Zimmerwechsel, Corona, Homeoffice und Frühling

Moin, ganz gut geschlafen und der Zimmerwechsel zum Morgen hat gut geklappt. Sobald ich erscheine, gehört das Wohnzimmer mir. Sehr gut, so mag ich mit ihm aufwachen, wenn ich trotzdem ein bisschen Ruhe am Morgen und Zeit zum bloggen bekomme. Gestern ein ruhiger Tag auf Arbeit, viele Anrufer, aber nur eine Besucherin. Die Corona Angst geht um, einer unsere Ehrenamtlichen hat Halsschmerzen und lässt sich checken und die Chefin ist aufgeregt und das Homeoffice steht zur ernsten Diskussion. Heute auf Arbeit erfahre ich mehr, wie wir damit umgehen, mein Terminkalender für die nächste Woche ist aber voll. Gerade wunderbares Wetter, blauer Himmel und Sonnenschein, so kann es gerne bleiben. Meinen Schatz scheint es besser zu gehen, er hat zwar immer noch eine Beule im Gesicht, aber ansonsten scheint es ihm gutzugehen. Mein Auszug aus dem Geburtenregister ist da, ich wusste gar nicht, dass mein genetischer Vater Industrie-Schlosser war. Solange die Corona Panik wütet habe ich ihn gebeten hier zu sein, Quarantäne mit dem Liebsten ist doch nur noch halb so schlimm. Aber heute nochmal ins Büro, vielleicht auch noch länger. Wir machen ja keine Großveranstaltungen, wir machen nur eins zu eins Gespräche. Der Kaffee schmeckt, die Kippe brennt und Brötchen warten, heute werde ich meinen Großeinkauf in Neukölln machen, hier in Treptow ist einkaufen im Lückensortiment kein erfolgreiches Unternehmen. Auf in den Tag, ich hoffe das ist der Frühling und das er bleibt.

Frei, keine Todesgefahr, rassistisch und Liebe

Guten Morgen, noch nicht ganz gerafft, dass ich heute freihabe und morgen auch. Das ist doch sehr erfreulich und genug geschlafen habe ich auch. Heute kommt er, ich freue mich, wir werden reden und später kochen, gegrillte Hähnchenschenkel, Süßkartoffelpommes und Salat, das ist ein Gericht, was auch er mag. Gestern ruhig auf Arbeit, eine Beratung gemacht und mit einem eigentlich grummeligen Türken Formulare gewälzt, zum Ende hin hat er dann doch gelächelt. Grau grüßt der Tag und hier sieht es seit Wochen nicht so gut aus, denn ich hatte keine Lust zu putzen. Der Blutdruck ist sehr niedrig, habe ich meine Ruhe, ist auch da Ruhe. Das beruhigt, heute also keine Todesgefahr durch Bluthochdruck, eigentlich schon die ganzen letzten Tage nicht. Vielleicht werde ich doch, wie ich ursprünglich mal dachte noch eine sehr alte Frau. Meine Oma ist über 70 und meine Urgroßmutter hat es über 90 geschafft, das wünsche ich mir auch. Da ich bisher keine Post vom Anwalt bekommen habe, denke ich auch, dass mein genetischer Vater noch lebt. Aber ob der lebt oder nicht, interessiert mich eigentlich nicht, abgesehen von meiner eigenen Lebenserwartung. Sollte er irgendwann sterben, werde ich nicht zu seiner Beerdigung gehen, das sollen mal meine Halbschwestern machen, die kannten ihn wenigstens. Müll rausbringen müsste ich und das Bad putzen, aber erstmal gar nichts und Kaffee. Ich habe ein schönes, neues, rotes Wollkleid zum Wickeln, ich vermute, das könnte mein neues Lieblingskleid für zu Hause werden. Ich glaube, er wird es auch mögen. Langsam macht es Klick in meinen Kopf, es war gut, dass er ausgezogen ist, das gibt mir die freie Wahl mit ihm zu sein oder auch nicht. Auch die Hochzeitspläne sind wohl eher romantisch und nicht wegen der Papiere, denn alle meine Recherchen haben ergeben, dass er auch ohne Hochzeit bleiben darf, denn er wird bald einen deutschen Bildungsabschluss haben und das berechtigt zum Bleiben, wenn er Arbeit findet und er hatte immer Arbeit seitdem er in Berlin ist. Ich denke, er ist einfach altmodisch und bereit sich zu binden und deswegen auf eine Heirat erpicht. Was ich dagegen zu oft dachte, war wohl rassistisch und paranoid, er ist kein Flüchtling, er ist Student und er liebt mich. Es wird alles werden, aber ich brauche Zeit, ich dachte immer ich wäre so weltoffen und tolerant und da diskriminiere ich den Mann den ich liebe. Zum Glück hasst er mich nicht dafür und hat Geduld, auch bei einem deutschen Mann würde ich mir wegen einer Heirat in die Hose machen und Ausflüchte suchen. Ich sollte aufhören zu denken und Böses zu suchen und einfach genießen.

Ausgeschlafen, enttäuscht, aggressiv und Ruhe und Stabilität

Moin, ich kann es gar nicht fassen: Ausschlafen die Zweite. Abgesehen von Vogelgepiepse totale Ruhe hier, niemand da der irgendwas will. Wunderbar. Gestern ist der Tag mit dem Vater, Hund und Freunden etwas enttäuschend gewesen. Mein Vater erzählt die ganze Zeit von seiner neuen und für mich gab es kaum Gesprächsthemen. Aggressiv geworden, nach Hause gewollt und auch früher zu Hause gewesen und noch ein Bad genommen. Danach noch ein Telefon-Marathon: fast 4 Stunden mit der besten Freundin und noch eine knappe Stunde mit ihm telefoniert. Sie steht vor der Frage: „Trennen, oder nicht?“ Und ihm ist gestern auf Arbeit eine Papiertüte nass geworden und das Essen des Kunden landete auf seiner Fußmatte und nicht in seiner Hand. Heute viel vor, ich muss einkaufen, aufräumen, putzen, ein Paket wegbringen, den Müll wegbringen, zum Zahnarzt und abends mit einem Freund treffen. Das ist genug Programm. Muss meine Welt sortieren, das mit der Neuen des Vaters ist immer noch seltsam und auch alleine wohnen ist wundervoll aber auch seltsam. Man sagt Veränderung ist Leben, aber ich stehe trotzdem nicht so drauf, wenn sich ständig alles verändert. Vielleicht ein Relikt aus der Kindheit, wo ständig alles anders war, ich wünschte mir damals Stabilität und geordnete Verhältnisse, konnte das aber nicht wirklich beeinflussen. Heute kann ich das mehr beeinflussen und bin deswegen wohl auch eine langweilige Person geworden. Ich hatte genug Aufregung über viele Jahrzehnte, da weiß man die Ruhe und Stabilität zu schätzen. Hinzu kommt, dass meine Psyche und mein Blutdruck keine Aufregungen mögen, es ist also mittlerweile sogar medizinisch notwendig, dass ich Ruhe habe. Nur mit Ruhe bleibt meine Psyche stabil und mein Blutdruck unauffällig. Möchte ich ein langes und gesundes Leben, ist Ruhe und Stabilität unverzichtbar. Auf in den Tag, aber alles langsam und in meinem Tempo.

Spätdienst, Ruhe, Vater und Valentinstag

Guten Morgen, wieder wach um acht, aber umgedreht und weiter gepennt. War heute Nacht bis fast 2 wach, weil er und ich noch reden wollten und er Spätdienst hatte. Heute allein arbeiten, fand ich vor einem Jahr noch gruselig, heute eher entspannend. Endlich Ruhe, kein Gequatsche und kein Gezicke. Drei Termine heute, das wird schon, Langeweile auf Arbeit hatte ich schon lange nicht mehr. Die Pizza gestern war gut, aber der Vater kam wieder 2 Stunden zu spät und war dann nicht hungrig. Wir haben darüber gesprochen, dass es zukünftig keine Pizza am Donnerstag mehr gibt. Er braucht das nicht mehr und für mich ist es nur Stress, von dem ich wenig habe. 1,5 Jahre habe ich mich jetzt um meinen Vater gesorgt, jetzt sorgt sich eine andere. Loslassen ist so eine Sache, denn mit ihm lasse ich auch meine Mutter ein Stück los. Gestern 5 Beratungen gemacht, immer noch Akkordarbeit, aber ich fühlte mich gestern gut dabei. Valentinstag und für mich gibt es etwas Romantik am Abend, nach seiner Schicht. Wir müssen leider beide heute und morgen arbeiten. Mit der Zahnschiene läuft es gut, derzeit keine Zahnschmerzen. Ich freue mich auf ihn, ich freue mich für meinen Vater, aber es bleibt auch ein mulmiges Gefühl. Meine und seine Unterlagen sind bei der Lohnsteuerfrau, ich hoffe das Finanzamt lässt Geld regnen, schon ewig keine Lohnsteuererklärung gemacht. Auf in den Tag, alles verändert sich und ich bin nicht mehr für zwei Männer zuständig.

Kein Hund, Polizistin, Sabine und frei

Guten Morgen, zu früh wach, dabei gibt es hier gar keinen Hund. Wunderbar gestern nach Mitternacht nicht mehr raus zu müssen, wunderbar heute früh nicht bedrängt zu werden. Der Hund ist wieder beim Vater, beidem ich gestern auch war. Ziemlich chaotisch gelaufen gestern und am Ostbahnhof wohl die aggressivste, allein kämpfende Polizistin kennengelernt. Die durfte allein an einer Stelle stehen, wo alle parken, aber parken nicht erlaubt ist. Sie schrieb grüne Zettel wie eine Weltmeisterin und schrie immer wieder: Ich bin die Polizei, ich bin die Polizei, zu den falsch Parkenden. Hat keine Sau interessiert und sie wurde immer lauter. Wir haben auch einen grünen Zettel bekommen, weil mein Vater einkaufen war, allerdings fehlte auf dem Zettel unser Vergehen. Irgendwie hat sie mir leidgetan, was muss man angestellt haben, dass einen der eigene Chef an einem Sonntag vor den Bahnhof stellt, um Freiflächen, wo immer geparkt wird, zu verteidigen? Das ist doch ein Arschloch-Job. Ganz gut geschlafen, Blutdruck normal und der Sturm Sabine hat hier nichts davon geweht. Wenn ich da rausgucke, verstehe ich nicht, warum den Berliner Schülern wegen Sabine heute frei steht zur Schule zu gehen oder auch nicht. Ich sehe keinen Sturm. Mein Schatz hatte wegen Sabine gestern frei, seine Schicht wurde abgesagt, aus Sicherheitsgründen. Heute sehe ich ihn, aktuell keine Meinung dazu. Jetzt wo der Hund weg ist, möchte ich endlich allein sein, ich will nichts teilen, ich will nicht quatschen, ich will einfach meine Ruhe. Aber vielleicht kann ich gemeinsam mit ihm schweigen. Heute zum Zahnarzt, meine neue Beißschiene abholen, um damit der Selbstzerstörung eine Grenze setzen. Bin ich gestresst, zerstöre ich meine Zähne durch ständiges beißen und knirschen. Grau grüßt der Tag, heute mal wieder Hähnchen kochen, unser gemeinsamer Nenner. Das Bafögamt hat nach meinem Widerspruch doch beschlossen, eine viel geringere Ratenzahlung zu akzeptieren. Alles gut so weit und erst morgen wieder Büro-Wahnsinn. Na immerhin bin ich nicht Polizistin, die allein am Sonntag Parkplätze verteidigt.

Teilzeitschlafen, Erklärung, Steuer und Sturm

Guten Tag, früh ist es und noch halb dunkel, aber Supervision wartet, dabei habe ich da gerade nicht wirklich Bedarf, obwohl ich jetzt 2 Wochen sehr viele Beratungen hatte. Er schläft noch, heute Nacht Teilzeitschlafen, halb auf dem Sofa, halb im Bett. Immerhin, früh zur Arbeit, früh Feierabend. Der Kaffee schmeckt und unkompliziertes Brot wartet, irgendwie zu viel Brötchen in letzter Zeit. Gestern endlich eine Erklärung bekommen, warum ich für die Ausbildung aussortiert wurde, es hat wahrscheinlich gar nichts mit mir zu tun. Ich wurde eingeladen mich nochmal zu bewerben, aber da bin ich mir nicht so sicher. Gestern nach der Arbeit noch stundenlang damit beschäftigt gewesen fehlende Steuererklärungsdaten zu sammeln. Ich hoffe, das war es jetzt. Ich freue mich, dass er bald auszieht, aber gleichzeitig habe ich große Angst ihn zu verlieren und muss aufpassen nicht zu klammern. Ich werde ihn vermissen. Heute wieder nicht viel vor auf Arbeit. Die Ruhe nach dem Sturm. Auf in den Tag, alles geht weiter.

Ungestört, Cevapcici, Reste und putzen

Guten Morgen, was für ein schöner Morgen. Eine lange ungestörte Nacht liegt hinter mir und auch jetzt stört niemand während ich Kaffee trinke und meine Morgentoilette erledige. Keiner da. Ich liebe ihn, aber Ruhe und Erholung liebe ich auch. Ich brauche einfach meine Ruhe und Erholung vom (Berufs-)Alltag, um herunterzukommen, ist da ständig jemand mit eigenen Interessen, gelingt das nicht oder nur schlecht. Ich meine sogar, dass das mit dem Bluthochdruck anfing, als er hier einzog, vorher waren die Werte unauffällig. Aber beobachten wir das weiter nach seinem Auszug. Heute zum Vater, die Buchhaltung wartet und ich werde Cevapcici mit Paprika-Reis machen. Gestern habe ich Reste gegessen, ein Teller Bolognese am Nachmittag und abends noch eine Kartoffelgemüsepfanne mit Leberkäse. Ich bin hier immer die, die die Reste isst, denn der Kerl ist sich zu fein dafür. Grau grüßt der Tag, immer noch Winter, ich will Frühling und ich will meine Privatsphäre, dann wäre alles gut. Auf Arbeit ist gestern nicht viel passiert, aber ich hatte mit einem elektrischen Kurzschluss im Büro zu kämpfen, hat eine Weile gedauert, bis ich den Verursacher hatte. Danach nur einkaufen und ab nach Hause. Geputzt nicht viel, nur staubsaugen und Wäsche waschen. Ich mag hier derzeit nicht die Putze sein, besonders nicht, wenn er die ganze Woche Zeit hatte und nicht geputzt hat. Kann ja eigentlich nicht sein, dass ich die ganze Woche arbeiten gehe und dann nach Feierabend, einkaufe, koche und putze. Ich warte auf mein Gehalt, nächsten Monat muss ich aufpassen mit meinen Ausgaben und den Dispokredit wieder etwas reduzieren, das sollte gelingen, denn im Februar stehen keine Sonderausgaben an. Die einzige Sonderausgabe ist ein Geschirr-Service von Ikea für knapp 30 Euro, das sollte ich verkraften. Mein aktuelles Geschirr-Service ist mittlerweile unvollständig und die Reste beschädigt. Irgendwie gebe ich gern Geld für Küchendinge aus, denn in der Küche soll alles da sein und funktionieren. Auf in den Tag, der Vater und der Hund wartet, auch wenn ich damit die Ruhe zu Hause verpasse.