Ruhe, Schlaf, Frühwarnzeichen, Neuroleptika und neue Ufer

Guten Morgen, endlich Ruhe, endlich genug geschlafen. Schlafen könnte ich gerade nur. Seele und Körper brauchen das. Alles zu viel gerade, ich will auf die Insel. Eigentlich will ich meine Ruhe, aber uneigentlich will der Mann heute früher vor seiner Schicht vorbeikommen, um zu reden. Ich für meinen Teil will aber gerade gar nicht reden, ich will meine Ruhe. Ich rede schon die ganze Woche, kann man mich nicht in Ruhe lassen? Ich war so froh, dass der Vater abgesagt hat und nun der Mann. Muss dem Finanzamt noch schreiben, die verstehen die Erbangelegenheiten nicht und vermuten Sie würden Geld bekommen. Das muss ich natürlich widerlegen, was ich alles muss. Die Chefin stellt die Team-Arbeitsstunden zur Diskussion, aber in der aktuellen Lage will ich nicht mehr Stunden, sondern eher das Gegenteil. Blutdruck wieder ok, die Tage zu hoch, zu viel Aufregung. Gestern nach der Arbeit noch im Lager gewesen, anstrengend, obwohl der Vater die meiste Arbeit gemacht hat, emotional anstrengend, ich schwankte zwischen: „Ich nehme hier alles mit nach Hause“ und Schimpftiraden, wie man so viel Kram ansammeln konnte. Der Kaffee schmeckt, es ist kalt aber sonnig, gestern endlich das Huhn mit Erdnuss gemacht, war lecker. Die Erdnusssoße war was Neues für mich, keine Erdnussbutter, dafür Matjes Ketchup. Kurz: Weniger Fett, aber dafür Zucker in der Soße. Verdauung hat sich auch etwas beruhigt, das ist immer ein Frühwarnzeichen, wenn die Verdauung durchdreht.

Morgen zum Psychiater, aber ich weiß nicht, was ich erzählen soll, er hat mir schon einen Medikamentenwechsel vorgeschlagen, aber das will ich nicht. Ich habe jetzt schon fünf verschiedene Neuroleptika probiert, ich habe keinen Bock auf ein Sechstes. Ehrlich gesagt habe ich das mit den Selbstgesprächen schon mein ganzes Leben und ich bin 36 Jahre damit klargekommen, ohne Medikamente, bis die Krise kam und ich offiziell als krank erklärt wurde. Allerdings gab es nie eine eindeutige Diagnose bei mir, jeder Arzt hatte eine andere Meinung, jeder ein anderes Medikament. Kann ich nicht einfach ich sein, ohne Stempel auf der Stirn und dazu passender Medikation? Die Medikamente haben mir so geschadet und mir so viele Jahre meines Lebens geraubt. Alle wollen Sie mich verändern und nennen das Hilfe, es ist aber wenig hilfreich, es sei denn emotionslos, asexuell, körperlich steif wie ein Roboter und extrem übergewichtig sein, soll eine Hilfe sein. Diese Woche beschlossen doch eine medizinische Reha zu beantragen, aber wie ich hörte kann das bis zu einem Jahr dauern, bis das was wird. Habe ich noch nie für mich beantragt, dabei mache ich das für meine Kunden ständig, vielleicht bin ich jetzt mal dran.

Keinen Bock auf den Mann, keinen Bock auf niemanden, ich möchte nur schlafen, vielleicht was kochen und auf dem Balkon sitzen, wenn dort die Sonne scheint. Herbst, der Winter naht und damit die Dunkelheit. Dunkelheit wie Regen auf traurigen Gemüt, aber Traurigkeit kann man nicht reinigen oder ertränken, sie wird nur größer, wenn man gegen sie kämpft, man kann nur lernen entspannt mit ihr zu schwimmen, vielleicht bis zu neuen Ufern.

Ungeschickt, balancieren, Wahlen, Zähne und Ruhe

Guten Morgen, genug geschlafen, das ist doch mal was. Der Kaffee schmeckt und erwarte eine Lieferung. Gestern Spinat-Pizza für mich selbst gemacht und sie leider anbrennen lassen. Außerdem morgens ein Glas zerstört, irgendwie bin ich gerade Mrs. Geschicklichkeit. 😦 Liegt wahrscheinlich daran, dass mein Kopf gerade woanders ist und ich sehr müde durch die Welt tappere. Gestern den Morgen mit dem Mann verbracht und dann ist der arbeiten, etwas im Haushalt geräumt, aber nicht genug, einfach zu müde und erschöpft. Der Vogel stresste und stresst gewaltig, nicht nur mich. Vielleicht doch nach einem neuen zu Hause für ihn suchen? Die anderen beiden sind deutlich angenehmer. Heute keine Pläne, schlafen und Bad putzen vielleicht. Bleiben wir realistisch, das Wohnzimmer räume ich heute auch nicht. Erinnerungsturm, ich habe Angst bekommen und die Neuroleptika erhöht, so verliere ich 6 Monate schmerzhaftes Ausschleichen, aber besser 6 Monate als erneut Jahre zu verlieren. Solange ich mich in homöopathischer Menge ausbalancieren kann, sollte ich die Chance nutzen, bevor ich wieder im Knast, in der Psychiatrie sitze. Habe deswegen wieder Muskelkrämpfe, aber besser als Stimmen hören. Die Wahlen in Berlin gestern eine Katastrophe, ich rechne damit, dass die Wahlen in Berlin teilweise oder ganz wiederholt werden müssen, dann aber bitte Briefwahl für mich. Für den Moment aber beruhigt, dass die AfD nicht zugelegt hat. Eine starke SPD kann ich verkraften, Hauptsache nicht Laschet. Muss mich auf Arbeit neu eintakten, das war zu viel die letzten 2 Wochen, habe versucht alles gleichzeitig mit voller Kraft zu erledigen, hat keiner verlangt und jetzt spüre ich, dass es zu viel war. Also Ruhe ab dieser Woche, Pausen einplanen und einfordern und nicht so sehr über die Kollegin und ihr asoziales Verhalten ärgern. Ich muss wohl endlich akzeptieren, dass sehr viele Menschen nach dem Motto: „Zahn um Zahn, Auge um Auge“ leben. Passt nicht in die perfekte Welt der Amelie Nadine, aber die Welt gehört nicht nur mir. Aber liebe Leute, lest die Bibel noch mal, da stehen auch ganz andere Dinge drin als das mit den Zähnen und Augen. Nächstenliebe ist da auch ein Thema. Auf in den Tag und die Ruhe genossen:

Gespräche, Ruhe, Schmerzen und arbeitsfähig

Guten Morgen, nicht so gute Nacht, aber genug geschlafen. Puls mal ganz unten, ich scheine wohl endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Gestern sehr aufgeregt gewesen wegen des Gespräches mit der Chefin aber ich denke, es war gut. Gekocht Kartoffelsuppe, für den gereizten Magen und für die Seele. Sehr viel telefoniert gestern, irgendwie brauche ich das gerade. Ich habe so eine innere Unruhe, weil gerade so viel für mich bedrohliches passiert. Ruhe, ich brauche wohl Ruhe und Zeit um endlich diverse Ärzte abzuklappern. Immerhin gestern etwas Haushalt gemacht und mir die Haare gefärbt. Der Vogel stresst, die Sonne scheint und es ist warm. Ein richtiger Sommer ist das aber nicht, es ist ständig dunkel und drückend. Kein Wetter wo man in den Park oder an den See fährt. Die Straße rauscht, immerhin ich denke ich habe gestern mein Trinkziel von 3 Liter Wasser plus erreicht, denn auch die Heilpraktikerin die mich massierte, entließ mich mit dem Ratschlag: Trinken, trinken, trinken. Scheint mein gestresster Körper zu brauchen und schaden kann es auf gar keinen Fall. Der Mann hat sich gestern nicht gemeldet, aber ich mich auch nicht, selten dass wir mal einen Tag keinen Kontakt haben. Gerade ist aber irgendwie alles gesagt und wir haben uns ja auch erst vorgestern gesehen. Der Kaffee schmeckt und für den Moment keine Schmerzen. So viele klagen im Entzug von Neuroleptika oder Antidepressiva von starken Schmerzen und seltsamen Zuständen und geben dann irgendwann auf. Weil es Wochen und Monate dauert, bei mir schon fast ein Jahr. Bei meinem aktuellen Medikament ist aber wieder hochdosieren keine Option, die Schmerzen und Nebenwirkungen, die ich dann kriege, sind noch viel schlimmer. Jetzt habe ich so viele Schmerzen hinter mir, das darf nicht alles umsonst gewesen sein. Was sind das für Medikamente, die die Seele stabilisieren sollen, aber den Körper schwerst abhängig machen? Einen Corona-Impfstoff entwickeln das geht schnell, aber gute Medikamente für jahrzehntelang bekannte Krankheiten entwickeln Fehlanzeige? Alles eine Frage der Priorität? Seelisch kranke Menschen scheinen keine Priorität zu sein. Ich zitiere dazu einen Spruch, den ich neulich gelesen haben: „In Deutschland wird man nicht gesund, sondern arbeitsfähig vom Arzt geschrieben.“ Das erinnert mich auch an mein Gespräch beim Arbeitsamt nach dem Klinikaufenthalt, die Vermittlerin fragte mich, ob ich endlich wieder arbeitsfähig sei. Ich antwortete, dass ich sehr starke Medikamente nehme und mich deswegen nicht für arbeitsfähig halte. Sie antwortete nur: „Medikamente nehmen viele Leute, das ist kein Grund nicht zu arbeiten.“ Willkommen in Deutschland gesunde Arbeit Fehlanzeige, denn wer krank ist kann ja so viele Pillen nehmen, bis eine Arbeitsfähigkeit gesehen wird. Kranke erst gesundzumachen, bevor sie wieder arbeiten, scheint im Konzept nicht vorgesehen zu sein. Wir sind eine Leistungsgesellschaft und Krankheit und ein Heilungsprozess kosten halt Zeit, aber Zeit ist Geld. Brötchen warten und ich denke an Rührei, hier weiter aufräumen wäre nötig, auch das Projekt Kleiderschrank wartet immer noch geduldig. Nach 3 Jahren kann ich vielleicht doch endlich die mittlerweile abgetragene Kleidung meiner Mutter entsorgen. Ehrlich gesagt mag ich die meiste Kleidung von ihr noch nicht mal, ich habe sie aus Trauer getragen, um ihr nah zu sein. Mein Kleiderstil war schon immer anders als ihrer, ich bin viel minimalistischer. Ich habe auch so genug von ihr, meine Seele mein Körper werden immer ein Teil von ihr bleiben, da brauche ich nicht noch ihre alten Kleider. Es ist noch genug Kartoffelsuppe von gestern da, kochen brauche ich heute nicht und mein Magen-Darm-Bereich dankt es mir. Auf in den Tag, so mitten in einer Pandemie und der Klimakatastrophe, überarbeitete in Trauer und auf Entzug von Neuroleptika.

Telefon, Strom, Isolation und Vergangenheit

Guten Morgen, nicht so tolle Nacht und Bauchschmerzen. Der Vogel dreht gleich zum Morgen auf, ich bin genervt. Blauer Himmel grüßt und es ist warm. Gestern tatsächlich noch das Bad geputzt und Haare gefärbt. Ewigkeiten mit einer alten Freundin telefoniert, die Zeit verging aber echt schnell. Nach ihm keine Sehnsucht, auch wenn es manchmal noch seltsam ist hier allein zu sein. Komischerweise wusste auch die Freundin, dass ich eine Person bin, die sich gerne mal 1-2 Tage zurückzieht und keinen Bock auf Niemanden hat. Das war also auch schon vor der Krankheit so, wenn ich so drüber nachdenke schon immer. Ich finde Menschen halt oft sehr anstrengend und brauche dann meine Ruhe als Ausgleich. DHL hat dann gestern geliefert, auch ich habe jetzt einen schicken Turmventilator von Lidl, ich bin mir sicher ich werde ihn noch brauchen. Nach fast 1,5 Jahren Corona, finde ich den Gedanken einer fremden Person die Hand zu schütteln auch unangebracht. Ich finde, fremde Menschen muss man gar nicht anfassen. Menschen, die ich gut kenne und mag dagegen müssen umarmt werden. Heute doch Homeoffice und Spätdienst, ich bin mir aber jetzt schon nicht sicher, ob ich nach der Team-Supervision noch eine offene Sprechstunde machen kann, vielleicht ruft ja keiner an. Aktuell aber eher unwahrscheinlich, ständig ruft jemand an und leider niemand der einfach nur einen schönen Tag wünschen möchte. Der Kaffee schmeckt und gestern hat mich die Stromrechnung schockiert, mit ihm zusammen habe ich in einem halben Jahr soviel Strom verbraucht, wie sonst in einem Jahr allein. Aber gut, ständig zu Hause sein und nicht im Büro, hat sicher auch zusätzlichen Strom gekostet. Die 5 Euro Homeoffice Pauschale pro Tag, die man steuerlich absetzten kann, fängt glaube ich nicht den Mehrverbrauch zu Hause auf. Auch wenn es manchmal schön ist keine Fahrtwege zu haben und länger schlafen zu können, für mich ist Homeoffice keine Dauerlösung, meine Ratsuchenden gehören nicht in meine Wohnung. Das hier ist mein privates Irrenhaus und kein Öffentliches. Aber schon beschlossen wieder mehr ins Büro, damit ich nach Feierabend auch wirklich privat sein kann. Der Vater sollte heute wieder in Berlin landen, mal sehen, was er von der Insel berichtet. Eine Dusche wäre nötig, zum Glück übertragen weder Telefon noch das Internet Gerüche, ich glaube das möchte auch keiner erfinden. Manchmal kommt mir unsere Corona-Realität vor wie im Film Surrogates, es fehlen nur die Roboter. Alternativ erinnert es mich auch an Sheldon Cooper aus „The Big Bang Theory“, der einen Roboter mit Bildschirmübertragung von ihm als perfekte Lösung sah. Mich gibt es jetzt auch schon ne Weile hauptsächlich als Bildschirmübertragung, während mein Körper isoliert und sicher von Viren lebt. Auch wenn ich manchmal genervt bin von Menschen, gewünscht habe ich mir das nicht. Ich sehe nämlich keinen Vorteil darin den Körper isoliert zu halten, im Gegenteil, der Körper braucht Auslauf, der Körper braucht Kontakt, er ist nicht gemacht dafür ohne Berührung, isoliert und mit kaum Bewegung zu sein. Auf in den Tag, gestern Käse Spätzle gemacht, die mir leider noch heute schwer im Magen liegen, also Frühstück fällt dann erstmal aus. Wer hätte gedacht, dass ich mal Menschen vermissen werde…

Nervfaktor, Quiche, kriselig und Abstand

Guten Morgen, nicht so tolle Nacht zweimal wach in knapp sieben Stunden Schlaf. Aber wen wundert es, gestern ein aufregender Tag auf Arbeit. Habe nach 3 Jahren Nervfaktor durch eine Kollegin endlich was gesagt. Das ging mir sehr nah und danach war ich dann noch Stunden aufgeregt und konnte nicht schlafen. Würde ich diesen Job nicht so lieben, ich wäre schon längst wortlos gegangen. Das alles erinnert mich zu sehr an meine alte Firma, dieses übergriffige Konkurrenzgehabe. Die Arbeit ist seit Corona hart genug, da brauche ich nicht noch Kämpfe im Team. Er hat gestern noch Lebensmittel gebracht, etwas zu viel, aber das meiste mag ich. Deswegen gestern als Resteverwertung noch eine Tomaten-Schafskäse Quiche gemacht. Sehr lecker geworden. Ich würde dann mal sagen für den Rest des Monats brauche ich nicht mehr einkaufen, erstmal essen was da ist. Im Büro war es nett, aber die Teamsupervision hatte es halt in sich und danach war ich zu nichts mehr zu gebrauchen und bin früher nach Hause. Heute zum Glück nur zwei Telefontermine im Homeoffice, aktuell keine Ahnung, ob ich diese Woche meine Stunden voll kriege, aber meine Gesundheit geht vor und das Team auch. Ruhig hier und ein grauer Tag grüßt, ich werde mich jetzt nicht über die grauen Aussichten beschweren, ich weiß bereits nächste Woche, wenn die Hitze wieder losgeht, werde ich sie vermissen. Der Kaffee schmeckt und gestern doch wieder Herzrasen gehabt, wegen der Auseinandersetzungen im Team, ich wünschte das hört endlich auf, unsere Kunden sind anstrengend genug. Und warum auch immer, die besonders kriseligen, landen gefühlt fast immer bei mir. Vögel singen und mein Paket mit einer neuen Pfanne liegt wieder im Paketshop, obwohl ich zu Hause war. Dachte das mit DHL ist vielleicht wieder besser geworden, ist es aber nicht, geliefert wird irgendwann wann es passt, zum Paketshop. Einfach nur Stress Lieferungen mit DHL zu erhalten. Also weiterhin nix bestellen, was mit DHL geliefert wird. Der Mann hat wieder Frühschicht, bei mir geht es erst später los. Langsam fange ich doch an ihn zu vermissen, aber das er jetzt wieder richtig einzieht, steht dann doch noch nicht auf dem Wunschzettel. Aber zusammen wohnen war noch nie mein Wunsch oder schwer auszuhalten für mich, das ist nicht seine Schuld, das war auch bei meinen früheren Beziehungen so. Ich brauche halt auch Zeit allein, egal wie viel Liebe es gibt. Mal sehen, ob ich es heute nach der Arbeit zum Paketshop schaffe oder doch nur zum Müll. Liebe bei mir anscheinend nur möglich, wenn es auch Abstand gibt….

Kardiologe, Ruhe, Aneurysma und Veränderung

Guten Morgen, die Untersuchung beim Kardiologen gestern hat mich geschafft und sehr geängstigt. Das Ergebnis war dann ein EKG mit einem Puls von 130 und Bluthochdruck. Reaktion besorgter Arzt und besorgte Schwester. Wieder meinen Blutdrucksenker bekommen, allerdings doppelt so hoch dosiert wie vorher. Danach war ich total fertig, körperlich und emotional, habe alle Termine gestrichen und bin dem Rat der Schwester gefolgt so schnell wie möglich zur Ruhe zu kommen. Also nur Apotheke und nach Hause. Blutdrucksenker genommen und beruhigt und zu meiner großen Erleichterung ist der Blutdruck wieder gesunken und der Puls auch wieder runter auf 87. War das jetzt wieder eine Panikattacke wie ich dachte oder vielleicht doch meine Schilddrüse? Zahlreiche weitere Tests werden folgen, aber für den Moment geht es mir gut und auch heute früh ist der Blutdruck und Puls normal niedrig. Abends dann zu Aneurysma schlau gelesen, das woran meine Mutter wahrscheinlich gestorben ist. Die Chance eines zu bekommen liegt bei 2 Prozent, ist ein direkter Familienangehöriger daran erkrankt bei 4 Prozent und hat man selber Bluthochdruck und/oder ist Raucher, steigt die Wahrscheinlichkeit nochmal auf das Doppelte. Meine Wahrscheinlichkeit liegt als bei circa 8 Prozent, immerhin 92 Prozent sprechen dagegen genau wie meine Mutter zu versterben. Es ist besser Fakten zu kennen, als sich ungewiss zu fürchten. Also Bluthochdruck nicht auf die leichte Schulter nehmen und behandeln und doch nochmal ernsthaft drüber nachdenken das Rauchen einzustellen oder wenigstens zu reduzieren. Auch die ganzen anderen Ängste krank zu sein werden sich dann wohl im Laufe der folgenden Tests klären. Besser wissen als unbekannt fürchten und ausmalen. Er hat gestern endlich die Steaks gebracht und noch anderen leckeren Kram, sogar eine Flasche Schampus. Gegessen dann angebratene Süßkartoffel mit Champignons, Frühlingszwiebel und Steak dazu. War lecker, kostenlos und alles Bio. Der Vater bekommt dann morgen auch Steak, allerdings mit grünen Bohnen und kleinen spanischen Kartoffeln. Abends noch lange gechattet, musste das Geschehene erstmal sortieren. Es ist eine Entscheidung jetzt doch alle Untersuchungen zu machen, eine Entscheidung leben zu wollen, möglichst lange. Ein grauer Tag grüßt und ich weiß nicht, ob ich es heute zur Demo vorm Bruder schaffe, kommt auf die Tagesform an. Insgesamt würde ich mich als geschwächt bezeichnen. Heute ein paar Stunden Homeoffice, aber ich mache nur solange, solange ich mich damit gut fühle. Der Kaffee schmeckt, schmeckt er nicht mehr, ist wahrscheinlich mein Blutdruck zu hoch. Schön, dass mein Körper mich warnt. Es heißt allerdings auch zuhören. Soviel Stress und Veränderung in letzter Zeit, ich muss erstmal hinterherkommen, aktuell weiß ich manchmal nicht wo oben oder unten ist. Ich stehe nicht so auf dauernde Veränderung, sie verunsichert mich, durch die vielen Umzüge als Kind und Teenager habe ich die Schnauze voll von Veränderungen. Immer wieder neu anfangen, immer alles neu (kennen-)lernen, das ist anstrengend. Also bin ich eine Person geworden die sich nicht so gern grundlegend verändert und gern immer vorher weiß was wann wie passiert. Ich weiß spontan ist anders, aber spontan ist was für Leute die nicht wie ich fast zehn Schulwechsel und noch mehr Umzüge hinter sich haben. Schon als Teenager wünschte ich mir ein ruhiges, planbares und beständiges Leben, das gab es aber nicht, aber jetzt entscheide ich über mein Leben. So lebe ich jetzt schon sechs Jahre in meiner Wohnung und arbeite seit drei Jahren für den gleichen Arbeitgeber, auch wenn vieles dabei nicht ideal läuft oder lief. Ruhig hier, nix los und das ist gut so, ich brauche Ruhe. Wer hätte gedacht, dass über ein Jahr Corona dazu führt, dass ich noch mehr zu Hause bleiben muss, weil ich so erschöpft bin vom zu Hause bleiben. Gestern tatsächlich einen neuen Impftermin bekommen für Mitte Juli, ist mir ganz recht, dass es noch dauert, bis dahin kann ich mich noch erholen und meine Ärzte mich untersuchen. Urlaub hatte ich dieses Jahr eh erst im September eingeplant, bis dahin sollten mein Mann und ich durchgeimpft sein. Auf in den Tag, aktuell alles stabil, dann bleibend wir doch mal bei 2Pac:

Zerstückelt, Ruhe, Kongress und Jukebox im Kopf

Guten Morgen, zerstückelte Nacht, bin zu spät ins Bett und dann ständig wach. Fühle mich etwas gerädert und lasse das acht Uhr Chefgespräch dann mal ausfallen, es ist freiwillig. Rückenschmerzen, das war gestern alles zu viel, aber es ist verdammt schwierig einen Termin bei der Behörde zu bekommen, also gab es keine Auswahl. Jetzt ist aber Ruhe im Karton mit Sonnenschein, Blutdruck und Puls auch wieder ok, gestern wieder alarmierend hoch. Aktuell scheint es so, dass ich 2-3 Tage Pause von ihm brauche, um ihn dann wieder 2-3 Tage gern um mich zu haben. Der Kaffee schmeckt und ich brauche immer noch Ruhe, gut allein zu sein. Ich glaube heute gehe ich nirgendwo hin, außer vielleicht zur Mülltonne. Sein Zahnarztbesuch war gestern wohl dringend nötig, heute geht es weiter bei ihm. Gestern Kurzarbeit gemacht, mir war dann doch nicht nach Telefonieren, aber es warteten ja auch über 100 Mails auf mich, also war ich auch so beschäftigt. Gestern als er dann weg war sehr müde gewesen und früh sehr tief eingeschlafen, nur um dann später wieder wach zu sein, ich denke, dass seine ganzen Anforderungen an mich, vielleicht einfach zu viel sind. Ruhig ist es im Haus und ich denke ich will heute keine Pizza mit dem Vater, alles zu anstrengend und keinen Bock auf ihn bis 20 oder 21 Uhr zu warten. Aber es gibt auch eine gute Nachricht, ich wurde als Referentin für den Psychiatrie-Kongress Ende des Jahres genommen. Ich frage mich nur, ob das auch bezahlt wird oder ob Ehre, Kaffee und Kekse die Bezahlung sind. Vor zwei von meinen Ratsuchenden habe ich gerade etwas Bammel, beide sehr anstrengend und fordernd, ich hoffe ich spreche die erst nächste Woche. Was gut ist bei dem zurückkehrenden Gedächtnis, dass nicht nur Traumata zurückkehren, sondern auch die Musik, in letzter Zeit erinnere ich mich öfter Mal an Musikstücke aus meiner Vergangenheit, es ist wie eine Jukebox im Kopf, plötzlich wird ein Song gespielt, der bereits vergessen schien. Das ist dann wohl der angenehme Teil der Geschichte, mein Musikwissen kehrt zurück. So auch dieser Song, aus Teenager-Tagen, damals wusste ich sehr genau was ich von einer Liebe erwartete:

Was ist danach passiert? Ich würde mal sagen eine Reihe von falschen Kerlen. Auf in den Tag, Brot wartet und vielleicht ein Ei dazu?

Ausländerbehörde, Arbeit, Hitze und Gießkanne

Mahlzeit, zurück von der Ausländerbehörde, ich hoffe, ich muss da nie wieder hin. Aber wir haben kaum gewartet und unser Anliegen wurde schnell und freundlich bearbeitet. Jetzt habe ich doch wieder Schmerzen und wünsche mir, dass er bald abhaut. War schön ihn hier zu haben, aber bitte nicht 4 Tage am Stück, wo ich mich doch jetzt eigentlich auf 1-2 Wochen Pause gefreut hatte. Die Arbeit wartet, ich glaube ich werde heute sehr viele Leute anrufen und anschreiben und Termine vereinbaren. Aber ich werde es weniger sportlich angehen, ich denke diese Woche werde ich nicht mehr als fünf Termine herausgeben. Beim Psychiater gestern nicht viel gesprochen, eigentlich fast nur Rezept erhalten. Er hatte an diesem Tag sehr viele Patienten und nach mir wartete eine Dame, die schon im Wartezimmer durch ihre Unruhe auffiel, immer wieder die Maske absetzte und meinte sie hält es nicht aus, zu warten. Gestern zwei Stunden durch die Stadt fahren und heute wieder, war jetzt aber etwas viel, ich brauche Ruhe und Erholung und das aktuell am liebsten ohne ihn. Testergebnis gestern wieder negativ, aber ich lebe ja auch nicht gerade ein riskantes Leben, wenn es um Corona geht. Gestern wieder durch die Trigger-Gegend mit dem Bus gefahren, ein wenig seltsam fühlte ich mich danach schon. Besser ich fahre das nächste Mal einen anderen Weg, aber gestern war ich spät dran, Bus verpasst, Bahn verpasst und da konnte ich keine Umwege fahren. Jetzt zu Hause erstmal einen halben Liter Apfelschorle inhaliert, heiß ist es draußen, am Bahnhof Friedrichstraße war eine Frau kollabiert und wurde notärztlich versorgt. Ich vermute, wenn der Sommer so weiter geht, dann wird es noch einige Hitzetode geben. Meine Füße und Hände sind leider hitzebedingt schon angeschwollen, vielleicht gleich kalt duschen. Heute Liefertag, Amazon will überraschend früher liefern und später gibt es noch Tabak und Getränke. Tabak gibt es hier nämlich nicht zu kaufen und Wasser war gestern ausverkauft. Die Arbeit wartet, ich hoffe er geht vorher, er muss zum Zahnarzt, ich vermute das wird teuer, aber notfalls muss er halt ins Charité, da gibt es Zahnbehandlung kostenlos. Auf dem Balkon sprießt es jetzt und Bienen kommen immer zahlreicher, das Problem ist nur das Gießen bei der Hitze. Deswegen war gestern mein Geschenk des Tages an mich selber eine große blaue Gießkanne mit 10 Liter Fassungsvermögen, mit meiner kleinen 2 Liter Kanne renne ich mir sonst den Wolf. Auf in den Tag und vielleicht Ruhe genossen, irgendwie ist Arbeit heute noch nicht meine Priorität, obwohl sie es sonst eigentlich immer ist. Sommer in der Stadt…

Dauerschlaf, Vorräte, Ruhe und die Welt

Guten Morgen oder besser zwischen wach. Gestern fast den ganzen Tag geschlafen mit Unterbrechungen und heute Nacht weitere 8 Stunden. Fühle mich geringfügig besser. Ein grauer Tag grüßt und ich denke heute werde ich es genauso machen. Ich will nur schlafen, ich will Ruhe und genieße die Ordnung hier und das keiner was will. Gegessen gestern Spiegelei mit Spinat und Kartoffelpüree, so kommt es, wenn ich müde und allein bin, dann gibt es Gerichte aus der Kindheit. Rücken geringfügig besser, aber noch nicht gut, laufe hier wie eine buckelige Hexe herum mit grimmigem Blick. Eigentlich wollte ich einkaufen, eigentlich den Müll wegbringen, aber uneigentlich brauche ich das allein nicht, denn es gibt weniger Müll und genug Nahrung hier die ich mag. Der Tiefkühler ist halb leer, spricht für vergangene Corona-Panik, ich horte nicht mehr, denn für mich allein gibt es genug hier. Notfalls wartet hier immer eine Dose auf mich. Ruhig ist es hier, keine Vögel oder Kinder zu hören nur die Straße. Er hat sich gestern nicht gemeldet, ich mich aber auch nicht, auch mal ganz schön, keinen Bock auf Streit und das er lebt, zeigte mir die Facebook-Status-Anzeige. Diese extreme innere Unruhe legt sich langsam, ich hatte das Gefühl nicht mehr runterkommen zu können, weil alles so aufregend und anspannend war. Jetzt kann ich endlich wieder zur Ruhe kommen und schlafen. Keinen Bock auf Welt, keinen Bock auf Gespräche, nur Bock auf Bett allein. Blutdruck und Puls leicht erhöht, aber gut für mich, keine Gefahr. Kann es noch nicht fassen, dass ich allein sein darf. Fünf Monate habe ich das jetzt durchgehalten, aus Liebe, aber nicht gut für meine Gesundheit. Wenn er mich nicht zur Nummer eins macht, dann mache ich es halt selber. Keine Ahnung, ob es eine gute Entscheidung ist nächste Woche wieder zu arbeiten, aktuell fühlt es sich noch nicht so an, warten wir auf Montag. Gestern auch wach im Bett gelegen und Bienen und Vögel beobachtet, die sich an meinen Balkon erfreuten. Der Schnittlauch blüht und ein Meisenknödel vom Winter erfreut die Spatzen. Der Kaffee schmeckt und ich denke ich werde bald wieder ins Bett gehen, keine Revierstreitigkeiten, keiner stört, alles meins und ich kann es noch nicht fassen. Das alles hier läuft jetzt wohl nach dem Motto: „Hilfe dir selbst, dann hilft dir Gott“. Ich bin es gewohnt, dass keiner mir hilft, das war fast mein ganzes Leben so, also habe ich gelernt mir selbst zu helfen, doch dazu brauche ich Ruhe und nur meine eigenen Probleme. Allein zu Hause zu sein, ist dann wohl jetzt mein Corona-Urlaub oder besser meine Corona-Reha. Ich hörte bereits von vielen Müttern und Vätern, die sich genau wie ich nichts sehnlicher wünschen als endlich in Ruhe allein zu sein, egal wo. Bananen eingefroren, aber es bleiben noch welche übrig, also gibt es wohl Banane zum Frühstück. Die Küche ist jetzt auch viel luftiger, nicht soviel Kram, nicht soviel Chaos, nicht ständig aufräumen und die Spülmaschine läuft auch nur noch einmal am Tag oder seltener. Gestern keine Briefe bekommen und keine Pakete, auch mal ganz schön, die Welt will nichts von mir, aber ich will auch nichts von ihr. Ich fange dann mal ganz spontan gar nichts an:

Letzter Tag, Geburtstag, Cool Box und mein Weg

Guten Morgen, letzter oder vorletzter Tag des häuslichen Zusammenlebens? Es bleibt eine Überraschung für mich, je nachdem ob er heute die Schlüssel kriegt oder auch nicht. Gestern beschlossen doch Geld auszugeben, für mich, ich plane für diese Woche einen Geburtstag für mich, das heißt ab zur Massage und zum Friseur. Beides Sachen, die ich mir sonst nur am Geburtstag für mich gönne, aber letztes Jahr ist das ausgefallen. Bin müde, keine so tolle Nacht, seinetwegen, aber jetzt ist er arbeiten und Bett und Wohnung gehören mir. Gestern wieder keinen Bock auf Kochen gehabt und dafür Bock auf Fleisch, also Grillplatte beim Griechen bestellt, war gut, aber ich glaube das war jetzt genug Fleisch für die nächsten Tage. Passiert ist gestern nicht viel, immerhin Bad etwas geputzt, aber den Müll nicht weggebracht. Ich glaube wir beide können es nicht erwarten endlich mal wieder allein zu sein und nur nach den eigenen Regeln zu leben. Ich bin mir sicher ich werde ihn dann irgendwann auch vermissen, aber irgendwann ist nicht jetzt. Die Grill Cool Box ist zu mir unterwegs, ich bin jetzt schon enttäuscht, denn unter Grillen stelle ich mir was anderes als Burger vor. Für Burger habe ich eh alles hier. Aber gut Pech gehabt, muss ich halt viel Burger essen. Preislich sollte ich trotzdem gewinnen, wenn ich den Kram denn wirklich verbrauchen kann. Bin gespannt wie oft wir uns jetzt noch ohne Zusammenleben sehen, ich kann für den Moment nur sagen jetzt 1-2 Wochen Pause wäre erstmal gut. Möge Zeit zum Vermissen entstehen und Zeit für mich wieder ich selbst zu sein und endlich zur Ruhe zu kommen. Irgendwie gelingt bei mir egoistisch sein nur, wenn sonst keiner da ist. Ein sonniger Tag grüßt bei 20 Grad, alles friedlich und ruhig in dreckiger Wohnung. Der alte Freund meldet sich nicht aus dem Knast, ich habe keine Ahnung wo er sitzt, aber ich kenne die Gefängnisse aus Berlin seinetwegen bereits. Arbeit vermisse ich noch nicht, aber lese trotzdem zwischendurch Arbeitsmails, zum Glück passiert da nicht viel. Ich werde ihn vermissen, aber in der Ehe wie sie in Deutschland gelebt wird, sehe ich keine Vorteile für die Frau, wenn sie keinen Versorger braucht. Im Gegenteil, muss frau wirklich ihr Leben aufgegeben für den Mann? Warum geht nicht mehr? Leben, Freiheit und Liebe? Die Psycho-Nachbarn haben gestern viel Lärm gemacht, aber hauptsächlich ihre kleinen Jungs, Kinder dürfen das, mit denen diskutiere ich nicht über Ruhe. Ich finde keine wirklich passenden Worte für meine Lage, also lasse ich Frank singen und eine Träne rollt: