Gespräche, Ruhe, Schmerzen und arbeitsfähig

Guten Morgen, nicht so gute Nacht, aber genug geschlafen. Puls mal ganz unten, ich scheine wohl endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Gestern sehr aufgeregt gewesen wegen des Gespräches mit der Chefin aber ich denke, es war gut. Gekocht Kartoffelsuppe, für den gereizten Magen und für die Seele. Sehr viel telefoniert gestern, irgendwie brauche ich das gerade. Ich habe so eine innere Unruhe, weil gerade so viel für mich bedrohliches passiert. Ruhe, ich brauche wohl Ruhe und Zeit um endlich diverse Ärzte abzuklappern. Immerhin gestern etwas Haushalt gemacht und mir die Haare gefärbt. Der Vogel stresst, die Sonne scheint und es ist warm. Ein richtiger Sommer ist das aber nicht, es ist ständig dunkel und drückend. Kein Wetter wo man in den Park oder an den See fährt. Die Straße rauscht, immerhin ich denke ich habe gestern mein Trinkziel von 3 Liter Wasser plus erreicht, denn auch die Heilpraktikerin die mich massierte, entließ mich mit dem Ratschlag: Trinken, trinken, trinken. Scheint mein gestresster Körper zu brauchen und schaden kann es auf gar keinen Fall. Der Mann hat sich gestern nicht gemeldet, aber ich mich auch nicht, selten dass wir mal einen Tag keinen Kontakt haben. Gerade ist aber irgendwie alles gesagt und wir haben uns ja auch erst vorgestern gesehen. Der Kaffee schmeckt und für den Moment keine Schmerzen. So viele klagen im Entzug von Neuroleptika oder Antidepressiva von starken Schmerzen und seltsamen Zuständen und geben dann irgendwann auf. Weil es Wochen und Monate dauert, bei mir schon fast ein Jahr. Bei meinem aktuellen Medikament ist aber wieder hochdosieren keine Option, die Schmerzen und Nebenwirkungen, die ich dann kriege, sind noch viel schlimmer. Jetzt habe ich so viele Schmerzen hinter mir, das darf nicht alles umsonst gewesen sein. Was sind das für Medikamente, die die Seele stabilisieren sollen, aber den Körper schwerst abhängig machen? Einen Corona-Impfstoff entwickeln das geht schnell, aber gute Medikamente für jahrzehntelang bekannte Krankheiten entwickeln Fehlanzeige? Alles eine Frage der Priorität? Seelisch kranke Menschen scheinen keine Priorität zu sein. Ich zitiere dazu einen Spruch, den ich neulich gelesen haben: „In Deutschland wird man nicht gesund, sondern arbeitsfähig vom Arzt geschrieben.“ Das erinnert mich auch an mein Gespräch beim Arbeitsamt nach dem Klinikaufenthalt, die Vermittlerin fragte mich, ob ich endlich wieder arbeitsfähig sei. Ich antwortete, dass ich sehr starke Medikamente nehme und mich deswegen nicht für arbeitsfähig halte. Sie antwortete nur: „Medikamente nehmen viele Leute, das ist kein Grund nicht zu arbeiten.“ Willkommen in Deutschland gesunde Arbeit Fehlanzeige, denn wer krank ist kann ja so viele Pillen nehmen, bis eine Arbeitsfähigkeit gesehen wird. Kranke erst gesundzumachen, bevor sie wieder arbeiten, scheint im Konzept nicht vorgesehen zu sein. Wir sind eine Leistungsgesellschaft und Krankheit und ein Heilungsprozess kosten halt Zeit, aber Zeit ist Geld. Brötchen warten und ich denke an Rührei, hier weiter aufräumen wäre nötig, auch das Projekt Kleiderschrank wartet immer noch geduldig. Nach 3 Jahren kann ich vielleicht doch endlich die mittlerweile abgetragene Kleidung meiner Mutter entsorgen. Ehrlich gesagt mag ich die meiste Kleidung von ihr noch nicht mal, ich habe sie aus Trauer getragen, um ihr nah zu sein. Mein Kleiderstil war schon immer anders als ihrer, ich bin viel minimalistischer. Ich habe auch so genug von ihr, meine Seele mein Körper werden immer ein Teil von ihr bleiben, da brauche ich nicht noch ihre alten Kleider. Es ist noch genug Kartoffelsuppe von gestern da, kochen brauche ich heute nicht und mein Magen-Darm-Bereich dankt es mir. Auf in den Tag, so mitten in einer Pandemie und der Klimakatastrophe, überarbeitete in Trauer und auf Entzug von Neuroleptika.

Arbeit, telefonieren und Hoffnung

Guten Morgen, sehr kurze Nacht, aber ohne Etappen. Homeoffice war ok und der Vater wieder viel zu spät zur Pizza. Dieses Mal ist mir aber der Teig gut gelungen, ich habe doch wieder ein klassisches Rezept genommen und den Teig sehr lange ruhen lassen. Gestern überlegt, wo ich notfalls sonst arbeiten könnte, es gibt durchaus Optionen, aber erstmal abwarten. Die größte Erleichterung zum gestrigen Tag war aber, dass er jetzt doch wieder arbeiten darf, dadurch wird seine Laune sicher bald wieder besser. Nachdem der Vater weg war noch gechattet und telefoniert, irgendwie wollen meine Kontakte seit Corona mehr mit mir reden. Ein grauer Tag grüßt und der Kaffee schmeckt, heute wieder Büro mit zwei Kolleginnen. Für eine Kollegin habe ich Regenbogenmasken. Termine warten auf mich, langweilig wird das heute nicht, wobei ich bei einem Termin etwas Bauchschmerzen habe, aber das wird heute mein letzter Termin mit ihm. Rote Amaryllis blühen im Wohnzimmer, ich liebe diese Blume. Für meinen Schatz auf Jobsuche gegangen, einer seiner Jobs ist für den Winter untragbar und außerdem sehr schlecht bezahlt, den gilt es auszutauschen, wenn nicht sogar beide. Leider hat die Kollegin einen frühen Termin gemacht, der meine Anwesenheit erfordert, also nicht soviel Zeit heute früh, aber immerhin Brot da. Das Motto des Dezembers ist wohl Hoffnung, alles wird wieder, irgendwann.

Schlafrhythmus, DHL, Partyvolk und Deutsch

Guten Morgen, irgendwie scheint sich mein Schlafrhythmus wieder zu normalisieren, nichts mehr mit wach um sechs. Sehr schön. Etwas Normalität für mich zurück. Morgenwerte bei Blutdruck und Puls niedrig, auch schön, aber lieber Tee. Muss aufpassen jetzt nicht auch wieder in Panik zu verfallen und Lebensmittel zu horten, die Infektionszahlen in Berlin sind auf jeden Fall nicht lustig. Also bleibe ich unlustig zu Hause und hoffe das Beste. DHL kam dann gestern nicht, angeblich war ich nicht anzutreffen und es wurde in die Filiale geliefert, ist natürlich eine Lüge, ich war den ganzen Tag zu Hause. Also heute nach Feierabend in die Filiale fahren. Nicht aufregen. Gestern viel beruflich telefoniert und abends gechattet. Bin gespannt, ob das Partyvolk in Berlin sich von den neuen Maßnahmen beeindrucken lässt, ich vermute nicht, es sei denn es werden mehr Bullen zur Kontrolle und Überwachung gesendet. Gerade die Teenager scheinen Corona als eine Sache zu sehen, gegen die man rebellieren kann. Meine Güte haben wir eine dumme Zukunft. Gestern Nudeln mit Champignon-, Schinken-, Sahnesoße, war ganz lecker und aktuell kein Bock auf Brötchen, Brot geht auch. Die Brotkultur in Deutschland ist für meinen Schatz ein Buch mit sieben Siegeln, er versteht es nicht, ihm schmeckt es nicht. Mir schon, ich liebe Brot, aber auch Kartoffeln, ich bin halt doch eine echte Deutsche. Auf in den Tag, dass Homeoffice wartet und ich hoffe, wer will was von mir.

Telefonieren, Misstrauen, Mutter und streichen

Guten Morgen, gut wohl eher Mittag, aber gestern Nacht bis 5 mit der besten Freundin telefoniert und auch heute früh schon 2 Stunden. Jetzt ist aber mal genug gelabert, denn ich muss erstmal wach werden und dann noch bei Tageslicht, anfangen die Wand zu streichen. Das Wetter ist erfreulich bei 26 Grad und Brötchen sind im Ofen. Die Farbe wartet und ich hatte gestern eine Auseinandersetzung mit ihm. Er hat mir von einem Geldproblem erzählt und mich zwar in keiner Form um Geld gebeten, aber ich habe es trotzdem so verstanden. Da gingen die Alarmglocken bei mir an, ob er doch andere Motive hat, als eine Verbündete in Deutschland zu haben. Er hat das alles widerlegt, aber ein Misstrauen bleibt, denn ich kenne so viele Geschichten, wo Frauen von ausländischen Männern ausgenutzt wurden. Er hat zwar derzeit alle nötigen Papiere um legal hier zu sein und zu arbeiten, aber halt zeitlich begrenzt. Ist schon kacke, wenn frau dann andere Motive als Liebe auch in Betracht ziehen muss. Bei der besten Freundin geht es um die kranke Mutter, die jetzt hoffentlich bald Hilfe kriegt. Es hat gut getan mit ihr zu sprechen, auch über mein Misstrauen ihm gegenüber. Aktuell vermisse ich meine Arbeit immer noch nicht, ich genieße die Freizeit und das lange schlafen ohne Wecker. Weitermachen, abwarten, beobachten und vorerst nur mein Zuhause verschönern.

Sonne, Todesanzeige, telefonieren, Kaffeespuren, Weltuntergang und Geld

Guten Morgen, gut geschlafen, mit nur einer Unterbrechung am morgen und gerade scheint die Sonne. Gestern durch Zufall über die Todesanzeige eines bekannten Gesichtes gestolpert: Wiglaf Droste, er war ein Nachbar meiner Mutter und holte bei uns immer seine Pakete ab. Der Tag gestern war hektisch, telefonieren mit dem Jobcenter, telefonieren mit der GEZ, telefonieren mit der Kosmetikerin, telefonieren mit einem Freund, E-Mails schreiben an den Anwalt meines Ex-Freundes und vergebliche Versuche den Hautarzt zu erreichen. Außerdem einen Brief an die Telekom fertig gemacht, zur Post gefahren und einkaufen gewesen. Die beste Freundin musste ihre Arbeit wieder aufnehmen, denn die Ausstellung findet doch statt. Abends dann chatten und fernsehen. Leider hier gar nicht geputzt, keine Lust, so erzählen jetzt weiterhin Kaffeespuren auf dem Boden, von meinen morgendlichen Wegen. Gestern Nachmittag Weltuntergangsstimmung in Treptow, es blitzte, donnerte und es goss Wasser wie aus Kübeln. So schnell geht ein freier Tag vorbei, meine Lust heute wieder zu arbeiten, liegt im mittleren Bereich. Ich will meine Lieblingskollegin und ihren Hund zurück im Büro. Aktuell die Tendenz das Geld was ich noch nicht habe, auszugeben, wer 30 Stunden die Woche arbeitet, der möchte sich auch mal was gönnen. Kann doch nicht sein, dass man trotz Arbeit weiterhin auf Hartz IV Niveau leben muss. Aber Fakt ist auch mit den neuen noch nicht gezahlten Gehalt, liege ich nur ein paar hundert Euro über meinen ehemaligen Hartz IV Satz. Die Vögel schreien mal nicht und die Spätschicht und zwei Beratungen warten. Auf in den Tag, auch heute wird vorbeigehen.