Erwacht, heulen und Masochismus in der evangelischen Kirche

Guten Morgen, nicht so eine prickelnde Nacht, gestern noch den Blues bekommen. Also mit Bauschmerzen heulend im Bett gelegen. Ja es ist stimmt, meine Mutter ist tot. Ja es stimmt, ich bin Ü40, krank und extrem übergewichtig. Danke Leben! Du hast immer schöne Überraschungen für mich parat.^^ Nein ich will jetzt nicht dankbar sein überhaupt zu leben, wenn Leben immer Verlust und Schmerz bedeutet. Ich bin eine Kämpferin, keine Frage und ich bin stark oder zumindest stärker als viele andere, aber das alles ist ein nicht enden wollender Kampf. Ich bin nicht lebensmüde, aber mal gewaltig selbst mitleidig und ich finde, das darf ich auch mal sein. Ich war mal so ein hübsches, gesundes und fröhliches Mädchen, aber das Leben hat mich gefickt. Wer will da aufwachen und das realisieren? Der evangelische Ansatz: „Und halte ihm auch die andere Backe hin“ führt nur zu eins: ständig und immer auf die Fresse. Wie kann man einem kleinen wehrlosen Mädchen solche Grundsätze fürs Leben lehren? Was soll da passieren? Richtig sie wird gefickt von jeden und allem. Das ist doch alles nur was für Masochisten. Wie soll man da glücklich werden, wenn man sich ständig ausrauben lässt? Wir leben in einer kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft, Jesus hätte hier nie überlebt. Hätte der scheiß Pfarrer mich damals doch einfach nicht getauft, hätte meine Mutter doch Geld gehabt, um mich nicht kirchlich betreuen zu lassen. Aber es ist wie es ist und was immer Jesus mal gesagt haben soll, es sollte mir am Arsch vorbeigehen. Die hätten auch gleich sagen können: „Lege dich hin und sterbe!“

Ich weiß schon, warum ich jahrelang nicht mehr in der Kirche war, predigen, aber keinen Schutz geben und für keine Konsequenzen gerade stehen. Was für ein verlogener Verein! Zum Glück hat es meine Mutter trotzdem teilweise geschafft mich zur Kämpferin zu machen, so richtig erfolgreich war ich damit nicht, aber es hat zum Überleben gereicht.

Soviel zu den religiösen Überlegungen zum Morgen, ich bin sowas von sauer, sowas von enttäuscht, ich dachte diese kirchlichen Menschen damals hätten mir geholfen, aber eher das Gegenteil war der Fall. Ansonsten gestern nicht viel passiert, fast den ganzen Tag verschlafen und nicht gekocht, sondern Reste gegessen. Blutdruck wieder erhöht, aber noch nicht gefährlich, kein Wunder, wenn ich mich so aufrege und schlecht schlafe. Warte auf eine Lieferung, zu Netto gehen, ein zu anstrengendes Suchspiel. Habe den Eindruck, die neue Art der Tropfen (anderer Hersteller) sind stärker als die anderen, bei gleicher Dosis. Vielleicht gerade ganz gut. Immer noch nicht im Lager gewesen zum Aufräumen, keine Ahnung, ob ich das heute schaffe, ich fühle mich mies. Ich danke nicht Gott, sondern mir selber und vielleicht auch meiner Mutter, dass ich noch lebe, weiter machen, aber heulen muss auch mal sein….

Schmerzen, keine Männer, Katzenfrau und Falling Down

Guten Morgen, nicht so gut drauf, alles zu viel gerade und dann auch noch Frauenschmerzen. Immerhin genug geschlafen, das war mit Hund wieder nicht möglich. Völlig fertig gewesen gestern Abend und geweint. Der Mann ist mit seinem Leben beschäftigt und abwesend und der Vater merkt auch nichts und denkt ich brauche noch mehr Stress und Belastung. Vielen Dank! Bei solchen Männern braucht Frau eigentlich gar keine Männer. Alle nicht empathische Egoisten. Sollen sie mich doch alle in Ruhe lassen, das, was sie für mich tun können, kann ich auch allein erledigen und bin dann insgesamt weniger gestresst? Es ist noch dunkel, der Tag grau, der Winter kommt. Meine aktuelle Lage alles anstrengend und nicht mein Wunsch. Vielleicht werde ich doch lieber eine Katzenfrau mit ein paar ebenfalls schrulligen Freundinnen, mit denen ich Eierlikör trinke. Ich bin zu alt, um es irgendwen recht zu machen. Aber vielleicht alles auch nur hormonell bedingter Männerhass. Heute ins Büro, aber nur eine Beratung auf dem Programm und der Azubi. Geärgert über die Chefin, ja auch Frauen sind manchmal scheiße. Egal, die Eremitin möchte ihre Ruhe, von allen! Einfach nur noch schlafen und alle und alles vergessen.

Gegessen gestern ein Fertiggericht, keine Nerven zu kochen, das Fertiggericht war eine große Enttäuschung, denn zwischen Foto und Realität: Welten! Da hätte ich schon Lust auf einen Falling down Moment gehabt. Aber ich glaube die bei Real sind auf so was nicht vorbereitet und ich habe nur eine Wasserpistole. Früh ins Büro, dann kann ich auch früh weg. Dafür etwas ruhigere Musik, wieder von Mahalia:

Bewaffneter Morgen, Hund und nix kaufen

Guten Morgen, bewaffnet in den Morgen, bewaffnet mit einer Wasserpistole, für oder gegen den Hund, wenn er wieder kratzt. Ansonsten aber friedlich hier, das haarige Wunder kriegt gerade Futter und ich damit Ruhe um zu schreiben? Nachdem es mir gestern wirklich nicht gut gegangen war, heute Homeoffice für mich, ist auch besser mit dem Hund, aber ich denke auch für meine Seele und meinen Körper gerade. Alles zu viel und da ich heute nur Telefon- und Videotermine habe geht das auch. Rücken tut weh, Schultern tun weh, aber nervlich gerade ok. Also bald Arbeit und dann auf in den Tag. Nachmittags dann Spaziergang im Wald, ich denke, das wird auch mir guttun. Die Hälfte der Einkäufe gestern vergessen, so gab es eine improvisierte Thunfischpizza für den Vater. Sachen auf Ebay verkaufen ist anstrengend, dauernd Rückfragen, dauerndes Gefeilsche um jeden Cent. Da kommt auch die Idee auf, einfach alles für einen guten Zweck zu verschenken und seinen Frieden zu haben. Der Mann freut sich über eine Essenslieferung, ich hoffe er kocht was Gutes daraus, eigentlich alles sehr gesund was ich ihm gesendet habe. Der Vater sollte im Zug sitzen und ich war schon mit dem Hund draußen, nachdem der hier Terror gemacht hat. Trage Sachen aus dem Laden meiner Mutter, das ist seltsam, aber meine Art ihr zu gedenken. Warum sollte ich mir neue Sachen kaufen, wenn ich noch ein ganzes Lager davon voll habe? Aktuell also auf allen Ebenen, besser nicht einkaufen, ich habe genug und mehr von allen. Der Hund stresst, ich hoffe, er kommt bald zur Ruhe nach Gassi und Frühstück. Vielleicht bekomme ich dann auch Frühstück? Der Nachbar war noch nicht hier um sich zu beschweren, dieses Mal bin ich aber auch bereit alles Maßnahmen gegen ihn ausführen zu lassen. Blutdruck normal mit dem Blutdrucksenker, deswegen keine Einträge mehr dazu, wären da nicht die Nebenwirkungen vom Blutdrucksenker. Auf in den Tag, vielleicht nachher das hier kochen, Hähnchen und Erdnüsse kommen eigentlich immer gut. Ein Song zum Tag:

Kurze Nacht, keine Schmerzen, Parfüm und meine Welt

Guten Morgen, viel zu kurze Nacht, aber ich lege mich nach dem Schreiben wieder hin. Gestern dann doch nicht so viel passiert wie gedacht, da der Mann noch bis 14:30 hier war. Gegessen asiatisch vom Lieferdienst, war frisch, lecker und reichlich, ein Tipp einer Freundin, dort und nicht woanders zu bestellen. Mit der ehemaligen Kollegin telefoniert, hat gutgetan, ich hatte angefangen sie zu vermissen. Also nicht das Wohnzimmer umgestellt, aber immerhin Wäsche gewaschen. Es ist zu bemerken und zu wertschätzen, dass ich gerade keine körperlichen Schmerzen habe, kein Fußschmerz, kein Beinschmerz, kein Hand- oder Armschmerz und auch die Verdauung läuft. Blutdruck und Puls auch ok, ich fühle mich fast gesund. Mit der Ex-Kollegin/Freundin über Anpassungsstörungen gesprochen, vielleicht habe ich aktuell doch eine, und zwar deswegen, weil ich meine Mutter immer noch vermisse. Diesem Umstand, dass sie tot ist, dem kann ich mich nicht anpassen. Es bleibt aber trotzdem dabei, dass mein Herzarzt sowas nicht diagnostizieren darf. Habe am Montag einen Termin beim Psychiater, der kann mir dazu gern was erzählen. Bin auf der Suche nach einem neuen Parfüm, die Neue vom Vater hat meinen Duft geklaut, geht irgendwie gar nicht, dass seine Neue genauso riecht wie ich, aber sie ändert es nicht, also bin ich dran? Der Mann wäre über einen neuen Duft auch erfreut, irgendwie ist Parfüm ein großes Thema bei Afrikanern. Zum Beispiel in der Kirche gilt bei Parfüm: „Viel hilft viel.“ Das ist eigentlich so gar nicht mein Motto, aber gut nach 15 Jahren kann man mal einen neuen Duft probieren? Heute zum Vater, mal sehen, wie es wird, heute habe ich nicht so einen großen Rededrang, gerade beschäftigen mich keine scheinbar psychotischen Gedanken, für die ich einen Realitätsabgleich brauche. Geplant ist heute Wiener Schnitzel, Kartoffelspalten und ein Gurkensalat mit Sesam und Chili. Mal sehen, wann die andere Ex-Kollegin was merkt, sie hatte schon früher Größenwahn und neigte dazu arrogant zu sein, ich warte dann mal, ob sie wieder die Erde erreicht. Das passiert, wenn Leuten Erfolg zu Kopf steigt. Ein grauer Tag grüßt, es ist frisch und das Haus ruhig, auch die Vögel draußen und drinnen schweigen. Ich frage mich was meine Mutter gerade macht, ob sie irgendwo mit unserer Bobtail Hündin spaziert, spielt und kuschelt. Nicht über die nächste Woche nachdenken, so viele Termine, mal sehen wie ich mich schlage. Zum Morgen an Pippi Langstrumpf gedacht, in meiner Erinnerung singt sie besser:

Egal, das bleibt aber trotzdem mein Lebensmotto: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!“

Müde, Sonnenblumen, Schmerzen und Berlin

Guten Morgen, noch sehr müde, aber Tageslicht und lärmende Nachbarn, also aufgewacht und Kaffee gekocht. Wie war es? Die Zugfahrt hin erschien zuerst spannend, aber über drei Stunden mit Maske und ohne Rauchen wurden mir dann doch etwas lang. Vorort dann mieses Wetter und Verwirrung über die Busverbindung, also erstmal vor Ort ein Restaurant gesucht und erstmal nichts jenseits des Döners gefunden. Als Berliner fährt man nicht nach Greifswald, um Döner zu essen. Irgendwie alles geschlossen, ach stimmt ja da war was Pandemie, viele sind wohl pleite gegangen. Im Endeffekt in einem Einkaufscenter gelandet, wo das Restaurant immerhin zur Mittagszeit für ein paar Stunden geöffnet hatte. Das war dann teuer und gar nicht mal so lecker, entschuldige aber Tagliatelle mit Spinat und Lachs koche ich besser und deutlich günstiger. Danach doch noch den Bus gefunden und Richtung Meer, ja, „Richtung“ Meer, denn wir hatten keine Ahnung wo aussteigen. Also stiegen wir falsch aus und standen in der Pampa, ganz ohne Meer. Die Zeit rannte und so rannten auch wir, eine Rollstuhlfahrerin nannte uns den richtigen Weg, aber dieser erschien unendlich lang. Für mich besonders lang, weil mein Bein wieder schmerzte und durch die Massage auch meine Schultern und der Rücken, keine Situation wo frau lange, vielleicht aussichtslos durch die Pampa rennen möchte und kann. Auf dem Weg dorthin gab es dann aber ein Highlight, ein Sonnenblumenfeld. Ich wollte eigentlich eine Sonnenblume mitbringen, aber hatte es nicht geschafft, aber wie es schien hat Greifswald wohl schon genug Sonnenblumen. Die Sonnenblume war ihre Lieblingsblume. Einen Schrei- und Heulkrampf von mir später doch noch zum Meer geschafft, einen Biber gesichtet, zahlreiche geschlossene Restaurants und sehr viele Kinder im Alter bis zwölf. Ans Meer gesetzt Möwen beobachtet, ich wartete, dass mir eine auf den Kopf scheißt, aber das passierte zum Glück nicht.

Kopfhörer aufgesetzt gegen das Geschrei von zwei kleinen Jungs, sofort kamen die Tränen. So konnte ich kein Gespräch mit ihr führen, aber vielleicht hatte ich das am Morgen schon erledigt, in die graue Aussicht geschaut, Wasser Sportler beobachtet. August 2021 am Meer, das hatte ich mir anders vorgestellt. Aber Spanien ist Risikogebiet, Spanien ist einen 5-6 Stunden Flug mit Test und Maske entfernt. Ich bin sicher, sie war auch in Greifswald, für ihre behinderte Tochter. Danach wieder aufgebrochen in der Angst den Zug zu verpassen, also zurück zum Bahnhof und doch noch beim Döner gelandet, die boten griechischen Salat an, ein Zeichen, dass das niemals Türken waren. Wie der Mann dann rausfand, waren das auch eher Afghanen. Der Bahnhof hatte aber noch einen Vorteil: Andere schwarze Menschen. Mein Mann wurde teilweise sehr schräg angeschaut von den Greifswaldern, keiner war wirklich unfreundlich, aber die Blicke waren schon merkbar. So waren wir wohl eher eine Attraktion für die Greifswalder als umgekehrt. Gut nach Hause gekommen, aber nochmal 3 Stunden mit Maskenpflicht und ohne rauchen. Mir taten dann abends auch die Ohren weh, von dem Masken-Gummi an den Ohren. Berlin dann wiederzusehen war dann erstmal eine große Freude, der Ort mit Infrastruktur, der Ort mit Straßenschildern überall verfügbaren Nahverkehr, aber, ja aber auch der Ort der Durchgeknallten. Eine sturzbesoffene Frau quatsche uns am Bahnhof voll, in der S-Bahn redete eine, wie ich vermute türkische Frau, laut über Depressionen und ein alter Mann führte angeregt Selbstgespräche. Ah ja Berlin, der Ort der Irren. Diesen Teil hatte ich nicht so vermisst, das erinnerte mich gleich wieder an Arbeit. Zu Hause angekommen dann herrlich, keine Irren außer mir und den Terrorvogel. Schuhe aus, Maske aus, aufs Sofa. Öffentliche Verkehrsmittel fahren erst Ende der Woche wieder, wer weiß, wer mir dann gegenüber sitzt:

Spülmaschine und Todestag

Guten Morgen, endlich mal ausgeschlafen! Um zehn ins Bett wach um vier und endgültig wach um acht. Vielleicht doch eine Nebenwirkung der Impfung? Sonst gehe ich nie um zehn schlafen. Gestern früh nicht so erfreut gewesen, Spülmaschine defekt, das erste Mal seit Jahren mit der Hand abgewaschen und weiter aufgeräumt. Ich hoffe der Vater kann sie reparieren, aber gut, sie ist jetzt schon mindestens 8 Jahre alt. Der Mann kam zu Besuch und war nicht erfreut, dass ich nicht gekocht hatte, aber er hatte mir nicht Bescheid gesagt, ob und wann er kommt und ohne Spülmaschine war meine Motivation zu kochen auch nicht gegeben. Er räumt die Küche danach nämlich nicht auf. Also haben wir selbstgemachte Burger bestellt. Der Tag grüßt noch grau und heute zum Herzarzt, Endbesprechung. Zum Glück weiß ich großteils schon was mich erwartet. Der Mann sollte jetzt in der Frühschicht arbeiten. Der Arm tut immer noch weh und hat roten Ausschlag an der Einstichstelle der Impfung, sonst aber anscheinend dieses Mal keine Nebenwirkungen. Der Kaffee schmeckt, der Blutdruck ist unten und der Puls normal. Meine Haare sind durch den Haarschnitt endlich wieder lockig und weich, schön, wenn sie auch sehr kurz sind für meine Verhältnisse. Mücken, Mücken sind dieses Jahr sehr stark, nachts scheinen sie sich über mich herzumachen, wache immer auf mit neuen Stichen. Gestern einen alten Freund kontaktiert, er war mal Geliebter meiner Mutter und weiß glaube ich gar nichts von ihrem Tod. Bisher aber keine Antwort. Vielleicht auch unpassend ihn nach 20 Jahren zu kontaktieren. Fliegen kreisen unter der Lampe, wir ätzend. Urlaub, ich habe Urlaub, fühlt sich nur nicht so an. Was soll man mit Urlaub machen, wenn man nicht (weit) verreisen kann und alle Freunde arbeiten? Immer noch nicht die Böden gewischt, das kommt heute, sieht wirklich schlimm aus. Ich sollte Abstand von meinen depressiven und psychotischen Freunden nehmen, durch meine Empathie fühle ich mich dann irgendwann genauso. Beides kann ich gerade nicht gebrauchen und sind es keine Kunden, sondern Freunde, fällt das mit dem Distanzieren noch schwieriger. Meine Empathie, Fluch und Begabung zu gleich. Ich wünschte ich könnte sie abstellen, bis Corona vorbei ist und die Welt weniger verrückt. Die Nachbarn haben gestern wieder ihre Lieblingsmusik sehr laut gespielt, es geht ihnen wohl wieder gut. 16. August 2021, der dritte Todestag meiner Mutter wie ich heute weiß, dass sie körperlich wiederbelebt wurde zählt für mich nicht. Ohne Kopf, Geist, Erinnerung nicht mehr meine Mutter. Diesen Song hier habe ich für sie gespielt, als wir die Maschinen abgeschaltet haben:

Ich hoffe, sie war wirklich „ready“ aber ich denke schon, denn sie hatte die Monate vorher so viel von ihrem Tod erzählt. Ihre körperlichen Schmerzen waren zu groß geworden, dass auch die Schmerzmittel nicht mehr halfen, dass sie aber ausgerechnet nach einem Gespräch mit ihrer Mutter vor ihrer Tür gestorben ist, finde ich immer noch bezeichnend und überhaupt nicht zufällig. Das Verhältnis zu meiner Oma war ihr größter innerer Konflikt, so wie mein größter Konflikt mein Verhältnis zu ihr war. So viele schlechte Mütter in Serie in meiner Familie, der Grund keine Mutter zu sein, ich möchte das keinem kleinen Menschen antun. Bisher nur wenige Tränen, kein Bedürfnis die Oma anzurufen, sie ist für mich mit schuld und hat trotzdem ihre letzten Minuten bekommen. Ich lebe noch, warum auch immer, ich sollte die Ängstlichkeit ablegen, die ich so stark seit ihrem Tod habe, als hätte sie mich jemals richtig beschützt, sie war doch meistens abwesend. Ich beschütze mich doch schon immer selber, meistens nicht so erfolgreich, aber zum Überleben hat es gereicht. Mama ich grüße dich von der Erde und weiß du schaust immer noch nach mir, ich hoffe du hast eine gute Zeit mit all den lieben Menschen, die uns gestorben sind. Ich hoffe, du bist jetzt schmerzfrei, rennst über Wolken, lachst und singst wunderbar schief ein Lied. Ich singe auch für dich und weiß du bist dann bei mir.

Gespräche, Ruhe, Schmerzen und arbeitsfähig

Guten Morgen, nicht so gute Nacht, aber genug geschlafen. Puls mal ganz unten, ich scheine wohl endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Gestern sehr aufgeregt gewesen wegen des Gespräches mit der Chefin aber ich denke, es war gut. Gekocht Kartoffelsuppe, für den gereizten Magen und für die Seele. Sehr viel telefoniert gestern, irgendwie brauche ich das gerade. Ich habe so eine innere Unruhe, weil gerade so viel für mich bedrohliches passiert. Ruhe, ich brauche wohl Ruhe und Zeit um endlich diverse Ärzte abzuklappern. Immerhin gestern etwas Haushalt gemacht und mir die Haare gefärbt. Der Vogel stresst, die Sonne scheint und es ist warm. Ein richtiger Sommer ist das aber nicht, es ist ständig dunkel und drückend. Kein Wetter wo man in den Park oder an den See fährt. Die Straße rauscht, immerhin ich denke ich habe gestern mein Trinkziel von 3 Liter Wasser plus erreicht, denn auch die Heilpraktikerin die mich massierte, entließ mich mit dem Ratschlag: Trinken, trinken, trinken. Scheint mein gestresster Körper zu brauchen und schaden kann es auf gar keinen Fall. Der Mann hat sich gestern nicht gemeldet, aber ich mich auch nicht, selten dass wir mal einen Tag keinen Kontakt haben. Gerade ist aber irgendwie alles gesagt und wir haben uns ja auch erst vorgestern gesehen. Der Kaffee schmeckt und für den Moment keine Schmerzen. So viele klagen im Entzug von Neuroleptika oder Antidepressiva von starken Schmerzen und seltsamen Zuständen und geben dann irgendwann auf. Weil es Wochen und Monate dauert, bei mir schon fast ein Jahr. Bei meinem aktuellen Medikament ist aber wieder hochdosieren keine Option, die Schmerzen und Nebenwirkungen, die ich dann kriege, sind noch viel schlimmer. Jetzt habe ich so viele Schmerzen hinter mir, das darf nicht alles umsonst gewesen sein. Was sind das für Medikamente, die die Seele stabilisieren sollen, aber den Körper schwerst abhängig machen? Einen Corona-Impfstoff entwickeln das geht schnell, aber gute Medikamente für jahrzehntelang bekannte Krankheiten entwickeln Fehlanzeige? Alles eine Frage der Priorität? Seelisch kranke Menschen scheinen keine Priorität zu sein. Ich zitiere dazu einen Spruch, den ich neulich gelesen haben: „In Deutschland wird man nicht gesund, sondern arbeitsfähig vom Arzt geschrieben.“ Das erinnert mich auch an mein Gespräch beim Arbeitsamt nach dem Klinikaufenthalt, die Vermittlerin fragte mich, ob ich endlich wieder arbeitsfähig sei. Ich antwortete, dass ich sehr starke Medikamente nehme und mich deswegen nicht für arbeitsfähig halte. Sie antwortete nur: „Medikamente nehmen viele Leute, das ist kein Grund nicht zu arbeiten.“ Willkommen in Deutschland gesunde Arbeit Fehlanzeige, denn wer krank ist kann ja so viele Pillen nehmen, bis eine Arbeitsfähigkeit gesehen wird. Kranke erst gesundzumachen, bevor sie wieder arbeiten, scheint im Konzept nicht vorgesehen zu sein. Wir sind eine Leistungsgesellschaft und Krankheit und ein Heilungsprozess kosten halt Zeit, aber Zeit ist Geld. Brötchen warten und ich denke an Rührei, hier weiter aufräumen wäre nötig, auch das Projekt Kleiderschrank wartet immer noch geduldig. Nach 3 Jahren kann ich vielleicht doch endlich die mittlerweile abgetragene Kleidung meiner Mutter entsorgen. Ehrlich gesagt mag ich die meiste Kleidung von ihr noch nicht mal, ich habe sie aus Trauer getragen, um ihr nah zu sein. Mein Kleiderstil war schon immer anders als ihrer, ich bin viel minimalistischer. Ich habe auch so genug von ihr, meine Seele mein Körper werden immer ein Teil von ihr bleiben, da brauche ich nicht noch ihre alten Kleider. Es ist noch genug Kartoffelsuppe von gestern da, kochen brauche ich heute nicht und mein Magen-Darm-Bereich dankt es mir. Auf in den Tag, so mitten in einer Pandemie und der Klimakatastrophe, überarbeitete in Trauer und auf Entzug von Neuroleptika.

Schlaf, Kollegin, Zahn, Impfen und Lotto

Endlich genug geschlafen, schon besser, gestern ging es mir den ganzen Tag nicht sonderlich, Schmerzen und totale Erschöpfung, also Mittagsschlaf und früh ins Bett. Sehr geärgert über eine Kollegin, die zur Verfolgung ihrer Ziele eine Realität zeichnet, die ich mit Fakten leicht widerlegen kann. Es ist aber so verdammt mühsam immer über alles zu diskutieren. Sein Zahnarztbesuch wird wohl hohe Kosten nach sich ziehen, ein Zahn ist halb tot und macht Ärger, jetzt heißt es zu entscheiden Rettungsversuch oder raus. Gestern angefangen zu telefonieren, aber kaum jemanden erreicht. Von meiner Seite aus gibt es keine Dringlichkeit, ich dachte nur von der anderen Seite. Wieder hat mich der Nachbar gegen 3 Uhr nachts geweckt, keine Ahnung was der gegen 3 in seiner Wohnung macht, ich werde davon auf jeden Fall wach. Er hat jetzt 10 Tage Arbeit am Stück, es wird Zeit, dass er aus einem Vertrag rauskommt, total übermüdet und mit Zahnschmerzen und Schmerzmitteln Fahrrad fahren in der Stadt, halte ich für eine riskante Geschichte. Heute nur Arbeit im Homeoffice für mich, sonst keine Termine, das finde ich gut. Still hier, habe mich noch immer nicht ganz daran gewöhnt hier wieder allein zu sein, manchmal laufe ich durch die Räume und suche ihn und bin dann erleichtert und enttäuscht zu gleich. Einen neuen Impftermin zu bekommen scheint derzeit unmöglich, dann halt nicht und das, obwohl die Berliner Impfzentren weiter an der Priorisierung festhalten. Da scheint es jetzt also sehr viele Leute der Priogruppe 1-3 zu geben, die jetzt versuchen einen Termin zu bekommen. Aber gut Priogruppe 3 ist mein Schatz auch, weil er systemrelevant arbeitet. Die doofe Kollegin versaut mir gerade die Freude an der Arbeit gewaltig, denn eigentlich mag ich meine Arbeit immer noch, aber ihr Verhalten nicht. Der Gedanke sich anders zu bewerben kommt ihretwegen immer wieder auf. Durch ihr nicht soziales Verhalten zerstört sie das Team. Meine Vögel schweigen, alles schweigt, durch graue Wolken ist etwas Sonnenschein zu sehen, 2021 ist hatte nie geplant so lange zu leben, aber bin immer noch da. Brauche eine neue Zahnärztin, es ist nicht so gut den Ärzten von einer seelischen Krankheit zu erzählen, es könnte sein, dass sie einen nicht mehr ernst nehmen und ohne Wissen zu der Krankheit und deren Medikamenten vermeidlich schlaue Ratschläge verteilen. Manchmal wünsche ich solchen Menschen ein paar Wochen in meinen Körper, vielleicht würden sie es dann besser verstehen. Gestern mal wieder so gekocht wie ich früher für mich allein gekocht habe, eine Gemüsepfanne aus Kartoffeln, Möhre, Bohnen und Zwiebeln mit Sucukwurst klein geschnitten. War lecker und schnell gemacht, anspruchsvoller kochen kann ich dann immer noch wenn jemand mit mir isst. Nix im Lotto gewonnen, aber ich denke das wollen gerade viele, der sichere Gewinner ist nur der Lotto-Anbieter. Aber was solls, es gibt derzeit sicher Leute die einen Lottogewinn dringender brauchen als ich, immerhin habe ich Wohnung, Arbeit und einen vollen Kühlschrank. Auf in den Tag, in besserer Verfassung als gestern, alles wird gut, irgendwann.

Vater, Frühstück und zu spät

Guten Morgen, ein friedlicher Morgen und die Schmerzen sind fast weg. Er ist da versteckt sich aber in einem anderen Zimmer. Keine Ahnung was mit dem Vater passieren soll, ich kann mit den Rücken immer noch nicht zu ihm fahren, aber wenn der Mann hier ist, ist es auch nicht passend, dass er herkommt. Gegessen gestern Döner den er mitgebracht hat. Die Sonne grüßt und ich fühle mich ganz passabel. Vögel zwitschern und mit der digitalen Nachbarschaft wird über den vermehrten Hubschraubereinsatz in der Gegend diskutiert. Es ist wohl die Polizei, die hier Streife fliegt. Warum auch immer, ich habe den Eindruck das ist seit Corona verstärkt. Er sah gestern sehr gut aus als er herkam, neue Frisur, Schnauzer ab und hübsche Kleidung. Auch ich hatte versucht mich hübsch zu machen Haare gefärbt und gewaschen, Schminke und ein Kleid. Zu viel Corona Gammellook in der Beziehung der letzten Monate. Die Nachbarn sind ruhig und er möchte Frühstücken, ich auch. Der Kaffee schmeckt, für den Moment trage ich seinen Ring, frau kommt nicht klar. Morgen zum Psychiater mal sehen, was der sagt. Gestern mit einer Kollegin telefoniert, sie gehört zu den netten und hatte mehrfach nachgefragt was denn mit mir sei. Er hat gestern wieder Nahrung mitgebracht, sehr gut einkaufen kann ich derzeit nämlich nicht, vielleicht morgen wieder. Nichts bestellt, auch nicht für ihn, abwarten, Konto schonen. Wäsche trocknet und eine Meise kommt zum Frühstück vorbei, er macht auch gerade Frühstück für uns, auf dem Balkon. Gespräche folgten und der Vater ist enttäuscht und auf den Weg, aber für den Moment ist mir meine Ehe wichtiger als pünktlich zu einer Verabredung zu sein mit meinem Vater, der mich immer Stunden warten lässt. Er ist jetzt arbeiten, ich hoffe es regnet nicht, sieht aber nicht so aus. Auf in den Tag oder eher auf vom Sofa, der aufrechte, schmerzlose Gang ist das Ziel.

Bett, Gyros, Rücken und Lieferung

Guten Morgen, nicht so tolle Nacht, er hat heute Nacht den Kampf um das Bett gewonnen, also wenig Schlaf für mich. Gestern schon aktiver trotz Schmerz, ein Gericht mit Gyrosfleisch, Paprika, Zucchini und Reis gekocht. War lecker. Nachmittags bäuchlings in der Balkonsonne gelegen, hat gutgetan, aber danach kaum mehr hochgekommen. Heute zum Morgen ist der Rücken nochmal ein Stück besser, immerhin Schmerz deutlich weniger in drei Tagen, ist was Neues. Schön für den Arbeitgeber, das meine Freizeit zum Gesunden reicht. Der Kaffee schmeckt und gestern bei Amazon beschwert, wie kann es sein, das ich mit Prime bestellen, meine Lieferung aber dann über DHL versendet wird und über eine Woche braucht, wenn sie überhaupt hier ankommt? Dass ich gerade zum Paketshop kann, um schwere Pakete abzuholen, das steht nämlich gerade außer Frage. Gestern Abend noch Brot gebacken, sonst gäbe es jetzt nichts zum Frühstücken. Dummerweise gestern beim Müll rausbringen dem Hausmeister begegnet, der wollte schwatzen, aber ich stand da in meinen Schlafklamotten mit Jacke drüber voller Rückenschmerzen und wollte eigentlich nur ungesehen schnell den Müll wegbringen. Heute leider ein früher Termin, blöd, wenn man Spätschicht hat, muss dann irgendwann eine Pause einbauen, sonst arbeite ich heute 9 Stunden. Heute Lieferung, kein Tabak mehr im Haus und es fehlen auch andere Dinge, zusätzlich gibt es wieder einen Gutschein für Hello Fresh. Immerhin eine kurze Woche, Donnerstag frei und Samstag auch. Brauche ich auch und dich denke die Kollegin auch. Die Sonne scheint und es geht mir passabel, ich hoffe ihm auch, auf in den Tag, was Entspannendes zum Morgen: