Schlaflos, Nahtod und Leben

Guten Morgen, bin ich am Arsch. Fast die ganze Nacht nicht geschlafen, wegen der Geräte an meinem Körper. Den Herzschlagmesser hätte man ja noch ignorieren können, aber nicht ein Blutdruckgerät das die ganze Nacht immer wieder pumpt. Also starte ich den Tag mit 2-3 Stunden Schlaf und muss bald wieder zum Arzt zu weiteren Untersuchungen. Ein grauer Tag grüßt und der Kaffee schmeckt, gut, dass es heute kühler ist, gestern geschwitzt wie nichts und mich dann wegen der Geräte nicht duschen dürfen. Die Ergebnisse kriege ich dann nächste Woche, ich glaube aber jetzt schon, dass das keine repräsentativen Werte sind, wenn ich Angst habe wegen der Geräte und kaum zum Schlafen gekommen bin. Eine gute Nachricht gab es aber schon gestern, ich habe keine Herz-Rhythmus-Störung, aber wer weiß was sonst so los ist. Der Mann ist relativ besorgt, er will wissen was los ist, ich auch und mache mir dabei aber in die Hose. Es war nie mein Plan alt zu werden und jetzt kämpfe ich drum. Gestern noch viele telefoniert und gechattet, das erdet mich gerade, falls doch verrückte Gedanken kommen. Heute noch ein Video-Treffen mit den Chefs, ich bin heute zu geschwächt für Konflikte, ich hoffe es bleibt friedlich. Abends dann Pizza mit dem Vater, wobei ich mir überlege heute einfach eine Pizza zu bestellen. Wenn ich heute früh beim Arzt bin und Untersuchungen folgen und ich danach in die Videokonferenz muss, wird mir das zu viel, aber sehen und sprechen möchte ich ihn trotzdem. Der Nachbar ist wieder ausgetickt und hat erst spielende Kinder angeschrien und dann wieder gebohrt, ja so entspannend ist das hier. ^^ Dass er fremde Kinder anschreit, ist aber neu, er hat doch selber welche. Gestern Nacht ist mir noch mehr zu meiner Krankheit als Kind eingefallen, ich glaube ich hatte eine Nahtoderfahrung oder das war damals der Anfang einer Schizophrenie. Ich versuche dann mal nicht weiter drüber nachzudenken, denn ich möchte nicht wieder ins Wunderland. Das alles ist über 30 Jahre her und ich habe wie auch immer überlebt. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich damals fast erblindet war und mit Fieber endlos die Drei Fragezeichen gehört habe, was mich irgendwie gerettet hat. Die Kassetten hatte meine Mutter herangeschafft, nachdem klar war, dass es mir zu schlecht ging um zu lesen. Aber stopp, ich wollte nicht weiter darüber nachdenken. Das jetzt zählt, das ich lebe und das ich weiter überlebe, wofür auch immer. Auf unter die heiß ersehnte Dusche, auf zum Arzt, denn ich lebe…