Zwischen wach, Einkäufe, Beschwerde, Corona, Handwerker und Rockwell

Guten Morgen, nein ganz sicher zwischen wach. Gestern alles anders als geplant, Kollege krank also doch zu Hause geblieben. Abends kam dann der Vater mit zwei Stunden Verspätung und hat dann auf mein Bitten schon mal die schwere Lebensmitteltasche für den Bruder mitgenommen. Ich fahre an Ostern nicht allein mit über 15 Kilo Gepäck quer mit den Öffentlichen durch die Stadt. Viel zu lange wach gewesen danach, irgendwie aufgekratzt gewesen. Eingeschlafen dann weit nach Mitternacht unplanmäßig bei Licht und offenen Fenster. Aktuell ein sehr fester Bezug zum Kaffee bei zugekniffenen Augen. Die Pizza war gestern ganz gut, aber es blieb zu viel übrig. Keine Ahnung was ich heute koche, es gibt noch Brokkoli, Rotkohl, aber auch ein Bärlauch-Pesto zudem ich nur Nudeln kochen müsste. Falls ich ganz faul sein sollte, gibt es noch Vollkorn-Wraps von Lidl, die man beliebig füllen kann.

Auf der Arbeit die erste Beschwerde in über vier Jahren im Job erhalten, dass ich mich nicht Mensch mit Migrationshintergrund nennen lassen möchte und dagegen was gesagt habe ist unerhört und ich möge mich entschuldigen. Will ich aber nicht. Das werde ich jetzt erstmalig aussitzen und nicht nach der Harmonie streben, die ich sonst immer versuche herzustellen. Harmonie ist super, aber nicht, wenn immer nur ich dafür bezahle. Feiertag, eine schöne Sache, es ist ruhig hier, sogar auf der Straße fahren weniger Autos, wunderbar. Auf die Jagd gegangen nach Öl und Senf, gar nicht so einfach, wenn man auch noch Budget-Vorstellungen hat. Ich zahle nicht 5 Euro und mehr pro Liter für einfaches Speiseöl. Zwei Freunde haben Corona, die eine das erste Mal, der andere das zweite Mal. Ich bleibe dann weiterhin negativ. Für den Mann weiterhin auf Wohnungssuche, es gibt vielleicht eine günstige Möglichkeit in der Nähe in der Stadt, vielleicht auch nicht, abwarten, dran bleiben.

Wohnung putzen wäre ein Plan, Selbststudium wäre ein Plan, Kissen lauschen aber auch. Nach Ostern vielleicht Handwerker eins für das Bad, Anfang Mai dann Handwerker zwei für ein Fenster. Ja Wunder geschehen, es gibt bezahlbare Handwerker, die mich besuchen. Gestern durch Zufall einen Song aus frühen Jahren gehört, ein Song der meine Psychose später sehr gut beschreibt:

Nein, der Song ist nicht von Michael Jackson…..

Gestückelt, keine Lieferung, Vergangenheit, Mutter und Europa

Guten Morgen, lange, aber gestückelt geschlafen. Eigentlich hätte ich gestern noch ein Paket und eine Lebensmittellieferung erhalten sollen, uneigentlich kam keines von Beiden. Geht das wieder los, dass die Lieferdienste überlastet sind? Nicht gekocht, sondern bestellt, sehr schlecht bestellt, denn ich bekam Bauchschmerzen. Später dann noch einen sehr leckeren Apfelkuchen gebacken. Also gestern gar nicht draußen gewesen, weil ich auf Lieferungen wartete, die nicht kamen. Heute zum Vater, wieder durch die Sachen der Mutter gehen, langsam reicht es mir, dann landen halt Dinge im Müll. Der Nachbar röchelt, ich nach meiner Zigarette auch. Sonnenschein ist zu sehen, wunderbar. Friedliche Stille und Sonnenschein, so darf ein Sonntag gern sein. Kaffee schmeckt, leerer Kopf, nix zu bloggen heute, aber am Morgenritual festhalten.

Meine Vergangenheit liegt jetzt klarer hinter mir, vieles hatte ich vergessen/verdrängt. Keine lustige Geschichte, aber weit entfernt von den Horrorgeschichten aus der Psychose. Die Erinnerungen sind echt und die Geschichte sehr lang. Passend dazu auch ein altes Buch von der Mutter mitgenommen: „Nicht ohne meine Tochter“, damals las ich es, heute verstehe ich es. Sehr viele Leute waren dagegen, dass ich bei meiner Mutter lebte. Ich auch immer wieder, besonders seit Berlin. Doch sie hat den Kampf nie aufgegeben. Die „Was wäre wenn (…)“ Frage stelle ich mir besser nicht, es ist wie es ist und Vergangenheit schreibt sich nur einmal. Auch eine Erklärung gefunden, warum ich mich als Kind so oft im falschen Leben fühlte, bei meiner Pflegefamilie, die ersten Jahre, war ich Prinzessin, bei der leiblichen Mutter später Dienstmagd. Wohl meine persönliche Interpretation von Aschenputtel. Ein weiteres Märchen, das passen würde, ist Schneewittchen, um den ständigen Konkurrenzkampf seit Teenagerjahren zwischen mir und meiner Mutter zu beschreiben. Ich habe nur nie meine sieben Zwerge gefunden und erst recht keinen Prinzen.

Gestern eine Doku über Putin gesehen, in jungen Jahren noch ganz sympathisch, aber heute, er scheint alle seinen Wurzeln vergessen zu haben. Seine Wurzeln in Deutschland, in Europa. Oder vielleicht auch nicht, weil er Europa angreift, weil er ein Zar sein möchte? Passend dazu neue deutsche Welle:

Homeoffice, Halloumi, haariger Hobbit, Offener Dialog und Scham

Guten Morgen, endlich mal wieder richtig geschlafen. Kalt ist es draußen, Minusgrade, das Fenster in der Küche leicht beschlagen. Homeoffice gestern nicht spektakulär und spazieren gegangen. Der Mann wollte vorbeikommen, ich aber nicht, es gab mal Zeiten, wo ich auch späte Verabredungen wahr genommen habe, diese Zeit ist nicht jetzt. Sonne ist zu sehen und ich bin noch nicht ganz da. Dem Vater für die ganze Woche abgesagt, aber er will mich morgen vielleicht doch sehen. Ich schimpfe dazu nur innerlich, sage aber wenig, immerhin dem Hund geht es gut. Heute auch Homeoffice und sollte der Mann vorbeikommen, wieder Wraps. Ansonsten Halloumi mit Mandelcouscous. Fühle mich anders, wie eine junge Seele im alten Körper, mein ganzes Leben war es andersrum. Vielleicht bin ich endlich so alt, wie ich mich schon immer fühle? Der Vogel krakelt und zum Schweigen gebracht, was gebe ich für einen Garten mit Voliere für die Vögel, das wäre die optimale Lösung, Vögel in der Wohnung haben, ist allergiebedingt nichts für mich. Gestern abends ein bisschen Beauty gemacht, wollte nicht haarig mit Hobbit Füßen ins Schwimmbad heute.

Tendenziell geht es mir körperlich besser, fast keine Schmerzen gerade. Was Neuroleptika alles zerstören, in meinem Fall deutlich mehr, als sie geheilt haben. Die Pillen waren nur gut, um mich anfänglich zu beruhigen, aber alles danach, musste das sein? Ist das wirklich Lebenserhaltung, wenn man mit Pillen Persönlichkeit und Körper zerstört? Denn sie wussten nicht, was sie tun? Was ist mit „Offener Dialog„? Ach stimmt, zu personalintensiv, die Pillen sind erstmal günstiger für das System. Medikamentenzombies später sind aber dann wieder sehr, sehr teuer für das System, es sei denn sie sterben früh, was auch oft der Fall ist. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr die „Offener Dialog“ Ausbildung machen darf, eine erprobte Heilungschance von über 80 % sollte doch auch die Krankenkassen überzeugen? Aber gut, das wird der Pharmaindustrie nicht gefallen, die an den aktuellen Behandlungsmethoden bis zum Tode reichlich verdient. Mein ganzes Leben erfreute ich mich an guter körperlicher Gesundheit, bis ich verpflichtet wurde Pillen zu nehmen, seitdem geht es abwärts. Genug Kritik zum Morgen, obwohl es gibt nicht genug Kritik an Medikamenten und einem System, dass Menschen nicht heilen oder wenigstens stabilisieren kann und sie schrittweise in den Tod schickt.

Anders Thema, der Kaffee schmeckt, die Kippe gar nicht und ich freue mich auf das Schwimmen, zum Glück sind da keine Models anwesend, sondern hauptsächlich Omas und Muttis, da brauche ich mich dann weniger schämen. Dazu ein Ohrwurm zum Schämen:

Wochenende, Disco, Job und Psychose-Musik

Guten Morgen, keine Ahnung warum, aber wieder sechs Stunden Schlaf. Endlich Wochenende. Brauche ich auch dringend. Alles zu aufregend/anstrengend gerade. Zu kalt geworden, um mit offenen Fenster zu schlafen. Gestern Nacht um eins noch Türkendisco vor der Tür, war das laut, ich vermute, viele andere wurden geweckt. Der Kaffee schmeckt und über die Geschichte von Melanie nicht (wieder) verrückt werden. Der Mann hat endlich einen Job gefunden, wie es scheint, im Homeoffice, ich freue mich für ihn und gleichzeitig bin ich aber etwas ketzerisch, ob er dann nach einer Weile mehr Verständnis für mich hat, die jetzt viel zu lange im Homeoffice war. Warten wir ab. Die Zeit stellt so vieles klar. Gestern noch meine Brandnooz Coolbox erhalten, hatte ich schon vergessen, dass ich die Dezember 2020 bestellt hatte. Sehr schöne Box, mit einer Menge vegetarischen und veganen Kram, leider dank DHL aber kaum noch gekühlt, als es ankam. Aktuell Lebensmittel mit DHL in zu verschicken ist doch sehr^^ optimistisch. Das Lager wartet auf mich heute, ich will früh mit Kamera hin, damit das Licht noch gut ist, danach aber dann kein Entkommen mehr vor der Exceltabelle?! Gestern nach der Arbeit musste es Döner sein, ich vermute ich stinke heute noch, aber Döner macht schöner. Keine Ahnung, ob der Mann dann heute herkommen wird für seine Fahrrad-Schicht, könnt gut sein, dass er jetzt „krank“ ist bis der neue Vertrag beginnt. Morgen kein Vater Besuch, weil Wahlen und Marathon, da bleiben wir beide lieber zu Hause. Die Rosen des Mannes blühen wunderschön, schade, dass ich an sowas meist erinnern erpressen muss. Der Terrorvogel freut sich lautstark über den Tag, ich freue mich nicht so, wenn ich ihn höre. Gestern noch baden gewesen und Musik gehört, mein besseres Englisch versaut mir so manchen Song, weil ich endlich die Texte verstehen, für den Moment gestorben ist die über Psychose singende Rihanna. Hat die etwa auch zu viel gekifft? Dann lieber ruhigere Musik, über die Erinnerung, hoffentlich wird wirklich alles gut…

Kaffee, Excel, Produktivität und Melanie

Guten Morgen, viel zu früh wach, es scheint als wäre es noch Nacht. Immerhin sechs Stunden am Stück geschlafen. Kaffee gekocht und beschlossen früher ins Büro zu fahren. Irgendwie sehr anstrengend wieder jeden Tag im Büro zu sein, bin ich nicht mehr gewöhnt. Gestern war ganz gut, Supervision, Kollege anlernen, Beratung, Massage und Vater dann abgesagt, weil nach der Massage sehr schwindelig und müde gefühlt. Noch mehr Anfragen zu der restlichen Kleidung aus dem Laden meiner Mutter, aber ich brauche genaue Stückzahlen und gebe zu, ich hab keine Lust auf die Exceltabelle. Es ist noch dunkel und ich vermute, der Mann hat jetzt Feierabend. Der Rücken tut mir weh von der Massage, scheine aktuell sehr verspannt zu sein. Immerhin nicht mehr so aggressiv, voller Liebe bin ich zwar auch nicht, aber irgendwas in der Mitte. Diese Woche die letzte 4-Tage-Woche, ab nächste Woche geht es dann wieder richtig rund. Interessanterweise aber in der 4-Tage-Woche nicht weniger produktiv gewesen als in der 5-Tage-Woche. Kann man mit dem Arbeitgeber aber nicht machen, sagen: „Ich komme dann bei gleichem Ergebnis nur 4 Tage, aber bitte bezahlen Sie mich weiterhin 5 Tage die Woche.“ Dabei gibt es sogar Studien dazu, dass in weniger Arbeitszeit die Produktivität steigt, also nicht nur bei mir. Eine weitere Erinnerung ist dazu gekommen, eine Erinnerung die ich in der Psychose auch schon hatte, die damals aber eskalierte. Es geht um die Geschichte von Melanie aus Lichtenrade, einer ehemaligen Klassenkameradin und Freundin von mir, aber diese Geschichte aus den 90ern erzähle ich ein andern Mal. Die Geschichte ist aber echt, denn Sandra und Melanie waren damals dabei, das war keine einsame Hirngeburt ohne Zeugen. Ich wollte Melanie damals retten und habe mich dabei selber in die Scheiße geritten? Egal, ich nehme diese Erinnerung wahr, aber steigere mich nicht wieder rein, wer auch immer damals was gesagt oder versprochen hat, es ist zu lange her. Neuroleptika weiter hoch gesetzt und meine linke Seite tut wieder weh, angeblich nicht möglich bei der geringen Dosis, ich spüre es aber. Heute letzter Arbeitstag die Woche und dann endlich frei und in ein langes Wochenende. Keine Termine gemacht, ist gerade alles genug und die Wohnung mit vielen Aufgaben wartet auch. Kommt ein neuer Lockdown? Ich vermute, nach den Wahlen könnte es wieder so weit sein. Oder wird es bald öffentliche Kennzeichnungen für geimpfte und ungeimpfte geben? Ich finde diese Spaltung in der Gesellschaft weiterhin gruselig. Versuchen wir es mit ruhigeren Klängen zum Tag, ein Song den ich damals noch über einen Walkman im Internat hörte:

Die Nacht, Funk, Erinnerungs-Puzzle, Zucker und Schwäche

Ein Gruß aus der Nacht, ich glaube die Nachbarn haben mich geweckt. Aber gut, es kommt bald jemand wegen der Wasserzähler. Jetzt alles Funk, nicht nur die Heizung und der Feuermelder funken hier, sondern auch bald die Wasserzähler. Wollte ich nie haben, kriege ich aber doch, das total verstrahlte, irgendwo hin funkende zu Hause. Dunkel ist es hier und ich aber nicht müde, immerhin 6 Stunden geschlafen, scheint jetzt normal bei mir zu sein, so wenig Schlaf. Der Kaffee schmeckt und ich hoffe der Typ für die Wasserzähler kommt früh, dann kann ich hier auch früh weg. Blutdruck und Puls unten, vor der Pille, in der Nacht fährt mein Kraftwerk wohl runter. Wird Zeit das Haus zu verlassen, diese langen Wochenenden sind nicht so ideal für mich, andererseits auch wieder nötig, denn mehr arbeiten geht gerade nicht. Ich kann wohl nicht ewig vor dem Puzzle in meinem Kopf weglaufen, so viele Erinnerungen und zwischendurch immer wieder die Angst psychotisch zu sein oder zu werden. Ich las aber, das wer ständig daran denkt und es fürchtet, es nicht sein kann. Eine Psychose bedeutet ja, dass die eigene Wahrnehmung erheblich von der anderer abweicht und man die eigene Wahrnehmung aber für die echte hält und darüber auch nicht berichtet oder sogar diskutiert. Wird meine Erinnerung zu schräg, berichte ich sehr wohl und hoffe, dass wer widerspricht und/oder darüber diskutieren mag. Mittlerweile „weiß“ ich, erinnere ich mich, dass nicht nur der ehemalige Chef von einem Spiel sprach, sondern auch ein Kollege viele Jahre zuvor. Habe die alle ein Rad ab? Warum muss mit mir gespielt werden? Das Dumme ist, ich hatte beide Male auch noch zugestimmt, ich naives Stück. Keine Ahnung was ich dachte was da kommt, eine kostenlose Weltreise? Die Kürung zum Superstar? In meiner Psychose dachte ich tatsächlich ich sei Weltstar, zumindest eine kurze Zeit, bis mein Kopf beschloss doch das Opfer der Welt zu sein. Egal, vorbei, alles vorbei und ich lebe noch, zwar eher schlecht als recht, aber der Reflex Atmen funktioniert noch und das Herz schlägt. Natürlich habe ich keine Zeugen, für beide Gespräche, also glaubt mir oder auch nicht. Aber wie der Vater sagte: Egal, es ist egal, was wer vor Jahren sagte oder tat. Es lässt sich nicht mehr ändern, ich kann nichts beweisen und ändern schon mal gar nichts mehr. Laut Psychiater, Familie und Freunden bin ich aber gerade nicht psychotisch, auch wenn meine Erinnerungen zu schräg sind. Es ist ein Fluch sich so gut erinnern zu können, meine bestätigten Erinnerungen reichen zurück bis zum vierten oder fünften Lebensjahr, ich glaube da ist was schiefgelaufen bei mir, dabei dachte ich immer, dass diese Zeit gut war. Aber zurück zum jetzt, die Sonne durchbricht das Dunkel und der Himmel färbt sich pink, heute ins Büro mit Kollegin, keine Pizza danach, die wurde auf Donnerstag verlegt. Gestern das hier gekocht, langsam habe ich den Eindruck, dass das Geheimnis der asiatischen Küche eigentlich nur aus Ingwer, Knoblauch, vielleicht Chili und ganz viel Zucker besteht. Deswegen mag es der Mann wohl auch, auch wenn er es nicht zugibt, er steht auf Zucker. Aber normal, Urinstinkt des Menschen, alles mit viel Fett und/oder Zucker wird als lecker erachtet, weil Energielieferant. Tja leider hat so ein Sessel- und Sofarfurzer wie ich nur gar keinen so hohen Energiebedarf, was dann zur körperlichen Kugelbildung führte. Eine Kugel wollte ich nie sein, in meinen Herzen bin ich immer noch die kleine gut trainierte Tänzerin von früher, die entsetzt wäre, was mit mir passiert ist. Andererseits, damals fing das auch mit der Essstörung an, denn ich dachte damals ich wäre zu dick und fing mit Diäten an. Stopp! Mein Kopf hängt wieder in der Vergangenheit, das jetzt zählt, die Zukunft will gelebt werden und die beginnt jetzt, so schwach ich bin, keine Tränen für dich:

Büro, Finanzamt, Frauenrolle und krankes System

Guten Morgen, ganz passable Nacht mit 6 Stunden Schlaf, ich lege mich nach dem Schreiben wieder hin. Gestern der Tag im Büro war gut, einiges geschafft und sogar beraten, fachlich nicht emotional. Morgens große Freude, dass Geld vom Finanzamt war da, damit sehen jetzt gleich zwei Kontoauszüge deutlich freundlicher aus. Immer noch diskriminierend finde ich aber, dass bei dem Überweisungsgrund auf mein Konto der Name meines Mannes stand. Als wäre das sein Geld allein, obwohl nach Sichten der Finanzdaten klar sein sollte, dass ich die meisten Steuern bezahlt habe. 2021 die Frau darf zwar das Geld verdienen, die Frau darf auch die Steuererklärung machen, aber das rückerstattete Geld gehört immer dem Mann? Wo leben wir? Für mich hat diese Methode nichts mit Gleichberechtigung zu tun, wenn es nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Geschlechtsorgan geht. Aber egal, ich habe ja mein Geld bekommen, durch die Heirat auch mehr als sonst, aber diese Unterordnung der Frau im System stört mich immer noch gewaltig. Warum kann nicht jedes Paar allein entscheiden, wer formal steuerpflichtig ist? Ein grauer Tag grüßt und die Vögel halten bisher den Schnabel. Der Blutdruck ist unten und der Kaffee schmeckt. Heute noch ein paar Stunden Homeoffice, muss eine Kundin anrufen, die mich sonst stalkt. Heute Essenlieferungen, Hello Fresh zur Mittagszeit und am Abend der Einkauf vom Supermarkt. Nach dem Steak heute vegan kochen, ich muss nicht jeden Tag Fleisch haben. Versuche mir derzeit selbst mehr Wertschätzung entgegenzubringen, es wird frisch und lecker für mich selbst gekocht, es werden Massagetermine und Arzttermine vereinbart und bei der Arbeit gibt es jetzt mehr Grenzen im Umgang mit den Kunden. Ich predige immer Achtsamkeit für den Umgang mit sich selber, Gesundheit als erste Priorität im Leben usw. und halte mich dann selber nicht dran. Allen soll es gut gehen, nur ich kann dabei vergessen werden? Das kann so nicht weitergehen, signalisierte erst der Körper und nun auch die Seele, ich höre dann besser mal zu, so schlimm ist das auch nicht, sich mal um sich selbst zu kümmern?! Ist das auch Resultat von veralteten Rollenbildern? Das die Frau die Kümmerin ist? Ich bin aber keine Hausfrau und Mutter, der Mann nicht der Großverdiener und Ernährer. Kann doch irgendwie nicht sein, dass ich arbeite, dabei meinen „Mann“ stehe und mich zusätzlich aufopferungsvoll um die Familie und andere kümmere. Wer kümmert sich da um mich? Irgendwie ist da was bei der Emanzipation schiefgelaufen. Das ist keine Gleichberechtigung, wenn frau nur zusätzlich zu ihren traditionellen Aufgaben noch arbeiten geht. Das ist Ausbeutung. Vielleicht auch der Grund lieber getrennt zu leben, ich mag zu Hause nicht noch jeden Tag Dienstmagd, Köchin und Putzfrau für den Mann sein. Auch ich bin nach der Arbeit müde und brauche Erholung. Apropos Arbeit da scheint es endlich aufwärtszugehen beim Mann, zwei etablierte Unternehmen geben ihm nächste Woche Arbeit und er ist hoffentlich endlich weg vom Fahrrad fahren zum Mindestlohn. Was meine Arbeit angeht, habe ich wieder Hoffnung, dass das alles doch noch wird und ich mich nirgendwo bewerben muss oder andere Pläne umsetzten muss. Es liegt auch an mir, mehr Grenzen zu setzen und besser auf mich zu achten. Die Arbeit und die geringfügige Erhöhung des Neuroleptika scheinen gerade zu helfen mich zu stabilisieren, tja so ist das wohl auch beim Reduzieren von Neuroleptika, manchmal muss man einen kleinen Schritt zurückgehen, um nicht völlig von vorne zu beginnen. Ich versuche mich jetzt nicht als Verliererin zu sehen, die wieder mehr nimmt, sondern als achtsame Frau, die in einer Krisensituation rechtzeitig einen kleinen Schritt erhöht, um nicht völlig abzurutschen und danach wieder mit der deutlich höheren Anfangsdosis leben zu müssen. Werden die Zeiten wieder stabiler, gehe ich wieder runter. Schade daran ist nur die Erkenntnis, dass ich wohl lebenslang gefährdet bin, nichts mit einmaliger Psychose und ausgeheilt. Wird das Leben zu belastend, besteht Gefahr für mich. Risikofrei ohne Medis leben, ist wohl nur für mich drin, wenn mein berufliches und privates Leben stabil und stressfrei ist. Davon bin ich aber aktuell weit entfernt, wir haben seit 1,5 Jahren Corona Pandemie, die Ehe klappt nicht, die Arbeit ist mega stressig, ich kann wohl glücklich sein, dass ich Familie und Freunde habe, einen guten Psychiater und gerade nicht noch ein Umzug dazu kommt. Aber irgendwie auch krank, dass mein Leben die Medis nötig macht, damit ich funktionieren kann. Was ist das für eine Gesellschaft, wo jeder sich irgendwas einschmeißt, um weiterhin ein funktionierendes Rad im System zu sein? Das bedingungslose Grundeinkommen wäre so eine Erleichterung für viele, aber ja das würde die Arbeitgeber entmachten, wenn man sich plötzlich aussuchen kann, wo, wie und wie viel man arbeitet. Die Lohnsklaverei ist ein lohnendes Geschäft der Reichen, um noch reicher zu werden. Aber genug gekotzt über unser System, der Tag wartet und die Sonne kommt gerade raus, das erinnert mich an Emiliana…

Freunde, Therapie, Erinnerungen und Berlin

Guten Morgen, zu kurze Nacht aber der Magen rumpumbelt. Ein grauer Tag grüßt und die Vögel halten noch den Schnabel. Gestern nicht viel passiert, habe einen kleinen Ausflug gemacht und mit einem asiatischen Essen auf dem Heimweg abgerundet. Immer bestellen ist zu teuer, allein den Mindestbestellwert knacken ist so eine Sache, wenn man allein isst. Abends rief eine gute alte Freundin an, wir haben seitdem sie Familie hat wenig Kontakt, aber sprechen wir uns ist es als hätten wir erst gestern gesprochen. Danach noch gechattet und den Tag vorbeigehen lassen. Gestern Nacht die Krankenkasse belästigt, ich habe die Therapieempfehlung von 2020 an den Terminvergabeservice gesendet. Vielleicht ist das Ding schon abgelaufen und vielleicht können die auch nichts tun, ich telefoniere aber nicht nochmal 20 und mehr Therapeuten ab, um überall ne Absage zu bekommen und/oder beim falschen Therapeuten zu landen. Das hatten wir schon und war verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Aktuell fühle ich mich wie wieder auferstanden, mit allen guten und schlechten Seiten meiner Persönlichkeit vor der Psychose. Ich bin wieder kreativ und lebendig, quatsche Witziges wie ein Wasserfall und habe sehr viele Gefühle, zu viele Gefühle. Schattenseite ist die Erinnerung, ich erinnere mich an so vieles was wahrscheinlich durch Neuroleptika verdrängt war. Die Angst über diese Erinnerungen wieder in die Psychose zu gleiten ist hoch, ich will nicht mehr ins Wunderland, nie wieder. Ich will aber auch keine Neuroleptika mehr, die alles zum Erstarren bringen, also muss ich da durch. Passende therapeutische Hilfe dazu wäre gut, aber notfalls muss sprechen darüber mit Familie und Freunden auch helfen. Das ist noch eine andere erfreuliche Sache wieder die Alte zu sein, ich zählte neulich dem Mann gegenüber auf wo meine Freunde in Berlin wohnen, herauskam eine Liste von bereits 5 guten Freunden, 2 potenziellen Freundinnen und meinem Internet-Freund in Frankfurt. Dazu kommen dann noch Vater, Bruder und Ehemann. Wow, das sind für meine Verhältnisse sehr viele vertraute Leute. Ich glaube nur in den Internatszeiten, hatte ich so viele Vertraute in meinem Leben. Davor und danach niemals. Mich jetzt also nochmal zu isolieren und dabei wahnsinnig werden ist deutlich unwahrscheinlicher als 2013. Es gibt genug Menschen, denen ich traue und die mich festhalten. Aber auch ich halte sie fest. Berlin 2021, 32 Jahre in dieser Stadt, die ich brauchte um fast zu sterben und dann doch noch Anschluss zu finden. Berlin ist hart, nix für kleine Dorfmädchen, wie ich es war als ich 1989 herkam. Aber ich lebe, Berlin hat mich stark beschädigt, aber nicht umgebracht. Neben Berlin gibt es in Deutschland mittlerweile keine andere Option für mich mehr, wenn ich nochmal umziehe, dann ins Ausland. Berlin: „Und ich weiß, ob ich will oder nicht das ich dich zum Atmen brauche“…

Schlaf, Chef, rote Autos und müde

Guten Morgen, schon besser. Das war eindeutig zu viel Stress und zu wenig Schlaf die Tage. Auch heute Nacht wenig Schlaf, weil ich einfach nicht einschlafen konnte, nachdem ich entdeckt hatte, dass man mein alter Chef nach 8 Jahren auf einen meiner Social Media Profilen war. Was will dieser Arsch? Ich hatte ihn doch gelöscht und wie ich auch dachte gesperrt. Mit diesem Mann möchte ich sicher mein ganzes Leben nichts mehr zu tun haben. Es reicht doch, wenn er mein Leben einmal zerstört und sich daran bereichert hat. Mit dem Vater war es gestern angenehm sehr viel geredet und etwas Neues zu meiner Vergangenheit erfahren, einen Fakt den meine Mutter mir nie mitgeteilt hatte, aber ihm. Gestern nicht mit dem Freund gechattet, irgendwie reicht es gerade, wir reden immer sehr lange, aber aktuell habe ich den Eindruck, dass seine Depression meine schlimmer macht. Das ist nicht so gut, bei aller Sympathie. Ich brauche jemanden der mir, wenn ich sage: „Die Welt ist scheiße“ widerspricht und nicht noch 10 Beweise liefert wie scheiße die Welt ist. Das ist, dann glaube ich, dann auch für ihn nicht so förderlich. Stille hier und Sonnenschein, nicht so viel über die Vergangenheit nachdenken, ich kann sie nicht mehr ändern. Was in meiner Hand liegt, ist das Jetzt und Morgen, der Rest gehört, wem auch immer. Was mich vorgestern endgültig verunsichert hat, war die Sache mit den Autos, vor meiner Tür. Im direkten Blickfeld standen 7 rote Autos. Ein statistisch unwahrscheinlicher Fakt. Denn rot ist bei den Deutschen mit 7,2 % aller Autos keine übliche Autofarbe. Vor meinem Fenster waren aber 7 Autos von 20 rot. Um sicherzugehen, dass ich nicht spinne, habe ich es fotografiert, aber z.B. dem Vater ist bei dem Bild nichts aufgefallen. Vielleicht wirklich Zufall vielleicht mögen meine Nachbarn halt sehr rote Autos. Aber ich wohne hier schon Jahre und es gab noch nie so viele rote Autos. Aber ob Zeichen oder nicht, ich ignoriere das lieber. Es ist einfach die Angst, dass das Gastlighting und/oder die Psychose wieder losgeht. Vielleicht reagiere ich auch viel zu sensibel, warum schaue ich überhaupt auf Autofarben? Autos kann man auch ignorieren, ich fahre noch nicht mal Auto. Was auch immer ich da vor über 8 Jahren mit einem Fremden über die Bedeutung von Autos und Autofarben besprochen habe, ist viel zu lange her um heute noch Gültigkeit zu haben. Vielleicht alles Zufall, die roten Autos, der Ex-Chef auf meinem Profil, ich scheine gerade zu viel Zeit zu haben zu beobachten und nachzudenken. Wird Zeit, dass ich wieder arbeite statt hier zu Hause Autos zu beobachten und im Internet zu surfen. Der Mann möchte heute vielleicht vorbeikommen, könnte gut sein, ich denke heute würde ich sogar kochen. Vergessen, vergessen, ich wünschte ich könnte vergessen wie andere Menschen, aber ich vergesse nicht. Ich schaffe es hier und da Erinnerungen zu verdrängen, aber irgendwo in meinem Hirn bleiben sie erhalten und grüßen dann irgendwann, wenn es gerade gar nicht passt. Der Kaffee schmeckt und ich bin nicht wirklich motiviert irgendwas Sinnvolles zu tun, sollte ich aber, bevor ich wieder parkende Autos beobachte und dann auch noch drüber nachdenke. Es gibt auch eine Erfindung die heißt Gardine, da sieht man dann gar keine parkenden Autos mehr. Hunger, gerade habe ich selten Hunger, ist aber vielleicht ganz gut so, nachdem ich jetzt mein aktuelles Gewicht kenne, wie gesagt großes Erstaunen bei der Hausärztin, wie man mit dem Gewicht so gesunde Blutwerte haben kann. Mein linkes Bein tut nur nicht mehr weh, es ist auch endlich abgeschwollen, die linke Wade war dicker als die rechte, was ich an den Hosen merkte, gestern machte die Hose kein Problem mit der linken Wade und ich bin schmerzfrei kilometerweit gelaufen. 2021 ein Jahr für die Tonne, aber wir sind selber schuld, dass die Natur keinen Bock mehr auf uns hat. Die Erde ist nicht unser Untertan, die Erde ist unsere Mutter. Vielleicht lege ich mich gleich wieder hin, gestern habe ich in Etappen 12 Stunden geschlafen, mein Körper ist sehr erschöpft, meine Seele ist erschöpft, jetzt wo ich nach 3 Jahren Angst weiß, dass mein Körper abgesehen von Übergewicht in Ordnung ist. Das ist eine zentnerschwere Last die von meinen Schultern gefallen ist und jetzt bin ich müde.

Ins Wunderland und zurück

Guten Morgen, reichlich geschlafen, war auch nötig, denn gestern war ich definitiv mit einem Fuß im Wunderland. Aber das Wunderland ist auch so verführerisch, zumindest die Eingangshalle. Die Eingangshalle bei mir hat solchen Botschaften wie: Wir lieben dich, du bist besonders, du bist einzigartig, du hast wichtige Talente, du bist die Auserwählte, wofür auch immer. Aber so schön das ist, ich kenne das schon und so habe ich gestern den Vater und einen Freund um einen Realitätsabgleich gebeten, das zusammen mit dem Schlaf hat mich jetzt erstmal zurück auf die Erde geholt. Das war alles zu viel in letzter Zeit, die Arbeit mit Menschen in extremen Notlagen, die seit Monaten anhaltenden Probleme im Team, die Schlafstörungen, der austickende Nachbar, die Ängste um meine Gesundheit und Lebenszeit und jetzt final der Ärztemarathon diese Woche mit noch mehr Ängsten und schlaflosen Nächten. Vielleicht auch zu viel allein gewesen die letzten Wochen, ich habe zwar wie eine Weltmeisterin telefoniert und gechattet, aber das scheint nicht ausgereicht zu haben. Ab jetzt wird wieder richtig geschlafen, ab jetzt keinen Ärztemarathon mehr und ab jetzt mehr raus und Menschen in echt treffen. Heute geht es zum Vater, ich denke das wird mir guttun und morgen finde ich noch einen Grund das Haus zu verlassen. Gestern dann als ich das mit dem Wunderland merkte gar nichts mehr gemacht im Haushalt, sondern versucht meinen Verstand zu retten und später dann einen Döner bestellt. Blutdruck und Herzpuls unten, auch vor den Pillen. Kaffee schmeckt und mit dem Fakt leben nicht auserwählt zu sein. Ich bin nur Nadine, die Überlebende in Berlin, die gern ein anderes Leben haben würde. Das Leben gerade ist aber auch scheiße, Corona, Homeoffice, Isolation, Gewichtszunahme, Natur dreht durch, Konto leer, Ehe klappt so nicht und die total Verrückten finden immer mich und ich sage zu selten Nein. Dazu noch die Trauer um die Mutter, die in den letzten Wochen immer stärker wurde, da sagt sogar meine Leid erprobte Seele: Es reicht mir! Dieses Mal weiß ich aber, dass diese freundliche Eingangshalle ins Wunderland nur der Anfang ist in ein Horrorland. Also schnell raus da, so schön es Anfangs scheinen mag. Ich muss mit den Fakten leben, die mein Leben ausmachen und nein dieses Mal hilft der Spruch: „Es gibt andere denen es schlechter geht!“ leider nicht. Ich glaube die meisten Leute in Deutschland wollen mein Leben, meine Geschichte nicht haben. Ich auch nicht, aber es ist nun mal meins. Draußen ist es ruhig, die Nachbarn sind trotz Vorwarnung ruhig, nur mein Vogel meint, man müsse den neuen Tag anschreien. Sonnenblumen stehen im Wohnzimmer, die Lieblingsblumen meiner Mutter, der Himmel grüßt grau und Corona ist leider immer noch nicht vorbei. Wir werden den Herbst wieder im Lockdown sitzen, mit oder ohne Impfung. Aufhören an das Gespräch mit dem Herrn X zu denken, der hatte entweder Einblick in meine Therapieakte 2005 oder ich stand damals schon zu sehr unter Stress, um irgendeine richtige Erinnerung zu haben. Damals hatte ich schon jahrelang ohne Pause gearbeitet, damals hatte ich Machtkämpfe geführt, kaum geschlafen und begegnete ihm nach 5 Energiedrinks, damit ich nicht aus den Latschen kippe. Ich sollte das alles vergessen, alles löschen in meinem Hirn, wie gern würde ich dazu die „Men in Black“ treffen, die diese Teile meiner Erinnerung einfach auslöschen. Zurück in mein Leben, es gibt nur dieses eine, ich kann es nehmen oder es lassen, es gibt keine andere Option. Es kommt kein Lottogewinn, es passiert kein Wunder. Es ist, was es ist.