Handwerker, Lebenspartnerschaft, Trotzkopf und Vögel

Guten Morgen, das mit dem Handwerker kommt wirklich sehr unpassend: Bad nicht richtig nutzen können, Chaos in der Bude, das mag ich nicht so. Aber gut, wer mag das schon. Immerhin wenigstens die Toilette ist nutzbar. Dazu der Termin mit dem Mann gestern, alles etwas stressig, auch wenn der Termin gut lief. Bin ich froh, wenn die heute fertig werden und meine Wohnung wieder die gewohnte Ordnung hat. Morgens um acht bereitstehen, um fremde Männer in die Bude zu lassen, nicht so mein Ding. Eiscreme, gerade mein Ding, aber viel zu viel, es wird nicht viel besser, wenn man das Eis unter Obst und Nüssen versteckt. Über meine Dämonen nachgedacht, meine haben Vor- und Nachnamen und sind tot oder lebendig. Nix hier mit Phantasie und Science Fiction, auch nichts mit Wahnvorstellungen und Psychose, die gibt es/gab es in echt. Schön, dass wenigstens ich mir selber da jetzt glauben kann, ohne irre zu werden und/oder mich mit Neuroleptika auszuschalten. Es muss einen anderen Weg geben, damit umzugehen.

Es ist immer noch zu warm, um gut schlafen zu können, aber offene Balkontür ist auch gruselig. Immer wieder diese Forderungen: „Nadine braucht einen Mann!“ Warum denn? Also Männer sind hier und da schon ganz praktisch, aber immer, überall und für immer? Ist frau unvollständig ohne Mann? Ist eine Lebenspartnerschaft wirklich das höchste Ziel? Warum? Also klar, Familie, Freunde, die braucht man schon im Leben, niemand ist eine Insel, aber muss frau heutzutage noch im traditionellen Modell leben? Der Trotzkopf schreit da schnell: „Nein, muss ich nicht!“. Können wir nicht alle selbstständige Menschen im Austausch sein? Ich habe nichts gegen Liebe, auch nichts gegen Familie, aber bitte freiwillig! Wozu ist Wohlstand denn sonst gut, wenn nicht zur freien Lebensgestaltung? Ich erinnere mich noch an die Zweckehen meiner weiblichen Vorfahren, da war es wirklich nötig einen Mann zu finden, um zu überleben, aber heute? Heute braucht frau Verbündete, keine Frage, aber die können auch weiblich sein, Familie, Freunde oder Nachbarn.

Lange mit der Freundin telefoniert, war aber irgendwann stressig, ist halt so, wenn der eigene Redeanteil über lange Zeit fast gegen null geht. Da soll einer nochmal sagen, ich rede viel, der hat sie noch nicht erlebt. Bad etwas geputzt, wer Badmöbel abbaut, der erlebt ungeahnte Drecksecken. Gekocht Schupfnudeln mit Brokkoli und Geflügelwurst, war ganz gut, langsam lichtet sich der übervolle Kühlschrank, aber heute gibt es Nachschub. Habe weitere Rotkohl Experimente vor, da geht deutlich mehr, als klassischer Rotkohl zu Weihnachten. Versuchen wir es entspannt anzugehen, keine Vögel zu hören gerade, ich lausche dann mal, notfalls am Laptop:

Fleißig, Rotkohl, Suchtzeiten, hamstern und Russenhass

Guten Morgen, die Sonne scheint und ich sitze hier noch mit zugekniffenen Augen. Montag, eigentlich mein Sonntag, die letzten Jahre. Fenster auf und es wird verdammt kalt hier. Gestern fleißig im Haushalt gewesen, viel geschafft. Alle Dinge der Mutter weg- bzw. eingeräumt und geputzt. Stundenlang beschäftigt gewesen und erst gegen Mitternacht ein Bad. Gegessen den gerösteten Rosenkohl mit Hähnchenschenkel. Heute ist Rotkohl mal anders geplant. Kohl rösten, statt stundenlang zerkochen, in der deutschen Küche eigentlich nicht vorgesehen. Der Vogel scheint tatsächlich darauf zu warten bis ich wach bin und stimmt dann ein, mit Gesängen, sehr rücksichtsvoll, gleichzeitig aber immer noch unpassend, denn gerade bin ich weit davon entfernt mich an seinem Gesang zu erfreuen. Müll wegbringen ist heute die Mission des Tages und lernen, ich möchte heute ein paar Stunden studieren. Ich weiß aktuell nicht was schlimmer ist, die Abhängigkeit von Tabak oder Zucker, beides übel. Wobei beim Tabak der Morgen die schlimmste Suchtzeit ist und beim Zucker der Abend.

Lebensmittelbestellung aufgeben und wieder storniert, eigentlich brauche ich den Kram nicht, selbst wenn die Zombieapokalypse heute passiert, ich habe hier bereits genug Nahrung für Wochen und auch Kerzen dazu. Die Preissteigerungen weg hamstern wollen, läuft wohl eher nach dem Motto: „Danke, ich habe schon Schulden“. Das Paradies, der unzähligen Lebensmitteln aus aller Welt zu kleinen Preisen, ist vorbei in Deutschland und vielleicht kommt es auch nie wieder. Der Mann hat Aldi für sich entdeckt, außerdem erzählte er von einem geilen Job in seiner Firma, der genau auf mich passen würde, aber er will nicht, dass wir bei der gleichen Firma arbeiten. Für die finanzielle Sicherheit eines Paares vielleicht auch besser nicht die gleiche Geldquelle zu haben.

Immer noch nicht wach, im Haus ist aber schon was los, eigentlich möchte ich heute wieder schwimmen gehen, uneigentlich schäme ich mich, kann aber auch nicht sein, dass, weil man bereits fett ist, noch fetter wird und vielleicht früher stirbt, weil andere Leute einen hässlich finden. Der Kaffee schmeckt, heute gebe ich dem Müsli eine neue Chance und hoffe, ich kotze es nicht wieder aus. Gestern haben die Russen vor meinem Fenster gegen Diskriminierung demonstriert, schwierig keinen Russenhass zu kriegen, wenn man die Bilder aus der Ukraine sieht. Wenn wehrlose Zivilisten und Kinder einfach erschossen werden, wenn Frauen vergewaltigt werden und unzählige weitere einfach ermordet, schwierig den Rest des Volkes sympathisch zu finden. Irgendwer muss Putin ja mal gewählt haben, irgendwer hat ihn all die Jahre machen lassen. Vielleicht stelle ich mir das als Frau, aufgewachsen in einer Demokratie, etwas einfach vor, aber irgendwas hätte das Volk doch tun können?

Genug politische Gedanken beim zweiten Kaffee, der Ohrwurm des Tages, wieder aus der Vergangenheit:

Alle melden sich, Rotkohl, Mutter und wieder ich?

Guten Morgen, noch gar nicht richtig wach. Gestern tatsächlich einkaufen gewesen und noch einen Sack Altkleider weggebracht. Danach ein Schläfchen und dann über 4 Stunden telefoniert, denn gestern war der „alle melden sich“ Tag. Heute neue Kochbox kriegen und schwimmen in Köpenick, danach gibt es dann wohl Fleisch mit Pommes, diese Woche aber auch vegetarische Gerichte bestellt. Gestern Reste von vorgestern gegessen, der Rotkohl ist nach wie vor meine große Helferin. Morgen dann wohl ins Kino, der neue Matrix Film ist wohl Pflicht für alle über 40, was für ein Zufall ich habe auch interessierte Freunde in dem Alter und bin verabredet. Das Gute in meinem Bezirk, wir haben ein Kino wo keiner hingeht, ich genieße es in leeren oder fast leeren Kinos zu sitzen. Zu viele Mitmenschen sind doch meist nur störend. Nachdem wieder Platz im Kleiderschrank ist, ein paar Oberteile bestellt, immer nur Sachen von Mutti auftragen, ist genau genommen vielleicht doch zu viel des Guten. Vor allem, nachdem ich diese Sachen vor ihrem Tod niemals getragen hätte. Ich werde sie auch so nicht vergessen. Ich habe so viele Sachen von ihr, es muss dazu nicht auch noch alle ihre Kleidung sein. Versuche ich doch mal wieder ich zu sein.

Der Mann weilt mit Magen-Darm-Problemen immer noch beim Cousin, ich denke, das tut ihm gut, also der Cousin. Heute Mission Vogelkäfig umstellen, sie kommen wieder in einen ruhigen Raum und ich darf hier wieder atmen? Ich bin nämlich immer noch allergisch auf die Vögel. Dass die hier stehen, war eigentlich nur wegen des Mannes. Dabei werde ich den Altar der Mutter wohl auch abbauen. Sie ist auch so immer bei mir, ich brauche doch nur in den Spiegel schauen oder in meine Küche gehen, überall sie. Mir ist vieles klar geworden, was sie betrifft, viele unserer Kriege waren Missverständnisse, schade, dass ich das nicht früher bemerkt habe. Aber besser spät als nie. Genieße die Ruhe zwischen den Jahren und bin erfreut, dass es wieder wärmer wird die Woche. Leider sind nämlich meine Getränke auf dem Balkon eingefroren. Weihnachten gab es schon gefrorene Paprika vom Balkon. Schauen wir mal wie es weiter geht mit der alten, dicken Lady in Berlin, die braucht jetzt wieder einen Terminkalender und kleidet sich neu ein. Ach, ich lasse einen kleinen, talentierten Mann für mich sprechen:

(Alt)modisch, Kerzen, Rosa und Kältebäder

Guten Morgen aus der Nacht, bei -7 Grad. Gestern zu Hause fleißig gewesen, tatsächlich den Schrank ausgeräumt und aufgeräumt und Wäsche gewaschen. Modisch gesehen, ist bei mir seit dem Tod der Mutter nicht viele passiert, kann ich resultieren, kaum neue Kleidung in drei Jahren. Mir war nicht klar, wie langweilig ich damit bin, dabei wäre schon Geld dagewesen mir neue Kleidung zu kaufen. Ich glaube sowas kommentierte auch schon der Ehemann, warum ich immer gleich rumrenne. Auch bin ich aktuell extrem farbenfroh, alles schwarz geworden, nur hier und da ein Farbtupfer, meist in grün/türkis, ganz selten auch rot. Viele trampelnde Kinder im Haus gestern, aber Kinder sind Kinder. Gestern die Bedingungen der Bäderbetriebe erneut gelesen, alle Schüler brauchen einen Test, aber ich nicht, bei mir reicht der Impfnachweis, also auf ins Schwimmbad!

Überlege mich heute boostern zu lassen, aber habe Schiss, dass ich dann wieder flach liege. Kann mir meinen Urlaub auch anders versauen und noch gilt mein Zertifikat. Zu viel gegessen gestern und definitiv zu wenig bewegt. Gesprochen mit niemandem, außer ein paar Nachrichten auf dem Telefon geschrieben. Der Kaffee schmeckt und Kerzen brennen. Abends ein Bad genommen und kaum Zigaretten geraucht, irgendwie sind die eklig geworden. Keller aufräumen wäre auch eine Mission für heute, aber ich ahne schon, das wird zu viel Tatendrang. Bude so weit in Ordnung, ich hatte Weihnachten geputzt. Abends sitze ich jetzt im Kerzenmeer im Wohnzimmer, eine ziemlich raffinierte jahrhundertealte Technologie für den Winter: „Licht und Wärme aus nur einer Quelle.“ So spart die Romantikerin auch gleichzeitig Heizkosten.

Habe mir eine Mondlampe besorgt, die in verschiedenen Farben leuchten kann, ich finde es schön farbiges Licht zu haben und meine Stimmung damit bewusst zu beeinflussen. Aktuell am besten Rosa gegen Aggressionen. Funktioniert bei mir, während ich bei anderen Farben noch schimpfe, bei Rosa werde ich ganz entspannt. Gegessen gestern Rotkohl mit Kartoffelpüree und Bouletten, ein bisschen Weihnachtstradition in Form von frisch gemachten Rotkohl, die meinem Magen gutzutun scheint. Der Rotkohl wird also aufgegessen. Der Mann ist gestern beim Cousin geblieben und schaute glücklich drein, ich hoffe er hat eine gute Zeit. Aktuell genieße ich es zwischendurch Kältebäder zu nehmen, einfach ans offene Fenster stellen oder auf den Balkon gehen, andere zahlen für einen Aufenthalt in der Kältekammer, mir reicht der kostenlose Winter. Ist irgendwie erfrischend und ich bin ja schnell wieder in der Wohnung, wenn es zu viel wird.

Auf in den Tag oder besser wieder ins Bett? Zumindest die Altkleider sollte ich wegbringen heute, einkaufen wäre auch eine Option, schauen wir mal, gerade keine Musik im Ohr. Versuchen wir es doch mit einem Original, wohl besser bekannt als Cover der Blues Brothers…

Schmerzen, Raclette, Rotkohl und friedliche Stille

Guten Morgen, der Morgen ist wirklich ganz passabel, die Nacht war es nicht. Ständig wach gewesen in der Nacht mit Schmerzen. Aber solange wieder hingelegt, bis ich mich jetzt doch als ausgeschlafen betrachten würde. Gestern mit dem Bruder und Vater war angenehm, Raclette gegessen und ich glaube die Nacht auch ein Problem wegen den übermäßigen Käsekonsum. Laktoseintoleranz lässt grüßen. Gestern weitere Gespräche mit den Kolleginnen, aber jetzt ist mal Schluss, keinen Bock auf Kolleginnen und Arbeitsthemen mehr dieses Jahr. Geschenkt gab es für mich einen Teil der Kosten meines Testaments und einen Amazon-Gutschein. Nicht so romantisch, aber praktisch. Heute dann feiern mit dem Mann, aber könnte sein, dass da mein Geschenk noch irgendwo auf dem Postweg ist. Heute dann ein eher traditionelles Essen, ich werde frischen Rotkohl mit Ente und Klößen vorbereiten. Die Vögel schreien in die totale Ruhe des Hauses. Kein Nachbar zu hören, gespenstisch still. Finde ich aber gut. Heute vielleicht noch etwas putzen für das Fest zu Hause und wahrscheinlich gleich schon parallel zum Frühstück den Rotkohl auf den Herd bringen, denn der muss viele Stunden kochen. Stimmung eigentlich ganz gut, wären da nicht die Schmerzen. Der Kaffee schmeckt, die Vorräte hier stimmen, alles da. Kein Grund das Haus zu verlassen. Ruhige Musik ertönt, kein Bock auf Hektik, alles friedlich hier, erst Frau Torrini und jetzt ein Oldie but Goldie:

Ich wünsche da draußen entspannte und friedliche Weihnachtstage, alles wird gut, irgendwann.

Empfangskommando, Huhn, zu Hause und Rotkohl

Moin Berlin, in meinem Haus ist gerade wieder Kinderwanderung und ich freue mich zu Hause wach zu werden. Hier ist es zwar nicht so schön wie bei meinem Onkel, aber hier ist alles meins und ich bin nicht Gast. Der Kaffee schmeckt, er schnarcht und eine Schale voller Süßigkeiten erinnert daran das Weihnachten ist. Gestern Abend sehr müde gewesen und bei der Einfahrt nach Berlin fast geheult, weil im Zug (Flixtrain) die Ansage kam, dass nicht in Südkreuz gehalten wird, sondern sie mich Hauptbahnhof herausschmeißen. Mein Empfangskommando in Form meines Freundes stand aber Südkreuz. So war ich zwar in Berlin, aber am verhassten Hauptbahnhof und niemand begrüßte mich. Irgendwie war das dann zu viel nach 2 Tagen mit kaum Schlaf und über 1200 km Reiseweg. Er kam dann aber noch zum Hauptbahnhof und wir aßen noch zusammen, allerdings mit Streit, weil er gebratenes Huhn bestellt hatte, aber gekochtes bekam. Mittlerweile alles wieder gut und harmonisch und dank der Frau meines Onkels, haben wir jetzt teuren Sekt für Silvester und Süßigkeiten. Vielleicht sollte ich meinen Vater endlich sagen, dass er hier lebt, bisher ist die offizielle Version, dass er Schlüssel hat und sehr oft hier ist. Brötchen warten und alles ist friedlich, heute gibt es unser Weihnachtsessen mit einem ganzen Huhn und selbst gemachten Rotkohl. Es ist gut wieder in Berlin zu sein mit meiner Liebe, gerade Weihnachten brauche ich ein paar Kuscheleinheiten mehr. Auf in den Tag, ich denke, ich sollte nach dem Frühstück sofort anfangen den Rotkohl zu machen, damit das bis abends was wird. Ich wünsche einen frohen zweiten Feiertag da draußen!