, Oma und alte Musik

Guten Morgen, zu früh, gefühlt in der Nacht. Nichts gemacht und doch erschöpft, obwohl immerhin Senfeier gekocht und weiter Wäsche gewaschen. Musste die Wäsche aber aus dem Schlafzimmer bringen, ich hatte den Eindruck daneben kann ich nicht atmen. Zu viel Mutti Sachen in meiner heiligen Ruhestätte. Davor zu wenig, unruhig geschlafen und zu viel gegessen, Mama Frust oder Weltschmerz? Wahrscheinlich beides. Immerhin baden gewesen, aber dabei von neuen französischen Nachbarn gestresst worden, die in einer Tour laut quasselnd im Treppenhaus auf und ab liefen. Heute aber das Haus verlassen, das war jetzt etwas zu viel allein, die Anwesenheit von Mitmenschen ist wieder gewünscht. Ein paar Blumen umgetopft gestern, ich glaube aktuell ist wirklich Mutti bei mir, wird mir gerade aber zu viel. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich wie eine Versagerin, weil ich nicht schwimmen war, aber dafür gefuttert habe. 😦 Abends dann gestern einen Film geschaut, sonst aber dazu übergangen abends Musikvideos auf dem Fernseher zu schauen. Nervt alles irgendwann, aber schweigend in der Stille neben einer Kerze sitzen nervt dann irgendwann auch.

Verstanden, warum ich Silvester irgendwann schlecht gelaunt war, ich fühlte mich alt, mit den Männern um die 30, die dachten Ice Cube wäre nur ein Schauspieler und lachten als ich ein Buch holte, um etwas nachzuschlagen. „Wieso holt sie ein Buch? Ist doch alles im Handy!?“. Dann feststellen müssen, dass ich das sehr kleingedruckte Taschenlexikon im Kerzenschein nicht lesen konnte, während die Kerle ihre Antwort auf dem Handy schon hatten und lachten. Die Lesebrille holen, dazu war die Oma mit dem Buch dann aber doch zu stolz. Außerdem ergab dann auch die Recherche im Buch, dass ich ein lateinisches Wort falsch übersetzt hatte, die von mir gemeinte Bedeutung, war italienisch, nicht lateinisch. Oma war sich so sicher und stand dann wie ein Vollidiot da. So viel zu „Spaß mit der Jugend“. ^^ Die können das nächste Mal woanders Party machen, ich bin zu alt dafür.

Bei gleichaltrigen Leuten oder älteren wäre mir diese Schmach erspart geblieben. Was wissen die jüngeren schon über die 90er? Stimmt, da waren sie Kleinkinder! Auch wurde Louis Armstrong als Mann mit seltsamem Gesichtsausdruck, aber netter Musik tituliert. Oh Mann, soviel Unwissenheit und Ignoranz oder ich einfach steinalt!? Na gut mein Musikgeschmack passt auch besser zu einer Person von 60plus. Vielleicht auch ein Grund warum es schwierig mit neuer Musik bei mir ist, ich höre halt auch Musik die 20, 40 oder mehr Jahre vor meiner eigenen Geburt gespielt wurde. Vielleicht ein Relikt aus einer Zeit, in der Musik noch nicht immer und überall kostenlos verfügbar war. Ich hatte nur die Platten- und Kassettensammlung der Eltern und Großeltern als ich aufwuchs. Egal, die Oma schaut dann mal frustriert aus der Wäsche und hört Celeste…

Vater, PMS, Mutter, Oma und One

Guten Morgen, ganz passabel, genug geschlafen und ein grauer Tag grüßt. Der Tag mit dem Vater war angenehm, geredet, sehr viel geredet. Abends war ich dann aber sehr erschöpft, weil ich wegen der Gespräche keinen Mittagsschlaf bekam. Der Arm tut nicht mehr weh, juckt aber und ist rot. Keine Pläne heute und das ist gut so. Der Bruder kam gestern nicht, womit ich jetzt zu viel Brötchen von gestern habe. Vom Mann gerade enttäuscht, weil er zu beschäftigt mit anderen Dingen ist. Aber gut, vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade keine Beschäftigung habe. Gestern den Blues zu meinen Leben bekommen, ja ich lebe noch, aber wie? Ich weiß Ärzte verfolgen offiziell das Ziel Leben zu retten, aber bei Neuroleptika wissen sie nicht was sie tun und zerstören auch Leben. Die Frage nach einem lebenswerten Leben wird dabei nämlich nicht gestellt. Aber gut vielleicht gerade auch PMS, denn es ist bald so weit. Diese Empfindlichkeit, dieser Selbsthass ist mir monatlich wohlbekannt. Gestern nochmal zu den Nebenwirkungen von Abilify gelesen, mir ist schlecht. Sogar die Angst- und Panikattacken seit letzten Sommer, können davon kommen. Aktuell sind sie verschwunden, jetzt wo ich reduziert habe. Wieder bei offener Balkontür geschlafen, das ist herrlich jetzt im Sommer, überhaupt das Balkonzimmer ist das schönste Zimmer hier, in diesem Raum komme ich zur Ruhe. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt, die Grundbucheinträge sind da, wer jetzt neidisch ist, sollte sich fragen, ob er das Leben seiner Mutter gegen eine kleine Eigentumswohnung, die man sich selber nie ausgesucht hätte, tauschen würde? Ich würde eher ihr Leben wählen, aber ich durfte nicht wählen. Sie hat gewählt und ich sitze nun in meinem Trostpreis. So brauche ich jetzt meine verschwindend kleine Rente nicht mehr so sehr fürchten, ich werde was zum Wohnen und zu essen haben. Das Hochwasser hat mich an meine Oma erinnert, ich habe mir Sorgen um sie gemacht, auch wenn sie ein Miststück ist, Oma bleibt Oma. Aber ihr Dorf steht noch und sie wahrscheinlich dickköpfig und selbst mitleidig mittendrin. Es ist schade, dass sie es nie geschafft hat, auch mal an meine Mutter und mich zu denken. Sie ist irgendwie bis heute noch ein verzogenes Kind mit über siebzig. An die Arbeit gedacht, ich hoffe, das zieht mir jetzt nicht den Boden unter den Füßen weg, ich brauche Arbeit, nicht nur zum Geld verdienen. Arbeit ist stabilisierend. Die Ruhe jetzt ist aber auch stabilisierend, ich muss schlafen, sehr viel schlafen, gut essen und möglichst viele gute Gespräche führen. Die Idee ein Buch zu schreiben kam auch wieder auf, ich hatte mit meiner Mutter ein aufregendes Leben, so aufregend, dass es bei anderen Menschen für drei Leben reicht. Ist nur fraglich, ob ein Leben voller Pech und Pannen irgendwen interessiert. Ach was gebe ich mir Mühe zu beschreiben wie es mir so geht, Metallica hat es bereits getan…

Ich bin Opfer! Ich darf das!

Was mich gerade beschäftigt sind Menschen die ihre eigene traurige oder schreckliche Geschichte nutzen, um eigenes Fehlverhalten zu entschuldigen. Ich bin eigentlich eine geduldige Person, aber wenn dieses Fehlverhalten anfängt mir zu schaden, dann ist mal Schluss mit lustig. Dann bin ich nämlich Opfer des Opfers. Nur weil mir schlechtes widerfahren ist, habe ich nicht das Recht anderen schlechte Erlebnisse zu geben. Nur weil ich schlechte Erlebnisse hatte, ist die Lüge nicht legitim. Kinder, Kinder haben vielleicht irgendwie ein Anrecht darauf, aber die Erwachsenen sollten es besser wissen. Sie spüren den Schmerz vielleicht noch und wissen deswegen genau wie sich ein anderer damit fühlen würde. Jahrelang hat meine Mutter sich für Ihre Fehler damit gerechtfertigt, dass meine Oma eine noch viel schlechtere Mutter war. Das hat es aber nicht besser für mich gemacht, es war nicht meine Schuld, dass meine Oma sie sehr schlecht behandelt hat. Wenn man sich als Opfer rächen will, sollte man den Täter attackieren, nicht irgendwen anders. Vielleicht hilft auch ein Sandsack oder Schreien wo es keiner hört. Das Wissen um den Schmerz sollte weiser machen, weise diesen Schmerz keinen anderen zuzufügen. Ich bin Opfer! Deswegen mache ich das nicht!

Früh, Beratungen, Fisch, Corona und Oma

Guten Morgen, wie ätzend am Sonntag wach um 7. Liegt aber an meiner Woche, da war es nötig um 7 wach zu sein nur heute eigentlich gar nicht. Gestern auf Arbeit war es doch aufregend, die zwei Beratungen hatten es in sich. Meine Spezialität scheinen aber Angehörige zu sein, das kriege ich immer gut hin. Das Elternpaar empfand die Beratung als sehr nützlich. Meine Blumen aus dem Büro mitgenommen, noch mehr Lilien für mich, meine Wohnung hat jetzt überall Blumen, so nach der Hochzeit. Graue Aussichten grüßen, ich glaube ich gehe gleich wieder ins Bett, ich muss nirgendwo hin und ich verpasse nichts. Heute kommt er, ich freue mich auf meinen Mann, er wird seinen Kram herbringen und den eigentlich für die Hochzeit gedachten Fisch kochen. Die Auswertung des Sprachtestes wird tatsächlich mehrere Wochen dauern, ich hoffe das Ergebnis ist da, bevor wir einen Termin bei der Ausländerbehörde bekommen. Nix los hier, keine Geräusche der Nachbarn und auch meine Vögel schweigen. Blutdruck und Puls ok zum Morgen, gestern war es abends viel zu hoch, aber noch nicht gefährlich. Seltsames Leben, auch wegen Corona, das soll endlich aufhören. Ich möchte meine Arbeit zurück so wie sie war mit Kolleginnen und echten Beratungen. Gerade jetzt kommen so viele verzweifelte Anfragen, da braucht frau ihr Team und die Leute brauchen uns. Brötchen warten, aber ich glaube später. Bin froh, dass ich wieder meine Hände und Füße spüre und nichts mehr kribbelt, auch der Durchfall ist weg, nur das mit dem Schlaf ist immer noch auffällig. Mein Arbeitgeber hat uns einen Erlebnisgutschein geschenkt, ich hätte gern Floating gemacht, er findet essen gehen aber besser. Für ihn als Afrikaner ist es wohl seltsam Geld auszugeben, um im Wasser zu schweben, ich als ehemalige Hartz-IV-Empfängerin finde es seltsam soviel Geld für Essen auszugeben. Der Onkel hat sich gemeldet, er kommt mit dem Tod seines Vaters klar, seine verbliebene Ehefrau aber nicht. Ich kannte seinen Vater kaum, aber ich trug 17 Jahre seinen Nachnamen. Die Oma meldet sich nicht, sie ist eine kranke und schrullige Frau geworden, mal sehen, ob ich irgendwann den ersten Schritt mache. Ich plane immer noch ein Fotobuch meiner Mutter, ist das fertig, kriegt sie auch ein Exemplar. Bin gespannt was die Zukunft bringt und lasse Doris Day sprechen:

Früh, Homeoffice, Onkel, Erwachsen und Krämpfe

Guten Morgen, lange geschlafen und fühle mich ganz gut. Die Sonne scheint und es ist ruhig hier. Einkaufen muss ich, kein Wasser da und auch sonst fehlen Dinge. Viel zu früh wach, aber ich war auch früh schlafen. Gestern der Tag war eine Qual, müde, voller Schmerzen, nur die Arbeit brachte etwas Ablenkung. Heute Homeoffice, aber es gibt nicht viel zu tun für mich, nur eine Beratung, langsam nagt Corona auch an meiner Arbeitsmotivation. Sich im Homeoffice ständig selber Arbeit suchen ist doch mühsam. Im Büro ist das alles einfacher, als allein zu Hause zu sitzen und hoffen das jemand anruft. Mein Onkel wird doch nicht zur Hochzeit kommen, was leider bedeutet, dass wahrscheinlich auch mein anderer Onkel nicht kommen wird, denn Onkel 1 wollte das Auto fahren. Finde ich kacke, ich hätte meine Onkel gern dabei gehabt. Immerhin meine Oma lässt mich grüßen, dass erste Wort nach dem Streit. Vergammelte Blumen stehen im Wohnzimmer, mir ist gerade echt alles zu viel, normalerweise sind meine Schnittblumen immer frisch. Der Makler wegen der überteuerten Einzimmerwohnung in meinem Haus hat mich jetzt doch angeschrieben und bietet eine Besichtigung an, ich glaube ich habe aber kein Interesse mehr. Ich weiß es fanden bereits Besichtigungen statt und die Leute sind schimpfend davon gerannt. Schöne neue Welt, soviel Verantwortung und keine schützende Mutter. Erwachsensein in einer neuen Stufe für mich. Morgen lerne ich die Neue vom Vater kennen, ich weiß noch nicht wie ich das finde, aber ich muss da wohl durch. Immerhin heute früh fast keine Schmerzen/Krämpfe im linken Fuß, es ist wohl doch das beschissene Medikament. Besser als Gesichtskämpfe wie früher von Fluanxol, einen Fuß kann man verstecken. Aber gar keine Krämpfe wäre natürlich besser. Ich hoffe so sehr, dass er den Job kriegt, dann würde es ihm sicher besser gehen und finanziell wäre das für uns beide erfreulich. Hat er ein richtiges Einkommen, wäre auch an einen Umzug zu denken. Ich überlege gerade glatt jetzt schon einkaufen zu gehen, Wasser ist schon wichtig und wenn ich schon mal da bin, könnte ich auch frische Brötchen kaufen. Auf in den Tag, hoffentlich ohne Krämpfe.