Corona, Blumenkohl, Ärzte und Farbfilm

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, gestern ging es mir wirklich nicht gut. Auch tagsüber geschlafen und Alpträume gehabt. Der Psychiater ist zurück aus dem Urlaub, sicher 15-mal angerufen, aber entweder besetzt oder keiner geht ran. Wer hätte gedacht, dass ich mal so eine Sehnsucht nach einem Psychiater habe. Beim Mann im Büro gibt es wieder Corona, ich hoffe für ihn nicht. Die Coronazahlen in der Stadt sind gerade sehr hoch, weil niemand mehr versucht irgendwas zu vermeiden. Tatsächlich gekocht, Blumenkohl auf indische Art. Immer noch sauer und schmerzerfüllt wegen meiner Vergangenheit, wie konnte das alles passieren? Warum verdammt nochmal hat niemand auf mich aufgepasst? Weder Mutter, Stiefväter, restliche Familie noch Freunde haben mich jemals beschützt. Der Nachteil, wenn man jung, zu erwachsen wirkt? Immerhin die Temperaturen gehen zurück, ohne Regen, ich wünschte es gäbe endlich Regen.

Die Straße rauscht und die Polizei hat in der Stadt viel zu tun, die Leute knallen durch, nach/während Corona und jetzt auch noch Krieg und Wirtschaftskrise. Ich weiß auch nicht mehr weiter, keine Ahnung wie es weiter gehen soll, keine Ahnung wo das Licht am Ende des Tunnels ist. Geführt von einer Regierung, die eher unerfahren und hilflos wirkt, aber dafür hoffentlich weniger korrupt als die vorherige ist? Wer weiß es, mir bleibt dazu auch nur die Tagesschau. Fenster auf und auf Abkühlung gehofft, meine Ventilatoren haben Dauerschicht, die Nachbarn schweigen alle, während ich mich in die Kissen heule. Berlin, eine wunderbar anonyme Stadt, verrecken, ohne dass es irgendwer bemerkt. Versuche eine Online-Krankschreibung zu bekommen, aber auch das scheint schwierig. Die Idee, mit dem Bus irgendwo hinzufahren und dann stundenlang im Wartezimmer zu warten, um dann auf einen gestressten Arzt zu treffen, ist gerade Horror.

Baden gewesen und Brot gebacken, irgendwas für die Seele, jenseits von Schokolade. Immerhin morgen Termin bei der Psychologin, aber ob das hilft, ist fraglich. Die kennt mich gar nicht und leider habe ich jetzt schon den Eindruck, dass sie mich missverstanden hat. Aber warten wir ab, ich gehe dann mal hin. Soviel zur wundervollen Krankheitsversorgung in Deutschland. Vorgenommen heute immerhin in den Drogeriemarkt zu fahren oder besser zu gehen, schützt mich vor den Verrückten der Stadt, denn ich bin verrückt. Wäre mal wieder Zeit für Farbfilm:

Edit: Meine Definition von verrückt: Abgerückt von dem, was als normal gilt.

Schlaf, antriebslos, Glaube, Gefängnis und Liebe

Guten Morgen, endlich mal lang und ausreichend geschlafen. Bauch immer noch nicht gut, aber besser. Gestern immerhin draußen gewesen, irgendwie bin ich gerade handlungsunfähig, vielleicht sogar depressiv? Nach der ersten großen Aufregung zur Rekonstruktion der Vergangenheit ist der Aktionismus in Nihilismus umgeschlagen. Wunderbarer Sonnenschein, sommerliche Temperaturen tun gut, machen meine Grundstimmung aber nicht besser, sondern hindern mich nur am Abstürzen. Leben, kein Wunder, dass ich beim Blick in die Vergangenheit dem Wahnsinn nah bin. Die Geschichte will keiner haben, ich auch nicht, ist aber meine. Der Krieg tobt, die Preise steigen, die Corona-Zahlen auch und jetzt auch noch Affenpocken. Wunderbar, ich baue mir dann mal ein Haus aus Konserven, Öl und Klopapier, setze mich da rein und warte, bis die Kindergärtnerin zum Mittagessen ruft. Vertrauen, in dieser Welt wohl unangebracht, ich habe so vielen vertraut und bin damit so böse auf die Fresse gefallen. Ich dachte mal, ich wäre schlau, aber der Glaube an das Gute im Menschen, scheint nicht so schlau zu sein.

Vielleicht sollte ich mich damit einfach abfinden und aufhören, immer wieder so überrascht zu gucken, wenn ich wieder verraten und verkauft wurde. Sterben für Ideale, gestorben, bin ich schon so oft, aber immer wieder aufgetaucht, wenn das Meer mich eigentlich schon verschluckt hatte. Vielleicht bin ich nicht stark genug für all das, aber dickköpfig und stur für zehn. Viel mit einer alten Freundin getextet, die Vergangenheit grüßt. Keine Wunder, nur Alltag, böser Alltag unter meist selbstsüchtigen Schmarotzern. Meine Wohnung, meine Welt, mein Gefängnis? Ich will das alles nicht mehr sehen, aber trotzdem nicht erblinden, der Kaffee schmeckt, der Blutdruck ist unten. Liebe, in dieser Welt auch oft ein Geschäft, dabei ist Liebe nicht käuflich? Oder doch? Ich glaube nicht mehr an die Liebe ohne Hintergedanken, jeder hat so seine Motive, schade, aber die Botschaft sollte dann endlich mal ankommen. Ich atme ein, ich atme aus und setze einen Fuß vor den anderen.

Arbeitswoche, schlechte Männer-Erinnerung, Wachs und Feuer

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, aber ok für den Moment. Arbeitswoche fast geschafft, heute nur noch ein fester Termin. Gegessen gestern nur Mist, schweigen wir dazu. Immerhin zu Hause noch Wäsche gewaschen. Gestern eine Nachricht von einem Mann bekommen, der meinte, er kannte mich vor 10 Jahren. Erst konnte ich mich gar nicht erinnern und dann dämmerte es später, wer das wohl war. Ganz schlechte Erinnerung, ganz, ganz schlecht. Ein Teil meiner Erinnerung, auf den ich gern verzichten würde. Mein Männergeschmack damals, eine Katastrophe. Immer auf der Suche nach Liebe an den falschen Orten kann man es im besten Fall nennen. Ich denke die Geschichte damals mit ihm, war ein Faktor, der mich letztendlich richtig krank gemacht hat. Kein Mann der Welt ist es wert, seinetwegen in der Psychiatrie zu landen. Allein bleiben hat manchmal auch Vorteile. Ich hoffe, ich begegne ihm nie wieder in diesem Leben. Was da damals zwischen uns passierte, unfassbar, genau genommen ein Fall für die Polizei. Aber gut, ich bin nicht die einzige Frau, die zu ganz schlechten Männer gegriffen hat.

Themenwechsel, versuchen wir diese Erinnerung abzuschütteln, ich bin heute eine andere, eine Frau, die sich nicht mehr unterdrücken und schlagen lässt. Habe ich mich irgendwann zu meinem Ehemann beschwert? Also im Verhältnis zu dieser Erinnerung ist er ein Goldstück. Die Sonne scheint, die Vögel sind zu laut und haben mich wahrscheinlich geweckt, der Kaffee schmeckt und ich frage mich, warum ich die letzten Nächte nur noch 5-6 Stunden schlafe, mich dabei aber ganz gut fühle. Frühlingsputz wäre gut, das ganze Licht des Frühlings macht jetzt Staub und Dreck sichtbar. Konto leer, ich warte auf neues Gehalt und auf Ostern. Kerzenreste meiner Mutter stehen überall rum, wenigstens etwas was ich wirklich verbrauchen kann. Vielleicht hätten alle ihre Dinge aus Wachs sein müssen, damit ich sie rituell nach und nach verbrennen kann. Erinnerungen, die lichterloh von einem gehen, für mich nicht möglich, weil ich nicht vergesse, aber diesem Kerl von gestern, dem wünsche ich: Brenne Baby, brenne!

Philosophie um Mitternacht, aus Fehlern lernen und Väter

Guten Morgen, zu spät schlafen gegangen, zu früh wach. Doch gestern noch eine philosophische Diskussion zum Wesen des Menschen gehabt und ob die Zerstörung der Erde durch den Menschen Teil von Mutter Naturs Plan ist oder nicht. In der Evolution gab es immer wieder Dinge, die die Erde fast zerstört haben, also dieses Mal der Mensch? Die Diskussion wurde dann gegen ein Uhr morgens abgebrochen. Mein Gesprächspartner unterstellte mir danach ich würde Hegel lesen, habe ich aber nie.

Die Sonne scheint, die Kinder über mir toben und machen Krach, der Kaffee schmeckt, die Straße rauscht und gestern gab es tatsächlich eine Bolognese mit Bandnudeln. Heute Abend kommt der Vater und es gibt erstmalig eine Kochbox Pizza, ich ahne jetzt schon, das wird ihm vielleicht zu gesund sein. Mein Vorsatz mich gesünder zu ernähren steht nämlich noch und die Tabelle mit den erlaubten und nicht erlaubten Lebensmittel am Kühlschrank wirkt derzeit noch abschreckend. Gestern viel beraten und in der Supervision wieder sauer geworden, es ist wirklich unklar wo meine berufliche Zukunft liegt, wenn bestimmte Mitmenschen immer und immer wieder die gleichen Fehler machen und so gar nichts daraus lernen. Ich finde Fehler ja nicht schlimm, passiert, aber nichts draus lernen macht mich dann irgendwann doch wütend. Da hilft dann auch nicht, dass meine Zündschnur kürzer geworden ist, heißt, dass ich jetzt deutlich schneller sage, wenn mir was nicht passt, wenn mein Gegenüber dann darauf aber scheinbar gar nicht reagiert ist das mehr als frustrierend.

Abends mit dem Mann telefoniert und am Lebenslauf seines Cousins gearbeitet, die afrikanische und deutsche Art sich zu bewerben ist doch ziemlich anders. Stichwort dazu: Selbstlob stinkt, aber bei meinem Mann und auch seinem Cousin musste ich feststellen, dass sie sich in ihren Bewerbungen kreativ, über alle Masse selbst loben, statt mit wichtigen Fakten zu argumentieren. Das in Deutschland eher gute Arbeitszeugnisse zählen, als Selbstdarstellung, ja, das Arbeitszeugnisse überhaupt wichtig sind, ein Novum für die Beiden. Körperliche und seelische Verfassung soweit ganz gut heute. Müsli vorbereitet und Medikamente genommen. Viel an Stiefvater eins gedacht, überhaupt an meine Väter, ich zähle mindestens drei, der Erzeuger, Stiefvater eins und dann Stiefvater zwei, der hoffentlich der letzte bleibt. Keinen Platz mehr für Väter in meinen Leben, Väter und ihren Erwartungen an mich. Gut der Erzeuger hatte keine Pläne für mich, der wollte einfach nur wegrennen, was er auch getan hat. Stiefvater eins ist dann auch gerannt, während Stiefvater zwei immer noch da ist. Passend dazu 80er Jahre Musik aus einem meiner Lieblingsfilme als Mädchen:

Schlaf, Handwerker, Erziehungsfragen, Speiseöl und das Rad

Guten Morgen, endlich mal wieder viel und ordentlich geschlafen. Das hat gut getan. Noch nicht ganz wach, aber mal einen ganzen Tag verschlafen, wie gestern war wohl nötig. Seit Monaten schlafe ich nur noch im Durchschnitt sechs Stunden. Gestern einen Witz gelesen, was einen motiviert aufzustehen, die Antwort Nummer eins war: „Eine volle Blase“. Das trifft auch auf mich zu. Andere Gründe habe ich derzeit nicht. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt und ich habe beschlossen, dass jetzt in Panik leben wegen des Krieges auch nichts bringt. Nichts hier gemacht, außer Kohl gekocht und geschlafen. Heute kommt wahrscheinlich ein Handwerker vorbei, um meine bröselige Baddecke zu begutachten. Später noch zum Paketshop, Medikamente und ein Ersatzteil für die Spülmaschine abholen. Den Hausmeister müsste ich auch noch anrufen, wegen zwei weiterer Baustellen. Also vorher wohl besser etwas aufräumen hier.

Der Mann schreibt, die Straße rauscht und meine Vögel singen. Noch nicht ganz geschnallt, dass die Sachen der Mutter weg sind, endlich eine Last weniger auf meinen Schultern und kaputten Rücken. Ich kann mich bis heute nicht entscheiden, ob Sachen meiner Mutter Trost sind, oder Dämon. Mit der besten Freundin gestern telefoniert, die auch wie ich alles sehr früh alleine machen musste und alleine war, das Schicksal der Töchter von alleinerziehenden, berufstätigen Müttern. Heute in Deutschland nicht mehr denkbar, dass Kinder einfach alleine gelassen werden. Dafür war ich sehr früh selbstständig, was manche Kinder heute bis 20 nicht sind. Es muss doch einen Mittelweg geben zwischen: „Gratulation, du gehst jetzt zur Grundschule, also komme mal alleine klar“ und „Du bist noch Teenager, also fahre ich dich lieber und kaue dir dein Essen vor.“ Beides extreme, die nicht gut für ein Kind sind.

Heute mal nichts Politisches, ich bin gerade nicht politisch zwischen meinen Kissen und Decken, putzen wäre gut, Müll wegbringen und ein Lächeln gesucht. Die Leute haben wieder angefangen zu hamstern, obwohl die Preise schon hochgegangen sind. Zum Beispiel Speiseöl kostet jetzt schon 50 Cent mehr der Liter. Was ich nicht wusste, die Ukraine ist ein sehr großer Produzent für Speiseöl. Mein persönlicher Verbrauch für Öl ist aber sehr gering. Die Reduktion des Medikaments gerade verschafft Übelkeit und Müdigkeit, aber wird mit einem wachen Geist belohnt, mit diesem muss frau dann aber auch klarkommen. Betäubt worden 2013, als junge, hübsche, normal gewichtige, körperlich gesunde Frau und aufgewacht 2022, als kranke, dicke Frau in der Midlifecrisis. Das Leben ist ein Arschloch, die Pharmaindustrie, unser Gesundheitssystem ist ein Arschloch. Mein ganzes Leben ein schlechter Film, indem ich zu oft nur Statist war. Keine Ahnung, was ich jetzt mit dem Rest anstelle. Das Rad dreht sich aber weiter:

Magen, Mann, Schlaf, Gott und Berlin

Guten Morgen, der Magen rumpumbelt, also bin ich wach um der Toilette zu huldigen. Der Mann schläft, die Straße rauscht und ich schaue aus müden Augen auf den Monitor. Gestern so müde gewesen und schwimmen war dann irgendwie sehr anstrengend. Danach nicht mehr viel mit mir, auf den Mann gewartet und später Wraps gemacht. Lange Gespräche mit dem Mann und einen Film geschaut. Komisch das Bett zu teilen, schon dran gewöhnt allein mittig oder diagonal im Bett zu schlafen. Aber gut, wir haben Sonntag, ich kann später noch schlafen. Ein kleines Wunder dabei, sein Smartphone liegt hier im Wohnzimmer, sonst braucht er es immer direkt neben dem Bett, was ich hasse. Kann nicht wenigstens im Schlafzimmer Ruhe sein von elektrischen Geräten und Social Media? Wer braucht das, während man/frau schläft? Was will man im Schlaf denn so dringend mitteilen oder lesen? Also ich gar nichts. Schlaf ist Schlaf und sollte Schlaf bleiben. Wir sind Menschen und keine Roboter, wir brauchen nachts keinen Strom. Der Vater schreibt, ich bin immer noch sauer, aber mal sehen, was der Tag bringt.

Schwimmen gestern weniger stressig, aber gefühlt immer noch zu viele Leute im Schwimmbad, zu viele Leute mussten sich wenige Bahnen teilen. Kann mich gerade nicht entscheiden, ob ich Gesellschaft hier gut oder schlecht finde, hat beides Vor- und Nachteile. Der Mann findet den Gott aus Holz gruselig, er meinte, es sei gefährlich sich Figuren ins Haus zu stellen, deren genauen Bedeutung man nicht kennt. Ich denke, Stichwort Voodoo. Ich fühle mich durch die Figur aber weder bedroht noch manipuliert. Vielleicht erklärt es mir Stiefvater eins irgendwann noch. In meiner Gegend wieder Klopapiermangel, womit ich jetzt lustiges Wintersport-Klopapier habe, wer braucht Motive auf dem Papier für den Arsch? Ich eigentlich nicht, aber gar kein Papier ist auch keine Lösung, denn ich habe kein Bidet. Stille bei beschlagenen Fenstern, doch nen leichten Kaffee gemacht. Nach dem Schwimmen und schlafen, ist der Blutdruck immer sehr weit unten. Steuererklärung ins Finale gebracht, also bald abschicken.

Nicht an die Vergangenheit denken, an das Mädchen, das 1989 hier als Weltmeisterin in Schach und Boxen ankam und nach 33 Jahren Berlin jetzt nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Ich war ein intellektuelles und körperliches Kraftpaket und heute, eher weniger von beiden. Was stand mir die Welt offen und dann kam Berlin. Schön für meine Mutter, schön für den Stiefvater zwei, deren Ehe Jahrzehnte hielt, aber für mich? Aber Minderjährige hatten damals kein Mitspracherecht über den Aufenthaltsort. Genug rumgeheult, es ist, was es ist…

Schlaf, ungeduldig, Arzttermine, Quarantäne und kein Paradies

Guten Morgen, endlich mal wieder ausreichend geschlafen. War auch dringend nötig. Gekocht eine einfache Tomatensoße mit Nudeln und Salat. Ja ich habe hier seit Corona sehr viele Nudeln gehortet und kaum Nudeln gegessen. Aktuell bin ich ungeduldig für meine Verhältnisse, quatscht jemand zu lange Blödsinn bin ich nicht mehr gewillt dem unendlich zuzuhören. Wie bringt man Klartext nur möglichst freundlich rüber? Homeoffice war ok, ein paar Beratungen und weitere Termine für die Woche gemacht. Für mich Arzttermine gemacht, endlich zum Orthopäden, das ist so was von überfällig bei meinen Schmerzen und Ausgaben für Massagen. Beim Psychiater kein Durchkommen, seit Tagen, immer besetzt, dabei möchte ich doch nur einen Termin umlegen. Zum Glück habe ich noch genug Medikamente, weil ich von einem Lieferengpass ausging, es gibt aber wohl eher einen Ärzteengpass. Die Freundin in der Türkei angerufen, auch sie hat Corona und ist in Quarantäne. Gruselig, wenn mehrere geimpfte, direkte Kontakte in Quarantäne sind. Habe mich dann mal getestet, ich habe immer noch alles, aber kein Corona. Angefangen die Steuererklärung zu machen, aber mir fehlen noch Daten vom Mann. Heute Büro und Supervision, ich denke, das ist gut so.

Es ist noch dunkel und eine Kerze brennt, der Kaffee schmeckt, aktuell kein Bock mehr auf mein Leben, also nicht lebensmüde, aber müde, sehr müde und keine Perspektive in Sicht. Will gar nichts mehr, aber gar nichts macht mich auch nicht glücklich. Alles doof. Frühling könnte helfen, Freiheit könnte helfen, aber während Corona scheint Freiheit ausverkauft zu sein. Von der besten Freundin auch nur Horrornachrichten. Meine kleine Horrorshow, ich weiß aber, mein aktueller Film ist nicht der Schlimmste, auch wenn es mir so vorkommt. Immer weniger Lust am Wochenende zu arbeiten, ich sollte vielleicht nach einer anderen Lösung suchen. Die Welt retten, vergesse es, ich allein schon mal gar nicht, ich mache mich damit nur kaputt. Alles, was ich geben kann, ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Angebot erhalten in einem Film mitzuspielen, zugesagt aber doch noch am überlegen, ein Outing will gut überlegt sein bei den aktuellen Arbeitsmarktchancen. Wäre ich schwul oder lesbisch, divers, kein Problem heutzutage, aber seelisch krank? Da kriegen die Leute mit ihren Vorurteilen Angst. Ich bin gut in meinem Job, aber reicht das als lebenslange Perspektive in einer Gesellschaft in der die Inklusion für Behinderte gerade abgeschafft wird?

Gerne würde ich alles verschlafen, aber ich habe schon zu lange geschlafen, freiwillig und unfreiwillig. Das Paradies, vielleicht gibt es das gar nicht, nicht hier und auch sonst nirgendwo. Meine Idealistin kann einpacken, die Träumerin auch, das ist Realität und nicht das Paradies…

Atmen in der Nacht, basische Ernährung und blauer Himmel

Guten Morgen ohne Atemwegsprobleme, nicht aufgewacht mitten in der Nacht, weil ich keine Luft mehr bekomme. Atmen durch die Nase, einfach so. Was ist anders? Einfach mal die Tür zum Vogelzimmer geschlossen und durch die restlichen Zimmer durchgelüftet. Voilà kaum eine allergische Reaktion und atmen können. Dass das so krass ist, war mir nicht bewusst. Ich dachte, es liegt an anderen Dingen, dass meine Nase ständig zu ist, ich dann durch den Mund atme und dann Halsschmerzen bekomme. Schon ne fiese Nummer, dass meine Mutter mir trotz seit über 20 Jahren bekannter Allergie gegen Vögel immer neue Vögel anschleppte, mit dem Satz: „Haustiere hat man bis an dessen Lebensende.“ Tja, was ist nur mit meinem Leben? Ich meine jetzt nicht den Ehemann, der hier auch keine Vögel will, ich meine mich selber, die nun mal atmen muss. Doch was soll ich machen? Die Tierheime quellen gerade über mit abgegeben Tieren und es ist noch zu kalt, um die Vögel vielleicht einfach auf den Balkon zu stellen, wir müssen uns auf jeden Fall räumlich trennen. Bei aller Aufopferung, Verpflichtung und Ehrencodex, atmen für mich muss schon sein. Auch steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann wieder öfter hier ist und dass meine Nachbarn mich weniger wegen ohrenbetäubenden Vogelgesang hassen.

Auch heute keine Kerze, es ist bereits hell genug, ich rutsche gerade wieder in den Nachtmodus, nachdem ich jetzt monatelang unfreiwillig der Frühmensch gewesen bin. Seit der Pubertät bin ich eine Eule, erst mit der Umstellung/Reduktion der Neuroleptika war ich plötzlich immer so früh wach. Die Annahme Frühaufsteher wären die besseren und produktiveren Menschen kann ich nicht unterschreiben, wer mich kennt weiß, dass ich ein Arbeitstier bin und gar nicht faul, wie man es den Eulen gern unterstellt. Gestern endlich die Hühnersuppe gemacht und mit der Tante telefoniert. Die erzählte von ihrer überstandenen Corona-Infektion und von Darmsanierung durch Heilfasten oder basische Ernährung. So nennt sich das also, was ich gerade mit mehr vegetarischer Ernährung versuche und mir offensichtlich guttut. Wie konnte ich so lange mit verstopften, entzündeten Atemwegen und Magendarmbeschwerden aushalten? Alles Sedierung? Ein Fluch? Da soll mich einer nochmal fragen, warum ich schlecht drauf bin, wenn elementare Dinge wie Atmen, schlafen und Verdauung nicht funktionieren. Das muss sich ändern, so kann es nicht weitergehen.

Ich habe auch ein Recht auf mein Leben. Nein, ich habe an erster Stelle ein Recht auf mein Leben und ganz sicher auch dabei atmen, schlafen und essen zu können. Heute Homeoffice und schwimmen gehen, ich freue mich aufs Schwimmen, es tut mir sehr gut, und wenn ich durch die Nase atmen kann, kann ich vielleicht auch bald wieder kraulen? Brustschwimmen ist so rentnermässig, in frühen Jahren bin ich immer mit dem Kraulen allen davon geschwommen. Nix gehört von Mann gestern, ich hoffe, es geht ihm gut. Wenig geschlafen, aber ich fühle mich trotzdem ganz gut, vielleicht weil ich atmen konnte und keine Magendarmprobleme hatte. Blauer Himmel ist zu sehen, es wird Zeit für mehr blauen Himmel für mich:

Homeoffice, Schnee, Corona, Idealbild und scheiß auf Diagnosen

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, aber selber schuld, zu spät versucht einzuschlafen. Gestern einige Beratungen gemacht und mit der Kollegin ausgetauscht. Heute Homeoffice mit Blick auf Schnee draußen. Ja Schnee, es hat geschneit. Froh heute keine weiteren Termine zu haben, waren jetzt genug Termine, irgendwie reicht es mir halt oft, wenn ich auf der Arbeit war mit den Terminen. Nach Feierabend dann noch weitere Termine, oft zu viel für mich. Wird oft als fehlendes Interesse an meinen Mitmenschen interpretiert, aber so ist es nicht, ich bin einfach müde nach der Arbeit. Die Chefs haben jetzt doch einen Plan erarbeitet, wie es weiter gehen könnte, das macht Hoffnung. Die Pizza gestern nicht der Hit, vielleicht weil ich einfach nicht in Pizzastimmung war, ist immer so, wenn ich koche, obwohl ich eigentlich nicht kochen möchte, ist das Ergebnis mäßig. Sehr dankbar heute im Homeoffice bleiben zu dürfen, ich will nirgendwo hin und virtuelle Kontakte reichen mir. Zu Hause telefonieren und aus dem Fenster schauen, reicht auch mal.

Eine Kollegin hat Corona in der Familie, trotz Impfung, also Quarantäne. Ich habe mich vorgestern und gestern noch getestet und scheinbar alles gut, des letzte Kontakt draußen mit ihr war Tage vor der Infektionsmeldung. Keine Kerze an, es ist bereits hell genug, die Straße rauscht und ich schaue müde und verkniffen in den Tag. Marienkäfer bevölkern meine Fenster, das finde ich ganz schön, ein paar Wintergäste zu haben. Seit der Zahnreinigung am Montag Zahnschmerzen, ich hoffe, das geht wieder weg. Im Haushalt schaffe ich gerade wenig bis gar nichts, immerhin gestern gestaubsaugt und Bett frisch bezogen. Diesem Idealbild der Gesellschaft, dass jeder jederzeit Bock auf Sozialkontakte hat, entspreche ich nicht. Vielleicht, weil ich sensibel bin und aus Erfahrung so viel mehr Informationen von meinem Gegenüber wahrnehme als andere Mitmenschen. Das ist oft dann schnell eine Informationsüberflutung, die ich erstmal verdauen muss. Ich will jetzt im Gegensatz zum Gesellschaftsentwurf nicht behaupten, dass in der totalen Einsamkeit das Glück liegt, für mich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Es gilt für mich nur, die Balance zu finden und zu halten.

Die Tage „Kalter Hund“ gemacht, ein Kindheitskuchen, ich glaube von der Urgroßmutter. Ist ganz gut geworden, aber natürlich gar nicht gesund. Blauer Himmel und Sonnenschein schleicht sich heran, ich hoffe, der Frühling schleicht auch bald. Bin in Veränderung, auch das strengt unheimlich an, aber das nennt sich wohl Leben. Aber bitte Schritt für Schritt und nicht alles auf einmal, kann ja sein das andere sowas schneller können, ich nicht. Vielleicht ist das meine wahre Behinderung, dass ich aufgrund meiner Geschichte auf zu viele Sozialkontakte und zu viel Veränderung mit Überforderung und Rückzug reagiere. Viele nennen mich Menschenversteher, aber wer versteht mich? Treffe selten Menschen, die mich verstehen und oft haben die dann offiziell Autismus oder ähnliches. Autistisch bin ich aber nicht, dafür bin ich zu empathisch oder vielleicht doch? Ach scheiß auf Diagnosen, je mehr Ärzte man hat, umso mehr Diagnosen. Warum darf man nicht vom Idealbild abweichen, ohne gleich eine Diagnose verpasst zu bekommen? Alles, was anders ist, ist gleich eine Krankheit? Muss behandelt werden? Warum nicht leben und leben lassen? Ich könnte jetzt von meiner Seite aus auch behaupten, dass Menschen mit vollen Terminkalender und vielen Sozialkontakten ADHS haben und nur vor sich selbst weglaufen.

Hui, viel geschrieben heute, also doch wieder volle Birne. Heute weiter lauschen zu Lil Nas X, er erinnert mich irgendwie an Rick James:

Wach, Tinnitus, Loreley und nicht meine Schuld

Guten Morgen, früh wach oder zwischen wach? Gestern früh schlafen gewesen und jetzt schon wach. Der Biontech-Booster gestern ist bisher gut ausgegangen, keine Schmerzen, keine anderen Nebenwirkungen, außer frühe Müdigkeit gestern. Danach noch Lohnsteuer-Spiele, aber aktuell fehlen noch Belege. Der Kaffee schmeckt und ich habe vor früh beim Arzt zu sein, um endlich so einiges zu klären. Mittags dann Zahnarzt und nachmittags dann Schülergruppe. So viel zum freien Tag in der Woche. Ärztemarathon und andere Arbeit. Gestern tatsächlich gekocht und noch Haare gefärbt, aber hier weder aufgeräumt noch geputzt. Eine Kerze brennt und ich bin schon in Eile, obwohl es noch mitten in der Nacht ist. Zu viele Termine heute. Aktuell bekomme ich, wenn ich Fernsehen schaue irgendwann genug, dann nervt alles und es tritt eine Art Tinnitus auf, der signalisiert, Kiste aus jetzt. Schalte ich dann aus, legt es sich auch schnell wieder.

Ich kann immer noch nicht fassen welches Alter in meinen Ausweis steht, ich fühle mich nicht so, es ist so als hätte ich Jahrzehnte verschlafen. Weder Dornröschen noch Schneewittchen sind allerdings als kranke, dicke, mittelalte Frauen erwacht. Dabei hätte besonders Dornröschen, nach 100 Jahren Schlaf, eigentlich beim Erwachen direkt nach dem Pfleger klingeln müssen und die Gehhilfe suchen. Ja Leute man schläft nicht 100 Jahre ohne zu altern, ehrlich gesagt ist nach 100 Jahren erwachen, eine eher sehr unwahrscheinliche Sache, geschweige denn dass dann Prinzen warten. Märchen/Disney Schwachsinn, im nächsten Leben dann lieber Meerjungfrau oder Loreley, dann kann ich wenigstens davon schwimmen.

Musik nervt gerade auch schnell, ich weiß nicht was los ist mit meinem Gehörgang, alles zu viel gerade und Stille die einzig wahre Belohnung. Die Welt nicht mein Paradies, dass ich mir erhofft hatte, aber es ist verdammt nochmal nicht meine Schuld: