Hochzeit

Guten Morgen. Heute ist es so weit, unser großer Tag und ich hoffe es geht alles glatt. Ich war gestern sehr aufgeregt, während er ziemlich ruhig war. Gestern noch Torte, Blumen, Snacks und Essen organisiert und der Vater hat Getränke ran geschafft. Er hat noch afrikanisch gekocht, mal sehen, ob das die Gäste mögen. Die nigerianische Küche ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Mein Blutdruck und Puls war gestern nicht lustig, zu viel Aufregung. Heute schon besser, aber mein Puls ist zu hoch. Aktuell noch nicht zu sehr aufgeregt, wer hätte gedacht, dass ich mal heirate, ich nicht. Zu früh wach, aber ich muss hier noch etwas aufräumen und mich selber fertig machen. Ich werde wohl Klamotten zum Wechseln mitnehmen, ich will nicht den ganzen Tag im Brautkleid rumrennen. Mein Brautstrauß ist jetzt ein bunter Strauß mit riesiger Sonnenblume, eine Sonnenblume für meine Mutter und auch für mich, denn Sonnenblumen halfen ihr, wenn sie traurig war. Ich bin auch traurig, traurig, dass sie nicht da ist. Ich hoffe unsere Gäste machen Fotos und dass wir unser Essen ohne Unfälle abholen. Heute kein Kaffee, sondern Chai Tee, ich will diesen Tag ohne Ausnahmezustände überleben. Die Übersetzerin kommt auch, ohne sie wäre die ganze Hochzeit nicht möglich. Ich habe einen Schleier, aber ich glaube, das ist nichts für mich, fühle mich blöd mit einem Schleier. Ich bin weder behütet noch Jungfrau, da ist schon ein weißes Kleid gewagt. Bin gespannt auf seine Freunde, ob sie mich mögen und hoffe ich habe nicht doch rassistische Leute auf meiner Gästeliste. Warten wir ab, hoffentlich nicht auf Katastrophen. Mein bester schwuler Freund kommt auch, ich freue mich auf ihn, er war gestern auch aufgeregt. Ab heute gibt es einen neuen Ring für mich, der auch passt oder trägt man auch nach der Hochzeit seinen Verlobungsring weiter? Er ist jetzt auch nervös, das freut mich, bin ich nicht allein. Ich hoffe, nach der Hochzeit wird es ruhiger, ich brauche Ruhe um mich auf alle diese Veränderungen einzustellen zu können. Wen ich damit fertig bin, dann kann auch der Vater mit seinen Veränderungen kommen. Auf in den Tag, wir können alles sein: