Erschöpft, genervt, die Jugend, Oma und alte Musik

Guten Morgen, zu früh, gefühlt in der Nacht. Nichts gemacht und doch erschöpft, obwohl immerhin Senfeier gekocht und weiter Wäsche gewaschen. Musste die Wäsche aber aus dem Schlafzimmer bringen, ich hatte den Eindruck daneben kann ich nicht atmen. Zu viel Mutti Sachen in meiner heiligen Ruhestätte. Davor zu wenig, unruhig geschlafen und zu viel gegessen, Mama Frust oder Weltschmerz? Wahrscheinlich beides. Immerhin baden gewesen, aber dabei von neuen französischen Nachbarn gestresst worden, die in einer Tour laut quasselnd im Treppenhaus auf und ab liefen. Heute aber das Haus verlassen, das war jetzt etwas zu viel allein, die Anwesenheit von Mitmenschen ist wieder gewünscht. Ein paar Blumen umgetopft gestern, ich glaube aktuell ist wirklich Mutti bei mir, wird mir gerade aber zu viel. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich wie eine Versagerin, weil ich nicht schwimmen war, aber dafür gefuttert habe. 😦 Abends dann gestern einen Film geschaut, sonst aber dazu übergangen abends Musikvideos auf dem Fernseher zu schauen. Nervt alles irgendwann, aber schweigend in der Stille neben einer Kerze sitzen nervt dann irgendwann auch.

Verstanden, warum ich Silvester irgendwann schlecht gelaunt war, ich fühlte mich alt, mit den Männern um die 30, die dachten Ice Cube wäre nur ein Schauspieler und lachten als ich ein Buch holte, um etwas nachzuschlagen. „Wieso holt sie ein Buch? Ist doch alles im Handy!?“. Dann feststellen müssen, dass ich das sehr kleingedruckte Taschenlexikon im Kerzenschein nicht lesen konnte, während die Kerle ihre Antwort auf dem Handy schon hatten und lachten. Die Lesebrille holen, dazu war die Oma mit dem Buch dann aber doch zu stolz. Außerdem ergab dann auch die Recherche im Buch, dass ich ein lateinisches Wort falsch übersetzt hatte, die von mir gemeinte Bedeutung, war italienisch, nicht lateinisch. Oma war sich so sicher und stand dann wie ein Vollidiot da. So viel zu „Spaß mit der Jugend“. ^^ Die können das nächste Mal woanders Party machen, ich bin zu alt dafür.

Bei gleichaltrigen Leuten oder älteren wäre mir diese Schmach erspart geblieben. Was wissen die jüngeren schon über die 90er? Stimmt, da waren sie Kleinkinder! Auch wurde Louis Armstrong als Mann mit seltsamem Gesichtsausdruck, aber netter Musik tituliert. Oh Mann, soviel Unwissenheit und Ignoranz oder ich einfach steinalt!? Na gut mein Musikgeschmack passt auch besser zu einer Person von 60plus. Vielleicht auch ein Grund warum es schwierig mit neuer Musik bei mir ist, ich höre halt auch Musik die 20, 40 oder mehr Jahre vor meiner eigenen Geburt gespielt wurde. Vielleicht ein Relikt aus einer Zeit, in der Musik noch nicht immer und überall kostenlos verfügbar war. Ich hatte nur die Platten- und Kassettensammlung der Eltern und Großeltern als ich aufwuchs. Egal, die Oma schaut dann mal frustriert aus der Wäsche und hört Celeste…

Vater, PMS, Mutter, Oma und One

Guten Morgen, ganz passabel, genug geschlafen und ein grauer Tag grüßt. Der Tag mit dem Vater war angenehm, geredet, sehr viel geredet. Abends war ich dann aber sehr erschöpft, weil ich wegen der Gespräche keinen Mittagsschlaf bekam. Der Arm tut nicht mehr weh, juckt aber und ist rot. Keine Pläne heute und das ist gut so. Der Bruder kam gestern nicht, womit ich jetzt zu viel Brötchen von gestern habe. Vom Mann gerade enttäuscht, weil er zu beschäftigt mit anderen Dingen ist. Aber gut, vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade keine Beschäftigung habe. Gestern den Blues zu meinen Leben bekommen, ja ich lebe noch, aber wie? Ich weiß Ärzte verfolgen offiziell das Ziel Leben zu retten, aber bei Neuroleptika wissen sie nicht was sie tun und zerstören auch Leben. Die Frage nach einem lebenswerten Leben wird dabei nämlich nicht gestellt. Aber gut vielleicht gerade auch PMS, denn es ist bald so weit. Diese Empfindlichkeit, dieser Selbsthass ist mir monatlich wohlbekannt. Gestern nochmal zu den Nebenwirkungen von Abilify gelesen, mir ist schlecht. Sogar die Angst- und Panikattacken seit letzten Sommer, können davon kommen. Aktuell sind sie verschwunden, jetzt wo ich reduziert habe. Wieder bei offener Balkontür geschlafen, das ist herrlich jetzt im Sommer, überhaupt das Balkonzimmer ist das schönste Zimmer hier, in diesem Raum komme ich zur Ruhe. Die Straße rauscht, der Kaffee schmeckt, die Grundbucheinträge sind da, wer jetzt neidisch ist, sollte sich fragen, ob er das Leben seiner Mutter gegen eine kleine Eigentumswohnung, die man sich selber nie ausgesucht hätte, tauschen würde? Ich würde eher ihr Leben wählen, aber ich durfte nicht wählen. Sie hat gewählt und ich sitze nun in meinem Trostpreis. So brauche ich jetzt meine verschwindend kleine Rente nicht mehr so sehr fürchten, ich werde was zum Wohnen und zu essen haben. Das Hochwasser hat mich an meine Oma erinnert, ich habe mir Sorgen um sie gemacht, auch wenn sie ein Miststück ist, Oma bleibt Oma. Aber ihr Dorf steht noch und sie wahrscheinlich dickköpfig und selbst mitleidig mittendrin. Es ist schade, dass sie es nie geschafft hat, auch mal an meine Mutter und mich zu denken. Sie ist irgendwie bis heute noch ein verzogenes Kind mit über siebzig. An die Arbeit gedacht, ich hoffe, das zieht mir jetzt nicht den Boden unter den Füßen weg, ich brauche Arbeit, nicht nur zum Geld verdienen. Arbeit ist stabilisierend. Die Ruhe jetzt ist aber auch stabilisierend, ich muss schlafen, sehr viel schlafen, gut essen und möglichst viele gute Gespräche führen. Die Idee ein Buch zu schreiben kam auch wieder auf, ich hatte mit meiner Mutter ein aufregendes Leben, so aufregend, dass es bei anderen Menschen für drei Leben reicht. Ist nur fraglich, ob ein Leben voller Pech und Pannen irgendwen interessiert. Ach was gebe ich mir Mühe zu beschreiben wie es mir so geht, Metallica hat es bereits getan…

Ich bin Opfer! Ich darf das!

Was mich gerade beschäftigt sind Menschen die ihre eigene traurige oder schreckliche Geschichte nutzen, um eigenes Fehlverhalten zu entschuldigen. Ich bin eigentlich eine geduldige Person, aber wenn dieses Fehlverhalten anfängt mir zu schaden, dann ist mal Schluss mit lustig. Dann bin ich nämlich Opfer des Opfers. Nur weil mir schlechtes widerfahren ist, habe ich nicht das Recht anderen schlechte Erlebnisse zu geben. Nur weil ich schlechte Erlebnisse hatte, ist die Lüge nicht legitim. Kinder, Kinder haben vielleicht irgendwie ein Anrecht darauf, aber die Erwachsenen sollten es besser wissen. Sie spüren den Schmerz vielleicht noch und wissen deswegen genau wie sich ein anderer damit fühlen würde. Jahrelang hat meine Mutter sich für Ihre Fehler damit gerechtfertigt, dass meine Oma eine noch viel schlechtere Mutter war. Das hat es aber nicht besser für mich gemacht, es war nicht meine Schuld, dass meine Oma sie sehr schlecht behandelt hat. Wenn man sich als Opfer rächen will, sollte man den Täter attackieren, nicht irgendwen anders. Vielleicht hilft auch ein Sandsack oder Schreien wo es keiner hört. Das Wissen um den Schmerz sollte weiser machen, weise diesen Schmerz keinen anderen zuzufügen. Ich bin Opfer! Deswegen mache ich das nicht!

Früh, Beratungen, Fisch, Corona und Oma

Guten Morgen, wie ätzend am Sonntag wach um 7. Liegt aber an meiner Woche, da war es nötig um 7 wach zu sein nur heute eigentlich gar nicht. Gestern auf Arbeit war es doch aufregend, die zwei Beratungen hatten es in sich. Meine Spezialität scheinen aber Angehörige zu sein, das kriege ich immer gut hin. Das Elternpaar empfand die Beratung als sehr nützlich. Meine Blumen aus dem Büro mitgenommen, noch mehr Lilien für mich, meine Wohnung hat jetzt überall Blumen, so nach der Hochzeit. Graue Aussichten grüßen, ich glaube ich gehe gleich wieder ins Bett, ich muss nirgendwo hin und ich verpasse nichts. Heute kommt er, ich freue mich auf meinen Mann, er wird seinen Kram herbringen und den eigentlich für die Hochzeit gedachten Fisch kochen. Die Auswertung des Sprachtestes wird tatsächlich mehrere Wochen dauern, ich hoffe das Ergebnis ist da, bevor wir einen Termin bei der Ausländerbehörde bekommen. Nix los hier, keine Geräusche der Nachbarn und auch meine Vögel schweigen. Blutdruck und Puls ok zum Morgen, gestern war es abends viel zu hoch, aber noch nicht gefährlich. Seltsames Leben, auch wegen Corona, das soll endlich aufhören. Ich möchte meine Arbeit zurück so wie sie war mit Kolleginnen und echten Beratungen. Gerade jetzt kommen so viele verzweifelte Anfragen, da braucht frau ihr Team und die Leute brauchen uns. Brötchen warten, aber ich glaube später. Bin froh, dass ich wieder meine Hände und Füße spüre und nichts mehr kribbelt, auch der Durchfall ist weg, nur das mit dem Schlaf ist immer noch auffällig. Mein Arbeitgeber hat uns einen Erlebnisgutschein geschenkt, ich hätte gern Floating gemacht, er findet essen gehen aber besser. Für ihn als Afrikaner ist es wohl seltsam Geld auszugeben, um im Wasser zu schweben, ich als ehemalige Hartz-IV-Empfängerin finde es seltsam soviel Geld für Essen auszugeben. Der Onkel hat sich gemeldet, er kommt mit dem Tod seines Vaters klar, seine verbliebene Ehefrau aber nicht. Ich kannte seinen Vater kaum, aber ich trug 17 Jahre seinen Nachnamen. Die Oma meldet sich nicht, sie ist eine kranke und schrullige Frau geworden, mal sehen, ob ich irgendwann den ersten Schritt mache. Ich plane immer noch ein Fotobuch meiner Mutter, ist das fertig, kriegt sie auch ein Exemplar. Bin gespannt was die Zukunft bringt und lasse Doris Day sprechen:

Früh, Homeoffice, Onkel, Erwachsen und Krämpfe

Guten Morgen, lange geschlafen und fühle mich ganz gut. Die Sonne scheint und es ist ruhig hier. Einkaufen muss ich, kein Wasser da und auch sonst fehlen Dinge. Viel zu früh wach, aber ich war auch früh schlafen. Gestern der Tag war eine Qual, müde, voller Schmerzen, nur die Arbeit brachte etwas Ablenkung. Heute Homeoffice, aber es gibt nicht viel zu tun für mich, nur eine Beratung, langsam nagt Corona auch an meiner Arbeitsmotivation. Sich im Homeoffice ständig selber Arbeit suchen ist doch mühsam. Im Büro ist das alles einfacher, als allein zu Hause zu sitzen und hoffen das jemand anruft. Mein Onkel wird doch nicht zur Hochzeit kommen, was leider bedeutet, dass wahrscheinlich auch mein anderer Onkel nicht kommen wird, denn Onkel 1 wollte das Auto fahren. Finde ich kacke, ich hätte meine Onkel gern dabei gehabt. Immerhin meine Oma lässt mich grüßen, dass erste Wort nach dem Streit. Vergammelte Blumen stehen im Wohnzimmer, mir ist gerade echt alles zu viel, normalerweise sind meine Schnittblumen immer frisch. Der Makler wegen der überteuerten Einzimmerwohnung in meinem Haus hat mich jetzt doch angeschrieben und bietet eine Besichtigung an, ich glaube ich habe aber kein Interesse mehr. Ich weiß es fanden bereits Besichtigungen statt und die Leute sind schimpfend davon gerannt. Schöne neue Welt, soviel Verantwortung und keine schützende Mutter. Erwachsensein in einer neuen Stufe für mich. Morgen lerne ich die Neue vom Vater kennen, ich weiß noch nicht wie ich das finde, aber ich muss da wohl durch. Immerhin heute früh fast keine Schmerzen/Krämpfe im linken Fuß, es ist wohl doch das beschissene Medikament. Besser als Gesichtskämpfe wie früher von Fluanxol, einen Fuß kann man verstecken. Aber gar keine Krämpfe wäre natürlich besser. Ich hoffe so sehr, dass er den Job kriegt, dann würde es ihm sicher besser gehen und finanziell wäre das für uns beide erfreulich. Hat er ein richtiges Einkommen, wäre auch an einen Umzug zu denken. Ich überlege gerade glatt jetzt schon einkaufen zu gehen, Wasser ist schon wichtig und wenn ich schon mal da bin, könnte ich auch frische Brötchen kaufen. Auf in den Tag, hoffentlich ohne Krämpfe.

Lösung, Erbe, Tote, Oma, und weiterleben

Guten Morgen, schon besser, auch wenn die Nacht kacke war, es gibt vielleicht eine Lösung für das Zusammenwohnen Problem, aber erstmal abwarten. Der Tag mit dem Vater gestern hat gutgetan, sehr viel reden und die Trüffelpasta ist gut geworden. Letzter Urlaubstag, seltsame Sache, mal sehen wie es morgen auf Arbeit wird. Die Erbauseinandersetzungen laufen und ich bin mir nicht sicher, ob ich den Vertragsentwurf verstehe, ich glaube ich werde noch viele Fragen stellen, bevor ich irgendwas unterzeichne. Das Wetter ist perfekt, Sonnenschein bei 26 Grad, so kann es gerne bleiben. Heute gehe ich mit meinem Schatz essen, seinen Master feiern, aber erst am Nachmittag. Schon komisch wir haben ein chinesisches Restaurant gewählt, wo er manchmal Lieferungen abholt, heute darf er Kunde sein. Gestern in alten Erinnerungen geschwelgt und alte Fotos betrachtet, mindestens 2 meiner Ex-Freunde sind tot, komisch ihre Bilder in meinem Fundus zu finden. Sie waren beide noch jung bei ihrem Tod, einer wurde abgestochen, einer starb an Krebs. Schon seltsam sie überlebt zu haben. Schaue ich auf meine alten Freunde aus Teenagerzeiten gehöre ich nicht gerade zu den Gewinnern, aber immerhin lebe ich noch. Tod, soviel Tod in meinem Leben, ich habe schon mindestens 10 Leute verloren, obwohl ich nicht im Rentenalter bin. Wobei der Verlust der Mutter wohl der schlimmste ist. Da hat man schon eine Teenagermutter und dann stirbt die einfach viel zu früh. Die Oma hat gestern nicht geantwortet, gut, wenn sie lieber allein ist an ihrem Geburtstag, ihre Entscheidung, seine Enkelin wegen einer Bernsteinkette zu verstoßen, finde ich aber nach wie vor nicht angemessen. Der Kaffee schmeckt und ich lege mich vielleicht nochmal hin. Alles wird wieder, weiterleben.

Schlaf, Regen, Wohlfühlprogramm und Arbeit

Guten Morgen, schon besser, in Etappen über 8 Stunden geschlafen, aber derzeit könnte ich nur noch schlafen. Endlich ist es kühler, eine Befreiung, der Regen gestern Nachmittag hat gutgetan. Der Vater sollte wieder im Land sein und ich treffe ihn zum Frühstück und meine Oma hat Geburtstag, aber die redet ja nicht mehr mit mir. Wieder beruhigt was den Freund betrifft, aber es gibt noch Redebedarf. Nur noch heute und morgen frei, dann wartet der Beruf wieder, ist wahrscheinlich besser so, denn die letzten Tage wusste ich mit meiner Freizeit nichts mehr anzufangen. Gegessen gestern ein Kindergericht: Spiegelei mit Rahm Spinat und Kartoffelpüree, mir war danach. Bin immer noch zu faul zu richtig zu kochen. Die letzten Wochen waren wie ein schlechter Film, Medikamentenhorror mit Angst und Panik, Todestag und Trauer, unerträgliche Hitze und jetzt noch Tage mit Aggressionen. Es soll ja niemand sagen, ich hätte nicht genug Wohlfühlprogramm. ^^ Mal sehen wie der Vater drauf ist und was es zu berichten gibt, ich vermute die Pflanzen in der Wohnung werden es nicht alle überlebt haben, denn die Nachbarin ist alles andere als verlässlich. Hoffe, den Hund geht es auch gut, nach seinem Aufenthalt in Brandenburg. Das Standesamt schreibt und ich kriege noch mehr Angst, Heiraten war nie mein Thema, doch ich werde nicht jünger, schöner oder gesünder und möchte nicht allein bleiben. Heute einen Kassenbon von 2019 gefunden, ja Lebensmittel waren mal günstiger, vor Corona. Überlege der Oma wenigstens eine SMS zu schreiben, die kann sie dann nach Belieben ignorieren. Phantastische 25 Grad habe ich heute und der Blutdruck und Puls ist voll normal. Corona, ich mag nicht mehr, diese ätzenden Masken überall und keiner weiß wie lange es dauern wird. Aber gut in den USA möchte ich derzeit auch nicht leben. Der Kaffee schmeckt und bereitet keine Probleme, wird Zeit, dass ich wieder was zu tun kriege, die letzten Tage kamen mir fast depressiv vor, wenn ich meine Freizeit eh nicht genieße, kann ich auch wieder arbeiten. Ich habe mein Petticoat erhalten und einen neuen Versuch bei Brautschuhen gestartet, aber durch die bösen Worte der Freundin ist gerade die Freude weg. Ich glaube ich möchte nicht, dass sie zur Hochzeit kommt, ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich diese Freundschaft überhaupt noch will, denn sie war schon immer toxisch. Mal sehen, ob dieses Pasta-Rezept heute zu hoch für mich ist, das mit dem Ei, könnte schwierig werden. Auf in den Tag, unsortiert, mittelmäßig gelaunt, aber stabil.

Schlaf, Lieferung, Ausräumaktion und Todestag

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen und relativ lang. Heute ist ihr Geburtstag, Löwe, ein Sternzeichen, das mit Skorpion so gar nicht passt. Ich warte auf eine Lieferung, eine gemeine Lieferung für den Lieferanten, denn es sind viele schwere Sachen dabei. Aber deswegen bestelle ich ja, damit ich nicht selber schleppen muss. Der Kaffee schmeckt und die Sonne scheint, Regen immer noch Fehlanzeige. Heute Pakettag, ich erwarte so einiges für mich und für ihn. Die Ausräumaktion in Spanien ist doch nicht so wild, der Vater hatte vergessen, dass wir bereits massiv aussortiert hatten. Ich will aber keine Klamotten mehr von ihr, ich habe genug für Jahre. Gestern koreanisch gekocht, war lecker, sonst war ich aber nicht sehr fleißig. Viel geschlafen, weil ich es konnte, das ist auch ein Privileg wie ich jetzt weiß: Schlafen können. Morgen soll es endlich regnen, blöd das ich morgen eigentlich zum See wollte. Heute gibt es Couscous, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich das niemals so gut wie sie hinkriege. Gestern im Kerzenschein hier gesessen, ein stilles Gedenken an sie. Duschen und Anziehen sollte ich mich, damit der Lieferbote nicht sonst was denkt. Ich mache mir Sorgen, dass der Vater vergesslich wird, er vergisst für meinen Geschmack zu viel oder bin ich nur die mit dem Elefantengehirn? Mein neues Bett ist immer noch phantastisch, ich schlafe viel entspannter als früher. Noch besser wird es nur, wenn er auch da ist. Der Tod, will man sein eigenes Todesdatum wissen oder nicht? Ich hoffe immer noch nach der Oma zu kommen, die geht auf die 80 zu. Die Dusche wartet, aber ich bin gar nicht so schlecht drauf, alles friedlich hier und kein Grund zur Panik. Einen schönen Wochenanfang da draußen, ich bleibe dann erstmal im Urlaub.

Bock, Spazieren, Ostern, Mutter und Oma

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen und er schreibt zum Morgen. Freut mich und gleichzeitig sagt der Bock, ich antworte nicht und wenn dann ohne liebevolle Worte. Heute scheint die Sonne wieder und es ist angenehm, dass es hier so sauber ist. Gestern nach Hause gekommen und die Bude roch wirklich frisch, obwohl ich hier rauche. Das Frühstück mit dem Vater war gut und der Bruder kam auch. Unser kleines, illegales Osterfest, aber 3 Leute sind ja kein Massenauflauf. Danach spazieren gewesen und noch mehr illegale Spaziergehgruppen gesichtet, 3-4 oder mehr Menschen spazierten in Gruppen. Der Wald war wieder sehr voll, ich finde es zum Kotzen, dass jetzt alle das Spaziergehen für sich entdecken, spazieren gehen ist mein Ding, seit über 6 Jahren, wer hat die anderen gebeten jetzt alle mitzumachen? Ich fand es eigentlich immer ganz schön allein oder in Gesellschaft durch den Wald zu rennen, aber jetzt sind da überall ganz viele Menschen. Ich warte auf eine Lieferung, mal sehen, ob die Essensbox dieses Mal komplett ist. Das letzte Mal fehlten Hackfleisch und Kartoffeln. Die Vögel schreien und bringen Leben in die Bude und draußen rauscht laut die Straße. Dem Bruder geht es gut, er hat wieder Arbeit, es war gut ihn zu sehen. Die beste Freundin ist wieder mit ihrer On/Off Beziehung beschäftigt. Ich vermisse meine Mutter, Ostern wäre mit ihr anders gelaufen und denke an meine Oma, die jetzt sicher allein in ihrem Haus sitzt. Die Oma hat sich aber so sehr daneben benommen, dass sie die Einsamkeit verdient hat, immerhin hat sie eine Katze. Es ist aber nicht mein Job, sie in der Trauer zu begleiten, eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Großmutter um die mutterlose Enkelin kümmert und nicht andersrum. Ich habe sie schon einmal in der Trauer begleitet und aufgebaut, aber dieses Mal ist es was anderes, weil meine Mutter gestorben ist und nicht nur ihr Ehemann. Der Kaffee schmeckt, eigentlich alles gut und die Spätschicht wartet. Aber erstmal duschen und anziehen und wenn ich es schaffe, noch Frühstücken.

Frei, keine Todesgefahr, rassistisch und Liebe

Guten Morgen, noch nicht ganz gerafft, dass ich heute freihabe und morgen auch. Das ist doch sehr erfreulich und genug geschlafen habe ich auch. Heute kommt er, ich freue mich, wir werden reden und später kochen, gegrillte Hähnchenschenkel, Süßkartoffelpommes und Salat, das ist ein Gericht, was auch er mag. Gestern ruhig auf Arbeit, eine Beratung gemacht und mit einem eigentlich grummeligen Türken Formulare gewälzt, zum Ende hin hat er dann doch gelächelt. Grau grüßt der Tag und hier sieht es seit Wochen nicht so gut aus, denn ich hatte keine Lust zu putzen. Der Blutdruck ist sehr niedrig, habe ich meine Ruhe, ist auch da Ruhe. Das beruhigt, heute also keine Todesgefahr durch Bluthochdruck, eigentlich schon die ganzen letzten Tage nicht. Vielleicht werde ich doch, wie ich ursprünglich mal dachte noch eine sehr alte Frau. Meine Oma ist über 70 und meine Urgroßmutter hat es über 90 geschafft, das wünsche ich mir auch. Da ich bisher keine Post vom Anwalt bekommen habe, denke ich auch, dass mein genetischer Vater noch lebt. Aber ob der lebt oder nicht, interessiert mich eigentlich nicht, abgesehen von meiner eigenen Lebenserwartung. Sollte er irgendwann sterben, werde ich nicht zu seiner Beerdigung gehen, das sollen mal meine Halbschwestern machen, die kannten ihn wenigstens. Müll rausbringen müsste ich und das Bad putzen, aber erstmal gar nichts und Kaffee. Ich habe ein schönes, neues, rotes Wollkleid zum Wickeln, ich vermute, das könnte mein neues Lieblingskleid für zu Hause werden. Ich glaube, er wird es auch mögen. Langsam macht es Klick in meinen Kopf, es war gut, dass er ausgezogen ist, das gibt mir die freie Wahl mit ihm zu sein oder auch nicht. Auch die Hochzeitspläne sind wohl eher romantisch und nicht wegen der Papiere, denn alle meine Recherchen haben ergeben, dass er auch ohne Hochzeit bleiben darf, denn er wird bald einen deutschen Bildungsabschluss haben und das berechtigt zum Bleiben, wenn er Arbeit findet und er hatte immer Arbeit seitdem er in Berlin ist. Ich denke, er ist einfach altmodisch und bereit sich zu binden und deswegen auf eine Heirat erpicht. Was ich dagegen zu oft dachte, war wohl rassistisch und paranoid, er ist kein Flüchtling, er ist Student und er liebt mich. Es wird alles werden, aber ich brauche Zeit, ich dachte immer ich wäre so weltoffen und tolerant und da diskriminiere ich den Mann den ich liebe. Zum Glück hasst er mich nicht dafür und hat Geduld, auch bei einem deutschen Mann würde ich mir wegen einer Heirat in die Hose machen und Ausflüchte suchen. Ich sollte aufhören zu denken und Böses zu suchen und einfach genießen.