Ringe, Streit, Legionellen, Arzt und Abzocke

Guten Morgen, viel zu früh wach, aber auch früh schlafen gewesen. Gestern die letzten Absprachen mit dem Standesamt gemacht und die Ringe bestellt und danach ordentlich gestritten. Es ging um unsere Vorstellungen zum Eheleben und es hat ordentlich gekracht. Stundenlang saßen wir hier diskutierend rum, aber es eskalierte nicht. Es bleibt trotzdem viel zu bedenken, noch habe ich mich dazu nicht sortiert. Wir beide hatten gestern Bauschmerzen und Durchfall, ich hatte das Essen in Verdacht, aber ich glaube es war eher das Legionellen verseuchte Wasser, von dem er und auch ich aus Versehen getrunken hatte. Damit gestern keine Lust zu kochen und nur eine Packung tief gekühltes Hühnerfrikassee warm gemacht und dazu Reis. Es ist endlich kühler geworden, war ja nicht mehr auszuhalten, ich kann endlich ausatmen. Frage mich, ob ich den Vater am Sonntag sehe oder nicht und fange an meine Arbeit zu vermissen. Seit Tagen kein Bluthochdruck mehr, eher das Gegenteil und auch der Puls ist wieder runtergegangen. Dass ich aber immer so früh wach bin, ist gar nicht lustig. Heute einkaufen, der Kühlschrank ist leer und aufräumen wäre auch eine Maßnahme. Die Sonnenblume auf meinen Balkon blüht immer noch nicht, dabei ist die für meine Mutter. Muss noch die Brautschuhe zurückschicken, die Idee Turnschuhe zu tragen findet er aber nicht gut. Er ist so stolz und ich finde er ist fast hochnäsig, er hat noch sehr naive Vorstellungen was in Berlin geht oder auch nicht. Aber gut, ich kann nur abwarten bis er es einsieht. Die Spülmaschine läuft und ich habe festgestellt, dass wenn ich durchschlafen möchte, ist es sinnvoll abends das Fenster im Vogelzimmer zu schließen und die Gardinen zuzuziehen. Mal sehen wie das alles weitergeht, ich werde wohl dabei sein, davon gehe ich optimistisch aus, die 70 oder mehr zu knacken wäre doch ein Ziel. Die Medikation ist aber weiterhin eine Zumutung, dazu ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, ich glaube ich möchte so schnell es geht wieder reduzieren, da ein Austausch wahrscheinlich nicht möglich ist. Schöne neue Welt, zurück aus der Hölle der Neuroleptika, gekürt von ordentlicher Trauer. Ich hoffe, dass Schlimmste habe ich jetzt hinter mir, aber einen neuen Arzt brauche ich trotzdem. Ich frage mich, warum alles, sobald es den Namen Braut- oder Hochzeit trägt, zigfach teurer ist. Ich suche jetzt nicht mehr nach Brautschuhen, ich suche weiße Schuhe und die Preise normalisieren sich wieder. So ein Abzug bei Hochzeiten, so als wollte sich alle Paare zur Hochzeit richtig abzocken lassen. Auf in den Tag, vielleicht schaue ich mir gleich die Rentner der Gegend an, die sollten um diese Zeit bei Netto zu treffen sein.

Schwitzen, Couscous, zweite Hälfte und Regen

Guten Morgen, eigentlich genug durchgeschlafen, aber mir ist zu heiß, ich schwitze und fühle mich leicht gerädert. Wieder Starttemperatur des Tages 27 Grad, aber ich hörte heute soll es regnen und endlich abkühlen. Heute ist ihr definitiver Todestag, Tag an dem die Maschinen abgestellt wurden. Es war ihr Wunsch, laut Patientenverfügung, sie wollte nie ein Pflegefall sein. Der Kaffee schmeckt und die Müllabfuhr macht Krach. 2 Jahre mutterlos und ich bin immer noch da. Ich denke immer noch, ich brauche ihre Erlaubnis dazu. Grau und schwül grüßt der Tag bei 50 % Luftfeuchtigkeit. Vielleicht mein Geschenk des Tages: Regen. Heute kommt er vorbei, mich trösten und mir Gesellschaft leisten, das wird mir guttun. Der Couscous gestern ist erstaunlich gut geworden, gar nicht so schwierig zu kochen und lecker. Der Vater schreibt, mit der Freundin aus der Türkei Video gechattet und auch noch mit anderen Freundinnen geschrieben auf der Suche nach einer Trauzeugin. Sieht schlecht aus für mich, keiner hat Zeit. Pakete gestern fast alle angekommen, es fehlt immer noch sein Überraschungsgeschenk. Zuviel Eis gegessen gestern, aber Eis könnte ich derzeit den ganzen Tag essen. Ich will, dass die Hitze aufhört, Sonnenschein und 25 Grad wären doch ideal. Heute bevor er kommt einkaufen, endlich mein BVG-Ticket wieder nutzen, die sind seit Corona große Gewinner, ich fahre kaum, zahle aber trotzdem den vollen Monatspreis. Langsam fange ich an mich hier zu Hause zu langweilen, aber gleichzeitig lähmt die Hitze vor zu viel Aktivität. Warum muss ich immer so rundum leiden? Hängt meine Seele schief, habe ich auch körperliche Symptome, das ist bei mir sowas von eins. Aber gut auch ein Warnzeichen, zickt der Körper, sollte ich mal fragen was mit der Seele ist. Aktuell weiß ich das aber sehr genau. Sie ist tot. Meine zweite Hälfte ist weg. Aber gut, andere Menschen sind noch da, ich fühle mich zwar allein, aber bin es nicht. Lasst es regnen, regnen auf mich, dann sieht niemand die Tränen.

Streit, Vater, Neue, Urlaub, Familie und Facebook

Tag, scheiß Laune, immer noch. Gestern ein heftiger Streit mit dem Vater, wegen seiner Neuen. Ich hätte wohl gestern besser zu Hause bleiben sollen. Ich wusste mir geht es nicht gut und bin empfindlich, da kann es schon sein, dass wenn der Vater plötzlich mitteilt, dass beim gemeinsam geplanten Trauerurlaub im August, ich vor dem Todestag meiner Mutter abreisen soll oder damit leben soll, dass seine Neue halt auch da ist, ich ausraste. Dazu kam, dass er plant sie mit zu meinen Onkeln zu schleppen. Die restlichen 2 Menschen, mit denen ich leiblich verwandt bin und die ich leiden kann. Das war zu viel, wir haben die Sachen meiner Mutter gerade erst vor ein paar Wochen weggeräumt und jetzt plant er seine Neue in unseren gemeinsamen Urlaub ein und will meiner Familie die Neue zeigen. Das Problem ist, fährt er mit ihr zu ihrem Todestag nach Gran Canaria, nimmt er mir meine Chance um meine Mutter (mit ihm) zu trauern und nimmt er sie mit zu meinen Onkeln, bin ich auch raus und fühle mich verlassen und verraten. Ja es ist bald 2 Jahre her, das finde ich nicht lange, für mich ist das alles noch ganz frisch und ich hatte mich auf einen Trauerurlaub mit ihm gefreut und gerade erst angefangen meine Onkel mehr als meine Familie zu sehen. Alle anderen scheinen aber der Meinung zu sein, dass zwei Jahre lang sind und ich drüber hinweg sein sollte. Bin ich aber nicht. Dass er ne Neue hat finde ich immer noch so früh, aber ich kann damit leben, weil ich weiß er braucht es. Dass die aber im gemeinsamen Trauerurlaub dabei sein soll und darüber hinaus in meine Familie als seine neue Frau eingeführt wird, Nein, da schreit alles in mir. Ich weiß das ist alles nicht logisch, das ist alles sehr emotional, aber ich beherrsche mich schon so lange wegen seiner Neuen, das gestern war einfach zu viel. Die Dramaqueen in mir möchte sofort jeglichen Kontakt zu ihm und zu meinen Onkeln abbrechen, sollen die doch alle glücklich werden, mit seiner Neuen. Aber zum Glück ist da noch mein Kopf, der sagt beruhigt dich erstmal, ich habe mich aber noch nicht beruhigt und ich habe noch nicht aufgehört zu trauern. Zum Glück konnte mich mein Freund gestern Abend etwas beruhigen, doch ich war so aufgeregt, dass ich nicht schlafen konnte und muss jetzt trotzdem sehr früh wach sein, weil der wichtige Arzttermin wartet. Ich habe Angst um meine Gesundheit, Angst vor einer neuen Psychose und Angst meine Mutter für immer zu verlieren. Ich denke ich wirkte auf meinen Vater bereits zu stark, dass er denkt, er könnte mich unbegrenzt emotional fordern, kann er aber nicht. Immerhin, heute nach dem Arzttermin habe ich frei, ich mache dann wohl besser nichts, außer vielleicht schlafen. Keine Ahnung was mit Facebook los ist, aber ich habe innerhalb der letzten 48 Stunden über 150 Freundschaftsanfragen bekommen, viel zu viel, sodass ich gestern meine Privatsphäreneinstellungen nochmal verschärft habe, denn mein Handy bimmelte ununterbrochen. Auf zur Ärztin, mit grimmigem Gesicht, denn es gilt zu verhandeln, obwohl ich bei der aktuellen Lage selber einsehe, dass jetzt abzusetzen eine sehr riskante Idee wäre. Abwarten, abregen, mich sortieren, einatmen, ausatmen, weitermachen.

Server, Klopapier, Großpackungen und Urlaub

Guten Morgen, was war das für ein Reinfall gestern Morgen, aufgestanden um feststellen zu dürfen, dass die Server von Adobe gerade nicht verfügbar sind. Ohne Server aber keine Videokonferenz, also sinnloses Warten in der Früh vor dem Rechner. Danach gearbeitet und auf Päckchen gewartet, ich habe zum Abend tatsächlich mein Klopapier bekommen und bin erleichtert. Ist nur schräg, das man derzeit genötigt ist, große Mengen zu kaufen oder leer auszugehen. Das ist nicht nur bei Klopapier so, auch in den Supermärkten werden derzeit vermehrt Großpackungen angeboten. Ein Single-Haushalt bleibt aber trotzdem ein Single Haushalt. Was soll ich mit Großpackungen? Selbst wenn die Dinge haltbar sind, wo soll ich das alles lagern? Meine Päckchennachbarin nimmt das mit dem Mundschutz sehr ernst, sie trägt sogar Mundschutz zum Müll wegbringen. Finde ich übertrieben, aber wer weiß welche Krankheiten sie in sich trägt. Seine Bananen werden langsam alt, ich versuche kein Drama draus zu machen, mir wäre aber danach. Der besten Freundin geht es immer noch schlecht, ich hoffe, meine Worte konnten ein bisschen helfen. Mit ihm gechattet, aber es gibt viel unausgesprochenes. Der Blutdruck ist normal, das stützt meine These, dass das bei mir seelisch bedingt ist und nicht körperlich, ist alles friedlich sind meine Werte normal, aber ist da Stress, Panik oder Angst, sind die Werte zu hoch. Mit ner Kollegin gestritten, weil die für zwei Firmen arbeitet und bei der anderen Firma Urlaub bewilligt bekommen hat, der fast deckungsgleich ist mit meinem Trauerurlaub wegen meiner Mutter. Ich will und kann diesen Urlaub aber nicht verschieben, das Todesdatum meiner Mutter lässt sich nicht verschieben. Zu dieser Zeit kann ich nicht arbeiten, damit sie Urlaub hat, da bin ich entweder krankgeschrieben oder ich nehme Urlaub. Ich freue mich auf meinen Urlaub im Mai, ich will auch endlich Handwerken in der Bude, Farbe steht schon bereit. Heute Abend zum Vater, vielleicht noch zu Lidl auf dem Weg, alles wird gut, wir brauchen nur Geduld.

Regen, Oma, Trauer und Freude

Guten Morgen, es scheint so, als hätte es geregnet, ich habe aber nichts mitbekommen. Gestern doch kurz draußen gewesen, aber nur um Speck und Sahne zu kaufen, denn ich möchte heute Pfifferlinge mit Nudeln machen. Überfällig war Schrank aufräumen und meine Füße von Hornhaut befreien. Mit ihm ein klärendes Gespräch gehabt, soweit alles gut, aber eilig ihn zu sehen, habe ich es nicht. Heute ist ihr zweiter Todestag, der Tag, an dem die Maschinen abgestellt wurden, die Schreckenstage haben also heute ein Ende. Keine Ahnung, ob ich Ende der Woche die Oma zu ihrem Geburtstag anrufe, ich bin mir nicht sicher, ob sie sich freut und überhaupt mit mir reden will. Sie stellt sich halt jetzt als Opfer dar, dem ich Dinge meiner Mutter verweigere, dabei habe ich selber bisher keine besonderen Erinnerungsstücke an sie. Auch hatte ich nicht das letzte Gespräch mit ihr auf Erden, noch ist sie vor meiner Tür gestorben. Lange geschlafen und nicht richtig Bock heute zum Vater zu fahren, manchmal habe ich den Eindruck er trauert nicht um sie, aber vielleicht irre ich mich auch. Das Ende nächster Woche die Arbeit wieder beginnt, ist okay, ich brauche Struktur und Ablenkung. Arzttermine vereinbart, ist schon ein Ding, dass man mittlerweile wochenlang warten muss. Aber es ist ein ja von mir zum Leben, zum Arzt zu gehen, wer sterben will, braucht keine Arzttermine. Gefühlsmäßig ist die Zeit aufregend, da ist Trauer, da ist Verliebtheit und ich könnte stündlich zwischen Heulen und Lachen wechseln. Auf in den Tag, mit dieser Ruhe der Trauer.

Die Maske

Guten Morgen, ich bin traurig, weil er traurig ist. Irgendwie kommt bei so vielen Problemen keine gute Laune auf. Heute Abend Geburtstag meiner nicht genetischen Cousinen, ich habe keine Lust, aber werde wohl trotzdem hinfahren. Ich brauche meinen Urlaub, ich brauche Lösungen. Für mich, für ihn. Wenig geschlafen, aber die Sonne scheint. Heute Arbeit und zwei Beratungen, mir geht es gut, auch wenn sie weg ist. Besser als ihm. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich schlecht, weil ich so verdammt privilegiert bin, einfach nur, weil ich hier geboren wurde. Einfach so, nicht mein Verdienst. Ich würde gern zaubern können, kann ich aber nicht. Vieles ist bezahlt und das Konto ist schon wieder rot, der Dispo wird mich durch den Monat bringen. Schweigen, versuchen so Probleme zu töten, aber so funktioniert das nicht. Ich bin verschwitzt durch die Nacht, stinke, die Haare verwirrt und aus meinen Augen tropft es. Scheiße alles, aber selber schuld, ich mag es doch kompliziert, aber das hier ist mir gerade etwas zu viel. Weine ich ihretwegen oder seinetwegen oder beides? Oder doch ganz egoistisch meinetwegen? Ich muss mich selber aus dem Spiel nehmen, Zeit für meine Trauer, Zeit um nachzudenken, doch bis dahin die Maske mit dem Lächeln aufgesetzt….

Keiner fickt mich…

Guten Morgen, gestern war ganz ok, auch wenn ich nicht die volle Stundenzahl gemacht habe, traurig wurde es dann erst zu Hause, als ich mein Facebook las. Ein alter Freund, mit dem ich auch eine Liebelei hatte, ist gestern an Krebs gestorben. Wir hatten die letzten 20 Jahre keinen Kontakt, außer einer Facebook Unterhaltung, aber trotzdem hatte er einen Platz in meinen Herzen. Er war mein Jahrgang. Eine alte Freundin möchte mich zur Trauerfeier einladen, aber ich weiß nicht, ob ich da wirklich hin will. Ich bin noch immer nicht fertig mit der Trauer um meine Mutter, ich will nicht noch mehr Trauer.

Heute Arbeit, aber ich werde wohl wenig zu tun haben, aber gut, Beratungen vor- und nachbereiten geht immer. Hier sieht es kacke aus, das Arbeitsdrama hat mich mitgenommen und jeden Abend auf fast Mitternacht warten, um mit ihm zu reden, war auch zu viel. Ich brauche Pause und eine Putzfrau, keiner fickt mich außer das Leben….

Ruhe für die Schultern

Keine Ahnung was mit mir los ist. Aber mein Kreislauf spielt verrückt, zwischendurch sogar Zustände, als würde ich ohnmächtig werden. Bin dann doch nach ein paar Stunden auf Arbeit lieber nach Hause gegangen und habe jetzt Stunden geschlafen. Meine Kraft und Energie hat mich gerade verlassen, ich will mich verkriechen und nicht an meine Mutter denken oder den kranken Hund. Nimm jemand die Last von meinen Schultern. Ruhe für die Schultern.

Pink und Danke!

Keine Ahnung was los ist, aber nach all den Schwarz der letzten Jahre, erscheint mir mein Leben derzeit immer mehr Pink. Wird aber auch mal Zeit nach der fast durchgehenden Trauer und Behinderung der letzten 6 Jahre. Jetzt darf ich auch mal wieder lachen und auf der Sonnenseite sein. Danke an alle meine Helfer und Förderer, danke dass ihr mir so viel zu traut und an meiner Seite bleibt. 🙂