Pakete, Hähnchen, Musik, Geschenke und wahrer Luxus

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber wie es scheint hat sich meine Gesichtshaut beruhigt. Gestern Paket-Service für die Nachbarin und viel zu viel Hähnchen in Erdnusssoße gekocht. Heute kommt der Vater vorbei, versprochen sogar sehr früh, damit hier endlich gebohrt werden kann. Ich könnte aber bis dahin ins Lager? Motivation sieht gerade anders aus, aber ich habe dazu gerade auch keine Bauchschmerzen. Der Nachbar rotzt kotzt in seinem Bad, den ganzen Tag Bong rauchen, findet die Lunge nicht lustig. Der Mann hat mehr Arbeit als er braucht, daran muss er sich erstmal gewöhnen, aber besser 40 Stunden in einem Job arbeiten, als wie bisher in drei Jobs.

Gestern Abend wieder kein Fernsehen, sondern Musik, irgendwie läuft doch nur Mist in der Kiste und das, obwohl ich eine Mediathek, Netflix und Prime habe. Haare gefärbt und immer noch keine Arbeitsmail gelesen, ich mag nicht und ich muss auch nicht im Urlaub. Der Terrorvogel hält den Schnabel, solange die Wasserpistole in Reichweite ist. Mir selber zum Geburtstag noch Leinenbettwäsche bestellt, die letzte ist schon über 10 Jahre alt und muss langsam ersetzt werden. Geschenke also dieses Jahr ein Couchtisch vom Vater, teure Haarpflege vom Mann und von mir selber Kosmetiktermine und Leinenbettwäsche. Entdecke gerade Musik, die ich während meines Neuroleptika-Wach-Komas nicht mitbekommen habe. Fast 8 Jahre holt man nicht so schnell nach. Aber sehen wir es so, ganz viele Schätze für mich jetzt. Mein Musikarchiv hat dann langsam Staub angesetzt. Noch einen zurück zum Leben Song gefunden und für gut befunden. Was man von Kanye West halten kann weiß ich nicht, ich denke zwischen Genie und Wahnsinn, über ihn lachen sollte man sich aber sparen. Er ist immerhin authentisch, etwa was sich sehr viele Menschen nicht trauen oder sich nicht leisten können? Ich leiste mir das auch, wer mich nicht mag wie ich bin, kann gerne fern bleiben. Vielleicht der größte Luxus in meinem Leben: Mich kaum verstellen und nicht als angepasster Niemand durch die Welt buckeln.

Diese Freiheit nehme ich mir, auch wenn das keine große Karriere, viele blaue Flecken und zum Teil auch Einsamkeit bedeutete. Man braucht einfach eine handvoll guter Verbündeter und Ausdauer, dann geht das schon. Aber was tippe ich, Pink beschreibt mein Leben ganz gut:

Allein, Pakete, Ebay, Strom und Englisch

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber selbst schuld, die Gardine nicht richtig zu gemacht und nachts von Licht von draußen erwacht. Ich wünsche mir eine Zeit zurück, wo ich allein beraten durfte. Es ist ätzend ständig einen Azubi dabei zu haben, ich denke auch für die Ratsuchenden. Gestern der Tag war ok, nicht so stressig wie die Tage zuvor, aber dann sehr müde von den Tagen zuvor. Zu Hause dann Pakete eingesammelt bzw. Nachbarinnen brachten welche vorbei. Nette Nachbarinnen, da hat es sich doch gelohnt ständig deren Pakete anzunehmen? Als Paket-Nachbarin scheine ich hier akzeptiert zu sein. Neue Tropfen in der Apotheke besorgt, es gibt gerade wieder Lieferengpässe bei Neuroleptika, weil Rohstoffe fehlen, ich kann also froh sein mein Medikament überhaupt gekriegt zu haben? Abrupte medikamentöse Umstellung wegen Lieferengpässen ist nämlich gar nicht lustig. Hatte ich schon in der Vergangenheit und war eine ziemliche Verschlimmbesserung. Die Käuferin aus Ebay will mich gerade wohl verarschen und/oder den Preis immens drücken, ich muss nicht jetzt an sie verkaufen, ich habe noch bis Jahresende Zeit und ein besseres Angebot als ihr aktuelles. Warten wir ab, eigentlich fand ich die Idee gut, am Sonntag alles los zu sein, aber nicht nur für ein Viertel des besprochenen Geldes. Ich weiß schon, warum ich Ebay anstrengend finde. Wirre Leute bieten unverschämte Preise. Staubsaugen müsste ich, besonders nachdem der Hund hier war, aber dann rastet der Nachbar wieder aus? Kann aber auch nicht sein, dass ich nicht staubsaugen darf!?

Ein bisschen Geld ist hereingekommen, das freut den Kontostand, heute sollte noch Geld vom gekündigten Stromversorger kommen. Finde ich dreist, wenn das Unternehmen wegen einem leicht gestiegenen Strom-Verbrauch den Abschlag ohne Rücksprache fast verdoppelt. Also gekündigt, ich bin kein Kreditgeber für notleidende Energiekonzerne. Gegessen Reste von den Nudeln nochmal in der Pfanne angebraten, meine Verdauung scheint Nudeln gerade gut zu finden und ich hatte wieder keinen Elan zu kochen. Schöne neue Welt, gerade weiß ich nicht wo oben und unten ist, versuche mir aber nichts anmerken zu lassen. Zu viel Veränderung. Die Apothekerin hat mir gestern ein „aktive Beine Tuch“ mitgegeben, muss ich mir Sorgen machen? Ist die Rente nah? Wenn Rente wenigstens ein lohnendes Geschäft wäre, ist es aber für Niemanden der nach 1974 geboren wurde. Gestern Songs gehört aus meinen Teenagerjahren, eine Zeit, in der ich behauptete Englisch zu können, aber Fakt ist gar nichts verstanden habe. Vielleicht einen Refrain, aber ansonsten nicht viel. Das blieb auch noch viele Jahre so, auch ein Abi mit einer Zwei in Englisch bedeutet nicht annähernd englische Songtexte verstehen zu können. Das Englisch, das in Deutschland in der Schule vermittelt wird, ist für die Tonne. Na schön, dass ich jetzt Jahrzehnte später raffe, was meine ehemaligen Lieblingslieder so für eine Aussage hatten. Egal, Hochmut kommt vor dem Fall? Heute mal ganz tief in die Hip-Hop-Kiste gegriffen, wissend was der Song aussagt….

Ohne Hund, Onkel, Stress und Wasser gegen Haustiere

Guten Morgen, seltsam aufwachen ohne Hund, obwohl das auch stressig war. Der Vater hat den Hund gestern Abend noch abgeholt. Der Onkel rief noch an, um viel zu spät zu einem Geburtstag einzuladen, klar kann ich nicht, aber das war ihm sicher auch klar. Immerhin er hat überhaupt persönlich gefragt. Gestern nach der Arbeit noch mit dem Hund durch den Park gelaufen und anschließend eine 2-stündige Videokonferenz. War beides anstrengend, ich wollte doch nur ruhen und essen, war dann aber beides erstmal nicht. Geld sollte unterwegs sein, wenn die Sächsin von Ebay wirklich überwiesen hat. Mit der untreuen Freundin noch gechattet, sie hat gerade auch zu viel Arbeit und kommt kaum zum Schlafen, das erklärt auch einiges. Eine Präsenzberatung gestern, zu viel erzählt, für die Aufnahmefähigkeit von meinem Gegenüber, aber es gab einen Betreuer der mitgeschrieben hat.

Heute auch früh Büro, keine Ahnung was mit früh ist, aber scheint aktuell normal zu sein. Getestet, aber immer noch kein Corona, aber überall Grippesymptome. Pakete von mir sind irgendwo gelandet, ja ohne Homeoffice, ist bestellen keine so gute Idee mehr. Ein Paket ist in einem anderen Haus in der Nachbarschaft, eines in einem Paketshop der 6 km entfernt ist. Der Terrrorvogel mag auch kein Wasser, die Wasserpistole hilft also nicht nur gegen kratzenden Hund, sondern auch gegen schreienden Vogel. Ich war schon kurz davor dem Vogel ein neues zu Hause zu suchen. Aktuell ab und zu ein zuckendes Auge, noch so ein Frühwarnsymptom, aber ich weiß, dass ich gestresst bin, auch so. Geräte aufladen für den Weg mit dem Bus, ja weder auf Smartphone noch auf iPod möchte ich verzichten. Dann kann ich genau wie die anderen blind, taub und stumm im Bus sitzen. Die Frage zum Frühstück bleibt unbeantwortet, entweder Bäcker oder jetzt noch was zubereiten. Gestern Abend gab es nur noch Nudeln mit Pesto.

Heute noch zur Apotheke und zum Supermarkt, mit Hund dabei darf man eigentlich nirgendwo rein, auch nicht zum Bäcker. Versuchen wir es mit guter Laune, um den grauen Tag zu verscheuchen…

Nacht, Vater, Pakete, Jobs und Berge

Ein Gruß aus der Nacht, bin müde, aber wach, irgendein Nachbar hat gerade das Haus verlassen. Gestern der Tag ging schnell vorbei, einkaufen gewesen, Mann kam vorbei, Arbeits-Videotreffen, Pizza gemacht, Vater kam zu Besuch und danach alleine entspannen. Bis zum Treffen mit dem Vater ging es mir (sehr) gut, als er dann da war nicht mehr. Thema mit dem Vater war Tod der Mutter und die Entsorgung der Spülmaschine. Ja mein Geschirrspüler ist Schrott und eine Reparatur lohnt nicht mehr. Irgendwie habe ich den Eindruck, auch der Vater entfernt sich gerade. Er hat immer weniger Zeit und wenn, hat die neue Partnerin und deren kranke Mutter Priorität. Finde ich so nicht richtig, mit denen hat er nicht die letzten 30 Jahre verbracht, die haben ihn nicht aufgefangen als es ihm nach dem Tod meiner Mutter schlecht ging, aber gut, die sind wohl seine Zukunft. Wo meine Zukunft dann liegt, weiß ich aber nicht. Der Bruder wird immer seltsamer, der Vater entfernt sich mit neuer Partnerin und ich habe dann wohl nur noch als enge Verwandtschaft den Mann in Berlin. Nicht so gute Aussichten für mich. Heute ein Paket vom Paketshop abholen, ist man einen Tag die Woche nicht da, kommen natürlich alle Pakete auf einmal. Meine Nachbarinnen hatten ja einiges für mich angenommen, aber ein Paket ist jetzt kilometerweit entfernt im Paketshop. Der Kaffee schmeckt und ich überarbeite gerade meinen Lebenslauf, denn es gab eine Anfrage einer Recruiterin. Eigentlich will ich nicht wirklich wechseln, aber zu wissen, was andere bieten und einen Plan B haben, erscheint mir gerade nicht so falsch. Wenn Corona nicht aufhört, weiß ich nicht, ob ich meinen Job seelisch noch lange aushalte. Ein Ausweg scheint nur die extreme Abgrenzung gegenüber dem Kunden, aber selbst wenn ich das lerne und durchziehe, möchte ich das? Alles unklar gerade. Erwachsensein sein, Verantwortung tragen, stinkt. Fühle mich gerade alleine mit der Trauer um die Mutter, der Mann kannte sie nicht, der Bruder ist wie immer abwesend und anderer Meinung und der Vater investiert lieber in die Zukunft. Es ist dunkel, grau grüßt der Tag oder ist es noch die Nacht? Die Straße rauscht aber wie der Tag. Die Aktivität der letzten Tage scheint mir aber gutzutun, gerade nur alleine zu Hause sitzen, echt nicht ratsam. Frische Blumen gekauft, mein Luxus, Schnittblumen braucht man eigentlich wirklich nicht. So viel Depression gerade um mich herum und jetzt ist auch noch der Sommer ausgefallen. Überall verrückte Leute, kein Tag wo ich keinen durchgeknallten Menschen sehe, meistens mehrere und sollte ich zu Hause bleiben, gibt es da immer noch die Nachbarsfamilie und dann im Zweifelsfall auch mich selber. Ich muss mein Leben ändern, wenn ich es noch länger behalten möchte, aber ich kriege es gerade nicht hin, ich müsste abnehmen, ich müsste aufhören zu rauchen, mir einen Sport suchen, aber gerade kriege ich nur das hin, was wirklich für den aktuellen Tag notwendig ist. Also werde ich wegen Corona und nicht durch Corona sterben? Auch ohne Corona wären diese Herausforderungen schwierig. Na immerhin mein Covid-Arm ist wieder in Ordnung, die schmerzhafte Rötung nach der Impfung ist verschwunden, ich hoffe das bringt jetzt auch irgendwas, einen nicht zugelassenen Impfstoff in den Venen zu haben finde ich immer noch gruselig. Das Bein tut wieder weh, die Zehen sind wieder teilweise taub, danke Neuroleptika-Erhöhung, danke Muskelkrämpfe, danke Stress. Erzähle es der Tapete, sagte meine Mutter immer, wenn sie nicht zuhören wollte, ich erzähle es dann mal dem Blog oder den Bergen, hier in Berlin eher Müllberge:

Kurze Nacht, Pakete, Pizza und Chet

Guten Morgen, nicht so tolle und zu kurze Nacht. Aber er hat Kaffee gekocht und mir das Wohnzimmer überlassen. Danke Schatz, so kann ich ungestört Kaffee trinken, rauchen und bloggen. Aufwachen hat dann länger gedauert, nicht mein Tag und zum Glück nur ein Termin heute. Gestern eine sehr schlechte Beratung gehabt, ich scheine eine falsche Erwartung geweckt zu haben, die ich nicht erfüllen konnte, worauf ich dann beschimpft wurde. Schwierig, dass nicht persönlich zu nehmen. Heute ist Pakettag, mal sehen was an kommt, er braucht dringend eine Hose, den letzte Woche ist eine kaputtgegangen. Nachdem ich aber schon erfolglos Hosen für ihn bestellt habe, ahne ich, dass ich auch dieses Mal fast alles zurückschicke. Beschlossen doch Homeoffice zu machen, gerade brauche ich das, weniger Stress und Wege. Er glaubt immer noch, dass er keinen Ordner für alle seine Papiere braucht, dabei ist der Papierhaufen so hoch, dass er auch jetzt schon einen Ordner füllen würde. Aber gut, seine Entscheidung. Als ehemalige Archiv-Beauftragte und ehemalige Sekretärin, juckt es mich in den Fingern den Papierhaufen zu organisieren. Er hat heute auch Arbeit. Sehr schön, dann habe ich meine Ruhe hier. Heute Pizzaabend mit dem Vater, es wird Thunfisch mit Chili geben, weil ich nicht zum Einkaufen an anderen Orten gekommen bin. Am Freitag werde ich ins Büro fahren und die Chance nutzen zu Lidl zu gehen, die Coupons in der Lidl App animieren mich schon. Diese Woche gibt es zwei Gratisartikel und einen Barrabatt. Meine Valentinsblumen blühen immer noch schön, draußen ist es grau, aber der Schnee taut. Langsam in den Tag, vielleicht später nochmal schlafen. Chet Baker singt mir den Morgen:

Stressen, Kälte, Rouladen und arme Eltern

Guten Morgen, ganz passabel aber zu kurz geschlafen. Heute früh im Halbschlaf ihn gestresst, bis er aufwachte, mich in den Arm nahm und ich auch aufwachte. Ein grauer Tag mit viel Schnee grüßt, das Wasser vom Balkon ist gefroren. Vielleicht die nächste Woche die Getränke woanders lagern, es sollen Doppel-stellige Minusgrade werden. Der Tag mit dem Vater war ganz gut, der Bruder und seine Ex sind gestern mit Spazieren gegangen und die Rinderrouladen sind gut geworden. Heute muss ich zwei Pakete an zwei verschiedene Stellen zurückbringen und zum Zahnarzt. Auf den Zahnarzt habe ich besonders keinen Bock, ein weiter Weg und dann eine unsympathische Frau die einen jedes Mal beschimpft wegen Zahnseide und teuer ist. Aber gut, jetzt jemand neues finden, wegen einem Loch, macht auch kein Sinn, ich werde heute (das letzte Mal?) hingehen. Der Kaffee schmeckt und meine Verdauung meldet sich. Heute ist mir nach Frühstück. Gestern auf den Weg nach Kreuzberg sehr gefroren, später beim Waldspaziergang waren meine Beine eingefroren, besser man bleibt zu Hause. Überlege die nächste Woche mehr Homeoffice zu machen, bei der Kälte ist es zu Hause doch am schönsten. Die Vögel stressen am Morgen, also Decke drüber, mir ist schon klar, dass das mit Kinder nicht geht. Mein Mitleid an alle Eltern, die gerade mit ihren Kindern festsitzen und Lehrer spielen müssen. Auf in den Tag, mit beruhigender Musik:

DANKE! :-)

Heute ist ein guter Tag, erst musste ich feststellen, dass es doch eine überraschende Corona-Zulage für mich gab und dann hat es Amazon geschafft alle Pakete, trotz anderer Ankündigung, heute zuzustellen! Gut das ging jetzt mit DPD, UPS und DHL, aber alle Pakete da! Ein Hoch auf die Paketzusteller, ihr seid die Helden die Weihnachten retten! Auch Dank an die Firma, dass sie sich für Geld beworben haben, dass für Helfer ist. DANKE! 🙂

DHL: bezahlen ohne Zustellversuch

Frechheit, ich bin so sauer. Gerade bei DHL angerufen, um nochmal zu klären, dass es nicht sein kann, dass ich Porto bezahle, aber kein Zustellversuch stattgefunden hat, obwohl ich zu Hause war und die Sendung direkt in die Filiale ging. Auch behauptet der Mann am Telefon, dass die Beauftragung eines zweiten (ersten!) Zustellversuches auf Freiwilligkeit der DHL beruht und ich keinerlei Anrecht darauf hätte. Ich hätte trotz Beauftragung eines zweiten ersten Zustellversuches das Paket in der Filiale abholen müssen. Ich stehe mir frei andere Lieferservices zu beauftragen und die erneut zu bezahlen, genau das mache ich jetzt auch. Scheißladen! Achja und dann in Zukunft auch nicht mehr bei mir klingeln, wenn es Pakete für die Nachbarn gibt, mit DHL habe ich jetzt nichts mehr zu tun. Blöd für meine Nachbarn und die Paketboten, denn ich bin hier die Paketstation gewesen.

Supervision, schwimmen, Psychiatrie und ungewollte Freunde

Guten Morgen, viel zu früh, aber die Supervision wartet und ich glaube, ich brauche auch eine, denn derzeit löst das Thema Gewalt in der Psychiatrie ziemlich heftige Gefühle in mir aus. Wieder zu wenig geschlafen, das scheint jetzt normal bei mir zu sein. Gestern die Spätschicht war dann noch ziemlich aufregend, wochenlang rief kaum jemand an, aber gestern alle. Nach Feierabend ging es dann so weiter, gechattet und lange telefoniert. Dabei aber endlich meine Sommer-Hosen genäht, die lagen jetzt schon ein Jahr hier rum, ohne einen Nähversuch. Heute Päckchentag, ich hoffe die kommen nicht alle während der Supervision, das wäre ziemlich unpassend. Zum Glück heute kein Büro, das wäre mir alles zu früh und zu viel geworden, heute wieder Homeoffice und ich bin glücklich darüber. Gestern baden gewesen, ja ich bade auch im Sommer, wenn ich es brauche. Im Meer schwimmen wäre natürlich besser, aber hier gibt es kein Meer, sondern nur die dreckige Spree. Meine Vögel singen ein Lied, die Sonne scheint und der Kaffee schmeckt. Irgendwann fragte mich mal ein Psychiatrie-Profi wann ich gemerkt hätte, dass ich anders sei, meine Antwort war: Ich war schon immer anders als die anderen Kinder. Zum Glück hat sich das im Erwachsenenalter etwas relativiert. Wäsche waschen wäre heute nötig, aber langsam, gerade alarmierend hoher Blutdruck, Pille genommen und später nochmal messen. Dabei hatte ich gestern Abend nur 120. Er hatte wieder Nachtschicht, es scheint so, als würde dieser Arbeitgeber jetzt regelmäßig dreimal die Woche zur Arbeit rufen. Gut für ihn, denn der Job ist gut bezahlt, aber man weiß halt nie, ob die anrufen. Aktuell scheint die Zeit der ungewollten Freundschaften zu sein, ich wurde mehrfach ausgewählt von Leuten, mit denen ich nicht befreundet sein möchte. Aber ich bin einfach zu höflich, um das so direkt zu sagen. Oder zu empathisch, ich habe auch mal Freunde gesucht und es war jedes Mal sehr enttäuschend, wenn die Leute dann keinen Bock auf mich hatten. Jetzt bin ich die, die keinen Bock hat. Ich bin zufrieden mit meinem Freundeskreis, ich mag es da halt lieber klein aber fein. Ich habe gar keine Zeit mehr für neue Freunde, zumindest bei meinen Ansprüchen an Freundschaft. Auf in den Tag, früh anfangen, heißt auch früh frei.

Sommerregen, Vater, Facebook und der tote Ex

Guten Morgen, war das gestern ein Sommerregen, die graue, schwüle Hitze war ja auch kaum mehr auszuhalten. Jetzt schon besser, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, wird es bei mir mit der Atmung schwer. Gestern immerhin 4 Stunden Homeoffice gemacht und alle meine Pakete erhalten. Leider war eine meiner Ebay Lampen ein Trümmerhaufen, damit also keine zwei neuen Flurlampen, weil nur eine den Transport überlebt hat. Aber um den Rest gekümmert und mehrfach im Regen zur Mülltonne gerannt. Eine neue Stehlampe steht jetzt hier, ein neuer Balkonsichtschutz aus Schilf hängt jetzt und meine Kissen wurden mit Watte aufgefüllt. Dann noch eine Palme umgetopft und Lahmacun gegessen. Heute zum Vater und morgen früh zur Ärztin. Der Kaffee schmeckt und irgendwer macht Krach im Hausflur. Endlich mal lang genug geschlafen, wach um acht, dachte ich drehe mich nur mal um und dann war zehn. Irgendwas ist wieder auf Facebook los, fast 30 Freundschaftsanfragen die letzten 2 Tage bekommen. Fast alles Leute, die ich nicht kenne und die nur selten Freunde von Freunden sind. Veränderung, Veränderung, alles verändert sich gerade rasant, aber das liegt auch an mir, die Wohnung zu verändern hätte während Corona vielleicht nicht sein müssen. Immer noch unklar was ich für den Vater koche, es könnte Hähnchen mit Champignons in Rahmsoße sein oder doch irgendwas anderes mit Süßkartoffeln. Die Lieferdienste für Lebensmittel scheinen wieder Kapazitäten zu haben, sie liefern jetzt wieder schnell und legen sogar Gutscheine darauf. Das spricht dafür, dass meine Mitmenschen aufgehört haben online zu bestellen. Macht ja auch Sinn, nachdem die Supermärkte wieder voll sind. Alles wieder da, zu gestiegenen Preisen, aber immer noch günstiger als online. Ich freue mich auf den Hund, heute wird gekuschelt und ein Marienkäfer läuft hier gerade rum. Den Vater jetzt doch mit den Frauenthemen voll getextet, er hat es schweigend zur Kenntnis genommen, ja mit einem Mann über einen erhöhten Prolaktinspiegel und ausbleibende Regel zu sprechen ist halt nicht so passend. Aber meine Mutter ist tot und meine beste Freundin will nur über sich sprechen und bei den Kolleginnen finde ich es noch unpassender. Also schreibe ich es in meinen Blog, auch wenn es eigentlich zu privat ist. Ein Teenagerfreund hat sich gemeldet und auf eine Gedenkparty für einen früh verstorbenen Ex-Freund von mir hingewiesen, alle glorifizieren meinen Ex jetzt nach seinem Tod, aber sie kannten ihn nicht, er war ein psychisch auffälliger, krimineller und gewalttätiger Typ, der so gar nicht gut für mich war. Ich bin sicher nicht die Frau, die eine Gedenkparty für ihn besucht und nette Sachen erzählt. Ich bin durch die fast einjährige Beziehung mit ihm, auch nach über 25 Jahren, immer noch traumatisiert. Auf in den Tag, bei Männer habe ich mittlerweile ein besseres Händchen, was nicht heißt, dass ich eine gute Hand habe, aber weniger schädigend. Heute chillen und morgen mal gespannt was die Ärztin zur ihrer Verteidigung zu sagen hat.