Regen, Oma, Trauer und Freude

Guten Morgen, es scheint so, als hätte es geregnet, ich habe aber nichts mitbekommen. Gestern doch kurz draußen gewesen, aber nur um Speck und Sahne zu kaufen, denn ich möchte heute Pfifferlinge mit Nudeln machen. Überfällig war Schrank aufräumen und meine Füße von Hornhaut befreien. Mit ihm ein klärendes Gespräch gehabt, soweit alles gut, aber eilig ihn zu sehen, habe ich es nicht. Heute ist ihr zweiter Todestag, der Tag, an dem die Maschinen abgestellt wurden, die Schreckenstage haben also heute ein Ende. Keine Ahnung, ob ich Ende der Woche die Oma zu ihrem Geburtstag anrufe, ich bin mir nicht sicher, ob sie sich freut und überhaupt mit mir reden will. Sie stellt sich halt jetzt als Opfer dar, dem ich Dinge meiner Mutter verweigere, dabei habe ich selber bisher keine besonderen Erinnerungsstücke an sie. Auch hatte ich nicht das letzte Gespräch mit ihr auf Erden, noch ist sie vor meiner Tür gestorben. Lange geschlafen und nicht richtig Bock heute zum Vater zu fahren, manchmal habe ich den Eindruck er trauert nicht um sie, aber vielleicht irre ich mich auch. Das Ende nächster Woche die Arbeit wieder beginnt, ist okay, ich brauche Struktur und Ablenkung. Arzttermine vereinbart, ist schon ein Ding, dass man mittlerweile wochenlang warten muss. Aber es ist ein ja von mir zum Leben, zum Arzt zu gehen, wer sterben will, braucht keine Arzttermine. Gefühlsmäßig ist die Zeit aufregend, da ist Trauer, da ist Verliebtheit und ich könnte stündlich zwischen Heulen und Lachen wechseln. Auf in den Tag, mit dieser Ruhe der Trauer.

Die Maske

Guten Morgen, ich bin traurig, weil er traurig ist. Irgendwie kommt bei so vielen Problemen keine gute Laune auf. Heute Abend Geburtstag meiner nicht genetischen Cousinen, ich habe keine Lust, aber werde wohl trotzdem hinfahren. Ich brauche meinen Urlaub, ich brauche Lösungen. Für mich, für ihn. Wenig geschlafen, aber die Sonne scheint. Heute Arbeit und zwei Beratungen, mir geht es gut, auch wenn sie weg ist. Besser als ihm. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich schlecht, weil ich so verdammt privilegiert bin, einfach nur, weil ich hier geboren wurde. Einfach so, nicht mein Verdienst. Ich würde gern zaubern können, kann ich aber nicht. Vieles ist bezahlt und das Konto ist schon wieder rot, der Dispo wird mich durch den Monat bringen. Schweigen, versuchen so Probleme zu töten, aber so funktioniert das nicht. Ich bin verschwitzt durch die Nacht, stinke, die Haare verwirrt und aus meinen Augen tropft es. Scheiße alles, aber selber schuld, ich mag es doch kompliziert, aber das hier ist mir gerade etwas zu viel. Weine ich ihretwegen oder seinetwegen oder beides? Oder doch ganz egoistisch meinetwegen? Ich muss mich selber aus dem Spiel nehmen, Zeit für meine Trauer, Zeit um nachzudenken, doch bis dahin die Maske mit dem Lächeln aufgesetzt….

Keiner fickt mich…

Guten Morgen, gestern war ganz ok, auch wenn ich nicht die volle Stundenzahl gemacht habe, traurig wurde es dann erst zu Hause, als ich mein Facebook las. Ein alter Freund, mit dem ich auch eine Liebelei hatte, ist gestern an Krebs gestorben. Wir hatten die letzten 20 Jahre keinen Kontakt, außer einer Facebook Unterhaltung, aber trotzdem hatte er einen Platz in meinen Herzen. Er war mein Jahrgang. Eine alte Freundin möchte mich zur Trauerfeier einladen, aber ich weiß nicht, ob ich da wirklich hin will. Ich bin noch immer nicht fertig mit der Trauer um meine Mutter, ich will nicht noch mehr Trauer.

Heute Arbeit, aber ich werde wohl wenig zu tun haben, aber gut, Beratungen vor- und nachbereiten geht immer. Hier sieht es kacke aus, das Arbeitsdrama hat mich mitgenommen und jeden Abend auf fast Mitternacht warten, um mit ihm zu reden, war auch zu viel. Ich brauche Pause und eine Putzfrau, keiner fickt mich außer das Leben….

Ruhe für die Schultern

Keine Ahnung was mit mir los ist. Aber mein Kreislauf spielt verrückt, zwischendurch sogar Zustände, als würde ich ohnmächtig werden. Bin dann doch nach ein paar Stunden auf Arbeit lieber nach Hause gegangen und habe jetzt Stunden geschlafen. Meine Kraft und Energie hat mich gerade verlassen, ich will mich verkriechen und nicht an meine Mutter denken oder den kranken Hund. Nimm jemand die Last von meinen Schultern. Ruhe für die Schultern.

Pink und Danke!

Keine Ahnung was los ist, aber nach all den Schwarz der letzten Jahre, erscheint mir mein Leben derzeit immer mehr Pink. Wird aber auch mal Zeit nach der fast durchgehenden Trauer und Behinderung der letzten 6 Jahre. Jetzt darf ich auch mal wieder lachen und auf der Sonnenseite sein. Danke an alle meine Helfer und Förderer, danke dass ihr mir so viel zu traut und an meiner Seite bleibt. 🙂