Die Maske

Guten Morgen, ich bin traurig, weil er traurig ist. Irgendwie kommt bei so vielen Problemen keine gute Laune auf. Heute Abend Geburtstag meiner nicht genetischen Cousinen, ich habe keine Lust, aber werde wohl trotzdem hinfahren. Ich brauche meinen Urlaub, ich brauche Lösungen. Für mich, für ihn. Wenig geschlafen, aber die Sonne scheint. Heute Arbeit und zwei Beratungen, mir geht es gut, auch wenn sie weg ist. Besser als ihm. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich schlecht, weil ich so verdammt privilegiert bin, einfach nur, weil ich hier geboren wurde. Einfach so, nicht mein Verdienst. Ich würde gern zaubern können, kann ich aber nicht. Vieles ist bezahlt und das Konto ist schon wieder rot, der Dispo wird mich durch den Monat bringen. Schweigen, versuchen so Probleme zu töten, aber so funktioniert das nicht. Ich bin verschwitzt durch die Nacht, stinke, die Haare verwirrt und aus meinen Augen tropft es. Scheiße alles, aber selber schuld, ich mag es doch kompliziert, aber das hier ist mir gerade etwas zu viel. Weine ich ihretwegen oder seinetwegen oder beides? Oder doch ganz egoistisch meinetwegen? Ich muss mich selber aus dem Spiel nehmen, Zeit für meine Trauer, Zeit um nachzudenken, doch bis dahin die Maske mit dem Lächeln aufgesetzt….