Alptraum, Streit und Konflikt

Boah, was für ein beschissener Morgen nach einer Alptraum-Nacht. Sehr viele wirre Träume gehabt und keiner davon war angenehm. Den Mann in der Nacht belästigt, worauf er auf das Sofa zog. Heute früh war er dann sauer, er fühlt sich unterdrückt und von mir durch Tränen erpresst. Aber ist das meine Schuld, wenn ich mich durch seinen Einzug hier und den ganzen Änderungen hier gerade maßlos überfordert fühle? Ich kann nicht alles innerhalb einer Woche verändern, das klappt zeitlich, emotional und auch finanziell nicht. Ich fühle mich auch erpresst, möchte ich, dass er mit mir lebt, soll ich alles, ja wirklich alles verändern. Wo bleibe ich da? Doch die gleiche Frage stellte er mir heute früh auch: Wo bleibe ich hier? Er sagt er fühlt sich als würde er alles tun, was ich sage, ich fühle mich so als müsste ich alles tun, was er sagt. Ich will das aber nicht und er anscheinend auch nicht. Meine Träume heute waren eindeutig psychotisch, aber gut, ich wachte auf, vergaß schnell alles und kam in der Realität an, womit auch die Ängste verschwanden. Nur Fetzten der Träume hängen mir gerade nach, aber ich weiß, dass es ein Traum war. Ist eine Beziehung zum Scheitern verurteilt, wenn beide zu unterschiedlich sind? Er beteuerte er möchte an der Beziehung festhalten, aber auch, dass er leben möchte wie er leben möchte. Das möchte ich im Grunde auch, eine Beziehung haben, aber leben wie ich es möchte. Aber ich will mehr Nähe, sich so selten sehen ist das noch eine Beziehung? Mein ganzes Leben lang habe ich nie mit den Kerlen zusammengelebt und wenn, dann nur kurz. Er hat noch nie mit einer Frau zusammengelebt, es sei denn die eigene Schwester zählt. Sind wir für das Zusammenleben ungeeignet? Bin ich jetzt die große Unterdrückerin, weil das nun mal bisher meine Wohnung war und nun mal alles hier von mir ist? Muss er meine Sachen mögen und ich seine, damit wir ein Paar sein können? Vieles hier ist auch von meiner Mutter, um die ich noch trauere, deswegen weigere ich mich doppelt die Dinge verschwinden zu lassen und heule deswegen schnell. Er meinte ich solle hier gar nichts ändern, das alles so bleiben kann wie es ist, aber wie fühlt er sich dabei? Hat er nur Angst vor meinen Tränen? Ist es meine Schuld, dass er sich derzeit die Sachen, die er will, nicht leisten kann? Oder doch alles Corona? Letzte Woche hatte er keine Arbeit und ich war die ganze Zeit im Homeoffice, da geht man sich in der gemeinsamen Wohnung auf den Sack und startet Revierkämpfe. Oder ist es das Rollenverständnis? Er der stolze Mann aus Nigeria und ich die deutsche Emanze? Ist das ein Streit darum wer die Hosen anhat? Kann man sich eine Hose mit etwas Übung nicht teilen? Für die beschissene Nacht fühle ich mich ganz passabel, bereit für das Homeoffice fühle ich mich allerdings nicht und erst recht nicht für den Konflikt auf Arbeit. Gerade alles zu viel, aber ein Lottogewinn ist sehr unwahrscheinlich.

Frei, Kleidung, Mutter, renovieren und Emanze

Moin, heute sehr langsames aufwachen, genug geschlafen, aber gerade etwas verpeilt. Sehr gut, dass ich dem Vater abgesagt habe, mein Sonntag, bei aller Sympathie, ich muss nicht 5 von 8 Tagen Urlaub beim Vater sein. Ich habe auch ein eigenes Leben. Heute wird geräumt, Dinge müssen in den Keller und streichen will ich auch. Aber erstmal wach werden und Kaffee trinken. Gestern vertan, ich wurde gar nicht zur Arbeit erwartet, also Arbeit schnell wieder abgebrochen und mit dem Bus zum Einkaufen gefahren. Danach doch todesmutiges Anprobieren und Sortieren der Kleidung meiner Mutter, die gute Nachricht: Über die Hälfte der Sachen passt gerade eh nicht, also freie Fahrt in den Keller. Was passt gewaschen und bald einsortiert, danach ein Schläfchen mit einem psychotisch wirkenden Traum, doch bevor es gruselig wurde Augen aufgerissen und die Wahrnehmung schnell als Traum und unwahr weg sortiert. Psychotisch wird es erst, wenn man Traum und Realität nicht mehr unterscheiden kann. Die Sonne scheint bei blauen Himmel, ein schöner Tag wie es scheint. Mein Verlangen nach ihm ist stark zurückgegangen, bin beschäftigt mit meiner Mutter, da passt er nicht rein, obwohl seine Mutter auch tot ist. Soll er mal seine Sachen machen, ich mache meine. Ich will meine Ruhe und hier werkeln, dabei haben weder Vater noch er was zu suchen. Ich brauche die Zeit für mich und meine Mutter, es gibt so viele Gefühle und Gedanken zu sortieren. Gekocht gestern gar nicht, es gab Fisch Burger, dazu musste ich nur Fisch Burger-Patties anbraten und den Burger belegen. War akzeptabel, besonders wenn man nicht kochen will. Sie hat auch immer alles allein gemacht, meine handwerklichen Fähigkeiten habe ich von ihr, bereits mit 8 durfte ich mit ihr eine ganze Altbauwohnung streichen und lackieren. Grundlagen für elektrische Arbeiten zu Hause habe ich vom Vater. Damit kann ich handwerklich mehr, als er, der anscheinend handwerklich total unerfahren ist. Das zum Thema Frauen- und Männerarbeit. Es gibt wenig Männerarbeit, vor der ich zurückschrecke. Für was braucht frau überhaupt Männer? Mir fallen derzeit nur das Tragen von wirklich schweren Sachen ein. Ich wurde halt zur unabhängigen Emanze erzogen und in meinen Leben war es oft so, dass ich Jungs einholte, einfach, weil ich nie in Rollenklischees erzogen wurde und immer nur ein Rennen zwischen Menschen und nicht zwischen Mann und Frau gesehen habe. Halten wir es kurz, ich habe mehr Eier, als es viele Männer haben, weil ich einfach nie Frauchen sein sollte und wollte. Eine Lesbe bin ich trotzdem nicht geworden, meistens waren Männer meine Gefährten. Um ehrlich zu sein, ich fühle mich den Männern oft mehr verbunden als den Frauen, eine Erklärung warum mein Freundes- und Bekanntenkreis schon immer überwiegend aus Männer bestand. Mit Männer klar zu kommen ist für mich meist einfacher als mit Frauen. Viele Frauen sind mir einfach zu unselbstständig und zu zickig. Aber natürlich gibt es auch tolle Frauen, die sind aber hart zu finden. Die Musik läuft schon, das wird sie auch den Rest des Tages, ich und die Musik, immer eine gute Zeit.

Nikolaus, psychotisch, Hähnchenschenkel und verrückt

Guten Morgen, ganz ok geschlafen und endlich wieder normalen Blutdruck, die letzten Tage war er zu hoch. Er ist schon weg und ich hätte noch schlafen können, aber ich bin wach. Die Nachbarin hat Nikoläuse im Haus verteilt, auch vor meiner Tür stand einer, das hat mich gefreut. An Tagen wie diesen, denke ich, ich lebe doch im richtigen Haus, mit den richtigen Nachbarn. Gestern fast eine Stunde mit einer psychotischen Frau telefoniert, die alle möglichen Hilfen ablehnte, aber gleichzeitig verzweifelt war, das ging tief in die Magengegend, aber ich konnte nicht helfen und nicht nur, weil das nicht mein Job ist. Ich fühle mich schlecht deswegen, aber ich weiß wirklich nicht, was ich tun kann. Heute Arbeit mit der Konfliktkollegin, wir haben eine Beratung zusammen, mit einer Frau, die ebenfalls Wahnideen hat. Aktuell scheint die Zeit, der wirklich schrägen Menschen zu sein, aber heute bin ich nicht allein. Die Hähnchenschenkel mit Reis und Tomatensoße fand er auch gut, endlich, ich habe was gekocht, was er auch mag. Grau grüßt der Tag, die Stadt ist voller verrückter, aber aktuell lerne ich täglich, dass nicht ich die verrückteste bin.